SBA abgelehnt - was nun?

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    • Ich denke aber, die Veränderung hatte den Hintergrund, dass man vorher davon ausgegangen ist, dass Asperger immer so viele Einschränkungen mit sich bringt, dass mindestens GdB 50 gerechtfertigt ist. Und dann, als die Diagnosen häufiger und leichtere Fälle diagnostiziert wurden, dachte man, dass es Asperger auch mit Null GdB geben kann. Ich persönlich denke das aber nicht, sondern ich denke, dass Asperger nicht diagnostiziert werden kann, wenn keine Einschränkungen vorliegen. Deshalb glaube ich, dass das damals schon die erste Auswirkung von Autism Pride war, wegen Leuten, die meinten, Asperger sei doch keine Behinderung, und krank sei man auch nicht.... da ist es doch eigentlich auch nur logisch, dann auch keinen GdB zu vergeben. Deshalb finde ich nicht, dass das eine neue Entwicklung (seit Greta) ist, sondern schon länger ein Problem.
      Alles wird galaktisch gut.
    • @Shenya
      ich finde die Einteilung des GdB bei Asperger aktuell ganz gut:

      Tief greifende Entwicklungsstörungen (insbesondere frühkindlicher Autismus, atypischer Autismus, Asperger-Syndrom)
      Bei tief greifenden Entwicklungsstörungen
      • ohne soziale Anpassungsschwierigkeiten beträgt der GdS 10 – 20,
      • mit leichten sozialen Anpassungsschwierigkeiten beträgt der GdS 30 – 40,
      • mit mittleren sozialen Anpassungsschwierigkeiten beträgt der GdS 50 – 70,
      • mit schweren sozialen Anpassungsschwierigkeiten beträgt der GdS 80 – 100.

      und die Erläuterungen:


      • Soziale Anpassungsschwierigkeiten liegen insbesondere vor, wenn die Integrationsfähigkeit in Lebensbereiche (wie zum Beispiel Regel-Kindergarten, Regelschule, allgemeiner Arbeitsmarkt, öffentliches Leben, häusliches Leben) nicht ohne besondere Förderung oder Unterstützung (zum Beispiel durch Eingliederungshilfe) gegeben ist oder wenn die Betroffenen einer über das dem jeweiligen Alter entsprechende Maß hinausgehenden Beaufsichtigung bedürfen.
      • Mittlere soziale Anpassungsschwierigkeiten liegen insbesondere vor, wenn die Integration in Lebensbereiche nicht ohne umfassende Unterstützung (zum Beispiel einen Integrationshelfer als Eingliederungshilfe) möglich ist.
      • Schwere soziale Anpassungsschwierigkeiten liegen insbesondere vor, wenn die Integration in Lebensbereiche auch mit umfassender Unterstützung nicht möglich ist.

    • Da soziale Anpassungsschwierigkeiten nur einen Teil der Diagnose ausmachen, finde ich diese Liste etwas einseitig. Aber grade deshalb macht es Sinn, bei der Beantragung eines SBAs seine Probleme im Alltag genau zu schildern, damit sich der Sachbearbeiter ein Bild machen kann. Z.B. kann ich aufgrund der hohen Geräuschbelastung, welche ich nicht ausblenden kann, nicht in einem Büro arbeiten und das stand in meinem Antrag (bzw. in einem ärztlichen Attest, welchem ich dem Antrag beigefügt habe) u.a. auch so drin. Die Sachbearbeiter können nicht hellsehen und die Probleme sind bei jedem Aspie ein bisschen anders gelagert, deshalb ist es immer gut, sich zu erklären um Verständnis und damit ggf. auch einen SBA zu erhalten. Schwierig wird es nur, wenn man seine Probleme nicht gut benennen und kommunizieren kann. Allerdings ergibt sich das ja meist mit dem Diagnoseverfahren ohnehin.
    • Ginkgo wrote:

