Persönliche Assistenz - Eingliederungshilfe

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    • Persönliche Assistenz - Eingliederungshilfe

      Da ich jetzt eine Menge Forenartikel dazu gelesen habe und dennoch nicht zu einem Abschluss mit dem Thema gekommen bin:

      Ich muss endlich einen Antrag auf Eingliederungshilfe stellen, das weiß ich und hab mich lange davor gedrückt.

      1. Gibt es Tipps, was das erste Schreiben/Anfrage an Informationen enthalten muss?

      2. Im Gespräch / während der Bewilligung hat da jemand Erfahrungen die mir weiter helfen könnten?

      3. Sollte ich das ganze dann bewilligt bekommen, wer wird dann meine Assistenz, wie viel Mitsprache Recht habe ich da? Ist das immer ein persönliches Budget und ich muss mich da selbst drum bemühen oder geht das auch vom Amt aus?

      Leistungen, die ich mir wünsche: Begleitung zum Arzt, Amt, Therapeuten etc., die Möglichkeit an Freizeitangeboten teilzuhaben z.B. Museumsbesuche, ggf. Einkaufshilfe (übernehmen derzeit die Eltern), zukünftig evtl auch Hochschulhilfe mit Begleitung zu Tutorien, Kommunikationsschnittstelle zu Dozenten und Unterstützung beim Zeitmanagement.

      Danke schon Mal. :)
    • 1. Du musst ein Antraf auf auf ein persönliches Budget stellen. Du solltest dort schon bereits wen haben, der dies übernimmt. Dies kann von einem Bekannten, Familienmitglied bis hin zu jemanden sein, der dies beruflich macht oder als Nebenberuf.

      BMAS.de wrote:


      Die Rehabilitationsträger haben in jedem Kreis und jeder kreisfreien Stadt eine gemeinsame Servicestelle eingerichtet. Dort kann man einen Antrag auf Leistungen in Form eines Persönlichen Budgets stellen. Im Internet finden Sie Informationen zu den gemeinsamen Servicestellen unter www.reha-servicestellen.de.
      Einen Antrag kann man auch stellen bei:
      • der Krankenkasse,
      • der Pflegekasse,
      • dem Rentenversicherungsträger,
      • dem Unfallversicherungsträger,
      • dem Träger der Alterssicherung der Landwirte,
      • dem Träger der Kriegsopferversorgung/-fürsorge,
      • dem Jugendhilfeträger,
      • dem Sozialhilfeträger,
      • dem Integrationsamt sowie
      • der Agentur für Arbeit.

      Dort kannst du, erstmal relativ formlos, einen Antrag stellen. Danach wird alles weitere vom Träger übernommen.


      2. Siehe unten.

      3. Siehe eins.


      Ich kann dir gerne ein paar Dinge dazu erzählen, da ich selbst eine Zeit eine Assistenz hatte. Einfach mal mir sonst ne PN schreiben.
      Grüße aus der Pegasus Galaxie. :)
    • Du kannst natürlich auch einen Antrag auf iabw oder abw stellen, den am besten mit dem abw/iabw Träger dann musst du nicht organisieren sondern bekommst jemand gestellt.
      Handle ehrlich, handle weise, sei freundlich, baue Brücken keine Mauern, aktzeptiere Fremdes, freue dich über Unterschiede.
    • Ich habe mir verschiedene Träger angeschaut ("Kennenlerngespräch") und dann entschieden, zu welchem ich gehen wollte. ich habe darum geben, die person kennenzulernen, mit der ich dann arbeiten würde. Wenn ich den Chef nett finde, aber der betreuer selbst "ne pflaume" (RW) ist, bringt das ja auch nichts.
      und die ausgesuchte stelle hat dann alles nötige mit mir zusammen gemacht.

      bei persönlichem budget muss man die anträge selbst schreiben, inkl kostenvoranschlag, glaube ich.

