Migräne, Overloads, o.ä. nach neuen Ereignissen - Vorbeugende Maßnahmen?

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    • Migräne, Overloads, o.ä. nach neuen Ereignissen - Vorbeugende Maßnahmen?

      Mein liebes Schwarmwissen,

      habt ihr bei euch eventuell auch beobachtet, dass körperliche Zusammenbrüche egal welcher Art (Migräneanfälle, Schwächeanfälle, Overloads jeglicher Form) oft/meist im Anschluss von neuen Ereignissen oder Änderungen des Alltags stattfinden?

      Gerade hatte ich wieder einen extremen Migräneanfall mit neurologischen Ausfallerscheinungen, der mich wieder Tage der Erholung kosten wird und beim Sinnieren nach den Gemeinsamkeiten solcher körperlichen Totalausfälle, fiel mir auf:

      Jedem einzelnen "Ausfall" der letzten 30 Jahre, ging ein neues Ereignis oder eine andere Form von Stress voraus!

      Meine Overloads kommen wirklich immer NACH der eigentlichen Belastungssituation und ich frage mich, wie man dem vorbeugen kann?!

      Denn, nun nicht mehr vom gewohnten Alltag abzuweichen und stets in der eigenen 'Comfort Zone' zu bleiben, weil man solchen Anfällen vorbeugen will, scheint mir kein guter Lösungsansatz zu sein.
      Es bringt auch nichts, die stressende Situation früher zu verlassen, da ich in dem besagten Moment nicht registriere, dass ich gestresst bin. Mir fehlt da ein Gespür für sowas.

      Wäre großartig, wenn ihr mal ein paar Tipps geben könntet, wie man derartiger Überforderung vorbeugen kann :nod:


      die vom Leben verschüchterte
      Eryniell

      PS: falls es hierzu bereits ein Thema gibt, hat mein migränierter Verstand dieses nicht durch meinen eingebauten Wahrnehmungsfilter hindurch gelassen - sorry!
    • Ja, da sagst du was!
      Eine Gehörschutz will ich mirseit langem unbedingt besorgen!!!

      Stimming baue ich oft unbewusst ein, aber immer erst, wenn es bereits "zu spät" ist.
      Dabei habe ich viele Formen von Stimming für mich entdeckt....

      Danke für die Tipps!
    • Falls du OverEar Gehörschutz magst kann ich die Kiddyplugs School sehr empfehlen. Kosten um die 18€ (Keine Werbung die Dinger sind nur ne Riesen Unterstützung für mich)

      Sonst habe ich noch NC OnEar Kopfhörer und Travel Ohrstöpsel.

      Stimming nutze ich in solchen Situationen inzwischen ganz bewusst vorbeugend.
    • Prima, ich werde nachher mal nach den Dingern gucken, die du da empfohlen hast!

      Ursprünglich hatte ich diesen angepassten Gehörschutz von Kind im Sinn, aber dafür müsste ich erstmal etwas sparen. Günstige Alternativen wären also super!
    • @MangoMambo
      bist du selbst eher klein oder hast einen kleinen kopf?

      ich benötige auch große helme, hüte etc... vermute, dass dann die kiddi-teile zu klein (oder eng?) für mich sein könnten...

      @Eryniell
      also sowas wie reizabschirmung kann ich natürlich auch sehr empfehlen.
      dazu dann je nach gegebenheit auch genügend ruhige pausen einbauen, sich zwischendurch mal (geistig) zurückziehen,
      ggf. mehr vorbereiten (z.B. Lagepläne, Ablaufpläne, Menükarten o.ä. vorher schon studieren, damit so viel wie möglich bekannt ist, evtl einen neuen ort schonmal vorab besuchen ...)
      auch an den tagen davor (und danach natürlich auch) maximale entspannung anstreben,
      evtl. nochmal entspannungstechniken üben um sie präsenter zu haben,
      auf guten sitzplatz achten, bequeme kleidung tragen
      ...
      hast du ein paar beispielsituationen?
    • Eryniell wrote:

      Denn, nun nicht mehr vom gewohnten Alltag abzuweichen und stets in der eigenen 'Comfort Zone' zu bleiben, weil man solchen Anfällen vorbeugen will, scheint mir kein guter Lösungsansatz zu sein.
      Ich finde das auch einen legitimen Lösungsansatz, aber sinnvoller finde ich diese Idee: Man könnte an der eigenen Ungewissheits(in)toleranz arbeiten. Damit würde man das Problem eher an der Wurzel anpacken. Dazu gibt es einen Thread zu einem Buch, das ich zum Thema sehr hilfreich fand:

      Ungewissheitsintoleranz (Buchempfehlung)
    • kastenfrosch wrote:

      hast du ein paar beispielsituationen?
      Danke für deine Tipps!
      Vieles davon tue ich bereits. Z.B. plane ich alles ins Kleinste und weiß so immer schon ziemlich gut, was auf mich zukommt.
      Aber dennoch bekomme ich häufig richtige Zusammenbrüche nach solchen Ereignissen.

