Nicht durchsetzen können, in die Ohnmachtsrolle reinrutschen

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    • Nicht durchsetzen können, in die Ohnmachtsrolle reinrutschen

      Wie hier bekannt ist, wurde mein Verhalten seit kleinster Kindheit öfters als Fehlverhalten gesehen, wobei Grenzen nie akzeptiert wurden, da ich keine Ahnung hätte. Meine Wahrnehmung würde sehr oft als falsch gesehen.
      Therapeuten meinten, Reizüberflutung geht, weg, wenn ich mich Reize stelle.
      Dazu immer, soll vertrauen, da isie Ahnung haetten.
      Selbst, wenn ich Therapeuten Stopp sagte, interessierte es niemanden.
      Wenn ich überfordert war, wurde ich öfters angeschrien, rausgeschmissen etc.
      Niemand will einen Dialog auf Augenhöhe.
      Auch früher im Kindesalter, Jugendlicher, jünger Erwachsener etc.
      Erst war ich behindert, dann potenzieller Vergewaltiger wegen Anspannung etc, Tiere sind mehr Wert, hiess es immer wieder.
      Habe früher ständig neue Seitenspiegel fuer das Fahrzeug gebraucht, da sie immer abgeschlagen worden sind.. Bin überzeugt, hätte ich jemanden erwischt, hätte es sicherlich fehiessen, dass ich kein Spass verstehe.
      Als ich ein halbes Jahr in der Langzeitreha Krampfte, nicht mehr konnte, wurde 3s damals auch von Ärztin als Fehlverhalten angesehen, wofür ich fertiggemacht würde, medikamentöse Hilfe verweigert wurde. Als ich es als Ohnmacht sah, was ich sehr gut schon kannte, war Rehazeit vorbei und es hiess nur, sind nicht mehr fuer sie zuständig.
      Als ich Hilfe brauchte, war aber nie jemand, da, da ich keine Ahnung haette, wie es immer, immer wieder hiess.
      Hiess immer, wir sind die Profis.
      In der Ausbildubg, wo mir Abfuehrpille in den Kaffe getan wurde, oder spaeter, immer das selbe.

      Jetzt zum Aktuellem.
      Habe gerade meinen Kontoauszug angesehen.
      Wegen Klinikaufenthalt habe ich den Vertrag im Fitnessstudio, im Dezember und Januar ruhen lassen.
      Für Abrechnung im Februar, haben Sie mir zusätzlich eine Trainerpauschale von 19,90 Euro aufgebucht.
      Kann es einmalig zusätzlich zahlen, ok.
      Wenn ich was reklamieren, kann ich mich nie durchsetzen, da ich sehr sehr klein werde, wenn jemand die Stimme hebt, weswegen ich immer in die Ohnmacht reinkommen.
      Höre immer, dass ich keine Ahnung habe, dass es so ist etc.
      Als mir in Arbeit früher, Holz ins Sicherheitsschloss getan wurde, damit es unbrauchbar war, Industrie kleber in Handschuhe, habe ich immer selbst vom Meister gehört, dass es Spass waere..
      Staendig bin ich aber im Meister euro zusammengeschrien worden, da ich kein Respekt vor älteren Kollegen haette, wobei nie interessierte, wo und weswegen ich Grenzen setzte.
      Die Gespraeche gingen nie um das Thema, nur drum, ich haette kein Respekt, da ich Grenzen setzte, bevor ich aufgab und Bandscheibenvorfaelle, Herzrasen, permanente Schmerzen durch Anspannung etc kamen.

      Wie geht ihr mit solchen Situationen um?
      Bekomme mal wieder Panik, da ich weiss, da ich eh wieder ausgeliefert bin.
      Irgendwie will ich denn ganzen Scheiss nicht mehr.
      Herzlichen Dank.
      L. G. Daniel :thumbup: :thumbup:

      The post was edited 2 times, last by Daniel1 ().

    • Fühle mich im Grunde immer Ohnmächtig, da ich mich nie durchgesetzt bekomme und sehr schnell ganz klein werde, wenn ich nicht schon das Gespraech mit einem pipsen beginne.
      (Stimme haut mir sehr schnell ab)
      Habe wieder Angst.

      L. G. Daniel :thumbup: :thumbup:
    • Das hat bei mir zum Glück nachgelassen, seit ich nicht mehr in Rollen am ganz unteren Ende der Nahrungskette bin, z.B. Kind, Schüler, Azubi, Angestellt, Leistungsempfänger... Auf Anschreien reagiere ich mit Textbausteinen und Schweigen, wobei das eigentlich praktisch ist, weil ich zumindest noch in der Lage bin, den Raum in Restwürde zu verlassen.
    • Matou wrote:

      Das hat bei mir zum Glück nachgelassen, seit ich nicht mehr in Rollen am ganz unteren Ende der Nahrungskette bin, z.B. Kind, Schüler, Azubi, Angestellt, Leistungsempfänger... Auf Anschreien reagiere ich mit Textbausteinen und Schweigen, wobei das eigentlich praktisch ist, weil ich zumindest noch in der Lage bin, den Raum in Restwürde zu verlassen.
      Ich weiss nie was ich sagen kann, wenn ich angegriffen etc, werde.
      Bei mir ist dann immer alles blockiert.
      Das Denken reden etc.
      Werde immer ganz klein und bin dann emotional komplett überfordert.
      Irgend wann, sollte ich es doch endlich in den Griff bekommen.
      L. G. Daniel. :thumbup: :thumbup:
    • Kann ich gut nachempfinden. Es gibt so Menschen, die reden einen in Grund und Boden und da habe ich nicht die Kraft gegenzusteuern, weil ich mich dann auch immer schnell dumm fühle und gar nicht so schnell schalten kann.
      Mir wurde auch immer gesagt, ich solle mich doch mal zusammenreißen, niemand sah, dass ich das bereits tat und es dennoch nicht besser hinbekam. Auch ich wurde angeschrien in Kliniken und sollte mich den Reizen aussetzen, was alles noch schlimmer machte, weil sie von einer Angststörung ausgingen und sagten, das geht nur weg, wenn ich es immer und immer wieder übe. Es wurde immer schlimmer, da hieß es dann, ich strenge mich nur nicht genug an.
      Ich habe leider keinen Rat für dich. Außer vielleicht jemanden einweihen, dem du vertraust und den mitnehmen, um sich notfalls für dich einzusetzen.
    • Daniel1 wrote:

      Bekomme mal wieder Panik, da ich weiss, da ich eh wieder ausgeliefert bin.
      Irgendwie will ich denn ganzen Scheiss nicht mehr.
      Ich kenne ähnliche Gedanken.

      Mein Ratschlag ist: Wenn du absehen kannst, dass du nicht stabil sein wirst und dich die Situation triggern wird: Gehe nicht in die Situation rein und schütze dich somit selbst. Denn es gibt genügend Menschen, die die eigene Angst ausnutzen und dann richtig zutreten.

      Versuche, die Kommunikation zu verschieben, bis es dir besser geht oder hole dir Hilfe, so dass dort eine Person für dich anruft und es rekamiert oder reklamiere es schriftlich per Fax.

      Auf lange Sicht wäre es natürlich gut, wenn man nicht mehr in die Ohnmacht kommt, aber ich glaube, das muss man in einer Traumatherapie oder sowas in die Richtung auflösen. Bei mir haben soziales Kompetenztraining und Workshops nichts genutzt. Wenn die Situation für einen ein Trigger ist, braucht man andere Hilfen.

      Was in deiner Ausbildung mit dir gemacht wurde, geht überhaupt nicht. Wie kann denn Sekundenkleber in den Handschuhen als Spaß gedeutet werden? :thumbdown: Der Ausbilder scheint mir für seinen Beruf nicht wirklich geeignet. :shake:
    • Ich denke FruchtigBunt hat es schon richtig beschrieben, wie du in diesem Fall vorgehen solltest.

      Vielleicht kannst du dies alles mal mit einem Therapeuten besprechen. Weiß allerdings nicht, ob du im Moment einen Hast.
    • Daniel1 wrote:

      Ich weiss nie was ich sagen kann, wenn ich angegriffen etc, werde.Bei mir ist dann immer alles blockiert. [...]
      Werde immer ganz klein und bin dann emotional komplett überfordert.
      Eben drum Textbausteine. Das fast immer passende "So siehst Du das also" oder "Interessant" lassen sich grad noch vor dem endgültigen Verstummen herauswürgen. Dann atmen, umdrehen, gehen. Sofort.
    • Matou wrote:

      Das fast immer passende "So siehst Du das also" oder "Interessant" lassen sich grad noch vor dem endgültigen Verstummen herauswürgen.
      Das muss nicht sein, dass das jedem noch gelingt. Wenn ich getriggert werde, kann ich gar nichts mehr rausbekommen. Ich erstarre dann meistens. Ich hab schon Bücher gewälzt dazu und mir schlaue Sprüche gemerkt und auch mehrmals soziale Kompetenzen geübt. Durch die sozialen Übungen ging die Ohnmacht nicht weg, wie sollte sie auch.
      Deswegen ist es möglicherweise nicht das Beste, das jemandem so zu raten. Man macht sich vielleicht sonst falsche Hoffnungen. Mir hat man auch dazu geraten, aber ich bin in dem Sozialen Kompetenztraining auch ausgerastet, weil ich selbst dort einmal getriggert wurde und die Übungen dort waren interessant, aber im Ernstfall wird das alles ausgehebelt. Das ist für mich nicht sowas wie "ich bin schüchtern, ich muss mich jetzt nur überwinden und mal den Mund aufmachen", sondern ich fühle mich dann buchstäblich so, als würde man mich keine Sekunde länger am Leben lassen. Ich erlebe das auch so wie @Daniel1 es schreibt, als ein Ausgeliefert-Sein.

      Ich schreibe das, weil ich drauf aufmerksam machen möchte, damit man sich nicht auch noch selbst fertig macht, weil man es möglicherweise nicht mal hinbekommt, "ein paar simple Textbausteine aufzusagen". Ich habe mich z. B. sehr gescholten, weil meine ganzen Versuche, die gemerkten Sachen dann anzubringen, fast immer gescheitert sind. Wenn man weiß, warum, müht man sich nicht mehr mit Dingen ab, die vermutlich nicht zum Erfolg führen.

      Das kann natürlich bei jedem anders sein, aber ich wollte darauf hinweisen. Für mich klang der Tipp auch ein wenig nach "das wirst du doch gerade noch hinbekommen" (also etwas von oben herab). Ist nicht böse gemeint, ich wollte nur schreiben, wie man es möglicherweise auffassen könnte.

      The post was edited 2 times, last by FruchtigBunt ().

    • FruchtigBunt wrote:

      Das muss nicht sein, dass das jedem noch gelingt...
      Du kannst mir glauben, dass ich das jahrelang geübt habe, bis es nun ansehnlich gelingt. Womit ich @Daniel1 im vorigen Post zitiert habe, könnten meine Worte sein. Mit dem hier bin ich auch voll dabei:

      FruchtigBunt wrote:

      Das ist für mich nicht sowas wie "ich bin schüchtern, ich muss mich jetzt nur überwinden und mal den Mund aufmachen", sondern ich fühle mich dann buchstäblich so, als würde man mich keine Sekunde länger am Leben lassen. Ich erlebe das auch so wie @Daniel1 es schreibt, als ein Ausgeliefert-Sein.
      Leider hatte ich nicht immer die Wahl, Situationen mit Triggergefahr zu meiden. Zudem schob mich häufiges Vermeiden in die schwarze Depression und ich fühlte mich zusehends labiler damit. Ich traue dir, @Daniel1, sehr wohl zu, dass du aus den Erzählungen anderer (ich erteile keine Schläge, auch nicht ratsame) das für dich aussuchst, was passt.
    • Matou wrote:

      Du kannst mir glauben, dass ich das jahrelang geübt habe bis es nun ansehnlich gelingt.
      Das glaube ich dir natürlich auch. Ich wollte nur zu bedenken geben, dass es deswegen nicht bei jedem funktionieren muss bzw. es manchmal möglicherweise vorher noch anderer Interventionen bedarf, bevor es greifen kann.


      Matou wrote:

      Ich traue dir, @Daniel1, sehr wohl zu, dass du aus den Erzählungen anderer (ich erteile keine Schläge, auch nicht ratsame) das für dich aussuchst, was passt.
      Naja, was passt, findet man ja erst heraus, wenn man es probiert hat. Ich hätte mir z. B. gewünscht, wenn Therapeuten bei mir nicht davon ausgegangen wären, dass es durch stetige Übung besser wird und mir dann Versagen vorgeworfen hätten, weil es eben nicht besser, sondern noch schlimmer dadurch wurde. Für mich war das verschwendete Zeit und ich hätte diese Zeit lieber nicht verschwendet.
      Und da du es schon etwas so hingestellt hast, als würde es jedem helfen, nur weil es dir auch geholfen hat, fand ich das ungünstig.

      Meins ist ja auch nur ein Vorschlag und ich weiß, dass der auch nicht für jeden gelten muss. Klar, jeder sollte sich das für sich Passende hier rausziehe. Da stimme ich mit dir überein.