Chaos im Kopf

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    • Chaos im Kopf

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      Wie ich schon mal geschrieben habe, habe ich Chaos im Kopf, weswegen ich Probleme habe, Ordnung, Struktur im Alltag, Wohnung etc aufrechtzuerhalten. (Reizüberflutung spielt bei mir auch noch rein.) Dazu habe ich nie den Überblick, da ich mich in Details verrenne.
      Sah die Probleme immer bei einer schwachen zentralen Kohärenz und Probleme mit den executive Funktionen.

      Dieser Link beleuchtet die Thematik ganz anders, worüber ich aber noch eine Nacht schlafen muss, um mir eine Meinung drüber zu bilden.

      Zitat:
      Die Betroffenen haben das Chaos im Kopf: Messies sind Menschen, die große Probleme damit haben, räumliche und zeitliche Strukturen zu organisieren.

      Quelle.
      google.com/amp/s/www.sueddeuts…haos-im-kopf-1.692632!amp

      L. G. Daniel :thumbup: :thumbup:
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      Kenne ein paar Messies persönlich (mehr oder weniger). Haben aber alle auch Probleme mit anderen exekutiven Funktionen und bei den entsprechenden Personen kann ich mir das mit einer Mischung aus Kontrollzwang und Problemen mit exekutiven Funktionen erklären.

      Ich fand Aufräumen auch immer sehr schwierig, weil ich nicht wusste wie und wo ich anfangen soll, weil es so unklar war und sich immer alles verändert hat.

      Dann habe ich Magic Cleaning von Marie Kondo gelesen und mich zum ersten Mal mit meinem Problem verstanden gefühlt und habe jetzt eine Reihenfolge und Ordnung und bekomme es auf die Reihe.
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      Für mich habe ich rausgefunden, dass Reizüberflutung ein grosses Thema fuer mich ist.
      Wenn imir alles zu viel ist der 'Kopf nicht mitmacht' empfinde ich schon Strategien der magischen Küchenspüle als zu viel.

      Wenn ich nicht unter Leute gehe drehe ich halber durch, da ich den Verletzungen der Vergangenheit nichts entgegensetzen kann. Dafür bin ich danach komplett überreizt, wenn ich unter Leute gegangen bin.
      Empfinde es als einen Seiltanz oder Spagat.

      L. G. Daniel :thumbup: :thumbup:

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      Ich brauche klare Reihenfolge und Ordnung. Mache mir Pläne nach TEACCH und mit Piktogrammen.

      Das ist für mich wichtig um trotz vieler Reize Dinge zu tun.

      Marie Kondo hat mir gezeigt, wie ich Dinge zuordne, weniger habe und direkt zurück lege, so fällt Aufräumen als Aufgabe weg und es bleibt nur putzen.
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      Daniel1 wrote:

      Wenn ich nicht unter Leute gehe drehe ich halber durch, da ich den Verletzungen der Vergangenheit nichts entgegensetzen kann.
      Ich habe mich mit dem Thema 'Messies' nicht so auseinandergesetzt, weil ich sehr ordentlich bin. Aber ist es so, dass Messies auch so chaotisch sind, weil sie damit Sachen aus der Vergangenheit überdecken? Ich schließe es nicht aus. Ich sah ein paar Dokus über 'Messies'. Meiner Meinung nach waren das alles Leute, die eine heftige Vergangenheit hatten und nicht nur einfach unordentlich waren.
      Das waren aber Leute, die viel angesammelt haben an Gegenständen und Müll. Bei dir klingt es eher danach, als ginge es weniger ums Ansammeln, als darum, dass der Kopf streikt.

      Aber im Endeffekt kommt es meiner Meinung nach drauf an, warum du bzw due Messies das tun. Wenn du die Ursache findest und rausfindest, was dein Bedürfnis ist, kannst du dich damit auseinandersetzen.
      Ich denke, du hast es oben ja schon rausgefunden:

      Irgendwas (vermutlich Traumatisierungen) aus deiner Vergangenheit üben so einen Druck auf dein ganzes System aus, dass du das wegdrücken musst. Das kostet Unmengen an Energie. Vermutlich wird das Schlimme immer wieder versuchen, sich in den Vordergrund zu drängen, weil es so wichtig ist. Ich möchte nicht übergriffig erscheinen. Von außen wirkt es auf mich so, dass das Chaos im Kopf und die daraus resultierende Ablenkung mit Hilfe anderer Menschen dich vielleicht davor bewahrt, an die schlimmen Gefühle und Dinge aus der Vergangenheit erinnert zu werden. Es ist vermutlich dein Überlebensmechanismus, der dafür verantwortlich ist.

      Die Frage wäre für mich, was es braucht bzw ob du bereit bist, auf den Mechanismus zu verzichten. Denn wenn der weg ist, würdest du vermutlich direkt mit dem Trauma konfrontiert werden. Ich weiß nicht, ob das stimmig ist. Wenn ich aufhören soll, darüber zu schreiben, sag es mir bitte. Auch, wenn das auf dich nicht zutrifft. Ich versuche aktuell, das zu kombinieren, was du schreibst. Irgendwie würde ich dir gerne helfen, weil du mir sehr ähnlich bist und ich sehr stark nachempfinden kann, wie du leidest. Wenn das zu egoistisch ist, tut es mir sehr leid. :|

      Ich wollte dir auf jeden Fall sagen, dass ich es sehr beeindruckend finde, wie du dich mit deinen Themen auseinandersetzt und wie ergebnisoffen du nach Lösungen suchst. Auch wenn du von schlechten Erfahrungen in aktuellen Therapien sprichst, ist immer viel Hoffnung und Kraft in deinen Worten zu finden. Das beeindruckt mich aufrichtig, dass du trotz allem, diesen Glauben hast.
      Bist du sehr religiös oder woher nimmst du diesen Glauben und die Kraft?
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      MangoMambo wrote:

      Ich brauche klare Reihenfolge und Ordnung. Mache mir Pläne nach TEACCH und mit Piktogrammen.
      Ich mache mir jeden Abend einen Tagesplan für den kommenden Tag. Bei Routinen wie z.B. Duschen oder zu Bett gehen habe ich eine genaue Reihenfolge.
      Alles was du sagst, sollte wahr sein. Aber nicht alles was wahr ist, solltest du auch sagen. (Voltaire)
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      @Daniel1 Falls es darum geht, wie du regelmäßige Aufräum- und Putzaktionen "in den Griff bekommen" kannst, verweise ich auf einen Beitrag von mir, wo ich dir schon einmal dazu geantwortet hatte mit Verweis auf einen weiteren Thread. Vielleicht kannst du anhand einer einzelnen Aufgabe mal ausprobieren, ob es dir hilft, eine Aufgabe in all ihre Einzelschritte zu zerlegen, dir diese aufzuschreiben und das dann ggf. dorthin zu hängen, wo du es benötigst.

      aspies.de/selbsthilfeforum/ind…ostID=1043752#post1043752

      Wenn es um Grundordnung geht: auch mir hat das Buch von Marie Kondo geholfen, ich habe etliche Dinge weggeben und entsorgt, Gegenstände
      (auch Kleidungsstücke), die ich teilweise schon jahrzehntelang besaß und wo ich nie auf die Idee gekommen war, dass es vielleicht mal an der Zeit sein könnte, sich davon zu trennen. Dieses Aussortieren ist aber emotional anstrengend, das sagt sie auch in dem Buch. Man geht nach Kategorien vor und man merkt bei manchen Dingen, was da an Erinnerungen und Emotionen dran hängt und da kann ganz schön was "hochkommen". Aber hinterher hab ich mich befreit gefühlt

      Und sobald die Anzahl deiner Gegenstände sich deutlich verringert hat, kannst du allem seinen festen Platz zuweisen und dann weißt du in Zukunft genau, was wohin gehört.
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      tr909 wrote:

      magische flylady Küchenspüle empfohlen
      Wurde oben schon erwähnt.
      Gegen das Messi-Grundproblem fand ich aber Magic Cleaning deutlich hilfreicher, da es einfach die grundlegende Ordungsproblematik gelöst hat, nun fällt Aufräumen weg bzw. zurücklegen ist Teil von allen Aufgaben. Putzen steht auf einem anderen Blatt, ist durch das nicht mehr aufräumen aber vereinfacht.
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      Hallo Ihr Lieben, habe mittlerweile Bilder an den Schubladen und Ablageflächen, wo die dazugehörigen Gegenstände abgebildet sind.
      Wir haben letztens mit der Kleidung und dem Geschirr angefangen und bauen es langsam aber sicher aus.
      Meine Sozialarbeiterin vom ABW hatte die Idee feste Plätze, Strukturen und Routinen mit Hilfe des Teacch Systems aufzubauen und Automatismen für den Tag zu entwickeln, damit ich Automatismen anwenden kann und feste Plätze für Gegenstände habe, wenn der Kopf streikt. (Konzentrationsprobleme, Denkprobleme,
      Reizüberflutunge, emotionale Überlastung)
      Dazu gehört, dass ich feste Plätze mit den abgebildeten Gegenständen für meine Gegenstände habe.

      Dazu habe ich mittlerweile Regale mit Kisten vom Ikea, dass zumindestens oberflächlich, einigermaßen Ordnung herrscht.

      Einfach alles ändern, damit es läuft, empfinde ich
      erstrebenswert, was ich auf Anhiebaber leider nicht schaffe. Empfinde es bei mir als einen Prozess der sich entwickelt und bei Schwierigkeiten immer weiter angepasst wird.

      FruchtigBunt wrote:

      Irgendwas (vermutlich Traumatisierungen) aus deiner Vergangenheit üben so einen Druck auf dein ganzes System aus, dass du das wegdrücken musst. Das kostet Unmengen an Energie. Vermutlich wird das Schlimme immer wieder versuchen, sich in den Vordergrund zu drängen, weil es so wichtig ist. Ich möchte nicht übergriffig erscheinen. Von außen wirkt es auf mich so, dass das Chaos im Kopf und die daraus resultierende Ablenkung mit Hilfe anderer Menschen dich vielleicht davor bewahrt, an die schlimmen Gefühle und Dinge aus der Vergangenheit erinnert zu werden. Es ist vermutlich dein Überlebensmechanismus, der dafür verantwortlich ist.

      Die Frage wäre für mich, was es braucht bzw ob du bereit bist, auf den Mechanismus zu verzichten. Denn wenn der weg ist, würdest du vermutlich direkt mit dem Trauma konfrontiert werden. Ich weiß nicht, ob das stimmig ist. Wenn ich aufhören soll, darüber zu schreiben, sag es mir bitte. Auch, wenn das auf dich nicht zutrifft. Ich versuche aktuell, das zu kombinieren, was du schreibst. Irgendwie würde ich dir gerne helfen, weil du mir sehr ähnlich bist und ich sehr stark nachempfinden kann, wie du leidest. Wenn das zu egoistisch ist, tut es mir sehr leid. :|
      Hallo liebe @FruchtigBunt,
      finde es immer voll herzlich, interessant, informativ und lieb was du schreibst und freue mich immer, von dir zu lesen.
      Sehe es mittlerweile genauso wie du.
      Durch regelmäßige Stabilisationübungen, Hand auf die Brust, Bodyscan etc, versuche ich gerade die Basis zu schaffen, dass ich Verletzungen und Emotionen was entgegensetzen kann und nicht in Bewegung, Ablenkung etc flüchten muss, sondern mich all dem stellen kann.
      Dass mit dem stellen von Gefühlen und Emotionen versuche ich regelmäßig und dosiert, da die Angst da ist, dass ich mich nicht selber gehalten bekomme, wenn ich überfordert bin.
      Sehe es als einen Prozess der hoffentlich in Gang ist.

      FruchtigBunt wrote:

      Ich wollte dir auf jeden Fall sagen, dass ich es sehr beeindruckend finde, wie du dich mit deinen Themen auseinandersetzt und wie ergebnisoffen du nach Lösungen suchst. Auch wenn du von schlechten Erfahrungen in aktuellen Therapien sprichst, ist immer viel Hoffnung und Kraft in deinen Worten zu finden. Das beeindruckt mich aufrichtig, dass du trotz allem, diesen Glauben hast.
      Bist du sehr religiös oder woher nimmst du diesen Glauben und die Kraft?
      Bekomme emotionalen Halt, emotionale Hilfe von den Eltern, was sie früher nicht so konnten, da sie
      stattdessen Wege aufzeigten, welche ich mit meinen Staerken, Schwächen, nicht so leicht nachgehen konnte. (Ihnen geht es immer schlecht, wenn es mir schlecht geht)
      (Habe sie voll lieb)

      Habe mittlerweile eine Sozialarbeiterin, die für mich als ABW da ist. Die geschützte Einrichtung gibt mir Kraft, wenn ich nicht überreizt bin.
      Das Forum und Selbsthilfegruppen geben mir dazu emotionalen Halt und Anregungen in dem ich sehe, wie ihr, sie mit gewissen Situationen umgehen.

      Ganz herzliche Gruesse und herzlichen Dank.
      L. G. Daniel :thumbup: :thumbup:

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