Gefühle wahrnehmen und benennen

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    • Zur Zeit bin ich geistig/emotional ziemlich überladen, daher weiß ich nicht ob ich das richtig erklären kann.

      Four wrote:

      Also meinst du mit Unsicherheitsintoleranz, dass du dein eigenes unsicheres Verhalten gegenüber sozialer Interaktion nur schwer akzeptieren und / oder verarbeiten kannst?
      Die Unsicherheitsintoleranz ist ja eher ein Kunstbegriff. Wenn ich eine soziale Situation nicht verstehe, dann versuche ich, diese aus dem mir bekannten Kontext, diese irgendwie herzuleiten. Da es nun zu vielen unterschiedlichen Interpretationsweisen kommt, im Extremfall kann der Spruch "ich weiß nicht ob ich lachen oder weinen soll" schon ziemlich passen, und keine ausschließen kann, muss ich mit diesen gegensätzen Annahmen umgehen. Und um so komplizierter die Situation wird (bzw. um so weiter die Situation fortschreitendet) umso größere Probleme habe ich mit dem Verständnis und Umgang/Reaktion. Da ist dann irgendwann so viel Input dass mein Hirn durchknallt(RW). Overload sozusagen.

      Four wrote:

      Ja bei einem Overload funktionieren, denke ich, nur die "Notstromaggregate" u. ggf. Fluchtreflexe. Aber du kannst dich an die Situationen erinnern oder nur noch von dem her, dass sie gewesen sind, aber nicht wie? ich weiß manches noch in bestimmten Szenen, aber meistens nicht mehr, was ich geantwortet habe.
      Bei dem eben beschriebenen Situationen kann das schon hinhauen (RW). Eigentlich habe ich ein ganz gutes Gedächtnis. Bei Overloads oder anderen Stresssituationen ist es wohl normal, wahrscheinlich ein Schutzmechanismus des Hirns, dass vieles nicht mehr aufgenommen wird. Wenn ich mich an alles erinnern würde/müsste was ich beim Overload/Meltdown getan/gesagt/gedacht habe, dann würde ich vor Peinlichkeit wohl nie wieder aus dem Haus gehen. Aber das gehört halt zu mir, genau so wie meine anderen positiven Fähigkeiten/Charaktereigenschaften. Manchmal ist es doch ganz gut auch ohne soziale Kontakte irgendwie klarzukommen. Ich würde nicht unbedingt wollen, dass ich einen großen Freundeskreis habe und damit ständig unter Leuten bin welche dann auch ständig meine Aussetzer mitbekommen. Auch wenn ich mich nicht erklären müsste, wäre es mir doch unangenehm. In meiner Wohnung bekommt niemand was vom Meltdown mit. Daher kann ich deinen angesprochenen Fluchtreflex ganz gut verstehen. Ein Overload/Meltdown beim Date ist ja nicht das beste Argument für einen zweites Treffen. Ich denke als Frau hat man es da ein wenig einfacher, auch was das Rausreden im Nachhinein betrifft.

      Four wrote:

      Schnell erkannte ich das irgendwie und fragte mich dann wieso ich mich für gewisse Menschen kaputt machen sollte und dass ich so viel kann, wie ich kann und an allem anderen kann ich nur versuchen zu arbeiten.
      Kenn ich auch. Aber mit dem an sich arbeiten ist so eine Sache. Durch das, im Autismusspektrum wohl übertriebene, Selbstreflextieren kommt da schnell eine Endlosschleife. Wenn ich denke ein negatives Verhaltensmuster abgelegt (RW) zu haben, dann brechen scheinbar gleich neue wieder auf. Ich hab zwischen 17 und Mitte der 20er ziemlich auf der Überholspur gelebt (RW). Ich will nicht speziell darauf eingehen, aber zu der Zeit kamen die autistischen Muster wohl nicht so durch. (RW) Zwar habe ich Gruppendynamiken oder anderes soziale Gedöhns auch nicht verstanden, aber in den Kreisen (RW) in denen ich mich bewegt habe war das auch ziemlich egal. Nun bin ich froh dieses "Crashkid" (RW) hinter mir gelassen zu haben, aber dafür kommt der Autismus sehr stark durch. Vielleicht zu stark. Nur erzeugt das Gegensteuern (RW) nun auch wieder Probleme. Allein die Zeit (Lebenszeit!) die mit dieser ständigen Selbstoptimierung einhergeht macht schon depressiv. Keine Ahnung wie Menschen es schaffen mit einem roten Faden (RW), also Schule - Ausbildung - Beziehung - Job - Jahresurlaub auf Malle - Familie - Kinder - Enkel - Kiste (Grab), durchs Leben zu kommen. Und das sind ja Millionen. Ich bekomme nichtmal eines trotz überdurchschnittlichen IQ hin. Da kann ich noch soviel selbstreflextieren wie ich will.


      Ich muss mal ne Pause machen und schreibe später weiter.
    • War kurz ne Stunde Inline-Skating. Msl sehen ob das Schreiben jetzt besser geht.

      Also es ist jetzt nicht so, dass mit allem in meinem Leben unzufrieden wäre. Dadurch das ich alleine bin, kann ich auch mal meinen Rucksack packen und Sport machen gehen wann ich will. Es hilft dann auch um die eigenen Gedanken mal zu sortieren. Es ist halt kompliziert und ein Unterschied ob man alleine oder einsam ist.

      Four wrote:

      bin ich wohl gelegentlich traurig darüber und fühle mich gelegentlich etwas klein und erdrückt, aber eher dadurch, dass das Verständnis u. die Bekanntheit für Autismus so klein ist. Und meistens bin ich momentan auch zu erschöpft, um mir Gedanken zu machen und bewege mich viel in Derealisierung durch Stress.
      Ja, ist schon, sagen wir mal suboptimal. Andere Länder sind da schon weiter und nutzen, auch beruflich, gezielt das Potenzial von Autisten. Irgendwo hab ich mal gelesen, dass ca. 75% der Autisten von staatlicher Unterstützung (finanziell) lebt. Scheinbar läuft es in diesem Land so hervorragend, das man das nicht braucht. :sarcasm:
      Ich denke auch, dass dort viele meiner beruflichen Probleme liegen. Ich habe ja auch schon Erfahrungen gemacht, dass meine Fähigkeiten zur hohen Konzentrationsleistung und Muster/Fehlererkennung (wie zb in der Datenbankprogrammierung) regelrecht ausgenutzt wurden. Auch in Hinsicht auf das erheblich Pensum was ich in kürzester Zeit abgearbeitet habe. Einen Ausgleich (finanziell bzw. kognitiv zb. mehr Pausen) habe ich nicht bekommen. Ganz im Gegenteil. Irgendwann kam der Chef dann noch an mir zusätzlich Aufgaben zu übertragen welche nicht in meinem Arbeitsvertrag standen und eigentlich Aufgaben der Callcenteragents in der Entstörung waren. Als ich nur dann einfach provokant meine zusätzlichen Pausen genommenen habe gab es dann den großen Knall. Gerade da, was die Balance zwischen Über- und Unterforderung von Autisten im Arbeitleben da ist Deutschland noch in der Steinzeit. Und dadurch entstehen ja auch viele psychische Probleme.

      Das mit der Derealisierung verstehe ich nicht ganz. Das ich mal kurzzeitig völlig weg war hatte ich auch schon.

      Four wrote:

      Bei meinen Autismus-Skills bin ich noch zuversichtlich, weiß davon aber auch noch nicht lange und hatte bislang noch aufgrund von privatem, ungewöhnlichem Stress wenig Übungsmöglichkeit. Z. B. konnte ich mich bislang nicht bei unseren neuen Nachbarn vorstellen und davon denken teilweise schon welche, dass ich irre bin, so wie sie mich gelegentlich anschauen und nach gewissen dummen Zufällen. Aber ich kann das mittlerweile irgendwie gelassener sehen durch viel Gedankenarbeit und plane, dass sobald Ruhe bei mir einkehrt, ein bisschen auf sie zuzugehen hier und da. Dann will ich etwas mehr Smalltalk üben.
      Smalltalk im Hausflur muss ich auch nicht haben. Eigentlich kenne ich meine Nachbarn nicht. Neben mir ist so eine Studenten WG und ich hab mich da erst vorgestellt, als ich sie aufgefordert habe den Müll, insbesondere die Propangasflasche nicht im Hausflur zu lagern. (Ich hab wohl sowas gesagt wie: das Hirn wohnt wohl noch bei Mutti oder so) Keine Ahnung, vielleicht halten die mich auch für son spießigen Spinner, weil ich trotzdem höflich Hallo sage wenn sie mir im Flur begegnen. Ich meine höflich muss man ja trotzdem sein, auch wenn ich keine Lust habe in die Luft zu fliegen. (RW) Ich mach mir daraus nichts.

      Four wrote:

      Und Freundschaften will ich wenn dann nur noch welche, bei denen ich mich zu einem ausreichendem Teil so geben kann, wie ich bin, wie z. B. Autismusgruppen oder Sozialphobie-Gruppen. Ansonsten erlaube ich mir mittlerweile auch den Rückzug zu genießen. Wenn ich wieder reiten gehen werde, wird es wieder etwas anstrengend.
      Ich bin da wohl auch gerade angekommen. Ich habe letztes Jahr versucht, nach dem Umzug in die Stadt, ein paar Leute mit ähnlichen Interessen zu finden. Aber viel ist da nicht rausgekommen. Also was den Radsport betrifft, habe ich niemanden in der Stadt gefunden mit dem ich regelmäßig trainieren kann. Keine Ahnung, an mir lag es jedenfalls nicht. Ich hatte schon meine Erwartungen sehr heruntergeschraubt (RW) aber irgendwie wurde ich entweder nicht ernst genommen oder verarscht. Das muss ich dann auch nicht haben. Da bin ich dann auch wieder froh im Autismusspektrum zu sein. Ich komme im Alltag (noch.. mal sehn was das Alter bringt) ganz gut zurecht. Nur die Einsamkeit, was Partnerschaft betrifft, macht mir dann doch mit zunehmendem Alter mehr zu schaffen. Das Forum kann dann doch in depressiven Phasen helfen, aber auch keine wirkliche Abhilfe schaffen.
      Zugang zu Autismusgruppen habe ich auch nicht. Ich bin ja schon froh wenn ich auf ca. 65000 Einwohner zumindest eine Person finde mit der ich mich halbwegs verstehe. Wenn der Sport wegfällt habe ich da wenig Schnittmengen mit den Ureinwohnern (RW) hier. Da hab ich dann wahrscheinlich zu spezielle Interessen und Verhaltensweisen.

      to be continued..
    • Vielleicht ist es besser wenn die Anzahl der Themen in der Unterhaltung ein wenig reduziert wird. Es für mich gerade anstrengend soviele Themen (emotional) hintereinander abzuarbeiten.

      Four wrote:

      Zukunftsängste habe ich auch keine, außer gelegentlich Aufschreckattacken nachts, wenn mir im Gedankensalat mal wieder blitzartig bewusst wird, dass man irgendwann stirbt und nicht weiß, was dann passiert. Darüber bin ich wohl gelegentlich für den Moment schwer traurig bis hin zu verzweifelt.
      Diesen Trigger zur Depression habe ich auch. Machmal völlig aus dem Zusammenhang bei einkaufen oder so. Wenn ich zb in der Schlange an der Kasse stehe (RW), zur Zeit hat man ja viel Zeit da seine Gedanken schweifen zu lassen (RW), und ältere Leute vor mir stehen mache ich mir schon manchmal meine Gedanken. Dann denke ich diese Person war vor 30/40 Jahre auch in meinem Alter. Zu der Zeit wurde ich geboren. Nun bin ich in dem Alter und die Jahre sind weg wie nix. Vor dem Tod gab ich keine Angst. Ich meine vor 100 Jahren war es für mich dunkel und in 100 Jahren ist es für mich dunkel. (Wenn ich nicht doch irgendwie zur Unsterblichkeit komme :d ) Ich finde den Moment des Loslassen vom Leben irgendwie bedrückend. Man weiß ja, das da nichts mehr kommt. Keine Erlebnisse, keine Emotionen.. Nichts. Ich weiß, den nächsten Sonnenaufgang erlebe ich nicht. Es ist wie eine Straße auf der man plötzlich seine Beine nicht mehr bewegen kann und weiß, dass der nächste Baum nur 2m entfernt ist. Man kann ihn sehen aber wird dort niemals ankommen. Dann kommt mir das Leben doch sinnlos vor. Vorallem weil ich dann von vielen loslassen muss was ich nicht will.

      Four wrote:

      Bezüglich Affektlabilität und Dysphorie meinte ich, dass ich sie bislang schwer von sonstigen "Affektiven Störungen" abgrenzen kann. Das liest sich alles nahezu identisch. Nur die Manische Depression habe ich nun begriffen, da soll man wohl wochenweise in entweder dem oder dem Zustand hängen. Hab ich noch nie (bei jemandem) erlebt. Aber bipolar hab ich wieder vergessen (erschließt sich mir seit Jahren nicht, bleibt nicht hängen) und Borderline ist ja mit auffallender Selbstverletzung verbunden.
      Wie sich Emotionen ohne äußere Einflüsse ändern und sich dabei äußern sollen soll mir mal ein Arzt versuchen zu erklären. Bei geringer Selbstreflexion würde es den Betroffenen ja schwer auffallen können. Und woher soll ein Arzt wissen, was in jemandem vorgeht. Also der Arzt muss empfinden, dass der Verurteilte Stimmungsschwankungen hat und davon selbst nichts mit bekommt und das ohne Borderline. Wüsste ich mal gerne, woran wer das im einzelnen fest macht. Dissoziation? Emotional instabil klingt in meinen Ohren bezüglich dem Satz ähnlich (emotional instabil gehört zu Borderline (gibt es auch als Untergruppe für jene, die sich weniger selbst verletzen)).
      Ich halte die Psychologie/Psychiatrie auch größtenteils für eine Pseudowissenschaft. Was vielen erst alles diagnostiziert wird bevor dann doch der Autismus feststeht ist nicht nur erschreckend sondern zerstört ganze Lebensläufe.

