(M-)Eine Ess-Störung

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    • (M-)Eine Ess-Störung

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      Hallo zusammen.
      Bisher dachte ich immer das ich esse wie "normale" Menschen, wenn ich Hunger hatte oder Frühstück, Mittag, Abendessen in gewissen Zeiträumen. Auch passende Gerichte zu den jeweiligen Tageszeiten, also morgens Frühstück, mittags oder abends eine warme Mahlzeit. Dabei war bzw. ist das Problem, das ich mit meiner Essenswahl nicht gesund esse, weil es z.B. entweder mengenmäßig zu wenig ist und/oder inhaltlich zu einseitig. Ich esse überhaupt keine "ungesunden" Dinge wie Fastfood oder Fertiggerichte, aber auch "gesundes" essen kann zu einseitig oder mangelhaft sein von der Auswahl. Mir war das nicht bewusst, bis es über längere Zeit nach und nach zu Mängeln (keine extremen, aber mit leichten Symptomen) mancher Nährstoffe kam.
      Es ist jetzt keine Ess-Störung das ich bestimmte Lebensmittel nicht essen könnte. Ich weiß nicht wie ich das erklären soll, manche Lebensmittel sind für mich einfach keine Option sie essen zu wollen. Aber das, was ich so esse (das ist auch jede Woche immer gleich) deckt von der Auswahl anscheinend nicht genug ab. Meinen Essensplan habe ich aber auch nur für das Abendessen, ohne diesen Plan wäre das auch weniger vielfältig als es ist.

      Ich habe den Eindruck, das ich einen genauen Plan bräuchte pro Tag wo jede Mahlzeit mit Menge und Zutaten drauf steht, damit ich mich überhaupt ausgewogen/gesund ernähren kann. Zumindest eine Mindest-Mengenangaben, wie viel ich wovon mindestens essen muss um mit den Nährstoffen abgedeckt zu sein. Mit Ernährung kenne ich mich aber überhaupt nicht aus, und ich habe Bedenken ob ein Ernährungs-Arzt oder ein Ernährungsberater mich überhaupt verstehen würde.
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      Ich denke, dass dir ein Ernährungsberater helfen könnte. Genau dafür sind die ja da. Es gibt natürlich auch im Internet viele Beispiellisten für Essenspläne, aber vielleicht würde es dir mehr helfen, wenn du es mit jemandem zusammen erarbeitest und es dann alleine probierst und dich ggf noch einmal dort melden kannst.
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      Kenn ich ganz genau so, wie Du es beschreibst. Mir geht es genauso und vielen anderen Autisten auch.

      Viele von uns haben ein Problem damit, sich ausgewogen zu ernähren. Ich habe es auch mehrmals mit Essensplänen probiert- geht nicht. Ich schaue ihn an, denke NÄÄÄÄ, und esse doch wieder meins. Ich weiß, wie ich mich ernähren müsste, ich kriege es aber trotzdem nicht hin.

      Ich versuche, viel Gemüse zu integrieren, weil ich das zum Glück mag. Obst dagegen ist für mich irgendwie schwer zu integrieren. Ich mag keine Zwischenmahlzeiten und Obst ist keine Hauptmahlzeit. :d Also wann soll ich das essen?
      Theoretische Frage, denn eigentlich wüsste ich es. Aber mein Hirn macht da nicht mit. Es ist, als würde es mich einfach nicht lassen. Schwer zu beschreiben. Und wenn schon zwischen den Mahlzeiten oder Nachtisch, dann muss es etwas sein, dass ich wirklich mag. Kuchen, zum Beispiel.

      Ich greife zu TK Gemüse, möglichst natur, also ungewürzt. Ich kann nicht kochen und interessiere mich auch nicht dafür.

      Ich habe x Versuche gemacht, mein Essverhalten zu ändern. ich war jedesmal so gestresst davon und auch frustriert, weil es nicht funktioniert, dass ich beschlossen habe: ich lasse es, wie es ist. Wenn ich einen Mangel habe, muss ich halt ergänzen mit Nahrungsergänzungsmitteln. Meine Psychiaterin sieht das genauso.

      DIESES Essverhalten hat mit unseren Routinen zu tun, weniger mit der Textur o.ä.. Bei mir ersetzen die Routinen den fehlenden Appetit. Ohne sie würde ich glaube ich noch viel seltener essen.

