Tipps zur Bewältigung des Leidensdrucks, der Depression - ADHS, autistische Züge

    This site uses cookies. By continuing to browse this site, you are agreeing to our Cookie Policy.

    • Tipps zur Bewältigung des Leidensdrucks, der Depression - ADHS, autistische Züge

      Guten Abend Forum,

      ich habe schon etwas länger überlegt ob und was ich schreiben möchte, ich denke jetzt nach den Feiertagen ist ein guter Zeitpunkt dafür, da ich aktuell noch Urlaub habe
      und genug Zeit finde, um mein Problem auf das Wesentliche zu reduzieren.

      In den letzten Monaten fühle ich mich leider zunehmend niedergeschlagen. (Ich gehe von einer Depression aus.)
      Ich befinde mich zur immer noch in einer Ausbildung zum Fachinformatiker (SI) und habe seit September das Gefühl, dass ich mit dem eingeschlagenen
      Bildungsweg meinen eigenen Ansprüchen nicht gerecht werde und frage mich, was wohl möglich gewesen wäre, wenn ich nicht unter den kognitiven Einschränkungen leiden würde.
      Im Kindesalter wurde mir ein IQ von 120 Punkten bestätigt, was allgemein als leicht überdurchschnittlich gilt, jedoch kann ich dem nach meiner eigenen Meinung in keinster Weise
      gerecht werden. Ich mache mir nun immer mehr Vorwürfe, warum aus mir nichts richtiges wird, warum ich kein Abitur gemacht habe und nun nicht z.B. Informatik studiere.
      Der Witz ist jedoch, dass ich trotz diesen Ansprüchen bereits in Teilen mit meiner Ausbildung überfordert bin. Ich würde in meiner jetzigen Verfassung weder
      das Abitur bestehen, noch ansatzweise das Studium überstehen. (Und dennoch mache ich mir deswegen täglich Vorwürfe)

      Ich bin einfach nicht in der Lage, sei es eine komplexe Aufgabenstellung oder im Selbststudium, selbstständig, sorgfältig und in Teilschritten zu arbeiten und Aufgaben zu lösen.
      Ich fühle mich sofort von solchen Aufgaben überfordert, das frustriert mich ungemein und hindert mich stark am Erlernen von neuem Wissen.
      So kommt es, dass ich meine Freizeit an den Tagen in der Berufsschule nur dafür aufopfere, Inhalte zu verstehen und Aufgabenstellungen mit großer Mühe zu erledigen.
      Generell habe ich schon seit längerer Zeit das Gefühl, dass der Tag für andere Menschen mehr als 24 Stunden hat, mich erstaunt es, was manche Leute an einem
      Tag vollbringen können, wie sie sich z.B. politisch oder ehrenamtlich engagieren, währenddessen ich ewig an einer eigentlich einfachen Aufgabe hänge.
      Das geht so weit, dass ich mich frage, ob ich jemals Zeit für eine Beziehung oder gar Kinder haben werde, ich fühle mich bereits mit mir selbst überfordert.

      So kommt es auch, dass ich nicht sehr viele soziale Kontakte pflege.
      Ich bin keiner, der generell nichts unternehmen möchte jedoch habe ich keine Schulfreunde mit denen ich mich mal treffen kann, gute Erfahrungen habe ich während meiner Schulzeit
      nicht gesammelt, weshalb möglich ist, dass ich seitdem eine Sozialphobie entwickelt habe. Mir fällt es schwer, mich neuen Menschen zu öffnen, zum einen, weil ich Angst habe,
      dass diese mich und meine Art ablehnen könnten, zum anderen, weil ich es nie gelernt habe und deshalb nicht genau weiß, mit ebenjenen umzugehen.
      Ich würde zudem von mir behaupten, dass ich wegen diesen Unklarheiten nicht aktiv versuche entsprechende Kontakte zu knüpfen, letztendlich ist es Stress und Arbeit,
      ich sehe für mich auf dem ersten Blick keinen Mehrwert, der den Aufwand entschädigen würde.
      Ich sehe mich deshalb zunehmend sozial isoliert, ich kann Kontakte schlecht herstellen, pflegen und verspüre auch keinen Drang danach.

      Zudem stelle ich ein weiteres Defizit bei mir fest:
      Auf Arbeit bemerke ich, dass ich über so gut wie kein Allgemeinwissen besitze. Wenn ich denn mit meinen Kollegen ins Gespräch komme, diese sind zwischen 20 und 40 Jahren älter,
      jedoch kommt es mir so vor, als wüsste ich so gut wie nichts von dieser Welt, können sie mir Vorträge über Hobbies, Politik, Geschichte und Kultur halten, von dem ich so gut wie keinen Schimmer habe.
      Mir wurde schon öfters gesagt, dass ich mir darüber nicht allzu viele Gedanken machen soll, das käme mit der Zeit von ganz allein, aber ich sehe da ein sehr großes Problem:
      Ich kann mich dafür überhaupt nicht begeistern, mir ist bewusst, dass diese allgemeine Bildung neben der fachlichen Ausrichtung einen essentiellen Teil zur Selbstfindung beiträgt und deshalb
      unverzichtbar für das Sein als menschliches Individuum ist, zumindest denke ich, dass ich dies verstanden habe. Hierbei muss ich anmerken, dass mir von Elternseite aus nichts vorgelebt wurde,
      da meine beiden Elternteile ebenfalls psychisch belastet sind. Praktisch merke ich davon nämlich nichts, ich habe keinerlei Interessen in den Bereichen: "Politik, Geschichte und Kultur".
      Meine "Hobbies" beschränken sich aktuell auf Computer- und Konsolenspiele, wobei mir mittlerweile nicht mal diese die Art von Befriedigung und Erholung
      aus Kindheitstagen geben können, davon mal abgesehen, dass dies für viele Menschen kein Hobby ist und ich es nur deshalb aufzähle, damit ich überhaupt etwas aufzählen kann.
      Zudem weiß ich auch nicht, ab wann man sich selbst als "belesen" oder "wissend" titulieren darf, dass es als Hobby zählt.
      Auch ich hatte durchaus schon Interessen und Beschäftigungen, mit denen ich mich zeitweise sehr intensiv auseinandergesetzt habe, dies war jedoch immer nur von recht kurzer Dauer, maximal etwa ein Jahr.
      In meinen Augen verliere ich zu schnell das Interesse an Dingen, um das ich mich jemals tiefer in eine Materie einarbeiten kann. Auch hier erkenne ich das bereits oben geschilderte Problem,
      ich sehe einen riesigen Berg von Wissen auf mich zukommen und weiß nicht, wie ich diesen in Teile spalten soll, damit ich mit dem Wissen umgehen und arbeiten kann.
      Oftmals lande ich bei meinen Recherechen dann "vom Hundertsten im Tausendsten", verliere das eigentliche Thema aus den Augen und habe letztendlich keinen Fortschritt erzielt.

      Es bleibt aber auch ebenso wenig an Wissen hängen, sinnbildlich fühle ich mich so, als wäre der Speicher meiner Festplatte schon längst bis zum Rand hin gefüllt und der einzige Weg,

      um mir Dinge wenigstens für kurze Zeit zu merken, ist der, dass ich diesen wieder überschreibe oder zumindest jenes Allgemeinwissen als unnötig und überflüssig betrachte und verdränge.

      Ich fühle mich so, als wenn ich bereits an mein Limit der Wissensaufnahme angelangt wäre, obwohl ich praktisch nichts weiß.


      Ich bin der Meinung, dass ich dazu imstande wäre, mehr aus meinen Leben zu machen (vor allem ohne entsprechende kognitive Einschränkungen), als mir das bisher gelungen ist, ich meine auch,
      die grundlegenden Probleme erkennen zu können, sehe mich aber nicht imstande, diese selbstständig zu bewältigen. Zudem denke ich, dass ich ein großes Problem im Bereich "soziale, politische und
      kulturelle Bildung" besitze, dennoch fehlt mir jeglicher Anreiz, um mich hier mit Themen auseinanderzusetzen, besser gesagt der Wille, um diese aktiv Situation zu verändern.

      Ich danke allen, die sich die Zeit genommen haben, diesen Text zu lesen, vielleicht hat die ein oder andere Person bereits ähnliche Erfahrungen durchmachen müssen und hat ein paar hilfreiche Tipps,
      wie ich mein Leben so lenken kann, dass ich mich selbst nicht als ungebildet, unkultiviert und weitgehend Interessenlos beschreiben würde.
    • Falls du die Diagnose Adhs hast, müsste es doch Angebote zur Unterstützung dafür geben z.b. in Lwl Kliniken oder Shg s.
      “The mind is like tofu. It tastes like whatever you marinate it in.”

      (Sylvia Boorstein)
    • Linnea wrote:

      Falls du die Diagnose Adhs hast, müsste es doch Angebote zur Unterstützung dafür geben z.b. in Lwl Kliniken oder Shg s.
      Diese Angebote mag es geben, das stimmt.

      Damit ich aber den Text nicht noch weiter unnötigt aufblähe, habe ich hier Details weggelassen, die ich schon mal möglicherweise in anderen Posts angedeutet habe:

      Mir fällt das Eingestehen einer solchen Schwäche, Einschränkung, Behinderung ungemein schwer, ich verbinde damit unschöne Momente in meiner Kindheit, weshalb es mir auch schwer fällt, solche Angebote wahrzunehmen. Ich schätze zudem die Anonymität, die dieses Forum bietet, denn allein den Besuch einer psychiatrischen Einrichtung fällt mir schwer, da mir der Gedanke unangenehm ist, dass ich von Menschen gesehen werden könnte, die mich kennen, da mögliche Anlaufstellen in meiner Nähe keine Diskretion dahingehend bieten.

      The post was edited 1 time, last by namenlos: Korrektur Rechtschreibung ().

    • namenlos wrote:

      Zudem stelle ich ein weiteres Defizit bei mir fest:
      Auf Arbeit bemerke ich, dass ich über so gut wie kein Allgemeinwissen besitze. Wenn ich denn mit meinen Kollegen ins Gespräch komme, diese sind zwischen 20 und 40 Jahren älter,
      jedoch kommt es mir so vor, als wüsste ich so gut wie nichts von dieser Welt, können sie mir Vorträge über Hobbies, Politik, Geschichte und Kultur halten, von dem ich so gut wie keinen Schimmer habe.
      Mir wurde schon öfters gesagt, dass ich mir darüber nicht allzu viele Gedanken machen soll, das käme mit der Zeit von ganz allein, aber ich sehe da ein sehr großes Problem:
      Ich kann mich dafür überhaupt nicht begeistern, mir ist bewusst, dass diese allgemeine Bildung neben der fachlichen Ausrichtung einen essentiellen Teil zur Selbstfindung beiträgt und deshalb
      unverzichtbar für das Sein als menschliches Individuum ist, zumindest denke ich, dass ich dies verstanden habe. Hierbei muss ich anmerken, dass mir von Elternseite aus nichts vorgelebt wurde,
      da meine beiden Elternteile ebenfalls psychisch belastet sind. Praktisch merke ich davon nämlich nichts, ich habe keinerlei Interessen in den Bereichen: "Politik, Geschichte und Kultur".
      Meine "Hobbies" beschränken sich aktuell auf Computer- und Konsolenspiele, wobei mir mittlerweile nicht mal diese die Art von Befriedigung und Erholung
      aus Kindheitstagen geben können, davon mal abgesehen, dass dies für viele Menschen kein Hobby ist und ich es nur deshalb aufzähle, damit ich überhaupt etwas aufzählen kann.
      Zudem weiß ich auch nicht, ab wann man sich selbst als "belesen" oder "wissend" titulieren darf, dass es als Hobby zählt.
      Dann wirst du in 20 oder 40 Jahren, den Azubis etwas über Computerspiele erzählen und sie werden denken "Ach der weiß so viel Allgemeines über alte Spiele und so, und ich weiß gar nichts...."... was ich damit sagen will, die Zeiten ändern sich, deine Kollegen sind einfach zu einer Zeit aufgewachsen, wo es andere Interessen gab. Dein Wissen ist nicht wertloser, sondern nur anders.
      Für Politik habe ich mich übrigens auch erst mit 30 interessiert (und jetzt besorgt oder verägert mich es so, dass ich es oft wieder meide).

      Deine Probleme zu lernen, können von Depression kommen, auch die Konzentration, und dass man für alles viel länger bracht (man sich fragt, wo die Zeit hingekommen ist, und wie andere so viel an einem Tag schaffen). Das musstdu also nicht als einen unveränderlichen Zustand sehen, also als lebenslange Behinderung, das kann sich auch wieder bessern.

      Um beruflich erfolgreich zu sein, braucht man oft auch andere Dinge als nur den reinen kristallinen IQ-Wert. So gesehen verpflichtet ein IQ-Wert zu nichts (so dass du nicht zu denken brauchst: "Mit diesem IQ müsste ich doch eigentlich..."). Mir hat man es auch schon gesagt, dass IQ nichts darüber aussagt, wie erfolgreich jmd im Leben wird, weil es da auch noch so viele andere Faktoren gibt.
      Man liest übrigens, dass es heute viel zu viele Leute gibt, die studieren wollen, es herrscht aber Mangel an unstudierten Fachkräften... also willst du als Fachinformatiker arbeiten oder als studierter Informatiker Taxi-Fahren? Soll heißen, die Entscheidung zur Lehre kontra Studium ist nicht dumm.
    • Auch, wenn es dir schwerfällt....da du aber Individuum mit eigener langjähriger Geschichte bist... kann es zwar hier und da Ratschläge und Ideen geben, die man oft auch in Ratgebern finden kann.... aber was genau für dich, deine Empfindungen, Temperament, Bedürfnisse. .. gut passt...dafür wäre doch ein Therapeut und o.gen. Angebote tiefgreifender hilfreich.
      “The mind is like tofu. It tastes like whatever you marinate it in.”

      (Sylvia Boorstein)
    • Ich habe mir beim ersten Lesen ein paar Gedanken gemacht und bin insbesondere hierüber gedanklich gestolpert (RW):

      namenlos wrote:

      Ich bin einfach nicht in der Lage, sei es eine komplexe Aufgabenstellung oder im Selbststudium, selbstständig, sorgfältig und in Teilschritten zu arbeiten und Aufgaben zu lösen.
      Nun bin ich kein Pädagoge, aber ich war einige Jahre (in der Bundeswehr als Offizier) Ausbilder und mein Eindruck ist: Es könnte sein, dass Du Dich an einer Lernmethode/ Lernstrategie versuchst, die gar nicht für Dich geeignet ist. Mir ist bewusst, dass der von Dir von beschriebene Ansatz sehr häufig propagiert wird ... aber der ist in der Form für manche Leute so nicht geeignet.

      Ich kann Dir jetzt nicht sagen, welcher Ansatz für Dich richtig ist. Aber es gibt zahlreiche Möglichkeiten, mit einem Profi/ Experten die beste eigene Form des Lernens zu lernen.

      namenlos wrote:

      jedoch kommt es mir so vor, als wüsste ich so gut wie nichts von dieser Welt, können sie mir Vorträge über Hobbies, Politik, Geschichte und Kultur halten, von dem ich so gut wie keinen Schimmer habe.
      Mir wurde schon öfters gesagt, dass ich mir darüber nicht allzu viele Gedanken machen soll, das käme mit der Zeit von ganz allein, aber ich sehe da ein sehr großes Problem:
      Gerade bei Geschichte (habe ich z.B. studiert), Politik und Kultur ist es nun aber auch so, dass Leute da zwar oft und gerne epische Vorträge halten können - ob die aber sachlich sind, steht auf einem ganz anderen Blatt Papier (RW). Meiner Erfahrung nach ist das Wissen dort jeweils sehr selektiv und wirkt nur deshalb so kenntnisreich, weil eigentlich oft das soziale Umfeld nur nickt, zustimmt, ergänzendes Halbwissen einwirft. Eine Art soziales Spiel, so wie ich das beobachte. Es hat mit Wissen so wenig zu tun wie Unterhaltungen über das Wetter von morgen bei völliger Ahnungslosigkeit aller Beteiligten auf dem Gebiet der Meteorologie.

      Deshalb "kommt es mit der Zeit schon von alleine": Du wirst schlicht Erfahrung in dieser Art Unterhaltung sammeln. Oder das Selbstbewusstsein entwickeln zu sagen: "Sorry, das interessiert mich nicht und ich habe auch keine Ahnung davon!" Ist bei mir z.B. so, wenn es um Musik geht. Ich kann keine Noten lesen (hat man mir beigebracht, hat mich aber nie interessiert) und kein Instrument spielen. Aber das kratzt (RW) mich auch nicht. Wenn mir jemand nahelegt, ich müsste das (Allgemeinbildung) können, dann kontere ich mit: "Spielen Sie Schach? Oder Skat?".

      namenlos wrote:

      Oftmals lande ich bei meinen Recherechen dann "vom Hundertsten im Tausendsten", verliere das eigentliche Thema aus den Augen und habe letztendlich keinen Fortschritt erzielt.
      Ich habe da einen praktischen Vorschlag (ein wenig "old school"): Beschränke Dich selbst doch einfach mal auf eine Bibliothek und echte Bücher. Kein Internet, kein Wikipedia. Das hindert Dich automatisch daran, vom Hundertstel ins Tausendstel abzudriften. Aber wenn Du nicht wirklich akademisch forschst, dann findest Du alle notwendigen Informationen in einer größeren Bibliothek.
      Um es ganz konkret zu machen: Lasse Dir mal von jemandem, der ein wenig älter ist und studiert hat, zeigen, wie man eine Literaturrecherche in der Bibliothek macht (z.B. für eine Hausarbeit im Studium).
      Of course I talk to myself! :nod: Sometimes I need expert advice. :prof:
    • namenlos wrote:

      Praktisch merke ich davon nämlich nichts, ich habe keinerlei Interessen in den Bereichen: "Politik, Geschichte und Kultur".
      Das ist aber ein extrem weites Feld. Ich bin mir sicher, dass es da etwas gibt, was dich interessieren könnte oder dich vielleicht sogar schon interessiert, nur dass du es vielleicht nicht diesen Bereichen zuordnen würdest, weil es vielleicht nicht "Mainstream" ist. Ich finde z.B. die Dokus von Arte meistens sehr interessant, in denen es ja häufig um kulturelle Themen geht. In der Schule war bei mir Geschichte hauptsächlich langweiliges Auswendiglernen von Daten und Fakten, obwohl mich eigentlich viel mehr interessiert hat, wie das alltägliche Leben für die Menschen, die in dieser Zeit gelebt haben, aussah.

      namenlos wrote:

      Zudem weiß ich auch nicht, ab wann man sich selbst als "belesen" oder "wissend" titulieren darf, dass es als Hobby zählt.
      Darüber würde ich mir nicht so viele Gedanken machen. Ich denke, jeder darf Dinge, mit denen er sich gerne beschäftigt, als Hobby bezeichnen. Da gibt es für mich kein Mindestmaß an Wissen oder Fähigkeiten.

      namenlos wrote:

      Oftmals lande ich bei meinen Recherechen dann "vom Hundertsten im Tausendsten", verliere das eigentliche Thema aus den Augen und habe letztendlich keinen Fortschritt erzielt.
      Wenn es unfreiwillige Recherchen sind, passiert mir das auch oft. Wenn man da effizienter sein will, muss man manchmal einfach in den sauren Apfel beißen und akzeptieren, dass man nicht jede Kleinigkeit verstehen oder vertiefen kann.

      namenlos wrote:

      Es bleibt aber auch ebenso wenig an Wissen hängen, sinnbildlich fühle ich mich so, als wäre der Speicher meiner Festplatte schon längst bis zum Rand hin gefüllt und der einzige Weg,

      um mir Dinge wenigstens für kurze Zeit zu merken, ist der, dass ich diesen wieder überschreibe oder zumindest jenes Allgemeinwissen als unnötig und überflüssig betrachte und verdränge.

      Ich fühle mich so, als wenn ich bereits an mein Limit der Wissensaufnahme angelangt wäre, obwohl ich praktisch nichts weiß.
      Meine Erfahrung ist, dass ich mir Wissen nur dann gut und langfristig merken kann, wenn es mich interessiert oder ich es regelmäßig praktisch anwenden kann. Alles andere ist eigentlich nur sinnlose Auswendiglernerei.
    • namenlos wrote:



      und hat ein paar hilfreiche Tipps,

      wie ich mein Leben so lenken kann, dass ich mich selbst nicht als ungebildet, unkultiviert und weitgehend Interessenlos beschreiben würde.
      Ich habe den Kern des Problems noch nicht ganz verstanden.
      Hältst du dich selbst für ungebildet etc. oder nur dann, wenn du dich aus dem Blickwinkel anderer Menschen heraus betrachtest?
    • Hast du es mal mit einer anderen Methode als Lesen versucht? Zum Beispiel Hören, Sprechen, Singen etc. Erklären hilft besonders gut um sich etwas langfristig einzuprägen, auch wenn du es einer Lampe erklärst. ;)

      Aufgabenstellungen sind in den IHK Aufgaben oft sehr naja doof Gestellt. Meiner Erfahrung nach fühlt sich da jeder Auzbi unfähig, wenn er zum ersten Mal davor sitzt. Jedoch sind sie jedes Mal gleich doof und man kann durch ganz ganz viel Wiederholung sich damit sicherer fühlen?

      Evtl könnte dir ein Nachteilsausgleich helfen? Mehr Zeit, ein eigener Raum oder eine Assistenz, die mit dir einen Lernplan macht?

      Hast du auch im Alltag Probleme mit Exekutiven Funktionen? Falls du nicht Zuhause wohnst wäre dann betreutes Einzelwohnen eine Option.

      Und bzgl. Der Depressionsgefühle: Da es Winter ist würde ich dir raten erstmal über den Hausarzt einen Vitamin D Test machen zu lassen und dann eine Therapie zu suchen.
    • Oh und bzgl Allgemeinwissen: Auf YouTube gibt es eine kleine Reihe zum Allgemeinwissen, die verschiedene Themenblöcke leicht zusammen fasst und einem kurzen Überblick gibt. Hier der 1. Teil Glaube ich:


      Kleiner Hinweis am Rande auch wenn die anderen zu wirken, die wissen oft nicht halb so viel, wie es rüber kommt und haben einfach mehr Übung in solchen Gesprächen und Lebenserfahrung.
    • Das mit Geschichte oder den anderen Wissensgebieten habe ich auch so erlebt, wie @Digital_Michael es beschrieben hat.
      Falls man dann von einem Thema doch mal etwas weiss und etwas korrigiert... ist aber etwas los :m(:
      Es geht einigen gar nicht um das Wahre , sondern um das reden und angeben.

      Daher ist, es nicht ganz wichtig zu nehmen, ein guter Rat.
      “The mind is like tofu. It tastes like whatever you marinate it in.”

      (Sylvia Boorstein)
    • FruchtigBunt wrote:

      namenlos wrote:

      und hat ein paar hilfreiche Tipps,

      wie ich mein Leben so lenken kann, dass ich mich selbst nicht als ungebildet, unkultiviert und weitgehend Interessenlos beschreiben würde.
      Ich habe den Kern des Problems noch nicht ganz verstanden.Hältst du dich selbst für ungebildet etc. oder nur dann, wenn du dich aus dem Blickwinkel anderer Menschen heraus betrachtest?
      Seit den letzten Monaten tue ich das, ja. Es mag naiv klingen, aber ich sehe Menschen, die können feiern gehen, haben einen großen Freundeskreis, sind so gut wie immer unterwegs und denen gelingt dennoch mehr als mir. Ich kann nicht beantworten, wie tief diese Menschen wirklich in einem bestimmten Thema sind, ich fühle mich davon bereits erschlagen und niedergeschlagen. (Auch wenn es nur Fetzen sind, die aus einem Kontext gerissen sind, den ich nicht kenne, habe ich an mich selbst die Erwartungshaltung, dass ich solche Dinge verstehe und bin enttäuscht, wenn es nicht so ist.)

      MangoMambo wrote:

      Oh und bzgl Allgemeinwissen: Auf YouTube gibt es eine kleine Reihe zum Allgemeinwissen, die verschiedene Themenblöcke leicht zusammen fasst und einem kurzen Überblick gibt. Hier der 1. Teil Glaube ich:


      Kleiner Hinweis am Rande auch wenn die anderen zu wirken, die wissen oft nicht halb so viel, wie es rüber kommt und haben einfach mehr Übung in solchen Gesprächen und Lebenserfahrung.
      Das ist ein guter Tipp, vielen Dank dafür.

      MangoMambo wrote:

      Hast du auch im Alltag Probleme mit Exekutiven Funktionen?
      Um mal Wikipedia zu zitieren:
      • das Setzen von Zielen, -ja
      • strategische Handlungsplanung zur Erreichung dieser Ziele, -ja
      • Einkalkulieren von Hindernissen auf dem Weg dahin, -teilweise
      • Entscheidung für Prioritäten, -ja
      • Selbstkontrolle (Impulskontrolle und Emotionsregulation), -ja
      • das Arbeitsgedächtnis -teilweise
      • bewusste Aufmerksamkeitssteuerung, -ja
      • zielgerichtetes Beginnen, Koordinieren und Sequenzieren von Handlungen, -ja
      • motorische Umsetzung, Beobachtung der Handlungsergebnisse und Selbstkorrektur. -ja
      Ich finde mehr oder weniger für mich überall ein Negativbeispiel.

      MangoMambo wrote:

      Evtl könnte dir ein Nachteilsausgleich helfen? Mehr Zeit, ein eigener Raum oder eine Assistenz, die mit dir einen Lernplan macht?
      Selbiges Problem wie das Aufsuchen von Anlaufstellen: Ich habe ein großes Problem entsprechende Defizite gegenüber anderen Personen einzugestehen, ich weiß, dass ich an Defiziten leide, bin aber so geprägt, dass es mir äußerst schwer fällt, diese Dinge auch einzugestehen. Keiner, außer meine Familie, weiß, weshalb ich so bin wie ich bin und weshalb ich anders als Gleichaltrige herüberkomme. Für mich stellt dies eine besondere Belastung dar, um diesen Schein aufrecht zu erhalten, sicher merken einige Menschen auch, dass ich nicht "normal" bin.

      Ich selbst weiß auch nicht alles über mich, denn die Aussage "ADHS" und die Aussage "autistische Züge" beruhen nur auf dem, als was ich teilweise von meiner Familie beschimpft worden bin (hyperaktiv) und das was mir gegenüber beiläufig erwähnt wurde (autistische Züge). Ersteres kann ich für mich durchaus bestätigen, da etwaige Tests relativ klar darauf schließen lassen und ich mich auch in Schilderungen von anderen Betroffenen wiederfinden kannn, für Letzteres gibt es durchaus einige Anzeichen, die bereits in meiner Kindheit vorhanden waren, wobei die Tests eine Tendenz zeigen, aber nicht so eindeutig, wie bei ADHS, letztendlich könnten es die Komorbiditäten der beiden Störungen sein, die diese Tendenz und die Aussage stützen. Es könnte aber durchaus sein, dass auch so etwas wie Asperger in Betracht käme, aber nicht diagnostiziert wurde, weil ADHS dominierend ist und zu der Zeit Kombidiagnosen laut ICD ausgeschlossen waren. Im Juli wollte ich mir meine Unterlagen zusenden lassen, habe die Klinik auch bereits per E-Mail angeschrieben, jedoch nie den Brief aufgesetzt, weil ich mich dazu nicht überwinden konnte, ich wohne noch zu Hause und allein die Angst, dass jemand meine Unterlagen in die Finger bekommt, macht mir zu schaffen, der Umgang mit solchen Themen ist in meiner Familie leider sehr schwer, obwohl einige Familienmitglieder, vor allem meine beiden Elternteile jeweils psychisch vorbelastet sind und so kann ich mich nicht dazu überwinden, dies anzuschneiden, hier wäre sicher ein Therapeut praktisch, den man alles erzählen könnte.

      Ich danke Euch für Eure Antworten.
    • namenlos wrote:

      Hierbei muss ich anmerken, dass mir von Elternseite aus nichts vorgelebt wurde,
      da meine beiden Elternteile ebenfalls psychisch belastet sind. Praktisch merke ich davon nämlich nichts, ich habe keinerlei Interessen in den Bereichen: "Politik, Geschichte und Kultur".
      Meine "Hobbies" beschränken sich aktuell auf Computer- und Konsolenspiele, wobei mir mittlerweile nicht mal diese die Art von Befriedigung und Erholung
      aus Kindheitstagen geben können, davon mal abgesehen, dass dies für viele Menschen kein Hobby ist und ich es nur deshalb aufzähle, damit ich überhaupt etwas aufzählen kann.
      Zudem weiß ich auch nicht, ab wann man sich selbst als "belesen" oder "wissend" titulieren darf, dass es als Hobby zählt.
      Als Jugendlicher dachte ich auch: Irgendwann muss ich mich für Allgemeinbildungs-Themen interessieren, um ein richtiger Erwachsener zu werden. Und eine Weile habe ich Nachrichten und Wikipedia-Artikel zu solchen Themen gelesen, obwohl sie mich kaum interessiert haben.

      Inzwischen denke ich mir: Wozu eigentlich? Wenn die Kollegen 20-40 Jahre älter sind, dann gibt's evtl. eh nicht viele gemeinsame Themen.
      Bei Politik haben die älteren Kollegen z.B. die Entwicklung über mehrere Jahrzehnte miterlebt und messen die aktuellen Geschehnisse daran. Da kann man meiner Meinung nach gar nicht mitreden, wenn man nicht in einem ähnlichen Alter ist und es selbst erlebt hat. Es hilft also auch nicht, sich in die Themen einzulesen.

      Und ich würde Gaming schon als Hobby zählen. Warum auch nicht?
      Das Problem, kaum gemeinsame Themen mit Kollegen zu haben, kenne ich auch mit grob gleichaltrigen Kollegen. Und da liegt's eher nicht an Allgemeinbildung; die Kollegen reden alle kaum über typische Allgemeinbildungs-Themen.
      Ein Punkt ist, dass einige der Kollegen viel Sport gemeinsam machen: Ski fahren, Mountainbiken, Klettern, usw. Und weil ich motorisch zu ungeschickt für deise Sportarten bin, kann ich da nicht mitmachen und mitreden, damit fällt schon mal ein großes Thema weg.
      Und die allermeisten leben in einer Beziehung. Da kann ich auch nicht mitreden.

      namenlos wrote:

      Ich sehe mich deshalb zunehmend sozial isoliert, ich kann Kontakte schlecht herstellen, pflegen und verspüre auch keinen Drang danach.
      Das ist doch auch nicht schlimm. Das könnte auch viel schlimmer sein - nämlich dann, wenn man sich sehnlichst Kontakte wünscht, es aber nicht schafft, welche zu knüpfen/halten.

      namenlos wrote:

      Ich danke allen, die sich die Zeit genommen haben, diesen Text zu lesen, vielleicht hat die ein oder andere Person bereits ähnliche Erfahrungen durchmachen müssen und hat ein paar hilfreiche Tipps,
      wie ich mein Leben so lenken kann, dass ich mich selbst nicht als ungebildet, unkultiviert und weitgehend Interessenlos beschreiben würde.
      Ich habe gerade den Vorstellungs-Thread gelesen: Du bist ja eh erst 18 oder 19.
      Da würde ich mir überhaupt keine Sorgen machen, wegen sowas negativ wahrgenommen zu werden. Mit einer guten Chance haben sich die Kollegen in dem Alter auch nicht so für Allgemeinbildungs-Themen interessiert.
      Und vieles war vor ein paar Jahrzehnten auch anders. Mangels Internet und den heutigen Plattformen hat man sich ganz automatisch mehr mit Massenmedien beschäftigt: TV, Nachrichten, Zeitungen, Bücher.
      Heute verbringen die Leute eben mehr Zeit mit den Inhalten, die sie wirklich sehen wollen. Damit denke ich, dass die jungen Menschen heute im Schnitt weniger Allgemeinbildung haben als früher.

      Etwas blöd ist halt, dass es keine grob gleichaltrigen Kollegen gibt. Das kann sich aber schnell ändern.

      Ich war so im Alter 16-20 in einer ganz ähnlichen Situation und hatte riesige Ansprüche an mich. Irgendwann habe ich eingesehen, dass diese Ansprüche mein Hauptproblem sind: Es ist sinnlos, sich mit Themen kaputtzumachen, die von außen nicht mal jemand wahrnimmt.
      Dann habe ich die Ansprüche an mich ziemlich schnell gegen Null reduziert und bin seitdem deutlich zufriedener.
      Mit der Ausbildung als Fachinformatiker machst du auf jeden Fall nix falsch :thumbup: . Du musst ja nach der Ausbildung auch nicht in der Firma bleiben, sondern kannst auch woanders hingehen, wo du jüngere und nerdigere Kollegen hast. Das Ende der Ausbildung ist ja irgendwo absehbar.
      Und ein Studium ist ja auch nicht ausgeschlossen: Je nach Bundesland kann man nach der Ausbildung noch 1 Jahr auf die Berufsoberschule (BOS) gehen, dort das Fachabitur machen und dann an einer Fachhochschule studieren. Oft hat man damit bei Bewerbungen sogar bessere Chancen als jemand, der am Gymnasium Abi gemacht und dann studiert hat.
    • namenlos wrote:

      Selbiges Problem wie das Aufsuchen von Anlaufstellen: Ich habe ein großes Problem entsprechende Defizite gegenüber anderen Personen einzugestehen,
      Das zu lernen ist der schwierigste und wichtigste Part und macht tatsächlich für mich einen weisen Erwachsenen aus. Viele ältere Leute, deren Schwatzen du so bewunderst können das nicht. Leute stellen sich fast immer besser da, als sie sind und ihre Schwächen bekommst du nur nicht zu sehen.
      Diese Ansprüche die du stellst kann niemand erfüllen, weder die anderen noch du.
    • MangoMambo wrote:

      Das zu lernen ist der schwierigste und wichtigste Part und macht tatsächlich für mich einen weisen Erwachsenen aus. Viele ältere Leute, deren Schwatzen du so bewunderst können das nicht. Leute stellen sich fast immer besser da, als sie sind und ihre Schwächen bekommst du nur nicht zu sehen.
      :nod:


      Und jetzt wieder an @namenlos

      Deine eigenen Ansprüche müssen vielleicht gar nicht so sein, wie sie sind.
      Schon mal in schlaflosen Nächten drüber nachgedacht?

      Ich denke, dass ich weiß, von was ich schreibe...daran arbeite ich nämlich auch gerade. Und auch an der Sichtweise, dass ich es immer versuchen muss/will, bei Konflikten den Auslöser zu finden und die Situation aufdröseln möchte und natürlich zum Schluss den Anderen überzeugen will, dass er sein Unrecht einsieht!!! :prof:

      Schön wär's natürlich. Aber so ist die Welt nicht aufgestellt! Und ich will meine Lebenszeit nicht so unnütz vorüberziehen lassen. Du vielleicht auch nicht.
      When you're hot, you're hot - and when you're not, you're not (Jerry Reed)

      "Man sieht nur mit der Lupe gut" - Prinzessin Petronia (ihr in den königlichen Mund gelegt von Katharina Greve)
    • namenlos wrote:

      Generell habe ich schon seit längerer Zeit das Gefühl, dass der Tag für andere Menschen mehr als 24 Stunden hat, mich erstaunt es, was manche Leute an einem
      Tag vollbringen können, wie sie sich z.B. politisch oder ehrenamtlich engagieren, währenddessen ich ewig an einer eigentlich einfachen Aufgabe hänge.
      Das geht so weit, dass ich mich frage, ob ich jemals Zeit für eine Beziehung oder gar Kinder haben werde, ich fühle mich bereits mit mir selbst überfordert.
      Jaja, da spielt aber vielleicht auch das offizielle Ideal unserer Tage hinein. So wie in der Werbung, da sind Familien jung, vermögend, in freistehenden Einfamilienhäusern wohnend, gut aussehend, die hübschen munteren Kinderlein und der putzige Hund springen munter umeinander, tralala......der Vater backt mit dem Sohn einen Kuchen oder Pizza für die abwesenden Familienmitglieder, ganz wie im typischen Leben... :sarcasm:

      Ehrlich gesagt, mir fiel irgendwann auf, dass ich mit der Bewältigung emotionaler Arbeit viel Energie verbrauche. Da bleibt nichts mehr übrig zum Ehrenamt, für den Sportverein/Fitnessclub, dem Urlaub, dem Freundeskreis.
      Wenn es dir ähnlich geht, solltest du das möglicherweise akzeptieren und deine Ziele niedriger hängen.

      Und eventuell hilft es, offiziell zu sagen, ich habe sehr viel mit mir selbst zu tun, es bleibt nichts bis gar nichts übrig für Sonstiges, aber ladet mich ruhig immer wieder zu einem geselligen Abend ein, vielleicht schaffe ich es ja doch irgendwann mal, mitzukommen!
      Ist nur ein Vorschlag. Vielleicht passt etwas anderes besser auf deine Verhältnisse, aber vielleicht verstehst du auch meinen Ansatz und kannst es für dich passend machen.
      When you're hot, you're hot - and when you're not, you're not (Jerry Reed)

      "Man sieht nur mit der Lupe gut" - Prinzessin Petronia (ihr in den königlichen Mund gelegt von Katharina Greve)
    • Capricorn wrote:

      Ehrlich gesagt, mir fiel irgendwann auf, dass ich mit der Bewältigung emotionaler Arbeit viel Energie verbrauche. Da bleibt nichts mehr übrig zum Ehrenamt, für den Sportverein/Fitnessclub, dem Urlaub, dem Freundeskreis.
      Wenn es dir ähnlich geht, solltest du das möglicherweise akzeptieren und deine Ziele niedriger hängen.

      Und eventuell hilft es, offiziell zu sagen, ich habe sehr viel mit mir selbst zu tun, es bleibt nichts bis gar nichts übrig für Sonstiges, aber ladet mich ruhig immer wieder zu einem geselligen Abend ein, vielleicht schaffe ich es ja doch irgendwann mal, mitzukommen!
      "Dumm geboren, nichts dazugelernt und dann auch noch die Hälfte vergessen..." Den konnte ich ich bei dir im Profil finden, der trifft es schon ganz gut.
      In der Zeit, bevor mich die Realität so heruntergezogen hat, habe ich nie großartig darüber philosophiert, ob mein Wissen auf einem Niveau zu dem meiner Mitmenschen liegt, so ein bisschen wie: "Ich mache mein Ding und ihr macht euer Ding!". Jetzt denke ich aber, dass gerade in solchen Angelegenheiten wie Kultur und Politik zumindest, aktuell ist es das nicht, ansatzweise auch "mein Ding" sein sollte und darüber hinaus sollten mich Themen interessieren in denen ich mich wirklich vertiefen kann, das war auch zeitweilig der Fall, aber nie länger als ein Jahr. (das längste Interesse bestand bisher an Astronomie) Ich mache zwar noch Dinge in meiner Freizeit, Computerspiele, seltener Serien und Filme, aber das füllt mich nicht mehr aus, ständig frage ich mich selbst, warum ich die Zeit nicht sinnvoller nutze und so kann ich auch nicht lang bei einer Tätigkeit verweilen, weil es mir kein gutes Gefühl vermittelt. Leider ist es so, dass mich Kultur und Politik nur bedingt interessieren, also bleibt in der Regel auch nichts hängen. Genau das ist es aber, was ich gern ändern würde, ich würde mich gern etwas mehr intellektuell bilden, weder allgemein, noch individuell gelingt mir das in letzter Zeit.

      Ich frage mich deswegen, was "normale" Menschen, im Gegensatz zu mir, so grundlegend anders machen, dass diese scheinbar glückliche, erfüllte Leben führen können, das kann ich von mir nicht behaupten. Sicher kommen viele Dinge durch soziale Interaktion und gänzlich isoliert, bzw. abgeschottet bin ich sicher auch nicht, mit meinen Altersgenossen kann ich mich allerdings nur bedingt identifizieren. Sicher gibt es dafür noch weitere Umstände (soziale Herkunft, Finanzen, Aussehen...etc.), aber irgendwo "dazugehört" habe ich nie wirklich. Bekanntschaften fallen mir fast nur durch zweckgebundene Kommunikation zu, wie ich aktiv auf eine fremde Person zugehe, um eine Konversation zu beginnen, habe ich bis heute nicht richtig gelernt und fällt mir dementsprechent schwer. Davon abgesehen, besteht auch nur ein geringes Interesse an sozialer Interaktion, auf Feiern fühle ich mich überflüssig und frage mich, weshalb ich eigentlich dort bin. Und auch hier mache ich mir selbst Vorwürfe, weshalb dies so ist und weshalb ich es nicht ändern kann, geschweige denn irgendwann mal ändern möchte. Die Vorwürfe sind vielleicht nicht gänzlich hausgemacht, denn meistens ist der Auslöser eine Frage zu meinem sozialen Umfeld, für mich sind diese Fragen äußerst unangenehm, da ich weiß, dass meine Umstände nicht der Norm und den Vorstellungen Vieler entsprechen. Für Außenstehende bin ich natürlich der Verantwortliche, die meisten Menschen wissen ja schließlich nichts von irgendeiner Behinderung, jedoch kann ich auch nicht damit rechnen, das irgendjemand Rücksicht oder Verständnis dafür zeigt, wenn ich dies kommuniziere, also muss ich mit mir selbst klarkommen und wie ich das bereits hier gelesen habe, sind auch manch andere so sehr geprägt, dass sie sich selbst schuldig machen, so wurde es mir immer wieder eingebläut, ich bin der Schuldige, ich muss mich ändern, ich bin nicht normal.

      The post was edited 1 time, last by namenlos ().