      bei persönlichen erfahrungsberichten gilt es hierbei unbedingt zu beachten, in welchem bundesland diese wohnt. die genaue vorgehensweise kann sich da nämlich unterscheiden. in NRW gibt es z.B. die Landschaftsverbände, an die man sich wenden muss. In anderen Bundesländern sind es (meistens(?)) die Versorgungsämter.


      guck mal hier ab seite 61, dort stehen Stellen in Berlin:
      berlin.de/lageso/_assets/behin…ublikationen/ratgeber.pdf
    • kastenfrosch wrote:

      Ich habe mir verschiedene Träger angeschaut ("Kennenlerngespräch") und dann entschieden, zu welchem ich gehen wollte.
      Klingt nach einer sehr guten Idee, was hast du davor getan, wenn ich fragen darf.

      Ich versuche mir irgendwie einen Ablaufplan zu erarbeiten, dem ich dafür folgen kann. :oops:

      Danke für eure Antworten und für den Link.
    • Ich kenne mich da jetzt nicht so aus, aber ich glaube die erste Frage ist, was du genau willst. Also wenn du sowas wie Ambulant Betreutes Wohnen (ABW) bzw. Betreutes Einzelwohnen (BEW) willst würde ich an deiner Stelle auf in Frage kommende Träger zugehen (RW) - und bei allem weiteren helfen die dir dann.
      Zumindest vor dem BTHG (mit seinen Wahlmöglichkeiten) war es in Berlin so, dass die Träger sich auf die einzelnen Stadtbezirke verteilt haben und du z.B. nicht von KommRum e.V. betreut werden konntest, wenn du in Pankow gewohnt hast, auch wenn du den Träger vom Konzept her besonders gut fandest. Ich fand gerade nirgendwo welche Träger genau in den einzelnen Bezirken ABW bzw. BEW anbieten, aber hier gibt es zumindest Anhaltspunkte dafür welche Träger wo zu finden sind: berlin.de/lb/psychiatrie/in-den-bezirken/bezirksseiten/

      Träger, die ich kenne und gut finde, sind:
      kommrum.de/de/betreutes-wohnen/
      die-kurve.de/betreutes-einzelwohnen.html

      In einigen Berliner Stadtbezirken gibt es auch Betreutes Wohnen speziell für Autisten: autismus-berlin.de/angebote/betreutes-einzelwohnen/

      MangoMambo wrote:

      3. Sollte ich das ganze dann bewilligt bekommen, wer wird dann meine Assistenz, wie viel Mitsprache Recht habe ich da? Ist das immer ein persönliches Budget und ich muss mich da selbst drum bemühen oder geht das auch vom Amt aus?
      Ich denke beim ABW/BEW hängt es vom Träger ab, ob du dir dann deine konkreten Betreuer aussuchen kannst. Betreuende beim ABW/BEW sind eigentlich immer Fachkräfte wie Sozialpädagogen, Heilerziehungspfleger u.ä.

      Daneben gibt es noch die Persönliche Assistenz, die oft über das Persönliche Budget läuft und sich meines Wissens eher an körperbehinderte Menschen richtet. Soweit ich weiß ist hier ein Vorteil, dass du quasi Arbeitgeber bist und du somit gegenüber dem Assistenten einen anderen Status hast, als wenn es sich um einen Betreuer im Rahmen von ABW/BEW handelt. Allerdings sind die Assistenten öfters Quereinsteiger also eher selten Fachkräfte, soweit ich weiß. Ein Anbieter ist hier adberlin.com/neu/unser-angebot/personliche-assistenz

      Ablaufplan wäre in meinen Augen (RW):
      1. Überlegen was ich genau will (Betreutes Wohnen oder Assistenz - also Pauschalfinanzierung über Eingliederungshilfe oder Finanzierung über Persönliches Budget und eventuell Pflegekasse)
      2. Homepages von Trägern betrachten, denen mailen was ich wissen will
      3. Persönliches Gespräch mit einem Anbieter
      4. Der ausgewählte Träger macht dann den Rest
      Surprised by the joy of life.
    • MangoMambo wrote:

