Mit der schlechten Laune anderer umgehen

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    • Mit der schlechten Laune anderer umgehen

      Geht es euch auch so, dass ihr es schlecht vertragen könnt, wenn sich Leute doof verhalten? Also mit doof verhalten meine ich, dass sie patzig sind, rumstänkern, schlechte Laune verbreiten, schimpfen, aggressiv sind, so was. Oder dass ihr es sogar auf euch bezieht? Also ich denke nun nicht immer gleich, wenn ich mit so jemand im Raum bin, dass ich was falsch gemacht hab. Wenn nun jemand in die Bahn steigt, in der ich sitze und irgendwie mies gelaunt ist, ist mir schon klar, dass das nun nicht an meiner Anwesenheit liegt. Ja aber es kommt vor, dass mich das besonders bedrückt, da ich denke es liegt an mir und mir erst andere sagen müssen: nein, der ist immer so oder so was. Zum Beispiel kann ich das auch nicht ab, wenn der Bäcker unfreundlich ist, bei dem ich was kaufe, da ich mich selbst um Freundlichkeit bemühe. Ich weiß auch gar nicht, ob es direkt ist, dass ich bei mir den Fehler suche, wenn jemand sehr Grießgrämiges in meiner Nähe ist, ich finde es einfach sehr unangenehm. Manchmal kann man eben schlecht ausweichen: an der Supermarkt-Kasse, beim Warten an einer Haltestelle, im Bus etc.

      Mir ist das erst neuerdings bewusst geworden, dass ich damit so schlecht umgehen kann. Also ich denke das Hauptproblem ist, dass ich es schlecht ausblenden kann -- z.b. saß ich gestern in einem Café und da war ein Ehepaar und die Frau redete bloß negativ daher, erzählte von Krankheiten und zog wie man so sagt jegliche Energie aus dem Raum. Ich konnte mich da nicht entspannen mit meinem Tee und ergriff schließlich so schnell es ging die Flucht. Also ich bin da echt irgendwie zart besaitet und wünschte oft, ich hätte ein dickeres Fell (RW). Manche Leute sind ja auch auf Provokation aus und das geht bei mir sehr einfach, ja und ich suche da noch nach Taktiken, gelassener zu bleiben. Wie macht ihr das, wenn ihr jemanden, der unangenehm ist, nicht ausweichen könnt? Eventuell gibt es ja auch einige Autisten, die da 'untersensibel' sind, also ganz in ihrer eigenen Welt, 'den Mist der anderen' oft gar nicht mitbekommen. Ich gehöre da definitiv nicht dazu, also es kann passieren, ich bin mal ganz in Gedanken, und mir entgeht sowas. Aber oft hab ich da so einen unfehlbaren Sensor, wenn so eine schwierige Person den Raum betritt und 'mein System' (also meine Gefühle, mein körperlichen Reaktionen und auch meine Gedanken) meldet: Bedrohung!

      Ja ich versuche gerade zu verstehen, was da so meine Gründe sind. Es könnte am früheren Mobbing in der Schule liegen, dass ich da etwas traumatisiert bin, manchmal soziale Ängste hab und denke, ich werde angegriffen. Es kann an meiner Familie liegen, wo es oft Streit gab und als Kind man dem ausweichen wollte. Also achte ich vielleicht mehr auf so Früh-Warnzeichen, dass es gleich eine Eskalation geben könnte, um vorher abzuhauen. Also das ich da aus meiner persönlichen Geschichte heraus schon mehr drauf achte als andere, denen es nicht so ergangen ist in der Kindheit. Eventuell liegt es auch am Autismus und da meine ich neben dem Nicht-Ausblenden-Können die schlechte Theorie-Of-Mind, also dass man sich schlecht in andere hineinversetzen kann. Vielleicht wäre es einfacher, würde ich eine Karte gereicht bekommen, z.B. bevor Person X die Bahn betritt, die dann rumschimpfen wird, auf der steht: 'Person X betritt gleich das Abteil, Person X hatte heute einen heftigen Streit mit Arbeitskollegen, zusätzlich ist ihre Lieblings-Kaffeetasse kaputt gegangen und Person X ist leicht reizbar. Nach der Arbeit hat Person X ein paar Bier getrunken, ist also enthemmt und wird deswegen Beleidigungen und Flüche ausstoßen im Gespräch mit seiner Bekannten, Person Y.' Dann könnte ich mich darauf einstellen, könnte die Situation besser einschätzen und möglicherweise wäre mir das Ganze dann nicht ganz so unangenehm. Da so was nicht so selten passiert, dass Leute laut sind und sich daneben benehmen, hab ich meist Kopfhörer auf oder Ohrenstöpsel dabei, wenn ich unterwegs bin. Ja, aber ich fände es schön, wenn es möglich wäre, Wege zu finden, gar nicht erst sich so zu Herzen zu nehmen, wenn solche Dinge passieren. Vielleicht habt ihr da ja nen Tipp? :)

      The post was edited 3 times, last by Isa ().