      Da soziale Anpassungsschwierigkeiten nur einen Teil der Diagnose ausmachen
      Nach dieser Definition bedeuten sie ja, dass die Integration in Lebensbereiche beeinträchtigt wird und diese Aufschlüsselung nach dem Schweregrad der Probleme bei der Integration in Lebensbereiche finde ich wirklich gut. Allerdings habe ich den subjektiven Eindruck, dass das nicht immer in den Entscheidungen wiedergespiegelt wird.
    • Ginkgo wrote:

      Da soziale Anpassungsschwierigkeiten nur einen Teil der Diagnose ausmachen, finde ich diese Liste etwas einseitig.
      Es kommt beim GdB aber nicht auf die Diagnose an, sondern nur auf die Anpassungsschwierigkeiten. Allerdings nicht nur auf die sozialen, sondern auch die in allen anderen Gebieten. Ich bin gerade selbst etwas irritiert, dass diese Abstufung in der VersorgungsmedizinVO nur auf soziale Schwierigkeiten abstellt.
      Ich hatte auch Anpassungsschwierigkeiten in allen anderen Gebieten benannt und meine Psychiaterin hatte das auch in ihrem Bericht dargelegt.
    • FruchtigBunt wrote:


      Es kommt beim GdB aber nicht auf die Diagnose an, sondern nur auf die Anpassungsschwierigkeiten.
      Was sind diese Anpassungsschwierigkeiten oder Einschränkungen genau? Beispiele? Ich kann mit den Begriffen nicht viel anfangen, ich glaube, ich sehe vieles als typisch bzw. normal an, was es vielleicht garnicht ist.
    • @Karou
      Da gibt es so viele Threads hier zu. Ich mag das jetzt nicht alles erneut auflisten. :| Ich denke, du solltest über die Suchfunktion etwas dazu finden. Es geht dabei um Einschränkungen im Beruf, in Beziehungen zu anderen Menschen, im Alltag, in der Freizeit etc.
    • Ginkgo wrote:

      Da soziale Anpassungsschwierigkeiten nur einen Teil der Diagnose ausmachen, finde ich diese Liste etwas einseitig.
      Den Begriff "soziale Anpassungsschwierigkeiten" verwenden die auch bei allen anderen Diagnosen, der Begriff hat nichts spezifisch mit Autismus zu tun.
    • Greta halte ich auch nicht für die Ursache, auch wenn im Einzelfall eine Diagnostik bei jungen Mädchen und Frauen vielleicht durch das Vorurteil erschwert werden kann, sie würden einem "Trend" folgen.

      Ansonsten mag die Pride-Bewegung ein wenig zur Änderung der Richtlinien beitragen haben, meiner Einschätzung nach aber eher am Rande. Ich persönlich sehe sie auch keineswegs nur negativ, trotz Blödsinn wie "NT-Feindlichkeit" und der Idee von Autismus als nächster Stufe der Evolution. Im Kern ging es doch eher darum, sich nicht einem rein defizitären medizinischen Modell und äußeren Zuschreibungen zu unterwerfen, sondern auf Stärken und die Bedeutung von Innensicht, Selbstvertretung und Rahmenbedingungen hinzuweisen. Aspekte, die ich übrigens sowohl bei anderen psychiatrischen Diagnosen wie anderen Behinderungen für wichtig halte.

      Ansonsten sehe ich die Ursache für die Änderung der Richtlinien weniger im Auftreten der Pride-Leute als in der Zunahme von Autismusdiagnosen "hochfunktionaler" Erwachsener an sich. Wer sprechen konnte, einen Schulabschluss einer Regelschule und keine Lernbehinderung hatte, bekam ja (obwohl es da offiziell das Asperger-Syndrom schon gab) in den 1990ern und frühen 2000ern kaum eine Autismusdiagnose. Die alten Richtlinien waren auf ein ganz anderes Klientel zugeschnitten. Menschen, die im günstigen Fall den Abschluss einer Sonderschule schafften und in einer WfbM arbeiten konnten. Die neuen Richtlinien dagegen gleichen denen für Schizophrenie, d. h. "hochfunktionaler" Autismus wird im Kontext psychischer Erkrankungen gesehen. Ich persönlich halte das nicht wirklich für befriedigend, weil Autismus oft neben den sozialen Anpassungsschwierigkeiten alle möglichen anderen Einschränkungen mit sich bringen kann, für die es meist keine eigenen Diagnosen gibt.
      From my youth upwards my spirit walk'd not with the souls of men. (...)
      My joys, my griefs, my passions, and my powers, made me a stranger.
    • Leonora wrote:

      Ich persönlich sehe sie auch keineswegs nur negativ
      Ich auch nicht. Wenn es darum geht, sich selbst positiver zu sehen und selbstbewusst mit der Behinderung umzugehen, finde ich das gut. Was mich eher reizt/stört, ist dieses unreflektierte "ich bin nicht behindert" oder "ich bin nicht krank", also das Bestreiten, dass überhaupt Einschränkungen vorliegen. Ich finde "Pride" sinnvoll, wenn es dazu führt, dass man mit vorhandenen Einschränkungen trotzdem selbstbewusst sein kann.

      Leonora wrote:

      Die alten Richtlinien waren auf ein ganz anderes Klientel zugeschnitten.
      Schon, aber es wurde auch vor 2010 schon zwischen Asperger und frühkindlichem Autismus unterschieden. Das heißt, es wurde schon berücksichtigt, dass es eine Form von Autismus mit normaler Intelligenz gibt, auch wenn die früher mit Asperger Diagnostizierten auffälliger waren als die heutigen.

      Vermutlich hat beides beigetragen: die Zunahme der Diagnosen bei leichteren Fällen, und die gleichzeitige Aussage dieser leichteren Fälle, nicht behindert zu sein. Könnte ich mir jedenfalls vorstellen.
      Alles wird galaktisch gut.
    • Ginkgo wrote:

      [...] Aber grade deshalb macht es Sinn, bei der Beantragung eines SBAs seine Probleme im Alltag genau zu schildern, damit sich der Sachbearbeiter ein Bild machen kann. [...]
      ...ab er auch nicht zu genau, 27 Seiten waren für den Widerspruch wohl zu viel. Mein Therapeut meinte, derart lange, ausführliche Schilderungen könnten den Eindruck erwecken, dass der Antragsteller sich Dinge "aus den Fingern saugt", um seine Chancen zu erhöhen.
    • MangoMambo wrote:


      • Soziale Anpassungsschwierigkeiten liegen insbesondere vor, wenn die Integrationsfähigkeit in Lebensbereiche (wie zum Beispiel Regel-Kindergarten, Regelschule, allgemeiner Arbeitsmarkt, öffentliches Leben, häusliches Leben) nicht ohne besondere Förderung oder Unterstützung (zum Beispiel durch Eingliederungshilfe) gegeben ist oder wenn die Betroffenen einer über das dem jeweiligen Alter entsprechende Maß hinausgehenden Beaufsichtigung bedürfen.
      • Mittlere soziale Anpassungsschwierigkeiten liegen insbesondere vor, wenn die Integration in Lebensbereiche nicht ohne umfassende Unterstützung (zum Beispiel einen Integrationshelfer als Eingliederungshilfe) möglich ist.
      • Schwere soziale Anpassungsschwierigkeiten liegen insbesondere vor, wenn die Integration in Lebensbereiche auch mit umfassender Unterstützung nicht möglich ist.


      Ich finde die Definition "Soziale Anpassungsschwierigkeiten " zu streng, weil alle Aspies, die sich nur mit Mühe und Not durchs Leben kämpfen,durchs Raster fallen.
      Die Frage müsste doch sein : Welche Kompensationsstrategien benutzt der Betreffende?

      Manchmal ist es dann so, dass der große Zusammenbruch kommt - was man aber hätte verhindern können , wenn derjenige von anfang an Hilfen bekommen hätte.

      Und damit hilft man auch nicht denjenigen, die wegen Asperger arbeitslos sind, doch gerne arbeiten würden. Arbeitslosigkeit ist nicht per se eine soziale Anpassungsschwierigkeit, oder ?


      Shenya wrote:

      Vermutlich hat beides beigetragen: die Zunahme der Diagnosen bei leichteren Fällen, und die gleichzeitige Aussage dieser leichteren Fälle, nicht behindert zu sein. Könnte ich mir jedenfalls vorstellen.
      Ich könnte mir vorstellen, dass es einfach darum ging, Geld zu sparen.
      "Autismusdiagnose - Potius sero quam numquam.
      ( Lieber spät als nie.) "
      :irony:
    • @Lissy
      Jeder, der 27 Seiten Widerspruch lesen muss, wird schon davon genervt sein und den Fall allein dafür hassen.
      Das ist ja nicht so, dass die dort sitzen, und sich dafür interessieren, was du inhaltlich für Argumente hast. Die wollen ihre Arbeit erledigt kriegen. Zumindest würde ich diesen Schluss aus meinen Behördenkontakten ziehen. Da hat sich noch nie jemand gefreut drüber, dass ich so gut formuliere oder so schlagkräftige Argumente vorbringe.
    • Shenya wrote:

      Wenn es darum geht, sich selbst positiver zu sehen und selbstbewusst mit der Behinderung umzugehen, finde ich das gut. Was mich eher reizt/stört, ist dieses unreflektierte "ich bin nicht behindert" oder "ich bin nicht krank", also das Bestreiten, dass überhaupt Einschränkungen vorliegen. Ich finde "Pride" sinnvoll, wenn es dazu führt, dass man mit vorhandenen Einschränkungen trotzdem selbstbewusst sein kann.
      Das sehe ich genauso. Sinnvoll finde ich auch, darauf hinzuweisen, dass viele Barrieren zumindest teilweise abgebaut und geeignete Rahmenbedingungen geschaffen werden können. Das ist ja der generelle Ansatz beim sozialen Modell von Behinderung, nicht nur in Bezug auf Autismus (entwickelt wurde es auch gar nicht dafür, sondern in den Disability Studies, die ursprünglich aus der Selbstvertretungsszene der Körper- und Sinnesbehinderten stammen). Da halte ich allerdings auch für falsch, quasi "über das Ziel hinauszuschießen" und alle Einschränkungen/Behinderungen ausschließlich in den Rahmenbedingungen zu verorten. Das stimmt eben auch nicht, etwas, das sich vollkommen abbauen oder ausgleichen lässt, ist eben keine Behinderung. Für kontraproduktiv halte ich auch den manchmal bei "Pride" vertretenen Ansatz, Autismus lediglich als "Art des Seins", als "Andersartigkeit" zu sehen, für die es nur gesellschaftliche Toleranz braucht, um die Probleme aufzuheben, so wie Homosexualität, Zugehörigkeit zu einer religiösen oder ethnischen Minderheit oder gar zu einem besonderen "Lifestyle" jenseits des Mainstream. Das geht meiner Ansicht nach völlig in die Irre.

      Shenya wrote:

      Schon, aber es wurde auch vor 2010 schon zwischen Asperger und frühkindlichem Autismus unterschieden. Das heißt, es wurde schon berücksichtigt, dass es eine Form von Autismus mit normaler Intelligenz gibt, auch wenn die früher mit Asperger Diagnostizierten auffälliger waren als die heutigen.
      Das stimmt, allerdings war die Diagnosepraxis meinem Eindruck nach noch lange, auch die Asperger-Diagnose nur wirklich auffälligen Menschen zu geben (bei denen beispielsweise ein Regelschulbesuch nur selten vorkaum).

      Shenya wrote:

      Vermutlich hat beides beigetragen: die Zunahme der Diagnosen bei leichteren Fällen, und die gleichzeitige Aussage dieser leichteren Fälle, nicht behindert zu sein. Könnte ich mir jedenfalls vorstellen.
      Dass das bei manchen Entscheidern mit reingespielt hat, ist sicher möglich. Für den Hauptgrund halte auch ich aber das hier:

      Rhianonn wrote:

      Ich könnte mir vorstellen, dass es einfach darum ging, Geld zu sparen.
      Für sehr treffend und aktuell halte ich nach wie vor diesen offenen Brief, der in der Zeit kurz nach der Änderung der Richtlinien verfasst wurde. Hier ein Auszug:


      Jörn de Haen wrote:

      Erschreckender finde ich jedoch die in Ihrem Artikel vertretene Einstellung, hier würde durch „leicht verschrobene Sonderlinge“ ein Bedarf generiert, der objektiv nicht besteht. Mit Sicherheit gibt es im Bereich des autistischen Spektrums – wie bei jedem Krankheits- und Störungsbild – auch eine Gruppe sich selbst „diagnostizierender“ Personen. Dies mag auch einzelne „Studienergebnisse“ beeinflussen. Jedoch: Dieser Personenkreis hat weder Zugang zu entsprechenden Hilfsleistungen – hierfür wird eine qualifiziert gemäß entsprechender Leitlinien von Fachkräften gestellte Diagnose vorausgesetzt – noch sollte er herangezogen werden, um den reellen Bedarf der tatsächlich Betroffenen herabzuwürdigen.
      Und:

      Jörn de Haen wrote:

      Ihr Artikel erweckt vielmehr den Eindruck, auf Kosten der Betroffenen in Zeiten knapper wirtschaftlicher Ressourcen eine Neid-Debatte anfachen zu wollen. Dies zeugt nicht nur von mangelhafter Recherche, sondern gibt auch ein meines Erachtens bedenkliches Menschenbild wieder. In den Augen der Betroffenen und ihrer Angehörigen muss dies als bitterer Hohn erscheinen.
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    • Ich glaube, der Artikel in der Welt war eine Übersetzung aus dem Amerikanischen, d.h. er bezog sich auch auf die USA, oder liege ich damit falsch?

      Es könnte aber sein, dass Medienartikel tatsächlich auch die Verschärfung der Richtlinien mit versursacht haben, durch das Geschreibe über Modediagnosen. Der Begriff Modediagnose stammt allerdings ursprünglich von Ärzten vermutlich, von Kinder- und Jugendpsychiatern hauptsächlich.
      Allen Frances, der Autor des Artikels, ist selbst auch Psychiater.
      Alles wird galaktisch gut.
    • @Mindfreak Falls du nach dem Widerspruch auf einen GdB von 30 oder 40 kommst, kannst du bei der Agentur für Arbeit eine Gleichstellung mit einem Schwerbehinderten beantragen. Dadurch hast du zwar nicht alle Rechte eines Schwerbehinderten wie z.B. mehr Urlaub, aber theoretisch einen verbesserten Kündigungsschutz.
      Vielleicht hilft dir das ja. Weiterer Vorteil einer Gleichstellung wäre, dass du einen Arbeitsplatz bekommen könntest, der deinen Bedürfnissen angepasst ist.
    • Die Richtlinien wurden ja nicht nur für ASS geändert. Ich gehe davon aus, dass vorallem die Zunahme von Anträgen von Leuten mit Depression "schuld" war. Bei Erwachsenen dürfte AS nur ein kleiner Teil der psychisch-behinderten ausmachen. Wenn es eine Flut von Anträgen bei AS gab, dann wohl eher im Kinderbereich.
    • Stimmt, der Artikel in der Welt ist eine Übersetzung aus dem Englischen und bezieht sich wohl in erster Linie auf die USA. Der Leserbrief scheint meinem Eindruck nach jedoch hauptsächlich die Situation in Deutschland zu thematisieren, etwa bei den Ausführungen zur Antragsdauer oder den "Hilfen in der Schule". Und sich weniger an den originalen Autor als die Redaktion der Welt zu richten, die den Artikel ohne Kontextualisierung für Deutschland veröffentlichte. Die Frage nach der "Modediagnose" war damals ja ein großes Thema, ich kann mir tatsächlich vorstellen, dass das bei den Entscheidern mit reinspielte, ähnlich wie die Pride-Bewegung. Selbstdiagnostizierte, die damit an die Öffentlichkeit gehen, haben in Deutschland ja kaum eine Rolle gespielt. Das ist in den USA aufgrund des anderen Gesundheitssystems wohl anders.

      Gibt es einen Link dazu, in welcher Weise die Richtlinien damals auch für andere psychiatrische Diagnosen geändert wurden?
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