Darf man Zitate speichern und privat (Familie, Freunden) zeigen?

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    • Darf man Zitate speichern und privat (Familie, Freunden) zeigen?

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      Hallo,

      ich habe gerade bei einem Foren-Beitrag ein Mitglied gefragt, ob ich die Formulierung speichern und privat verwenden darf.

      Absicht: Mir ist beim Lesen aufgefallen, dass die Formulierung etwas viel besser erklärt, als ich es gekonnt hätte.

      Ich überlege jetzt, eine Art Zitate-Sammlung zu machen, die ich ggfs. den Menschen aus Freunden und Familie (viele sind das nicht) zeigen würde, denen ich von der Diagnose ggfs. erzählen werde.

      Ich fände es sinnvoller, ihnen Texte zu geben, die mir in Bezug auf mein Erleben relevant erscheinen, statt eines allgemeinen Buches über Autismus und zu sagen "Guckt da drin, was zu mir passt."

      Ich bin nicht so gut darin, das Erleben/ Empfinden aktiv so zu formulieren, kann es passiv aber sehr würdigen.

      Ist es allgemein erlaubt, Zitate aus dem Forum so zu nutzen?
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      Wenn es öffentlich zugänglich ist, dann darfst Du das auf jeden Fall.
      Und wenn Du es nur privat zeigst und nicht mal direkt kopierst oder verschickst, dann sollte es auch mit sensiblen Inhalten keine Probleme geben (außer es sind z.B. Firmengeheimnisse...)
      _,.-o~^°´`°^~o-.,_Ich ess Blumen...,.-o~^°´`°^~o-.,_
      Im Übrigen bin ich der Meinung, dass das Teilnehmer-Limit von Privatkonversationen verdoppelt werden sollte.
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      Kpax wrote:

      Ich überlege jetzt, eine Art Zitate-Sammlung zu machen, die ich ggfs. den Menschen aus Freunden und Familie (viele sind das nicht) zeigen würde, denen ich von der Diagnose ggfs. erzählen werde.
      Für mich stellt sich eher die Frage, ob das den Leuten weiterhilft. Ein vernünftiges Bild vom eigenen Autismus zu vermitteln ist schwierig. Hin und wieder gibt es ASler, die meinen, dem eigenen Umfeld eine Art Bedienungsanleitung in die Hand drücken zu müssen. Das kann viel Frust auf beiden Seiten erzeugen, weil die Leute weiterhin nach ihrer sozialen Intuition vorgehen werden und sich höchstens dann mal dran erinnern, einen ASler vor sich zu haben, wenn die Situation schräg wird oder der Konflikt schon da ist.
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      Wenn jemand es nicht verstehen will, wird er es nicht verstehen. Entweder man akzeptiert dich wie du bist, wo du deine Grenzen setzt oder nicht. Da bringen die besten Beispiele nichts.
      Das Zitieren, zeigen oder was auch immer du vor hast, bringt nichts wenn deine Persönlichkeit nicht respektiert wird. Es ist dabei auch egal, welche abweichung du von der Norm hast.

      Ich habe nichts gegen Zitate, da es ein mehr oder weniger öffentliches Forum ist. Aus den Öffentlich einsehbaren Bereichen sollte es keine Probleme geben. Bei den nicht öffentlichen must du auf die Personlichkeitsrechte achten.
      Auch wenn quasi jeder anonym zu sein scheint,
      so ist es das nicht. Also besser vorher direkt den User Fragen.
      - für weniger Sozialgendöns -

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      TalkativeP wrote:

      wenn die Situation schräg wird oder der Konflikt schon da ist
      Ja, ich glaube, das meinte ich in dem anderen Thread, wo ich Dich zitieren wollte, und der den Anlass zu diesem hier gegeben hat.

      Ich habe oft Konflikte erlebt, weil Menschen, die sich in entspannten Eins-zu-Eins-Situationen "gut mit mir unterhalten" konnten, mich plötzlich "kalt, desinteressiert, gleichgültig, taktlos, unaufmerksam, verletzend" etc fanden, wenn Ablenkung und oder Anspannung hinzu kamen.

      Andere Menschen. Eine fremde Umgebung. Laute Geräusche. Arbeit.

      Es ist, als würde ich durch solches "Multitasking" vom netten sozialen Normalo zum asozialen Arsch mutieren, ohne es zu wollen.

      Beispiel: Eine Person, die ich lange kenne, hat letztens bei der Arbeit auf einem Flur gehustet. Ich habe nur ein sehr lautes, unangenehmes, sich unregelmäßig wiederholendes Geräusch wahrgenommen, das ich nicht einordnen konnte, und das mich sehr erschreckt hat. Ich habe diese Person gefragt "Was war das??" - "Ich habe gehustet. Ich habe immer noch mit der Grippe zu tun, wegen der ich zwei Wochen krank geschrieben war." - ich: "Ah, gut!".
      Geräusch eigeordnet, Welt in Ordnung, weiter arbeiten. Warum war die Person am nächsten Tag so seltsam zu mir, so wenig hilfsbereit?
      (Ich habe sehr überlegt und dann selbst geschlussfolgert, dass "Ah, gut!" wahrscheinlich nicht die sozial erwartete Antwort auf schlimmen Husten war. Aber ich war in dem Moment eben mit den Gedanken nicht bei Interaktion-Mensch, sondern bei Schreckliches-Geräusch.)

      Wäre in dem Fall eine "Bedienungsanleitung" hilfreich gewesen?
      Ich weiß es nicht. Vielleicht hätte sich zumindest irgend ein Kollege daran erinnert, wenn wieder getratscht wird, was ich für ein Arsch bin.

      Die Leute wissen nicht, dass mich/uns "Interaktion-Mensch" volle Kraft und Aufmerksamkeit kostet und das umschalten nicht unbewusst und automatisch geht.
      Und bei mir leider auch keine Priorität ist.

      Ich weiß nicht, ob das Aspie ist, oder ob ich doch ein Arsch bin, aber sobald "Sachen" (Fakten, Arbeit) da sind, tritt der Faktor Mensch in meiner Aufmerksamkeit automatisch in die zweite Reihe.
      Ich will das nicht so, ich muss mich aktiv ermahnen, dass das nicht passiert (ist das bei Euch auch so??).

      Das würde ich dann allerdings nicht in die Bedienungsanleitung schreiben.

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      Kpax wrote:

      Wäre in dem Fall eine "Bedienungsanleitung" hilfreich gewesen?
      Ich glaube nicht. Die Person hat ein "Gute Besserung" oder was ähnliches erwartet. "Gut, dass Du hustest" (sinngemäß) ist nicht das, was die Person hören wollte. Gleichzeitg war sie offensichtlich krank, und kranke Menschen (ob AS oder nicht) sind doch mehr mit sich selbst beschäftigt, als damit drüber nachzudenken, was jemand anderes gedacht haben könnte.

      Solche Situationen passieren einfach. Wenn man es selbst merkt, kann man sich entschuldigen. In dem Fall hätte ich ein paar Tage später gefragt, ob es ihr besser ginge, weil sie ein paar Tage davor noch so gehustet habe, dass ich mich direkt erschrocken habe.
      Ansonsten wird sich die Person auch wieder beruhigen. NTs scheinen solche Situationen eher zu vergessen, als Aspies.
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      Kpax wrote:

      Ich weiß nicht, ob das Aspie ist, oder ob ich doch ein Arsch bin, aber sobald "Sachen" (Fakten, Arbeit) da sind, tritt der Faktor Mensch in meiner Aufmerksamkeit automatisch in die zweite Reihe.
      Ich will das nicht so, ich muss mich aktiv ermahnen, dass das nicht passiert (ist das bei Euch auch so??).
      Nein, das ist bei mir nicht so. Menschen sind mir wichtiger als Arbeit. Generell bin ich der Meinung, dass Arbeit in unserer Gesellschaft überbewertet wird, also einen zu hohen Stellenwert einnimmt. Leistungsgesellschaft eben.

      Abgesehen davon denke ich nicht, dass es etwas mit AS oder Nicht-AS zu tun hat, sondern mit der Persönlichkeit. Es gibt auch Nichtautisten, die Arbeit wichtiger finden als Menschen.