    • Isa wrote:

      Also ich denke nun nicht immer gleich, wenn ich mit so jemand im Raum bin, dass ich was falsch gemacht hab.
      Das geht mir auch so, ich kann sowas auch meist schlecht ausblenden, und mich weiterhin wohlfühlen, im privaten auch oft nicht klar erkennen, ob es nun auch mit an mir liegt oder nicht.
      Wenn wir den Kirschbaum spalten, finden wir dort keine Blüte.
      Es ist der Frühling, der die Blüten hervorbringt.

      Ama Samy
    • Ich kann damit auch überhaupt nicht umgehen bzw. solche Menschen nicht ertragen. Es macht mich sogar sauer, weil ich mich bemühe mich anzupassen und andere nicht mit Aussagen zu verletzen und diese Leute sich wie Ar********* verhalten.

      Oft verunsichert mich so ein Verhalten auch, weil ich es bei Personen aus meinem näheren Umfeld direkt auf mich beziehe (tue ich generell bei vielen Dingen). Bei Fremden bin ich rational und weiß, es kann nicht mit meiner Person zutun haben, da die Person mich ja nicht kennt (ausserdem verhalte ich mich unauffällig)
      woher weiß ein Blinder, dass er blind ist, wenn er nicht weiß wie es ist zu sehen?
    • 19Billy86 wrote:

      Ich kann damit auch überhaupt nicht umgehen bzw. solche Menschen nicht ertragen. Es macht mich sogar sauer, weil ich mich bemühe mich anzupassen und andere nicht mit Aussagen zu verletzen und diese Leute sich wie Ar********* verhalten.

      Ja das kommt dazu, man selbst müht sich einen ab, nicht aufzufallen, nicht unhöflich zu sein, mit anderen auszukommen.... und solche hm,...Tunichtgute scheren sich n Dreck und gehen lärmend durch die Welt. Glaube das is bei mir auf jeden auch mit n Grund, warum mich das so annervt.
    • Ich versuche es so gut es geht solchen leuten aus dem Weg zu gehen.
      Bisher habe ich sowas eher nur dann bemerkt wenn ich in näherem Kontakt zu anderen bin, also an Arbeitsplätzen oder früher im Heim und so weiter, wo man Leute nicht nur kurz sieht.
      Früher bin ich da schnell in Fettnäpfchen getreten, allein schon weil ich scheinbar was gesagt hab was die Person als triggernd empfand, oder etwas gemacht hab was ihr scheinbar nicht passte. Oft kann man nichtmal was dafür, zB wenn man näher an einer Tür steht und man dann eher herein kommt als der besagte Miesepeter, der sich dann aufregt oder wo man bei dem dann wegen sowas unten durch ist (RW), dabei macht man das unbewusst und nicht mit Absicht.
      Sowas kann immer und jedem passieren.
      Ich sehe sowas heute nicht mehr persönlich und versuche diesen Leuten fern zu bleiben. Je weniger man mit denen zutun hat, desto weniger können die einem irgendwie dumm kommen.
      An Arbeitsplätzen ist das sicher viel schwerer, man muss eventuell der Person mal was bringen oder sagen, da neige ich ziemlich schnell dazu zu sagen was ich denke. Wenn andere das gleiche wie ich empfinden, würden sie mich vielleicht für mutig halten, weil ich der Person meine Meinung sage und dann sowas sage wie das sie ihre andauernde schlechte Laune zuhause lassen soll wenn sie erwartet das man gescheit mit der zusammen arbeiten soll.
      Ich habe einmal so eine Person erlebt, die war Praktikantin in einem Fotostudio. ich war dort auch praktikant, kam aber später und ich glaube sie meinte deswegen, das ich weniger zu sagen hätte als sie.
      Sie war generell ständig mürrisch und dauer-depressiv, irgendwie sah sie alles als Angriff gegen sie persönlich, was die festen Mitarbeiter mir schonmal sagten weil sie es nicht verstanden was nur Spaß war.
      Ich fand die Mitarbeiter sehr nett, verstand mich gut mit ihnen und habe ihre Witze sehr schnell verstanden, die haben es ja untereinander auch gemacht.
      Ich denke dieses Mädchen hatte generell irgendwelche Probleme, sonst wäre sie doch nicht so nehme ich an.
      Ich weiß nur noch das ich sie einmach recht scharf zurechweisen musste weil sie ziemlich unhöflich zu mir war. Wir waren am Essen und sie sagte in einem Befehlston das ich noch irgendwas aus der Küche holen gehen soll, vermutlich weil ich es war der überwiegend den Tisch gedeckt hatte. Ich hab ihr gesagt das ich am essen bin und das sicher nicht sofort machen werde, sie es ja genauso gut machen kann. So ganz genau kann ich mich daran nicht mehr erinnern, ich fand es nur sehr unpassend.
      Die hatte auch irgendwann mal über mich gelästert, versucht mich bei der Tochter vom Chef schlecht zu machen, worauf sie dann gefeuert wurde.
    • Isa wrote:

      Also ich denke das Hauptproblem ist, dass ich es schlecht ausblenden kann
      Ja, so würde ich das bei mir auch sagen. Ich bin offenbar recht "empfindlich" eingestellt, was das Registrieren der Stimmungen anderer angeht.

