Weiblicher Autismus: Andere autistische Eigenschaften oder bessere Rollenapassung

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    • Ich finde dieses "weiblicher" vs "männlicher" Autismus seltsam.

      Wenn man sich nach den Vorträgen etc. zu dem Thema richtet kenne ich scheinbar ein paar Männer mit weiblichem Autismus und habe selbst männlichen Autismus.
      Ich denke wie gut das Masking ist etc. hängt nicht vom Geschlecht ab und Autismus kann einfach unterschiedlich aussehen generell.

      Müsste:

      Schlägt aber ein (nicht diagnostizierter) Junge mit dem Kopf auf den Boden, ist er halt trotzig, sofern sein Verhalten nicht ins Extrem abgleitet.
      Es wirkt normaler und ist akzeptierter, wenn Jungs weniger empathisch sind, sich aggressiver benehmen, sich absondern und lieber am Computer sitzen, als mit ihren Freunden zu spielen. Wenn junge Männer sich intensiv einem technischen Interessengebiet zuwenden, könnte man sie als engagiert oder begabt oder halt einfach etwas eigenbrötlerisch einordnen. Bei Mädchen ist das auch 2020 immer noch „nicht normal.“ Wenn ich lieber gelesen habe, als mit anderen Mädels Shoppen zu gehen, machten sich die Erwachsenen Sorgen. Es war „ungesund“, dass ich mich mehr für Bücher interessierte als für Klamotten und meine -nicht vorhandene- Peer Group.
      Nicht eigentlich dazu führen, dass viele Jungen nicht diagnostiziert werden, dafür aber Mädchen?

      weibliche Autistinnen lernen das so schnell und so gekonnt, dass sie vom Kleinkind- bis ins Erwachsenenalter zwar vielleicht etwas eigen wirken, es aber selbst einem geschulten Blick entgehen kann, was dahintersteckt.
      Vermutlich ist Autismus bei Frauen deshalb unsichtbarer, weil Autistinnen früher als Buben/Männer einen höheren gesellschaftlichen Druck spüren, sich anzupassen und ihre weiblichen Eigenschaften es ihnen erleichtern, genau das zu tun.
      Was sind "weibliche Eigenschaften"?
      Gibt es bei Jungen wirklich weniger gesellschaftlichen Druck, oder ist der nur anders gerichtet?

      Bin ich nicht "weiblich" genug, wenn ich das nicht so gut gelernt habe wie einige autistische Männer, die ich kenne, oder sind die dann nicht "männlich" genug.

      Ich denke in 2020 ist diese neue Gender-Unterscheidung an der Stelle irgendwie seltsam und für mich oft verwirrend.
    • Ich kann diese Einteilung in "männlichen" und "weiblichen" Autismus auch nicht nachvollziehen. Ich kenne einige männliche Autisten, die sehr anpassungsfähig sind und weibliche Autisten, die es eher nicht sind. Es gibt erfahrungsgemäß bei beiden Geschlechtern solche und solche Autisten. Ich würde mich eher dem "weiblichen" Autismus zuordnen. Aber wie gesagt, so richtig nachvollziehen kann ich diese Einteilung nicht.
    • Vermutlich ist Autismus bei Frauen deshalb unsichtbarer, weil Autistinnen früher als Buben/Männer einen höheren gesellschaftlichen Druck spüren, sich anzupassen und ihre weiblichen Eigenschaften es ihnen erleichtern, genau das zu tun.
      Bei dem höheren oder anders gerichteten Druck kann ich mitgehen, aber ich denke diese weiblichen Eigenschaften (Empathie, Rücksicht, Feinfühligkeit) sind nicht geschlechterbezogen, sondern werden maximal durch weibliche Sozialisation verstärkt.
      Ich habe vielmehr den Eindruck, dass durch die Historie an männlichen Forschern und Diagnostikern, denen diese Vorstellung wie anders weibliche Sozialisation abläuft, überhaupt nicht vorstellbar war, Mädchen in eine komplett andere "genetische" Schublade gesteckt und deswegen von Anfang an außen vorgelassen wurden.