      Four wrote:

      Nur Angst vor den Reaktionen meiner nach außen getragenen Gefühle habe ich oft aufgrund der Schwierigkeiten sie für manche NT's angenehm dosiert zu transportieren, bzw. da kann ich sagen Unfähigkeit. Weil wenn ich mich zu lange abspalte, bekomme ich ein Burnout. Wobei man ja vielleicht auch den Weg gehen kann, zu versuchen seine Emotionen früher mehr zu beachten und dann im Alltag mehr mit ihnen zu leben, um dafür dann beim Ausdruck schon "warmgelaufen" (RW) ist, dass es nicht mehr überschießt, wie das Wasser bei einer geöffneten Talsperre. Das ist halt total unbequem, weil aller Anfang schwer ist.^^ Und auch eigentlich nicht mein Lebensstil. Und bislang bin ich auch noch nicht näher dazu gekommen, das zu üben, wegen eines großen privaten Umstandes. Davor ging es mir sehr gut, da hatte ich das für eine Weile in den Hinterkopf gepackt. Mal gucken, wann und ob ich dazu komme...
      Die Befürchtung, dass ich mehr Gefühle anders, als ich es will, transportiere habe ich auch. Viele Gelegenheiten innerhalb einer Beziehung hatte ich ja nicht um dies zu üben. Vieles kommt dann auch wahrscheinlich desinteressiert oder zu sehr ich-bezogen rüber (RW). Es liegt dann daran dass ich meine Gefühle oft selbst nicht korrekt einordnen kann, diese dann nicht ordentlich ausdrücke und die Reaktion des/der Gegenüber völlig falsch einschätze. Analysiert hab ich das schon ohne Ende (RW) aber wenn es darauf ankommt dann komme ich nicht aus dem autistischen Verhaltensmuster raus. (RW) Für mich wüsste ich nicht wie dieses "warmlaufen" funktionieren soll. Wenn ich jemanden mag, dann will ich das auch transportieren (RW) , aber wie soll ich das üben ("warmlaufen") wenn nicht in der jeweiligen Situation und dem jeweiligen Partner?

      Four wrote:

      Oder bei manchen Entscheidungen, die gegen die eine Logik stehen, kriegt man etwas nicht aus dem Kopf, was total unlogisch wirkt, aber man fühlt sich dazu hingezogen. Sowas hatte ich auch schon im Gegeneinander-Spruch - Synästhesie-Bild war "Warnung, das ist nicht so gut" und der Sog sagte: "Du wirst nichts dagegen tun, weil du das unbedingt willst". ich weiß noch, dass ich mich da fragte, wieso. Aber näher war ich dem dann da nciht nachgegangen. Vielleicht auch, weil ich mich da im Gespräch mit zwei Freunden befand. Jedenfalls finde ich Emotionen sind unglaublich komplex und oft schwierig in Worte zu fassen.

      Kennst du ein Bauchgefühl bei dir oder hättest du eine Vermutung?
      Keine Ahnung wie ich das Bauchgefühl beschreiben soll. Vielleicht das Handeln nach dem ersten Gedanken oder so. Alles andere wäre für mich Handeln nach Affekt, aber da ist ja kein Gefühl bzw. überdachte Handlung. Da liegen wahrscheinlich auch viele Gründe meiner Overloads in sozialen Situationen. Durch meine geringe Unsicherheitsintoleranz kann ich nicht nach dem "Bauchgefühl" handeln. Ich muss ja immer die Situation kognitiv einordnen. Und da gib es immer ein Für und Wider. Da ist diese Unfähigkeit eine Situation zu "fühlen", damit als gegeben zu akzeptieren und zu handeln. (Was NTs scheinbar können. Für mich ist das Raten) Komischerweise ergeben sich da auch unlogische Interpretation (besondere Im Zusammenhang mit Partnerschaft und so) zu denen ich eher tendiere als die logischen. Aber wenn Gefühle im Spiel sind (RW) dann würde ich auch im Autismusspektrum nicht von Logik sprechen. Die Biochemie macht schon komische Sachen mit Kopf und Körper.

      Fertig. x( :d
    • Hi,

      ich merke auch, dass ich immer mehr Erholung brauche zu dem Thema wegen der Anstrengung durch die Komplexität/Fülle, aber ich habe keine Idee, wie wir das reduzieren könnten, außer nicht weiter drauf einzugehen :d Mach wie du magst. Wir können es auch (erst Mal) alles so stehen lassen.

      Kurz vorab wollte ich noch mal anmerken, dass einer oder beide von uns zuletzt zu dem Thema Dyshphorie und/oder Affektlabilität was falsch interpretiert haben. Hatte mir das noch mal durchgelesen, aber das schon wieder vergessen. Will das nur noch mal erwähnen, damit nichts falsches stehen bleibt. Wen diese Störungen interessieren, sollte m. E. von dem her besser noch mal auf Wikipedia nachlesen.

      platzhalter wrote:

      Und um so komplizierter die Situation wird (bzw. um so weiter die Situation fortschreitendet) umso größere Probleme habe ich mit dem Verständnis und Umgang/Reaktion. Da ist dann irgendwann so viel Input dass mein Hirn durchknallt(RW). Overload sozusagen.
      ich glaube das kennen viele Autisten. Ich auch. Wobei Depressionen kriege ich zwar davon nicht. Aber ich fühle mich auch sehr schlecht in den Momenten und manchmal noch danach. Leicht unzulänglich oder eben behindert. Aber ich bin da schon seit einiger Zeit am üben damit da nicht so hart mit mir zu sein, weil dafür kann ich ja nichts und ich will auch nichts auf Dauer näher mehr mit Menschen zu tun haben, die hart zu mir sind, weil sie Angst vor Schwächen haben. (Bei mir war lange die Angst vor negativer Bewertung stark vorhanden.). Ansonsten führt ein solcher Overload bei mir da dazu, dass ich abdrifte. Es sei denn jemand konfrontiert mich dann aktiv, dann kriege ich Mutismus und stottere irgendwas wirres hin oder sage gar nichts, so dass die Leute dann meist schnell jemand anderen fragen und ich hab wieder meine Ruhe. Das trifft mich dann wie gesagt auch, ich bin traurig und fühle mich einen Moment schlecht. Aber davon erhole ich mich seit längerer Zeit schneller, zumindest glaube ich das. Es kommt auch darauf an, wie es mir gerade sonst so geht.

      platzhalter wrote:

      Ich würde nicht unbedingt wollen, dass ich einen großen Freundeskreis habe und damit ständig unter Leuten bin welche dann auch ständig meine Aussetzer mitbekommen. Auch wenn ich mich nicht erklären müsste, wäre es mir doch unangenehm.
      Würdest du dich denn nach einem größeren Freundeskreis sehnen, wo es dir nicht unangenehm sein müsste oder wo wenig geredet wird? Hast du Mal Leute kennegelernt, wo du dich nicht (groß) erklären musst?

      (Es folgt eine Beispielgeschichte, kannst du überspringen)
      Ich kenne es bei meinen engsten Freunden auch zum Teil, dass ich es manchmal leicht traurig fand, dass ich oft mich einfach geistig aus den Gesprächen ausklinkte oder auch einfach mal den Raum verließ oder ein paar Meter auf abstand ging, weil die anderen so immer etwas verband, an dem ich nicht teilnahm, auch wenn ich für die Leute damals fest dazugehörte, so wie ich war, obwohl ich kaum was sagte und wenn, sie manchmal sehr nervte mit meinem Festhaltewunsch an bestimmten Dingen.Ich wollte einerseits z. B. nicht über Haarshampoos im Geschäft reden, sondern stattdessen z. B. lieber über das Konsum-, Marketing-, und Kommunikationsverhalten nachdenken, so wie über die Kassettendecke des Geschäfts, die ich beim Nachobenblicken sah und die Aufreihung der Geschäftsartikel usw.. Aber auch habe ich schon früh gemerkt, dass ich mich ausklinke, wenn es mir zu viel wird und das wird es meist schnell. Also einerseits sind es die oft uninteressanten Themen, dann das schnelle Abspulen der einzelnen Gesprächsaspekte, teils dann noch mit Ironie oder plötzlich lautem Auflachen. Dann die Geräuschekulisse um einen herum, andere Menschen kommen einem nahe usw. Reizüberflutung halt. Die Laute verschwimmen im Chaos. Worte werden zu Hintergrundgeräuschen. Zuviele Worte, zu wenig Stichhaltigkeit / Sinn für meinen Geschmack. Und ich empfand diese Shampoos zudem als pures Gift, das hätten sie eh nicht hören wollen. Aber da war es ok. Manchmal hörten sie dann mir zu, wenn auch sie zu einem Thema nichts zu sagen wussten und nahmen das dann als okay an. Selten erlebe ich so eine Toleranz. In diesen Freundeskreis bin ich durch meine damals beste Freundin reingewachsen, die offener anderen ggü war und wir hatten alle eine ähliche Art (Helge-Schneider-mäßig). Die Mädels von damals mussten zwar oft auch wegen mir lachen, wie ich mich verhielt oder fanden manche Sachen lustig, die ich sagte oder wie ich sie sagte. Aber nicht bösartig. Also manchmal fanden sie mich auch merkwürdig und machten da eine frech-lustige Bemerkung, aber das fand dann auch der Betroffene lustig. Mittlerweile haben nur noch eine Freundin und ich von diesem Kreis Kontakt, jedoch in der Ferne, weil ich für die Ausbildung wegziehen musste. Die anderen haben sich in ihren Beziehungen zurückgezogen und zwei davon zerstritten. Sie und ich sind immer noch genau die selben oder zumindest so ziemlich. Selten erlebe ich so Menschen. Danach mal in einem lustigen Praktikums-Haufen von Schulversagern (war eine meiner schönsten sozialen Zeiten^^, wenn auch zunächst ich sehr nervös und eine der wenigen schweigsameren war). Der ein oder andere in meinen Firmen danach. Und als ich noch klein war im Reitverein mit jüngeren und manchen Erwachsenen.
      Mein Bruder (auch Autist) hatte auch mal kurzzeitig 3 Kontakte, bis die Schule sie trennte. Da war er auch der ruhigste von und sie hatten neben ihm und im Gegensatz zu ihm noch viele weitere Kontakte, aber ihn gern in ihrer Nähe und er sie mitunter auch, wenn auch er sich davon auch erholen musste, weil sie total wild waren. Heute will er vor allem seine Ruhe, sagt er. Menschen sind ihm zu anstrengend. Mein Autisten-Kind ist noch Kontaktfreudiger, als ich es als Kind war. Und im Noch-Kindergarten findet es keinen Anklang und schaltet dort ab. Auf Fremde rennt es aber noch fröhlich zu. Ich bin hin- und hergerissen und wähle oft die Ruhe. Wohl aber bei so Leuten, wo man merkt, dass man vom ähnlichen Stern stammt, da taue ich schneller auf und mache mehr mit. Das Gefühl, dass ich nicht ganz mitkomme fast egal wo, bleibt und macht mich mitunter etwas traurig. Aber ich bin hin und hergerissen zwischen meinem Wunsch nach Freundschaften und nach Ruhe. Früher wäre ich zwar auch schon am liebsten mit (fast) allen befreundet gewesen, aber versuchte mir dann doch immer (erst Mal) eine Hauptbezugsperson herauszupicken.

      platzhalter wrote:

      Durch das, im Autismusspektrum wohl übertriebene, Selbstreflextieren kommt da schnell eine Endlosschleife.
      Das kenne ich. Oft zwinge ich mich dann irgendwo abzubrechen mit dem Nachdenken, weil ich sonst nicht mehr aufhöre und mich mitunter dann aufschaukele in ein Gedanken-Kabelsalat, was mich gelegentlich zu Panikattacken führt, weil ich das Gefühl habe, dass mein Kopf durchknallt. Aufbrechen emotional geschieht bei mir wie gesagt nur selten, vieles, wenn auch nicht alles, kann ich gut mit mir allein ausmachen. Du schriebst glaub ich irgendwo, dass dich es ärgert, dass du vieles mit dir selbst ausmachen musst? Bei mir habe ich die Erfahrung gemacht, dass ich auch in Konversationen mit anderen in diese Endlosschleifen gerate und immer wieder ein Argument in Frage stellen kann. An irgendeinem Punkt bleiben sie dann stehen. Wenn er mir einigermaßen plausibel erklang, versuche ich mich dann auch erst Mal an diesen Punkt zu orientieren. Aber oft fühlt es sich an, als würde man überall auf einer Spur allein gelassen und muss sich dann eben selbst regulieren. Und das gehört halt zur Eigenverantwortung, aber ist eben wirklich nicht so leicht. Meist schaffe ich es nur aus so was heraus, wenn ich mich ablenke mit Achtsamkeitsübungen. Also mich selbst aufhalte mit Denkweisen, die ich normal für primitiv oder zu unbedacht halte. Einfach um nicht durchzudrehen ode rnicht das gefühl zu haben. Ist für mich eine sehr schwierige Frage zu erkennen, wo meine situative Reslienz-Grenze erreicht ist oder ob ich vielleicht gar keine brauche und die Angst die Grenzen setzt. Aber man ist ja so wie so schon so abgehoben von vielen, man will sich ja auch anpassen. Und dann wieder gelingt einem das eh schwierig und man wird eh schon für irre gehalten. Dann soll man damit doch auch sich wohl fühlen dürfen :D

      platzhalter wrote:

      Allein die Zeit (Lebenszeit!) die mit dieser ständigen Selbstoptimierung einhergeht macht schon depressiv. Keine Ahnung wie Menschen es schaffen mit einem roten Faden (RW), also Schule - Ausbildung - Beziehung - Job - Jahresurlaub auf Malle - Familie - Kinder - Enkel - Kiste (Grab), durchs Leben zu kommen. Und das sind ja Millionen. Ich bekomme nichtmal eines trotz überdurchschnittlichen IQ hin. Da kann ich noch soviel selbstreflextieren wie ich will.
      Mich treibt der Aspekt der wenigen Lebenszeit in die Hyperaktivität. Ich versuche so viel und schnell wie möglich alles mögliche zu erfahren. Was natürlich auch nicht so optimal ist. Ich glaub nicht, dass viele Menschen einen roten Faden haben, sondern dass es nur wenige sind und dann die, die hineingeboren wurden und das auch nicht auf Dauer. Viele, die ich kenne, bei denen es so aufgebaut aussieht, verdrängen viel, was sie teilweise / gelegentlich zu geben. Und an der Wettbewerbsspitze herrscht Spannung. Superreiche Erben koksen oft oder lassen sich liften, wissen nicht mehr was sie kaufen sollen. Ich will auch gar keinen roten Faden, nur um einen roten Faden zu haben. Zwar auch nicht so einen ganz chaotischen wie meinen. Aber eben auch nicht Presswurst-mäßig leben. Das kann ich nicht und das will ich nicht. Nur wenn ich gefühlt muss, beiße ich in den sauren Apfel und dann werde ich auch schon Mal depressiv und bekomme Burnouts. Aber selten empfinde ich eine Situation ausweglos. Wobei ich wie gesagt aber auch viel im Affekt "gerannt" bin.

      Hier mache ich erst Mal eine Pause und schreibe die Tage weiter.
    • platzhalter wrote:

      Scheinbar läuft es in diesem Land so hervorragend, das man das nicht braucht. :sarcasm:
      "If you don't pay for it, you're the product." Potential verlagert. ^^

      platzhalter wrote:

      Gerade da, was die Balance zwischen Über- und Unterforderung von Autisten im Arbeitleben da ist Deutschland noch in der Steinzeit.
      Das finde ich schwierig zu beurteilen, weil ich da wieder bei der Existenzfrage des Lebens an sich lande. Ich selbst habe zudem verschiedene Erfahrungen mit Vorgesetzten gemacht. Und letztlich sind für mich auch Überflieger-Firmen (haben in der Regel innovative, außergewöhnliche Mitarbeiter und / oder Chefs und Strukturen) in der Hinsicht wenig intelligent, dass sie auch auf Geld bauen. Selbst wenn nun zunehmend mehr Firmen sich anpassen auf die sich jetzt und in nächster Zeit stark wandelnden Mitarbeiter-Verhältnisse, gehen die bislang verwendeten Rohstoffe flöten und der Meeresspiegel droht mit Überflutungen. Also entweder müssen Innovationen geschaffen werden, bei denen Geld und Tauschhandel nicht funktionieren (RBE, BGE) oder Bürgerkriege drohen. Große Spannungen können entstehen. Wie kann Reibung (Tangenz / Bewegung) für jeden harmonisch gestaltet werden? Was ist Realität? Was gibt es alles außerhalb unseres (aktuellen) Wahrnehmungsvermögens? Wie weit schaut jeder voraus, was bedeutet für wen "voraus" und wer trägt welche Verantwortung zu welchem Grad in welchem Bezug... Ein BGE als nächsten Schritt klingt für nachhaltige und finanziell benachteiligte Menschen gut. Nur halt eben nicht für Menschen, die einen Sonderstatus glauben zu brauchen.
      Ich würde empfehlen, wirklich nur einem Job nachzugehen, den man auch wirklich mind. ausreichend genug aushält, also nicht daran stark zerbricht, und ansonsten versucht zu schauen, was man alternatives entwickeln könnte und seien es Ideen, die man an die Welt trägt, in ein Forum, an den Chef, an das Team oder anonym virales Marketing. Wenn man akut in finanzieller Not ist, regelmäßig überprüfen, ob man doch noch was anderes findet. Ich verstehe mich entweder sehr gut mit meinen Vorgesetzten oder es knallt dermaßen, dass es einer mit dem anderen nicht länger aushält. Von dem her sehe ich mich nicht in der Lage / nicht im Willen, an einem zermürbendem Job festzuhalten, so lange es anders geht. Paragraphen sind für mich leicht verständlich und im Notfall gehe ich den Weg mit einem Sozialgericht, falls mir ein Amt mal wieder merkwürdig erscheint.
      Geldlohnarbeiter sind Nummern. So lange es genügend Austausch gibt, interessiert sich vielleicht ein Innovations-Lücken-Riecher für manchen Autist, in sofern er sein Potential erfasst. Oder ein Autist erfasst sein eigenes. Weil wozu sich sonst so viel Aufwand machen. Vielleicht kann man sich von dem her aktuell gut in Jungunternehmen aufhalten, welche fehlendes Startkapital mit Querweg-Aufwand für den Anfang ersetzen. Oder von ihnen als kleiner Konkurrent zehren, bis man sich woanders anheftet. Wenn man anderweitig nicht innovativ werden will. Oder beides parallel versuchen. Auch wenn Autisten in der Minderheit sein sollten, können sie ggf. große Steine ins Rollen bringen mit Optimierungsversuchen, die gar nicht mal riesig sein müssen. Oft entstehen diese doch auch durch Querköpfe. Schutz von Behinderten, darauf kann mancher vermutlich lange warten und was ist "behindert" letzten Endes.


      Derealisierung gibts hier im Forum ein paar Threads zu.


      platzhalter wrote:

      Ich meine höflich muss man ja trotzdem sein, auch wenn ich keine Lust habe in die Luft zu fliegen. (RW) Ich mach mir daraus nichts
      Ich stoße mit reiner, häufiger Hallo-Kommunikation nicht selten auf passive Aggressivität / Unsicherheit des ggü. gefühlt. Manche Menschen antworteten mir irgendwann darauf dann gar nicht mehr und guckten grimmig oder irritiert. Das war für mich schon immer ein großes Problem die Begrüßungs- und Verabschiedungskommunikation bei fremderen Leuten, die man regelmäßig sieht. Da versuche ich mich gerade darauf zu trainieren, auch mal nichts zu sagen und nur zugrüßen, wenn ich zuerst gegrüßt wurde. Nur bei der Firma morgens nicht zu grüßen oder nicht tschüss zu sagen im Kleinraumbüro ist natürlich nicht drin.^^ Aber mit Arbeitskollegen komme ich immer irgendwie mindestens ein bisschen ins Gespräch, sonst ist es kein passendes Team für mich, wo ich es länger aushalten würde. Mein Bruder ist da wie du. Ich finde das sehr beneidenswert diese Ruhe davor.

      Zu dem Thema passende Menschen finden, bleibt einem wohl nur übrig, es hier und da weiter zu probieren, in so fern man Laune hat. Autismus- und Sozialphobiegruppen kannst du vielleicht im Internet ausfindig machen. Z. B. in Selbsthilfegruppen deiner Stadt. Falls du nicht gerade im letzten Dorf wohnst. Ansonsten würde ich dazu wohl Gesichtsbuch (RW) verwenden. Aber ist halt auch alles Aufwand und nervenaufreibend un in Konkurrenz zu den persönlichen Interessen, für die man auch so wenig Zeit und Energie hat. Ich verstehe das schon. Und nicht immer stimmt die Chemie. Wobei Menschen auch immer komplexer werden, so dass immer mehr Toleranz gefragt ist, was aber mit zunehmend geringer Energie aus dem Wirtschaftswahnsinn resultiert. Hinzu kommen die Störungen. Lagert sich zunehmend im Internet aus. Ja, da merke ich auch immer mal wieder, dass das alleine mir auf Dauer nicht ganz reicht, wenn auch es schön ist als Trost.

      To be continued :)
    • Selbstkorrektur: Statt "resultiert" meinte ich "kollidiert" im letzten Beitragsabsatz.

      Ja, manchmal trifft mich dieser intensive Sekunden-Sterblichkeits-Bewusstseins-Blitzgedanke auch tags. Aber da ist es für mich nicht so hart, weil ich tagsüber durch meine Müdigkeit ziemlich entspannt und durch die vielen Reize schnell wieder abgelenkt bin. Nachts trifft mich das meist im Übergang zur Einschlafphase während des gelegentlichen Gefühl des Fallens, so dass ich dann desorientiert aufschrecke...und dann auch oft aufschreie mit Worten wie "Nein" + dabei ganz doll den Kopf schüttele und sage, dass das nicht sein darf / ich das nicht wahrhaben will. Sobald ich daraus wieder richtig wach bin, denke ich dann kurz "Oh man, diese Zustände nerven und sind anstrengend." Wie auch du finde ich es traurig, dass es so aussieht, dass man von so vielem loslassen muss. / Nicht mehr so teilnehmen können zu scheint. Man wird einfach herausgerissen und scheint einander nicht mehr auf die gleiche Weise greifbar. Ansonsten kann ich nichts ausschließen, was dann vielleicht noch möglich sein könnte und finde diesen Gedanken dann wiederum auch sehr interessant.
      Vor dem Todesprozess, in so fern er nicht all zu grausam ist / nicht zu lange sich hinzieht, habe ich (auch) wenig Sorgen, weil ich es gewohnt bin, die Zähne gelegentlich sehr stark zusammen zu beißen, wenn auch ich nicht wild drauf bin. Ich glaube, dass wenn man im Alter am Alter stirbt, dass die Müdigkeit letztlich der Angst überwiegen wird in dem Moment, wo man loslässt. Aber der Moment wird vermutlich wirklich nicht angenehm, falls man dabei nicht schon vorher eingeschlafen ist, eben weil die Angst vermutlich eine sein wird, die man vorher noch nicht in der Form kannte. Vielleicht ist das ja auch wie eine Art einschlafen, wo man einfach nur spürt, dass man da nicht mehr heraus so aufwachen wird und dann viel mehr sehr konzentriert einschläft. Wenn man denn Glück hat so zu sterben. Aber was soll ich machen. Bis dahin versuche ich mich auf das Leben zu konzentrieren und im Idealfall noch zu versuchen Welten und Wahrnehmungen zu erforschen. Nur bei diesen Blitz-Bewusstseins-Attacken weiß ich nicht, was ich anderes machen kann, außer vorbeugend Achtsamkeits-Entspannungsübungen, z. B. zu versuchen mich an andere Gedanken zu heften, die mich bis in den Schlaf beschäftigen können. Die kommen bei mir auch oft gefühlt wie aus dem nichts, - ganz plötzlich schlagartig stark und verschwinden fast genauso schnell auch wieder. Auch komatöse Zustände, das Träumen an sich, Diskussionen über Astralreisen und Depersonalisierung und Derealisierung finde ich interessant. Halt das ganze Spektrum Bewusstsein / Wahrnehmung / Realiät / Welten / Universum. Leider gerate ich bei den Themen aber auch leicht in einen Overload und bekomme dann schnell mal Panikattacken mit Adrenalin. Das will ich noch versuchen zu verändern.

      platzhalter wrote:

      Was vielen erst alles diagnostiziert wird bevor dann doch der Autismus feststeht ist nicht nur erschreckend sondern zerstört ganze Lebensläufe.
      Wie sich das Thema Autismus in letzter Zeit entwickelt / der Fokus darauf finde ich auch sehr faszinierend. Ich könnte mir da mit einigen Gedanken versuchen eine Logik zu erklären, aber es gibt zu viele Möglichkeiten. In jedem Fall bin ich Meinung, dass es Autisten auch schon lange gibt oder zumindest ihre Veranlagungen. Maximal kommen gewisse Gentypen vielleicht in Kriegen und Naturkatastrophen von dem Aspekt der Gewaltverweigerung vermehrt um, sind dafür dann m. E. psychisch im Alltag jedoch resilienter als so mancher NT oder Mensch mit nur wenig oder speziell komorbiden autistischen Anteilen. So dass sich Autisten und andere Menschen im Ausgleich halten. Was auch erklären würde, warum die Welt nie ganz so und nie ganz so zu sein scheint. Keine Ahnung. Ansonsten ist Autismus vermutlich auch gerade erst attraktiv für die Diagnostik, wegen dem Wirtschaftswachstum und es kriegen immer mehr Menschen Burnouts. Da kommen manche Ärzte bei manchen halt nicht weiter mit Depression, Borderline oder sonst was, weil Medikamente und Therapien zunehmend weniger greifen. Ansonsten Umwelteinflüsse, Heim- und Kriegskindergenerationen usw. und so fort. Mutationen. Wieso sollte ein Mensch auch weiter denken, als gefühlt nötig / interessiert. Zu dem eignen sich manche Autisten Schauspiel an. Es ist alles nicht so einfach und alles so verworren. Ich habe immer das Gefühl, auch viel Verantwortung zu tragen - mit allen. Die Diagnostik betrachte ich Zwispältig. Sie stigmatisiert auch irgendwo.

      platzhalter wrote:

      Vieles kommt dann auch wahrscheinlich desinteressiert oder zu sehr ich-bezogen rüber (RW).
      Das Hauptproblem dabei liegt vermutilch daran, dass Autisten-Persönlichkeiten oft diskutiert werden, wenn sie dann auffallen (Mobbing usw), weil manche NT's sich dann in ihrer Sozialisation unsicher fühlen. Dadurch entwickelt sich ein starker Selbstfokus und die Tendenz es anderen recht machen zu wollen, wenn man sich nicht zurückziehen kann + Reizüberflutung und Selbstdruck-Regulation = Error. Für mich besteht die einzige Möglichkeit momentan darin, nicht unterzugehen, mir selbst ein guter Freund zu bleiben, meine Stärken und Schwächen stets in Woge zu relativieren, wie die anderer, Angreifern möglichst aus dem Weg zu gehen oder sie in Not versuchen emotional situativ in meine Perspektive zu bekommen, wenn sie mich schon nicht in Ruhe lassen. Das muss dann gefühlt noch indirekt geschehen, weil mit klaren Worten kommt man ja wieder nicht an... Und bei toleranteren Menschen hilft es glaube ich nur, sich so zu geben wie man ist und im Worst Case halt auf Missverständnisse oder unwiderrufliche Antisympathie trifft. ggf. versuchen schriftlich eine Erklärung nachkommen zu lassen, wenn man es verbal nicht schafft. Und dann wieder aufpassen müssen dabei nicht an jene zu geraten, die einen daraus eine Schlinge drehen. Quasi kann man als Autist vielleicht wirklich am besten versuchen entspannt ich bezogen zu sein. So wie Narzissten vielleicht wirklich einfach mal selbstbezogen sein sollten. Beide auf anderen Ebenen. Wenn man genug Fluchtmöglichkeiten hat. Weil Kämpfen liegt halt so weit ich das verfolge, wenig in autistischer Natur. Angriffe werden Autisten denke ich so oder so erfahren. "If there is no enemy inside, the enemies outside cannot hurt you" (African Proverb). Aber ganz spirituell optimistisch will ich auch nicht werden, weil ich manches nicht hinnehmen möchte und auch manches nicht wieß, wie ich das aushalten soll. 5e versuchen ein wenig gerader sein zu lassen, als sonst und sich mit Achtsamkeit versuchen ein wenig zu verblenden vom aktuellen Fokus, aber so, dass sich das richtig für einen anfühlt. Nicht gestellt / versuchen zu erzwingen. Davor die Trauer vielleicht mehr annehmen. Trauer ist ein wichtiger Verarbeitungsprozess. Tränen empfinde ich trotz mancher tiefer Verzweiflung immer sehr erleichternd. Mit einem guten Therapeuten kann man sich künstliche Erfahrungen schaffen, in seinem Emotionswahnsinn angenommen zu werden und sich alternative Druckentlastungsmöglichkeiten zu schaffen. Aber als Autist hat man halt wirklich viel und oft damit zu tun, im Außenkontakt nicht aus dem Ruder zu laufen. Ich war mir ja immer ein guter Freund, bis auf ein Mal kurzzeitig anfänglich der Pubertät nicht. Und dennoch wird man angegriffen. Aber lieber bin ich mir dann wenigstens noch ein Freund und versuche so Freunde zu finden, die mit mir leben mögen, wenn ich nicht schaffe, mich anzupassen. Sich brechen und nieder zu machen bringt vielleicht niemandem was (und was will man auch selbst?) und kaltblütige tauschen einen nach dem Aussaugen einfach aus. Die interessiert man persönlich meist noch nicht mal, weil sie einen noch nicht mal ansatzweise erfassen zu scheinen.
      Warumlaufen fällt wirklich meist schwer. Man fährt schnell gegen eine Wand (RW), wo man sich gerade einigermaßen angewurzelt hat.

      platzhalter wrote:

      Alles andere wäre für mich Handeln nach Affekt, aber da ist ja kein Gefühl bzw. überdachte Handlung. Da liegen wahrscheinlich auch viele Gründe meiner Overloads in sozialen Situationen. Durch meine geringe Unsicherheitsintoleranz kann ich nicht nach dem "Bauchgefühl" handeln. Ich muss ja immer die Situation kognitiv einordnen. Und da gib es immer ein Für und Wider. Da ist diese Unfähigkeit eine Situation zu "fühlen", damit als gegeben zu akzeptieren und zu handeln. (Was NTs scheinbar können. Für mich ist das Raten) Komischerweise ergeben sich da auch unlogische Interpretation (besondere Im Zusammenhang mit Partnerschaft und so) zu denen ich eher tendiere als die logischen. Aber wenn Gefühle im Spiel sind (RW) dann würde ich auch im Autismusspektrum nicht von Logik sprechen. Die Biochemie macht schon komische Sachen mit Kopf und Körper.
      Affekthandlungen sind für mich situativ instinktive Kurzschlussreaktionen. Instinkte sind für mich auch Gefühle. Nur keine weit vorausschauenden und stark auf Abwehr geprägt, was oft zu weiteren Konflikten führt.
      Ja, wie der Engel und der Teufel auf den Schultern sinnbildlich. Und wo ich mich dann auch noch frage, warum der Engel ein Engel sein sollte, welcher von beiden auch immer das zu sein scheint. Scheinbar heben sich auch da diese beiden Stimmen gegenseitig auf. Ich empfinde mich auf jeden Fall sehr in meinem Relativismus verstrickt oder verschwommen, empfinde es aber auch als eine Art Fluss. Warum sollte ich dem Bauchgefühl nachgeben, nur wiel es leichter ist und sich situativ so wohlig anfühlt? Und wie will man wirklich differenzieren, was jetzt wirklich sinnvoll ist und für welchen Zeit- und Raumaspekt. Sogar meine synästhetischen Intuitionen stelle ich in Frage. Irgendwie fühlt sich das wohl unrecht an, als täte ich eine so rare, außergewöhnliche Stimme mit Füßen treten. Aber letztlich habe ich ja keine Ahnung, warum sie mich erreicht, was sie will und was das hier alles soll. Ich merke nur, dass wenn ich mich an die logische Stimme, die ich jedoch von mir getrennter empfinde - an die ich heran will, sie zu meinem machen will, halte, meist eins nach dem anderen auf die Fresse kriege im Sinne von Matrix (RW) oder so. Und da ist es ja häufig sehr autismus-typisch, dass man das nicht akzeptieren will und das kann ich verstehen. Warum auch sollte man das müssen? Maximal um als Mensch vielleicht länger auf dem Planeten leben zu können möglichst unbeschadet - vielleicht. Mir tut diese Stimme dann wohl leid und ich spüre einen leichten Bauchschmerz aktuell bei dem Gedanken so über sie zu schreiben. Aber letztlich darf ich sie ja auch hinterfragen. Aber gerade fühlt sich das wirklich nicht so gut mir ggü. an.^^ Die Logik kann ich wenn aber nur abgespalten im Hinterkopf bewahren. Ganz weg weiß ich nicht, wie ich das machen soll und es herrscht immer eine gewisses Hinterfragen.
      Ja, die Triebe sind eines für mich der schwierigsten Dinge.^^ Bei vielen Autisten und mir zwar im Verhältnis zu manch anderen schwach ausgrpägt. Aber im Zuge des ganzen Alltagswahnsinns nicht immer aus dem Unterbewusstsein erfassbar. Manchmal genieße ich gelegenltich dann auch wieder meine Primitivität. Keine Ahnung, ob man "der Gesamtheit" mehr einen Gefallen damit tun würde, sich ganz nach seinem Gefühl zu richten und Jesus zu spielen, in so fern man so etwas überhaupt schafft. Oder ob andere Wege besser wären und was ist besser usw. und so fort :lol:

      Ist leider wieder ausufernd geworden und zerstreut / ungeordnet. Aber sonst kann ich mich nur schwer äußern. Sag aber bitte, wenn es dir zuviel wird oder dich nicht mehr so interessiert und genehmige dir jeglichen Abstand ohne Stress.

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    • Four wrote:

      Hi,

      ich merke auch, dass ich immer mehr Erholung brauche zu dem Thema wegen der Anstrengung durch die Komplexität/Fülle, aber ich habe keine Idee, wie wir das reduzieren könnten, außer nicht weiter drauf einzugehen :d Mach wie du magst. Wir können es auch (erst Mal) alles so stehen lassen.
      Ich denke, ich versuche mal zu antworten. Jedenfalls zu den Themen bei denen ich gerade Reserven habe bzw. was mich beschäftigt. Zur Zeit sind meine geistigen Akkus ziemlich leer. (RW) Ich bekomme gedanklich nicht viel auf die Reihe. (RW) Es steht wohl gerade eine längere depressive Phase an. Viele Dinge die ich mir vorgenommen habe sind gescheitert und nun bin ich in ein Loch gefallen. (RW). Daher passt folgendes ganz gut.

      Four wrote:

      Würdest du dich denn nach einem größeren Freundeskreis sehnen, wo es dir nicht unangenehm sein müsste oder wo wenig geredet wird? Hast du Mal Leute kennegelernt, wo du dich nicht (groß) erklären musst?


      (Es folgt eine Beispielgeschichte, kannst du überspringen)
      Ich kenne es bei meinen engsten Freunden auch zum Teil, dass ich es manchmal leicht traurig fand, dass ich oft mich einfach geistig aus den Gesprächen ausklinkte oder auch einfach mal den Raum verließ oder ein paar Meter auf abstand ging,
      Um Moment klinke ich mich so ziemlich von meinem Leben aus. Ich meine, ich stehe morgens auf, erledige Dinge die anstehen, kommuniziere drei vier mal die Woche mehr oder weniger intensiv mit anderen Menschen. Es fühlt sich nur gerade irgendwie fremd an. Da mein Grundgerüst weggebrochen ist, kostet alles verdammt viel Energie. Vom Schwimmen her kenne ich jemanden, Kumpel ist zu viel gesagt, aber ab und an wird oer Messanger kommuniziert oder es wird mal zum Sport getroffen. Eigentlich müsste ich froh sein überhaupt einen Kontakt zu haben. Aber ich kann diesen gerade nur als eine Routine behandeln. Wenn ich. wie heute, etwas geschrieben hab, nichts ernstes nur Witze über die Maskenpflicht, dann habe ich das Gefühl, das ich zu mehr an Kontaktpflege, die nächsten Tage, nicht fähig bin. Es ist gerade die Orientierungslosigkeit die meine Gedanken hin und her springen lassen. (RW) Aber letztlich kreisen diese um selbe Thema. (RW) Ich kann mich daher, auch bei der vorher erwähnten "zwanglosen" Kommunikation nicht auf den Gegenüber und schon gar nicht auf eine wechselseitige Gesprächsführung einlassen. Was du als Verlassen des Raumes bezeichnest, findet bei mir gerade im größeren Maßstab statt. Selbst zu dem Schritt, diese Diskussion weiterzuführen, kostete enorm viel Überwindung. Machmal habe ich das Gefühl, dass bei mir das Autismusspektrum, bzw die Stärke der Ausprägung, in Wellen verläuft. (RW). Zur Zeit freuen ich mich regelrecht auf die Zeit zwischen 01:00 und 03:00 Nachts. In diesem Zeitraum ist bei mir die letzten Tage absolute Stille gewesen. Ich hörte dann weder Nachbarn, Straßenlärm noch sonstige akustischen Reize. Wenn ich dann das Licht ausmache dann bin ich, außer von mir selbst, völlig reizfrei und völlig bei mir alleine. Noch vor ein zwei Wochen wäre mir das egal gewesen. Nun empfinde ich das wieder als Idealzustand. Ich hatte solche Phasen schon öfters, aber seit dem ich aus Berlin weggezogen bin ist dies das erste Mal. Ich denke, die längste Phase war wohl mal knapp zwei Jahre. Ich habe auch ein wenig Angst, dass ich wieder in diesem Zustand hängen bleibe. Auf der einen Seite war/ist dieses nur für sich extrem angenehm, auf der anderen Seite geht soviel vom Leben, auch was meine zwischenmenschlichen Beziehungen betrifft, verloren. Ich hab ja mal geschrieben, dass andere mut einem roten Faden durch das Leben gehen (RW), bei mir ist es dann eine rote Welle. (RW)

      Four wrote:

      Ja, manchmal trifft mich dieser intensive Sekunden-Sterblichkeits-Bewusstseins-Blitzgedanke auch tags.
      Und genau davor habe ich Angst. Das Leben ist schneller zu Ende als als gedacht und ich habe den Großteil nur in dieser "Autismusblase" verbracht. Es ist in diesen Phasen immer ein, keine Ahnung wie ich das richtig beschreiben soll, wechselseitiges Gedankenkarussel zwischen dem absoluten bei sich sein (also ohne den emotionalen und gesellschaftlichen Stress) und der Erkenntnis, bzw. der Tatsache (wohl mit Ausrufezeichen!) das der Wert des Lebens damit wohl gegen Null sinkt. Also nicht in suizidaler Absicht, sondern vom dem was ich selbst vom Leben erwarte.

      Four wrote:

      Mein Bruder (auch Autist) hatte auch mal kurzzeitig 3 Kontakte, bis die Schule sie trennte. Da war er auch der ruhigste von und sie hatten neben ihm und im Gegensatz zu ihm noch viele weitere Kontakte, aber ihn gern in ihrer Nähe und er sie mitunter auch, wenn auch er sich davon auch erholen musste, weil sie total wild waren. Heute will er vor allem seine Ruhe, sagt er. Menschen sind ihm zu anstrengend.
      Ich finde die Konsequenz deines Bruders bemerkenswert. Ich weiß nicht ob ich das als zum Vorbild oder so beschreiben soll, aber meine emotionalen Probleme bzw. mein dämlicher Umgang damit rauben mir soviel Energie (RW), dass dies mit (kein alleiniger) ein Auslöser für das Abgleiten in meine "Autismusblase" ist. Für mich sind viele Menschen weder vorhersehbar, noch in irgendeiner Weise berechenbar. Nur ist das Problem, dass ich mich eigentlich nach einem, beschränkten, sozialen Umfeld sehne. Es ist wohl eine weiterer, für mich, nicht aufzulösender Widerspruch des Autismus. Eventuell liegt auch da eine Ursache zum Problem meine Gefühle und Gedanken jemand anderen deutlich zu machen. Ich kann es ja teilweise selbst nicht einordnen wie und in welcher Weise ich leben will. Ein nur für mich ist zwar angenehm, wäre aber auch irgendwie eine Resignation vor dem Leben und den eigenen Gefühlen. Komischerweise schreibt es sich ziemlich locker, aber die Konsequenz ist schon, nicht nur in der Selbstreflextion, ziemlich ernüchternd.

      Four wrote:

      Ich bin hin- und hergerissen und wähle oft die Ruhe. Wohl aber bei so Leuten, wo man merkt, dass man vom ähnlichen Stern stammt, da taue ich schneller auf und mache mehr mit. Das Gefühl, dass ich nicht ganz mitkomme fast egal wo, bleibt und macht mich mitunter etwas traurig. Aber ich bin hin und hergerissen zwischen meinem Wunsch nach Freundschaften und nach Ruhe. Früher wäre ich zwar auch schon am liebsten mit (fast) allen befreundet gewesen, aber versuchte mir dann doch immer (erst Mal) eine Hauptbezugsperson herauszupicken.
      Das Gefühl mit dem nicht mitkommen, sei es im Berufs- oder im Beziehungsleben, bzw. im Sozialleben allgemein, kenne ich nur zu gut. Depressionen, Overloads, Peinlichkeiten etc.. Ich denke, dass ich es in der Jugend auch versäumt habe eine Hauptbezugsperson für das Leben zu finden. Damit meine ich nicht unbedingt eine Partnerin. Auf dem Weg zur Partnerschaft hätte, brauche ich ja immernoch, Unterstützung gebraucht. Nur damals hatte das Crashkid keine Ahnung vom Autismus und was das für sein Leben bedeutet und stattdessen sich mit allem möglichen Dingen beschäftigt, nur nicht mit sich selbst.

      Ich mache erstmal ein paar Tage Pause. Ich hoffe es sind nicht viele Rechtschreib- bzw. Tippfehler drin. Ich hab keine Energie nochmal rüberzulesen.
    • Dann ein Versuch zu Teil zwei.

      Four wrote:

      Zu dem Thema passende Menschen finden, bleibt einem wohl nur übrig, es hier und da weiter zu probieren, in so fern man Laune hat. Autismus- und Sozialphobiegruppen kannst du vielleicht im Internet ausfindig machen. Z. B. in Selbsthilfegruppen deiner Stadt. Falls du nicht gerade im letzten Dorf wohnst. Ansonsten würde ich dazu wohl Gesichtsbuch (RW) verwenden. Aber ist halt auch alles Aufwand und nervenaufreibend un in Konkurrenz zu den persönlichen Interessen, für die man auch so wenig Zeit und Energie hat. Ich verstehe das schon. Und nicht immer stimmt die Chemie. Wobei Menschen auch immer komplexer werden, so dass immer mehr Toleranz gefragt ist, was aber mit zunehmend geringer Energie aus dem Wirtschaftswahnsinn resultiert. Hinzu kommen die Störungen. Lagert sich zunehmend im Internet aus. Ja, da merke ich auch immer mal wieder, dass das alleine mir auf Dauer nicht ganz reicht, wenn auch es schön ist als Trost.
      Das habe ich mir dann heute auch gedacht. Ich meine, Beziehungen sollte man nicht erzwingen. Zuerst einmal muss ich es hinbekommen die Sozialisation nicht ganz zu verlieren. Es ist ja einfach und bequem sich ganz sich selbst hinzugeben, aber wie geschrieben ist es doch nicht meine Vorstellung vom Leben. Es wäre daher wahrscheinlich besser die Ansprüche an mich selbst ein wenig runterzuschrauben (anstatt bei anderen). Die Fallback-Option der "Autismusblase" bleibt ja immernoch bestehen und kann ja temporär auch ganz erholsam sein. Nur darf das halt kein Dauerzustand werden.

