Corona und Selbstständige

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    • RegenbogenWusli wrote:

      Er hat eine Tischlerei und fährt scheinbar dennoch jeden Tag zur Arbeit, weil er nach wie vor morgens weg fährt und erst recht spät abends wiederkommt.
      Handwerker dürfen normalerweise weiter arbeiten, selbst bei Kunden in deren Gebäuden - so lange sie dort unter sich sind.

      Fidoline wrote:

      Wie fasst ihr das denn auf? Ich kann aktuell noch zahlen, allerdings ist ein Teil des Geldes auf meinem Konto für Renten- und Krankenversicherung, die ich zahlen muss! Und die muss ich auch weiterhin zahlen, auch wenn ich aktuell 0 Einkommen habe, dh lange geht es bei mir nicht mehr gut.
      Kann ich dann den Antrag auch schon stellen? Oder stellen den wirklich nur Leute, die im Minus sind?
      Ich denke auch, dass eine Auflistung von zu erwartenden Ausgaben und Einnahmen das Dilemma ausreichend darlegen können.
      _,.-o~^°´`°^~o-.,_Ich ess Blumen...,.-o~^°´`°^~o-.,_
    • Die Schwierigkeit liegt an unserer Staatsform. Jedes Bundesland macht es anders, manchmal machen sogar noch die Städte etwas extra...
      Es muss sich also jeder Bundesland und Ortsspezifisch im Netz durchsuchen.
      In Nds gilt für die Nds Einmalhilfe tatsächlich - ein Kriteritum muss passen.
      Das kann anderswo leider anders sein. Und die Kriterien sind von Bundesland zu Bundesland leider auch noch verschieden.
      Typisch Deutsch ): ???

      iww.de/ce/rubriken/corona-sofo…-freiberufler-etc-f127996

      Einmalhilfe über Bundesmittel



      hogapage.de/nachrichten/arbeit…n-von-den-bundeslaendern/

      Programme der einzelnen Bundesländer


      kfw.de/KfW-Konzern/Newsroom/Ak…na-Hilfe-Unternehmen.html

      Das erklärt sich von selbst, hier geht es um die Darlehen

      Hier als Beispiel mal der Link für Niedersachsen

      nbank.de/Blickpunkt/Covid-19-%…%C3%BCr-unsere-Kunden.jsp

      und da steht es:

      Hinweis zu Förderbedingungen:
      Eine Abdeckung der Lebenshaltungskosten ist nicht Bestandteil der Förderung.
      In diesem Falle weist das Bundeswirtschaftsministerium darauf hin, dass der Zugang zu Leistungen nach dem Sozialgesetzbuch II (SGB II), insbesondere dem Arbeitslosengeld II, vereinfacht wird.

      The post was edited 1 time, last by Paula ().

    • Hallo,

      ich habe noch einmal eine dringende Frage und vielleicht kann mir jemand von euch weiterhelfen!

      Heute habe ich den ALG II-Antrag ausgefüllt, der ist ja aktuell durch Corona wirklich total vereinfacht.
      Trotzdem habe ich noch ein Problem: Es gibt noch eine zusätzliche Anlage für Selbstständige und ich
      weiß nicht, ob ich diese in meinem Fall wirklich mitschicken muss.
      Ich war bis Mitte März freiberufliche Deutsch-Dozentin, dann wurden alle Sprachkurse geschlossen.
      Das im März erzielte "Gehalt" muss ich zwar noch bekommen (wann genau ist natürlich unklar),
      allerdingst habe ich aktuell bis auf Weiteres 0 Euro Einnahmen, da meine Selbstständigkeit ja nicht nur
      zum Teil, sondern komplett weggebrochen ist.
      Würdet ihr diese Anlage trotzdem ausfüllen und das Geld, das noch zu erwarten ist für diesen Monat eintragen
      und für die Folgemonate eben 0 Euro?
      Irgendwie macht es keinen Sinn, da ich, wenn ich weiter selbstständig bleiben würde, ja Pflichtbeiträge
      in der Renten-und Krankenversicherung von insg. mind. 730 Euro hätte, also ist es doch logischer, mich
      einfach arbeitslos zu melden?
      Ich würde dann zwar ein bisschen Geld "unterschlagen", da die Vermögensgrenze aktuell jedoch bei 60000
      Euro liegt und ich davon Lichtjahre entfernt bin, weiß ich nicht, ob es schlimm wäre? Und es gibt ja keine
      Vermögensüberprüfungen.

      Habt ihr Ideen/Vorschläge? Vielleicht sogar fundiertes Wissen oder seit in der gleichen Lage?