      Nach meiner ganz persönlichen Erfahrung sind Frauen auch nicht empathischer oder feinfühliger, aber teilweise in einer sehr sehr anderen sozialen Art unter sich, wo "Mitfühlen" oder "Unterstützen" etwas ganz anderes bedeuten kann als bei Männern. Aber ich habe da selten Einblick. Man merkt Leuten die Prägung immer an und sie zu ignorieren, hilft nicht weiter, das finde ich auch.

      Finde es für mich persönlich auch erschreckend, dass dieser soziale Druck auch nach der Pubertät nicht aufhört (ich hatte Hoffnung). Ich habe auch den Eindruck, dass ich mich viel früher mit der Vorstellung auseinandersetzen musste, nicht in die Gesellschaft zu passen, als meine männlichen autistischen Freunde. Weil die halt oft eine Nische im (technischen) Beruf finden und eine Frau, die ihnen den Rücken freihält und ihre "Macken" erträgt, was für mich glaube unrealistisch ist (und ich weiß gar nicht, ob ich das verantworten könnte, wenn mein Partner auch Autist ist).
    • Mugwump wrote:

      @Grübler_1988
      Meinst du mit weiblicher Autismus jemand, der so eher auf andere achtet und sich zurücknimmt? Was ist für dich weiblicher Autismus?
      Mir ist es z.B. nicht egal, was andere Menschen (zumindest die, die mir etwas bedeuten) über mich denken. Ich bin z.B. stets bemüht, auf die Bedürfnisse anderer Menschen Rücksicht zu nehmen, bin also relativ kompromissbereit, solange ich dabei meine eigenen Bedürfnisse nicht zu sehr zurückstecken muss.

      Oder auch das, was ich hier geschrieben habe:
      Darf man Zitate speichern und privat (Familie, Freunden) zeigen?
      Ich denke, dieses Beispiel zeigt auch ganz gut, dass die Einteilung in "männlichen" und "weiblichen" Autismus wenig zielführend ist.

      The post was edited 2 times, last by Grübler_1988 ().

    • Ich finde nicht, dass es weiblichen und männlichen Autismus gibt. Glaube auch, dass das persönlichkeitsabhängig ist.

      Ich denke, ich meinte eher, dass ich das keinem autistischen Partner zumuten möchte, der dann aus dem sicheren Berufsalltag gerissen wird und sich um den schlechter planbaren Haushalt mit Kindern kümmern muss. Das ist schon sehr spezifisch :D Habe glaube an meine Eltern gedacht. Ich habe da öfter das Gefühl, dass der Part, der zuhause bleibt zurückstecken muss. Aber! ich denke, das kann auch eine gute Lösung sein und würde das für mich oder meine eventuellen Partner nie ausschließen. Aber ich würde das auch von niemandem erwarten.
    • Auf jeden Fall wurden lange Zeit sehr viel mehr Jungen als Mädchen mit Autismus diagnostiziert. Das muss ja einen Grund haben. Genau um diesen Grund herauszufinden, wurden Spekulationen angestellt, woran es liegen könnte. Eine Möglichkeit ist, dass Mädchen einfach nicht wahrgenommen wurden oder dass man ihre Auffälligkeiten nicht mit Autismus in Verbindung gebracht hat.

      Ich denke, ein Teil des Unterschiedes ist historisch, also heute nicht mehr so feststellbar. Was auch dazu führt, dass heute mehr Mädchen diagnostiziert werden. Aber immer noch nicht gleich viele wie Jungen.
      Historisch betrachtet war die Erziehung und auch das Ansehen von Jungen und Mädchen ziemlich unterschiedlich. Jungen wurden eher zu Stärke, Wettkampf und nicht weinen erzogen. Sie waren generell wichtiger, es lag mehr Augenmerk auf ihnen. Auffälligkeiten wurden daher schneller entdeckt. Jungen durften auch aggressiver sein, daher richtete ein Kind mit Autismus seine Aggressionen mehr nach außen, verursachte schneller Ärger. Das wurde geduldet, aber wenn es nicht in einem noch passenden Rahmen war, dann fiel es auch auf. Jungen wurden traditionell nicht dazu erzogen, feinfühlig auf die Befindlichkeiten anderer zu achten. Sie verhalten sich deshalb viel eher rücksichtslos und trampelhaft, also unsensibel und empathielos, wovon letzteres ja als typisch autistisch gilt oder galt.

