Fehlbehandlung bei Asperger/Schizoide PS

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    • ich brauche dafür aber soweit ich sehe eine 'Empfehlung' eines Facharzts Psychiatrie. insofern ist mir eben auch diese Klärung von Überschneidungen oder Ausschluss von ASS und SPS bzw SUPS wichtig. wenn die PS Diagnose eine ASS Diagnose ausschließt brauch ich ja gar nicht mehr weitermachen
    • Pechblende wrote:

      ich brauche dafür aber soweit ich sehe eine 'Empfehlung' eines Facharzts Psychiatrie. insofern ist mir eben auch diese Klärung von Überschneidungen oder Ausschluss von ASS und SPS bzw SUPS wichtig. wenn die PS Diagnose eine ASS Diagnose ausschließt brauch ich ja gar nicht mehr weitermachen

      JEDE Diagnose kann - gerade im Kontext ASS - auch eine Fehldiagnose sein! Jede!!! Auch die ASS-Diagnose.

      Was meinst Du wohl, warum keine Krankenkasse dem Wunsch eines Patienten nach einer Zweitmeinung widerspricht...

      Ich bin zum Beispiel über zwanzig Jahre mit der Fehldiagnose Narziisstische Persönlichkeitsstörung 'rumgelaufen, da hat sich mien FA für Psychotherapie, der mir damals in den 90er die NPS "diagnostiziert" hat, mein Faible für "Civilization" und ähnliche Spiele als "Größenphantasien" zurechtgebogen, meine fehlende mimische Interaktion als Empathiedefizit und die "kühl-berechnende" Art des Narzissten. Und meine Aspie-Vita, die zum guten Teil von der meines Aspie-Vaters bestimmt war, hat er als Bindngsunfähigkeit verwurstet. Und das Narzisstische Streben nach "Exceptionalität"...

      Meine Meinung: Lass Dich auf jeden Fall auch aus der Perspektive ASS "durchchecken". Eine Fehldiagnose bringt Dir gar nichts!

      Wer nur einen Hammer im Werkzeugkasten hat, wird alle Probleme als Nagel ansehen... ...und Asperger gab's damals gerade erst seit 4 Jahren im DSM, damals irgendwo im Pädiatrie-Teil verbuddelt. Auch jetzt ist die Unkenntknis mancher Fachkräfte aus der Psycho-Branche über das Autsimus-Spektrum immer noch erschreckend.


      Das "gegenseitig ausschließen" heißt übrigens sinngemäß:

      "Differentialdiagnostisch ist zu erwägen, ob anstelle von ASS evtl. Schizoide PS etc. vorliegen. Sollte das die beobachtete Symptomatik besser erklären, und / oder Kernelemenste der ASS fehlen, aber die PS-Diagnosekriterien gut erfüllt sind, ist dementsprechend diese Diagnose zu stellen."

      Und auch da kann es sehr wohl sein, dass diese Lehrmeinung sich in Bälde ändert. Psychiatrie / Psychologie sind halt noch recht junge Wissenschaften, und die brauchen noch eine Weile, biss sich da alles etabliert hat. Und das dann auch zu allen Fachleuten durchgedrungen ist.


      Und zum Diagnose-Verfahren selber:

      Sei so sehr Du selbst wie Du bist - bzw. in der Öffentlichkeit sein kannst. Versuch in den Gesprächen bloß nicht "ja nichts falsch zu machen..." oder möglichst "brav" zu sein. Sei authentisch. Wenn Dich z.B. im Warteberich 'was nervt oder die vielen Leute stören, frag die Dame am Empfang, ob Du 'mal vor die Tür gehen kannst, weil... Es kann sogar passieren, dass ein Arzt Dich vorsätzlich in einen Meltdown zu treiben versucht... ...um damit das Merkmal "Defizite in der Affektkontrolle" mittels Provokationsversuch abzuarbeiten. Dann ist so ein Meltdown - zumindest ohne körperliche Angriffe - durchaus völlig in Ordnung, genau das will der ja sehen...
      ...schon unterwegs!