      Vielen Dank :thumbup: :thumbup:
    • Bereits erbrachte Leistungen, die noch nicht bezahlt sind, werden bei ALG I dem Tag der Leistungserbringung zugerechnet (ich hatte vor ein paar Wochen genau diesen Fall mit einem Lehrauftrag und bin mir deshalb dessen sicher), das ist anders als bei der Steuer geregelt, wo bei nicht bilanzierenden Selbständigen das Zuflußprinzip (also der Tag des Geldeingangs) gilt. Das wird bei ALG II kaum anders sein; das müsste heißen, dass die bestehende Forderung dann - wie Du bereits vermutest - dem Vermögen zugerechnet wird. Als zukünftige Einnahmen musst Du es demnach nicht deklarieren, ich frage mich aber, ob es nicht trotzdem nötig oder doch sinnvoll ist, diese Anlage auszufüllen: damit erklärst Du ja, dass Du eben nicht arbeits- sondern coronabedingt einkommenslos bist, und dafür wurde diese Regelung geschaffen.
    • Fidoline wrote:

      Würdet ihr diese Anlage trotzdem ausfüllen und das Geld, das noch zu erwarten ist für diesen Monat eintragen
      und für die Folgemonate eben 0 Euro?
      Irgendwie macht es keinen Sinn, da ich, wenn ich weiter selbstständig bleiben würde, ja Pflichtbeiträge
      in der Renten-und Krankenversicherung von insg. mind. 730 Euro hätte, also ist es doch logischer, mich
      einfach arbeitslos zu melden?
      Also wenn Du jetzt weiterhin selbständig bleibst, müsstest Du diese 730 an die Sozialkassen zahlen müssen, bekämst aber vom Amt letztendlich nur den Hartz4-Satz (432€) und ggf. die Miete bezahlt ?
      Klingt erstmal mathematisch etwas unausgeglichen. Ich würde eigentlich erwarten, dass die Beiträge dann auch vom Amt übernommen werden.

      Die Frage ist: welcher Aufwand ist es und welche Risiken gibt es, wenn Du die Selbständigkeit quasi abmeldest und später irgendwann wieder neu anmeldest?

      Es spielt sicher auch eine Rolle, ob Du Zusagen hast, dass es nach dem Ende der Beschränkungen mit Deinen Aufträgen weitergehen kann.
      _,.-o~^°´`°^~o-.,_Ich ess Blumen...,.-o~^°´`°^~o-.,_
    • Garfield wrote:

      Also wenn Du jetzt weiterhin selbständig bleibst, müsstest Du diese 730 an die Sozialkassen zahlen müssen, bekämst aber vom Amt letztendlich nur den Hartz4-Satz (432€) und ggf. die Miete bezahlt ?
      Das ist der Haken. Es macht ja keinen Sinn, wenn ich das alles weiterzahle, aber 0 Einnahmen habe. Gut, dass du das auch erwähnst!

      Dass es nach Corona weitergeht, ist zwar ziemlich sicher (wobei je länger es dauert, desto mehr Möglichkeiten gibt es, dass was dazwischenkommt, Kurse zB wegbrechen), aber wann steht ja in den Sternen.

      Deshalb tendiere ich eher dazu, in meinem Fall keine Selbstständigkeit anzugeben, da ich defakto seit Mitte März Null Aufträge habe. Ich glaube die Selbstständigkeit macht eher für diejenigen Sinn, die noch einen Teil der Aufträge haben, jedoch zu wenig zum Leben. Es wird mich ja niemand daran hindern, nacher wieder einzusteigen. Ich denke zumindest nicht, dass der Staat mir lieber weiterhin Sozialleistungen überweist, wenn ich wieder arbeiten kann ;) .

      HCS wrote:

      (bzw. soweit es die freiwillige gesetzliche ist müsste da auch vom Amt Geld kommen)
      Ich bin verpflichtet, die Rentenversicherung zu zahlen. Die Krankenkasse wird vom Amt normalerweise gezahlt, Rentenversicherungsbeiträge soweit ich weiß jedoch nicht. Als ALG II -Empfänger ist man nicht rentenversichert.
    • Fidoline wrote:

      Deshalb tendiere ich eher dazu, in meinem Fall keine Selbstständigkeit anzugeben, da ich defakto seit Mitte März Null Aufträge habe.
      Für April würde ich das wohl auch nicht machen.
      Wenn nach der Vergangenheit gefragt wird, a ala "wie haben sie bisher finanziell überlebt?", muss es vermutlich angegeben werden.
      _,.-o~^°´`°^~o-.,_Ich ess Blumen...,.-o~^°´`°^~o-.,_
    • Fidoline wrote:

      Ich bin verpflichtet, die Rentenversicherung zu zahlen.
      1. Endet das automatisch, wenn Du die Selbständigkeit beendest - wie stellen die das fest?
      2. wenn bei ALG II keine Rentenbeiträge gezahlt werden, erfährt die RV nix davon, dass Du bei der AfA als selbständig geführt wirst.
      Da würde ich lieber nachfragen, wie das gehandhabt wird in dieser Situation - bei der RV müsstest Du auch die Chance haben, kurzfristig eine Antwort zu kriegen.
    • HCS wrote:

      1. Endet das automatisch, wenn Du die Selbständigkeit beendest - wie stellen die das fest?
      Indem ich es schon in dem Formular angegeben habe, das ich zur Feststellung der Höhe ausfüllen musste.
      Klar muss man keine RV zahlen, wenn man arbeitslos ist. Wie sollte das jemand machen, der wirklich gar nichts auf dem Konto hat?

      Also, da ich aktuell erst seit einem halben Jahr selbstständig bin (oder wieder), wurde die Höhe der RV noch nicht festgelegt. Man hat ja erst mal drei Monate Zeit, sich zu melden und durch meinen Umzug hat sich das alles total verzögert.
    • Also, ich muss ja als Soloselbstständige in Hessen Harzt IV beantragen und angeblich ist das ja alles einfacher!
      Jetzt hat mir meine Behörde circa 100 vers. Formulare ausgefüllt. Von wegen einfacher, es ist alles wie zuvor!

      Wenn ihr euch bei einem Politiker oder Zuständigen beschweren wolltet, wen würdet ihr auswählen? Ich weiß, dass es nichts bringt, aber ich bin echt stinksauer. Vor allem mache ich einen Job, an dem der Stadt Interesse haben sollte.
    • Fidoline wrote:

      Wenn ihr euch bei einem Politiker oder Zuständigen beschweren wolltet, wen würdet ihr auswählen?
      Hubertus Heil, Arbeitsminister, der ist verantwortlich für die AfA, und zwar mit dem Hinweis, dass man das auch an die Presse schickt (der Mann will ja wiedergewählt werden), und zusätzlich die Amtsleitung der AfA. Wobei ich in solchen Fällen immer zusätzlich eine Kopie an die jeweilige Presseabteilung schicken würde - das sind die PR-Profis, die sollten am ehesten reagieren.
    • @Fidoline Arbeitest du in einer Sprachschule? Informiere dich doch mal über das "Sozialdienstleister-Einsatzgesetz". Träger können dafür Anträge stellen und darüber können auch Ausfälle von Honorarkräften teilweise ausgeglichen werden.
      "in truth, only atoms and the void" Sean Carroll (paraphrased Demokritos)
    • Einige meiner Kolleginnen haben die Soforthilfe erhalten.
      Ich denke, dass ich sie nicht bekomme, da ich leider keinen Steuerbescheid vorweisen kann (bin erst wieder seit Oktober freiberuflich).
      Muss ich das so hinnehmen? Eigentlich gibt es ja den Grundsatz der Gleichbehandlung oder?
    • Fidoline wrote:

      Ich denke, dass ich sie nicht bekomme, da ich leider keinen Steuerbescheid vorweisen kann
      Es muss Dir doch ein Ablehnungsgrund genannt werden einschließlich Rechtsbehelfsbelehrung, oder hast Du einfach keinen Bescheid bekommen? In diesem Falle müsstest Du mal nachfragen, vielleicht ist der Antrag liegengeblieben (kann bei solchen Massen leider mal vorkommen).
    • Hast du eine Betriebswirtschaftliche Auswertung (sogenannte BWA) für de vorherige 3 Monate? Die solltest du vom Steuerberater oder Buchhalter erhalten, sofern du keine fortlaufende Buchhaltung nicht selber machst. Zur Not reichst du eine Einnahmen-Überschuß-Rechnung ein.
      Das ist zusammen mit dem Kontoauszug dein Nachweis für das Sozialamt.
    • Ich habe nicht direkt einen Ablehnungsbescheid, aber sie wollen von mir noch einmal eine genaue Begründung und dort steht wieder erklärt, dass es um Liquiditätsprobleme geht und nicht um fehlende Einnahmen. Meine Kolleginnen haben aber quasi ihre Einnahmen ausgeglichen bekommen. Vllt konnten die sich halt einfach besser ausdrücken.