      Mädchen waren unwichtiger, sie sollten funktionieren, früh arbeiten und später nett aussehen, damit sie schnell einen Mann bekämen. Außerdem sollten sie die Kinder versorgen, also sozial, rücksichtsvoll und liebevoll sein. Um sich dieser Rolle anzupassen, haben viele ihre Eigenschaften früh versteckt und sich so verhalten, wie es erwünscht war. Prügel zu bekommen ist für Frauen potenziell mehr einschüchternd als für Jungen, weil Jungen wissen, dass sie sich irgendwann wehren können, Frauen nicht. Mädchen und Frauen nahmen sich stark zurück, wirkten dadurch nur schüchtern. Solange sie funktionierten, ist nichts weiter aufgefallen. Später waren sie ja auch oft nur zu Hause, kamen wenig unter Leute.

      So könnte ich mir das historisch bedingt erklären. Und ein Teil davon ist eben heute noch wirksam, aber nicht mehr so stark, weil sich die Erziehung der Jungen mehr an die der Mädchen angenähert hat. Auch Jungen sollen heutzutage sozial und rücksichtsvoll sein.
      Alles wird galaktisch gut.
    • Shenya wrote:

      Auf jeden Fall wurden lange Zeit sehr viel mehr Jungen als Mädchen mit Autismus diagnostiziert. Das muss ja einen Grund haben.
      Ich denke dafür reichte anfangs schon die Behauptung von Herrn Kanner, dass das bei Mädchen eher nicht vorkommt.
      (Sollte ich hier falsch liegen, bitte korrigieren)
      Auch die Bezeichnung von Autismus als "extreme Form der Männlichkeit" mag dazu beigetragen haben.
    • Ja. Beispielsweise:

      Shenya wrote:

      .....dass er es bei Mädchen nicht gesehen hat.
      Oder:

      Leo Kanner hat den frühkindlichen Autisten nur in männlicher Form erlebt und daraus - fälschlicher weise - geschlossen, dass es ausschließlich männliche Autisten gibt.

      Wenn es nun neue Kenntnisse gibt, kann man Leo Kanners wissenschaftliche Beiträge entweder ergänzend korrigieren oder man schreit Weh und Ach und postuliert eine neue Subform des Kanner-Autismus.

      Da es aktuell ja ohnehin in die Richtung des Kontinuums "Autismus-Spektrum" geht, ist das Festhalten am Kannerautismus und am Aspergerautismus eigentlich obsolet, also Schnee von vorgestern.

      Auch was Gillberg und was Baron-Cohen so veröffentlicht haben, braucht aus heutiger Sicht hie und da eine Ergänzung....


      Mir gefallen Veröffentlichungen zum Thema Autismus aus weiblicher Sicht ganz gut, denn sonst tauchen AutistInnen nur als "weiblicher Autist" auf. Das ist so absurd wie eine "männliche Kanzlerin". Nennt die Dinge beim Namen und benutzt das korrekte grammatische wie biologische Geschlecht!
      Wenn Wahlen etwas verändern würden, wären sie verboten :evil:
    • Shenya wrote:

      Mädchen waren unwichtiger, sie sollten funktionieren, früh arbeiten und später nett aussehen, damit sie schnell einen Mann bekämen. Außerdem sollten sie die Kinder versorgen, also sozial, rücksichtsvoll und liebevoll sein. Um sich dieser Rolle anzupassen, haben viele ihre Eigenschaften früh versteckt und sich so verhalten, wie es erwünscht war. Prügel zu bekommen ist für Frauen potenziell mehr einschüchternd als für Jungen, weil Jungen wissen, dass sie sich irgendwann wehren können, Frauen nicht. Mädchen und Frauen nahmen sich stark zurück, wirkten dadurch nur schüchtern. Solange sie funktionierten, ist nichts weiter aufgefallen. Später waren sie ja auch oft nur zu Hause, kamen wenig unter Leute.

      Ich könnte mir vorstellen, dass in traditionellen Welten, zum Beispiel in einigen arabischen Ländern oder auch in Indien auf dem Land, Autistinnen überhaupt nicht auffallen. Und das das früher hier ähnlich war.


      Also um die Eingangsfrage zu beantworten, die autistischen Verhaltensweisen sind gleich, die Rollenerwartung anders.

      Je mehr sich die Rollenerwartungen in einer Gesellschaft annähern, desto mehr Frauen werden auffällig.

      Wenn ich von mir ausgehe : Hätte ich nicht arbeiten "müssen", sondern wäre nur Familienmutter gewesen, wäre ich nie auffällig geworden. Zumindest nicht nach außen.
      "Autismusdiagnose - Potius sero quam numquam.
      ( Lieber spät als nie.) "
      :irony:

      The post was edited 1 time, last by Rhianonn ().

    • Sehr gut finde ich persönlich das Buch "Aspergirls" von Rudy Simone, die selbst Asperger Autistin ist.

      Sie beschreibt in dem Buch anhand zahlreicher Interviews mit betroffenen Frauen eben diesen "weiblichen" Autismus und listet häufige Unterschiede zu männlichen Betroffenen auf.
    • Rhianonn wrote:

      Wenn ich von mir ausgehe : Hätte ich nicht arbeiten "müssen", sondern wäre nur Familienmutter gewesen, wäre ich nie auffällig geworden. Zumindest nicht nach außen.
      Bei mir wäre es umgekehrt gewesen.
      Oder vielleicht wäre ich bei weniger psychosozialen Belastungen auch noch länger unauffällig geblieben. Aber ich kann zunehmend weniger "maskieren".

      Rhianonn wrote:

      .....die autistischen Verhaltensweisen sind gleich, die Rollenerwartung anders.
      Sehe ich auch so.
      Wenn Wahlen etwas verändern würden, wären sie verboten :evil:
    • Shenya wrote:

      Auf jeden Fall wurden lange Zeit sehr viel mehr Jungen als Mädchen mit Autismus diagnostiziert. Das muss ja einen Grund haben. Genau um diesen Grund herauszufinden, wurden Spekulationen angestellt, woran es liegen könnte. Eine Möglichkeit ist, dass Mädchen einfach nicht wahrgenommen wurden oder dass man ihre Auffälligkeiten nicht mit Autismus in Verbindung gebracht hat.

      Mugwump wrote:

      und eine Frau, die ihnen den Rücken freihält und ihre "Macken" erträgt, was für mich glaube unrealistisch ist
      Ein absoluter Hauptbestandteil von Autismus ist und bleibt die starke Problematik mit der sozialen Interaktion. Die Notwendigkeit erfüllt zu sein in den Bereichen Partnerfindung, Familiengründung, Geborgenheit und dem Ausleben der Triebe, ist maßgeblich mit dafür verantwortlich wie sehr man aufblüht und wie nahe man der Glückseligkeit kommt. Und in diesen Bereichen hat man es als Frau in der Regel deutlich einfacher als Männer. Man sieht es ja schon hier im Forum oder in anderen autistischen Gruppierungen, dass Autisten hier keine Ausnahme darstellen.
      Es ist also kein Wunder, dass Männer im sozialen Bereich deshalb deutlich auffälliger sind und es viel eher zu Folgeschäden kommt. Es ist ein enormer Unterschied, ob man unter intensiven Bemühungen mit z.B. 30 noch immer keine sexuellen Erfahrungen gemacht hat oder noch keine Partnerin gefunden hat oder ob man stets reichlich Auswahl und Angebote zur Verfügung hat und einzig dafür, dass man existiert vom anderen Geschlecht wie eine kleine Prominenz behandelt wird.