      Aktuelles Beispiel:

      Babyschwimmen!
      Ich kannte die Schwimmhalle schon vom Infotag. Dort wurde uns alles gut erklärt. Am Tag des Babyschwimmens waren also alle Rahmenbedingungen bereits bekannt.
      Die Komponente, die ich aber zuvor nicht mit einrechnete: schreiende Babys mit Hallenakustik. Mein eigenes schrie noch dazu!
      Das ganze hat mich wohl immens aus der Fassung gebracht. Aber das merkte ich erst Zuhause, als dann ein riesen Migräneanfall losging mit den "Sehstörungen meines Lebens".
      Gut, in diesem Fall hätte ein Gehörschutz wohl wirklich Abhilfe geleistet und eventuell auch den Migräneanfall abgewendet.

      In anderen Fällen ging es weniger um Lärm, sondern vielmehr um visuelle Reize gepaart mit einem "nicht flüchten können" und dem Stress, den man erlebt, wenn man sich unterhalten muss, aber nicht weiß, wie. Beispielsweise Familientreffen, zu denen man muss (weil man seiner Familie den Gefallen tun "möchte"), aber nicht unbedingt mag.
      Hinterher geht es mir tagelang schlecht.

      Aber auch ganz normale Wocheneinkäufe können so einen riesen Overload auslösen!
      Da ist wohl nur wieder die Reizproblematik dran schuld....
      Hmpf... :?

      Oft ist es aber auch etwas absolut Positives, das mich hinterher zusammenbrechen lässt. Tolle Ausflüge in den Tierpark oder oder oder.
      Dort bin ich zu 100% entspannt und glücklich. Aber hinterher merke ich dann in Form eines Overloads, wie sehr mich das alles angestrengt/gestresst/verunsichert hat.


      FruchtigBunt wrote:

      Eryniell wrote:

      Denn, nun nicht mehr vom gewohnten Alltag abzuweichen und stets in der eigenen 'Comfort Zone' zu bleiben, weil man solchen Anfällen vorbeugen will, scheint mir kein guter Lösungsansatz zu sein.
      Ich finde das auch einen legitimen Lösungsansatz, aber sinnvoller finde ich diese Idee: Man könnte an der eigenen Ungewissheits(in)toleranz arbeiten. Damit würde man das Problem eher an der Wurzel anpacken. Dazu gibt es einen Thread zu einem Buch, das ich zum Thema sehr hilfreich fand:
      Ungewissheitsintoleranz (Buchempfehlung)
      Super Tipp, danke! Hab den Thread noch nicht entdeckt und werde mich mal in die Thematik einlesen! :nod:

      The post was edited 3 times, last by Eryniell ().

    • Eryniell wrote:

      Beispielsweise Familientreffen, zu denen man muss (weil man seiner Familie den Gefallen tun "möchte"), aber nicht unbedingt mag.
      Hinterher geht es mir tagelang schlecht.
      Mir sprang das gerade ins Auge. Möglicherweise ist es hilfreich, da mehr auf sich selbst zu achten. Aber das kann jemand von außen sicherlich nicht abwägen. Der Kontakt zur Familie ist vermutlich in anderen Fällen positiv, aber ich würde nicht unbedingt die eigenen Bedürfnisse in dem Moment so krass übergehen, nur damit das Band zur Familie nicht beschädigt wird. Die Familie sollte Verständnis für deinen Rückzug haben, finde ich.
      Vielleicht könnte eine Lösung demnach auch sein (sofern du das nicht schon tust. Dieses eine Beispiel machte mich nur nachdenklich), die eigenen Bedürfnisse ernst zu nehmen und sich etwas weniger oft zu denken, dass man das halt aushalten muss. Man muss nicht. Man darf auf sich selbst achten. :nod: :thumbup:
      Vielleicht ist es wirklich nur die Reizüberflutung, dann wäre meine Idee unpassend. Aber vielleicht kann man dadurch trotzdem ein bisschen was am eigenen Wohlbefinden zum Positiven drehen. Wenn man weiß, dass man jederzeit bei Überlastung sich rausnehmen dürfte und nicjt der Familie eine Rechenschaft schuldig ist, entlastet das vermutlich auch.

