Gegenstände und Menschen nicht wahrnehmen, wenn sie sich am "falschen" Platz befinden?

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    • ebi89 wrote:

      das klingt echt spannend! Ich bin neugierig:
      Du hast das direkte Verschwinden von Objekten direkt in Deinem Sichtfeld lebenslang?
      Ich werde dich wahrscheinlich enttäuschen. Bei mir veschwinden keine Objekte aus meinem Sichtfeld. Das klingt ja fast nach Science Fiction. Ich meine, dass ich ganz einfach manchmal Dinge nicht sehe, obwohl sie quasi "vor meiner Nase" liegen. Kann sein, dass das mit Stress zu tun hat. Kann sein, dass bei ziellosem Suchen die Fokussierung nicht klappt. Es hilft nämlich, wenn ich gezielt mit Überlegen und systematisch an die Sache herangehe. Das Nutella-Glas muss eigentlich im oberen Fach sein - stimmt, da ist es ja auch - wieso hab ich das vorher nicht gesehen?
      Es gibt so viele Menschen, die darauf brennen zu sprechen. All dieses Gerede ist der Welt kaum von Nutzen. (Mahatma Gandhi, Mein Leben)
    • FrankMatz wrote:

      Könnte es sein, dass das Bild in unserem Bewusstsein nicht haargenau gleich mit dem gesuchten Gegenstand ist? Sprich: Der Kohlrabi in meinem Kopf sieht irgendwie anders aus als der im Kühlschrank, und dann seh ich ihn nicht?
      Möglich. Wenn es auch noch etwas ist, dass man nicht regelmäßig sieht, erhöht das die Wahrscheinlichkeit, dass man das Gesuchte nicht findet.

      Mit Menschen ist es unterschiedlich bei mir. Als ich mal eine Kollegin in der Freizeit in einem Geschäft antraf, war mein Gehirn so überfordert, dass ich nicht wusste, wie sie heißt. Erkannt habe ich sie aber.
      Leute, die ich seltener sehe, da denke ich dann: ist das der oder die? Ich bin mir dann nicht sicher.

      Jemanden irgendwo zu treffen, wo sehr viele Menschen rundherum sind, ist extrem stressig für mich. Ich gucke mir die Augen aus, weil ich Angst habe, die Person nicht zu erkennen. Ich scanne jedes Gesicht ab, das passen könnte, am Ende erkenne ich die Person aber fast immer sofort am Gang oder anderen Merkmalen.
    • Hallo "Lefty",

      Dein Beitrag hat mich angesprochen:

      Lefty wrote:

      Jemanden irgendwo zu treffen, wo sehr viele Menschen rundherum sind, ist extrem stressig für mich. Ich gucke mir die Augen aus, weil ich Angst habe, die Person nicht zu erkennen. Ich scanne jedes Gesicht ab, das passen könnte, am Ende erkenne ich die Person aber fast immer sofort am Gang oder anderen Merkmalen.
      Diesen Umstand kenne ich auch. Es ist bei mir so, dass ich Menschen eben nicht gut sehen kann, wenn sie diese Merkmale nicht haben. Wobei das Wort "sehen" gefällt mir nicht gut, weil es nicht eindeutig beschreibt was ich meine.

      D.h.: Also ich erfasse sie. Ich nehme sie wahr. Ich kann mit ihnen reden. Und dennoch erscheinen sie mir bedeutungsneutral. Ich sage dann immer: "Ich kann sie nicht gut sehen".
      Alle meine Freunde und (Ex-)Partners sind sehr auffällige Menschen. Das erleichtert mir das "Sehen-können" enorm.

      Ferner habe ich auch bemerkt, dass ich wesentlich entspannter werde, wenn jemand sehr auffällig ist (zum Beispiel: bunte Haare; Irokese; verrückte Klamotten; usw.). Ich merke eine richtiggehende Relaxation in meinem ganzen Körper, so ein ablassendes Spannungsempfinden, wenn ich eine sehr auffällige Person in meiner Nähe habe.

      Zusätzlich habe ich erlebt, dass meine Arbeitsleistung deutlich nach oben geht, wenn so eine (freundliche!) extrem auffällige Person in meiner Nähe ist. Ich führe das darauf zurück, dass ich eben wie eingangs geschildert entspannter werde. Ein interessantes Phänomen

      LG,
      Ebi
    • Lefty wrote:

      Nun hab ich doch mal wieder ein Thema, das mich beschäftigt und wo ich gern wissen möchte, ob andere hier das so von sich kennen und es dem Autismus zuschreiben würden.
      Ich denke nicht, dass es immer gleich etwas mit Austismus oder anderen Einschränkungen zu tun hat. Kenne das auch von Leuten, die bisher eher als NT gelten als alles andere.

      Lefty wrote:

      Ich nehme oft Dinge nicht wahr, wenn sie am "falschen" Platz stehen. Beispiel: ich will einen Gegenstand nehmen, der sich immer an derselben Stelle befindet und diesmal ist der Gegenstand aber nicht da. Ich gucke dann in der näheren Umgebung und finde ihn nicht. Dann kommt jemand und zeigt ihn mir und er befindet sich beispielsweise 20 Zentimeter neben der üblichen Stelle! Mein Gehirn scheint ihn ausgeblendet zu haben, weil seiner Kenntnis nach der Gegendstand eben hierhin und nicht dorthin gehört!
      Ich habe dieses Phänomen jedoch leider auch. :oops:
      Ich gucke schon extrem genau und auch Sektor für Sektor und wenn ich es dann immer noch nicht finde, ändere ich auch die Richtung von wo ich anfange danach zu suchen (Bsp.: Statt von links oben nach rechts unten, dann von rechts unten nach links oben).
      Dennoch finde ich es nicht immer dann. Entweder hole ich dann wen der gucken soll, oder ich vergesse um es und finde es später aus Zufall. :o :d :frown:

      Lefty wrote:

      Das Gleiche kann mir sogar mit Menschen passieren, dass ich jemanden zwar visuell erfasse, aber nicht bewusst als die Person, die sie ist, wahrnehme, weil ich mit der Anwesenheit dieser Person an der betreffenden Stelle nicht rechne.
      Kenne ich leider auch, hat eventuell aber auch bei mir damit zu tun das ich mir Gesichter und Personen (sowie Namen 8o ) extrem schlecht merken kann. Habe sogar mal unseren ehemaligen Gruppenführer (Feuerwehr) vom Hof gejagt, weil ich ihn nicht erkannt habe. :o :lol:
      Öfters realisiere ich später erst, wer die Person war. Meist merke ich es nicht und werde dann später angesprochen oder über dritte angesprochen.


      Lefty wrote:

      Auf der anderen Seite gibt es dann Veränderungen, die mich regelrecht anspringen, die ich nicht ausblenden kann, und dann überkommt mich meist ein Gefühl von Panik.
      Das Wort "wahrnehmen", fällt mir soeben auf, ist übrigens sehr passend in diesem Kontext - wenn ich etwas nicht wahrnehme - dann nehme ich es als "nicht wahr" an - ich erkenne nicht an, dass es wahr ist.
      Das geht mir vor allem so, wenn Dinge nicht dort sind wo sie hingehören oder Dinge nicht so gemacht sind wie ich es brauche/tue. Das ist dann extrem lästig und auch sehr merkwürdig vom "Gefühl" her.
      Grüße aus der Pegasus Galaxie. :)
    • Meine Mutter sagte mir, es wäre ein Sandwich im Kühlschrank. Am Morgen schaute ich dann rein und suchte es, aber es war nicht da. Ich ging dann halt ohne Sandwich aus dem Haus.

      Am Abend fragte sie mich, weshalb ich es nicht mitgenommen habe. Anscheinend war es eben dich da, aber irgendwie hinter einem Joghurt oder Gurkenglas.
      :roll:
    • Häufig nehme ich Dinge dann nicht wahr, wenn ich nicht gezielt danach suche bzw. wenn ich davon ausgehe, dass sie nicht dort sind, sprich: gar nicht auf die Idee komme, dass sie sich dort befinden könnten.

      Etwas nicht zu sehen, weil etwas anderes davorsteht, ist etwas völlig anderes! Da hat wer nicht gut genug gesucht. Passiert.


      Heute kam ich nach haus, blickte in den einen Raum und merkte irgendwas ist anders. Ich sollte raten was es ist. Der Raum war aber fast leer. Ich gucke und gucke und gucke und... - Irgendwann wurde dann klar, dass die Lampe an der Decke repariert worden war und dadurch das Licht sich geändert hatte und es dadurch anders aussah. War mir nicht eher aufgegangen, da ich nur auf den Boden und an die Wände geschaut hatte und nicht nach oben an die Decke...
      I could work hard to be normal, but I prefer to hold myself a higher standard. Ego lex sum.
    • Und bekomme dann jedes Mal sowas zu hören in der Art wie: "Das KANNST du doch gar nicht übersehen haben, das war direkt vor deiner Nase!" oder denke es von mir selber, sobald es mir klar wird.
      I could work hard to be normal, but I prefer to hold myself a higher standard. Ego lex sum.