IQ-Test zusätzlich zur Diagnostik

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    • IQ-Test zusätzlich zur Diagnostik

      Wie sinnvoll schätzt ihr persönlich einen IQ-Test zusätzlich zur Diagnostik ein? Hat euch die Info über euren IQ (oder die unterschiedlichen Intelligenzverteilungen) im Umgang mit einer Autismus-Diagnose geholfen?

      Ich habe auch schon im Forum quergelesen um mich zu informieren, inwieweit eine mögliche Hochbegabung Autismus und den Umgang damit beeinflusst..

      Hintergrund: Ich überlege vor der Diagnostik (hallo Wartezeit) einen IQ-Test zu machen, um Hochbegabung ein- oder auszuschließen, bin mir aber unsicher, ob das wirklich für mich hilfreich ist.
    • Ich denke, die meisten Diagnostiker machen einen IQ-Test, wenn sie ihn im Einzelfall für sinnvoll halten. Bei manchen heißt das dann: praktisch immer, bei anderen nicht. Und wenn, dann machen sie ihn, weil er bei der Diagnose hilft, insbesondere wegen des Problems, dass i.d.R. mit der Intelligenz auch die Kompensationsfähigkeit steigt. Ob es für Dich hilfreich ist, ist eine ganz andere Frage, die ich nicht an der Diagnostik festmachen würde.
    • @HCS @Inanna

      Ich mache mir gerade noch überhaupt keine Gedanken über die Diagnostik, also ob mein (unbekannter) IQ eventuell hinderlich sein könnte. Ich habe sogar im Moment das Gefühl, dass ich nicht sehr stark kompensiere. Wenn dann kein Autismus rauskommt, umso besser.

      Ich glaube, mich persönlich interessiert vor allem, ob mein IQ einen Teil meiner "Absonderlichkeit" erklärt oder neue Blickwinkel darauf eröffnet. Ich weiß noch nicht so genau, was ich mit diesem Thread "bezwecke". Aber die Diagnostik ist noch zu weit weg um über sie zu grübeln :d
    • HCS wrote:

      Ich denke, die meisten Diagnostiker machen einen IQ-Test, wenn sie ihn im Einzelfall für sinnvoll halten. Bei manchen heißt das dann: praktisch immer, bei anderen nicht. Und wenn, dann machen sie ihn, weil er bei der Diagnose hilft, insbesondere wegen des Problems, dass i.d.R. mit der Intelligenz auch die Kompensationsfähigkeit steigt. Ob es für Dich hilfreich ist, ist eine ganz andere Frage, die ich nicht an der Diagnostik festmachen würde.
      Das beschreibt es m. M. nach sehr treffend.

      Mugwump wrote:

      Ich glaube, mich persönlich interessiert vor allem, ob mein IQ einen Teil meiner "Absonderlichkeit" erklärt oder neue Blickwinkel darauf eröffnet.
      Das ist - denke ich - verständlich.
      Wenn es dir möglich ist, würde ich es an deiner Stelle mit deinem Arzt/Psychiater/Therapeuten besprechen. Oder eben so lange warten, bis die Diagnostik beginnt, und es dann ansprechen.

      Vielleicht hilft dir die Sichtweise eines Menschen, der dich gut kennt, ebenfalls weiter.
      Wenn Wahlen etwas verändern würden, wären sie verboten :evil:
    • Ein IQ-Test wird, soweit ich weiß, hauptsächlich zur Abgrenzung einer geistigen Behinderung gemacht. Bei hichfunktionellen Autisten wird das eher nicht zutreffen.
      Ich halte einen solchen Test dennoch für aufschlussreich. Die Gründe diskutiere ich nicht, weil es mir reicht, zu sehen, wie im anderen Thread über Hochbegabung die User übereinander 'herfallen'.

      In Hinblick auf die Kompensationsfähigkeiten könnte ein hoher IQ auch Hinweise geben, das stimmt.

      The post was edited 1 time, last by FruchtigBunt ().

    • Als IQ-Test wird für gewöhnlich der Wechsler-IQ-Test verwendet, der bei Autisten auffällige Werte zeigt, da besteht dann nämlich eine deutliche Differenz zwischen den Ergebnissen des Verbal- und des Handlungsteils. Bei Nichtautisten sind sich die Werte ähnlich, bei Autisten nicht. Bei mir besteht da eine Differenz von 32 Punkten. Der IQ-Test dient also nicht nur der Feststellung des IQ (obwohl der im Brief natürlich auch genannt wird).
      Keiner ist so verrückt, dass er nicht einen noch Verrückteren findet, der ihn versteht.
      (Friedrich Nietzsche)
    • Ich hab tatsächlich auch um die „Wartezeit zu überbrücken“ und nicht „untätig abzuwarten“ den IQ Test bei Mensa gemacht. Wichtig dabei ist du sitzt mit einigen Menschen im Raum und die Bedingungen sind nicht unbedingt „Autisten“-freundlich.
      Wie der Diagnostiker das findet kann ich dir erst in 2 Wochen sagen.
    • So wie Palinurus das beschreibt, kenne ich es auch als ein "Puzzleteil" in der Diagnostik:
      ein inhomogener Inteligenztest kann ein wichtiger Hinweis auf eine ASS (und da speziell dem Asperger Syndrom) sein.
      Laut einiger Studien haben Asperger-Autisten anscheinend oftmals einen höheren Verbal- als Handlungs-IQ.
      Bei meinem Kind ergab der Test ein Leistungsprofil mit einerseits überdurchschnittlichen Werten in drei Teilbereichen (u.a. Sprachverständnis, logisches Denken) und andererseits einem aufällig unterdurchschnittlichem Wert im Bereich der Verabeitungsgeschwindigkeit.
    • wenn man sich im Bereich "F" diagnostizieren lässt, liegt es nahe, einen IQ-Test auch zu verwenden. Denn der Wert dient der Abgrenzung verschiedener F-Diagnosen.
      ZB muss man 85 erreichen, um HFA oder Asperger diagnostiziert zu bekommen.

      Einen IQ-Test, um die Wartezeit zu überbrücken, halte ich da nicht für zielführend, denn den macht ja nicht der Diagnostiker.
    • shnoing wrote:

      Einen IQ-Test, um die Wartezeit zu überbrücken, halte ich da nicht für zielführend, denn den macht ja nicht der Diagnostiker.
      sehe ich auch so. Und dieser wird eben gemacht um eine geistige Behinderung auszuschließen, je nach Bildungsgrad kann man das allerdings auch ohne IQ Test annehmen, dass keine geistige Behinderung vorliegt.
    • shnoing wrote:

      Einen IQ-Test, um die Wartezeit zu überbrücken, halte ich da nicht für zielführend, denn den macht ja nicht der Diagnostiker.

      Ich habe das mit Absicht in Anführungszeichen gesetzt. Ich gehe davon aus, dass der Diagnostiker noch einen machen wird wenn er das für nötig hält. Ehrlich gesagt würde ich sogar gerne nochmal einen Test bei der Diagnostik machen, mir hat das schon Spaß gemacht.

      Ich habe das lediglich aus dem Grund gemacht, dass es mir das Gefühl gegeben hat etwas zu tun. Ich persönlich habe danach etwas mehr Ruhe verspürt und hatte einfach das Gefühl gehabt "alles getan zu haben was in meiner Macht steht", und für den ruhigeren Schlaf und das ruhigere Wesen waren es mir die 60 Euro definitiv wert.
    • @Mugwump gebracht hat es mir ausser ruhigerm Gesamtzustand nicht wirklich etwas. Ich habe das bestätigt bekommen, was ich vorher ja schon vermutet hatte.
      Ich persönlich habe das Ergebnis mit mir nahstehenden Menschen geteilt, dass würde ich wohl nicht mehr machen. Diese fühlen sich nun noch häufiger von mir für dumm verkauft.
      Es hat ein bisschen meinen persönlichen Werdegang erklärt, abei bei mir auch zu etwas Unzufriedenheit geführt da ich nun das Gefühl habe "hinter meinem Potenzial zu bleiben".
      Ich denke aber weitere Erkenntnisse im Rahmen der Diagnostik werden dass hoffentlich ins richtige Licht rücken.
    • crocodylia wrote:

      So wie Palinurus das beschreibt, kenne ich es auch als ein "Puzzleteil" in der Diagnostik:
      ein inhomogener Inteligenztest kann ein wichtiger Hinweis auf eine ASS (und da speziell dem Asperger Syndrom) sein.
      Gilt das auch für den Mensa Test?
      Ich wurde von meinen Eltern als Teenager da mal hingeschickt.

      Den Logikbereich (Zahlenreihen, Textaufgaben, etc.) konnte ich sehr gut, Gedächtnis eher mäßig und viele Aufgaben zum räumliches Denkvermögen fand ich unlösbar. Insgesamt kam dann ca. 120 raus.
      Ist sowas auch ein potentielles AS-Indiz oder sind da erhebliche Diskrepanzen normal?
    • @Shaluna der Mensa Test ist deutlich weniger differenziert als der HAWIK zum Beispiel (zumindest meiner Meinung nach).
      Und ein ausführlicher persönlicher IQ Test kann auch viel über die Reizverarbeitung und Motorik und Denken verraten finde ich zumindest habe ich Mal einen als Kind gemacht und das Gutachten trifft da gut zu und es wird darin bei mir auch erklärt, welche Faktoren vermutlich zu welchen Teilergebnissen geführt haben.
    • Bei mir wurde im Rahmen der Diagnostik kein IQ-Test gemacht. Wenn einer gemacht worden wäre, hätte ich den genauen Wert nicht wissen wollen - ich sehe darin nichts nützliches, stattdessen nur Gefahren. Wenn er niedrig ist, kann man sich leicht minderwertig fühlen, wenn er hoch ist, kann man nicht nur leicht überheblich werden, sondern sich auch auf seiner vermeintlichen Intelligenz ausruhen und dadurch Ansporn verlieren, sich weiterzuentwickeln. Im besten Falle würde ich mich wohl bloß durchschnittlich fühlen, muss ich auch nicht haben :)
    • Manchmal wird ein IQ Test gemacht, auch wenn schon einer vorliegt, weil sie entweder einen anderen machen möchten oder dem vorherigen vielleicht nicht vertrauen. Bei mir wurde im Rahmen der Diagnostik der HAWIE gemacht, ich fand es nicht schlecht, denn dort erkennt man Stärken und Schwächen ganz gut, die mir vorher auch nicht unbedingt so bewusst waren.

      Etwas später nahm ich an einer Studie in einer anderen Stadt teil, dort wurde auch noch einmal ein Test gemacht, obwohl der HAWIE nur 2 Jahre her war. Auf Nachfrage, warum ich nochmal einen Test machen soll, wenn es doch recht neue Ergebnisse gibt, wurde mir gesagt, sie möchten das selber machen und nicht auf fremde Ergebnisse setzen (oder so ähnlich). Sie machten allerdings nicht den HAWIE, sondern einen Kurztest, Culture Fair nur mit Matrizen.

      Als Kind machte ich auch schon mal einen Test. Die Ergebnisse waren dann doch bisschen unterschiedlich. Beim Culture Fair Test war das Ergebnis deutlich höher (+17) als beim Matrizen Teil des HAWIE. Da stellt sich halt auch wieder die Frage, welcher Test wie zuverlässig ist. Bei einem weiteren Test eines anderen Anbieters kämen wahrscheinlich wieder total andere Ergebnisse heraus.

      Bei der Diagnostik als auch bei der Studie wurde beide Male auch der Mehrfachwortschatztest gemacht. Beim ersten Mal durfte ich nicht raten, sondern nur dann Worte anstreichen, wenn ich mir ganz sicher bin. Beim zweiten Test bei der Studie hingegen fragte ich nach und erhielt die Auskunft, man dürfe auch raten, was am Ende dann auch einen sichtbaren Einfluß auf das Ergebnis hatte.

      Zum Herausfinden von einem Stärken-Schwächen-Profil mögen die Tests durchaus hilfreich sein, aber ich zweifle nach den eigenen Erfahrungen, ob damit wirlklich der IQ gemessen werden kan, falls dieser überhaupt messbar sein sollte. Es hängt ja nicht nur vom Test, sondern auch von der Art der Durchführung ab, s. Wortschatztest.

      The post was edited 3 times, last by Ally ().

    • Ich habe selbst einen IQ-Test gemacht in der Hoffnung, später beim Diagnoseverfahren keinen mehr machen zu müssen (Hallo Leistungsdruck und Versagensangst). Mal sehen, ob denen so ein olles Ding von der Süddeutschen Zeitung reichen wird oder ich mich dem Test entziehen kann, wenn es ihnen nicht reicht.