      Viel Spaß beim Lesen im Ungewissheitsintoleranz-Thread. :)

      Und toll, dass du deinem Baby das mit dem Babyschwimmen bietest, obwohl es anstrengend für dich war (klingt jetzt hoffentlich nicht total widersprüchlich zu dem oben gesagten. Ich stelle es mir krass vor, die eigenen Bedürfnisse gegen die des Babys abzuwägen. Das muss sehr schwierig sein, weil man ja nicht immer zurückstecken kann, davon würde man bestimmt krank. Aber das Baby ist hilflos und die meisten Bedürfnisse muss man ihm wohl erfüllen, weil es sonst eine Bindungsstörung oder sowas entwickelt.). Sorry, ich denke gerade laut über das Thema nach und das hat nichts mit dir zu tun.
    • FruchtigBunt wrote:

      Eryniell wrote:

      Beispielsweise Familientreffen, zu denen man muss (weil man seiner Familie den Gefallen tun "möchte"), aber nicht unbedingt mag.
      Hinterher geht es mir tagelang schlecht.
      ......., aber ich würde nicht unbedingt die eigenen Bedürfnisse in dem Moment so krass übergehen, nur damit das Band zur Familie nicht beschädigt wird. Die Familie sollte Verständnis für deinen Rückzug haben, finde ich.Vielleicht könnte eine Lösung demnach auch sein (sofern du das nicht schon tust. Dieses eine Beispiel machte mich nur nachdenklich), die eigenen Bedürfnisse ernst zu nehmen und sich etwas weniger oft zu denken, dass man das halt aushalten muss. Man muss nicht. Man darf auf sich selbst achten. :nod: :thumbup:


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      Und toll, dass du deinem Baby das mit dem Babyschwimmen bietest, obwohl es anstrengend für dich war (klingt jetzt hoffentlich nicht total widersprüchlich zu dem oben gesagten. Ich stelle es mir krass vor, die eigenen Bedürfnisse gegen die des Babys abzuwägen. Das muss sehr schwierig sein, weil man ja nicht immer zurückstecken kann, davon würde man bestimmt krank. Aber das Baby ist hilflos und die meisten Bedürfnisse muss man ihm wohl erfüllen, weil es sonst eine Bindungsstörung oder sowas entwickelt.). Sorry, ich denke gerade laut über das Thema nach und das hat nichts mit dir zu tun.

      Du hast den Nagel wohl auf den Kopf getroffen (RW) !
      Sehr häufig "überhöre" ich einfach meinen inneren Drang nach Ruhe, um es anderen recht zu machen. Super duper altruistisch bin ich zwar nicht und habe eine gesunde Portion Egoismus, aber dennoch kommt es zu oft vor, dass ich mich für andere "übergehe".
      Es stimmt: andere Menschen, vor allem die Familie, müssten Verständnis haben, wenn ich mal nicht gleich parat bin.
      Das muss ich noch üben :-p Ich werde aber dran arbeiten!!!!


      Die Babysache ist garnicht so widersprüchlich :nod: Das hast du schon gut formuliert. Es gibt ja verschiedene Arten der Selbstaufgabe :d (das Wort habe ich jetzt mal extra etwas radikal gewählt).
      Als Mama hat man irgendwie automatisch den inneren Drang, sein "Junges" zu beschützen und unterstützen. Da steckt man dann seine eigenen Bedürfnisse irgendwie besser weg und schaltet in eine Art "Notprogramm" um, in dem man mehr Ressourcen besitzt. Wie eine Art Superkraft :lol: (ist nach der Geburt des Babys hormonell bedingt und verschwindet leider nach einigen Monaten wieder). Das ist dann anders, als sich für andere aufzuopfern. Aber immer noch anstrengend genug!
      Ohne diese "Superkraft", würde ich das alles garnicht so leicht wuppen!

      Aber es ist, wie du sagst, ein ständiges Abwägen: was ist mir gerade möglich, was geht gerade nicht so?!?! Vieles mache ich natürlich nur den Kindern zuliebe und muss dann innerlich etwas daran "knabbern" und die Situationen irgendwie aushalten (laute Kinderfeste, Schwimmbadbesuche, Elterabende {die gehen leider gaaaaaarnicht} usw.), aber ganz viele andere Dinge mache ich dann widerrum total gern, wie zum Beispiel Naturerlebnisse, Basteltage, gemeinsames Toben, mit Bauklötzen spielen...Diese Sachen mache ich super gern, weil ich innerlich selbst noch Kind bin und sie meiner Natur entsprechen.

      Und solange ich mich dann nach "Feierabend", wenn die Kinder im Bett sind, mit meinen SIs beschäftigen kann, ist die Welt eine gute :)
    • Eryniell wrote:

      Jedem einzelnen "Ausfall" der letzten 30 Jahre, ging ein neues Ereignis oder eine andere Form von Stress voraus!
      So ist es leider bei mir immer noch, und da ich noch viel später als Du meine Diagnose bekommen habe, arbeite ich immer noch daran, wie ich das verhindern oder abschwächen kann.

      In einem anderem Thread hatte ich dazu schon geschrieben, dass bei mir das schwierige daran ist, dass meine Reaktionen auch sehr von der Tagesverfassung, Gesamtbelastung, Menge an Schlaf etc. abhängen.

      Auch bei mir kommt die Reaktion immer zeitverzögert, so dass ich nicht mehr rechtzeitig reagieren kann.

      In Bezug auf Reizabschirmung versuche ich inzwischen einiges.

      Leider habe ich anscheinend noch keine wirklich gut praktikablen und wirksamen Stimming Methoden für mich gefunden. Das was ich kenne, was mir gut tut, versuche ich einzusetzen, aber es ist meist nicht wirksam genug um in solchen Fällen einen Overload zu verhindern.
      Immer wenn mir jemand sagt ich wäre nicht gesellschaftsfähig, werfe ich einen Blick auf die Gesellschaft und bin sehr erleichtert...... :d
    • Schneckentanz wrote:

      Eryniell wrote:

      Jedem einzelnen "Ausfall" der letzten 30 Jahre, ging ein neues Ereignis oder eine andere Form von Stress voraus!
      ....
      In einem anderem Thread hatte ich dazu schon geschrieben, dass bei mir das schwierige daran ist, dass meine Reaktionen auch sehr von der Tagesverfassung, Gesamtbelastung, Menge an Schlaf etc. abhängen.

      .....
      So geht es mir auch! An einem Tag kann mich umhauen, was an einem anderen Tag vielleicht nur ein bisschen Kopfschmerzen verursacht hätte.
      :nod:
    • Eryniell wrote:

      Meine Overloads kommen wirklich immer NACH der eigentlichen Belastungssituation und ich frage mich, wie man dem vorbeugen kann?!
      Kann es sein, dass Du Overload mit Reaktion auf den Overlaod verwechselst? Ein Overload ist eigentlich immer situativ. Du bist in der Schwimmhalle, es ist laut und DAS verursacht den Overload. Du bist dann während des Schwimmes schon überladen.
      Deine Migräne und anders, das dem folgt, ist die Reaktion Deines Nervensystems darauf.
      Migräne kenne ich selbst zur genüge. Ich weiß genau, wovon Du sprichst ;)

      Es ist wichtig, herauszufinden, was diese Overloads auslöst und genau diese Situationen dann entweder ganz zu vermeiden, oder abzuschwächen.
      Vielleicht hilft es Dir, wenn Du Dir mal eine Liste schreibst. Geh mal gedanklich durch, in welchen Situationen Dein Körper nach einem Overload einen "Reset" von Dir einfordert und wie sich das äußert.
      Dann kannst Du Dir die Auslöser anschauen und gezielt überlegen, wie Du damit umgehen könntest.

      Ganz vermeiden oder nur in großen Abständen
      Nur, wenn Du sicher bist, dass es Dir gut genug geht und Du genug Energie hast
      Andere darum bitten, für Dich einzuspringen, Dir etwas abzunehmen (falls es andere gibt, denn das ist ja auch immer so ein Thema, leider)
      Gehörschutz
      Sonnenbrille
      Andere Uhrzeit
      Selbe Aktion an einem anderen Ort
      Mit anderen Leuten
      Alleine

      usw..
    • Eryniell wrote:

      Wäre großartig, wenn ihr mal ein paar Tipps geben könntet, wie man derartiger Überforderung vorbeug
      ich bin Migränikerin ,
      mir hilft es, die Zahl der Attacken zu senken, wenn ich mich jeden Tag - Uhrzeit egal - 10 - 15 Minuten mit geschlossenen Augen ohne Geräusche hinlege.
      "Autismusdiagnose - Potius sero quam numquam.
      ( Lieber spät als nie.) "
      :irony: