Stimmungstief am Wochenende

    This site uses cookies. By continuing to browse this site, you are agreeing to our Cookie Policy.

    • Stimmungstief am Wochenende

      Hallo,

      schon vor meiner Diagnose ist mir aufgefallen, dass meine Stimmung sich - im Vergleich zu anderen Menschen - am Freitag zum Wochenende verschlechtert.
      Das hat zum einen glaube ich damit zu tun, dass meine Struktur, die ich durch den Job habe, weg ist.
      Zum anderen aber auch damit, dass ich im Privatleben ziemlich isoliert bin.
      (Aber da es mir freitags auch in der Zeit, als ich mal eine Beziehung hatte, erst einmal schlechter ging, liegt es nicht nur an fehlenden Kontakten.)

      Kennt das jemand von euch? Was habt ihr dagegen gemacht? Habt ihr einen Plan für das Wochenende, der möglichst gleich aussieht? Und hilft das dann? Weil eine Veränderung ist es zum Job ja trotzdem und außerdem kostet es mich viel Überwindung private Dinge zu unternehmen. Sie sind ja nicht "notwendig" und durch die jahrelang angehäuften negativen Erfahrungen ist es nicht einfacher geworden...
    • Ich freue mich in der Regel auf das Wochenende und ich habe keine regelmäßigen Stimmungstiefs.

      Manchmal habe ich aber doch Stimmungstiefs, ich denke, dass hat unterschiedliche Ursachen: Wie bei dir, manchmal ist es die soziale Isolation. Aber auch die fehlende Struktur reißt mich manchmal runter, ich bin manchmal nicht in der Lage, mich selber "sinnvoll" zu beschäftigen und durchlebe den Tag irgendwie und bin dann zunehmend unzufriedener.

      Ich denke, man sollte erstmal Ursachenforschung betreiben, je nach Ursache können unterschiedliche Gegenmaßnahmen hilfreich sein.

      Soziale Isolation kann ich abfedern, indem ich mich beschäftige mit meinem Spezialinteresse, das führt auch dazu, dass ich die Wohnung verlassen muss, um Pflanzen zu suchen, die ich dann bestimmen und fotografieren kann. Eine Beschäftigung mit mein Spezialinteresse empfinde ich auch dann als sinnvoll und den Tag erlebe ich als erfüllt, weil ich etwas Neues entdeckt oder gelernt habe in meinem Spezialinteresse.

      Soziale Kontakte herzustellen finde ich schwierig, aber über das Spezialinteresse fällt es mir noch am leichtesten, bei mir sind das Wanderungen mit Botanik-oder Naturschutzverbänden. Das möchte ich dieses Jahr verstärkt umsetzen.

      Ja und Struktur stelle ich auch her, indem ich mir konkrete Reiseziele / Unternehmensziele für ein Wochenende vornehme und da dann auch hinfahre. Oftmals fällt es mir schwer, zu starten, ich muss mich dann regelrecht dazu zwingen, wenn ich dann aber vor Ort bin (irgendwo in Brandenburg auf einer interessanten Wiese), geht es mir gut, aber der erste Schritt ist halt schwierig.

      Negative Erfahrungen habe ich dabei bisher nicht gehabt, außer ich habe mich mal verlaufen oder meine Kräfte überschätzt, aber dem kann man durch genaue Planung und Recherche begegnen.

      Immer die gleiche Struktur am Wochenende fände ich langweilig, aber vielleicht hilft dir das, vielleicht musst du das ein oder andere nach der Ursachenforschung mal ausprobieren.
      diagn.
    • Ich freue mich aufs Wochenende. Dann kann ich endlich das machen, was ich will. Oder einfach nur "nichts".
      Wenn es die Struktur ist, die Dir fehlt - dann schaffe Dir doch einfach Eine und halte sie auch konsequent sein. Das kann ja auch ein regelmäßiges Aspie-Treffen sein, dann ist auch gleich das Problem mit der sozialen Isolation gelöst. :)
      _,.-o~^°´`°^~o-.,_Ich ess Blumen...,.-o~^°´`°^~o-.,_
      Im Übrigen bin ich der Meinung, dass das Teilnehmer-Limit von Privatkonversationen verdoppelt werden sollte.
    • Früher hab ich mich auf's Wochenende immer gefreut, aber dann kam eine Zeit, wo ich auch regelmäßig Sonntags in ein Tief gefallen bin. Was die Ursache war, weiß ich nicht genau. Ich bin dagegen angegangen, indem ich angefangen habe, am Sonntag immer einen Spaziergang zu machen. Das hat schon ein bisschen Struktur gegeben, und durch das Rausgehen hat sich auch die Stimmung verbessert.
      Seit einiger Zeit gehe ich jetzt am Sonntag immer zu einem Spielenachmittag. Da dachte ich anfangs, das ist bloß Stress, denn ich habe schon einen anderen Spieleabend und hatte den Sonntag eigentlich immer für mich allein.
      Aber ich habe dann gemerkt, das macht doch Spaß. Der Zeitaufwand ist mit 2 Stunden am Nachmittag auch überschaubar.
      Ich habe beschlossen, den Spaziergang auf den Samstag zu verlegen, so habe ich am Sonntag keinen Stress, zwei Sachen machen zu müssen, und habe am Samstag auch noch eine Aktivität.
      Ich mag es, wenn jedes Wochenende gleich verläuft. Aber ich glaube, die Möglichkeit, Leute zu treffen, ist schon auch wichtig. Es müssen halt die richtigen Leute und eine passende Beschäftigung sein.

      Wenn man gerne Sport macht, wäre es auch denkbar, sich Leute in der Nachbarschaft für gemeinsames Walken, Joggen oä. zu suchen. Über's Internet gibt es Möglichkeiten, Leute zu finden und Kontakt aufzunehmen, verschiedene Portale.
      Alles wird galaktisch gut.
    • Ich mag das Wochenende auch nicht so richtig. Allerdings mag ich es nur nicht, wenn ich frei habe.
      Bei mir liegt es durchaus daran, dass dann alle frei haben und ich nichts unternehmen mag, weil alles überfüllt ist. Und Sonntag haben die Geschäfte geschlossen. Das nervt mich auch sehr.
      Wenn ich unter der Woche mal einen oder zwei Tage frei habe, dann freue ich mich darauf, weil ich endlich Dinge unternehmen und erledigen kann. Außer es sind Ferien, dann nervt es mich genauso wie am Wochenende.
    • Garfield wrote:

      Das kann ja auch ein regelmäßiges Aspie-Treffen sein, dann ist auch gleich das Problem mit der sozialen Isolation gelöst.
      Bei mir gibt es aber keine wöchentlichen Treffen!
      Ich habe eins gefunden, dass - unter der Woche - einmal im Monat ist und weiter weg.
      Und Autismus-Treffen zu besuchen, ist halt einfacher für mich, als auf ein anderes Treffen zu gehen, wo ich keinen Anschluss finde und mich so wohl fühle wie das Zebra in der Löwenherde.

      hundefreund wrote:

      Ich mache am WE einfach das weiter, was ich unter der Woche mache - einer der Vorteile, wenn man sein Hobby zum Beruf macht.
      Was machst du?

      Shenya wrote:

      Seit einiger Zeit gehe ich jetzt am Sonntag immer zu einem Spielenachmittag.
      Und wie kommst du da mit den Menschen aus? Haben sich auch so Kontakte entwickelt?
    • Fidoline wrote:

      Und wie kommst du da mit den Menschen aus? Haben sich auch so Kontakte entwickelt?
      Unterschiedlich gut (oder manchmal auch nicht so gut). Bei dem neuen Spielenachmittag sind wir nur zu viert bisher. Davon kannte ich eine schon vorher von dem andern Spieleabend. Von den anderen beiden kann ich die eine noch nicht so gut einschätzen, und die andere finde ich sehr sympathisch. Wir haben schon beim vierten Treffen über Themen wie Suizid und Sterbehilfe geredet.... also sind das Leute, wo man auch tiefergehende Gespräche machen kann. Die Sympathische sagte, sie spielt im Sommer immer Boccia oder sowas ähnliches und sie suchen noch Mitspieler. Vielleicht kann ich da auch ab und zu mitspielen, aber das haben wir noch nicht besprochen. Ist ja Winter und wir kennen uns erst ca. 1 Monat.

      Bei dem anderen Spieleabend, wo ich vorher war und auch noch hingehe, aber überlege, ob ich den wegfallen lassen soll, kommen immer wieder andere Leute. Darunter sind einige nette, intelligente, und einige, mit denen es schwierig ist. Wenn das so Leute sind, die Bier trinken, Sprüche klopfen und mich sofort komisch finden, weil ich anders bin, dann macht das die Sache komplizierter. Aber ich bin da mittlerweile relativ entspannt. Es ist mir einfach egal, was sie von mir denken. Es ist dann nur für mich nerviger, weil solche Leute auch meistens laut sind. Die waren aber die letzten Male nicht mehr dort.

      Längere Kontakte könnten sich vielleicht ergeben, aber da bin ich oft selbst das größte Hemmnis.
      Alles wird galaktisch gut.
    • Also ich habe so im Schnitt vermutlich an 6 von 7 Tagen Stimmunsgtiefs. Kenne das gar nicht anders.
      Am Wochenende ist es aber in der Regel noch schlimmer wobei ich schon recht klar sagen kann woran es liegt.

      Es passiert weniger in der Welt bzw. es gibt weniger Nachrichten (wo ich mich immer über alles mögliche informiere, Interessenfeld 1). Es werden weniger Dokus online gestellt , wo ich immer nach neuem Input lechze (Interessenfeld 2). Die wenigen Kontakten, die ich habe, sind da meist mit Familie und Co. beschäftigt oder wollen einfach ihre Ruhe. Ach, und meine gefürchteten Kirchenglocken läuten am Wochenende deutlich öfter, länger und gefühlt lauter.
      Ich hoffe das sich das alles etwas mit der neuen Kamera ändert, heute war ich zumindest 3 Std auf Achse und hab geknipst. Dafür schmerzt jetzt mein Fuss, an dem ich letztes Jahr ne Sehnenentzündung hatte. :m(: Irgendetwas ist ja immer... :roll:
      ~ Einmal entsandt, fliegt das Wort unwiderruflich dahin ~
      Quintus Horatius Flaccus
    • Es passiert mir schon mal das ich eine ganze Woche oder noch länger im Stimmungstief bin. Denke aber, es ist dann schon eine beginnende Depression.
      Ein direktes Stimmungstief am Wochenende kenne ich nicht, da ich auch dann immer versuche mich abzulenken. Das funktioniert ganz gut, außer ich stecke wirklich in einer Depression fest.
    • Ich kenne eigentlich alle geschilderten Perspektiven. Das Wochenende, besonders der Freitag Abend kann sehr deprimierend sein, da einem so sehr viel leichter bewusst werden kann, was im eigenen Leben schiefläuft (z.B. alleine zuhause zu sein, während andere sich treffen um gemeinsam schöne Dinge zu tun). Das an sich hat m.M.n. aber noch nicht zwingend etwas mit Autismus zu tun, und je nachdem mit welchen Menschen man sich vergleicht stellt man auch fest, dass es vielen so geht, oder andersherum betrachtet nur wenige mit sich und ihrem Leben im Reinen sind, wenn sie diese Momente denn überhaupt zulassen, in denen sie sich damit konfrontiert sehen. Vieles, was bei anderen am Wochenende so stattfindet scheint von außen glücklich und erstrebenswert, ist tatsächlich aber nur Flucht und Ablenkung, weil der stille Moment gar nicht ertragen werden kann. Die Wochenenddepression kann - allgemein gesprochen - in diesem Sinne mehr mit der Konfrontation mit dem eigenen Unzufriedensein als mit der wegfallenden Struktur zu tun haben (Struktur kann die Konfrontation in dem Falle dann nur verhindern, was aber natürlich auch sinnvoll sein kann).

      Die Frage, die sich aus meiner Sicht stellt ist daher, ob die Konfrontation denn gewollt ist. Wenn ein solches Alleinsein gelingt, kann ich jedenfalls von außen und mit Abstand betrachtet trotz der inneren Unzufriedenheit etwas Schönes daran erkennen, da es ein bei sich selbst sein bedeutet und es ein guter Ausgangspunkt ist um die Dinge zu tun, die man wirklich tun möchte. Im Außen zu suchen und sich so abzulenken finde ich aber genauso legitim.

      Ich erlebe das Ganze z.Zt. umgekehrt: unter der Woche habe ich mangels Arbeit den Druck, mein Leben und Struktur wieder aufzubauen, am Wochenende aber kann ich guten Gewissens machen, was ich möchte. Ich brauche dann jedenfalls beim Zufriedensein ebensowenig Struktur wie im Verdrängungs- und Ablenkungsmodus, ich wünschte mir dann bloß immer im Nachhinein, dass ich mir eine gemacht hätte, weil es schon vorbei ist ehe ich zu den vielen Dingen gekommen bin, die ich auch gerne machen wollte.
    • L84 wrote:

      Die Wochenenddepression kann - allgemein gesprochen - in diesem Sinne mehr mit der Konfrontation mit dem eigenen Unzufriedensein als mit der wegfallenden Struktur zu tun haben (Struktur kann die Konfrontation in dem Falle dann nur verhindern, was aber natürlich auch sinnvoll sein kann).
      Mir kommt dazu noch der Gedanke, dass es vielleicht nicht einmal ein wirkliches eigenes Unzufriedensein ist bzw. dass dieses Unzufriedensein möglicherweise nur deshalb entstehen könnte, weil man sich mit anderen vergleicht. Ich dachte beispielsweise früher immer, wenn jemand erfährt, dass ich an einem Wochenende zu Hause bin, dass das total peinlich und uncool sei und daran erkennbar sei, dass ich langweilig sei. Ich habe mich ganz massiv abgewertet, wenn ich dann zu Hause war. Die Zeit konnte ich gar nicht genießen.

      Mittlerweile weiß ich, dass es daran lag, dass ich damals überhaupt keinen Zugang dazu hatte, was ich eigentlich wirklich in dem Moment gerade tun möchte. Mittlerweile kann ich häufiger ganz gut spüren, was ich gerade tun möchte: Wenn ich Lust habe, unter Menschen zu sein, gehe ich am Wochenende aus, aber ich merke auch häufiger, dass es sich manchmal stimmiger anfühlt, sich zu Hause zu erholen oder ein Buch zu lesen oder zu kochen etc. Das ist irgendwie sehr entlastend, weil ich mich dann nicht mehr so stark abwerte, dass ich 'nur zu Hause bin'.

      Ab und zu sehne ich mich am Wochenende aber nach dem Gefühl, auch mal mit anderen Menschen wegzugehen (ich gehe meist alleine aus) und dann geht es mir richtig schlecht, wenn ich dann gar nicht raus gehe, sondern nur zu Hause rumsitze. Dann kann ich auch mit der Zeit zu Hause nicht wirklich etwas anfangen, weil ich mich selbst abwerte und dann depressiv werde und alles (lesen, essen etc.) schwarz eingefärbt ist.

      Es ist schon interessiert, was die eigenen Bewertungen zum Erleben einer Situation beitragen, finde ich. Ich kann also ein- und dieselbe Sache jeweils ganz anders betrachten. Einmal ist das (am Wochenende zu Hause sein und lesen) eine entspannende und schöne Sache, bei der ich mich wohl fühle, ein andermal erlebe ich es als langweilig und fühle mich wie gefangen. Vielleicht geht es auch nicht mal so sehr um ein Sich-Abwerten, sondern darunter auch wirklich um die Unzufriedenheit, dass ich dann in dem Moment wo ich es gerne hätte, keinen Freundeskreis hier habe. Daran zu arbeiten, fällt mir schwer. An diesen Selbstabwertungsdingen zu arbeiten, ist ein Schritt, mit dem ich schon besser vorankomme.

      The post was edited 1 time, last by FruchtigBunt ().

    • FruchtigBunt wrote:

      Es ist schon interessiert, was die eigenen Bewertungen zum Erleben einer Situation beitragen, finde ich.
      Ja, das stimmt schon.
      Wobei es bezüglich des Alleinseins am WE eben auch eine Rolle spielt, ob man alleine ist, weil man keine andere Option hat oder ob man es wirklich frei wählt.
      Mal einen Tag ganz alleine finde ich auch ganz gut, aber momentan bin ich wenn ich nicht arbeite, fast immer alleine.
    • Das geht mir auch so. Immer am Wochenende und im Urlaub.

      Alleine sein ist weniger das Problem, als das sich mein Tagesablauf ändert, was mich sehr stresst.

      Obwohl ich mich teilweise auch sehr eingesperrt fühlen kann dann, was ich durch besuche bei der Familie oder im Park zu umgehen suche.
      Allerdings habe ich Probleme alleine unterwegs zu sein und herauszugehen an neue oder unbekanntere Orte und Wege und bräuchte da Begleitung, die ich nicht habe und deshalb stört es mich nicht "einfach so" irgendwo hin gehen zu können, selbst wenn ich die frei gewählte Einsamkeit genießen würde.

      The post was edited 1 time, last by MangoMambo ().

    • Vulkan wrote:

      Hast du nicht vielleicht jemanden, mit dem du zum Wochenende etwas unternehmen könntest? Vielleicht nicht jedes Wochenende, aber wenigstens ab und zu mal.
      Doch, eine Person. Aber wenn man nur einen Kontakt hat, ist man so abhängig von dieser Person. Das ist kein gutes Gefühl. Ansonsten habe ich halt noch meine Familie (Eltern und Bruder), aber man muss ja irgendwann auch mal selbstständig sein und die Eltern sterben ja auch vor einem.
    • Fidoline wrote:

      schon vor meiner Diagnose ist mir aufgefallen, dass meine Stimmung sich - im Vergleich zu anderen Menschen - am Freitag zum Wochenende verschlechtert.
      Also ich weiß nicht wie die Stimmung der anderen Menschen ist, da ich davon ausgehe, dass viel Versteckspiel und Fassade im Alltag stattfindet. Der Aspie, der bis dato nicht geoutet einer von vielen ist, das ist sicherlich nur ein berühmtes Beispiel, so meine Vermutung.

      In gewisser Hinsicht war die Lage bei mir oft invertiert. Schon zur Schulzeit war der Alltag ein mieses Wechselspiel aus Hölle und Himmel. Ich finde gerade, wenn man total vernarrt ist in seinen SIs, dann sind Schule und Arbeit doch die tägliche "Festhaltetherapie, der Zwangsentzug, die Kastration", wie Wasser, dass im Alltag aufwärts fließen muss. Daher hatte ich stets Sehnsucht nach Ende und Freiheit. Der Freitag war der Festtag der Woche. Endlich raus, raus aus dem Schraubstock. Endlich mal zwei Tage ohne "Kantholz im Nacken": Fit sein für morgen, pre-Arbeitsphase. Daher stieg die Kurve im Laufe des Freitags in die Höhe und der Fuckdown (Fall) war dann im Laufe des Sonntags, da wieder der Lebenssinn sich um die Arbeit zentrierte.


      Fidoline wrote:

      Kennt das jemand von euch? Was habt ihr dagegen gemacht? Habt ihr einen Plan für das Wochenende, der möglichst gleich aussieht?
      In gewisser Hinsicht kamen am Wochenende sicherlich öfters auch Gedanken auf ("BTW: Kuckuck! You should be in a D.I.S.C.O., Mister Ultrafail!"). Ich war ja durchaus auch manchmal auf Achse, aber es war öfters eine Gemütslage zwischen den Stühlen. Mal mit 'nem Kollegen was machen, aber auch mal allein sein hatte seinen Reiz, besonders wenn Dinge im Vordergrund standen, die man besser alleine macht. Mal auf 'ne Plattenbörse. Mal was programmieren. Mal SI X und Y so voll ausleben.

      Also ich glaube bei mir wurde dieses "möglichst gleich/immer gleich" nicht durch das Wochenende zerstört, sondern durch die ätzende graue, monotone Woche im "Arbeitslager". Und der Montagmorgen war ja oft quasi eine Art "Power-Strip": Hier mein Blatt... ich war... ich hab... dann war ich... dann hab ich... und jetzt sag du uns wie nah du an gesellschaftlichen "Idealen" warst? Lass die Hosen runter und berichte uns, was du gemacht hast! Jetzt sag bloss nicht, dass du Stuberhocker, Mister Boring warst und nix los war! Alles okay bei dir? 8o


      Ganz ehrlich: Es ist natürlich interessant. Austausch. Aber ich (persönlich) glaube nicht daran, dass jemand Pläne und Ideen schmieden kann. Ich glaube, dass die Wohlfühlatmosphäre (wenn sie denn natürlich und nicht synthetisch sein soll) sich dann einstellt, wenn die Dinge sich unzwanghaft aus einer Lust, aus einem Trieb heraus ergeben und eben nicht ein Musssein "Ich müsste doch aber eigentlich... eigentlich muss ich doch... die Leute gucken schon... die Leute fragen schon... die Leute reden schon... das ist doch nicht normal so wie ich wachse!" gemeistert wird.


      Fidoline wrote:

      Weil eine Veränderung ist es zum Job ja trotzdem und außerdem kostet es mich viel Überwindung private Dinge zu unternehmen. Sie sind ja nicht "notwendig" und durch die jahrelang angehäuften negativen Erfahrungen ist es nicht einfacher geworden...
      Ich vermute: Es ist nicht per se die Veränderung die missfällt. Denn wäre die Veränderung voll geil, schön, etwas wo man gerne eintaucht, dann wäre es imo ein schöner Kontrast zur Arbeitswoche. Ich glaube allerdings nicht, dass es per se richtig ist "Geh halt unter Leute! Das kann doch nur richtig sein, das machen doch alle!". Ja, es mache fast alle, aber auch vermehrt dort, wo Menschen danach streben, weil sie eben in ihre gewünschte Feelgood-Atmosphere eintauchen. Daher müssten private Dinge wohl sicherlich etwas sein, wo nicht dieses Scheißfeeling "Ich muss doch! Das macht man so! Das ist üblich! Das ist der Trend!" spürbar ist. Ich behaupte: "Et muss wat sein worauf du Bock hast! Et muss etwas sein, wo du plötzlich auch mal derjenige bist, der einleitet, fragt, plant und und und... und warum? Weil dir danach ist! Weil dir danach ist! Weil dir danach ist! Weil dir danach ist! Weil dir danach ist! Weil dir danach ist! Weil dir danach ist! Weil dir danach ist! Weil dir danach ist! Weil dir danach ist! Weil dir danach ist! Weil dir danach ist! Weil dir danach ist! Weil dir danach ist! Weil dir danach ist! Weil dir danach ist! :nod: Weil dir danach ist! Weil dir danach ist! [...] Und nicht weil et so sein muss! :shake: ".

      Weiß nicht, ob das sich etwas schräg liest, aber vielleicht sind einzelne Buchstaben oder gar ganze Worte brauchbar.
      In letters of gold on a snow white kite I will write "I love you"
      And send it soaring high above you for all to read