      Was für mich ganz gut klappt, ist das "Überlagern" durch andere Eindrücke. Z. B. indem ich das Gezeter der Person am Nachbartisch humoristisch verarbeite und bspw. parodiere.
      Die Signale, die ich empfange, kann ich so zwar auch nicht ändern, aber das, was sie in mir anrichten, verkehrt sich dann ins genaue Gegenteil; ich bekomme gute Laune. :d
      Ist also ne Win-Win-Situation. :prof: (Also, bis die andere Person das dann mitbekommt... :roll: :m(: )
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    • Abendstern wrote:

      Isa wrote:

      Also ich denke das Hauptproblem ist, dass ich es schlecht ausblenden kann
      Ja, so würde ich das bei mir auch sagen. Ich bin offenbar recht "empfindlich" eingestellt, was das Registrieren der Stimmungen anderer angeht.
      Was für mich ganz gut klappt, ist das "Überlagern" durch andere Eindrücke. Z. B. indem ich das Gezeter der Person am Nachbartisch humoristisch verarbeite und bspw. parodiere.
      Die Signale, die ich empfange, kann ich so zwar auch nicht ändern, aber das, was sie in mir anrichten, verkehrt sich dann ins genaue Gegenteil; ich bekomme gute Laune. :d
      Ist also ne Win-Win-Situation. :prof: (Also, bis die andere Person das dann mitbekommt... :roll: :m(: )
      Das ist echt ne witzige Strategie. Wenn ich hingegen mich aufrege, verstärkt sich die Negativität, die die Person mitbringt, ja noch. Ich habe aber eine recht gute Vorstellungskraft im visuellen Bereich, und könnte mir dann zum Beispiel vorstellen, dass die Person ein schimpfender, exotischer Vogel ist - das könnte klappen!xD

      The post was edited 1 time, last by Isa ().

    • Mit solchen "Visualisierungen" arbeite ich manchmal tatsächlich auch. ^^
      Als jemand, der mit Harry Potter aufgewachsen ist, murmel ich dann manchmal auch noch leise "Riddikulus!" in meinen Bart. :roll: :d
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    • Abendstern wrote:

      Isa wrote:

      Also ich denke das Hauptproblem ist, dass ich es schlecht ausblenden kann
      Ja, so würde ich das bei mir auch sagen. Ich bin offenbar recht "empfindlich" eingestellt, was das Registrieren der Stimmungen anderer angeht.
      Was für mich ganz gut klappt, ist das "Überlagern" durch andere Eindrücke. Z. B. indem ich das Gezeter der Person am Nachbartisch humoristisch verarbeite und bspw. parodiere.
      Geht mir auch so mit dem nicht ausblenden können, wenn ich mit so jemandem im Büro zusammen arbeiten musste, war das die Hölle für mich.

      Und was Abendstern schreibt, ist etwas, das ich mir auch angewöhnt habe (ist die Person weit genug weg: nachäffen, bei einer Person, die ich lange im Büro hatte, hatte ich eine andere Methode der Abwehr, da hab ich mir Dinge aufgeschrieben, die sie bestimmt heute wieder sagen wird und dann abgestrichen, wenn sie etwas davon tatsächlich sagte, das gab mir eine leicht fiese Befriedigung plus das Gefühl von Kontrolle zurück und machte das Verhalten der Person für mich weniger stressig als mehr lächerlich) - das ist eine Art Notwehr. Hilft ein wenig, mich nicht so ausgeliefert zu fühlen, aber trotzdem ist der Fokus leider auf dem Menschen, der stört.
    • Ja genau @Lefty so kann man es auch bei mir beschreiben,..Fokus. Ich fühle mich geradezu komplett erfüllt von der Negativität solcher Personen. Besonders gut auch, wenn jemand sagt: ' ach lass das doch nicht so an dich ran!' Ja würde ich ja gerne! Es is zu vergleichen mit einer extrem dunklen Gewitterwolke, aus der es noch hagelt und der Wind peitscht, da sagt auch keiner, man solle sich das nicht so zu Herzen nehmen, sondern jeder rennt gleichermaßen weg. Menschliche Gewitterwolken bleiben leider oft lange an einem Fleck statt weiter zu ziehen
    • Isa wrote:

      Besonders gut auch, wenn jemand sagt: ' ach lass das doch nicht so an dich ran!' Ja würde ich ja gerne!
      Das hab ich auch schon mehrfach zu hören bekommen, oder: ich würd die Person dann einfach ignorieren.
      Ich kann das nicht! Ich denk dann, wie machen die, die so etwas vorschlagen, das??? Wieso kann ich das nicht?