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    • Shenya wrote:

      Godot wrote:

      Es kann sogar sein, dass ein Arzt Dich vorsätzlich in einen Meltdown zu treiben versucht.
      Das glaube ich kaum.
      "glauben" heißt "nicht wissen"...

      Provokation ist ein legitimes diagnostisches Verfahren. Z.B. in der Allergiediagnose unerlässlich...

      Wenn Du einen Beleg für Deinen Glauben benennst, bin ich gerne bereit, dazuzulernen.
      ...schon unterwegs!
    • Godot wrote:

      Provokation ist ein legitimes diagnostisches Verfahren.
      Aber doch nicht bis zum Meltdown, das ist Unsinn.

      Provokante Aussagen im Gespräch, um bestimmte Muster bei der Reaktion sichtbar zu machen, das kommt schon vor, aber sicher keine Spielchen à la "jetzt lassen wir den mal ausrasten", und schon gar nicht im Wartebereich, noch bevor das Gespräch überhaupt losgeht. Da geht deine Fantasie mit dir durch.
      Alles wird galaktisch gut.
    • Shenya wrote:

      Godot wrote:

      Provokation ist ein legitimes diagnostisches Verfahren.
      Aber doch nicht bis zum Meltdown, das ist Unsinn.
      Provokante Aussagen im Gespräch, um bestimmte Muster bei der Reaktion sichtbar zu machen, das kommt schon vor, aber sicher keine Spielchen à la "jetzt lassen wir den mal ausrasten", und schon gar nicht im Wartebereich, noch bevor das Gespräch überhaupt losgeht. Da geht deine Fantasie mit dir durch.
      Der Arzt, der Diagnosegespräche im Wartebereich führt ist ein Kurpfuscher, und man sollte einen großen, großen Bogen um ihn machen... ...da geht jetzt Deine Phantasie mit Dir durch. Oder Du hast da gerade nur zu schnell gelesen und missverstanden.

      Meltdowns können abrupt passieren - bei mir eigentlich die typische Version. Kurz, laut, heftig. Und dann ist auch alles wieder gut. Die Anspannung davor lässt sich aber von vielen NAs, also auch wahrscheinlich von einem guten Diagnostiker, bemerken, und dann passiert's halt. Wenn aus einer Stresssituation bei Dir zuerst ein Shutdown resultiert, OK. Der ist meist erheblich sozialverträglicher und bereitet deswegen oft weniger Probleme...

      Wartebereich: Wenn's da erfahrenes, spezialisiertes Personal hat, werden die im Zweifel auch befragt. Und die pragmatischere Seite: Wenn die Wartezonen-Situation stresst, macht es schon Sinn, das anzumerken, schließlich bringt's auch nichts, wenn der Patient dann - akut auf chronischer Stress - im Arztzimmer ins Schneckenhaus kriecht. Affektkontrolle ist halt nur eins der Diagnosekriterien, da will man eigentlich noch ein paar mehr bearbeiten...
      ...schon unterwegs!

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    • Godot wrote:

      Es kann sogar passieren, dass ein Arzt Dich vorsätzlich in einen Meltdown zu treiben versucht...
      Kann und will ich mir ehrlich gesagt nicht vorstellen und hab ich noch nie was von gehört. Overload okay, meinetwegen, aber nen ausgewachsener Meltdown bei mir mit Selbstverletzung etc. da hat auch ein Arzt keine Lust drauf erst recht nicht in seiner Praxis. Auch bei Allergien macht man das sehr vorsichtig und nicht bei hochgefährlichen Allergien, die mit einer hohen Wahrscheinlichkeit zu Verletzungen führen.
    • (1) Im Rahmen der Epilepsie-Diagnostik findet gerade das z.B. auch regelmäßig statt - da braucht man z.T. halt ein Anfalls-EKG um potentiell lebensbedrohliche Formen von weniger kritischen und nicht-epileptischen Anfällen zu unterscheiden, kardiale Ursachen (Torsade-de-Pointes) auszuschließen, etc...

      Bei der in beiden Fällen im Klinikumfeld stattfinden Provokation ist natürlich auch Interventionsbereitschaft vorhanden.


      (2) Kennst Du einen Autisten, kennst Du einen Autisten. Meltdowns können genau wie fast alles andere auch, in unterschiedlichen Intensitäten und Formen daherkommen. Und bei berichteten Meltdown Selbstverletzungen ist das ein anderes Kaliber, als wenn's halt mehr Wutanfall- oder Winkrampf-Kaliber hat. Wenn z.B. Narben das auch noch dokumentieren, dann ist das ohnehin nicht nötig.

      Das wird sicher nicht zum primären Diagnoseverfahren dazugehören, kann aber bei einem Patienten, der in den Tests nicht ganz eindeutig imponiert, und bei dem im Gespräch dann nur ein "Pünktchen" fehlt, um die Diagnose abzusichern, durchaus eine schnelle und eindeuitge Diagnosesicherung gewährleisten.

      Und was die soziale Problematik anbelangt: Mich haben meine, anders als in Frundschulzeiten nicht mehr grob aggressiven, inzwischen meist schnell wieder kontrollierten, "milde" verlaufenden Meltdowns trotzdem mehr als einmal den Job gekostet...
      ...schon unterwegs!
    • Godot wrote:

      (1) Im Rahmen der Epilepsie-Diagnostik findet gerade das z.B. auch regelmäßig statt - da braucht man z.T. halt ein Anfalls-EKG um potentiell lebensbedrohliche Formen von weniger kritischen und nicht-epileptischen Anfällen zu unterscheiden, kardiale Ursachen (Torsade-de-Pointes) auszuschließen, etc...
      Das passiert dann aber auch nicht in einer einfachen Arztpraxis, sondern wenn man von gesundheitsgefährdenden Anfällen ausgeht im Krankenhaus mit Hilfe in der Nähe, sodass man jederzeit eingreifen kann. Genauso bei als gefährlich erachteten Allergien.

      Godot wrote:

      (2) Kennst Du einen Autisten, kennst Du einen Autisten. Meltdowns können genau wie fast alles andere auch, in unterschiedlichen Intensitäten und Formen daherkommen
      Und genau deshalb kann ich mir nicht vorstellen, dass man das absichtlich provoziert. Man kann es nicht einschätzen. Autismus ist im Gegensatz zu Allergie und Epilepsie nicht lebensgefährlich, also ist ein Provokationstest auch nicht absolut notwendig um evtl. in Zukunft Leben zu retten.
    • Godot wrote:

      Der Arzt, der Diagnosegespräche im Wartebereich führt ist ein Kurpfuscher, und man sollte einen großen, großen Bogen um ihn machen...
      Diagnosegespräche werden wohl nicht im Wartebereich geführt, aber die Wartezeit ist manchmal offenbar bereits Teil der Diagnostik. Es gibt wohl Diagnosestellen, bei denen die Klienten extra etwas länger warten müssen und dabei unbemerkt gefilmt werden. Ihre Reaktion auf die Verspätung geht schon in die Auswertung ein. Eventuell entschuldigt sich der Diagnostiker dann für die Wartezeit und gibt einen Grund an, weshalb er Stress hatte, etwa, dass sein Hund gebissen wurde, krank war oder ähnliches. Die Reaktion darauf ist dann ein Test auf Empathie. Ich persönlich finde derartige Vorgehensweisen ethisch fragwürdig und vermute, dass eine gute, stimmige Diagnostik auch ohne "Spielchen" möglich ist.
      From my youth upwards my spirit walk'd not with the souls of men. (...)
      My joys, my griefs, my passions, and my powers, made me a stranger.
    • Kann auch sein, dass mir das falsch erzählt wurde oder ich es falsch erinnere und der Diagnostiker die Person in Wirklichkeit unbemerkt über einen Spiegel, der von einer Seite durchsichtig ist oder ähnlich, im Wartebereich beobachtet hat. Oder dass die medizinische Fachangestellte die Beobachtung vornahm. Auf jeden Fall war die Beobachtung des Verhaltens während der Wartezeit wichtig für die Diagnostik.
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    • um mal wieder direkter aufs Thema Bezug zu nehmen:
      die Diagnosen SUPS(ÄVPS meinentwegen, aber selbstunsicher find ich treffender) und SPS haben ich ja von Fachleuten gestellt bekommen, nicht völlig evident, aber genug Kriterien erfüllt.
      eine andere Fachfrau meint dann lakonisch: 'schizoid' sieht sie nicht, weil „Sie wollen doch Kontakt zu den Anderen“
      und jetzt :?
    • Pechblende wrote:

      [...]
      und jetzt :?
      ASS abklären lassen...

      Ich wiederhol mich zwar, aber: JEDE Diagnose kann auch eine Fehldiagnose sein.

      Zumindest im Bereich der Psych-Felder, allein schon deswegen, weil sich die Diganosekriterien und Krankheits-"Optionen" immer wieder ändern. Radiologisch gesicherte Knochenbrüche z.B. sind natürlich selten falsch diagnostiziert... ...es sei denn, irgendwer hat da das Röntgenbild verwechselt. Oder die falsche Körperseite eingetragen. Alles schon dagewesen.
      ...schon unterwegs!
    • Shenya wrote:

      Oder die Person hat sich was eingebildet. Das scheint ja auch weit verbreitet zu sein....
      Ausgeschlossen ist das natürlich auch nicht, wobei sie mir reflektiert und glaubwürdig erschien. Allerdings machte mir das geschilderte Prozedere insgesamt klar, dass ich da "durchs Raster fallen" würde. Dass man bei Ärzten manchmal länger wartet, ist mir bewusst, da sind 10 Minuten noch moderat. Die einem entgegen gestreckte Hand würde ich ergreifen und auf die Geschichte mit dem Hund eingehen. Um das nicht zu tun, müsste ich extra "um die Ecke" denken und mich gezielt autistisch verhalten, und das würde ich weder wollen noch kann es Sinn der Sache sein. Daher hinterfrage ich derartige "Provokationen" und halte ein Gespräch, das auch die Kindheit behandelt, für aussagekräftiger. Sofern man den Diagnostiker nicht gezielt anlügt, ist das meiner Einschätzung nach einigermaßen verlässlich, wobei eine solche Diagnose natürlich immer irgendwo auch subjektiv ist. Das hat sie mit jeder psychiatrischen Diagnose gemeinsam, daher kann man das meiner Ansicht nach nicht mit der Abklärung beispielsweise von Epilepsie oder Allergien vergleichen.
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    • Am 26.10.1981 bin ich auf paranoide Schizophrenie diagnostiziert worden. Daraufhin wurde ich fast 40 Jahre mit Neuroleptika behandelt. Letztes Jahr im Sommer hatte ich dann meine Asperger-Diagnose. Die Psychologin sagte unter anderem, dass meine Diagnose anders ausgefallen wäre, wenn sie 2011 gestellt worden wäre.
    • miraculix wrote:

      paranoide Schizophrenie
      Das ist doch aber schon noch was Anderes als schizoide PS oder Autismus.
      Oder gibt es bei Dir sowas wie Synästhesie - was damals falsch gedeutet wurde?
      _,.-o~^°´`°^~o-.,_Ich ess Blumen...,.-o~^°´`°^~o-.,_
      ...denn Tiere tun mir leid. Lieber Akazien statt nem dicken fetten Schinken!
    • Wenn Sinnesorgane Dinge wahrnehmen, für die eigentlich andere Sinnesorgane üblich sind.
      Also Farben schmecken oder Geräusche sehen etc.
      _,.-o~^°´`°^~o-.,_Ich ess Blumen...,.-o~^°´`°^~o-.,_
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