Autismus-Ambulanz Dortmund

    • @frankjetzt:

      Ich war zur Diagnostik in Dortmund. Bei mir sind keine Angehörigen befragt worden. (Ich bin allerdings auch schon über 50. Das könnte eine Rolle spielen.) Allerdings ging es im Gespräch auch um meine Kindheit, an die ich mich zumindest auszugsweise sehr gut erinnern kann.
      Vielleicht ist auch deshalb nicht nach der Meinung Angehöriger gefragt worden, weil meine Diagnose - laut Diagnostiker - eindeutig war.

      Langer Rede kurzer Sinn: mach dir nicht zu viele Gedanken. ;)
      „Erst die Selbsterkenntnis und Anerkennung des eigenen Strukturiert- und Gefangen-Seins in den psychobiologischen Gesetzmäßigkeiten der eigenen Persönlichkeit ermöglicht es, die Begrenzungen der anderen zu erkennen und sie zu akzeptieren – und sie nicht als intentionale Angriffe auf die eigene Welt zu deuten, gegen die es sich zu wehren gilt.“
      (Ludger Tebartz-van Elst: Autismus und ADHS. Zwischen Normvariante, Persönlichkeitsstörung und neuropsychiatrischer Krankheit. S. 19.)
    • frankjetzt schrieb:

      Ich sage immer ich habe ein fürchterliches Gedächtnis: vergesse Telefonnummern, Geburtsdaten, Namen, zeitliche Zusammenhänge im Lebenslauf - wenn mir gezielt Fragen gestellt werden verfüge ich über eine recht hohes Allgemeinwissen kann mich aber nach 2 Tagen nicht mehr an den Inhalt von z. B. Filmen erinnern. Nach allem was ich bis jetzt gelesen habe, würde das nicht recht zu HFA/AS passen.
      Das kommt mir sehr bekannt vor. 'Unnützes' Wissen habe ich jede Menge, aber alles was mit Zeit und/oder Daten zu tun hat, kann ich mir nicht merken (und das als Mathematikerin).

      Ich war auch in Dortmund zur Diagnostik und hatte den Elternfragebogen zwar mitgebracht (den hatte ich aus dem Netz) und er wurde auch mit beachtet, wäre aber nicht nötig gewesen.
      ~ Mir egal - ich bin ein Einhorn. ~
    • Also ich kann da nur die Ärztin zitieren bei der ich zur Diagnose war und laut der ist es ganz und garnicht unüblich dass Asperger in Teilbereichen ein eher schlechtes gedächtnis haben können.

      Peace
      TK
      Nicht so ganz meine Welt...
      --
      Ich ertrage es nicht, wenn keiner eine Entscheidung fällt, also tue ich das. - Onugnin

      Dieser Beitrag wurde bereits 1 mal editiert, zuletzt von Tiankay ()

    • Leseratte schrieb:

      Das kommt mir sehr bekannt vor. 'Unnützes' Wissen habe ich jede Menge, aber alles was mit Zeit und/oder Daten zu tun hat, kann ich mir nicht merken (und das als Mathematikerin).
      :nod:


      Eismensch schrieb:

      Dafür geht es erstaunlich vielen so.

      Tiankay schrieb:

      laut der ist es ganz und garnicht unüblich dass Asperger in Teilbereichen ein eher schlechtes gedächtnis haben können.
      :thumbup:
      "Wie kann es sein, dass ein solch subjektives Element wie ein Beobachter (Mensch) die Wirklichkeit definiert? "
      (Schrödinger lässt grüßen ;) )
    • Vielen Dank für die vielen Antworten und Ideen. Ich hatte gerade Therapie und hab es dort auch noch einmal angesprochen. Zum einen scheint sie sich sehr sicher zu sein mit Ihrer "Vordiagnose" zum anderen meint sie das sie zuversichtlich ist bis dahin noch einiges (relevantes) aus meinem Gedächtnis heraus zu holen. (Vielleicht auch wieder eine Dissonanz zwischen Eigen- und Fremdwahrnehmung. Das ich vielleicht mehr Erinnerung habe als ich selber wahrnehme.)

      Eine erneute Anfrage an die Ambulanz ist aber sicher auch nicht verkehrt, das werd ich machen.
      ~ Einmal entsandt, fliegt das Wort unwiderruflich dahin ~
      Quintus Horatius Flaccus

    • @frankjetzt
      Um die Erinnerungen aufzufrischen hilft es vielleicht auch, einiges aufzuschreiben, mir z.B. fällt während des Schreibprozesses dann immer mehr ein.
      Du könntest dich auch in der Erinnung einfach an deine Lieblingsorte zurückversetzen, vielleicht fällt dir das ein oder andere ein, was du dort gemacht hast oder gedacht hast, als du Kind warst.
      Mir hat dieses autobiographische Schreiben sehr viele Erinnerungen zurückgebracht, die beim schnellen durchdenken so gar nicht an die Oberfläche kamen.

    • @frankjetzt
      Lass dich nicht verunsichern, wenn bei dir einige Dinge untypisch für ASS sind, denn bei mir ist es nicht anders. Bei meinem Abschlussgespräch war ich ehrlich gesagt überrascht, dass meine Auffälligkeiten für eine AS-Diagnose ausreichen und ich nicht nur autistische Züge ohne Krankheitswert habe, obwohl ich mir meiner Schwierigkeiten durchaus bewusst bin. (Ich war aber nicht in Dortmund zur Diagnostik).

      Bezüglich Gedächtnisleistung:
      Ich denke, bei den meisten Aspies (inklusive mir) ist es eher typisch, dass in einigen Teilbereichen eine überdurchschnittliche und in anderen Teilbereichen eine eher unterdurchschnittliche Gedächtnisleistung vorliegt. Sie ist aber wie bereits oben erwähnt kein Diagnosekriterium. Bei meinem Erstgespräch wurde ich z.B. gefragt, ob ich außer meiner Handynummer auch die Handynummern meiner Familie auswendig weiß, woraufhin ich mit Nein antwortete. Mir fällt es in der Regel schwer, Telefon- oder Handynummern zu merken. Generell sind Zahlen mit vielen Ziffern für mich ein Problem. Im Kopfrechnen bin ich auch schlecht, auch bei Zahlen mit wenigen Ziffern. Was ich mir aber z.B. gut merken kann, sind Termine (inklusive Uhrzeiten), Geburtstage und sonstige zeitliche Ereignisse (sowohl in der Vergangenheit als auch in der Zukunft).
    • Früher konnte ich mir Zahlen gut merken und wusste auch die Telefonnummern der Verwandtschaft sowie alle Geburstdaten. Heute weiß ich nicht mal mehr meine eigene HandyNr. Ich kann sie mir auch dann nicht merken, wenn ich mir extra Mühe gebe, sie mir einzuprägen.
      Die Festnetznummer kriege ich noch zusammen, weil ich die häufiger brauche.
      Also es hat schwer nachgelassen.
      Menschen sind auch nur Tiere. - Ich mag Tiere!
    • Ich konnte mir meine alte Telefonnummber gut merken, da die Zahlen ungewöhnlich wie 123 angeordnet waren oder doppelzahlen waren, denn das war 49 48 66
      Jetzt habe ich eine längere Telefonnummer die ich sehr lange nicht auswendig konnte.
      Erst seit den letzten 5 Jahren kann ich die, also hab ich sie ca 10 jahre wo ich wieder hier lebe nicht gekonnt, habe irgendwie keinen Zugang dazu gefunden.
      Die Nummern und Adressen anderer Leute oder Spielkameraden zu denen ich manchmal ging kannte ich nicht auswendig, weil ich ja nur zu ihnen hingehen brauchte und gefragt hab ob sie raus kommen zum spielen. hatte einer keine zeit, ging ich zum nächsten.
      Ich hätte die meisten Kinder nicht kennengelernt, wenn ich nur vor unserem Laden gespielt hätte, aber ich musste immer selber zur Schule laufen was recht weit weg war und quer durch den Stadtteil musste, und da öfter andere Kinder auf der Strasse kennen lernte oder spielen sah. Wenn die dann bereit waren Dinge zu spielen die ich spielen wollte, konnten daraus sowas wie Spielfreundschaften werden. Wenn die was anderes spielen wollten bin ich einfach wieder gegangen, hab der Mutter gesagt ich geh wieder nachhause, was sie manchmal überraschte XD
      Wieder eine Erinnerung geweckt die ich fast schon wieder vergessen hab.
    • Neu

