Ungewissheitsintoleranz (Buchempfehlung)

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    • @Neoni: danke Dir für's Erklären. :)

      Du schriebst: "Das Konzept der nonverbalen Lernstörung wurde ursprünglich entwickelt um das besondere Intelligenzprofil von Asperger-Autisten zu beschreiben."

      Ich habe eine Verständnisfrage: wird diese nonverbale Lernstörung heutzutage auch unabhängig vom Autismusspektrum diagnostiziert? Bezüglich des Aspergerautismus habe ich das schon in Beiträgen hier gelesen und auch eine Freundin hat es mir so von sich geschildert. Nun frage ich mich, ob es das auch unabhängig von Autismus gibt ('aufgrund von Hirnschäden' könnte das ja auch bedeuten).
      „Jenseits von richtig und falsch liegt ein Ort. Dort treffen wir uns.“
      Rumi
    • kikilino wrote:

      Ich habe eine Verständnisfrage: wird diese nonverbale Lernstörung heutzutage auch unabhängig vom Autismusspektrum diagnostiziert? Bezüglich des Aspergerautismus habe ich das schon in Beiträgen hier gelesen und auch eine Freundin hat es mir so von sich geschildert. Nun frage ich mich, ob es das auch unabhängig von Autismus gibt ('aufgrund von Hirnschäden' könnte das ja auch bedeuten).
      Im Deutschsprachigen Raum ist das wohl schwierig, da das hier kaum bekannt ist. Ich nehme an, die Betroffenen erhalten keine-, oder Fehldiagnosen

      Nonverbale Lernstörung – Diagnose
      Die genaue Ursache für die Entwicklung einer nonverbalen Lernstörung sind nicht bekannt. Forscher vermuten jedoch, dass bei betroffenen Kindern neurologische Schäden bestehen. Ob bei Ihrem Kind eine nonverbale Lernstörung vorliegt, kann nur durch eine differenzierte ärztliche Diagnose festgestellt werden. Da das Krankheitsbild im deutschen Sprachraum noch recht unbekannt ist, sollten Sie im besten Falle einen Arzt aufsuchen, der Erfahrungen mit nichtsprachlichen Lernstörungen hat. Dabei sollte beachtet werden, dass die Symptome von NLS und dem Asperger-Syndrom Überschneidungen aufweisen, vor allem in Hinblick auf ihr Sozialverhalten. Nicht alle Kinder mit einer NLS sind jedoch autistisch. Um eine Fehldiagnose zu vermeiden, sollten Sie im Verdachtsfall daher am besten einen Facharzt für Kinder- und Jugendpsychiatrie aufsuchen.
      studienkreis.de/infothek/journal/nonverbale-lernstoerung/

      Selbst wenn Ärzte hier das kennen, gibt es dafür noch keine offizielle Diagnose

      w5aqh16oc.homepage.t-online.de…df?foo=0.5758771150742337
      Das Problem bei der NLD besteht darin, dass diese Beeinträchtigung (noch) nicht in die ICD-10 aufgenommen worden ist. Deshalb ist es erforderlich, eine möglichst „naheliegende“ diagnostische Kategorie für ein Kind mit NLD zu finden, wenn dies benötigt wird. Hierfür bestehen die folgenden Optionen in Abhängigkeit von der jeweiligen individuellen Symptomatik des Kindes:


      Im Prinzip fast immer zutreffen dürfte die Diagnose:
      F74 dissoziierte Intelligenzminderung
      Sie beschreibt u. a. das bei Kindern mit NLD typische Phänomen, dass eine deutli-che Diskrepanz zwischen (relativ hohem) Verbal- und (relativ niedrigerem) Hand-lungs-IQ besteht. Sie ist aber am ehesten als Zusatz-Diagnose zu benutzen – oder in jenen Fällen, in denen ein Kind keine weiteren psychiatrischen Beeinträchtigungen zeigt.

      Stehen bei den Betroffenen die schulischen Lernprobleme ganz im Vordergrund (ohne nennenswerte Interaktionsprobleme), bietet sich die Diagnose an: F81.8 sonstige Entwicklungsstörungen schulischer Fertigkeiten

      Stehen aber die Probleme im Umgang mit andere Menschen (also Probleme der Kommunikation und / oder der sozialen Interaktion) im Vordergrund, sollte auch an eine Diagnose aus dem Bereich des Autismus-Spektrums (tiefgreifende Entwick-lungsstörungen) gedacht werden. Hier kommt insbesondere in Frage:
      F84.1 atypischer Autismus
      Eine Beeinträchtigung also, die nur einen Teil der Probleme des frühkindlichen Autismus (früher Beginn vor 3. Lebensjahr sowie Beeinträchtigungen der sozialen Interaktion, der Kommunikation und repetitives, stereotypes Verhalten) zeigt.

      In einigen Fällen kann die Symptomatik aber so ausgeprägt sein, dass praktisch das Vollbild des Asperger-Syndroms (siehe oben Seite 4) erreicht wird, also die Diagnose F84.5 Asperger-Syndrom angemessen ist.

      Diskutieren könnte man aber auch, ob das Vollbild einer Nonverbalen Lernstörung nicht generell unter F84.8 sonstige tiefgreifende Entwicklungsstörung eingeordnet werden sollte.

      Wohl nur in jenen Fällen, in denen das Kind eine relativ milde Beeinträchtigung seiner Interaktions- und Kommunikationsmöglichkeiten zeigt, sollte die folgende Diagnose verwandt werden: F94.8 sonstige Störung sozialer Funktionen mit Beginn in der Kindheit

      Schon alleine um auf die eigentlich zusammenhängende Beeinträchtigung der Non-verbal Learning Disorder hinzuweisen und sie damit stärker ins Bewusstsein zu rücken, empfiehlt es sich, diese diagnostische Kategorie immer als Zusatz einzuführen. Also z. B. zu vermerken: „F74 dissoziierte Intelligenzminderung im Sinne einer nonverbalen Lernstörung“

      kikilino wrote:

      Nun frage ich mich, ob es das auch unabhängig von Autismus gibt ('aufgrund von Hirnschäden' könnte das ja auch bedeuten).
      Scheint noch nicht geklärt zu sein. Das was ich oben verlinkte (zweiter Link), stellt AS als eine Teilgruppe der NVL dar (NVL als Überbegriff). Oder eben: AS als stark ausgeprägte NVL.

      Wikipedia schreibt: "Die meisten Asperger-Autisten haben Symptome einer nonverbalen Lernstörung, aber nicht alle Menschen mit nonverbaler Lernstörung sind autistisch. Allerdings sind die neurophysiologischen Unterschiede zwischen Asperger-Syndrom und NLD unklar."
    • Lefty wrote:

      So geht es bei dir am laufenden Band. Alles, aber auch alles wird irgendwelchen Traumata oder aber negativen Glaubenssätzen zugeschrieben.

      In diesem Forum geht es aber um AS. Da gibt es viele Probleme, die direkt auf die andere Funktionsweise des Gehirns zurück zu führen sind - Probleme, die man bei "Neurotypischen" auf Erfahrungen in der Kindheit zurück führt, weil es bei denen die naheliegendste Erklärung ist - jedoch bei AS ist es oft eben nicht die Erklärung! Darum geht es, doch das scheinst du einfach nicht zu begreifen.
      Die Reaktion finde ich ziemlich daneben und unangebracht - sorry dass ich das so direkt sage. Ich finde es unmöglich, dass bestimmte Themen hier ausgeschlossenen oder unter einer arg konstruierten "Autismus-Brille" betrachtet werden sollen, nur weil es sich um ein Autismus-Forum handelt. Das Thema hatten wir doch an anderer Stelle schon mal: Autisten haben Komorbiditäten, die wichtig und relevant im Kontext der Selbsthilfe sind (denn genau darum handelt es sich hier - es ist ein "Selbsthilfeforum").

      Der User / die Userin hat das doch alles sehr allgemein formuliert und niemanden konkret angesprochen (auch @FruchtigBunt nicht, zumindest nicht in den Beiträgen in diesem Thread, es war stets sachbezogen). Ich sehe absolut keinen Grund, sich davon bedroht oder angegriffen zu fühlen, ich finde es eher schade, vielleicht liegt das aber auch nur daran dass ich die angesprochen Gedanken zu Traumatisierungen hoch interessant finde (und ich sie im Übrigen auch speziell für Autismus relevant halte, aber das scheint hier eh ein großes Tabuthema zu sein).

      Wieso ignorierst du @kikilinos Beiträge nicht einfach?

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    • MusicSexNature wrote:

      [...]vielleicht liegt das aber auch nur daran dass ich die angesprochen Gedanken zu Traumatisierungen hoch interessant finde (und ich sie im Übrigen auch speziell für Autismus relevant halte, aber das scheint hier eh ein großes Tabuthema zu sein).

      Das Thema Trauma halte ich auch gerade bei Autismus für relevant und ich denke auch, dass user hier teils mit recht unterschiedlichem (Informations)hintergrund diesbezüglich diskutieren.

