Anhängliche Menschen loswerden - Oder sehe ich das zu eng?

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    • Anhängliche Menschen loswerden - Oder sehe ich das zu eng?

      Es gibt bei mir im Moment eine Situation, bei der ich nicht so ganz weiß, wie sie sie händeln soll, oder ob ich sie einfach zu eng sehe.

      Vor gut zwei Jahren kam eine Nachbarin auf mich zu und bat mich, für sie ein paar Schreibarbeiten zu erledigen.
      Das Dumme: Ich hätte diese Arbeiten gar nicht angenommen. Da ich aber noch zu Hause lebe, hat diese Dame zuerst mit meiner Mutter gesprochen, die ihr versichert hat, ich würde das schon machen.
      Das Problem: Meine Mutter hat hauptsächlich das Ansehen bei den Nachbarn im Kopf. Auf meine persönlichen Ansichten nimmt sie dabei nur wenig Rücksicht.

      Es verlief dann so, dass ich für diese Dame hin und wieder Protokolle schrieb. Sie selbst konnte/kann das wohl nicht selbst erledigen, da sie sich 1. nicht mit dem Computer auskennt, 2. sie erst in den Neunzigern oder so nach Deutschland kam und kein einwandfreies Deutsch spricht. Sie will sich auf der anderen Seite mit ihrem verhackstückelten Deutsch aber auch nicht bei der Behörde, für die sie arbeitet, blamieren. Demnach habe ich einmal im Monat für sie die Schreibarbeit erledigt. Das Ganze umfasste etwa eine halbe bis dreiviertel Stunde. Mit der Zeit kamen noch Geschäftsbriefe hinzu, bei denen ich mich allerdings, was das rechtliche und so weiter anging, gar nicht auskannte und ihr dementsprechend auch nur schlecht helfen konnte. Das schlimmste dabei war allerdings auch für mich immer die Zeit danach: Sie wollte dann noch immer Kaffee trinken, sich unterhalten und sich austauschen. - Bei mir, wo ich Smalltalk und solche Sachen gar nicht mag.

      Mit der Zeit artete das ganze dann so aus, dass über die Nachbarn hergezogen wurde und ich teilweise noch etwa eine bis eineinhalb Stunden bei ihr saß, wo nur geredet wurde.
      Ich bin also nicht unbedingt mehr gerne dorthin gegangen.

      Eine sehr prägnante Sache dabei war allerdings, als das Thema auf Asperger kam. Ich erzählte ihr davon, dass ich ein Aspie bin und erklärte ihr, was das Ganze ausmacht. In der Folgezeit durfte ich mir immer wieder anhören, dass sie nicht glaubt, dass ich Aspie bin. Dass die Ärzte doch Quatsch reden, obwohl ich die Diagnose schwarz auf weiß habe. Sie tat es immer wieder ab und respektierte manche Dinge nicht, bei denen ich sagte, dass ich das so nicht will.

      Eine weitere Sache war dann noch die "Entlohnung". Es war abgemacht, dass sie mir hin und wieder was zu Essen rüber bringt, weil ich kein Geld nehmen wollte. Schwarzarbeit ist nichts für mich und da ich hin und wieder gerne ihre Landesküche esse, war dies dann unsere Art der Bezahlung. - Anfangs kam hin und wieder was. Mit der Zeit gar nichts mehr. Irgendwann hörte ich dann, dass sie mit ihrer Familie scheinbar eine Feier verantstaltet hatte und bei der massig Essen (betreffende Landesküche) übrig gewesen war, welches dann zu unseren direkten Nachbarn gekarrt wurde. - Ich hingegen wurde gar nicht gefragt, ob ich überhaupt was abhaben möchte.

      Als sie sich dann irgendwann wieder meldete und ich etwas für sie erledigen sollte, habe ich dann verneint und gesagt, ich hätte keine Zeit und wäre auch gesundheitlich angeschlagen, weswegen sie sich jemand anders suchen solle.
      Ich habe es ihr damals mehrere Male sagen müssen, dass es eben so ist, weil sie zwei Wochen nach unserem ersten Kontakt wieder fragte, ob ich Zeit hätte.

      Sie hat sich dann eine Weile nicht mehr gemeldet, woraufhin ich auch beschlossen hatte, nichts mehr für sie zu erledigen.

      Letzte Woche kam sie an und bettelte mich förmlich an, ich soll ihr aus der Patsche helfen. Sie hätte Ärger mit einem Vorgesetzten gehabt und ich könne sie doch so einfach jetzt nicht da stehen lassen.
      Sie versuchte schließlich auch, mich mit Geld 'rumzukriegen'. Ich sagte ihr mehrfach, dass ich keine Zeit hätte, weil ein großer Auftrag reingekommen wäre, für den ich auch am Wochenende arbeiten müsste. Zudem mein Hund aktuell krank ist und mich praktisch neben der Arbeit rund um die Uhr um ihn kümmern muss.
      Akzeptierte sie nicht. Das Ende vom Lied war dann, dass ich diese Angelegenheit für sie erledigte. Sie versprach mir, nicht mehr zu kommen und dass das damit erledigt sei.

      Heute morgen schrieb sie mich an, sie hätte eine Frage... sie käme doch so gut mit mir zurecht und ich sei die einzige, die ihr immer helfen würde. Als ich ihr schrieb, wenn es lediglich eine Frage sei, solle sie sie stellen, antwortete sie, ich solle ihr einen Brief schreiben! Würde auch nicht lange dauern! Sie kam mir übrigens damit, dass sie mir pro Stunde einen bestimmten Betrag zahlen würde.

      Sie überschreitet mit ihrer Vorgehensweise immer wieder meine Bedürfnisse, beziehungsweise meine eigenen Grenzen. Es geht mir bei alldem überhaupt nicht um das Scheiss-Geld, zudem ich eh keine Schwarzarbeit mache. Meiner Mutter brauche ich damit nicht zu kommen, da sie kein Verständnis dafür hat. "Es ist doch nicht viel, was du machst!", wird dann gesagt. Dass mich das überhaupt nicht interessiert und es mir eher darum geht, dass ich mich mit solchen Menschen nicht umgeben will, die nicht einmal akzeptieren, wo meine Grenzen liegen und dann hintenrum auch noch so komisch agieren (Essen, Nachbarschaftsgeschwätz, etc.). Mit sowas will ich eigentlich nichts zu tun haben!!!

      Oder sehe ich das Ganze zu eng?
      I am the person who feels guilty because I think I could be a much better person
      if I didn't have to always deal with society hating me.

      The post was edited 1 time, last by BlauesZebra ().

    • Eine gute taktik bei hartnäckigen fällen: nein sagen (das wort) mit einer kurzen erklärung, dann immer das gleiche wiederholen, egal was sie sagt und auch nicht weiter rechtfertigen oder auf sie eingehen, immer nur von dir reden.

      Z.b. "Nein, das passt gerade überhaupt nicht. Ich habe einen großen auftrag rein bekommen. Das kann ich nicht machen."
    • Hab auch so meine Probleme mit 'emotionalen Vampiren' gehabt in der Vergangenheit, denn meiner Ansicht nach geht es eigentlich darum: Aufmerksamkeit. Die scheinbare Sache ist bloß Mittel zum Zweck. Sprich, wenn man was für wen tut, der nervig ist, dann bekommt er Aufmerksamkeit bei der Abwicklung der Sache. Wenn man genervt ist und denjenigen loswerden will, bekommt er ebenfalls was er will, in diesem Falle dann auch wieder Aufmerksamkeit, dadurch dass man sich gedanklich mit demjenigen beschäftigt (z.b. hier im Forum ;)).

      Nunja, also ich bin da auch noch kein Meister der Abwehr, ich habe aber gemerkt, dass es schon wirklich Wunder wirken kann, zu solchen Leuten einfach bloß NEIN zu sagen. Und zwar ein Nein, das man wirklich meint. Gerade hatte ich so einen Fall und es war faszinierend, wie von heute auf morgen Ruhe war, einfach da ich es ausgesprochen habe, wovor ich mich vorher gescheut habe, dass mich die betreffende Person NERVT. Wenn man Nein sagt und dabei noch unsicher ist, spüren die das sofort und spielen wiederum damit. Also sie versuchen dann, einem ein schlechtes Gewissen einzureden.

      Im Endeffekt wird man ja überhaupt Opfer solcher Menschen, da man gutmütig ist und höflich, was die gnadenlos ausnutzen. Ich sage das so brutal, da es für mich auch ein großer Erkenntnisschritt war, einmal zu sehen, was da 'real abgeht' hinter deren gekünstelt-netter Fassade. Also das ENTTARNEN finde ich oft das Schwerste, aber wie heißt es so schön: Gefahr benannt, Gefahr gebannt. Nunja, also es hilft bloß eins: emotional unbewegt bleiben. Und oh ja, das ist nicht einfach, gerade für Autisten ja nicht, welche Schwierigkeiten haben, auszublenden, was um sie herum passiert. Gerade habe ich das in diesem englischen Artikel hier im Forum zum Thema Mobbing gelesen: Autisten eignen sich so gut zum ärgern, da man von ihnen auch eine richtig heftige Reaktion bekommt. Von daher, ja: STAY COOL! =) Wenn einmal Nein sagen nicht hilft, dann eben wiederholen bis es dann angekommen ist. Ich sage mir gerne folgende Mantras:

      'Erstmal MUSS ich gar nichts.'
      'Ich stehe nicht zur Verfügung.' (Für die Opfer-Täter-Spielchen von mit sich unzufriedenen Menschen)

      Viel Erfolg dann wünsche ich! =)

      The post was edited 1 time, last by Isa ().

    • Das Wichtigste ist ja schon gesagt worden.
      Wenn Du nicht für Deine Nachbarin immer wieder schreiben möchtest, kannst Du es ohne jede Begründung ablehnen.
      Denn je mehr Du erklärst, umso mehr wird auf Dich eingeredet.
      Einfach Nein und die Tür mit freundlichem Lächeln wieder von innen zumachen.
      Und wenn es Deiner Mutter wichtig ist, kann sie ja die Schreibarbeiten übernehmen.
      "Ich kehre in mich selbst zurück und finde eine Welt."


      (Johann Wolfgang von Goethe)
    • Lilith wrote:

      Das Wichtigste ist ja schon gesagt worden.
      Wenn Du nicht für Deine Nachbarin immer wieder schreiben möchtest, kannst Du es ohne jede Begründung ablehnen.
      Denn je mehr Du erklärst, umso mehr wird auf Dich eingeredet.
      Einfach Nein und die Tür mit freundlichem Lächeln wieder von innen zumachen.
      Und wenn es Deiner Mutter wichtig ist, kann sie ja die Schreibarbeiten übernehmen.

      Schön gesagt! =) Genau, selbst machen, wenn der Drang so groß ist zu helfen, statt das eigene Kind einzuspannen.
    • BlauesZebra wrote:

      Heute morgen schrieb sie mich an, sie hätte eine Frage... sie käme doch so gut mit mir zurecht und ich sei die einzige, die ihr immer helfen würde.
      Also, wenn dir das Verhältnis zu ihr egal ist, könntest du antworten: "Das wird ja wohl nen Grund haben, wenn Ihnen sonst keiner hilft..."
      Teile dieser Signatur könnten die Bevölkerung verunsichern.
    • So einfach ist das leider nicht, mit dem nein sagen, wenn man einmal angefangen hat.

      Eine Gegenleistung must du fordern. Und das muss ihr weh tun.
      Lass dir die Arbeit liefern, zu einem bestimmten vielleicht sogar untypisches Termin. Oder hole sie zu solch einer Uhrzeit ab.
      Abgabe der Arbeit dann 3-5 Tage später.
      Eine mindere Qualität der Arbeit wird wohl keine Option für dich sein.
      Erledige das nicht bei ihr, während sie dir über die Schulter schaut und noch Konversation vordert.


      Die beste Lösung ist wohl, das du Erwachsen wirst und in der neuen Umgebung mit Nachbarschaftshilfe sehr sparsam bist.
      - für weniger Sozialgendöns -
    • Wenn das mit dem NEIN sagen nicht funktioniert und / oder Du die Beziehung zur Nachbarin nicht ganz "brutal vor die Wand fahren" (RW) möchtest, dann würde ich auch diese Strategie anwenden:

      OnlyMe wrote:

      Abgabe der Arbeit dann 3-5 Tage später.
      Eine mindere Qualität der Arbeit wird wohl keine Option für dich sein.
      Erledige das nicht bei ihr, [...]
      So ähnlich mache ich das inzwischen auch. Schlechte Qualität abliefern ist für mich auch undenkbar, aber beim Termin lässt sich oft was machen. Wenn sie dann ankommt, gleich mehrfach sagen das Du eigentlich gar keine Zeit hast. Dann "großzügig" die Arbeit doch übernehmen, aber drauf hinweisen, daß Du nicht sicher sagen kannst wann Du dazu kommst. Immer schön rumbummeln... :d Wenn sie dann nachfragt, wo das Zeug bleibt, einfach erwidern: "Hatte noch keine Zeit, daß habe ich aber auch gesagt. Wann ich dazu komme, weiß ich nicht..."

      Wenn sie dann ein paar Mal unter Druck gerät, weil sie die Arbeit zu spät erhält, dürfte sich das erledigt haben.

      War für mich auch ein langer weg, aber inzwischen bin ich auf diesem Weg ein paar "Schmarotzer" los geworden. Erst haben sie sich über mich lustig gemacht, dann kamen sie ganz freundlich, schleimig an. Mit "Bitte, bitte..." usw. War die Arbeit erledigt, kam noch ein Danke. Kurz danach haben sie sich wieder über mich lustig gemacht... :thumbdown:




      EDIT:

      Sollte es so doch nicht funktionieren, dann bleibt nur die "harte Tour". Also: "Tut mir leid. Nein, ich mach das nicht mehr. Weder für Geld noch für gute Worte." Kommt sie wieder an, dann fragen: "Was war an dem Nein jetzt so unverständlich?"


      BlauesZebra wrote:

      Sie wollte dann noch immer Kaffee trinken, sich unterhalten und sich austauschen. - Bei mir, wo ich Smalltalk und solche Sachen gar nicht mag.

      Mit der Zeit artete das ganze dann so aus, dass über die Nachbarn hergezogen wurde und ich teilweise noch etwa eine bis eineinhalb Stunden bei ihr saß, wo nur geredet wurde.
      Das hätte ich ihr ganz schnell abgewöhnt. Eine ganz kurze Unterhaltung... Ok. Nicht schön, aber aus Höflichkeit kann man das ja mal machen (ertragen...). Aber wenn es zu lange dauert hätte ich einfach gesagt: "Ich muß jetzt los. Bei mir ist einiges an Arbeit liegen geblieben. Es macht ja sonst keiner für mich." Vielleicht hätte sie den "Wink mit dem Zaunpfahl" ja verstanden. Dann wäre ich einfach gegangen.

      The post was edited 1 time, last by H. M. Murdock ().

    • OnlyMe wrote:

      So einfach ist das leider nicht, mit dem nein sagen, wenn man einmal angefangen hat.
      Doch, dass kann man.
      Mit dem freundlichen Hinweis, dass es einem nun zuviel ist und sich die Nachbarin bitte ab sofort jemanden anderen suchen soll, kann man das durchaus.
      Nur dann muss man auch konsequent durchhalten.

      Und bei der Mutter klarmachen, dass sie bitte zukünftige unabgesprochene Zusagen bei Nachbarn, oder wem auch immer, selbst abzuarbeiten hat.
      Auch da muss einmal eine klare Linie kommuniziert und auch durchgehalten werden.
      Natürlich ist das erst einmal unangenehm, aber machbar...
      "Ich kehre in mich selbst zurück und finde eine Welt."


      (Johann Wolfgang von Goethe)
    • Mit dem Unterschied, dass meine Mum das auch nicht erledigen könnte... XD

      Ich hab ihr jetzt nochmal klar gemacht, dass ich nichts mehr annehme und sie weiß dass ich keine Zeit habe. Und dass sie das akzeptieren soll.

      Sie schrieb mir zurück, es sei ok. So dreist wie ich sie einschätze, steht sie in zwei Wochen wieder da... aber das krieg ich dann schon hin. ;)

      Danke auf jeden Fall für eure Tipps.
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    • Ich bringe jetzt mal einen anderen Aspekt in die Diskussion. So furchtbar schlimm finde ich es nämlich nicht, sich unter Nachbarn ein bisschen zu helfen. Ich lebe wo, wo die neun Parteien ein sehr gutes Verhältnis zueinander haben, man redet miteinander, man leiht sich Sachen aus, hilft bei der Kinderbetreuung usw. 2x im Jahr gibt's ein Hausfest. Dass ich dort immer nur 1,5 Stunden bin, dann für eine Stunde verschwinde und später wieder mal auftauche, wird voll akzeptiert.

      Für Bekannte bzw. deren Kinder mal eine Diplomarbeit auf korrektes Deutsch durchzusehen, habe ich auch schon gemacht, sogar irgendwo mit Spaß, weil ich was dabei lerne.

      Aber: Ich grenze mich schon ab. Gemeinsames Kaffeetrinken geht nur so lange, wie ICH das will, und dann muss ich halt außer Haus, Termindruck, eine kleine Notlüge, die ich mir ungern, aber manchmal doch erlaube.

      Das größere Problem sehe ich im Verhältnis zur Mutter. Ich habe den Eindruck, deine Nachbarin kriegt ein bisschen das ab, was eigentlich deine Mutter abkriegen sollte. Spätestens ab Beginn der Pubertät ist der letzte Versuch meiner Eltern, etwas über meinen Kopf zu beschließen (Sportverein, der Junge liest ja nur) schief gegangen. Und dazu muss man den eigenen Eltern gegenüber auch mal verdammt laut werden. Lass mal nen Wutschrei los, auch Türenknallen hilft. Ich wunsch dir die Kraft dazu. :)
      Es gibt so viele Menschen, die darauf brennen zu sprechen. All dieses Gerede ist der Welt kaum von Nutzen. (Mahatma Gandhi, Mein Leben)
    • Ist sie sehr alt? Kann sie nicht lesen oder schreiben?

      Ich bin auch für ein schlichtes "Nein, das wird mir zu viel".
      Wenn du ein schlechtes Gewissen hast und sie wirklich hilflos ist, kannst du ihr ja vielleicht die Telefonnummer des Sozialdienstes eurer Stadt geben. Dort bekommt sie auch solche Hilfen. :)
      *zu viele Menschen verwechseln Glück mit Spaß*
    • Isa wrote:

      @FrankMatz
      Es geht darum, dass das blaue Zebra eine nervige Nachbarin loswerden will.
      Dass Nachbarn nerven können, habe ich nicht bestritten. Dass @BlauesZebra sich wirklich extrem genervt fühlt, bestreite ich auch überhaupt nicht. Ich habe nur versucht, einen weiteren Aspekt einzubeziehen, nämlich den, dass ich Nachbarschaftshilfe grundsätzlich (grundsätzlich heißt, dass es im Einzelfall auch anders sein kann!) etwas Positives finde. Deshalb finde ich auch Tauriels Vorschlag...

      Tauriel wrote:

      Wenn du ein schlechtes Gewissen hast und sie wirklich hilflos ist, kannst du ihr ja vielleicht die Telefonnummer des Sozialdienstes eurer Stadt geben. Dort bekommt sie auch solche Hilfen.
      ... nicht so gut. Wenn ich von anderen mal Hilfe brauche, möchte nicht die Telefonnnummer vom städtischen Sozialdienst in die Hand gedrückt kriegen.

      Dass, wenn andere Menschen einen um Hilfe bitten, immer gleich von "ausnutzen" die Rede ist, finde ich halt irgendwie traurig. Anderen zu helfen ist nicht immer einfach und kann auch mal Opfer verlangen. Wenn Hilfe den Helfenden nämlich gar nichts kostet, ist sie im Grund keine mehr. Aber nochmal: Was ich geschrieben habe, ist ein allgemeiner Gedanke und kein Infragestellen des Problems von Blaues Zebra.
      Es gibt so viele Menschen, die darauf brennen zu sprechen. All dieses Gerede ist der Welt kaum von Nutzen. (Mahatma Gandhi, Mein Leben)
    • Nachbarschaftshilfe ist schon gut, aber man muss auch aufpassen, dass man auf seine eigenen Bedürfnisse noch achtet. Sonst wird es einem schnell lästig, und damit ist dann keinem geholfen. Ich mag z.B. überhaupt keine Verpflichtungen irgendwelcher Art. Wenn ich was gelegentlich und freiwillig mache, ist es schon okay, aber sobald daraus eine Verpflichtung wird (weil es erwartet wird), dann wird es mir unangenehm. Ich bin schon eher selbstbezogen und möchte meine Ruhe. Wenn ich keinen Streit mit den Nachbarn habe, ist das ausreichend.

      In solchen Situationen ist es wichtig, dass man von Anfang an sagt, was man will und was man nicht will. Mir fällt das auch schwer, weil ich immer Angst habe, ich könnte unhöflich sein und jemand könnte verärgert sein. Aber auch bei BlauesZebra wäre es wahrscheinlich besser verlaufen, wenn sie von Anfang an gesagt hätte, was sie will bzw. nicht will. Schon da:

      BlauesZebra wrote:

      Das Dumme: Ich hätte diese Arbeiten gar nicht angenommen. Da ich aber noch zu Hause lebe, hat diese Dame zuerst mit meiner Mutter gesprochen, die ihr versichert hat, ich würde das schon machen.
      Das Problem: Meine Mutter hat hauptsächlich das Ansehen bei den Nachbarn im Kopf. Auf meine persönlichen Ansichten nimmt sie dabei nur wenig Rücksicht.
      (hätte halt Streit mit der Mutter gegeben, aber hätte alles Weitere erspart)

      und da:

      BlauesZebra wrote:

      Sie wollte dann noch immer Kaffee trinken, sich unterhalten und sich austauschen. - Bei mir, wo ich Smalltalk und solche Sachen gar nicht mag.
      und da auch:

      BlauesZebra wrote:

      Mit der Zeit artete das ganze dann so aus, dass über die Nachbarn hergezogen wurde und ich teilweise noch etwa eine bis eineinhalb Stunden bei ihr saß, wo nur geredet wurde.

      Ich habe oft das Problem, dass ich mich nicht aus einer Situation so einfach herausziehen kann. Aber ich kenne ein, zwei Leute, die das sehr gut können, und da versuche ich, mir was abzuschauen. Die sind ganz konsequent. Sie sagen, "ich gehe jetzt", und ziehen das auch durch, egal wie sehr man auf sie einredet.
      Wenn man höflich sein will, kann man ja noch sagen, dass man keine Zeit mehr hat. Aus welchem Grund das so ist, geht andere Leute nicht unbedingt etwas an, es ist egal, ob man einen anderen Termin hat oder die Zeit einfach für sich alleine nutzen will.

      Ich finde es besser, zu sagen, dass man etwas nicht will, als Spielchen zu spielen und zu lügen. Auch wenn es manchmal schwer ist. Lerne ich auch noch, d.h. ich greife auch noch auf Notlügen zurück, aber künftig will ich häufiger zu meinen Bedürfnissen stehen, wenn die nun mal so sind wie sie sind.


      BlauesZebra wrote:

      In der Folgezeit durfte ich mir immer wieder anhören, dass sie nicht glaubt, dass ich Aspie bin. Dass die Ärzte doch Quatsch reden, obwohl ich die Diagnose schwarz auf weiß habe. Sie tat es immer wieder ab und respektierte manche Dinge nicht, bei denen ich sagte, dass ich das so nicht will.
      Bei der Diagnosesache hätte ich wahrscheinlich etwas früher abgeblockt. Entweder durch Ignorieren oder sagen, dass ich denke, dass die Diagnose stimmt. Bei mir sind solche Gespräche meist schnell vorbei, weil ich wortkarg bin und dann einfach nicht mehr reagiere (manchmal sogar einfach deshalb, weil mir nichts mehr einfällt).
      Alles wird galaktisch gut.
    • Shenya wrote:

      Ich finde es besser, zu sagen, dass man etwas nicht will, als Spielchen zu spielen und zu lügen. Auch wenn es manchmal schwer ist. Lerne ich auch noch, d.h. ich greife auch noch auf Notlügen zurück, aber künftig will ich häufiger zu meinen Bedürfnissen stehen, wenn die nun mal so sind wie sie sind.
      Ich würde auch immer am liebsten direkt sagen was ich will / nicht will / denke. Das habe ich oft genug gemacht und bin dadurch engeeckt. Da ich sehr konfliktscheu bin, da ich in solchen Situationen einfach nicht schnell genug reagieren kann, versuche ich Konflikten so gut wie möglich aus dem Weg zu gehen. Gerade bei Personen, mit denen man öfter zu tun hat. In solchen Fällen ist es (für mich!) einfacher "Spielchen zu spielen", als denen ein direktes NEIN! vor den Kopp zu knallen (RW). Gefällt mir zwar nicht, macht es aber (für mich) stressfreier. Ich mache mich für die einfach "unattraktiv für Gefälligkeiten". Bei Leuten, mit denen ich nur ganz selten Kontakt habe, habe ich aber auch kein Problem einfach NEIN zu sagen.

      Gerade auf der Arbeit ist das eine "Gratwanderung" (RW). Da kann sich dann ganz schnell mal eine "Gruppe der abgelehnten" ;) zusammentun. Und wenn die sich einig sind, beginnt das Mobben. Das kenne ich ja nur zu gut aus der Schulzeit. Da ich eh schon der Einzelgänger in der Abteilung bin (nehme nicht an den "Kaffeerunden" teil, sonstige Abteilungsfeiern / -aktivitäten versuche ich auch zu umgehen), versuche ich möglichst keine "Angriffsfläche" zu bieten.



      Zur "Nachbarschaftshilfe"... Ich bin sehr hilfsbereit. Ich lasse auch schonmal meine Arbeit liegen um anderen zu helfen. Ich erwarte dafür so gesehen auch (in dem Moment) keine Gegenleistung. Was ich aber "erwarte", daß mir von der Person (im Rahmen ihrer Möglichkeit) auch mal geholfen wird. Wie erkläre ich das jetzt am besten...?

      Würden mich z.B. ältere, gebrechliche Nachbarn um Gefälligkeiten bitten, dann würde ich keine "Gegenleistung", in welcher Form auch immer, erwarten. Nichts, absolut gar nichts. Würde ich Nachbarn helfen, die soweit "fitt" sind, dann würde ich schon "erwarten" das sie mir auch mal helfen. Könnten sie mir z.B. nicht helfen schwere Dinge zutragen, weil sie es "im Rücken" haben, dann wäre das ok. Dafür könnten sie vielleicht mal ein Paket für mich annehmen. Würde ich aber mitbekommen, daß sie wegen "Rücken" beim Tragen nicht helfen können, danach aber im Garten selber schwere Gehwegplatten verlegen, auch nie "Zeit" haben mal ein Paket für mich anzunehmen und sich auch sonst immer wieder "drücken", dann wäre es mit meiner Hilfsbereitschaft auch irgend wann mal vorbei.