      Mugwump wrote:

      Nach meiner ganz persönlichen Erfahrung sind Frauen auch nicht empathischer oder feinfühliger
      Naja, es gibt solche und solche Menschen, aber der Anteil an weiblichen Personen, die vegan Leben ist ein gutes Stück höher als der männliche Anteil. Es gibt auch weitaus weniger weibliche Mörder, auch wenn die weiblichen Methoden häufig subtiler und indirekter sind.
      -So treibt das Bedürfnis der Gesellschaft, aus der Leere und Monotonie des eigenen Innern entsprungen, die Menschen zueinander; aber ihre vielen widerwärtigen Eigenschaften und unerträglichen Fehler stoßen sie wieder voneinander ab.

      -Fear and desire hold the power to disrupt one's rhythm. Desire clouds one's vision, while fear stills one's step.
    • shunned nolifer wrote:

      Es ist ein enormer Unterschied, ob man unter intensiven Bemühungen mit z.B. 30 noch immer keine sexuellen Erfahrungen gemacht hat oder noch keine Partnerin gefunden hat oder ob man stets reichlich Auswahl und Angebote zur Verfügung hat und einzig dafür, dass man existiert vom anderen Geschlecht wie eine kleine Prominenz behandelt wird.
      Demnach müsste ich männlich sein, denn das was du beschreibst, ist mir noch nie passiert.
      Alles wird galaktisch gut.
    • Shenya wrote:

      Demnach müsste ich männlich sein, denn das was du beschreibst, ist mir noch nie passiert.
      Hast du dich schon mal bei einer Website oder App fürs Dating registriert, warst schon mal in einer Bar, einem Club, einer Single-Facebookgruppe oder in einem Land das etwas offenherziger und ungenierter als Deutschland ist?Obwohl es auch in Deutschland auf offener Straße regelmäßig passiert, dass Frauen Avancen gemacht werden, auch wenn man nicht sonderlich gut ausschaut oder schon ein fortgeschrittenes Alter hat. Das ist meiner Mutter auch schon häufig passiert.
      -So treibt das Bedürfnis der Gesellschaft, aus der Leere und Monotonie des eigenen Innern entsprungen, die Menschen zueinander; aber ihre vielen widerwärtigen Eigenschaften und unerträglichen Fehler stoßen sie wieder voneinander ab.

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    • shunned nolifer wrote:

      Ein absoluter Hauptbestandteil von Autismus ist und bleibt die starke Problematik mit der sozialen Interaktion. Die Notwendigkeit erfüllt zu sein in den Bereichen Partnerfindung, Familiengründung, Geborgenheit und dem Ausleben der Triebe, ist maßgeblich mit dafür verantwortlich wie sehr man aufblüht und wie nahe man der Glückseligkeit kommt. Und in diesen Bereichen hat man es als Frau in der Regel deutlich einfacher als Männer.
      Finde man sollte da niemandem persönlich empfundene Schwierigkeiten absprechen und erst Recht nicht aufgrund des Geschlechts. Vor allem weil man aufgrund der unterschiedlichen sozialen Ansprüche an Menschen eines bestimmten Geschlechts nie so genau nachvollziehen kann, wie sich das anfühlt. Deine Aussage macht mich ziemlich wütend, außerdem klingt sie extrem frauenfeindlich.

      shunned nolifer wrote:

      Naja, es gibt solche und solche Menschen, aber der Anteil an weiblichen Personen, die vegan Leben ist ein gutes Stück höher als der männliche Anteil. Es gibt auch weitaus weniger weibliche Mörder, auch wenn die weiblichen Methoden häufig subtiler und indirekter sind.
      Jep, das stimmt. Ich glaube, ich meinte, dass Frauen auf mich oftmals anfangs anteilnehmend wirken, aber ich dann erst viel später hinter dieses soziale Verhalten blicken kann, und weiß, wie empathisch die Person wirklich ist. Sagt halt noch immer nichts statistisch relevantes über den Charakter von allen Frauen aus, aber ich gehe trotzdem davon aus, dass Frauen nicht per se "emotionaler" oder empathischer sind. Aber das ist auch nur meine Laien-Auffassung zu einem viel diskutierten Thema.

      @shunned nolifer Meinst du Avancen oder Belästigung auf offener Straße? :twisted:
    • Mugwump wrote:

      Finde man sollte da niemandem persönlich empfundene Schwierigkeiten absprechen und erst Recht nicht aufgrund des Geschlechts. Vor allem weil man aufgrund der unterschiedlichen sozialen Ansprüche an Menschen eines bestimmten Geschlechts nie so genau nachvollziehen kann, wie sich das anfühlt. Deine Aussage macht mich ziemlich wütend, außerdem klingt sie extrem frauenfeindlich.
      Ich spreche den Leuten nicht per se ihre Schwierigkeiten ab. Ich habe explizit geschrieben "in der Regel deutlich einfacher" und das ist nun einmal ein Fakt. Nicht umsonst liest man auch in reichlich weiblichen Vorstellungen hier im Forum "mein Freund" , "mein Mann" , "meine Kinder". Bei männlichen Forennutzern sieht man eher "ich hätte gern, aber habe nicht". Nicht umsonst muss man als Mann zumeist auch bei Datingseiten bezahlen um überhaupt Nachrichten lesen oder schreiben zu können und als Frau hat man in der Regel umsonst kompletten Zugriff. Männer sind auch die absolute Mehrheit der Kundschaft bei Prostituierten.
      Ich kann mir schon vorstellen wie es sich anfühlt und habe zu einem gewissen Grad auch schon beide Seiten erlebt. Klar gibt es für beide Seiten gewisse Vor- und Nachteile. Eine extrem berühmte Person hat auch den Nachteil keine Anonymität mehr zu haben. Ein Privatpatient hat auch den Nachteil, dass er noch eher vom Arzt unnötige Angebote erhält, damit man ihn schön melken kann. Es ist aber offensichtlich welche Seite die meisten Leute wählen würden.
      Du findest also, dass die Schilderung von Tatsachen frauenfeindlich ist und das sogar extrem? Meine Aussage darunter spricht nämlich im Großen eher für Frauen und gegen Männer. Ich bin in erster Linie einfach nur strebend nach absoluter Gerechtigkeit für Lebewesen. Ich empfinde Dinge wie Patriotismus, Sexismus oder Rassismus nicht. Ich ergreife keine Partei für Deutschland oder was auch immer. Ich ergreife meistens themenbezogene Partei für die schwächere und benachteiligte Partei, in jeglichen ungerechten Belangen, um möglichst absolute idealistische Gerechtigkeit zu fördern. Du solltest dich mal fragen, ob du die Aussage vielleicht so betrachtest, weil du dich eventuell als Ausnahme der Regel betrachtest oder anderes, ich weiß es nicht und Partei für dein zugehöriges Geschlecht ergreifst.


      Mugwump wrote:

      Meinst du Avancen oder Belästigung auf offener Straße?
      Beiderlei ist im Grunde eine Bekundung des Interesses, somit schmeichelnd und ein Kompliment. In modernen Gegenden befindet man sich dadurch auch direkt in einer Machtposition. Es darf halt nicht unhöflich, respektlos, penetrant oder übergriffig sein. Aber da ist auch wieder die Frage wer wie empfindet. Eine Person empfindet es vielleicht schon als Belästigung mit einem Lächeln freundlich gegrüßt zu werden und eine höfliche Einladung auf einen Kaffee zu erhalten, wobei das alles andere als aufdringlich oder belästigend ist. Aber je nachdem wie häufig es passiert, kann es schon nervend sein.
      -So treibt das Bedürfnis der Gesellschaft, aus der Leere und Monotonie des eigenen Innern entsprungen, die Menschen zueinander; aber ihre vielen widerwärtigen Eigenschaften und unerträglichen Fehler stoßen sie wieder voneinander ab.

      -Fear and desire hold the power to disrupt one's rhythm. Desire clouds one's vision, while fear stills one's step.

      The post was edited 1 time, last by shunned nolifer ().