      Ich denke, mit autistischer Wahrnehmung wird man auch im frühkindlichen Alter oft missverstanden vom Umfeld bzgl. seiner Äusserungen und Bedürfnisse.
      Sowas kann sich ggfls. schon traumatisierend auswirken, wenn es existentielle Bedürfnisse betrifft z.B..

      Sowas erlebt sicher jeder Mensch in irgendeiner Form, es ist immer die Frage, wie es insgesamt verarbeitet und/oder kompensiert werden kann.
      Schon das vor allem in den 70ger/80gern verbreitete damals als gesund betrachtete "Schreienlassen" eines Säuglings, dem es nicht gutgeht oder der Hunger hat, kann schon traumatierend wirken.

      Traumata sind nicht unbedingt ausschliesslich durch offensichtlichen schweren Missbrauch ausgelöst, sondern weil man sich wodurch auch immer quasi existentiell bedroht fühlt, so habe ich es zumindest verstanden.
      Als Autist mag man dies besonders häufig und intensiv erleben in einer Welt die doch so "anders tickt" als man selbst.

      Solche Erlebnisse führen dann ggfls. zu physischen und psychischen "Erstarrungen", "Unflexibiltäten".
      Die autistische Symptome unterstützen.


      kikilino wrote:

      Ist sehr interessant das Thema.
      Ich finde das Thema auch interessant, habe aber gerade wenig Kapazität das alles aufzunehmen.
      Wenn wir den Kirschbaum spalten, finden wir dort keine Blüte.
      Es ist der Frühling, der die Blüten hervorbringt.

      Ama Samy

      The post was edited 1 time, last by ifi ().

    • ifi wrote:


      Schon das vor allem in den 70ger/80gern verbreitete damals als gesund betrachtete "Schreienlassen" eines Säuglings, dem es nicht gutgeht oder der Hunger hat, kann schon traumatierend wirken.

      Traumata sind nicht unbedingt ausschliesslich durch offensichtlichen schweren Missbrauch ausgelöst, sondern weil man sich wodurch auch immer quasi existentiell bedroht fühlt, so habe ich es zumindest verstanden.
      Ich befürchte, das mit dem "Schreienlassen" ist in den Zeiten davor noch mehr verbreitet gewesen.

      Mir ist erst Ende letzten Jahres eine Szene wieder eingefallen, als ich Anfang der 90er mal meine Großeltern in deren Urlaub in einer Pension besuchte, und mein Opa da zu einem schreienden Kind (kein Säugling, wohl Vorschulalter) sagte "Du musst viel lauter schreien". Und ich fragte mich, als mir dies Ende 2019 wieder einfiel, ob er sich so auch gegenüber meinem VAter als Kind so verhalten hat. Wie mir die Frau meines VAters mir mal erzählt hat (mein VAter hat sie als Witwer kennengelernt als Ü60), hat er, als er sie kennenlernte, ganz tief sitzende Verlassensängste gezeigt.
      "In das Popcorn, das Sie gerade essen, hat wer reingepisst!" (Kentucky Fried Movie)


      "Sind Sie Polizisten?" "Nein, Ma'am. Wir sind Musiker!" (The Blues Brothers)
    • @MusicSexNature Ich weiß nicht, was an meinem Beitrag "daneben" sein soll. Was Traumatisierungen angeht, stimme ich mit dem, was ifi schreibt, überein. Traumata sind für mich kein Tabu-Thema hier und sicher auch nicht für das Forum im Allgemeinen.

      Mir ging es ausschließlich um die Userin kikilino, die durchgehend alles an Erklärungen bezüglich AS und ADS in Frage stellt, weil sie alles in ihre Wissensschubladen einorden will. Daher auch meine Frage, wenn man sich so sehr für AS interessiert, warum man dann nicht mal Fachliteratur dazu liest, dann würde sich vieles bisher Unverstandene mal lichten. Da dieses Lesen offenbar nicht stattfindet, frage ich mich nach dem Beweggrund für die Beteiligung in diversen Threads.
    • Lefty wrote:

      Daher auch meine Frage, wenn man sich so sehr für AS interessiert, warum man dann nicht mal Fachliteratur dazu liest, dann würde sich vieles bisher Unverstandene mal lichten.
      Auch wenn hier nicht jeder sicher im Spektrum sein mag bekomme ich im Forum mehr über AS mit, als ich es mir aus Fachbüchern zusammenlesen konnte/könnte ist mein Eindruck.

      Daher hatte ich mich, als ich mit dem Verdacht konfrontiert wurde, auch lieber hier im Forum eingeschrieben, als Bücher zu wälzen.
      Wenn wir den Kirschbaum spalten, finden wir dort keine Blüte.
      Es ist der Frühling, der die Blüten hervorbringt.

