Psychisch gesund bleiben während Social Distancing, Quarantäne und Ausgangsbeschränkungen auf Grund des Corona-Virus

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      Auch von mir ein Danke - ich bin dabei, es zu lesen und freue mich, dass sich mal jemand intensiv mit den psychischen Folgen auseinandersetzt, weil die meisten ja nur denken "hoffentlich kriege ich kein Corona, dann ist alles gut", aber gerade die Menschen, die sowieso schon psychisch labil sind, können nun erhebliche Probleme entwickeln.

      Mir ist beim Lesen gleich ein Punkt ins Auge gesprungen, der bei mir eigentlich kaum durchführbar ist:

      "Bleiben Sie in sozialem Kontakt –jeden Tag einmal ein Gespräch mit jemandem führen, auch wenn es nur kurz ist."

      Es wird davon ausgegangen, dass man über ein einigermaßen breites soziales Netz verfügt. Richtig schlimm ist es aber, wenn es wie bei mir nicht der Fall ist. Womöglich trifft das die meisten Menschen ja nicht. Aber ich habe nur meine Eltern (evtl. Geschwister) und einen Kumpelfreund, ansonsten nur Bekannte, mit denen ich mal eine kurze Nachricht per WhatsApp austausche.

      Bin ich da die Einzige, der es so geht? Weil Kontakte zu haben, wird ja irgendwie immer vorausgesetzt ... :?
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      Fidoline wrote:

      Mir ist beim Lesen gleich ein Punkt ins Auge gesprungen, der bei mir eigentlich kaum durchführbar ist:


      "Bleiben Sie in sozialem Kontakt –jeden Tag einmal ein Gespräch mit jemandem führen, auch wenn es nur kurz ist."
      Ich denke, bei mir zumindest, das viele im Spektrum da gut "trainiert" sind. Ich hatte schon Phasen wo ich nur einmal im Monat physischen Kontakt, für 10 Minuten oder so, zu jemand anderen hatte. Also außer Einkaufen und anderen Erledigungen. Und das war niemand aus Familie und Freunde, die ich sowieso nicht hab. Das ging über mehr oder weniger drei Jahre so. Hab die Monate nicht gezählt. Aber das möchte ich hier nicht weiter erörtern.
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      Fidoline wrote:

      Aber ich habe nur meine Eltern (evtl. Geschwister) und einen Kumpelfreund, ansonsten nur Bekannte, mit denen ich mal eine kurze Nachricht per WhatsApp austausche.
      Das reicht doch völlig aus. Kontakt muss ja nicht von Angesicht zu Angesicht stattfinden.
      Hohe Zahlen bei der Editierungsanzeige zeigen nicht, dass ich permanent meine Meinung ändern würde. Ich habe nur Probleme Rechtschreib- und Grammatikfehler zu tolerieren und korrigiere diese daher, wenn ich sie sehe.
      Dennoch kann auch ich Tippfehler übersehen. In diesem Fall bitte ich um Nachsicht.
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      Fidoline wrote:

      Pechblende wrote:

      befürchte dass das jetzt wieder den Bach runtergeht
      Warum?
      weil ich mich sehr schwer tue, dauerhafte Kontakte bzw Freundschaften aufrechtzuhalten. da ist meinerseits eine riesige Verunsicherung mit vielen Irrungen und komischem Verhalten drin. deswegen brauchts bei mir regelmäßige rl Begegnungen, bis es stabil wird. klar klappts nicht mit jedem, aber mir fällts auch schwer zu erkennen, wann und warum es nicht klappt und wann das auch besser so ist
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      Insgesamt kann ich den Link aber echt empfehlen! Eigentlich steht gar nichts so "Weltbewegendes" drin, aber wenn man Dinge von außen hört/liest, können sie einen je bekanntlich oft besser motivieren und mir hat es heute schon etwas geholfen.
      Zb, dass man trotz Homeoffice oder - wie in meinem Fall - vorübergehender Arbeitslosigkeit - an Bewegung denkt und die Wohnung mal verlässt, um zB spazieren zu gehen.
      Ich wohne ja in einer neuen Wohnung und leider zu zentral, sodass lauter Menschen herumlaufen, wenn ich aus dem Haus komme. Aber trotzdem habe ich vor dem Einkaufen einen kurzen Spaziergang um den Häuserblock gemacht und sogar etwas Wichtiges entdeckt (das Bürgeramt ;) ).
      Außerdem fand ich den Tipp wichtig, dass man nicht das Gefühl haben soll/muss, den ganzen Tag sinnvoll füllen zu müssen. So geht es mir nämlich immer. Ich setze mich da voll unter Druck. Aber ein Plan soll helfen.
      Und wie gesagt, man soll versuchen, soziale Kontakte einzubauen - eben über das Internet oder Telefon - zwar haben ich wie gesagt nicht so viele, aber ich schreibe halt auch vermehrt in Foren ...
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      Fidoline wrote:

      Es wird davon ausgegangen, dass man über ein einigermaßen breites soziales Netz verfügt. Richtig schlimm ist es aber, wenn es wie bei mir nicht der Fall ist. Womöglich trifft das die meisten Menschen ja nicht. Aber ich habe nur meine Eltern (evtl. Geschwister) und einen Kumpelfreund, ansonsten nur Bekannte, mit denen ich mal eine kurze Nachricht per WhatsApp austausche.
      Ist bei mir ähnlich. Über die Arbeit habe ich noch soziale Kontakte, aber das war es dann auch schon. Ich finde die Ausgangssperren auch sehr problematisch für Leute, die keine festen familiären und freundschaftlichen Bezüge haben, und die zudem nicht mehr arbeiten können oder dürfen. Sehr schwierige Situation. Ich rutsche momentan auch wieder in eine Depression ab und hoffe, dass ich das noch aufhalten kann. Mir kommen auch die Menschen auf der Straße irgendwie depressiv vor. Vielleicht ist das ansteckend?

      Momentan versuche ich, kleine Pläne für die Zukunft zu schmieden. Klappt noch nicht so richtig, aber in schwierigen Zeiten war das bisher oft meine Strategie. Mir selbst Ziele setzen wenigstens für die kleinen Lebensbereiche, die in meiner Hand liegen.
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      Pechblende wrote:

      mir hilfts schon, dass ich noch regulär also draußen weiter arbeite
      Bei uns in der Arbeit ist der Stress sprunghaft angestiegen seit Corona. Es fühlt sich an, als ob die seelische Last im Job sich verdreifacht hat.

      Die Sprüche auf S. 27 der Unterlage "Psychisch Gesund..." finde ich hilfreich, weil sie Druck rausnehmen:

      - "Es ist eine schwierige Zeit, und alles, was ich aktuell fühle, ist in Ordnung."
      - "Wenn ich Sorgen habe, kümmere ich mich gut um mich und lasse sie zu."
      - "Positives Denken ist gut, aber es muss mir nicht gelingen."
      - "Ich darf meine Gedanken und Gefühle mit anderen teilen, auch wenn sie nicht positiv oder aufmunternd sind."

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