Erstes Autismus-Zentrum in Österreich eröffnet

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    • Mir ist es auch nicht egal. Solche Artikel vermitteln ein falsches bzw. veraltetes Bild, das aus einer Vielzahl von Gründen nicht zutreffend ist. Sieht sich jemand ganz persönlich als behindert oder krank an und möchte dies so nach außen tragen, ist das vollkommen legitim - solange es auf die einzelne Person bezogen bleibt. Werden AutistInnen aber pauschal als krank oder behindert bezeichnet, ist das nicht nur falsch, sondern führt zu unnötiger Diskriminierung und hat ganz reale Konsequenzen für das Leben aller. Viele Talente können sich gar nicht erst entfalten oder gehen vollkommen verloren, weil die angebliche Behinderung oder gar Krankheit zu Einschränkungen führt, die angeblich unabänderlich sind. Das was in vielen Köpfen unter dem Label Autismus herumspukt, ist mit einer solchen Vielzahl von Klischees und angeblich unüberwindbaren Makeln behaftet, dass den Leuten gar nicht erst zugetraut wird etwas zu können was diesem Klischee widerspricht.
      Ich bin jedenfalls froh, dass sich auch andere offen gegen derartige Falschbehauptungen bzw. für Aufklärung aussprechen und nicht müde werden gegen Windmühlen zu kämpfen (RW).
      An dieser Stelle möchte ich mich bei Pompeji bedanken. Angesichts dessen, dass manche Zeitungen scheinbar nicht fähig sind von derartigen Klischees abzulassen, sind deine Blogbeiträge zum Thema eine Wohltat.

      Bei mir sieht es übrigens ähnlich aus. Ich habe mich gegen eine riesige Anzahl hochqualifizierter BewerberInnen durchgesetzt und übe meinen Beruf aus, weil ich mein Fachgebiet beherrsche und die Motivation habe, die Herausforderungen des Jobs zu meistern. Hätte ich mich "als Autistin" beworben, hätte ich die Stelle definitiv nicht bekommen. Es wäre grandios, wenn wir irgendwann an einen Punkt kommen, an dem man auf die Person schaut und zu was diese fähig ist.
      Silva

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    • Du weißt aber schon, dass das keine Klischees sind, sondern das ist, was man ursprünglich als 'Autismus' bezeichnete... (frühkindlicher Autismus)? Das war eine Diagnose für schwer behinderte Kinder die eine Förderschule besuchen, und später - mit Glück - in einer Behindertenwerkstatt arbeiten können. Das war eine Diagnose für Menschen die den ganzen Tag Beaufsichtigung brauchen und nicht alleine essen können, nicht allein auf Toilette usw... Und dann kam das Asperger-Syndrom. Das wirkt nun so, als wollen manche Aspies, die Diagnose 'Autismus' und das, was man darunter versteht, krampfthaft umdefinieren, damit sie Asperger-Autisten gerecht wird... wenn man nicht "in einen Topf geworfen" werden will mit geistig behinderten frühkindlichen/atypischen Autisten, dann sagt man eben "Asperger" oder "autististische Persönlichkeitsstörung" oder "autistische Züge" oder etwas in der Art, aber es ergibt doch keinen Sinn, eine heftige Diagnose wie 'Autismus' zu übernehmen und sich dann zu beschweren dass sie so heftig ist?
    • Neoni, falls das eine Antwort auf meinen Beitrag war, hast du mich missverstanden bzw. was mit Klischee gemeint ist. Wobei Autismus tatsächlich keine Persönlichkeitsstörung ist.
      Beim Rest finde ich mich ebenfalls nicht wieder. Weder beschwere ich mich über Diagnosen bzw. was diese im Einzelfall bedeuten können, noch würde ich Leuten mit kognitiver Einschränkung oder zusätzlicher geistiger Behinderung selbige absprechen. Falls der letzte Satz andeuten soll, dass ich eh keinen Unterschied zwischen autistisch und nichtautistisch sehe bzw. sehen will, ist dem auch nicht so. Frag aber gerne nach, wenn noch etwas unklar sein sollte.
      Silva
    • Danke Silva. Zu den anderen Wortspenden weiß ich nicht, was ich noch großartig erklären soll. Österreich ist nicht Deutschland. Hier gibt es keine Selbstvertretung, Autismus wird nie als Superkraft verstanden. Hier ist es nur Leiden, Krankheit, Nixklusion. Nachteilsausgleiche in Schule und Studium gibt's nur auf dem Papier. So richtig auskennen tut sich keiner und will auch niemand.

      Es ist daher wichtig zu betonen, dass es ein Spektrum ist und nicht jene drunter leiden, die aufgrund von Vorurteilen ausgesiebt werden. Die stärker Betroffenen bekommen ohnehin genug öffentliche Zuwendung in Form von Spenden und Benefizkonzerte *sarcasm*.

      Außerdem gibt es sehr wohl auch bei arbeitenden Autisten schwer bewältigbare Symptome, die aber für Außenstehende oft nicht sichtbar sind. Man hat dann den Erwartungsdruck von Neurotypischen normal zu sein, gleichzeitig kriegt man hier im Forum das Gefühl, man simuliert nur, weil man für sich den Krankheitsbegriff ablehnt.