      Ama Samy
    • ifi wrote:

      Auch wenn hier nicht jeder sicher im Spektrum sein mag bekomme ich im Forum mehr über AS mit, als ich es mir aus Fachbüchern zusammenlesen konnte/könnte ist mein Eindruck.
      Ein Fachbuch zu lesen ist m.E. schon sinnvoller. Oder zusätzlich zum Forum. Es gibt heute ja auch wirklich moderne Fachbücher, wo nicht mehr überholtes Zeug von vor 30 Jahren drinsteht. Ich würde besonders die Bücher empfehlen, die von den Ärzten der Autismusambulanzen geschrieben wurden.
      Alles wird galaktisch gut.
    • Shenya wrote:

      Oder zusätzlich zum Forum.

      Beides in Kombi ist vermutlich gut, ich bin irgendwie nie "warm" mit Literatur bzgl. AS oder generell dem bereich Psychologie/Psychiatrie geworden.

      Ich wollte nur mein Verständnis dafür ausdrücken, das Forum zur Wissenserweiterung zu nutzen.
      Wenn wir den Kirschbaum spalten, finden wir dort keine Blüte.
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      Ama Samy

      The post was edited 1 time, last by ifi ().

    • Ich kann das Buch absolut empfehlen. Noch bin ich mit dem Therapieteil nicht durch, aber ich fand die bisherigen Inhalte sehr bereichernd. Das Buch richtet sich an Fachkreise, ist aber eingängig geschrieben und flüssig zu lesen. Es macht mir Spaß das Buch zu lesen. Der Autor denkt kritisch und formuliert auf den Punkt. Vor allem ist das Thema einmalig. Ich finde es eine absolute Bereicherung.

      Das Buch kann man ja wieder weiterverkaufen. Leider sind Fachbücher ja oft recht teuer. In dem Fall meiner Meinung nach gerechtfertigt.

      Es ist aber kein Ratgeber im eigentlichen Sinne, sondern nennt sich offiziell "Behandlungsleitfaden für Psychotherapie und Beratung".

      The post was edited 1 time, last by FruchtigBunt ().

    • FruchtigBunt wrote:

      @kikilino
      Kannst du mir mal sagen, wieso jetzt hier nonverbale Lernstörungen diskutiert werden? Eröffne doch einfach einen neuen Thread, wenn du ein Thema diskutieren willst, was mit dem Buch und dem Thema Ungewissheitstoleranz nur am Rande zu tun hat.
      Diese Störung fürhrt zu "Ungewissheitsintoleranz". Diese Störung haben die meisten Asperger Autisten.

      Was soll das?!
    • Lefty wrote:

      Mir ging es ausschließlich um die Userin kikilino, die durchgehend alles an Erklärungen bezüglich AS und ADS in Frage stellt, weil sie alles in ihre Wissensschubladen einorden will
      Genau das tut hier jeder einzelne von uns. Nur dass unsere Schubladen unterschiedlich, und mal enger, mal weiter sind. Und jeder hat sein Recht auf seine eigene Schublade, solange man diese nicht anwendet, um andere zu attackieren oder zu entwerten. Das (!) kommt hier in diesem Forum extrem häufig vor, aber gerade in ihren Beiträgen bleibt sie doch die ganze Zeit allgemein und beim Thema. Deshalb auch hier - Was soll das!?
    • MusicSexNature wrote:

      Genau das tut hier jeder einzelne von uns. Nur dass unsere Schubladen unterschiedlich, und mal enger, mal weiter sind. Und jeder hat sein Recht auf seine eigene Schublade, solange man diese nicht anwendet, um andere zu attackieren oder zu entwerten.
      :thumbup:

      Mich stören diese persönlichen Angriffe sehr.
      Damit ist dann kaum noch ein Thread wirklich durchgängig lesbar, was ich persönlich sehr schade finde.
      Ich würde es begrüßen, wenn sich die Betreffenden per PN mitteilen, was sie der jeweils anderen Person schon immer mal sagen wollten.

      Zurück zum Buch - leider ist kein Inhaltsverzeichnis bei Amazon hinterlegt.
      Ich habe nur das gefunden:
      Aus dem Inhalt:
      Ungewissheit – Geringe Toleranz gegenüber dem Ungewissen – Mögliche Ursachen – Psychische Folgen – Therapieziele – Therapeutische Beziehung – Exploration – Interventionen – Ideen zu einem alternativen Sinn für das Ungewisse.
      "Ich kehre in mich selbst zurück und finde eine Welt."


      (Johann Wolfgang von Goethe)