      Four wrote:

      Das Hauptproblem dabei liegt vermutilch daran, dass Autisten-Persönlichkeiten oft diskutiert werden, wenn sie dann auffallen (Mobbing usw), weil manche NT's sich dann in ihrer Sozialisation unsicher fühlen. Dadurch entwickelt sich ein starker Selbstfokus und die Tendenz es anderen recht machen zu wollen, wenn man sich nicht zurückziehen kann + Reizüberflutung und Selbstdruck-Regulation = Error. Für mich besteht die einzige Möglichkeit momentan darin, nicht unterzugehen, mir selbst ein guter Freund zu bleiben, meine Stärken und Schwächen stets in Woge zu relativieren, wie die anderer, Angreifern möglichst aus dem Weg zu gehen oder sie in Not versuchen emotional situativ in meine Perspektive zu bekommen, wenn sie mich schon nicht in Ruhe lassen. Das muss dann gefühlt noch indirekt geschehen, weil mit klaren Worten kommt man ja wieder nicht an... Und bei toleranteren Menschen hilft es glaube ich nur, sich so zu geben wie man ist und im Worst Case halt auf Missverständnisse oder unwiderrufliche Antisympathie trifft. ggf. versuchen schriftlich eine Erklärung nachkommen zu lassen, wenn man es verbal nicht schafft. Und dann wieder aufpassen müssen dabei nicht an jene zu geraten, die einen daraus eine Schlinge drehen. Quasi kann man als Autist vielleicht wirklich am besten versuchen entspannt ich bezogen zu sein.
      Durch Kompensieren, Masking oder Überanpassung werde ich zuerst gar nicht als Autist eingestuft. Das mit dem fehlenden Blickkontakt fällt doch schon irgendwie auf, aber die wenigsten NTs können das wirklich einordnen. Da wird dann halt gedacht, dass ich schüchtern oder eben ein wenig komisch sei. Die richtigen Katastrophen die sich dahinter verbergen (RW) ahnt wohl kaum jemand. Daher ist dann auch das Unverständnis, in den für mich kritischen Situationen wo Kompensieren, Masking und Co nicht mehr funktionieren, groß. Da wird man dann schon von sympathisch komisch zum verrückt unsympathischen Spinner. Im Grunde komme ich dann sozial nur mit Masking und Co zurecht, was aber bedeutet, dass ich dann nicht ich selbst bin. Dann ist auch das aufbauen einer Freundschaft bzw. Beziehung schwierig. Die meisten Menschen halten sich ja für so tolerant, aber wenn ich dann mal sage, das ich dies nicht kann oder jenes nicht verstehe, dann werde ich wiederum auch nicht ernst genommen. Da funktioniert dann meist die direkte Absprache auch nicht. Es ist mir auch schon öfters passiert, dass dann erst recht "getestet" wird was ich kapiere und was nicht. Daher kann das "outing" auch eine gefährliche Sache sein die bis zum Mobbing führen kann. Wie du mit der "Schlinge" ganz gut beschrieben hast. Also in der gesellschaftlichen "Rolle" werde ich akzeptiert, in meinem Wesen als Autist nicht. Ich habe gelernt solche Angriffe einfach stehen zu lassen. (RW) Aber zwischen dem ganzen Wirrwarr, also dem ständigen switchen zwischen der sozialen Rolle und dem autistischen Ich, soll man dann noch seine eigene Gefühle und Gedanken wahrnehmen und für den Gegenüber verständlich artikulieren. Da vergesse ich mich in stressigen Situationen manchmal selbst und handel gegen dann meine innere Überzeugung bzw. Charakter. Ist schwer zu erklären. Vielleicht als Beispiel, man geht in ein neues Restaurant mit jemanden (den man gerade erst kennengelernt hat) und zwischen den ganzen Reizen, Fettnäpfchen (RW) (in der sozialen Kommunikation) und dem Versuch die ganze Situation halbwegs ohne Peinlichkeiten zu überstehen, bestellt man dann Hühnchen zum Essen obwohl man gar kein Geflügel isst. Irgendwie so.

      Auf die andere Aspekte der Diskussion will ich jetzt nicht eingehen. Es wäre sonst zu ausufernd und würde den Thread irgendwann sprengen. (RW) Obwohl interessante und diskussionenswürdige Punkte (zb. Affekthandlungen im Autismusspektrum und so) darin enthalten sind. Da ergeben sich in anderen Threads sicherlich noch Möglichkeiten darauf näher einzugehen.

      The post was edited 1 time, last by platzhalter ().

    • Hallo platzhalter,

      ich wünsche dir, dass es dir bald wieder besser geht und denke dazu ein bisschen daran für dich.

      Ja diese Ruhe in der Nacht liebe ich auch. Wellenförmig vielleicht wegen der neuronalen Verarbeitungskapazität. Ich kann dich verstehen, wobei ich diese Rückzugsphase aktuell bewusst zum ersten Mal so stark erlebe und mich dabei aus vielen chaotischen Gründen eher resigniert und derealisiert fühle, wie schon geschrieben (wie permanent vom Zug überfahren und dann wirr aufstehen und versuchen das Ziel wieder zu finden im Gehirn. Wie bei vielen Nachtträumen damals. Dann aber zerstreuter werden und versuchen cool zu denken, um meine Situation nicht noch zu verstärken. Balance-Tanz al dente). Ich merkte wohl vor ein paar Jahren schon ein paar mehr Rückzugstendenzen (das bei meinen Freunden hatte ich damals nicht näher beleuchtet, weil das von denen nie kritisiert wurde). Und ich sah das auch in meiner Familie (aber auch außerhalb) und dachte, dass ich nicht auch so zurückgezogen leben will, wie es bei manchen von denen zunehmend wird, aber spürte, dass es sich zumindest teilweise in die Richtung entwickelt zunehmend (da wusste ich noch nichts vom Autismus). Wobei es auch manchen Nicht-Autisten zunehmend so geht mit dem Ruhebedürfnis wegen dem zunehmendem Wirtschafts-Wahnsinn. Davon holen sich nicht wenige zwar dann doch irgendwo noch schnell einen Partner her, aber da denke ich mir dann auch oft, wie flach ist das und deren Augen funkeln dabei auch nicht. Bei der nächstbesten Gelegenheit gehen nicht wenige solche Leute dann fremd. wobei auch nicht alle vermutlich. Oder wenn ich dir mal die Beziehungssituationen meiner damals engsten Freundinnen berichten würde.. Die Beziehungen (sei es Freundschaft oder Partnerschaft), die ich kenne und toll finde, entstanden zufällig und entwickelten sich langsam, unerwartet und sind auch nicht die totale Symbiose. Aber das sind nur meine Erfahrungswerte. Ich kann nicht ausschließen, dass es die Beziehungen gibt. Und du wünscht dir ja auch hauptsächlich erst Mal wenigstens dich nicht ganz abzukapseln. Aber wenn man keinen Anreiz im Außen findet und aber mit sich einigermaßen klar kommt, dann ist das doch nur natürlich, dass man dann lieber bei sich ist. Und wenn sich deine Bedüfnisse gerade batteln in ziemlicher Woge mit ständigem Wechsel, dann ist es auch verständlich, dass dich das stresst. Da hilft wohl nur ein Wechsel aus Ausweg probieren, chillen und hoffen.

      platzhalter wrote:

      Es ist in diesen Phasen immer ein, keine Ahnung wie ich das richtig beschreiben soll, wechselseitiges Gedankenkarussel zwischen dem absoluten bei sich sein (also ohne den emotionalen und gesellschaftlichen Stress) und der Erkenntnis, bzw. der Tatsache (wohl mit Ausrufezeichen!) das der Wert des Lebens damit wohl gegen Null sinkt. Also nicht in suizidaler Absicht, sondern vom dem was ich selbst vom Leben erwarte.
      Dann hilft vermutlich nur neuen Wert in diesem Leben für sich zu definieren / finden oder mit Resignation leben zu lernen. Ich wünsche mir seit längerem eine resignierte Grundgelassenheit, die ich aber bei Bedarf pausieren kann. Also ohne neurologischen Dauerschaden. Da liegt meine Angst. Aber Neurobiologie ändert sich glaube ich auch oft / teilweise mit den Umständen. Vielleicht geht im Alter mehr kaputt. Aber es gibt auch lustige Rentner. Nun hab ich natürlich gut reden im Kinderkriegen-Sinne, das war immer schon ein großer Traum von mir (andererseits ist die Weltlage alles andere, als klar pro Kinderkriegen und das war genausolange mein Konflikt). Damit dass es mit der partnerschaftlichen Liebe nicht klappt hatte ich auch eine Depression. Das war für mich das schlimmste neben den Toden meiner Tiere. Jetzt denke ich mir, vielleicht ergibt sich irgendwann noch mal was und wenn nicht, mache ich dann eben anderes, was ich schon immer gerne machen wollte, wie z. B. meine Musiktracks in 10 Jahren veröffentlichen. Vielleicht musst du das mit der Partnerschaft auch erst Mal verdauen. Danach kamen bei mir noch ein paar Beziehungen zu Stande und zerbrachen wieder, aber das traf mich dann nicht mehr. Also meine Kinder stammen aus letzter Beziehung. Nun denkt vermutlich erst Mal jeder Typ "Oh die alte hat Kinder, die sucht einen Versorger". Weswegen meine Flirt-Ambitionen (insoweit man das bei Flirt nennen kann) gerate toter als tot sind. Aber bald sind sie größer und dann könnte sich wieder was ergeben. Und bei dir kann sich auch noch was ergeben. Weil die Zeit kann wieder leichter werden und auch langanhaltender. Das kann man nicht ausschließen. Das kann man m. E. auch als Autist zumindest versuchen ein bisschen mit zu trainieren, weil ich der Wertung, dass man als Autist hoffnungslos sei therapeutisch, keinen Glauben schenke, schon gar nicht, wenn nicht mal die Ursache geklärt ist. Generell halte ich von solchen Behauptungen nichts. Auch Stresstelomere können sich wieder verlängern (solche Gene, die sich bei Stress verkürzen, so dass man vulnerabler wird können wieder länger werden. Las ich mal in einer gedruckten Ausgabe von Spektrum). Aber ich weiß natürlich auch um die Schwierigkeiten als Autist und dass man als Autist einfach mehr Zeit braucht. Vielleicht magst du einfach schon Mal davon träumen, wie es wäre, - dir das erlauben und ausmalen. Seit dem ich das wieder begonnen habe, träume ich auch nachts manchmal wieder mit positiverem Gefühl von solchen Fiktionen. Das hab ich ganz vergessen, wie schön sich das anfühlen kann, ist dann natürlich ein Trostpreis, aber wenigstens gehe ich dann gerne schlafen. Je verweifelter meine Gedanken, desto mehr albtraummäßig träume ich Bedürfnisse. Und die Quantenphysik hinsichtlich Telepathie finde ich auch hoch-interessant. Was wolltest du denn schon immer gerne sonst machen oder was könntest du dir vielleicht zumindest Ansatzweise vorstellen, was du mal ausprobieren versuchen mögen könntest, wenn dich die Einsamkeit zwischenzeitlich doch mal wieder zu sehr erschlägt? Ich wünsche dir viel Glück, dass du aus diesem Zwispalt herausfindest. Irgendwann wird sich eine neue Tendenz einschlagen.

      Mein Bruder hat aber auch schon mal eine Aussage gemacht und es gibt einen Punkt in seinem Leben, die vermuten lassen, dass er es auch nicht unbedingt ablehnen würde, mal näher in Kontakt mit anderen zu treten. Verliebt war er auch ein Mal. Auch Keller-Nerds zocken oft Multi Player Online. Keine Ahnung ob es wirklich jemanden gibt, der gar nicht mit Menschen jemals wollte und will und dabei selbst stabil blieb. Man setzt sich m. E. oft zu hohe Maßstäbe und Pläne werden oft überfahren. Nur einzelne Fädenzieher mit Macheten im Rucksack können oft bunt quer durch diverse Hochzeiten tanzen (RW), aber die ziehen wie gesagt ja auch nicht selten noch andere Sachen / sind sonst wie durch. Aber das unter druck stehen bei Autismus will ich und kann ich auch nicht verharmlosen. Vielleicht wird es dir besser gehen, wenn du die aktuelle Situation verarbeitet hast. Ja, das ist dann irgendwie Resignation. Aber vielleicht findest du das später auch ok. Auch wenn du dir das jetzt nicht vorstellen kannst. Würdest du dir wünschen, jemanden zu finden, der deine Gedanken in momentaner Phase teilt? Weil vielleicht könnte dir sonst ein Austausch in einem depressiven Forum gut tun, falls du hier keine Leute finden solltest, denen es gerade auch vollumfänglich genauso geht. Oder vielleicht gibt es hier schon Threads, weil hier klickt vielleicht auch nicht jeder drauf. Vielleicht gibt dir das was.

      Ja, mit Hauptbezugsperson meinte ich auch einfach näher stehende Hauptperson als quasi Basis oder so

      platzhalter wrote:

      Das habe ich mir dann heute auch gedacht. Ich meine, Beziehungen sollte man nicht erzwingen. Zuerst einmal muss ich es hinbekommen die Sozialisation nicht ganz zu verlieren. Es ist ja einfach und bequem sich ganz sich selbst hinzugeben, aber wie geschrieben ist es doch nicht meine Vorstellung vom Leben.
      Da bist zu z. B. im Widerspruch bei Satz 2 nach Satz 1. Es sei denn, es ist dir lieber überhaupt Kontakt zu haben, egal mit wem, hauptsache du bist nicht Kontaktlos. Aber das frustriert dich dann ja wieder sehr. Vielleicht klappt es ja so auch zufällig gut. Ich kenne das, wenn man etwas unbedingt will und dann fast dran zerschmettert. Manche Ziele hat man eben und so lange man die hat, kann mancher sich eben nichts vormachen und das kann auch eine sehr große Stärke sein. Nur weil im öffentlichen Bild oft anders gelebt wird, ist das ja nicht zwingend ideal. Eins meiner Lieblings-Sprüche ist "The hardest prison to escape is in your mind". Da könnte man dann ein "was" hinten anfügen. Wobei es mir auch keine Freude macht, mich selbst zu brechen im Optimismus-Sinne. Aber wenn ich ein Mal gefühlt scheitere muss ich deswegen ja nicht dauerhaft Loser sein oder das Leben nicht dauerhaft so laufen, wie ich es mir nicht vorstelle. Manchmal kann es ätzende Umwege geben, die aber auf lange Sicht manchmal ideal sein können.

      platzhalter wrote:

      Es wäre daher wahrscheinlich besser die Ansprüche an mich selbst ein wenig runterzuschrauben (anstatt bei anderen). Die Fallback-Option der "Autismusblase" bleibt ja immernoch bestehen und kann ja temporär auch ganz erholsam sein. Nur darf das halt kein Dauerzustand werden.
      Meinst du bei Ansprüche bei anderen herunterschrauben deren an dich oder deine an sie? Bei "dürfen" würde ich mir theoretisch alles erst Mal erlauben, weil die Gedanken die kommen kriegt man eben nicht wieder raus mit verschlossener Tür. Sie sind ja schon da. Dann käme es drauf an, wie hartnäckig sie wieder kommen. Also das mit dem Alleinsein dürfen auf längere Zeit sehe ich als keinen schwerwiegenden Gedanken an. Und Dauerhaft wird das denke ich bei niemandem der Fall sein, insofern man dabei nicht gleichzeitig zunehmend konform geht. Aber keine Ahnung.

      Ja das mit der vermeintlichen Toleranz einiger Menschen bringt mich auch zunehmend in meinen Schutzpanzer, aus dem ich gelegentlich nur noch rausluke und noch mal und noch mal ins nächste Chaos tappe. Aber meine Hoffnung stirbt zuletzt. Das will ich mein Leben lang versuchen. Und letztlich reagieren Menschen ja auch unterschiedlich aufeinander / miteinander und manches verändert sich. Auch manche NT's sind leicht triggerbar usw. Diese autsitische Ehrlichkeit ist vielen ein Graus. Ich z. B. könnte daran arbeiten, dass wenn ich mittlerweile gelegentlich das Gefühl bekomme, dass jemandem eine ehrliche Antwort nicht passt, das dann nicht auszusprechen, auch wenn es mir noch so schwer fällt. Weil auch falls Autisten in der Minderzahl sein sollten, sind NT's halt auch nur Menschen. Aber wenn Autisten halt eben auch meist 100 NT's bei sowas gegenüber stehen haben und NT's umgekehrt eben oft mal nur einen Autisten oder manchmal noch nicht mal wissen, dass oder was das überhaupt bedeutet. Das ist schon hart und unfair. Und dann muss man das ja auch erst Mal auf sich alleine gestellt realiseren. Aber was will man machen.
    • Ich muss eben eine Verallgemeinerung von mir selbst kritisieren ggü. meinem Satz mit "jedem Mann" im Denken über Single-Frauen mit Kindern. Das ging mir nicht aus dem Kopf, dass ich so spreche im Bezug zu meinen Kindern. Das schmerzte. Und nun sah ich dass ich "jeden" geschrieben habe. Verallgemeinern will ich das auch nicht. Bislang habe ich so ja auch nur einen Mann zu seinem Kumpel sprechen hören, als der eine sehr hübsche alleinerziehende Frau kennenlernte. Und der Kumpel hatte das erst gar nicht mal verstanden was er ihm damit sagen wollte, weil er so eben gar nicht gedacht hat. Zu dem hatte dem sein Kumpel gar kein Geld, weil er arbeitslos war. Und dann hab ich ja auch hier und da schon wieder ganz nette Blickkontakte mit dem ein oder anderen gehabt :m(: :lol: von deren Seite aus, so weit ich das beurteilen kann. Ich war natürlich versteinert wie immer. Vielleicht war es auch einfach Nettigkeit. Meine Kinder waren dabei, meine Herzchen. Keine Ahnung. Es kommt, wie es kommt.^^
    • Four wrote:

      ich wünsche dir, dass es dir bald wieder besser geht und denke dazu ein bisschen daran für dich.
      Vielen Dank. Ich merke selbst ab und an, dass ich selbst zu wenig an mich denke. Nicht in egoistischer oder narzistischer Art und Weise, sondern dass ich mich mental manchmal einem zu hohem Stress aussetze. An sich habe ich eine relativ hohen Stresstoleranz, was körperlich und geistig betrifft. Den ganzen Gefühlbrei, wegen dem ich hier zur Zeit ziemlich viel rum jammere, mal ausgenommen. Ich merke das, z. B. wenn es beim Einkaufen voll wird und im Laden gedrängelt wird, nicht unbedingt bewusst als Stress an sich. Es ist eher so ein diffuses Gefühl das ich mich nicht im Gleichgewicht, wie Yin-Yang oder so keine Ahnung bin nicht so spirituell, befinde. Vom Zug überfahren, wie du geschrieben hast, trifft es vielleicht ein wenig, bzw ich merke das ich geistig irgendwie erschöpft oder benebelt bin aber trotzdem noch zu allem fähig. Nur nicht mehr zu 100%. Manchmal macht es sich dann als Unkonzentriertheiten bemerkbar deren Ursache ich aber nicht direkt zuordne. Im Unterbewusstsein fange ich dann mit dem Stimming an. Oft drücke Daumen und Finger aneinander und daran merke ich dann den Stress. Das kann ich mit dem Sti. ming ganz gut kompensieren. Es geht halt bis zu Toleranzsschwelle gut und wenn ich das Gegensteuern des Unterbewusstsein mitbekomme, kann ich mich auch bewusst dem Stress entziehen. Es war nur mal ein Beispiel mit dem Einkaufen. Oder wenn ich mich verletze, dann bekomme ich keine Panik oder so, sondern versuche rational die Situationen zu lösen. (RW) Wenn ich das aber in andere Situationen nicht mitbekomme, kann es schon mal zum Overload kommen. Das passiert dann ziemlich plötzlich. Daher muss ich mehr an mich denken und auch die "Autismusblase" aktiv als Möglichkeit des Rückzuges nutzen. Meist ist das in emotionalen Situationen der Fall in denen ich meinen Gedanken und Gefühle nicht rational ordnen kann. Es ist halt ein Spagat zwischen dem autischtischen Ich und dem Wunsch, bzw. dem Bedürfnis nach Enzug vom emotionalen oder zwischenmenschlichen Stress, und dem Bedürfnis nicht einsam zu sein. Da muss ich noch die Balance wieder finden. Bis letztes Jahr dachte ich es zumindest wieder alles im Griff zu haben (RW). Nunja falsch gedacht. Scheinbar bin ich doch nicht so stabil wie ich dachte und muss daher mehr auf mich aufpassen.

      Four wrote:

      Davon holen sich nicht wenige zwar dann doch irgendwo noch schnell einen Partner her, aber da denke ich mir dann auch oft, wie flach ist das und deren Augen funkeln dabei auch nicht. Bei der nächstbesten Gelegenheit gehen nicht wenige solche Leute dann fremd. wobei auch nicht alle vermutlich.
      Den Ausdruck mit dem Augen funkeln finde ich gut. Gerade wegen dem Autismus und dem doch eher geringen Blickkontakt. Das kann man wörtlich oder im übertragenen Sinn sehen. Im übertragenen Sinn ist es vielleicht der Grund warum ich mich sehr selten verliebe. Es ist ja schon schwierig einem passenden Partner in Bezug auf Interessen, persönliche und soziale Umstände/Gegebenheiten, Sympathie und Charakter zu finden. Und wenn es dann passt, dann ist da wirklich etwas wenn ich Blickkontakt herstelle. Dann kommt zu dem autischtischen Mangel an Blickkontakten noch der schüchterne Aspekt dazu. Also ich bin jetzt nicht direkt ein schüchterner, in sich gekehrter (RW) Mensch. Aber bei der Liebe ist es doch schon etwas seltsames. Auf Fotos schaue ich dann gerne auch in die Augen und da passiert dann doch etwas in der Gefühlswelt. (RW) Bei normalen Kontakten sind die Augen für mich irgendwie leer. Keine Ahnung, klingt irgendwie strange. Vielleicht sollte ich eher uninteressant, nichtssagend, unangenehm oder so sagen. Viele oder besser gesagt dauerhafte Möglichkeiten zum üben hatte ich noch nicht dazu. Hinzu kommt ja noch, das ich für eine Beziehung ein hohes Maß an Vertrauen voraussetzen muss. Ich bekomme ja vom zwischenmenschlichen Verhalten genauso viel oder so wenig mit wie von der nonverbalen Kommunikation, auch über die Augen, des Partners. Ich würde es ja nicht mal durch Anspielungen mitbekommen wenn der Partner unglücklich ist oder fremd geht. Da müsste ich dann gewisse Signale mit der Partnerin verabreden damit ich darauf reagieren kann. Das lässt sich alles in der Theorie, Selbstreflextieren, wunderbar bearbeitet. Bringt aber im normalen Leben nix. Mir stellt sich zur Zeit die Frage ob ich wirklich, bei dem Mädchen, an dem Punkt des 100%igen Vertrauens bin. Ich möchte nicht ins Detail gehen, aber das ich vom Overload in den Meltdown in die Depression in die Stimmungsschwankungen gehe, und wieder zurück und durcheinander, hat doch Gründe. Klar ich suche die Fehler immer erst bei mir, doch irgendwann komme ich auch da nicht weiter. Ich gab keine Ahnung wie NTs Liebe definieren, mal abgesehen was Film, Fernsehen und social Media fälschlicherweise davon erzählen, und wie sie es erleben. Für mich, will ich die Partnerin doch nicht ins emotionale Chaos stürzen, sondern die Wolke 7 (RW) oder das Gefühl davon solange wie möglich mit ihr erleben. Keine Ahnung, vielleicht werden daher soviele Beziehungen zu Routine und viele, wie du mal oder jemand anders mal geschrieben hast, sind dann nur zusammen damit sie nicht alleine sind. Ich kann das nicht. Ich liebe meine Routinen, aber die Liebe soll bei mir nicht zur Routine werden. Deshalb passiert es mir wahrscheinlich, wie erwähnt, nicht oft das ich mich verliebe.

      Four wrote:

      Dann hilft vermutlich nur neuen Wert in diesem Leben für sich zu definieren / finden oder mit Resignation leben zu lernen. Ich wünsche mir seit längerem eine resignierte Grundgelassenheit, die ich aber bei Bedarf pausieren kann. Also ohne neurologischen Dauerschaden.
      Das würde ich mit folgende Aussage zusammenfügen.

      Four wrote:

      platzhalter wrote:

      Das habe ich mir dann heute auch gedacht. Ich meine, Beziehungen sollte man nicht erzwingen. Zuerst einmal muss ich es hinbekommen die Sozialisation nicht ganz zu verlieren. Es ist ja einfach und bequem sich ganz sich selbst hinzugeben, aber wie geschrieben ist es doch nicht meine Vorstellung vom Leben.
      Da bist zu z. B. im Widerspruch bei Satz 2 nach Satz 1. Es sei denn, es ist dir lieber überhaupt Kontakt zu haben, egal mit wem, hauptsache du bist nicht Kontaktlos. Aber das frustriert dich dann ja wieder sehr. Vielleicht klappt es ja so auch zufällig gut.
      Ich meinte damit wirklich keinen Kontakt. Klar im täglichen Leben, beim Einkaufen oder Sport etc. komme ich zwangsläufig in Kontakt. Nur meinte ich das im Sinne einer sozialen Abschottung. Ich kann ja mit jemanden Sport machen, ohne diese Person in mein soziales Leben zu integrieren. Seit meinem Umzug aus Berlin wird das, schon aus familiären Grunden, etwas schwierig mich komplett abzukapseln. Nur kenne ich das aus jahrelanger Erfahrung selbst. Nun bin ich im Sportverein. Damals bin ich als normaler Besucher in die Schwimmhalle. Da kommt man, schon aufgrund der Anonymität der Großstadt, nicht so in Kontakt. Wenn ich hier schwimmen gegangen bin, dann sieht man doch regelmäßig die gleichen Leute. Das ist mir in Berlin nicht passiert. Außerdem sorgt die räumliche Distanz der Stadt schon dazu, dass man, auch als Familie, sich ganz gut aus dem Weg gehen kann. Das kann ich hier in der Stadt (unter 100000 Einwohner) nicht. Aber zum Thema. Durch mein SI, Radsport, hab ich schon die Möglichkeit einen Inhalt für mein Leben zu schaffen. Mir ist klar das dies keine Dauerlösung ist. Vor ein paar Jahren, hätte ich schwimmen als mein SI bezeichnet. Ich hab damals schon den Radsport als Zuschauer verfolgt aber nicht aktiv betrieben. Ich meine, ich gehe immer noch gerne und lange schwimmen, aber man sollte sich schon im Klaren sein, gerade beim SI, welche Möglichkeiten sich auch in Zukunft bieten. Ich werde in 20 Jahren den Radsport, auch körperlich, nicht mehr so betreiben können wie ich es jetzt mache. Mal abgesehen, das msn vom Leben sowieso ständig eine in die Fresse bekommt, gerade wenn man denkt es läuft gut.
      Und darüber kann ich dann auch in eine gewisse Sozialisation kommen. Das ist mir dann auch wieder bewusst geworden. Gestern hab ich dann auch wieder mit einem Sportsfreund, als kein Freund im eigentlichen Sinne, eine Radtour unternommen. Da hilft mir das SI schon enorm. Außerdem kann ich damit auch deine beschriebenen "Stresstelomere" reparieren. Ich kannte den Begriff nun nicht aber ich habe schon mitbekommen, dass eine gewisse Trainingsintensität bzw. ein Maß an Sozialisation mich doch auch in emotionalen Dingen stresstoleranter macht. Nur ist die Dauer der Wirkungen begrenzt. Ich muss dann schon in Extreme gehen um eine zumindest tagelang Wirkung zu haben. Wie bei Drogen oder so. Ich bin dann irgendwie emotional befriedigt, ausgeglichen oder so. Biochemie halt.

      Four wrote:

      Würdest du dir wünschen, jemanden zu finden, der deine Gedanken in momentaner Phase teilt? Weil vielleicht könnte dir sonst ein Austausch in einem depressiven Forum gut tun, falls du hier keine Leute finden solltest, denen es gerade auch vollumfänglich genauso geht. Oder vielleicht gibt es hier schon Threads, weil hier klickt vielleicht auch nicht jeder drauf. Vielleicht gibt dir das was.
      Keine Frage, das Forum hilft schon enorm. Insbesondere der Austausch über Dinge von denen man in der Krise doch gelegentlich denkt man sei der einzige mit dem Problem erdert doch schon. Ich bekomme dadurch eine neue Perspektive die dann bei der Selbstreflextion dann doch ziemlich hilfreich ist. Wie diese Konversation. Nur ist dies halt, auch wenn im geschlossenen Forum, ein öffentlicher Raum in dem ich nicht alles erzählen würde. Das setzt dem Ganzen dann doch auch Grenzen. Ich weiß jetzt nicht wo genau ich das gelesen hab, ob bei dir oder anderswo im Forum, aber dort stand, dass viele mit "Freunden" mehr an privaten Dingen teilen/erzählen als mit dem Partner. Wenn ich das Forum mal mit den "Freunden" (NTs), der Vergleich ist zwar nicht stimmig geht aber in die Richtung, ersetze dann stimmt das schon. Eigentlich widerstrebt mir das. Ich würde das lieber im Rahmen einer Partnerschaft klären, das ich dort 100%ig mit offenen Karten spielen würde (RW). Eine Partnerschaft würde ich daher nur eingehen wollen wenn ich ein 100%iges Vertrauen habe in dem ich auch über Dinge reden würde die ich nicht in einem Selbsthilfeforum klären könnte.

      Four wrote:

      Meinst du bei Ansprüche bei anderen herunterschrauben deren an dich oder deine an sie?
      Damit meine ich die Ansprüche an mich selbst.


      Zu deinem Nachtrag der Verallgemeinerung sehe ich da kein Problem. Ich weiß selber das ich auch manchmal viel verallgemeinere.

      The post was edited 1 time, last by platzhalter ().

    • Mugwump wrote:

      Alexithymie ist soweit ich weiß keine offizielle Diagnose, aber meine ehemalige Therapeutin bemängelte öfters, dass ich Gefühle schlecht wahrnehmen und beschreiben könne.
      Das mag sein, hilft aber trotzdem sich der Situation besser bewusst zu werden.
      Mir hatte es damals auch geholfen als man mir sagte, dass ich vermutlich Alexithym bin. Daraufhin konnte ich Dinge nachlesen (statt nur Dinge zusammen zu reimen [Rw]) und die Situation besser anpassen.

      Mugwump wrote:

      Habt ihr das auch manchmal?
      Ich habe es eigentlich so immer. Ist schon lästig, aber man muss das beste draus machen.
      Meine Therapeutin lacht auch immer, wenn wir über das Thema Gefühle reden weil sie weiß das ich da immer erst mit meinen typischen Aussagen komme. :d
      Grüße aus der Pegasus Galaxie. :)
    • @DrCarsonBeckett

      Was meinst du mit Dinge nachlesen? Zum Beispiel wie man sich in einer Situation wahrscheinlich fühlt? :d

      Wenn meine Therapeutin mich gefragt hat, wies mir geht, war meine Antwort meist "gestresst", aber vielleicht kann ich Gefühle auch gut wahrnehmen, aber bin einfach wirklich 90% der Zeit gestresst :o

      Sie meinte, das könne ja wohl nicht sein. :| Sie hat aber auch tiefliegende Traumata bei mir vermutet :| :| :| Wir haben uns nicht im Guten getrennt. :-p
    • Zum Beispiel. :fun:
      Aber ich meinte eher generell über das Thema Gefühle und die Zusammenhänge mit Situationen und co.
      Es hilft mir auch gut, mit meiner Schwester darüber zu sprechen, wie die der Durchschnitt sich verhält und co.

