SBA abgelehnt - was nun?

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    • cyrix wrote:

      @Capricorn: Wenn die Leitlinien hier "nur begrenzt Aussagekraft" haben, warum hebt dann das Gericht darauf ab? Kann natürlich sein, dass es ein recht exotisches Urteil in diesem Zusammenhang ist; ich habe nicht weiter danach gesucht, sondern nur den erstbesten Link gewählt. Aber verwundern würde es mich schon...
      Da müsstest du das Gericht fragen!


      Ich verstehe dich - na klar.
      Aber ich wollte dich vor unrealistischen Erwartungen warnen. Ein einzelnes Soz.-Gericht kann mal so entscheiden. Die Landessozialgerichte sind schon genauer und vor dem Bundessozialgericht haben die Leitlinien der AWMF weniger Durchschlagskraft als die VersMedV.

      Der medizinischen Beurteilung im Schwerbehindertenrecht haben in erster Linie die VersMedV zugrunde zu liegen.
      Wenn ein Gutachter in einem vom Gericht bestellten Gutachten schlicht gesagt Unfug macht, kann ein Richter natürlich auf die leitliniengerechte Diagnostik verweisen.
      Das heißt aber nicht, dass die VersMedV als Grundlage der Beurteilungen nicht gilt.
      Wenn Wahlen etwas verändern würden, wären sie verboten :evil:
    • cyrix wrote:

      #2: "mittelgradige soziale Anpassungsschwierigkeiten: .... im Privatbereich bei erheblichen familiären Problemen durch Kontaktverluste und affektive Nivellierung, wobei aber noch keine Isolierung und noch kein sozialer Rückzug in einem Umfang vorliegen muss, der z.B. eine vorher intakte Ehe stark gefährden könnte"
      ... das finde ich eine spannende Formulierung. Was ist denn, wenn es aufgrund "sozialer Anpassungsschwierigkeiten" nie zu einer Partnerschaft oder gar Ehe kam?
    • cyrix wrote:

      .....in einem Umfang vorliegen muss, der z.B. eine vorher intakte Ehe stark gefährden könnte.....
      Das ist doch nur ein Beispiel.

      Wenn es erst gar nicht zu einer tragfähigen Beziehung kommt, sind die sozialen Anpassungsschwierigkeiten wohl noch stärker beinträchtigend.
      Muss man nur logisch begründet darlegen.
      Wenn Wahlen etwas verändern würden, wären sie verboten :evil:
    • Phreno wrote:


      Ich habe schon von vielen Erzählungen (Foren Beiträge, usw.) auch zu anderen Erkrankungen, Behinderungen, usw. gelesen, dass wohl viele Versorgungsämter so vorgehen, bzw. sich so verhalten. Warum weiß ich nicht, ich kann es nicht nachvollziehen. Kürzlich hatte ich mit einem Autist geschrieben, der bei seinem 1. Antrag beim Versorgungsamt auch erst Mal pauschal nur einen GdB von 30 bekommen hat, trotz Arztbriefe aus 3 Kliniken, eine davon mit Autismus Ambulanz. Aus welchen Gründen auch immer, scheint (aus meiner Sicht) das wohl ein Standard-Vorgehen vom Versorgungsamt zu sein. Vielleicht wollen sie auch die Sozialgerichte beschäftigen, keine Ahnung ich kann es mir nicht erklären.
      Scheint so.

      Ich hatte kürzlich eine Kopie meines Bescheides über teilweise EM-Rente und das dem zugrunde liegende Gutachten der Behörde zugeschickt, da ich gegen den Bescheid über GdB 40 Widerspruch eingelegt hatte. Der Bericht von der AS-Diagnostik lässt leider seit Monaten auf sich warten, ich hatte dazu geschrieben, den nachzureichen, sobald er mir vorliegt. (In der Diagnostik wurde bei mir AS verneint, stattdessen komplexe Traumafolgestörung aufgrund verdrängtem Entwicklungstrauma in der Kindheit).

      Folge: Heute kam der Widerspruchsbescheid, es bleibt bei GdB 40. Eine Erklärung wird freilich dafür nicht wirklich geliefert, meine Erwerbsminderung wird nicht mal erwähnt.


      Dafür wird dann geschrieben, welche Bedingungen gegeben sein müssen bei einem Verschlechterungsantrag gegenüber der letzten bestandskräftigen GdB-Feststellung.

      Ist nur blöd, dass es eine solche nicht gibt. Es geht ja um die Bescheidung des Erstantrags. :d

      Folge: Da es sich um den Widerspruchsbescheid handelt, muss ich ja gezwungenermaßen vor das SG ziehen. DAS stört mich als solches auch gar nicht mal sooo sehr. Aber das wegen eines Wischs zu tun, der weder "Hand noch Fuß" hat und außer (sachlich falschen) Textbausteinen wirklich gar nichts an brauchbaren Erläuterungen bietet, das finde ich wirklich bitter.
      "In das Popcorn, das Sie gerade essen, hat wer reingepisst!" (Kentucky Fried Movie)


      "Sind Sie Polizisten?" "Nein, Ma'am. Wir sind Musiker!" (The Blues Brothers)
    • thelord wrote:

      Aber das wegen eines Wischs zu tun, der weder "Hand noch Fuß" hat und außer (sachlich falschen) Textbausteinen wirklich gar nichts an brauchbaren Erläuterungen bietet, das finde ich wirklich bitter.
      Die bei dir zuständige Sachbearbeitung scheint ziemlich auf dem Schlauch gestanden zu haben (RW).


      Meistens ist so ein Gewäsch (pardon) Folge einer ungenügenden "Sachverhaltsaufklärung".
      Dann schreibt zum Beispiel eine Klinikambulanz seitenlang etwas über die verwendeten Tests und die Testergebnisse, aber kein Wort dazu, wie der "Proband" im Alltag zurecht kommt (oder eben nicht zurechtkommt).
      Auch von Hausärzten kommen häufig solche unnützen Arztbriefe.
      Wie die Leute wirklich dran sind und was nicht können, steht nur sehr selten in den gesammelten Unterlagen. Oder sehr unglaubwürdig formuliert.
      Dann ist die Bewertung wirklich schwierig und live begutachtet werden kann wirklich nicht jeder, der einen Antrag stellt.
      Wenn Wahlen etwas verändern würden, wären sie verboten :evil:
    • Gerade bei hochfunktionalen Erwachsenen wäre eine persönliche Begutachtung vielleicht auch gar nicht aussagekräftig. Viele können punktuell kompetent und unauffällig wirken. Das bedeutet aber nicht notwendigerweise, dass sie das verstetigen können und im Alltag zurecht kommen.
      From my youth upwards my spirit walk'd not with the souls of men. (...)
      My joys, my griefs, my passions, and my powers, made me a stranger.
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      Wichtig ist sehr gut über eigene Schwächen Probleme und Einschränkungen Reflektieren zu können, belegt mit Ärztlichen und Neurologischen und Therapie Arztbriefen/Unterlagen, dann klappt das .

      Ich habe auch erst gdb von 40 bekommen (Da wurde Autismus nichtmal anerkannt) , dann Widerspruch mit Beiliegender Kopie des Autismus diagnose arztbriefes und dann kam ich auf 50, zum Gutachter musste ich trotzdem vorher 2x ...

      Es ist immer dasselbe bei Ämtern..

      Warten, Geduld, Alles übergenau Einreichen, Beweise davon Sichern, Warten und Widerspruch, immer und immer wieder,

      Ohne Fach Hilfe hätte ich das alles Alleine nie geschafft.
    • New

      Ja, manchmal hat man das Gefühl, Behörden arbeiten nach eigenen Regeln.



      Aber andererseits....wie ich schon sagte:

      Capricorn wrote:

      .....schreibt zum Beispiel eine Klinikambulanz seitenlang etwas über die verwendeten Tests und die Testergebnisse, aber kein Wort dazu, wie der "Proband" im Alltag zurecht kommt (oder eben nicht zurechtkommt).


      Auch von Hausärzten kommen häufig solche unnützen Arztbriefe.


      Wie die Leute wirklich dran sind und was nicht können, steht nur sehr selten in den gesammelten Unterlagen. Oder sehr unglaubwürdig formuliert.
      Wenn Wahlen etwas verändern würden, wären sie verboten :evil: