Doku "Liebe inklusive"

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    • Hat etwas gedauert, bis ich antworten konnte. Sorry, bin gerade gedanklich anderswo fasziniert.

      Morgenstern wrote:

      Hab ich - und trotzdem konnte ich nichts erkennen Verdammt

      Morgenstern wrote:

      Und das Lachen beim Gespräch über die Filme ist vllt etwas gekünstelt
      Ich versuche mal aufzuzählen, was mir auffiel: Achte mal auf die gesamte Körperhaltung, während sie neben ihm sitzt. Ich denke mal, diese Art der Körperhaltung ist Ursache für die Redewendung "Jemandem die kalte Schulter zeigern". Arme eng am Körper (vergleiche das mal mit der Ausblende, als sie auf der anderen Tischseite sitzt!). Sie dreht niemals ihren Körper zu ihm, sondern behält (lernt man auch im Kampfsport) immer eine Abwehrposition ein,

      Tatsächlich ist das Gesicht bei der Erwähnung der "Lümmel aus der ersten Bank" ein Gradmesser. Es ist das einzige Mal, dass man beim Lachen/ Lächeln das Piercing zwischen den Schneidezähnen sehen kann.

      Jenseits der Körpersprache: Er sagt ihr, welche Filme er gerne schaut. Ihre sofortige Antwort ist das diametrale Gegenteil, obwohl sie, wie man kurz darauf sieht, sogar die Titel nicht so genau kennt. Ergo: Sie wollte vermeiden, das es auch noch zu einem gemeinsamen Kino-Abend (mit Kamerateam) kommt.

      Weiteres siehe unten.

      Surprised wrote:

      Finde ich zu stark verallgemeinert. (Manche) Männer lügen auch und nicht alle Frauen lügen.
      Sorry! Fiel mir beim zweiten Lesen dann auch auf, dass dies ein wenig blöd daherkommt (RW). Alle Menschen lügen, andauernd, das ist nicht "weiblich". Aber bei der aktiven Partnersuche ist es halt so, das beide Seiten das i.d.R. auf die Spitze treiben (und gleichzeitig die Ehrlichkeit als Wert so extrem betonen!).

      H. M. Murdock wrote:

      Achtet mal im dritten Teil ab Minute 36:22 auf das Gesicht der Blondine, als er nach der Nummer fragt. Kein Lächeln, total ernst. Auch nachdem sie ihm die Nummer gegeben hat. Der Kameramann hat das sofort bemerkt und deshalb auf ihr Gesicht gezoomt. Danach dann sofort der Platzwechsel.
      Viel bemerkenswerter war die Auffoderung, er solle die Nummer gleich wegpacken. Aus meiner Sicht lässt sich das nur mit dem Fernsehteam erklären. Denn das er nicht der Typ ist, der triumphierend mit ihrer Telefonnummer zu seinen Kumpels geht, war klar. Womit wir bei:

      Linnea wrote:

      Ich sage wohl dann einfach : "nein, möchte ich (noch) nicht."
      Das würden wir tun. Bei der jungen Dame bin ich mir eher der Ansicht: Sie hat schlicht eine falsche Nummer (Zahlendreher, eine Zahl "vergessen", Vorwahl verwechselt, etc.) auf das Papier geschrieben.
      Naja ... wenn ich mir die Gesamtumstände anschaue, dann will ich sie dafür nicht verurteilen. Zu sagen, "nein, möchte ich nicht." zieht einen sprichwörtlichen Rattenschwanz von Nachfragen hinter sich her. Einfach einen Fehler einzubauen, möglicherweise nicht.

      Grübler_1988 wrote:

      Sie hatte zwar hin und wieder mal woanders hingeschaut, aber das ist für mich kein Anzeichen für Desinteresse, sondern völlig normal.
      Da will ich widersprechen: Sie hat nur zu ihm hingeschaut, wenn es die Höflichkeit erforderte; sprich, wenn er sie direkt ansprach. Hätte sie Interesse an ihm ... gerade dann! ... hätte sie hingeschaut, wenn er mit anderen Personen spricht.

      Linnea wrote:

      Mich hat gewundert, dass sie mal gelächelt und bereitwillig erzählt hatte ...
      Ich vermute, sie fand ihn einfach nett, aber nicht interessant.

      Fidoline wrote:

      Ich bin eine Frau und mir wurde schon nahegelegt, mehr zu lügen, da ich zu direkt sei.
      Naja, direkt "mehr zu lügen" hat man mir noch nicht nahegelegt. Aber bloß nicht das zu sagen - noch nicht einmal höflich - was ich gerade denke: Sehr, sehr, sehr oft.

      Linnea wrote:

      Ich glaube , damit ist gemeint, dass sie sich nicht ganz aufrichtig und widersprüchlich zu verhalten schien.
      Sodass man ihre Botschaft nicht wirklich klar versteht.
      Nein. Wäre sie aufrichtig gewesen - man beachte sein Dauergrinsen - dann hätte sie ihn dort "schlachten" können.

      frankjetzt wrote:

      Ich persönlich empfand sie jetzt nicht als übermässig abweisend oder unfreundlich.
      Stimmt, sie war freundlich.
      Of course I talk to myself! :nod: Sometimes I need expert advice. :prof:
    • nicht, wie "man", sondern jeder persönlich, andere anspricht,
      macht etwas aus.
      Für mich jedenfalls.

      Und sagt auch etwas über den, der es tut.

      Und zeigt auch den Unterschied zwischen dem, was man atmosphärisch im Film erfassen kann und dem , was in genau einer kontroversen Diskussion darüber entsteht.

      Und für mich bleibt ein himmelweiter Unterschied zwischen EQ und IQ. Und für mich persönlich ist wenn, dann dumm eher ein Denken , was einem geringen EQ entspricht obwohl laut IQ ein größeres Potential auch zum überdenken vorhanden ist. Und man durchaus im der Lage wäre, sich in sich anders zu entscheiden.

      Aber:
      Ja, das ist meine persönliche Meinung.
      Schade, und auch traurig, daß die bisher hier keiner teilt.

      Da es mit dem schönen Film und seiner Wirkung zu tun hat,
      war mir das schon wichtig, zu erwähnen.

      Hugh.
      “The mind is like tofu. It tastes like whatever you marinate it in.”

      (Sylvia Boorstein)
    • Kayt wrote:

      Von außen beobachtend finde ich die Analyse jedoch auch bei Weitem einfacher als sich selbst in der Situation befindend.
      Genau das habe ich mir auch schon gedacht. Als ich mir das Video angesehen habe saß ich in absoluter Ruhe, alleine vor dem Computer, keine "Gefahr" von jemandem gestört zu werden usw. Ich habe mir die Szene öfter ansehen können um mich auf die verschiedenen Details (Lächeln, Körperhaltung, was gesprochen wurde...) einzeln konzentrieren zu können. In so einer Situation finde ich das Analysieren rel. einfach. Aber hätte ich da, in dem Moment "on the fly" die Situation bewerten können? Als reiner Beobachter mit der Kamera .... vielleicht. Zwar bestimmt nicht so gut und sicher wie jetzt am Computer (wiederholtes ansehen), aber die ablehnende Haltung hätte ich wohl bemerkt.

      Wäre ich aber ein Teilnehmer des Speeddates gewesen, also jetzt nicht mal direkt der Robin der mit der Blondine gesprochen hat, dann wäre ich so im Stress gewesen, daß ich von diesen subtilen Botschaften wohl kaum etwas mitbekommen hätte.
    • stimmt...So ähnlich wäre es mir auch gegangen.
      Speeddating wäre für mich aber auch Horror.
      Dafür hat Robin das ganz gut und sympathisch gemeistert.
      “The mind is like tofu. It tastes like whatever you marinate it in.”

      (Sylvia Boorstein)
    • Morgenstern wrote:

      Natalia lächelt kaum jemals, das könnte natürlich schon ein Hinweis auf Nicht-auf-ihn-stehen sein
      Gelächelt hat sie meinem Eindruck nach schon, allerdings hatte ich gar nicht daran gedacht, dass das Lächeln gekünstelt sein könnte. Ich hatte mal gehört, dass sich bei einem echten Lächeln Lachfalten um die Augen bilden, aber bei der Datingsituation achtete ich gar nicht darauf, weil ich mich auf andere Sachen konzentrierte.

      Digital_Michael wrote:

      "Jemandem die kalte Schulter zeigern"
      Stimmt, die Sache mit der "kalten Schulter zeigen" hatte mir jemand mal erklärt. Ich hatte die Körperhaltung dieser Frau völlig außer Acht gelassen, sodass ich kein abweisendes Verhalten wahrgenommen hatte. Ich dachte lediglich, dass sie ab und zu mal woanders hinschaut, sei völlig normal, weil ich das im Gespräch auch so mache. :m(:

      Digital_Michael wrote:

      Da will ich widersprechen: Sie hat nur zu ihm hingeschaut, wenn es die Höflichkeit erforderte; sprich, wenn er sie direkt ansprach. Hätte sie Interesse an ihm ... gerade dann! ... hätte sie hingeschaut, wenn er mit anderen Personen spricht.
      Das ist für mich ein sehr interessanter Hinweis. Das Blöde ist nur, dass man selbst gar nicht sehen kann, dass man von einer Person angeschaut wird, während man mit anderen Personen spricht, es sei denn, man schaut mal zufällig zu dieser einen Person rüber. Aber selbst dann würde ich nicht auf solche komplexen Gedanken wie Interesse/Desinteresse kommen.
    • @Digital_Michael: Wow, das sind ein Haufen Details, die ich übersehen habe :oops: Vielleicht sollte ich Lie to me lieber noch ein drittes Mal anschauen :roll:

      Digital_Michael wrote:

      Linnea wrote:

      Ich sage wohl dann einfach : "nein, möchte ich (noch) nicht."
      Das würden wir tun. Bei der jungen Dame bin ich mir eher der Ansicht: Sie hat schlicht eine falsche Nummer (Zahlendreher, eine Zahl "vergessen", Vorwahl verwechselt, etc.) auf das Papier geschrieben.
      Oder sie hat ihm diese Nummer gegeben :?
      Auch Wolkenkratzer haben mal als Keller angefangen.
    • Shenya wrote:

      Wie "darf" man dann Menschen nennen, die nicht nach der Definition geistig behindert sind (bei Behinderten "muss" man ja politisch korrekt sein), sondern nur nicht besonders intelligent? Also so im IQ-Bereich 70-90?
      Gibt es da auch einen politisch korrekten Begriff?

      Kayt wrote:

      In einer gewissen IQ-Spanne (70-84) würde man vermutlich formal korrekt von "lernbehindert" / "intelligenzgemindert" sprechen.
      :thumbup:

      Die Menschen selbst bzw. ihre Selbstvertreter nennen sich "Menschen mit Lern-Schwierigkeiten": menschzuerst.de/
      Surprised by the joy of life.
    • Ich habe den zweiten Teil der Doku gerade gesehen. Ich fand den Film nett, TV-Unterhaltung halt, wo man auf sympathische Figuren setzt und von richtigen Konflikten absieht. Dass der Aspie mal auf den Tisch haut, wenn seine Mutter ihm richtig betulich erklärt, wie er sich bei dem Dating-Löffel anmeldet, dass bei den beiden Downies mal etwas dramatisch daneben geht - alles Fehlanzeige. Und irgendwie spielten die Figuren wie nach Drehbuch, mit vorverfassten Dialogen und geprobten Szenen; das nennt man dann aber eher Reality-TV als Dokumentation. Informationsgewinn für Zuschauer*innen? Auch Menschen mit Trisomie 21 können sich verlieben (das weiß man aber mittlerweile).

      Sind wir alle (also die Männer hier) eigentlich wirklich so lieb, nett, kommunikativ und höflich, mit einem Wort: soziale Sunny Boys, wie Robin der Aspie?
      "Wir leben vermutlich zum ersten Mal. Wie soll da alles auf Anhieb klappen?"
      (Jürg Halter, Gemeinsame Sprache. Zürich, Dörlemann 2021)
    • FrankMatz wrote:

      Sind wir alle (also die Männer hier) eigentlich wirklich so lieb, nett, kommunikativ und höflich, mit einem Wort: soziale Sunny Boys, wie Robin der Aspie?
      Welches Verhalten erwartest du sonst in einer Datingsituation? Bist du der Meinung, dass das Verhalten von Robin gegen das Asperger-Syndrom spricht?
    • Grübler_1988 wrote:

      Welches Verhalten erwartest du sonst in einer Datingsituation? Bist du der Meinung, dass das Verhalten von Robin gegen das Asperger-Syndrom spricht?
      Doku (Dokumentation) heißt, dass ich mit der Kamera Wirklichkeit beobachte/filme, z. B. Menschen bei einer Demonstration, am Arbeitsplatz, Tiere in der Wildnis usw. Hier kam mir vieles sehr gestellt vor und auf lieb gemacht. Ich sah einen Film zur Unterhaltung, nicht zur Information. Das hat mich nicht gestört, ich wollte es nur anmerken.

      Nein, ich wollte der Figur keine Diagnose absprechen. Wenn ich einen Vergleich zu mir herstelle: Ich selber hätte mich bei so einem Speed-Dating wohl richtig ungeschickt verhalten, und zwar so, dass es auffällt und Thema bei den anderen geworden wäre; Robin hingegen hat das ja so richtig bravourös gemeistert.
      "Wir leben vermutlich zum ersten Mal. Wie soll da alles auf Anhieb klappen?"
      (Jürg Halter, Gemeinsame Sprache. Zürich, Dörlemann 2021)
    • Man bekam ja aber auch nur wenige Minuten zu Gesicht. Ich denke, dass Robin sehr nervös war. Stellte er nicht der ersten Frau zwei Fragen doppelt?
      "in truth, only atoms and the void" Sean Carroll (paraphrased Demokritos)
    • FrankMatz wrote:

      Sind wir alle (also die Männer hier) eigentlich wirklich so lieb, nett, kommunikativ und höflich, mit einem Wort: soziale Sunny Boys, wie Robin der Aspie?
      Ich bin lieb und nett, meistens höflich. Kommunikativ hängt vom Kontext ab, mich würde man aber garantiert nie bei einem Speed-Dating sehen. So ein "Strahlemann" wie er bin ich garantiert nicht. Was mich aber nicht daran hindert das Ganze als authentisch zu bezeichnen. Man findet vermutlich nicht so leicht Menschen mit Handicap, die sich für so etwas vor die Kamera stellen, weswegen es mich nicht wundert das die gezeigten Personen recht kommunikativ sind.

      Kayt wrote:

      Man bekam ja aber auch nur wenige Minuten zu Gesicht. Ich denke, dass Robin sehr nervös war. Stellte er nicht der ersten Frau zwei Fragen doppelt?
      Ich würde dort auch von Nervosität bzw. Reizüberflutung ausgehen - ähnliches ist mir in der Öffentlichkeit sicher auch schon passiert. Wäre es stark gescripted hätte man das bestimmt rausgeschnitten. Weil man ja sonst schnell sagen könnte "der kann ja gar nicht richtig zuhören". Für mich wieder ein Zeichen von Authentizität.
      ~ Einmal entsandt, fliegt das Wort unwiderruflich dahin ~
      Quintus Horatius Flaccus
    • FrankMatz wrote:

      Doku (Dokumentation) heißt, dass ich mit der Kamera Wirklichkeit beobachte/filme, z. B. Menschen bei einer Demonstration, am Arbeitsplatz, Tiere in der Wildnis usw. Hier kam mir vieles sehr gestellt vor und auf lieb gemacht. Ich sah einen Film zur Unterhaltung, nicht zur Information. Das hat mich nicht gestört, ich wollte es nur anmerken.
      Ich habe nur kurz reingeschaut, und das trifft es, denke ich, ziemlich gut. Die Doku sollte unterhalten und zugleich ein bisschen Verständnis und Sympathie für Menschen mit Behinderungen wecken, nicht wirklich tiefergehend aufklären. So nach dem Motto "die sind doch im Grunde ganz nett und nicht anders als wir". Erinnert mich auch ein bisschen an "Ich, einfach unvermittelbar" vor einigen Jahren.
      From my youth upwards my spirit walk'd not with the souls of men. (...)
      My joys, my griefs, my passions, and my powers, made me a stranger.
    • frankjetzt wrote:

      FrankMatz wrote:

      Sind wir alle (also die Männer hier) eigentlich wirklich so lieb, nett, kommunikativ und höflich, mit einem Wort: soziale Sunny Boys, wie Robin der Aspie?
      Ich bin lieb und nett, meistens höflich. Kommunikativ hängt vom Kontext ab, mich würde man aber garantiert nie bei einem Speed-Dating sehen.
      Du hast ernst auf auf eine Frage geantwortet, die auch ein bisschen ironisch gemeint war. Ich hätte wenigstens ein Grinse-Smiley dazusetzen sollen.

      Speed-Dating: never! Und nicht nur deshalb nicht, weil ich das kommunikativ nicht auf die Reihe bekäme, also von meinem Autismus her, sondern auch, weil ich das irgendwie eine blöde Sache finde, nahe bei so etwas wie Junggesellenabschied, Komasaufen, also Dingen, die für mich Fehlentwicklungen unserer Gesellschaft sind. (Sorry, User*innen, die schon mal mit Spaß an einem Junggesellenabschied teilgenommen haben, will ich natürlich nicht beleidigen!)
      "Wir leben vermutlich zum ersten Mal. Wie soll da alles auf Anhieb klappen?"
      (Jürg Halter, Gemeinsame Sprache. Zürich, Dörlemann 2021)
    • Für mich wäre das auch nichts, schon die Vorstellung an so eine Runde lässt mich mit dem Köpf schütteln. Ich finde erstmalige eins-zu-eins ohne Zeitdruck schon schlimm genug und auch überhaupt nur denkbar, wenn zuvor ein gewisser Mindestkontakt an schriftlicher Kommunikation bestand.

      Mir wurde schon das ein oder andere Mal vorgeworfen, warum ich Menschen suche mir so ähnlich wie möglich sind. Die Antwort ist, weil ich mit diesen am besten klarkomme. Ich will keine Kopie von mir haben, aber ich brauche Menschen, die im Grundsatz so denken wie ich, um eine Verbindung überhaupt aufbauen zu können.
      "in truth, only atoms and the void" Sean Carroll (paraphrased Demokritos)