      Klingt nach einer sehr guten Idee, was hast du davor getan, wenn ich fragen darf.
      An deiner Stelle würde ich auch zuerst darüber Nachdenken, ob du sowas wie betreutes Wohnen oder persönliches Budget willst. Du kannst später die Form auch immer noch wechseln. Mir persönlich ist der ganze Papierkram und das seelische Aushalten davon beim persönlichen Budget zu anstrengend.

      Als ich das erste mal betreutes Wohnen "gesucht" hatte, hatte ich von einer Klinik ein paar flyer mitbekommen und ich habe den genommen, der räumlich am besten zu erreichen war. Damals war ich mit allem völlig überfordert (in der Klinik hatte man mir eigentlich ein Wohnheim nahegelegt, das wollte ich natürlich nicht, vom Autismus war noch nichts bekannt). Ich hatte Glück, dass es irgendwie trotzdem einigermaßen geklappt hat. nach 7 Jahren wollte ich jedoch wechseln. Da habe ich erstmal versucht, möglichst viele Anbieter im Umkreis zu finden, wo ich gut hinkommen kann (grundsätzlich kommen die Betreuer auch zu einem nach Hause aber ich mag das nicht so gern). Dann habe ich mir die Homepages angeschaut. Die, die mir zugesagt haben, habe ich nach Möglichkeit per Mail angeschrieben. Zu kleine Anbieter habe ich nicht in die Auswahl genommen, da diese wenig Kompensationsmöglichkeiten für Krankheitsfälle u.ä. haben und evtl. auch mehr finanziellen Druck haben) Manchmal lohnt es sich auch, sich zu einem Telefonat zu überwinden (Ich hatte bei einem Autismusspezifischen Anbieter nach 3 Monaten immer noch keinen Termin. Deswegen habe ich es trotz einigem hin- und her-mailen irgendwann aufgegeben, da ich nicht den Eindruck hatte, dass sie das wirklich wollen. Im Nachhinein hätte ein Telefonat das ganze wahrscheinlich extrem vereinfacht).

      Du solltest dir vorher Gedanken machen, welche Hilfen du möchtest/ was deine Probleme sind (das hast du z.T. oben ja schon grob beschrieben).
      Dann dir Fragen überlegen, was du vom Anbieter wissen möchtest, z.B.:
      - Erfahrungen mit Austismus? (und wenn ja welche? mir wurde auch Kompetenz dargestellt in Form von "Person X hat mal im Studium Schulbegleitung für einen autistischen Schüler gemacht"!)
      - Wie laufen Vertretungen ab (falls du welche möchtest)? (Ich hatte bei einem Anbieter mal eben Wochenlang keine Ansprechperson, nichtmal für den Notfall weil die für mich Zuständige kurzfristig gekündigt hatte. Dadurch kam ich in große Probleme. Da wo ich jetzt bin gibt es eine feste Vertretung und sogar eine zweite Vertretung, falls die erste auch nicht verfügbar sein sollte)


      Um mich und meine Gedanken zu sortieren habe ich z.T. erstmal nur MindMaps geschrieben. Diese habe ich manchmal auch mitgenommen und vorgezeigt, da ich es mündlich nicht so gut ausdrücken konnte.
    • kastenfrosch wrote:

      betreutes Wohnen oder persönliches Budget
      Finde persönliches Budget schön selbstbestimmt, weiß aber nicht ob ich das gemanagt bekomme.

      Da ich hier schlecht raus komme manchmal wäre mir nach Hause kommen lieber.

      Telefonieren kann ich nicht gut, aber ich kann jemand für mich anrufen lassen.

      Was ich an Hilfen brauche und will, weiß ich sehr genau.

      Danke für deine Tipps.