Diagnostik ja/nein, Anlaufstelle?

    This site uses cookies. By continuing to browse this site, you are agreeing to our Cookie Policy.

    • Diagnostik ja/nein, Anlaufstelle?

      Hallo zusammen,

      dadurch daß bei meinen beiden größeren Kindern Autsimus diagnostiziert wurde, habe ich mich sehr viel mit dem Thema beschäftigt. Inzwischen bin ich sicher, auch autistische Züge zu haben. Je mehr ich recherchiere, um so deutlicher wird es für mich. Wie viele hier, habe ich mich auch mein Leben lang schon anders gefühlt. Es gibt sehr viele Übereinstimmungen. Das verlinkte Aspie-Quiz habe ich gemacht, mein Ergebnis war: neurodiverse (Aspie) Punktzahl: 105 von 200, neurotypische (nicht-autistische) Punktzahl: 97 von 200.
      Aber ich funktioniere vielleicht zu gut, um eine Diagnose zu bekommen. Gibt es denn Menschen, die "dazwischen" stehen? Gerade bin ich ganz verwirrt und weiß nicht, was ich machen soll. Ob es sinnvoll ist, eine Diagnostik zu machen. Wenn ja, wo könnte ich das machen? Ich wohne im Rhein-Main-Gebiet.
      Gibt es hier vielleicht andere, denen es ähnlich geht oder ging?

      Liebe Grüße von FrauEva
    • Hmm ich weiß nicht, was als Einschränkung zu werten ist, und was nicht?

      An guten Tagen komme ich auch gut zurecht, meinen Alltag bewältige ich dann gut.

      An schlechteren kann es zB vorkommen, daß ich einen Termin nicht wahrnehme, und es auch nicht schaffe, abzusagen. Sehr schwierig ist die Paarbeziehung, denn ich kann keine Berührung ertragen und bin auch asexuell. Was gar nicht gut geht sind Gruppen, und Freundschaften habe ich nur wenige, die es mir aber gelingt, zu pflegen. Sehr schwierig ist für mich Lärm bzw. bestimmte Geräusche, die mir körperlich weh tun, und helles Licht, vor allem Autofahren im Dunklen geht an Tagen, wo ich zB müde bin, nur mit großem Kraftaufwand. Zählen solche Dinge als Einschränkung?
    • Unbewohnte Insel wrote:

      FrauEva wrote:

      dadurch daß bei meinen beiden größeren Kindern

      FrauEva wrote:

      denn ich kann keine Berührung ertragen und bin auch asexuell.
      :roll:

      Ja ich weiß, klingt komisch.

      Es war ein längerer Weg, die Asexualität erkennen und annehmen zu können. Bis dahin habe ich halt, wie in anderen Teilbereichen auch, versucht ein möglichst "normales" Leben zu führen.

      @MangoMambo: das weiß ich nicht genau, ich würde eine Diagnostik auch nicht machen, um Gelder beantragen zu können, sondern einfach, um es zu wissen. Ich könnte mich selbst dann glaube ich besser verstehen.
    • Zudem können ja auch asexuelle Menschen einen Kinderwunsch haben und vielleicht deshalb eine Beziehung eingehen. Für solche oder auch homosexuelle Menschen mit Kinderwunsch müsste es eigene Vermittlungsagenturen zum Co-parenting geben, das ist in Deutschland noch kaum entwickelt.
      From my youth upwards my spirit walk'd not with the souls of men. (...)
      My joys, my griefs, my passions, and my powers, made me a stranger.
    • Das mit dem "besser verstehen" verstehe ich irgendwie immer nicht. Sagen wir Mal du bekommst die Diagnose nicht und hast nur "Autistische Züge" bestätigt bekommen. Kannst du dich dann schlechter verstehen? Kannst du dich ohne Diagnose nicht mit deiner Art, Schwierigkeiten und Entwicklung befassen?

      Bist du bereit für einen anstrengenden evtl. mehrjährigen Diagnoseprozess? Kannst du Auffälligkeiten in der Frühkindlichen Entwicklung nachweisen, bzw. Willst du das?
    • Wenn du Gewissheit haben willst, dann solltest du die Diagnostik machen lassen. Es gibt ja überall lange Wartelisten und vielleicht lässt du dich schon einmal auf eine setzen.
      Ich habe meine Diagnose ja Ende letzten Jahres bei der LWL Klinik Autismus Ambulanz in Dortmund bekommen und auf den Termin habe ich 1,5 Jahre gewartet.
    • Danke, Vulkan, für die Links.
      Ich denke, ich werde mich mal auf die Warteliste setzen lassen.

      MangoMambo wrote:

      Das mit dem "besser verstehen" verstehe ich irgendwie immer nicht. Sagen wir Mal du bekommst die Diagnose nicht und hast nur "Autistische Züge" bestätigt bekommen. Kannst du dich dann schlechter verstehen? Kannst du dich ohne Diagnose nicht mit deiner Art, Schwierigkeiten und Entwicklung befassen?

      Bist du bereit für einen anstrengenden evtl. mehrjährigen Diagnoseprozess? Kannst du Auffälligkeiten in der Frühkindlichen Entwicklung nachweisen, bzw. Willst du das?

      Mir geht es nicht darum, eine Diagnose unbedingt haben zu wollen. Auch wenn ich keine bekäme, wüsste ich ja besser bescheid - dann hätte ich Gewissheit, dass autistische Anteile da sind, aber mehr auch nicht. Ich denke schon, daß ich mich selbst auch dann besser verstehen könnte.
    • MangoMambo wrote:

      Bist du bereit für einen anstrengenden evtl. mehrjährigen Diagnoseprozess? Kannst du Auffälligkeiten in der Frühkindlichen Entwicklung nachweisen, bzw. Willst du das?
      Die Diagnostik dauert in der Regel nicht mehrere Jahre, nur die Wartezeit ist momentan fast überall sehr lang. Ich war auch in Dortmund und habe 1,5 Jahre gewartet.
      Ich musste keine Auffälligkeiten in der frühkindlichen Entwicklung "nachweisen". Meine Schilderungen meiner Entwicklung haben ausgereicht.
      Immer wenn mir jemand sagt ich wäre nicht gesellschaftsfähig, werfe ich einen Blick auf die Gesellschaft und bin sehr erleichtert...... :d
    • MangoMambo wrote:

      Das mit dem "besser verstehen" verstehe ich irgendwie immer nicht. Sagen wir Mal du bekommst die Diagnose nicht und hast nur "Autistische Züge" bestätigt bekommen. Kannst du dich dann schlechter verstehen? Kannst du dich ohne Diagnose nicht mit deiner Art, Schwierigkeiten und Entwicklung befassen?
      Doch, ich kann mich nun besser verstehen, wissen, warum ich in einer Situation so oder so reagiere, und wie ich es vermeiden kann. Ich hatte vorher schlicht keine Ahnung, was gut für mich ist und was nicht.
      Aber es hätte natürlich sein können, dass die Diagnostik ergibt, ich sei NT.
      In diesem Fall drehe ich an einem anderen Rad ....und hätte weitersuchen müssen, was denn nun mein Lebens- Problem ist ....
      "Autismusdiagnose - Potius sero quam numquam.
      ( Lieber spät als nie.) "
      :irony:
    • Vulkan wrote:

      Ich denke auch eine sehr lange Wartezeit kann schon sehr zermürbend sein.
      Es ist schon einige Jahre her aber ich erinnere mich dass das Warten sehr zermürbend war damals, obwohl im Rückblick kommt es mir ziemlich komisch vor dass es so zermürbend war. Vielleicht sollte man so weit wie möglich das Thema AS "vergessen" während der Wartezeit und sich nicht damit quälen, dann wird es weniger zermürbend.
    • Unbewohnte Insel wrote:

      so weit wie möglich das Thema AS "vergessen" während der Wartezeit und sich nicht damit quälen, dann wird es weniger zermürbend.
      Ich denke, wenn man einmal damit konfrontiert war und das durch die Familie eh ist, ist das schwer. Da man ja die Funktionseinschränkungen im Alltag hat und daran immer wieder erinnert wird, dass etwas nicht klappt und wissen will, ob das jemals was wird.