      frankjetzt schrieb:

      Um auf meine eigentliche Sorge zurückzukommen. (habe immer Bedenken, das die ganze Geschichte hier in diesem Thread falsch ist)
      Finde ich nicht, bzw brauchst du nicht zu haben.....es ist gut, wie du das machst und ich würde zumindest versuchen, es abklären zu lassen;
      alleine aus den von dir selbst genannten Gründen.

      Ich bin derzeit bei einer Psychotherapeutin, die sich mit As und co auskennt, die auch alles seit längerem abklopft,
      auch erstmal ohne, dass mein Vater etwas dazu berichten muss.

      In meinen jeweligen Zeugnissen zum Ende der Schuljahre steht schon öfter eine Anmerkung, wie z.B. "träumt im Unterricht/ ist häufig abgelenkt"..und co.
      Vielleicht findest du ja doch noch etwas.
      Auch Berichte von deinen Theras könnten evtl Schwerpunkte herauskristallisieren.
      "Wie kann es sein, dass ein solch subjektives Element wie ein Beobachter (Mensch) die Wirklichkeit definiert? "
      (Schrödinger lässt grüßen ;) )
    • Neu

      Jetzt habe ich eine längere Telefonnummer die ich sehr lange nicht auswendig konnte.

      Eismensch schrieb:

      Dafür geht es erstaunlich vielen so.
      :d yes


      RegenbogenWusli:

      Ich konnte mir meine alte Telefonnummber gut merken, da die Zahlen
      ungewöhnlich wie 123 angeordnet waren oder doppelzahlen waren, denn das
      war 49 48 66

      Jetzt habe ich eine längere Telefonnummer die ich sehr lange nicht auswendig konnte.


      Ich konnte mir gut Nummern in bestimmten Rhythmen merken; wenn die nicht da waren, also für mich nicht stimmig,ging das weniger gut.
      "Wie kann es sein, dass ein solch subjektives Element wie ein Beobachter (Mensch) die Wirklichkeit definiert? "
      (Schrödinger lässt grüßen ;) )

      Dieser Beitrag wurde bereits 1 mal editiert, zuletzt von Linnea ()

    • Neu

      Wenn mein Kollege am Telefon einem Kunden unsere Nummer mit Durchwahl weitergibt, denke ich immer nur: "Was redet der da?!"
      Der benutzt einfach eine andere (absurde und falsche) "Melodie" für diese Telefonnummer. Kurz denke ich, der gibt die falsche Nummer durch. Dauert immer eine Weile, bis ich die im Kopf in meinen Rhythmus "Übersetzt" habe.
      What doesn't kill me makes me stranger.
    • Neu

      Bei mir ist es so dass ich mir Telefonnummern aufteile in Blöcke mit ein oder zwei Ziffern, zB
      0 5 1 1 59 63 7 0 1
      und mir diese so einpräge.

      Wenn ich jemanden dann mündlich so meine Nummer mitteile und er die wiederholt, jedoch mit anderen Ziffernblöcken, kann ich die Nummer gar nicht mehr meiner zuordnen.

      Also zB 0 511 5 963 701

      Ich sage dann immer nur "korrekt". :roll:

      Geht Euch das auch so?
      Wo Du nicht lieben kannst, Da gehe vorüber.