      Mugwump wrote:

      Wenn meine Therapeutin mich gefragt hat, wies mir geht, ...
      Meine Antwort ist in über 95% der Fälle: neutral. :d
      Das findet sie nicht immer so lustig, aber öfters wird auch mal gelacht dabei.
      Immerhin etwas.^^
      Grüße aus der Pegasus Galaxie. :)
    • platzhalter wrote:

      Vielen Dank.
      Gerne.

      platzhalter wrote:

      Den ganzen Gefühlbrei, wegen dem ich hier zur Zeit ziemlich viel rum jammere, mal ausgenommen.
      Das muss/darf auch mal sein! Nicht wenige NT's machen das tagtäglich und zu kleinsten Anlässen ("Also dieser Heribert von nebenan, der hat eine Art und Weise" oder "ist dir auch so kalt?" "Ja, unglaublich, wie kalt es ist, was für ein Wetter", "ich habe Hunger", "Manno, noch 7 Stunden Arbeit, ich will nach Hause", "Ich will jetzt endlich, dass Freitag ist"). Ich kenne das von mir, dass wenn ich mal nach außen hin meckere, das Gefühl habe, als wäre ich ein Dauernörgler, wobei ich ja total selten nach außen hin eine Gefühlsregung bekunde, außer ich komme irgendwo gerade nicht weiter. Letztlich ist es ein Auseinandersetzen mit einem Thema, welches einen beschäftigt.

      platzhalter wrote:

      Vom Zug überfahren, wie du geschrieben hast, trifft es vielleicht ein wenig, bzw ich merke das ich geistig irgendwie erschöpft oder benebelt bin aber trotzdem noch zu allem fähig. Nur nicht mehr zu 100%.
      Bei mir ist es sehr extrem momentan, von dem her passt dieses Beispiel mit dem Zug bei mir momentan wie die Faust auf's Auge (RW). Das Gefühl was du beschreibst habe ich bei beginnenden Erschöpfungsphasen, wo es aber auch noch mal abklingen kann (womit ich dir Hoffnungen geben will). Momentan weiß ich nicht ob ich ein Burnout oder ein "burst open" (englisch gesprengt / zerplatzt) habe. Meine Psychologin beruhigt mich, aber vielleicht auch einfach bloß präventiv. Vielleicht passt angerissen (englisch torn) auch besser. "Lasst mich Arzt, ich bin durch" will ich momentan am liebsten überall hinrufen. Ansonsten kenne ich dein Gefühl. Was nicht heißt, dass es mir schlechter geht. Nur dass ich mich in anderen Gefühlszuständen befinde gerade

      platzhalter wrote:

      Bis letztes Jahr dachte ich es zumindest wieder alles im Griff zu haben (RW). Nunja falsch gedacht. Scheinbar bin ich doch nicht so stabil wie ich dachte und muss daher mehr auf mich aufpassen.
      Ich übe gerade und seit einiger Zeit mehr oder weniger zwangsweise 5e gerade sein zu lassen. Empfinde ich auch als Faktor für das Gefühl des Haltverlustes z. B. meiner Identität - bzw. meines Situationsverarbeitungsvermögens durch die Masse an 5en, die ich in letzer Zeit gerade sein lasse. Alles ein so schneller Wandel, dass ich kaum mehr weiß, wo mir der Kopf steht (RW). Ich denke, ich verstehe, was du meinst.

      platzhalter wrote:

      Im übertragenen Sinn ist es vielleicht der Grund warum ich mich sehr selten verliebe. Es ist ja schon schwierig einem passenden Partner in Bezug auf Interessen, persönliche und soziale Umstände/Gegebenheiten, Sympathie und Charakter zu finden. Und wenn es dann passt, dann ist da wirklich etwas wenn ich Blickkontakt herstelle.
      Mit den Funkeln in den Augen meinte ich in diesem Fall nicht das Verliebte sich in die Augen schauen, sondern die leuchtenden Augen bei verliebten an sich, wie sie allgemein irgendwo hingucken, während sie durch ihre Verliebtheitsgefühle gut drauf sind oder einfach, weil sie sich erfüllt fühlen. Wenn manche sich schnell einfach irgendwo her einen neuen Partner angeln, um nicht allein sein zu müssen, wirken die Augen irgendwie dementsprechend trostlos und Postings wie "Danke, Schatz, ich liebe dich so sehr" wirken wie aus einem Computer-Vorleseprogramm, überspitzt.

      platzhalter wrote:

      Bei normalen Kontakten sind die Augen für mich irgendwie leer.
      Das geht mir viel bei Leuten so, die ich als (überwiegend) Nicht-Autisten einstufen würde oder zumindest als sehr leidenschaftslos. Das wirkt dann irgendwie, als würden sie kaum über ihre Augen sprechen, sondern vor allem durch den Mund und durch Gestik und Mimik. Die Blicke von Menschen mit Persönlichkeitsstörungen finde ich hingegen ziemlich lebendig bis sehr lebendig.

      platzhalter wrote:

      Keine Ahnung, klingt irgendwie strange. Vielleicht sollte ich eher uninteressant, nichtssagend, unangenehm oder so sagen.
      Kann (zusätzlich) auch mit der Sache zu tun haben, dass (manche) Autisten oft nicht die Augen fokussieren vom Gegenüber, wenn der spricht. Sondern dann z. B. auf den Mund. Vielleicht ist das so, wenn Menschen in Floskeln / Smalltalk sprechen, weil sie dann nicht viel Lebendigkeit in ihren Augen haben. Wenn ein Mensch "sprudelt" (RW) werden die ja meist "leuchtend". Also vielleicht wenn er näher denkt. Und Autisten stehen ja die meiste Zeit unter Strom.

      platzhalter wrote:

      Hinzu kommt ja noch, das ich für eine Beziehung ein hohes Maß an Vertrauen voraussetzen muss. Ich bekomme ja vom zwischenmenschlichen Verhalten genauso viel oder so wenig mit wie von der nonverbalen Kommunikation, auch über die Augen, des Partners. Ich würde es ja nicht mal durch Anspielungen mitbekommen wenn der Partner unglücklich ist oder fremd geht. Da müsste ich dann gewisse Signale mit der Partnerin verabreden damit ich darauf reagieren kann. Das lässt sich alles in der Theorie, Selbstreflextieren, wunderbar bearbeitet. Bringt aber im normalen Leben nix. Mir stellt sich zur Zeit die Frage ob ich wirklich, bei dem Mädchen, an dem Punkt des 100%igen Vertrauens bin. Ich möchte nicht ins Detail gehen, aber das ich vom Overload in den Meltdown in die Depression in die Stimmungsschwankungen gehe, und wieder zurück und durcheinander, hat doch Gründe.
      Vertrauen habe ich in nichts mehr oder wenn dann in alles. Kurzum, - ich habe noch so viel versucht zu sichern, es funktionierte (manchmal) nicht. Muss bei anderen dann nicht auch schief gehen. Aber ich verlasse mich heute lieber darauf, dass ich mich auf nichts verlassen kann und vielleicht noch nicht mal darauf. Also ich nehme die Undurchsichtigkeit des Lebens an, soweit ich kann und was ich kann sehe ich automatisch, so lange ich sehen kann. Mit Liebe kann man gewinnen und verlieren. Ich habe zwei Mal einen Liebesbrief geschrieben, bzw. ein Mal gemalt und ein Mal einen kleinen Zettel mit einer Nachricht auf der Muttersprache der Person. Hat alles nicht zu einer Beziehung geführt, aber zu näheren Erkenntnissen und ich bin froh, es ausprobiert zu haben. Einer hatte sich auch trotz anschließender Nähe-Distanz-Problematik über den Zettel total gefreut (der hatte mir aber auch schon Mal gesagt, dass er ein Auge auf mich geworfen hat (RW :d ). Der andere hatte das Bild zerknüllt... - Junge aus der 1. Klasse.^^ Und der andere ist kompliziert. Bei dem ich nichts tat, der tritt heute noch gelegentlich unverarbeitet in meinen Träumen auf. Der andere verschwand bald. Da sagte ich mir nach dem letzten Traum, warum ich noch von dem träumen sollte, wenn das im Leben doch zu nichts führt wegen dem und dem. Dass es mich nur unnötig schmerzt, nicht in diesem Traum leben zu können, zu Mal ich ihn mittlerweile auch teilweise mehr doof finde. Und dann kam von dem kein Traum mehr, was mich auch nicht stört. Und bei dem wo ich nichts tat, der hingegen sehr oft auf mich zu kam (zwischenzeitlich hatte er tausend andere Frauen, was mir auch zuwider war, wenn auch er für mich besondere Augen gehabt zu haben schien, weil er sogar eine Zeit lang täglich zu mir zum Pferdestall kam und dann da mit mir flirtete), der kommt heute noch ab und zu ind en Träumen vor, früher stark. Und nach solchen Träumen bin ich dann bevor meine Kinder auf die Welt kamen immer total wehmütig gewesen, wieder wach zu sein. Also bewusst denke ich da nicht so drüber nach, das holt mich dann in meinen Träumen ein und vielleicht dich dafür bewusst. Also verlieren kannst du m. E. immer, egal was du machst. Genau wie gewinnen. Und die Achterbahn des Lebens kann m. E. immer Höhen und Tiefen haben. Muss es nicht, aber kann. Musst du für dich vielleicht schauen, was für dich die größere Tragödie wäre oder was das schönere. Womit willst du lieber leben? Was hast du zu verlieren? Wovor hast du Angst und warum? Womit könntest du diese Ängste ggf. relativieren? Wenn ich ahnte, mir vielleicht jemand aus dem Kopf schlagen zu müssen (RW), gestand ich trotzdem meine Zuneigung (stimmt, ein Mal war es auch per Mail), weiß ich mittlerweile, dass der Schmerz vergeht und ich irgendwann wahrscheinlich wieder jemand anderen toll finden werde, auch wenn ich das in dem Moment nicht will.

      Ich schreibe die Tage weiter. LG
    • Ich habe eher das Problem, dass ich meine Gefühle nicht so nach aussen trage. Ich kann am Boden zerstört sein und noch lachen. Viele Leute verstehen dann nicht, warum ich plötzlich eine Krise schiebe oder weine. Ich bekam auch nur selten Mitleid oder derartiges. Vermutlich sieht man mir einfach nicht so gut an, dass ich traurig bin - bis es zu spät ist. Meine Depression kam für viele überraschend.
      Da besteht vermutlich eine Diskrepanz zwischen Mimik und innerer Gefühlslage. Oft weiss ich auch gar nicht, ob es mir gut geht. Wenn jemand fragt, wie es mir geht, evaluiere ich das anhand der aktuellen Lage (gab es besondere Geschehnisse, die mich belasten oder erfreuen?) und gebe dann erst eine Antwort. Für viele ist das merkwürdig, da es sie anscheinend eh nicht interessiert und es nur eine Floskel ist. Darum sage ich inzwischen meistens, dass es mir gut geht.
    • Ich muss einfach etwas dazu schreiben.

      Four wrote:

      Gerne.
      Das muss/darf auch mal sein! Nicht wenige NT's machen das tagtäglich und zu kleinsten Anlässen ("Also dieser Heribert von nebenan, der hat eine Art und Weise" oder "ist dir auch so kalt?" "Ja, unglaublich, wie kalt es ist, was für ein Wetter", "ich habe Hunger", "Manno, noch 7 Stunden Arbeit, ich will nach Hause", "Ich will jetzt endlich, dass Freitag ist"). Ich kenne das von mir, dass wenn ich mal nach außen hin meckere, das Gefühl habe, als wäre ich ein Dauernörgler, wobei ich ja total selten nach außen hin eine Gefühlsregung bekunde, außer ich komme irgendwo gerade nicht weiter. Letztlich ist es ein Auseinandersetzen mit einem Thema, welches einen beschäftigt.
      Das Problem dabei ist, dass es mich selbst richtig nervt. Sich immer und immer wieder mit einer Sache zu beschäftigen und dabei keinen Schritt weiter zu kommen (RW) ist schon frustrierend. Ich weiß jetzt nicht wie ich das beschreiben soll, aber wenn ich "nur" übers Wetter nörgeln könnte, wäre ich ja zufrieden. Immerhin hängt bei mir alles irgendwie zusammen. Chaos in der Umschulung, Chaos im Gefühlsleben, eigentlich herrscht überall Chaos und ich weiß absolut nicht wie ich das irgendwie auflösen soll, weil auch alles irgendwie zusammenhängt.

      Four wrote:

      Ich übe gerade und seit einiger Zeit mehr oder weniger zwangsweise 5e gerade sein zu lassen. Empfinde ich auch als Faktor für das Gefühl des Haltverlustes z. B. meiner Identität - bzw. meines Situationsverarbeitungsvermögens durch die Masse an 5en, die ich in letzer Zeit gerade sein lasse. Alles ein so schneller Wandel, dass ich kaum mehr weiß, wo mir der Kopf steht (RW). Ich denke, ich verstehe, was du meinst.
      Bei "kleinen" Dingen im täglichen Leben funktioniert das ja ganz gut. Wenn es z.B. ein Produkt nicht zu kaufen gibt, oder ich mich in eine Situation neu einarbeiten muss, dann habe ich damit eigentlich relativ wenig Probleme. Das kann ich geistig ganz gut kompensieren. Schwierig ist es bei den Dingen die ich nicht verstehe. Ich war die letzten Tage nicht oft im Forum und habe daher die Diskussion aspies.de/selbsthilfeforum/ind…ostID=1126805#post1126805 nicht ganz von Anfang an mitbekommen. Ich könnte darüber ein Buch schreiben. (RW) Ich habe das Gefühl, aber sicher bin ich mir nicht, dass das Mädchen immer Andeutungen macht. Wenn ich dann versucht habe mit Andeutungen zu antworten, dann schein die Antwort, auch als Andeutung irgendwie zu passen. Vielleicht bilde ich mir das auch nur ein. Ich habe dann auch schon mehrfach versucht meine Gefühle direkt anzusprechen, aber dann kam entweder gar keine Reaktion oder ich wurde deutlich zurückgewiesen. Dazu muss ich sagen, dass wie ich das gemacht habe, war auch nicht gerade normal. Zu der Zeit bin ich schon im Overload aufgewacht und hatte tagsüber drei bis vier Meltdowns. Und in dieser Phase hab ich dann mehr oder weniger versucht meine Gefühle auszudrücken. Ich hatte ihr mal am Anfang geschrieben, dass ich diese emotionalen Ausnahmezustände nicht will. Ich denke nicht, dass sie das verstanden hat bzw. irgendeine Ahnung davon hat. Wenn andere mit der rosaroten Brille (RW) der Liebe durch die Gegend wanken, falle ich von einem Meltdown in den anderen. (RW) Wut, Trauer, Freude lässt ja noch in Teilen rational erfassen, aber das verliebt sein lässt meinen Kopf explodieren. (RW) Jetzt bin ich ganz schön abgeschweift (kommt bestimmt in diesem Text öfters vor), daher zurück zum Thema. Nur um ein paar Tage darauf wieder Andeutungen zu bekommen. Das ist doch bekloppt, bzw. ich werde dabei bekloppt. Ich verstehe nicht warum Sie, ich meine ich mache da auch so meine "Experimente" um mich selbst zu überprüfen, warum Sie mit jedem Idioten redet und bei mir kommen da nur Andeutungen und keine direkten Antworten. Ich kann auch nicht richtig loslassen, da ich selbst nicht einordnen kann was ich fühle. Soll ich nun wütend sein, soll ich frustriert sein, soll ich hoffnungsvoll sein oder soll ich mir Sorgen machen? Keine Ahnung, bei mir passiert gerade alles gleichzeitig und ich kann nicht erfassen was gerade vorherrscht. Für mich fühlt sich die Wut irgendwie genauso hilflos und überlastend an wie die Hoffnung. Jetzt weiß ich nicht wie ich das beschreiben soll, aber ich fühle mich bei den Gedankengängen irgendwie gleich. Bei einem Depressionsschub, wenn er länger andauert, fühlt sich mein Körper übersäuert an. Daher weiß ich auch nicht wie ich reagieren soll und wie die Sache nun zu ende zu bringen ist. Soll ich mir sagen das war es, ich bin emotional am Ende? Oder soll ich mir sagen, das ich das doch irgendwie auf die Reihe bekomme? Scheinbar funktioniert das ja bei den dümmsten NTs. Ich hab keinen blassen Schimmer wie ich mit der ganzen Sache umgehen soll. Vielleicht die das ja alles nur Einbildung meinerseits. Dazu kommen ja noch die Stimmungsschwankungen, teilweise stündlich, die mich im Alltag ziemlich belasten. Das Masking funktioniert zwar noch ziemlich gut, aber es kostet immer mehr Kraft. Zumindest bin ich froh, das ich es hinbekommen habe von den täglichen Meltdowns wegzukommen. Für mich ist das schon ein enormer Fortschritt.

      Four wrote:

      der kommt heute noch ab und zu ind en Träumen vor, früher stark. Und nach solchen Träumen bin ich dann bevor meine Kinder auf die Welt kamen immer total wehmütig gewesen, wieder wach zu sein. Also bewusst denke ich da nicht so drüber nach, das holt mich dann in meinen Träumen ein und vielleicht dich dafür bewusst. Also verlieren kannst du m. E. immer, egal was du machst. Genau wie gewinnen. Und die Achterbahn des Lebens kann m. E. immer Höhen und Tiefen haben. Muss es nicht, aber kann. Musst du für dich vielleicht schauen, was für dich die größere Tragödie wäre oder was das schönere. Womit willst du lieber leben? Was hast du zu verlieren? Wovor hast du Angst und warum? Womit könntest du diese Ängste ggf. relativieren? Wenn ich ahnte, mir vielleicht jemand aus dem Kopf schlagen zu müssen (RW), gestand ich trotzdem meine Zuneigung (stimmt, ein Mal war es auch per Mail), weiß ich mittlerweile, dass der Schmerz vergeht und ich irgendwann wahrscheinlich wieder jemand anderen toll finden werde, auch wenn ich das in dem Moment nicht will.

      Mit dem Loslassen, wie du es mit diesem Traum beschreibst habe ich auch Probleme. Ich kann schwer mit Dingen abschließen, die ich nicht 100%ig bearbeitet (verarbeitet) habe. Deswegen komme ich auch mit der Gefühlswelt nicht zurecht. Für mich ergeben sich aus der Entscheidung für, in meinem aktuellen Fall, immer Konsequenzen die ich, egal welche Entscheidung ich treffe, nicht tragen will. (RW) Daher komme ich aus diesem Gefühlschaos nicht raus und mache gar nichts. Obwohl ich weiß, dass dies eigentlich die schlechteste alle Optionen ist. Logisch betrachtet. Denn wenn ich denke eine Linie gefunden zu haben (RW), kommt mein Kopf wieder in Gang (RW) und ich überdenke die Entscheidung immer und immer wieder und mache sie dann schlussendlich rückgängig. Das läuft jetzt schon eine Ewigkeit so und ich komme zu keinem abschließenden Punkt. Wie beschrieben kann die diese Art von Gefühlen nicht rational bearbeiten und so damit nicht umgehen. Ich stelle mir Fragen wie, bin ich geeignet zum Beziehungsleben, bringe ich sozial, wirtschaftlich, und emotional überhaupt die Voraussetzungen mit? Und wenn die Antwort nein lautet, was bedeutet das für mein Leben mit 60+? Wenn man jung ist, kann man vieles noch körperlich, seelisch und technisch ausgleichen, aber im Alter fallen viele dieser Möglichkeiten weg. Daher müsste ich dann jetzt schon an diesem Plan arbeiten.

      Vieles was mir die letzten Tagen und Wochen durch den Kopf gegangen ist (RW) hab ich bestimmt vergessen bzw. möchte ich auch gar nicht im Internet erzählen. Auch wenn dieses Forum anonym ist.

      The post was edited 2 times, last by platzhalter ().

    • Routine kann ja auch was zauberhaftes sein. Ich denke eher, dass manche von denen, die sich ständige Liebesrauschgefühlszustände wünschen, öfters den Partner wechseln. Früher wollte ich auch nur so richtig flashige Mega-Beziehungen, wo man sich gegenseitig in den Himmel hällt. In meinem Fall ernüchterte ich diesbezüglich schnell. Aber hier fehlt mir der Erfahrungswert von Beziehungen aus Verknalltheitszuständen. Die haben sich bei mir ja nicht entwickelt, weil beide oder ich in Situationen, wo man sich näher kamen, versteinerten, - nur unter Alkohol uns Interesse bekundeten (bis auf der Pferdestalltyp) und ansonsten umgeben von Freunden blödelten, bzw. die Männer waren bei mir meist Clowns und ich Dauerversteinert.Meine Beziehungen entstanden stets aus vorherigen schriftlichen Kommunikationen, die durch mehr oder weniger Zufall entstanden in speziellen Foren. Für diese Personen empfand ich auch zunehmend Gefühle, die von Anfang an gesetzter waren, wie ich so was anfänglich für wenig romantisch hielt. Aber es ergab sich für mich Substanz / überhaupt eine Grundlage, weil ich einfach nicht in der Lage war, näher auf die *Bäm*-Männer zuzugehen und die in ernsten Momenten teilweise ja auch nicht auf mich. Ich platzte ja schon allein bei der Vorstellung. Absoluter Overload und Fluchtreflex in den Momenten, worüber ich mich im Nachhinein jedes Mal schwarz ärgerte. Keine Ahnung, wie ich nun drauf wäre, hätte ich mal solch eine Beziehung mit den *Bäm*Rauschzustand gehabt, wie ich den weiteren Verlauf dann gefunden hätte. Als Teenager stellte ich mir meinen Traumpartner vor allem ruhiger und romantisch vor. Ein paar wenige Male traf ich auch auf solche, die mir gefielen, wovon einer sich auch für mich näher interessierte, aber da war zeitgleich einer der *Bäm*-Männer und hat mir den Verstand weggenebelt. Naja ich drifte ab. Finde ich aber interessant auch von der Anziehungskraft bezüglich des Buches "Jeder bekommt den Partner, den er verdient".
      Wenn ich über eine Begegnung nachdenke, überlege ich auch manchmal, wo da mein Konflikt gelegen haben könnte im Hinblick dessen, dass ich ihn zu bodenständig empfand oder wie ich das beschreiben soll. Noch nie hatte ich bei jemandem zuvor auf den 1. Blick gedacht "Wow, ist das ein schöner Mann!". Äußerlich auch, aber irgendwie auch vor allem durch sein Lächeln und die Augen - bestimmte Art, die auf mich unheimlich "tief" wirkte. Der hatte aber keine hormonelle Begleitkomponente. Ich spürte bei ihm (sorry for the information^^) nie meine Hormone. Aber ansonsten verstanden wir uns sehr gut auch in dem Punkt, dass wir beide problemlos viel schweigen konnten und fachlich auf einem Level waren, was er auch mal vor allen betonte und dann fing er eines Tages an, zunehmend mir Fragen zu stellen, wo mir dann irgendwie ganz komisch wurde. Das fühlte sich so ernst an oder wie ich das beschreiben soll. Und ich stellte mir manchmal vor, wie es wäre und bekam dann glaub ich so Gefühle, wie eine Braut, die sich nicht traut oder so. Ich dachte mir, das passt doch gar nicht, so brav wie er ist und ich so hyper und Party. Und ich liebe getunte Autos und er lebt eher praktisch. Und zu dem war da sich gerade was anderes am anbandeln, was so gut wie schon fest stand. Meine Hoffnungen zu ihm und mir hatte ich schon begraben, weil er da einfach so langsam voranging, so dass ich mir nicht sicher war, ob da noch was kommt und ich wollte in diesem Fall aus Gründen die ich hier nicht nennen will nicht näher auf ihn zu kommen. Und der, mit dem sich gerade was aufbaute, bemühte sich einen Ast, dass ich zu ihm ziehe. Aber es fühlte sich falsch für mich an zu diesem zu gehen. Also aus diesen Gründen frage ich mich heute öfters, welchen Gefühlen ich zukünftig lieber nach gehen möchte.
      Verlieben in diesen *Bäm*-Zuständen kann ich nicht steuern. Wobei das für mich auch eher ein Verknallen ist im Sinne von einen Knall haben (RW). Die Personen finde ich meistens zu Beginn erst Mal doof. Meinst du, dass du dich nicht oft verliebst, weil du die Gefühle nicht weiter zulässt? Oder hältst du die Augen weniger offen?

      platzhalter wrote:

      Ich meine, ich gehe immer noch gerne und lange schwimmen, aber man sollte sich schon im Klaren sein, gerade beim SI, welche Möglichkeiten sich auch in Zukunft bieten. Ich werde in 20 Jahren den Radsport, auch körperlich, nicht mehr so betreiben können wie ich es jetzt mache.
      Aber jetzt kannst du das noch und bis dahin probieren zu genießen. Und dann in 20 Jahren weiter sehen oder in 18.

      platzhalter wrote:

      Und darüber kann ich dann auch in eine gewisse Sozialisation kommen. Das ist mir dann auch wieder bewusst geworden. Gestern hab ich dann auch wieder mit einem Sportsfreund, als kein Freund im eigentlichen Sinne, eine Radtour unternommen. Da hilft mir das SI schon enorm. Außerdem kann ich damit auch deine beschriebenen "Stresstelomere" reparieren. Ich kannte den Begriff nun nicht aber ich habe schon mitbekommen, dass eine gewisse Trainingsintensität bzw. ein Maß an Sozialisation mich doch auch in emotionalen Dingen stresstoleranter macht. Nur ist die Dauer der Wirkungen begrenzt. Ich muss dann schon in Extreme gehen um eine zumindest tagelang Wirkung zu haben. Wie bei Drogen oder so. Ich bin dann irgendwie emotional befriedigt, ausgeglichen oder so. Biochemie halt.
      Ok. Meinst du damit, dass du aus dir selbst wenig Energie ziehen zu scheinst / sie ohne Austausch mit anderen zu verlieren? Wie du ähnlich hier schon Mal schriebst, glaube ich. Kannst ja schauen, ob du es schaffst, daran zu arbeiten. Ich kenne von mir ja auch Gedanken, dass wenn ich wieder tagelang mich zurückziehe mich manchmal schlecht fühle, aber dann wieder sage ich mir, dass ich anderen und mir gerade auch keinen Gefallen täte, mich nicht zurückzuziehen, weil ich sonst abgespalten agieren würde oder gereizt.

      platzhalter wrote:

      Keine Frage, das Forum hilft schon enorm. Insbesondere der Austausch über Dinge von denen man in der Krise doch gelegentlich denkt man sei der einzige mit dem Problem erdert doch schon. Ich bekomme dadurch eine neue Perspektive die dann bei der Selbstreflextion dann doch ziemlich hilfreich ist. Wie diese Konversation.
      Ok, freut mich.

      platzhalter wrote:

      Ich weiß jetzt nicht wo genau ich das gelesen hab, ob bei dir oder anderswo im Forum, aber dort stand, dass viele mit "Freunden" mehr an privaten Dingen teilen/erzählen als mit dem Partner. Wenn ich das Forum mal mit den "Freunden" (NTs), der Vergleich ist zwar nicht stimmig geht aber in die Richtung, ersetze dann stimmt das schon. Eigentlich widerstrebt mir das. Ich würde das lieber im Rahmen einer Partnerschaft klären, das ich dort 100%ig mit offenen Karten spielen würde (RW).
      Von mir kam das glaube ich nicht. Freundschaft geht für mich einer Partnerschaft voraus. Also eine Partnerschaft beinhaltet für mich Freundschaft und das Plus ist eigentlich nur dazu Körperlichkeit und gewisse Exklusivitäten wie zusammen wohnen usw. Zu dem vergebe ich sinnbidlich keine Plätze, weil jede Verbindung seine eigene Welle und Zeit hat, an die kein anderer herankommt. Als Teenager wollte ich zwar vor allem mit einem Partner verschmelzen und ich zog auch 2 Mal zu einem um, aber ich denke das hätte ich nicht oder unwahrscheinlicher getan, hätte ich jemals (zu dem Zeitpunkt, seit geraumer Zeit habe ich eine eher gute Freundin, das entwickelte sich länger) die Freunde gehabt, die ich mir wünschte. Oder ein annähernd ansprechendes Familienverhältnis. Vielleicht projizierte ich von dem her alles in das, was ich noch nicht erlebte und was mir von dem her die besonderste Hoffnung neben der Verbindung mit meinen Tieren war. Was auch erklären könnte, warum ich, nach dem ich für mich realisierte, dass auch dies bei mir nicht annähernd so klappt wie vorgestellt, eine Depression bekam, bis ich das verdaut hatte. Heute denke ich wieder etwas hoffnungsvoller, aber bei weitem nicht mehr so romantisch. Aber ich weiß auch, dass ich nicht ausschließen kann, noch schönes erleben zu können, auch wenn es bislang oder in Momenten der Verzweilfung anders ist.
      Vermutlich ist es auch eine Frage der Definition von Freundschaft. Meine Traumfreundschaften sind zumindest annähernd so, wie ich sie mir in einer Partnerschat wünsche, nur halt ohne nähere Körperlichkeiten. Ansonsten sind es für mich Bekanntschaften oder Hobbyfreunde.

      Habe deinen neuen Beitrag erst nun gesehen. Muss nun schlafen. Bis die Tage!
    • platzhalter wrote:

      Gibt es dazu einen Test oder irgendwelche Anhaltspunkte bei denen man das eingrenzen kann?
      alexithymie.com , dort hatte ich damals bisschen die anfänge gelesen gehabt. Gibt dort einen kleinen "Test", welcher für indizien reicht.
      Ansonsten hatte ich eher englische Seiten als Informationsquelle genutzt, da mir die meisten deutschen nicht informativ genug waren.
      Grüße aus der Pegasus Galaxie. :)