Klopftherapie - hat jemand Erfahrungen damit?

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    • Ich denke, dass die Klopftherapie nicht nur 'auch' (neben den körperlichen Erkrankungen) psychische Probleme auflösen kann, sondern dass sie DIE Methodik ist, um wirklich an die Sachen ranzukommen. Wenn ich mir z. B. die diversen Traumatherapiekonzepte ansehe (zu denen es Arbeiten gibt, die aber in der Pradis kaum angeboten werden) halte ich die Klopftherapie für die Methode, dies das Potential hat, etwas aufzulösen, also eine Änderung herbeizuführen. Und das nicht nach 200 Stunden Therapie, sondern in in einem überschaubaren Umfang. Aber allein das weckt wohl den Anschein, dass es unseriös sein könnte.

      Falls jemand Literatur zur Klopftherapie aus wissenschaftlicher Sicht hat (also Evaluationen, Hinterfragung der Methode und Vergleich mit anderen Traumatherapiemethoden) bin ich interessiert. Das sprengt jetzt aber den Thread.

      Meint ihr, dass die Klopftherapie bei autistischen Symptomen helfen könnte? Für mich ist ein hichfunktioneller Autist ja immer noch ein Mensch und kein Roboter. Mögliche Klopfsessions könnten ja sowas abdecken wie "Reize, zu viele Menschen, Überblick verlieren" etc. Ich wäre neugierig, ob dann auch emotionale Themen hochkommen (sowas wie Wut auf den Lärm oder Wut auf die Hilflosigkeit) oder nichts hochkommt und sich auch keine damit verbundenen Emotionen auflösen ließen. Die Frage war natürlich auch, ob die Reizüberflutung z. B. dadurch wegginge, dass man die Wut auflöst. Das klingt für mich eher unwahrscheinlich. Nach der gängiges Definition von Autismus dürfte das eh nicht funktionieren, aber diese Definition halte ich eh für überholt.
    • FruchtigBunt wrote:

      Dann konntest du über das Klopfen wohl auch einen Zugang zum Gefühl Wut (weil dir die Schmerzen vielleicht einen schönen Teil deines Lebens verübelten?) aufdecken und auflösen?
      Vermutlich ja. Das ist mir damals aber nicht so bewusst geworden. Ich war einfach nur erstaunt und erleichtert, dass ich die Schmerzen endlich los war und habe da nicht tiefer drüber nachgedacht.
    • Kikilino wrote:

      Bei Menschen mit körperlichen Traumen (wie zB einem sexuellen) kann das Klopfen als unangenehm empfunden werden und dann sollte man auf dieses Gefühl hören
      Konntest du das sexuelle Trauma dann durch das Klopfen (in Eigenregie durchgeführt oder unter Anleitung?) auflösen? Interessant ist ja Vorschriften allem, ob es in der Praxis funktioniert. ;)
    • Heilpraktiker für Psychotherapie haben auch eine Ausbildung... oder mussten zumindest einen schriflichen Test bestehen.
      I could work hard to be normal, but I prefer to hold myself a higher standard. Ego lex sum.
    • Lex wrote:

      Heilpraktiker für Psychotherapie haben auch eine Ausbildung... oder mussten zumindest einen schriflichen Test bestehen.
      Ja. "Ausbildung" ist in dem Zusammenhang ein sehr dehnbarer Begriff. Ich mag aber nicht darüber diskutieren. Jeder muss für sich selbst entscheiden, bei welchen Behandlern er sich gut fühlt.
    • riesenmuffie wrote:

      Ich habe EMDR in der Therapie ausführlich gemacht und konnte damit ein Trauma komplett verarbeiten.
      Das mit dem Klopfen haben wir auch probiert, hat bei mir aber kaum Wirkung gezeigt.
      Ah, interessant. Über EMDR habe ich mich noch nicht so umfangreich informiert. Anfangs dachte ich da auch, dass einfach nur jemand mit dem Finger hin- und herzeigt und man dann hinterherguckt und dadurch soll sich das Trauma auflösen. Immerhin habe ich dann nach dem Lesen einiger Übersichtsartikel so viel verstanden, dass es vor allem wichtig ist, dass man in dem Moment eine Verknüpfung zu dem Thema herstellt, sonst kann man so viel hin - und hergucken, wie man will. Es ist also lange nicht so trivial, wie es auf den ersten Blick anmutet. Die Bewegungen scheinen also auch bei EMDR nur das Mittel zum Prozessieren zu sein.

      Ich fühle mich bei dem Gedanken, dass jemand vor meinen Augen hin- und herfuchtelt und ich da hinterhergucken muss, ziemlich schlecht. Das liegt wahrscheinlich daran, dass ich da nicht das Gefühl hätte, autonom agieren zu können, sondern es mich antriggern würde, wenn die Person mir vorgibt, was ich tun soll.
      Das mit dem Klopfen finde ich vor allem auch deshalb ansprechend, weil ich da das Gefühl habe, dass ich aktiv etwas bewirke (man klopft ja selbst) und dass mich kein Therapeut unter Druck setzt und mir Dinge vorgibt, die ich nicht tun will (so klang es jedenfalls im Buch an).