      Es gibt eine Essstörung, ARFID, die sich auf das Extrem von Picky Eating bezieht (nicht- essen wegen Problemen mit Textur, Geschmack) UND (u.a.) darauf, dass manche Menschen keinen Hunger und Appetit haben und deshalb viel zu einseitig oder zu wenig essen. Ich werde diese ES in meinem nächsten Blogartikel beschreiben.
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      Emphasis1990 wrote:

      Ich denke, dass dir ein Ernährungsberater helfen könnte.
      Da bin ich mir unsicher, ob die sich mit den "Besonderheiten" der Essenswahl mancher Autisten auskennen, bzw. sich da reindenken können. Sie informieren z.B. Diabetiker oder darmkranke Patienten, wie sie sich bzgl. ihrer Erkrankung ernähren müssen, was sie beachten müssen, usw. Rein medizinisch brauche ich ja keine spezielle Ernährung, ich könnte und dürfte alles essen. Ich war da mal bei einer Ernährungsberatung von meiner Krankenkasse, da lief es genau so. Sie war nur zuständig für Übergewichtige (also für Diät-Pläne) und für Patienten, die wegen einer Erkrankung eine spezielle Ernährung brauchen. Das bekam ich auch direkt am Anfang als erstes gesagt. Da ich normalgewichtig aussehe und auch sonst nicht auffällig körperlich krank wirke, sah sie dann auch weder Grund noch Motivation, wobei sie mir eigentlich helfen soll.


      Ani wrote:

      Wenn ich einen Mangel habe, muss ich halt ergänzen mit Nahrungsergänzungsmitteln.
      Nimmst du dann einfach pauschal irgendwelche Ergänzungsmittel?

      Mein Hausarzt sieht keinen Grund das im Labor zu kontrollieren, wenn dann müsste ich alle Werte selbst bezahlen. Zitat: "Wenn man nicht gerade eine bestimmte Erkrankung hat, sind in der heutigen Zeit bei unserer Lebensweise Nährstoffmängel so gut wie ausgeschlossen" Das irrsinnige, wenn ich Veganer wäre würde ich 2x im Jahr vom Hausarzt ein großes Blutbild auf Kassenleistung bekommen.

      Ich habe ein "A-Z" Präparat, wo 100% des Tagesbedarfs an Vitaminen deckt und zusätzlich 24 Nährsoffe mit drin sind. Aber ich habe gelesen, das man so etwas eigentlich nicht selbstständig einnehmen soll, weil man manche Närhstoffe damit überdosieren könnte und z.B. bei Eisen eine Überdosis dann auch zu einer Vergiftung und zu Organschäden führen könnte.

      Ani wrote:

      Es gibt eine Essstörung, ARFID, die sich auf das Extrem von Picky Eating bezieht
      Das "Picky Eating" beschreibt es bei mir relativ passend. Zum Frühstück mache ich mir z.B. eine Scheibe Toast (hat immer dieselbe Größe, Dicke und bestimmte Anzahl Scheiben pro Packung) mit Margarine. Einen vielfälitigen oder variierenden Brotbelag gibts bei mir nicht, ich habe da auch gar nicht das Bedürfnis etwas anderes zu essen. Theoretisch würde/könnte ich auch anderes essen, aber der Impuls ist nicht da. Ich bin mit meinem Frühstückstoast zufrieden und habe deshalb kein Bedürfnis es zu ändern.

      Hinzu kommt, dass ich meinen Essensplan habe der jede Woche gleich ist. Jeden Montag gibt es dies, jeden Dienstag das, usw. Und die Zutaten müssen aufgebraucht werden, das nichts übrig bleibt weil ich sonst den immer gleichen Wochenplan nicht einhalten könnte. Würde ich 1 Gericht von meinem Wochenplan ändern wollen, müsste ich dafür den gesamten Wochenplan komplett neu machen. Ich glaube oder bezweifle, das es mit so wenig Abwechslung vielleicht gar nicht möglich ist, sich mit allen wichtigen Nährstoffen abzudecken. Dann müsste ich vermutlich noch zusätzliches dazu essen, was dann aber von der Menge einfach zu viel wäre. Und auch wieder einen komplett neuen Essensplan erfordern würde, usw.

      Ani wrote:

      Bei mir ersetzen die Routinen den fehlenden Appetit.
      Das kenne ich, durch die festen Zeiten (z.B. um 8 Uhr 1 Scheibe Toast mit Margarine) hilft mir das aber, das ich überhaupt dran denke regelmäßig etwas zu Essen. Ich war auch mal so mit einer Sache beschäftigt und vertieft, das ich dann vergessen hatte etwas zu Essen. Das war mir dann erst aufgefallen, als ich mit der Sache fertig war. Essen ist für mich vergleichbar mit Fingernägel schneiden, es ist für mich eine eher zweckmäßige Sache.
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      Hallo Phreno,

      ich hatte bzw. habe das gleiche Problem.


      Phreno wrote:

      entweder mengenmäßig zu wenig und/oder inhaltlich zu einseitig
      Das kenne ich nur zu gut!
      Ich ernähre mich immer nur von den gleichen Lebensmitteln. Ich probiere auch nicht so gerne, und am allerliebsten esse ich Sachen, die keinen intensiven Eigengeschmack haben.
      Sprich: Reiswaffeln etc.



      Wegen der Mengen wäre ich damals fast in der Klinik gelandet... Zum Glück hat mich Fresubin gerettet. Das ist so ein Nahrungsergänzungsmittel-Drink mit richtig viel Kalorien. Gibt es in der Apotheke (rezeptfrei) und in verschiedenen Geschmacksrichtungen.
      Ich habe Erdbeere genommen, der Geschmack war okay (hätte es mir schlimmer vorgestellt).
      Es gibt aber auch eine Variante ohne Geschmack.


      Phreno wrote:

      Ich esse überhaupt keine "ungesunden" Dinge wie Fastfood oder Fertiggerichte
      Ja, bei mir ist das genau so. Fastfood ekelt mich einfach total an. Auch Fleisch mag ich eigentlich nicht, aber hin und wieder muss ich es essen, weil es in der Schule nur ein vegetarisches Gericht gibt. Wenn ich das nicht mag, nehme ich dann eben doch lieber das mit Fleisch als gar kein Mittagessen. Denn das würde mich extrem durcheinander bringen.


      Hier mal eine Übersicht über dass was ich täglich zu mir nehme:
      Frühstück: in der Woche Toast mit Frischkäse oder Streichcreme (am Wochenende auch manchmal Laugenbrötchen, wenn jemand Brötchen holt :d ). Dazu meistens stilles Wasser, nur manchmal auch Milch oder Saft.
      in der Woche mache ich immer noch ein zweites Frühstück in der Schule: ein Brot, Gemüse oder Obst und noch ein paar Nüsse oder einen Müsliriegel
      Mittag: ohne Fleisch so oft es geht, und warm natürlich. Fisch mag ich jedoch echt gerne.
      Ich esse gerne:
      Nudeln mit Spinat
      Kartoffelbrei mit Fischstäbchen
      Räucherlachs mit Pellkartoffeln und Quark
      Gemüse Reis Pfanne (oder Couscous statt Reis)
      unterschiedliche Eintöpfe

      überhaupt nicht mag ich so "besondere" Sachen wie Rouladen oder andere Sachen, die es entweder Sonntags oder zu anderen Festtagen gibt.
      Das bringt mich immer durcheinander.

      Nachtisch/Zwischenmahlzeit:
      eigentlich mag ich keine Zwischenmahlzeiten, aber ich habe mir auch hierfür eine feste Zeit überlegt, zu der ich immer etwas esse.
      Meistens handelt es sich um:
      Schokokekse :d oder
      Obst

      Manchmal kocht Mama aber Nachmittags Milchreis oder Grießbrei. Das mag ich auch. Aber bitte nicht zu oft, dass ist sonst wie mit den Rouladen.

      überhaupt nicht verstehen kann ich es, wenn jemand vormittags Süßigkeiten ist oder sich immer "zwischendurch" irgendwas reinschiebt. Z. B. Bonbons oder ähnliches. Das ist keine Mahlzeit und nicht mal lecker. Weingummi ist ebenso widerlich.

      Abendbrot:
      2 oder 3 Scheiben Brot
      die Beläge müssen aber irgendwie zusammenpassen.
      dazu manchmal noch Salzstangen oder Gemüse-Sticks.


      Im allgemeinen hasse ich es, durcheinander zu essen. Abends warm mag ich gar nicht. Schon wenn jemand an meinem Tisch was warmes isst und ich das rieche, stört mich das sehr.
      In meiner Brotbox für die Schule sind immer höchstens drei unterschiedliche Sachen drin, mehr verschiedenes ertrage ich nicht.


      Phreno wrote:

      Essen ist für mich vergleichbar mit Fingernägel schneiden, es ist für mich eine eher zweckmäßige Sache.
      Das ist ein echt guter Vergleich, finde ich.



      Phreno wrote:

      Ich habe den Eindruck, das ich einen genauen Plan bräuchte pro Tag wo jede Mahlzeit mit Menge und Zutaten drauf steht, damit ich mich überhaupt ausgewogen/gesund ernähren kann
      Dann besorg dir so einen Plan!
      Ich bin, was die Menge angeht, beim essen absolut planungsunfähig.
      Also wenn ich was einkaufe nehme ich immer zu viel oder zu wenig.

      Ich wollte mir auch mal so einen Plan machen, fand die Idee dann aber doch zu absurd.
      Meine Familie plant gerne kurzfristig neue Sachen, und ich will lieber keinen Plan als einen Plan, der nicht eingehalten wird.


      Phreno wrote:

      Jeden Montag gibt es dies, jeden Dienstag das, usw. Und die Zutaten müssen aufgebraucht werden, das nichts übrig bleibt weil ich sonst den immer gleichen Wochenplan nicht einhalten könnte. Würde ich 1 Gericht von meinem Wochenplan ändern wollen, müsste ich dafür den gesamten Wochenplan komplett neu machen.
      An deiner Stelle würde ich nicht den jetzigen Plan verwerfen, sondern ein oder zwei zusätzliche Pläne erstellen.
      Also dann ist du eine Woche lang nach Plan 1, dann kommt Plan 2, dann Plan 3.
      Du müsstest dir halt überlegen was du sonst noch magst (außer den Gerichten von Plan 1).
      Und dann müsstest du daraus noch einen Plan erstellen und dabei darauf achten, dass du die Sachen aufbrauchst.
      Wenn du mal etwas nicht aufbrauchst, dann kannst du es ja einfrieren.



      Ich kriege gerade ein bisschen Panik, weil ich die ganze Zeit ans essen denke. Sonst vermeide ich das.
      Hoffentlich konnte ich etwas helfen oder dir das Gefühl geben dass du nicht alleine bist.

      Liebe Grüße,
      Fionny
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      Phreno wrote:

      Nimmst du dann einfach pauschal irgendwelche Ergänzungsmittel?
      Nein. Meine Psychiaterin checkt es ab und zu mal. Ich muss Vitamin D nehmen, davon habe ich zu wenig (so, wie viele Menschen). Ab und zu brauche ich Magnesium, weil ich viel Sport mache. Wenn ich merke, ich habe steife Muskeln oder Krämpfe, nehme ich eine zeitlang Mg. Ich könnte auch Bananen essen, aber ich mag keine Bananen ;)
      Ansonsten hoffe ich, dass meine Art mich zu ernähren zwar einseitig ist, aber trotzdem genug Vielfalt hergibt. Vor allem: ich liebe Müsli und Haferflocken mit Milch haben ganz viel, was der Mensch so braucht. Und Kartoffeln mit Ei mag ich auch. Diese Kobmi hat die beste Bioverfügbarkeit. Man könnte von Haferflocken mit Milch, Kartoffeln und Ei leben. Es ist alles an Vitaminen und Spurenelementen enthalten und der Körper kann alles davon brauchen. Das wäre anders, wenn ich mich nur von Hamburgern und Pommes ernähren würde.
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      Fionny_04 wrote:

      Meine Familie plant gerne kurzfristig neue Sachen, und ich will lieber keinen Plan als einen Plan, der nicht eingehalten wird.
      Das kann ich gut nachvollziehen, so würde es mir auch gehen wenn das bei mir so wäre.

      Fionny_04 wrote:

      Wenn du mal etwas nicht aufbrauchst, dann kannst du es ja einfrieren.
      Mit aufbrauchen meine ich auch, das von den Zutaten beim Zubereiten nichts übrig bleibt. Entweder muss es so aufzuteilen sein, das es mir für mehrmals reicht (z.B. 1,5 KG Kartoffeln reicht mir für 4x, oder 1 Packung Nudeln reicht mir auch für 4x) oder eben so, das mir die Zutaten genau für 1 Portion reichen. Weil ich übrig bleibende Zutaten dann nicht für andere Gerichte oder Mahlzeiten verwenden würde/könnte.

      Fionny_04 wrote:

      Hoffentlich konnte ich etwas helfen oder dir das Gefühl geben dass du nicht alleine bist.
      Ja, das auf jeden fall. Sogar beides, das Gefühl geben und helfen!

      Die Idee mit den zusätzlichen Plänen ist gut, aber da bräuchte ich dann schon Hilfe das ich damit dann mehr abgedeckt bekomme und nicht die zusätzlichen Pläne auch wieder so einseitig wären.

      Fionny_04 wrote:

      Also wenn ich was einkaufe nehme ich immer zu viel oder zu wenig.
      Das schreibe ich mir vorher genau auf, ich kaufe dann auch nur das was ich auf dem Einkaufszettel stehen habe.

      Ani wrote:

      Man könnte von Haferflocken mit Milch, Kartoffeln und Ei leben
      Milch, Milchprodukte und Ei kommen in meiner Ernährung gar nicht vor.
      Display Spoiler
      Milch und Milchprodukte finde ich kontrovers (Wenn eine Frau ihr 5-jähriges Kind stillt gibts ein shitstorm, aber wenn erwachsene Menschen Kuh-Muttermilch trinken ist es das normalste von der Welt!? Ich sehe da keine Logik). Ei finde ich auch nicht nett, selbst bei Bio Eiern sind männliche Küken "Abfallprodukte" und die Möglichkeit Eier von einem Hof zu holen habe ich nicht.


      Haferflocken esse ich, dann mit Haferdrink. Aber da komme ich mengenmäßig vielleicht auf 20-25g Haferflocken am Tag.