Psychotisches Erlebnis nach Medikamentencocktail

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    • Psychotisches Erlebnis nach Medikamentencocktail

      Cannabis und Autismus sind hier im Forum ja schon mal diskutiert worden.
      Zwischen MPH = Methylphenidat (z.B. Ritalin) und AS scheint es auch manche seltsame Wechselwirkung zu geben.

      Hat jemand schon mal von einer Psychose bei gleichzeitigem Konsum von Alkohol, Cannabis und MPH gehört oder gelesen oder kann mir Links dazu nennen?
      Wenn Wahlen etwas verändern würden, wären sie verboten :evil:
    • @Capricorn
      Du schreibst "Psychotisches Erlebnis..." wie lange dauerte dieses?
      Unter Cannabiseinfluss (speziell bei Überdosierung oder Substanzcocktails) kann es leicht zu einem psychotischen Erleben kommen, welches aber in der Regel mit Abklingen der Wirkung aufhört. (Meine Beobachtung bei verschiedenen Personen)
    • Capricorn wrote:

      Ich schätze die Dauer der "Episode" auf ca. 3 Std., danach rückwirkende Erinnerungslücke.
      Wenn das unter akuter Einwirkung war und nicht später, würde ich es aus meiner persönlichen Erfahrung direkt auf eine zu hohe Dosierung und / oder die Genetik der Pflanze zurückführen.
      Gerade viele Sativa lastige Hybriden haben die Tendenz Paranoia und wahnartige Zustände auszulösen / zu fördern (sofern du dazu veranlagt bist). Wenn das ein medizinischer Versuch war, dann bespreche das bitte mit deinem Arzt - eine andere Sorte mit höherem Indica Anteil in der Wirkung macht zwar anfangs generell müder, dafür ist sie "freundlicher" zum Kopf.
      Wenn du auf den hohen THC Gehalt nicht angewiesen bist, ich habe gute Erfahrung mit hohem CBD Anteil (THC / CBD Verhältnis etwa 1:1) gemacht. Die extrem Kopflastige und "schräge" Wirkung habe ich damit nicht, das CBD wirkt wohl dem THC entgegen und macht es besser verträglich.

      Solltest du wieder so ein Erleben unter dem Einfluss von Cannabis haben: halte dir immer vor Augen, dass dies eine Folge der akuten Wirkung ist und du weder verrückt wirst, noch einen bleibenden Schaden davon erleiden wirst. In ein paar Stunden wird der Peak vorbei sein und dir wird es ganz sicher besser gehen. Bis dahin ist ein ruhiger und gemütlicher Fleck auf dem Sofa - vielleicht in eine Decke eingerollt und mit einer dir angenehmen Musik - der beste Ort um diese Situation zu überstehen. Schaffst du es, dich besser zu fühlen und auf andere Gedanken zu kommen - dann lässt die psychotische Erfahrung erfahrungsgemäß schnell nach und vielleicht kannst du dann die kreativität-fördernden Seiten der Wirkung genießen.

      Die chemische Wirkung ist immer nur ein kleiner Teil der Erfahrung, das Meiste kommt aus dir. Daher bezeichne ich Cannabis für mich als eine verstärkende Substanz (anstatt dämpfend), sie machte mir schon oft deutlich was ich in der Flut der Eindrücke nicht erkennen konnte. Sie verdeutlicht durch Intensivierung. (eine subjektive auf meiner Erfahrung basierende Deutung)

      Du musst dir immer bewusst sein, dass Cannabis nicht Cannabis und schon überhaupt nicht nur Grünzeug mit THC ist. Jede Kreuzung hat spezifische Eigenschaften, Wirkstoffzusammensetzungen und damit eine eigene spezielle Wirkung. Selbst die Unterscheidung zwischen Sativa und Indica (lastigen) Hybriden gibt nur eine grobe Richtung vor, mehr nicht.
      Gerade wenn jemand etwas sensibler in seiner Wahrnehmung ist und stärker differenziert wird er für sich enorme Unterschiede ausmachen können.
      Einige der Nebenwirkungen sind tolerierbar und lassen während der Eingewöhnung nach, andere wie eben die psychischen sind ein Grund die Finger von dieser Sorte zu lassen. (oder sie therapeutisch begleitend zu nutzen, mit dem richtigen Psychologen)

      Was während der Eingewöhnung auf eine Dosierung und Sorte sehr stark nachlässt und meiner Erfahrung nach fast komplett verschwindet, ist die "stonedheit", das "bekifft" sein.
      Die meisten Dauerkiffer würden dann anfangen und maulen, dass sie mal wieder ein anderes Gras wollen, weil sie darauf "eingeraucht" sind und es nicht mehr "knallt".
      Das ist auch der Grund warum und wann du dann mit Cannabis auf Rezept wieder Auto fahren darfst - ohne, dass dir die Führerscheinstelle ärger macht (trotzdem mit dem Arzt absprechen)
    • kitescreech wrote:

      Der ICD 10 spricht von psychotischen Episoden.
      Danke für die Korrektur.
      Wo genau ist da der Unterschied in der Hausnummer?

      https://www.psgn.ch/diagnosen/psychosen-schizophrenie/psychotische-episode.html wrote:

      Eine Psychotische Episode oder Psychose ist eine schwerwiegende seelische Erkrankung, bei der die Betroffenen den Bezug zur Wirklichkeit verlieren. Typische Symptome sind Denk- und Wahrnehmungsstörungen, Wahnvorstellungen und eine veränderte Gefühlswelt.

      https://www.pukzh.ch/default/assets/File/ZEN/Informationsblatt_1_Was%20ist%20eine%20Psychose.pdf wrote:

      Das Wort Psychose wird verwendet, um Zustände zu beschreiben,die durch eine vorübergehende Veränderung im Erleben der Realitätgekennzeichnet sind. Das Denken, Wollen, Fühlen und Handelnsind eigenartig verändert. Eine Person, die solche Veränderungenerlebt, hat eine psychotische Episode.
    • Hutmacher wrote:

      Solltest du wieder so ein Erleben unter dem Einfluss von Cannabis haben: halte dir immer vor Augen, dass dies eine Folge der akuten Wirkung ist und du weder verrückt wirst, noch einen bleibenden Schaden davon erleiden wirst. In ein paar Stunden wird der Peak vorbei sein und dir wird es ganz sicher besser gehen. Bis dahin ist ein ruhiger und gemütlicher Fleck auf dem Sofa - vielleicht in eine Decke eingerollt und mit einer dir angenehmen Musik - der beste Ort um diese Situation zu überstehen. Schaffst du es, dich besser zu fühlen und auf andere Gedanken zu kommen - dann lässt die psychotische Erfahrung erfahrungsgemäß schnell nach und vielleicht kannst du dann die kreativität-fördernden Seiten der Wirkung genießen
      Erst mal Danke für die vielen Infos und besonders für die etwas tröstenden Worte im Zitat!

      Was mich immer noch beschäftigt: Die Erinnerungslücke von wenigstens einer guten Stunde (oder 2 ?) dabei.
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    • Capricorn wrote:

      Hat jemand schon mal von einer Psychose bei gleichzeitigem Konsum von Alkohol, Cannabis und MPH gehört oder gelesen oder kann mir Links dazu nennen?
      Ich finde dabei relevant in welchen Dosen was konsumiert wurde.
      Das ist auf jeden Fall von Bedeutung.
      Auch finde ich relevant, ob eine der drei Drogen eher vergleichsweise neu hinzukam.
      Wenn jemand Cannabis vereinzelt oder quasi noch nie konsumiert hat, dann können die Wirkungen manchmal sehr extrem sein.
      Manchmal so extrem, dass derjenige nicht gewillt ist derartige Experimente jemals zu wiederholen.

      Wenn jemand MPH als tägliche Medikation nimmt, dann ist es etwas anderes als wenn jemand MPH zum ersten Mal nimmt.
      Wenn jemand MPH täglich nimmt und plötzlich mal Alkohol und Gras/Hasch dazukommt, dann ist das schon auch eine Ausnahmesituation.

      Ich frage mich, ob das "psychotische Erleben" (Threadtitel) oder die Psychose (Eingangsposting) überhaupt die zutreffende Bezeichnung ist?
      Vielleicht ist es auch eine Beschreibung für einen Ausnahmezustand, den man hochgradig unangenehm empfand und neuartig war?

      Meines Wissens bewirkt Alkohol und MPH zum Beispiel, dass es zu einer Metabolisierung in der Leber kommt und dann EPH (Etyhlphenidat) als wirksamer Metabolit sein "Unwesen" treibt.
      Über diese Substanz lassen sich nicht so viele Informationen finden und ich weiß spontan auch nicht, ob diese Substanz stärker in der Dopamin-Wiederaufnahme wirkt und/oder ob diese Substanz gar die Ausschüttung von Dopamin (evtl. auch Noradrenalin etc.) erhöht.
      Auf jeden Fall wäre MPH eine Substanz, die eine bedeutsame Nähe zu Stimulanzien hat und dort sind Psychosen schon allseits bekannt, wenn auch vermutlich eher bei exzessivem Missbrauch.
      Man denke auch daran, dass diese Stimulanzien in gewisser Hinsicht ein "Gegenspieler" der Neuroleptika sind.

      Anderseits ist Alkohol und Cannabis zugleich schon etwas, was Menschen sehr herausfordern kann.
      Wenn jemand mit Cannabis nicht wirklich vertraut ist, dann sind extreme bis extremste Wirkungen möglich, erst recht in Kombination mit Alkohol.
      Das kann durchaus ein einprägendes Too-Much-Erlebnis sein.
      In Kombination mit MPH, das wäre dann eine Kombination, die nochmals extremer sein könnte.
      Anderseits sind Stimulanzien aber ab einer gewissen Dosis imstande sämtliche Wirkungen zu unterdrücken - auch Alkohol und Cannabis zugleich!

      Weiter oben las ich davon, dass es zu einer Erinnerungslücke kam.
      Das spricht imo eher für Alkohol.
      Denn Alkohol ist ähnlich wie Benzodiazepine imstande solche narkotischen Momente zu erzeugen.
      MPH wirkt solchen Zuständen eher entgegen, aber auch Cannabis ist keine Substanz, wo so etwas charakteristisch wäre.

      Bei der Auslösung einer Psychose würde ich in erster Linie an MPH denken, gefolgt von Cannabis, gefolgt von Alkohol.
      In letters of gold on a snow white kite I will write "I love you"
      And send it soaring high above you for all to read
    • Danke für die Ausführungen, @Hyperakusis - ich weiß wirklich nicht, wie ich diesen Erregungszustand(?) nennen soll. Am ehesten eine dissoziative Episode. Aber die Amnesie passt wieder auf das Schlafwandeln, das früher vorkam.
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    • Ich dachte zuerst, das "C" in ICD stünde für "Catalogue".

      Jetzt weiß ich, dass das C für "Classification" steht. Im Deutschen demnach "Klassifikation, die" = die ICD 10 /11/ 12......
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