      Ich frage mich allgemein, warum diese Methoden nicht weiter verbreitet sind.
    • @FruchtigBunt: ich weiß nicht, wie Du darauf kommst, dass ich die Klopftechnik bezüglich eines sexuellen Traumas angewandt habe. Ist auch egal.
      Natürlich probiere ich alle Techniken die ich kennen lerne auch selbst und für mich war Klopftechnik (in diesem Augenblick) nichts. Der Akzeptanzpunkt allerdings hatte mir vor Jahre etwas gehofen. Aber ich bin nur ein Mensch von vielen und die Hoffnung, dass es etwas bringen wird kann eh nur aus dem Anwender selbst heraus kommen und vor allem aus dem Vertrauen zu sich selbst, dass man die passende Technik finden und annehmen kann und noch wichtiger die Stärke in sich trägt es zu bearbeiten. Ich habe schon von vielen Menschen direkt gehört und auch gelesen, dass es gut funktionierte bei ihrem speziellen Problem.

      Ich möchte in Zukunft (wie ja bereits geäußert) nicht mit Dir persönlich kommunizieren aus zwei Gründen: erstens scheint mein Schreibstil irgendetwas in Dir anzutriggern, sonst würdest Du nicht mit Agression reagieren und ich möchte Dich nicht triggern (ich weiß, was für scheiß Gefühle das sind). Zum anderen...trotz allem Verständnis...meine Art der Kommunikation gehört zu mir und ich möchte sie nicht ändern nur weil irgendjemand mir Fremdes sie nicht mag.
      Es würde also uns beiden nicht gut tun. :)

      Allgemein zu dem Thema: ich würde bei einem sexuellen Trauma immer empfehlen einen Therapeuten als Begleitung dabei zu haben und zweitens, eine Technik zu wählen, die so viel Distanz wie möglich zu den (möglichen) Ereignissen schafft. Zudem ist eine stabile Grundhaltung und ein gewisses Sicherheitsgefühl dafür wichtig um sich an ein derart schweres Thema zu wagen. Also sollten die kleineren Traumen oder 'Probleme' bearbeitet sein. Das Unterbewusste läßt eine Bearbeitung oftmals auch erst zu, wenn anderes bearbeitet ist...also schiebt von sich aus erst andere leichtere Themen nach oben.

      EMDR kann auch haptisch taktil erfolgen über ein Klopfen auf den Oberbeinen/Armen oder ein Gerät, das man in den Händen hält. Gerade stark visuell geprägte Menschen haben öfters Probleme mit der visuellen Erfassung der EMDR-Bewegungen da es zu einer Art Überbelastung kommen kann bzw. zu sehr ablenkt und die Gefühle so nicht aufmerksam wahrgenommen werden können. Da muss man halt ausprobieren, welche Art besser funktioniert. Auch bei EMDR ist ein Therapeut wichtig, der besonders stark auf Ressourcen achtet und den Großteil der Zeit für eine Stabilisierung einsetzt um ein schweres Trauma zu bearbeiten, da EMDR Erinnerungen auslösen kann für die man noch nicht bereit ist da es die Gehirnregionen antriggert und vernetzt.
      „Jenseits von richtig und falsch liegt ein Ort. Dort treffen wir uns.“
      Rumi
    • Kikilino wrote:

      sonst würdest Du nicht mit Agression reagieren
      Liebe Kikilino :)

      Ich bin nicht der Meinung, dass ich in meinem Beitrag mit Aggressionen reagiert habe.
      Du hast eine spezielle Klopftechnik für sexuell Traumatisierte beschrieben und es war für mich als Außenstehende, die den Thread mit der Frage eröffnet hat, wer welche Erfahrungen mit der Methode gemacht hat, nicht ersichtlich, welche Erfahrungen du damit gemacht hast bzw warum du diesen speziellen Hinweis gepostet hast. Deshalb habe ich nachgefragt.


      Kikilino wrote:

      ich würde bei einem sexuellen Trauma immer empfehlen
      Jetzt schon wieder. :o Ist das dein SI oder warum mischst du so oft dieses Thema in deine Beiträge?

      Mich interessiert an dem Thema Klopftherapie, welche praktischen Erfahrungen Menschen damit gemacht haben. Wenn du als angehende Therapeutin die Technik einmal ausprobiert hast, finde ich das keinen großen Erfahrungsschatz. Es verstärkt sich mein Eindruck, dass das hier eine Art therapeutisches Übungsfeld für dich sein könnte und das stößt mir auf. Aber aggressiv bin ich deshalb nicht oder erlebst du das so? (das eigene Erleben zu betiteln ist ja etwas anderes, als anderen Dinge zu unterstellen).

      The post was edited 5 times, last by FruchtigBunt ().

    • @FruchtigBunt: ich bezog mich auf Deine älteren Postings und Deine PN an mich nach denen ich ja bereits sagte, dass ein gegenseitiges Ignorieren hilfreich ist.

      Ich habe das Thema nicht rein gemischt, es war EIN Beispiel für eine körperliche Traumasituation um es zu veranschaulichen. Und ich empfand es als wichtigen Aspekt bei dieser Thematik vorsichtig vorzugehen (Therapeut etc) falls jemand das liest und sich selbst mit der Klopftherapie behandeln möchte. Das ist alles.

      Ja in gewisser Weide ist Psychologie und Therapie ein SI, aber auch mein Ausbildungberuf und mein Studienfeld tangiert es ebenfalls (Kunsttherapie). Wie bereits des öfteren erwähnt gibt es hier für mich kein Übungsfeld oder sonstwas. Ich unterhalte mich eben gerne über dieses Thema und höre gerne was andere so erlebten, denken etc. Und mich interessiert innerhalb dieses Bereiches halt alles.

      Wie gesagt, damit ist für mich die persönliche Konversation beendet.
      „Jenseits von richtig und falsch liegt ein Ort. Dort treffen wir uns.“
      Rumi