Buch "Ergotherapie bei Autismus"

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    • Buch "Ergotherapie bei Autismus"

      Ergotherapie bei Autismus: Förderung durch Sensorische Integrationstherapie (Deutsch) Taschenbuch – 22. Januar 2020

      von Meike Miller (Autor)

      Empfehle ich! Für Kinder und Erwachsene. Am Besten natürlich für Ergotherapeuten. Leider kenne ich keine, aber es sind auch einige Tipps zum Selbermachen drin, z.B. Kälte gegen Panik. nutze ich selbst, indem ich mir eine kalte Wasserflasche an den Hals halte. Oder schweres Kirschkernkissen auf die Beine.
      Ich konnte meinem Sohn das erste Mal die Haare fertig schneiden, ohne dass er ausrastet, weil ich ihn hingesetzt habe und ihm eine Schüssel mit kalten Süßigkeiten gegeben habe, die ihn sensorisch vom Haareschneiden abgelenkt haben.
      Ich habe hier auch das erste Mal von viszeralem Schwindel (durch Kopf schnell bewegen) gelesen, was für mich auch einiges erklärt.
      Ich finde es das hilfreichste Buch für Autisten und BetreuerInnen , das ich kenne.
    • Danke für den Buchtipp.
      Ich finde es auf jeden Fall interessant, wie schnell man zur Autismus-Expertin in Sachen Ergotherapie weren kann, wenn man Frau Preißmann behandelt hat. :d Frau Preißmann schrieb nämlich meiner Erfahrung nach, dass ihe Ergotherapeutin zunächst von Autismus wenig Ahnung hatte. Und ich bin mir zu 95% sicher, dass Frau Miller in Büchern (sogar vorne im Klappentext) von Frau Preißmann erwähnt wurde.

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    • Wird man zum Autismus-Experten, wenn man mit Frau Preißmann zusammenarbeitet?
      Ich habe mir aber mal das Inhaltsverzeichnis angesehen und denke, dass das Buch nichts für mich ist. Da geht es ja vorwiegend um Reizüberflutung. In Bezug auf meine Probleme in sozialen Situationen ist das kaum relevant.
    • FruchtigBunt wrote:

      Ich hätte erwartet, dass man Experte sein muss, um ein Fachbuch zu schreiben.
      Jeder kann ein Fachbuch schreiben. Das sagt (leider) nichts über die Fähigkeiten aus. Natürlich wird ein Verlag ein Fachbuch nur annehmen, wenn es sich verkaufen lässt und da ist bei einem Experten die Chance natürlich deutlich höher. Inzwischen kann man ein Buch auch selbst publizieren. Gerade im Zeitalter von eBooks ist das kein Problem.

      Aber wir kommen vom Thema ab. Wer Probleme mit Reizen hat, für den könnte das Buch Anregungen liefern.
    • @Illi Vielen Dank für den Buchtipp.

      Ich habe das Buch gelesen, in der Hoffnung, konkrete Anregungen zur Förderung der Sensorischen Integration zu erhalten. In der Hinsicht wurde ich etwas enttäuscht, wirklich viel Neues habe ich nicht gelernt. Die Sache mit der Kälte zur Dämpfung von Überreizungszuständen war mehr oder weniger der einzige Aha-Moment.

      Ein Großteil des Buchs beschäftigt sich mit Erklärungen zur autistischen Wahrnehmung, dabei zitiert die Autorin relativ viele Passagen aus anderen Quellen, z.B. Christine Preißmann und Nicole Schuster. Ich nehme an, die Zielgruppe sind vor allem andere Ergotherapeuten, für diese stelle ich mir das Buch schon nützlich vor.

      Die Autorin ist Ergotherapeutin und Coach. Laut Klappentext nutzt sie "seit vielen Jahren die Sensorische Integrationstherapie für die Arbeit mit autistischen Kindern, Jugendlichen und Erwachsenen", C. Preißmann ist also nicht ihre einzige autistische Klientin. Das Buch enthält auch einige Fallberichte aus ihrer Arbeit mit Kindern und jungen Erwachsenen. Ich finde es gut, wenn das Buch dazu beiträgt, dass sich mehr Ergotherapeuten Kenntnisse über autistische Wahrnehmung und mögliche ergotherapeutische Ansätze dazu aneignen können.

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    • Turtle wrote:

      In der Hinsicht wurde ich etwas enttäuscht, wirklich viel Neues habe ich nicht gelernt.
      Dann spare ich mir das Buch besser. Aber es kam mir bereits vom Inhaltsverzeichnis etwas mau vor.

      @TalkativeP
      Mein Verdacht ist, dass ein Verlag besonders daran interessiert sein könnte, etwas zu publizieren, wenn der Name "Preißmann" vorkommt. Ich hätte erwartet, dass nicht ein Ergotherapeut so ein Buch scbreibt, sondern jemand, der auch wissenschaftlich daran forscht.
    • ich finde grade gut, dass sie keine Forscherin ist, sondern von der Praxis kommt. Ich wünsche mir tatsächlich, dass viele ErgotherapeutInnen das Buch lesen, damit ich dann zu einem von ihnen gehen kann. Die lebenspraktische Beratung würde mir gut tun.
      Über die Wahrnehmung habe ich auch nicht viel neues gelernt, aber, wie man über eine andere Wahrnehmung davon ablenken kann. Meine Selbsterkenntnis und die für meine Kinder ist gewachsen und ich trickse uns jetzt mehr aus. Kann aber gut sein, dass andere das schon geschrieben haben und ich es nur wieder vergessen hatte. :(
    • @Illi
      Ich würde mir von einer Ergotherapeutin wesentlich mehr erwarten, als so eine Ideenkiste zum Umgang mit starken Reizen. Dazu gibt es ja auch bereits genügend Literatur. Meiner Meinung nach ist das nur ein minikleiner Baustein der autistischen Probleme. Das Buch mutet für mich so an, als wäre das Hauptproblem von Autisten die Reizüberflutung und als wären alle Probleme gelöst, wenn man daran arbeitet.
    • FruchtigBunt wrote:

      Das Buch mutet für mich so an, als wäre das Hauptproblem von Autisten die Reizüberflutung und als wären alle Probleme gelöst, wenn man daran arbeitet.
      Ich sehe darin tatsächlich mein Hauptproblem. Alle Probleme sind dann natürlich nicht gelöst , doch ich glaube, dass zu erwarten, ist illusorisch, das klappt nicht einmal bei NTs.

      Danke für den Buchtipp. Mich würde interessieren, ob es so etwas Ähnliches auch für Physiotherapeuten gibt, also wie könnte man die Körperwahrnehmung verbessern.
      "Autismusdiagnose - Potius sero quam numquam.
      ( Lieber spät als nie.) "
      :irony: