Corona: Gemeinsam denken: Welche Exit Strategien könnten funktionieren?

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    • Corona: Gemeinsam denken: Welche Exit Strategien könnten funktionieren?

      Wir beschäftigen uns oft und viel mit unseren Schwächen, damit, was uns schwer fällt und warum, was wir nicht können, was uns unterscheidet von NT usw.

      Jetzt haben wir eine Situation, in der unsere autistischen Stärken gefragt sind. Hier im Forum ist eine Menge kluger Köpfe unterwegs. Einige können super rechnen, andere sind wahre Mustererkennungsspezialisten, viele, auch ich, können komplexe Sachverhalte schnell durchdenken und die Essenzen gut vermitteln. Wenn wir mit etwas intensiv beschäftigt sind, können wir Emotionen außen vorlassen und die Sache im 360 ° Winkel ausleuchten.

      Lange Rede kurzer Sinn: Ich finde, wir Autisten mit unserer speziellen Wahrnehmungsfähigkeit könnten doch sicher einiges dazu beitragen, Lösungen für einen Exit zu finden und mit zu gestalten.

      Wie wäre es, wenn wir mal gemeinsam denken? Das ist zumindest mal fokussiert und sinnvoll und bringt auch das Gefühl etwas zur Ruhe, dem Ganzen ausgeliefert zu sein.

      Für mich stellt sich die Situation so dar:

      Ich habe in meinem Bekanntenkreis und auf Twitter verfolgt, was diese Exit Strategie mit den Menschen macht. Das Prozedere wird verkauft als Schutz für die gefährdete Bevölkerungsgruppe, als "flatten the curve" für das Gesundheitssystem.

      Aber: Der Schutz vor Corona ist völlig sinnlos für die, deren Krebs sie zerstört oder deren anderweitig schwerwiegende Erkrankung sie umbringt, weil die Untersuchungen und Behandlungen ausgesetzt wurden und die Medikamente nicht mehr lieferbar sind. Die Ängste und Verzweiflung dieser schwerkranken Menschen sind unvorstellbar.

      Selbständige, deren Existenz auch oft gleichzeitig eine Verwirklichung ihrer Träume repräsentiert, sind am Ende ihrer finanziellen und psychischen Kräfte, und das nach erst 2 Wochen. Und oft hängen hier ganze Familien mit drin. Stundungen für Kredite und ein paar Euro Ausgleichszahlung sind da nur ein kleiner Tropfen auf einen sehr heißen Stein.

      Kinder- und Jugendliche werden von ihren Freunden getrennt und hängen in ihren Familien fest. Das geht für eine Weile, aber mittelfristig wird das sehr ungesund.

      Fazit: Ich bin der Meinung, dass es ein Fehler ist, den (Corona relevanten) Gesundheitsschutz getrennt von allem anderen- oder derart voranging zu allem anderen- zu betrachten. Ich befürchte, ein Exit über die Osterferien hinaus wird eine Schleuse an Problemen öffnen, gegen die ein Virus gar nichts ist. Ich höre jetzt schon Menschen sagen: „Besser, das Virus killt mich, als dass ich das durchleiden muss, was mich danach erwartet.“

      Was haben wir hier für Ideen und warum denken wir, dass sie funktionieren könnten? Begründungen sind immer wichtig.

      Welche Vorschläge gibt es schon aus der Politik? Was davon ist gut und was nicht und warum. Da sickert relativ wenig durch, aber irgendwas müssen die sich ja schon überlegt haben. Wer weiß was darüber?


      Wir können überlegen, ob ich eine Zusammenfassung schreibe und wir die Ergebnisse übermitteln- Frage wäre dann, an wen. Aber das kann man rausfinden.
    • Im Grunde wäre eine Lösung des problems, das die Leute ihrem gewohnten Leben nachgehen könnten, ohne Ansteckungsgefahr. Zum Beispiel mit einer art Anzug in dem man sich gut genug bewegen kann, aber weder selber ansteckende Viren rauslässt, noch diese einatmet. Das könnte zum beispiel eine art durchsichtiger Plastiktüten-anzug sein der am Kopf einen Filter für den Luftaustausch hat, ähnlich wie die Masken das ja schon haben aber die schützen eben nicht so gut.
      Es ist nur fraglich wie gut und schnell das realisierbar ist. Das wäre meine spontane Idee dazu.
    • Ani wrote:

      Ich befürchte, ein Exit über die Osterferien hinaus wird eine Schleuse an Problemen öffnen, gegen die ein Virus gar nichts ist.
      Das Problem ist: ein schneller Abbruch der Maßnahmen führt zu italienischen Verhältnissen und noch darüber hinaus - dann läuft der exponentielle Anstieg ja wieder mit voller Geschwindigkeit. Die verheerende Wirkung wird kaum von Nebenfolgen der jetzigen Einschränkungen zu übertreffen sein - worin sollten die denn bestehen, um solche Wirkung zu erzielen? Wir reden hier im besten Fall (70% Durchseuchung reichen, wir haben z.Zt. eine Dunkelziffer von 90%, die Sterblichkeit liegt bezogen auf alle Infizierten bei 0,1% - 0,25% ist derzeit wahrscheinlicher) von 57.000 Toten, wobei unter solchen Bedingungen die Sterblichkeit eher italienische oder spanische Ausmaße erreicht, das ist also eine extrem vorsichtige Schätzung, 2-300.000 ist realistischer. Bevor man irgendwelche Alternativen beim Eindämmen von Corona umsetzen kann (die dringend gefragt sind, weil wir sonst allenfalls mit kurzen Pausen so wie jetzt weitermachen müssen bis der Impfstoff kommt, also mindestens ein Jahr, was definitiv nicht durchzuhalten ist) - in Frage kommt am ehesten, es so zu machen wie Südkorea, also Massentestes, aufwendige Kontaktverfolgung und Isolierung aller Kontakte - muss deshalb zunächst die Zahl der Neuinfektionen drastisch gesenkt werden, weil solche Methoden nicht bei mehreren tausend Neuinfektionen pro Tag realisierbar sind. Im Moment ist daher die Strategie der massiven Einschränkung sozialer Kontakte tatsächlich alternativlos (außer man nimmt in Kauf, dass viele tausend Leute qualvoll ersticken, weil sie nicht behandelt werden können wie im Elsass, nur in ungleich größerem Maßstab). Da kann man natürlich trefflich darüber diskutieren, welche Maßnahmen vielleicht nicht so viel bringen und welche man zusätzlich bringen könnte, aber das ist ja nicht die Fragestellung des threads.

      mE kann und muss man deshalb zwar jetzt schon über Exitstrategien nachdenken (deren Fehlen hat mich schon vor drei Wochen gestört), man muss sich aber darüber im Klaren sein, dass sie erst in einigen Wochen umgesetzt werden können. Was jetzt schon umsetzbar wäre, sind sicher kleinere Maßnahmen mit lokaler Wirkung. Also z.B., dass diejenigen, die sich das finanziell leisten können, zum Erhalt der Dorfkneipe beitragen, indem sie dort Essen zum Abholen ordern (bei uns geht das gut, weil der Wirt ordentlich kocht). Da gibt es sicher noch mehr, zwar alles gesamtwirtschaftlich betrachtet nur der berühmte "Tropfen auf den heißen Stein", aber besser als nichts. Gerade die Gastronomie macht mir da langfristig Sorgen, weil das ja immer noch für viele Leute wichtige Knoten im sozialen Netzwerk sind - weniger für Aspies, aber gesamtgesellschaftlich betrachtet schon. Wenn die alle verschwinden, hat das dauerhafte gesellschaftliche Auswirkungen.

      Ani wrote:

      Welche Vorschläge gibt es schon aus der Politik? Was davon ist gut und was nicht und warum. Da sickert relativ wenig durch, aber irgendwas müssen die sich ja schon überlegt haben. Wer weiß was darüber?
      Seit vorgestern ist klar, dass die Politik den Ansatz favorisiert, den ich oben und auch in dem anderen thread dargestellt habe - man hat sich also etwas überlegt. Ich sehe auch nicht, wie man es anders machen soll - nur wie man es beim nächsten Mal besser machen kann, aber das hilft im Moment nicht weiter. Beschleunigen könnte man das Prozedere nur, indem man die Kontakte weiter spürbar einschränkt. Wenn man schaut, wer im Moment wo Kontakte hat, kann das mE nicht ein Ausgehverbot sein, das wird, weil man ja weiter arbeiten und einkaufen muss, nicht mehr viel ggü. der jetzigen Regelung bringen, eher die radikale Stilllegung alle nicht lebensnotwendigen Betriebe. Installateure, Elektriker etc. dürfen nur noch Notdienst machen, alle Baustellen, bei denen das technisch machbar ist werden stillgelegt etc. Je umfassender, desto wirksamer - damit würden wir die Zahl der Neuinfektionen vermutlich innerhalb von 14 Tagen massiv absenken. Brachial aber wirkungsvoll - hätte man womöglich am letzten Wochenende besser gleich mit beschlossen, dann könnte man tatsächlich bis Ostern langsam an Lockerungsübungen denken. Würde kurzfristig das Leben komplett stilllegen, aber dafür könnte man es früher wieder hochfahren.


      Nebenbei gesagt muss man auch im Auge behalten, dass wir nicht im luftleeren Raum agieren, nationale Entscheidungen haben immer internationale Konsequenzen - wenn wir zu früh aufhören mit der Eindämmung, macht der Rest der Welt solange die Grenzen für uns dicht, bis die Pandemie durch ist, 1918/1919 hat das ein Jahr mit drei aufeinander folgenden Wellen gedauert. Praktisch hat das für zentrale Branchen wie den Maschinenbau dann dauerhaft gravierende Konsequenzen: er fliegt komplett aus dem internationalen Geschäft, weil die deutschen Techniker dann ja nicht mehr ins Land gelassen werden, um die Anlagen betriebsbereit zu machen. Da jubelt die weltweite Konkurrenz, und bei uns fallen hundertausende gut dotierte Arbeitsplätze dauerhaft weg.
    • Ich hatte ja im anderen Thread schon das Beispiel Taiwan gebracht.
      Dort sind es vor allem die Älteren bzw. die Risikogruppen, die streng isoliert waren.
      Für den Rest ging das Leben ganz normal, allenfalls etwas langsamer und mit mehr Abstand und sehr vielen Kontrollen weiter.

      Viele sinnvolle Maßnahmen greifen jetzt leider nicht mehr, da hätte man bereits am Anfang härter durchgreifen müssen (Grenzen schließen, auch zwischen den Bundesländern oder gar Landkreisen).
      So lange ich mir mit 100-1000 Menschen (incl. Risikogruppen) im Supermarkt die gleichen Einkaufswagen teilen muss, wirkt ein Verbot des Allein auf der Wiese sitzens für mich irgendwie hilflos.

      Ich denke allerdings nicht, dass nun alle anderen Krankheiten zurückstecken müssen - schon gar keine schweren Erkrankungen. Das wird weiterhin möglich sein.
      _,.-o~^°´`°^~o-.,_Ich ess Blumen...,.-o~^°´`°^~o-.,_
    • RegenbogenWusli wrote:

      [...] Zum Beispiel mit einer art Anzug in dem man sich gut genug bewegen kann,[...]
      Das kannst Du in der warmen Jahreszeit getrost vergessen.

      Frag 'mal einen Lackierer, oder wen, der 'mal bei einer Asbest-Sanierung mitgearbeitet hat. Der Hitzestau ist wirklich unerträglich, und wäre in der Sonne nicht mit menschlichem Leben vereinbar. Damit, dass wir massenhaft Hitzschlag-Intensivpatienten generieren wird die medizinische Versorgungslage auch nicht verbessert...

      Außerdem reißt man sich so ein Ding schnell 'mal ein - gerne auch auf der Rückseite.


      Daher meine Vermutung wie's sich auflösen wird:

      Irgendwann, in ein paar (einstellig) Monaten, wenn die ausreichenden Mengen vorhanden und Produktionskapazitäten geschaffen sind, wird die Schutzpflicht auf die Risikogruppen übertragen. Wie von @Garfield ja auch schon erwähnt.

      Dann kann sich jeder Herz- oder Lungenkranke, Alte, in der Alten- oder Gesundheitspflege arbeitende,... ...eine bedarfsgerechte Menge an Masken, Desinfektionsmittel und Einweghandschuhen und -kitteln auf Rezept bei der Apotheke oder bein Drogeriemarkt an der Ecke abholen - idealerweise zu Lasten des Staates und nicht zu Lasten der Krankenversicherung. Und dann selber dafür sorgen, dass er sich nicht ansteckt. Bis irgendwann Impfstoffe zur Verfügung stehen. Dann kann durchgeimpft werden und das Leben wirklich wieder normal weitergehen...

      Voraussetzung ist dabei auch, dass Ausreichende Kapazitäten zur Versorgung schwerer Fälle bestehen. Die hoffentlich bald geschaffen werden.

      Und, dass sich die halt nicht vollständigg risikolosen "Jungen und Gesunden" mit dem Risiko im Promille-Bereich arrangieren können, dem sie dabei ausgesetzt sein werden...
      ...schon unterwegs!

      The post was edited 1 time, last by Godot ().

    • Im Grunde finde ich die aktuelle Strategie schon sinnvoll.
      Erstmal bis zum 20.04. möglichst viele Ansteckungen vermeiden. Wenn sich die meisten Leute halbwegs an die Empfehlungen halten, sollte es bis dann kaum noch Infizierte geben.

      Bis dahin gibt's vermutlich auch schon erste Studien mit Medikamenten. Ich setze ja einige Hoffnungen auf Medikamente, eben weil man die Krankheit bislang nur rein symptomatisch behandeln kann: Man kann die Gefahr verringern, dass der Patient durch Lungenversagen stirbt, kann die Ursache aber nicht bekämpfen.
      Der größte Hoffnungsträger ist derzeit das antivirale Medikament Remdesivir, was gute Chancen hat, die Vermehrung der Viren zu verhindern, so dass die Krankheit nicht weiter voranschreitet und das Immunsystem die übrigen Viren bekämpfen kann. Bereits entstandene Schäden an der Lunge kann es natürlich nicht reparieren, und es zerstört auch keine vorhandenen Viren, sondern bremst nur die Vermehrung (wenn es das denn tut). Darum wäre es am besten, das Medikament möglichst früh zu geben.
      Probleme:
      - Die Wirksamkeit, beste Dosierung und sinnvolle Kombination mit anderen Medikamenten ist noch nicht bekannt => Es laufen gerade größere Studien, um das herauszufinden
      - Das Medikament ist noch nicht zugelassen => Wenn es sich in den Studien als recht sicher erweist, kann man die Zulassung evtl. einfach erteilen und die langwierigen Verfahren weglassen. Oder der Patient muss einfach zustimmen, mit einem nicht zugelassenen Medikament behandelt zu werden, so wie auch jetzt in den Studien
      - Der Hersteller kann den Wirkstoff vermutlich nicht so schnell produzieren => Da müsste man mal alles Kapitalismus außer Acht lassen, der Hersteller müsste den Syntheseweg offenlegen, und viele Pharmakonzerne müssten den Wirkstoff produzieren. Anschließend bekommt der Hersteller von staatlicher Seite eine Entschädigung dafür.
      - Man kann es nur als Infusion geben. Da könnte man Telefonnummern und Websites einrichten, wo sich Leute mit schlimmer werdenden Corona-Symptomen melden können. Dann kommt ein Arzt oder halbwegs qualifiziertes medizinisches Personal bei einem vorbei, legt die Infusionsnadel und gibt die erste Infusion. Die weiteren täglichen Infusionen könnte man sich dann idealerweise einfach selbst geben, und bei den Leuten die das nicht möchten/können könnte Pflegepersonal vorbeikommen, die die nächste Infusion anstöpseln. Vielleicht stellt sich aber auch raus, dass man Remdesivir auch als Tablette geben kann, das würde einiges vereinfachen.

      Falls sich ein Medikament als hochwirksam und gut verträglich erweist und z.B. >90% der gefährlichen Krankheitsverläufe verhindert, könnte evtl. die Herdenimmunitäts-Strategie wieder in den Vordergrund rücken.

      Falls die Medikamente unwirksam sind oder sich nicht in einer vernünftigen Zeit produzieren lassen, finde ich die Strategie mit Tests und Quarantäne am besten. Falls die Ausbreitung trotzdem unkontrollierbar wird, wird man wohl oder übel nochmal einen weiteren Lockdown machen müssen.

      RegenbogenWusli wrote:

      ähnlich wie die Masken das ja schon haben aber die schützen eben nicht so gut.
      Doch, gute Masken (mindestens Filterklasse FFP2, besser FFP3) schützen schon recht zuverlässig.
      Ich bin mir sicher, dass da von öffentlicher Seite absichtlich Falschinformationen verbreitet werden, um Masken-Hamsterkäufe zu bremsen (und ich bin absolut kein Verschwörungstheoretiker). Schon jetzt hat ja das medizinische Personal gewaltige Probleme, Masken zu bekommen.
    • Ani wrote:

      Lange Rede kurzer Sinn: Ich finde, wir Autisten mit unserer speziellen Wahrnehmungsfähigkeit könnten doch sicher einiges dazu beitragen, Lösungen für einen Exit zu finden und mit zu gestalten.
      Das ist sehr gut. Wenn jemand eine belastende Therapie durchmachen muss dann ist es wichtig in einer konkreten Zeit die Besserung oder Heilung zu beschreiben. Wenn jemand das Licht am Ende des Tunnels sieht dann ist die schwere Zeit einfacher zu ertragen. Man kann dann zu hause Striche an die Wand malen und herunterzählen. Man hat Zeit Pläne für die Zeit danach zu machen. Das dürfte psychisch sehr wirksam sein. Auch die Kundst kann davon profitieren:

      Wie der Exit aussehen soll war heute Thema im Bayerischen Fernseh-Stammtisch und im Phönix-Presseclub. Harald Lesch im BR: Schnellstens eine Transaktionssteuer einführen damit die Profiteure zur Kasse gebeten werden und nicht am Ende der Steuerzahler der Zukunft (also unsere Kinder) alles bezahlen muss.

      Ani wrote:

      Aber: Der Schutz vor Corona ist völlig sinnlos für die, deren Krebs sie zerstört oder deren anderweitig schwerwiegende Erkrankung sie umbringt, weil die Untersuchungen und Behandlungen ausgesetzt wurden und die Medikamente nicht mehr lieferbar sind. Die Ängste und Verzweiflung dieser schwerkranken Menschen sind unvorstellbar.
      Ja, die wichtigen Therapien müssen weiter laufen, tun sie normalerweise auch. Der Schutz vor Corona ist sinnlos wenn jemand dafür an seinem Krebs stirbt. Aber die Heilung des Krebses ist auch sinnlos wenn er dafür an Corona stirbt. Beides ist eine Bedrohung, deshalb muss Schutz vor Corona und geschützte Therapie weitergehen. Ausgesetzt sollen ja nur die aufschiebbaren Therapien sein, z.B. Kunstgelenke usw. Aufschieben heist auch nicht ganz sein lassen. Je mehr wir jetzt aufschieben desto mehr kommt nach der Krise dann auf einmal, da ist also auch der Rest der Medizin gefragt (Chirurgie, Reha, Physiotherapie). Miit dem Exit ist das Gesundheitswesen also nicht wieder im Normalmodus. Wenn ich sehe was jetzt alles nicht in die Praxis kommt schätze ich dass ich danach dann die Sprechstunden ausweiten muss. Für mich persönlich bedeutet es meine zukünftige Praxisstruktur zu planen.

      Ani wrote:

      Fazit: Ich bin der Meinung, dass es ein Fehler ist, den (Corona relevanten) Gesundheitsschutz getrennt von allem anderen- oder derart voranging zu allem anderen- zu betrachten. Ich befürchte, ein Exit über die Osterferien hinaus wird eine Schleuse an Problemen öffnen, gegen die ein Virus gar nichts ist.
      Es geht für einige von uns (vllt auch für dich der du das gerade liest) erst mal ums Überleben. Wir sind von einer stillen langsamen Naturgewalt bedroht, da gibt es kein abwägen. Wer in der Natur nicht aufpasst wird gefressen. Auch ein unzureichender Schutz unserer alten Leute würde eine schwere gesellschaftliche Folge haben: Wenn wir nicht tun was wir können und einige hunderttausend (überwiegend alte) Leute sterben lassen dann müssen wir uns hinterher fragen in was für einer rücksichtslosen Gesellschft wir leben wollen. Wir müssen zwischen zwei Übeln abwägen: Soziales Leben einschränken oder Leben opfern. Wir schütteln den Kopf über die Azteken die für das Wohlergehen der Allgemeinheit Menschenopfer gebracht haben aber wir fangen an selber auf diesen Weg zu kommen. Wir tun das ja sowieso schon: Der Strassenverkehr kostet Menschenleben aber ohne Verkehr gibts halt keine Versorgung der Bevölkerung, man muss also abwägen.
      Ich bin auch dagegen die soziale Isolierung automatisch für katastrophal zu erklären. Sofort reden alle von Gewalt gegen Kinder und in der Familie. Kann man da nicht auch mal die Chancen sehen? Familienmitglieder können wieder mal miteinander reden, ist das so gefährlich? Kinder möchten nicht ständig neue Spielsachen sondern Eltern die sich Zeit für sie nehmen. Wenn es Streit gibt dann darf man ja auch die Wohnung verlassen, es gibt ja keine Ausgangssperre. Und warten wir mal ab wieviel Babys ihre Existenz der Ausgangsbeschränkung verdanken werden.

      Ani wrote:

      Ich höre jetzt schon Menschen sagen: „Besser, das Virus killt mich, als dass ich das durchleiden muss, was mich danach erwartet.“
      Es gibt kaum was dümmeres als so ein Satz. Selbst wenn und das Virus 20 Jahre zurückwirft, war das Leben vor 20 Jahren denn nicht lebenswert? Wir hatten in Deutschland vor 30 jahren eine Zeit mit vielen Pleiten, Arbeitslosen und Existenzbrüchen. Wir haben gezeigt dass wir damit umgehen können ohne dass es zu Massenselbstmorden kam. Ich frage Leute in schlechtem Zustand (z.B. Halbseitengelähmte im Rollstuhl nach einem Schlaganfall) gerne mal ob sie jetzt liber tot wären oder so weiterleben wollen. ALLE sagen mir ganz entrüstet dass sie natürlich leben wollen. Wenn die Lebensqualität ein Stück runtergeht dann ist das nach meiner Erfahrung für niemand ein Grund nicht mehr ledben zu wollen. Vllt bewahrt uns das Virus ja auch vor einer zu schnellen Erderwärmung, irgendeine gute Seite hat alles, man muss sie nur sehen. Die Menschheit hat schon viele Krisen durchlebt und es wurde danach immer besser als vorher also warum schwarz sehen?

      Ani wrote:

      Welche Vorschläge gibt es schon aus der Politik? Was davon ist gut und was nicht und warum. Da sickert relativ wenig durch, aber irgendwas müssen die sich ja schon überlegt haben. Wer weiß was darüber?
      Ich denke die soziale Isolation muss für etwa 2 Monate sein so wie in China. danach ist die Zahl der Infizierten wieder so gering dass wir mit viel Testung wieder die einzelnen Fälle finden und nur noch wenige Leute isolieren müssen um die Ausbreitung gering zu halten. Es dauert lange bis dan die Zahlen wieder beginnen unkontrollierbar exponentiell auzusteigen. Wir müssen also wie Südkorea versuchen in den einzeln kontrollierbaren Zustand zurückzufinden. Ich denke also dass im Sommer viel getestet wird und die nicht infizierten dann recht normal leben können. Das sind doch gute Aussichten mit denen man eine verregnetes Frühjahr mal für Dinge nutzen kann die man hat liegen lassen. Dann kommt vllt in einem kühlen Herbst nochmal 2 Monate Betonung des Privatlebens bis ein Impfstoff soweit ist.
      Bis jetzt ist ja die Zustimmung zu den Maßnahmen überwältigend (95%) weil sich jeder zurecht in Gefahr fühlt. Die Zustimmuung zur CDU/CSU (Kompetenz öffentliche Ordnung) schießt ja auch hoch.
      Es wird jetzt natürlich auf die Maßnahmen ankommen die zur Wirtschaft getroffen werden. Zuschüsse für Kleinbetriebe um deren Pleite zu verhindern sind ja in großer Menge am fließen so dass nicht jedr Geschäftsausfall zwingend zur Pleite führen muss. Auch hier wird es Profiteure und Opfer geben. Ein befreundeter Zahnarzt beantragt Kurzarbeit, dagegen habe die Ehemänner meiner Helferinnen (Rohrreinigung und Blumenschmuck für Beerdigungen) sehr viel zu tun. Ich habe is Jahresende Zeit Steuerstundung zu beantragen weil der Umsatz wohl im zweiten Quartal einbrechen wird. Entlassen möchte ich keine.
      Dann wird es darauf ankommen wie Europa mit den Staaten umgeht die in Finanznot ggeraten werden. hier kündigt ja die EZB an unbegrenzt Anleien aufkaufen zu wollen, das gibt womöglich dem Euro den Rest. Da kenne ich mich zu wenig aus.
      Falls es massenhaft Pleiten gibt dann ensteht dadurch ein eine große unbefriedegte Nachfrage. Es kann also eine neue Gründerzeit beginnen.

      The post was edited 1 time, last by aphylla ().

    • 65536 wrote:

      Schon jetzt hat ja das medizinische Personal gewaltige Probleme, Masken zu bekommen.
      Das ist für mich ein Punkt, auf den der Staat mal etwas mehr Aufmerksamkeit legen sollte. In anderen Ländern sind solche Masken Pflicht, in Asien waren sie schon vor Corona bei jedem Schupfen üblich.
      Und hier schafft man es nicht mal dem medizinischen Personal genug Masken zu besorgen?
      Wenn in einem Unternehmen ein Mitarbeiter positiv getestet wurde, müsste rein theoretisch dessen Arbeitsplatz und alles, was er hätte anfassen oder anhusten können, gründlich desinfiziert werden. Für diese Tätigkeit wäre in meinen Augen auch eine Maske nötig (neben Schutzanzug, etc.). Nur gibt es die Masken nirgends zu kaufen. Entsprechende Firmen, die gegen viel Geld die Dekontamination vornehmen würden, sind auf Wochen ausgebucht und werden hauptsächlich für medizinische oder Pflegeeinrichtungen gebraucht. Und auch die leben vermutlich gerade noch so von ihren Reserven, ohne zu wissen, wann Nachschub kommt.
      _,.-o~^°´`°^~o-.,_Ich ess Blumen...,.-o~^°´`°^~o-.,_
    • Mal längerfristig gedacht:

      Es wird ja noch eine Weile dauern, bis man sich wieder gefahrlos bewegen kann, vor allem, wenn man zur Risikogruppe gehört.

      Es gibt in manchen Städten schon Öffnungszeiten in Supermärkten für Menschen mit besonderem Risiko. Das könnte man ausweiten, nicht nur auf Lebensmittelläden, sondern auch auf andere Geschäfte, vielleicht sogar auf einige Gastwirtschaften.

      Firmen könnten auch überlegen, Leute mit Risiko grundsätzlich in Einzelzimmern unterzubringen, wenn die Möglichkeit besteht. Oder auch hier Arbeitszeiten aufzuteilen und mehr Homeoffice zu ermöglichen.

      Irgendeine Idee bräuchte man für Kinder. Es ist ja im Gespräch, Kinder wieder in die Kitas und Schulen zu schicken, unter anderem, weil sie die Infektion meist still durchmachen und so zur einem höheren Anteil der Gesamtimmunisierung beitragen. Ich sehe aber das Problem, dass sie ihre Eltern und andere anstecken. Denn ein asymptomatischer Verlauf bedeutet ja nicht gleichermaßen ansteckungsfrei zu sein. Drum wundert mich der Vorschlag, als erstes die Kinder wieder in die Welt zu schicken.

      Wie also kriegt man Kids zurück in die Schulen und Kitas ohne dass sie eine Gefahr für andere werden?
    • Ani wrote:

      Wie also kriegt man Kids zurück in die Schulen und Kitas ohne dass sie eine Gefahr für andere werden?
      Alle für 1-2 Monate in Heime stecken :D

      Würde zumindest funktionieren. Wäre aber nicht sonderlich beliebt der Vorschlag.
      Hohe Zahlen bei der Editierungsanzeige zeigen nicht, dass ich permanent meine Meinung ändern würde. Ich habe nur Probleme Rechtschreib- und Grammatikfehler zu tolerieren und korrigiere diese daher, wenn ich sie sehe.
      Dennoch kann auch ich Tippfehler übersehen. In diesem Fall bitte ich um Nachsicht.
    • 65536 wrote:

      Doch, gute Masken (mindestens Filterklasse FFP2, besser FFP3) schützen schon recht zuverlässig.
      Ich bin mir sicher, dass da von öffentlicher Seite absichtlich Falschinformationen verbreitet werden, um Masken-Hamsterkäufe zu bremsen (und ich bin absolut kein Verschwörungstheoretiker). Schon jetzt hat ja das medizinische Personal gewaltige Probleme, Masken zu bekommen.
      Über die Beschaffung der Masken weiß ich wenig, aber ich habe mehrfach im fernsehen gesehen bzw von Ärzten gehört das die Masken allgemein gut helfen wenn man selber krank ist um andere nicht anzustecken, aber sie wenig bringen wenn man nicht angesteckt werden will. Ich kann mir das schon vorstellen weil sie die Augen nicht schützen. Kann da nicht auch eine Tröpfcheninfektion über die Augen und Tränenkanäle stattfinden? Wenn Masken, dann nicht auch lieber Schutzbrillen? Ich habe mal in einem Interview einen Arzt gesehen der beides trug.
    • RegenbogenWusli wrote:

      65536 wrote:

      Doch, gute Masken (mindestens Filterklasse FFP2, besser FFP3) schützen schon recht zuverlässig.
      Ich bin mir sicher, dass da von öffentlicher Seite absichtlich Falschinformationen verbreitet werden, um Masken-Hamsterkäufe zu bremsen (und ich bin absolut kein Verschwörungstheoretiker). Schon jetzt hat ja das medizinische Personal gewaltige Probleme, Masken zu bekommen.
      Über die Beschaffung der Masken weiß ich wenig, aber ich habe mehrfach im fernsehen gesehen bzw von Ärzten gehört das die Masken allgemein gut helfen wenn man selber krank ist um andere nicht anzustecken, aber sie wenig bringen wenn man nicht angesteckt werden will. Ich kann mir das schon vorstellen weil sie die Augen nicht schützen. Kann da nicht auch eine Tröpfcheninfektion über die Augen und Tränenkanäle stattfinden? Wenn Masken, dann nicht auch lieber Schutzbrillen? Ich habe mal in einem Interview einen Arzt gesehen der beides trug.
      Die normalen OP-Masten (Mund- und Nasenschutz) sorgen dafür dass die eigenen Tröpfchen nicht weitergegeben werden. Es schützt die Umstehenden, nicht den Träger. der Träger atmet seitlich an der Maske vorbei ein und kann sich deher mit Aerosolen anstecken.

      FFP-Masken schließen dichter ab und lassen die Atemluft durch ein Vlies herein was Viren abfiltern kann. Die schützen also vor Ansteckung wenn sie denn dicht sind. Gerade lese ich dass Corona auch eine Bindehautentzündung machen kann. Schutz braucht also einen Vollkörperscchutz mit Maske, Brille, Anzug. Darin 8 Stunden zu arbeiten, na ja.....
    • Ani wrote:

      Wie also kriegt man Kids zurück in die Schulen und Kitas ohne dass sie eine Gefahr für andere werden?
      So lange sie nur die Eltern und die Erzieher anstecken können, wäre das doch noch vertretbar. Die Eltern werden eben auch als Risikogruppe eingestuft mit einem gewissen Kontaktverbot.
      In vielen Familien übernehmen allerdings oft die Großeltern einen Teil der Betreuung - da sehe ich das größere Problem. Meine Tante meinte letztens auch am Telefon, dass sie auf die Enkelin aufpassen muss - weil ja die Kitas zu sind und die Mama arbeiten muss. Also um die Enkel von den Großeltern fernzuhalten, wäre eine möglichst frühe Öffnung der Einrichtungen schon irgendwie sinnvoll.
      _,.-o~^°´`°^~o-.,_Ich ess Blumen...,.-o~^°´`°^~o-.,_
    • Godot wrote:

      ...welches ausschließlich intravenös verabreicht werden kann...

      ...und somit auch nicht zur häuslichen Anwendung taugt.
      Dazu habe ich ja auch was geschrieben. Habe mich aber nochmal etwas informiert (das letzte Mal, dass ich eine Infusion bekommen habe, ist über 10 Jahre her): Das mit den Infusionen daheim nachdem ein Arzt den Zugang gelegt hat geht definitiv nicht; wäre zu gefährlich und würde v.a. den Leuten viel zu viel Angst machen.
      Selbst wenn Remdesivir wirkt, würde man also noch gewaltige Kapazitäten in Krankenhäusern brauchen.
    • Garfield wrote:

      Ani wrote:

      Wie also kriegt man Kids zurück in die Schulen und Kitas ohne dass sie eine Gefahr für andere werden?
      So lange sie nur die Eltern und die Erzieher anstecken können, wäre das doch noch vertretbar. Die Eltern werden eben auch als Risikogruppe eingestuft mit einem gewissen Kontaktverbot.In vielen Familien übernehmen allerdings oft die Großeltern einen Teil der Betreuung - da sehe ich das größere Problem. Meine Tante meinte letztens auch am Telefon, dass sie auf die Enkelin aufpassen muss - weil ja die Kitas zu sind und die Mama arbeiten muss. Also um die Enkel von den Großeltern fernzuhalten, wäre eine möglichst frühe Öffnung der Einrichtungen schon irgendwie sinnvoll.
      Solange die lieben Kleinen nur mit ihren Eltern und ihrer Oma zusammenkommen, ist das Risiko für Oma gering.

      Wenn man sie dann aber auch mit den lieben Kleinen anderer Familien zusammensetzt ... ist's der große Virenmixer. Und das geht dann früher oder später schief. Das mit den asymptomatischen Verläufen ist bei Kindern halt sehr sehr häufig - und dass sie dann das Virus trotzdem sehr wohl weitergeben schafft das große Problem.


      Masken:

      - Jede Maske ist besser als keine - solange man sich damit nicht in Sicherheit wiegt.

      - FFP3 ist als Arbeitsschutz 4h oder so sicher, zusammen mit Schutzbrille. Das heißt, für Leute, die regelmäßig und eng mit Infizierten zu tun haben. FFP2 lässt ein gewisses Restrisiko, da die zuverlässig gefilterte Partikelgöße halt etwas über der des SARS-CoV-2 liegt, aber für den Alltagsgebrauch unter Abstandswahrung praktisch sicher.

      - Chirurgischer Mundschutz ist nicht sicher (in keine der beiden Richtungen!), aber deutlich besser als nichts. Zweck der Dinger ist primär, beim gelegentlich auch im OP auftretenden Niesen oder Husten den Schwall halt nicht in die offene Bauchhöhle zu blasen, sondern seitlich weg vom Patienten. Aber da sie halt nicht gegen das Gesicht abdichten, kann sowohl beim Einatmen als auch beim Ausatmen seitlich Nebenluft rein / raus.

      - Einfache Lösung für jetzt: Halstuch oder Schal aus vzgsw. Seide doppellagig vorm Mund und vor der Nase schützt auch schon ganz gut - muss aber dann auch gewaschen werden. Ein hochgerollter Rollkragen der über die Nase reicht, bietet auch schon einen gewissen Schutz. Dies aber mehr aus der Prämisse "jede Maske ist besser als keine Maske."

      - Alle Filtermaterialien schlagen irgendwann durch... ...selbst die besten Masken werden durch die Ausatemluft früher oder später feucht - dann schützen sie schlechter.
      ...schon unterwegs!
    • Mir macht da ein wenig der Gedanke Sorgen, daß Schulen und Universitäten am 20. April schon wieder geöffnet werden sollen. Wenn sich aber Schüler und Studenten in den Schulen treffen, werden auch einige andere Maßnahmen sinnlos, beispielsweise die Schließung von Freizeiteinrichtungen. Die Leute sitzen dann eh in den Schulen und Unis zusammen und stecken sich da an, da können sie auch abends ins Kino oder in die Kneipe gehen. Das wäre aber ein wenig viel auf einmal.

      Besser wäre es, an diesem Datum (oder möglichst schon gleich nach Ostern) erst mal wieder mehr Geschäfte öffnen zu lassen. Dann zwei Wochen abwarten, was passiert, und dann Ende April vielleicht auch Restaurants und dergleichen aufzumachen, vielleicht auch schon Schwimmbäder. Da könnte man ja zunächst erst mal weniger Leute reinlassen als normal. Wenn das gutgeht, könnten Mitte Mai Schulen, Universitäten und auch die meisten Kneipen, Diskotheken usw. aufmachen. Bei den Discos aber vielleicht erst mal nur die kleineren, nicht die ganz großen (oder eben nur mit Einlaßbeschränkungen. Ende Mai könnte dann das meiste wieder normal laufen, vorausgesetzt es gibt zwischendurch keine Zunahme der Neuinfektionen. In diesem Fall müßte der vohergegangene Schritt wieder zurückgenommen werden, und dach 3 Wochen probiert man es noch einmal.
      Das laufende Schuljahr wäre dann aber kaputt, da müßten die Lehrpläne alle um ein halbes Jahr zurückgestellt werden (außer vielleicht für die jetzt anstehenden Abiprüfungen, die könnte man vielleicht im Sommer noch machen). Ab dem nächsten Jahr wären die Abiturprufungen dann eben immer erst im Herbst anstatt im Frühjahr.

      Solange aber kein Impfstoff da ist und auch die vielbeschworene Herdenimmunität noch nicht besteht, wird das Virus wohl immer wieder mal lokal oder regional aufflackern. Dann müßte man in der betroffenen Stadt oder Gegend wieder eine Weile alles dichtmachen. Aber dann müßten zwei Wochen reichen. Mit solchen Störungen müßte dann eben das ganze Jahr über gerechnet werden.

      Ein weiteres Problem dürften Großveranstaltungen sein. Bundesligaspiele und auch solche Sachen wie Rock am Ring, Waciken usw. müßten dieses Jahr wohl ausfallen. Da kommen einfach zu viele Leute zusammen, die sich hinterher wieder über das ganze Land verteilen.

      Bei Urlaubsreisen käme es darauf an, wie es in der übrigen Welt aussieht. Das hat ja auch nicht nur unsere Regierung zu entscheiden, sondern auch die Regierungen der anderen Länder. Innerhalb Deutschlands wird es im Sommer vielleicht gehen, vielleicht auch in ein paar andere europäische Länder, aber sicher nicht in alle. Dazu kann man aber jetzt noch gar nichts sagen, das kommt auf die Infektionslage im Sommer an.

      Wenn ein wirksames Medikament gefunden wird, oder umfangreich getestet werden kann, könnte es auch schneller gehen.

      Die Frage ist nur, wie kommen Wirtschaft und Gesellschaft damit klar....das gibt im Herbst sicher noch große Probleme, nicht nur in Deutschland, sondern auf der ganzen Welt.
      Diese Signatur wurde autistomatisch erstellt und ist ohne Unterschrift gültig :m(:
    • @Wolkenfrosch
      Liest sich nach einem grundsätzlich realistischen Plan; ich vermute, dass die Überlegungen der Regierung in eine ähnliche Richtung gehen. Lediglich ein Punkt müsste mE anders gehandhabt werden:

      Wolkenfrosch wrote:

      ...,vorausgesetzt es gibt zwischendurch keine Zunahme der Neuinfektionen. In diesem Fall müßte der vohergegangene Schritt wieder zurückgenommen werden
      Damit sich das nicht endlos hinzieht, müsste mE in solch einem Fall vielmehr konsequent zum jetzigen Stand zurückgegangen werden, um den Wiederanstieg im Keim zu ersticken, da müssten dann zwei Wochen allerdings auch vollkommen ausreichen. ggf. kann man das auch auf ein Bundesland oder einen Regierungsbezirk einschränken, wenn der Anstieg regional begrenzt ist.
    • HCS wrote:

      ggf. kann man das auch auf ein Bundesland oder einen Regierungsbezirk einschränken, wenn der Anstieg regional begrenzt ist.
      Einzelne Gemeinden haben ja jetzt auch unabhängig von den restlichen Regeln striktere Beschränkungen. Das müsste viel mehr genutzt werden.
      Wobei ich auch gerade nicht weiß, wie viele Menschen noch quer durch Deutschland reisen dürfen.
      _,.-o~^°´`°^~o-.,_Ich ess Blumen...,.-o~^°´`°^~o-.,_