Wie lange war euer längster Shutdown/Meltdown und wie seit ihr damit umgegangen.

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    • Nach dieser Defeinition hatte ich früher ab und zu mal einen Meltdown, dann habe ich einen Tisch umgeworfen, oder etwas zerdeppert. Interessanterweise ist es nach der Diagnose nicht mehr passiert. Ich habe relativ viel Zeit gehabt über mich nachzudenken und bin zu dem entschluss gekommen, dass es Emotionen gibt die ich nciht möchte, weil ich sie nicht angenehm finde und sie mich nicht weiterbringen im Leben oder geschehenes ungeschehen machen.

      Das hat einerseits dazu geführt dass ich nicht mehr Eifersüchtig bin, dass ich nicht beleidgbar bin und eben keine Meltdowns mehr habe weil ich mich nicht mehr über Dinge aufrege.
    • Also ich hab ja keine offizielle Diagnose, aber ich habe mal 5 Stunden lang nur geschrien und geheult (laut meiner Mutter waren es sogar über 5h).
      Tja, bei mir war das nicht IN der Kirche, sondern danach... Auf der Konfirmation von Mamas Patenkind.
      In der Kirche war noch alles okay, aber in dem Restaurant, wo wir im Anschluss waren, musste man echt lange warten, sodass es erst um halb vier oder so den Hauptgang gab! Ich wurde dann ziemlich wütend... Und irgendwann war es aber keine Wut mehr, eher ein Zusammenbruch. Im Nachhinein denke ich, dass ich derjenigen die Konfirmation versaut habe.
      Meine Mutter hat auch nur die ganze Zeit gesagt: "Ja, reiß dich doch zusammen! Rosalie (das Patenkind) möchte doch nur einen schönen Tag verbringen. Lass sie doch ihre Konfirmation genießen!"
      Später bin ich dann mit Mama rausgegangen, aber ich konnte mich trotzdem nicht beruhigen.
      Zu allem Überfluss war bei der Hauptspeise auch noch Spargel dabei. Davon habe ich mich mal übergeben, weshalb ich dann auch noch Angst hatte von dem Gericht zu essen.

      Ich steckte irgendwie gleichzeitig in so einer Art Meltdown, Wutausbruch und Angstattacke.
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      Meine Sitznachbarn am Tisch im Restaurant redeten auch noch über Essstörungen...
      Das triggerte mich wahnsinnig.
      Am nächsten Tag hatte ich einen Termin bei einem Kardiologen, weil ich selber nur 40kg bei 174cm Körpergröße wog. Fast wäre ich damals in der Klinik gelandet.

      Partys und Feste im Allgemeinen finde ich echt schrecklich.
      Vor zwei Wochen war ich auf einer Party, weil jemand Bekanntes 70 geworden ist.
      Die ganze Zeit liefen Schlager und es waren etwa 80 Gäste da (schätze ich mal).
      Den ganzen Abend habe ich an einem Tisch mit meinen Malsachen gesessen, und versucht alles andere auszublenden. Irgendwann haben die aber die Musik NOCH LAUTER gemacht. Zum Tanzen.
      Da bin ich dann rausgegangen (ohne Jacke, das war ein Fehler :m(: ).
      Und weil es eben auch schon so spät war (meine "Schlafenszeit" war schon vorüber) bin ich dann "implodiert".

      Was ich dann gemacht habe:
      Ich habe mich mit meinem Handy gefilmt, wie ich heulend schildere weshalb ich mich so fühle wie ich mich fühle.
      Das führt bei mir zwangsweise zur starken Kompensation, weil ich mir dann das Video noch mal ansehe und feststelle wie peinlich und lächerlich das Ganze ist. Dann kann ich noch schlimmeres verhindern.

      Wenn ich das Video jetzt noch mal sehe, dann kann ich genau sehen wie ich dort "gekämpft" habe, gegen mich selbst, mein Verhalten und die Gefühle. Ich kann dann sehen, was dort in meinem Kopf vorgeht.
      Manchmal denke ich, dass es besser wäre nicht dagegen anzugehen sondern alles rauszulassen. Aber ich bin schon so daran gewöhnt, NICHT akzeptiert zu werden, dass ich es nicht anders kann als gegen mich selbst zu "kämpfen".


      Glücklicherweise sind solche Ereignisse bei mir nicht zu häufig. Ich habe im Alltag eher kleinere, halb unterdrückte Meltdowns (ich nenne es mal jetzt so auch wenn meine Diagnose nicht offiziell ist), z. B. neulich beim Kochen...
      Multitasking kann ich gar nicht :| . Und ich hatte halt 3 Töpfe auf einmal auf dem Herd stehen, was dann dazu geführt hat dass ich komplett überfordert wurde. Dann habe ich geheult und auf den Boden gestampft und so, aber nach einer Viertelstunde war es wieder weg.

      Vielleicht konnte ich wem helfen mit dem Tipp, sich zu filmen (testet es doch mal ;) )

      Fionny
    • MangoMambo wrote:

      Overload: zu viele Reize führen zu Überforderung und hohem Maße an Stress, Stimimng wird unumgänglich, wechselseitige Konversation nicht mehr möglich, Körperkontakt nicht mehr erträglich, führt ohne Erholungsmöglichkeit zu Meltdown oder Shutdown, Konzentrationsprobleme.

      Meltdown: Wie eine Explosion von Stress und Reizen nach außen, Schreien, Selbstverletzung, Schlagen, Treten, Dinge kaputt machen, wegrennen, Ohren zuhalten, nicht mehr zugänglich für rationale Argumentation

      Shutdown: Abschalten, Anfangen zu weinen aus Überforderung, unfähig Entscheidungen zu treffen, komme nicht mehr selbst darauf aus der Situation herauszugehen, werde nonverbal, kann nicht mehr stimmen, evtl. unter Möbeln oder Decken verkriechen.
      Das finde ich richtig gut beschrieben!!!

      Besonders dieses "nicht mehr zugänglich für rationale Argumentation",
      besser hätte ich das nicht beschreiben können

      Bei Shutdowns sitze ich meistens einfach auf dem Boden rum und werde total unsensibel gegenüber Dingen, die mich sonst eher stören. Ich kann gut mal eine Dreiviertelstunde so dasitzen und nichts zu Stande bringen.
    • ich verliere komplett die Kontrolle und schaffe es nicht mal, die Kopfhörer leiser zu machen, abzunehmen oder aufzusetzen.
      Bei meinem Handy ist es doof, weil ich die Lautstärke nicht sperren kann und ich teilweise auf den lauterknopf komme.
      Zum Glück hab ich es aber die letzten male rechtzeitig geschafft, leiser zu machen.
    • ich hatte mal einen Shutdown weil die Leute um mich herum so laut gesprochen haben.
      Die sind wegen meinem Geschrei fast ausgerastet und haben sich beschwert dass es so laut ist.
      Dann habe ich die angeschriehen, das sie dann nicht so laut rumbrüllen sollen und das es dann auch nicht so laut ist.
    • Meltdowns habe ich mir in meiner Jugend weitgehend abtrainiert. Manchmal habe ich einen Anflug davon, wenn ich gestresst bin und ich z.B. Geräuschen ausgesetzt bin, die mich stören (Baulärm, laute Nachbarn...). Oder wenn ich schnell irgendwo hin muss, pünktlich sein muss und die Öffis mal wieder nicht zuverlässig sind.
      Dann kann es passieren, dass ich mal kurz sowas wie "F*ck" sage, was nach außen nicht sooo auffällig ist, aber ich spüre, dass ich dringend was abfangen muss, damit ich nicht ausraste.

      Ein anderer Grund für einen (abgefangenen) Meltdown kann sein, dass ich mich mit etwas, das mir wichtig ist, einfach nicht verständlich machen kann. Dass ich etwas sage und merke, mein Gegenüber versteht einfach nicht, worum es mir geht.

      Dass ich Meltdowns nicht auslebe, führt schneller zu diesen fiesen delayed Shutdowns. Weinen, bewegungslos da liegen, manchmal über Stunden. Das, was ich während eines Shutdowns oder danach sage, sollte man nicht so ernst nehmen. Ich bin deshalb fast froh, wenn ich nicht reden kann.
      Andere Gründe für Shutdowns sind langanhaltender Stress, Überforderung oder auch äußere Einflüsse, wie eben Lärm, Hitzewellen, grelle, helle Lichtquellen über längere Zeit, überhaupt Reize aller Art, wenn sie überhand nehmen.
    • Shutdown war bei mir meistens "nur" komplettausfall von sehen und höhren.
      Da habe ich dann nicht so viel mitbekommen.
      Kann nur das was ich erlebt und das was man mir gesagt hat, versuchen zusammenfügen und richtig darzustellen.
      Kann auch sein, das ich erst Shutdown und dann gleich darauf meltdown oder dersrum hatte.
      Oder mehrmals abwechselnd.

      Hatte das schon, das ich mir die Ohren zugehalten habe und währenddessen geschriehen habe und gleichzeitig auch nichts höheren und sehen konnte.
    • Shenya wrote:

      Vielleicht hat das, was du hast, auch gar nichts mit shutdown oder meltdown zu tun, sondern hat andere psychische Gründe? Shutdown und Meltdown sind ja auch nur irgendwelche Begriffe.
      bei mir wurde das in der Grundschule teilweise durch das ticken von uhren und grundsätzlich bei vorbeifahrenden LKW, hatte ich das Problem, weil es zu laut war.