Umfrage Barriere: Ungewollt zu nah kommen

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    • Umfrage Barriere: Ungewollt zu nah kommen

      Gesucht: Autisten und Nicht-Autisten

      Zeitaufwand: 5-10 Min.

      Link: umfrage.hu-berlin.de/index.php/322719?lang=de


      Liebe Teilnehmer*innen,
      wir sind Studentinnen von der Humboldt-Universität in Berlin. Gemeinsam mit der White Unicorn e.V. haben wir einen Fragebogen zu verschiedenen Barrieren erstellt. Dieser Fragebogen behandelt die Barriere „ungewollt zu nah kommen".

      Manchmal kommen andere Menschen einem zu nah. Wenn man selbst das eigentlich nicht möchte, bedeutet das sie kommen ungewollt zu nah. Das kann eine Barriere sein. Wir wollen herausfinden, in welcher Stärke diese Barriere in verschiedenen Situationen beeinträchtigt. Beeinträchtigung heißt, dass Sie nicht mehr weitermachen können bei dem, was Sie gerade tun. Oder nicht dort bleiben können, wo Sie gerade sind.
      In diesem Fragebogen werden unterschiedliche Situationen beschrieben. Diese Situationen können unangenehm sein. Wir möchten wissen, wie unangenehm diese Barrieren für Sie sein können.

      In dieser anonymen Umfrage sind 36 Fragen enthalten. Es dauert höchstens 10 Minuten.

      Anschreiben_Barrieren.png

      Es gibt eine weitere Umfrage zur Barriere "Wenn Sachen und Orte plötzlich anders aussehen".

      Die Teilnahme an der Umfrage ist freiwillig. Die Ergebnisse werden anonym ausgewertet. Die Datenschutzrichtlinien werden dabei streng beachtet. Frau Prof. Dr. Vera Moser und Frau Dr. Schwager vom Institut für Rehabilitationswissenschaften begleiten die Umfrage wissenschaftlich. Es gelten die universitären Ethikrichtlinien der Humboldt Universität.

      Bei Fragen gerne hier im Thread melden.
      Ansprechperson: Meltem Poyraz
      Email: poyrazme@hu-berlin.de
    • PoyrazMe wrote:

      Wenn man selbst das eigentlich nicht möchte, bedeutet das sie kommen ungewollt zu nah.
      Puh.
      Ich sitz momentan im Zug, von daher hab ich Zeit.

      Abgebrochen. "Jemand ist im gleichen Raum wie Sie"
      Wartezimmer beim Arzt macht mir nix aus, in meinem Schlafzimmer sähe das schon ganz anders aus.
      :m(:

      The post was edited 1 time, last by Eismensch ().

    • Bei "jemand berührt mich am Körper" gibt es auch Unterschiede. Bei einer Massage mag ich es, in den meisten anderen Situationen nicht. Andererseits ist eine Massage auch nicht ungewollt, dann zählt das wahrscheinlich nicht.
      Manchmal wenn mich jemand aus Fürsorge berührt, fühlt es sich zwar komisch an, aber ich freue mich über die Anteilnahme.

      Insgesamt fand ich den Fragebogen interessant, weil mir nicht bewusst war, wie sehr mich diese Dinge stören.
      Mich würde da dann besonders der Unterschied zu Nichtautisten interessieren, ob Nichtautisten vielleicht auch manches stört, oder gar nicht.
      Alles wird galaktisch gut.
    • MangoMambo wrote:

      ...Was mir fehlte waren sehr leichte Berührungen. Diese finde ich lösen deutlich mehr Reize aus als feste...
      Nich einmal meine Frau darf mich streicheln, das ist die Spitze an fortgeführter leichter Berührung. Kurz halte ich es noch aus, dann muss ich ihre Hand aber wegschieben.

      Lieber fest gedrückt werden oder ohne Bewegung aneinander schmiegen, das finde ich gut.
    • MangoMambo wrote:

      Was mir fehlte waren sehr leichte Berührungen. Diese finde ich lösen deutlich mehr Reize aus als feste, das geht denke ich einigen Autisten so wie ich das gelesen habe.
      Ich mag leichte Berührungen von Vertrauenspersonen deutlich mehr als feste. Von Nicht-Vertrauenspersonen möchte ich überhaupt nicht berührt werden.
      Immer wenn mir jemand sagt ich wäre nicht gesellschaftsfähig, werfe ich einen Blick auf die Gesellschaft und bin sehr erleichtert...... :d
    • Schneckentanz wrote:

      MangoMambo wrote:

      Was mir fehlte waren sehr leichte Berührungen. Diese finde ich lösen deutlich mehr Reize aus als feste, das geht denke ich einigen Autisten so wie ich das gelesen habe.
      Ich mag leichte Berührungen von Vertrauenspersonen deutlich mehr als feste. Von Nicht-Vertrauenspersonen möchte ich überhaupt nicht berührt werden.
      So geht es mir auch. Von Fremden mag ich es nicht überhaupt berührt zu werden.
    • Wie ist es bei euch andersrum? Mögt ihr andere Menschen anfassen?
      Zum Beispiel habe ich eine starke Abneigung dagegen, jemand anderem den Rücken einzucremen, selbst wenn es meine Mutter oder Geschwister sind. Oder jemanden von mir selbst aus in den Arm nehmen, da müsste schon viel passieren, dass ich das mache.
      Ich muss mich auch sehr überwinden, jemandem auf die Schulter zu tippen, wenn ich ihn ansprechen will und er mich nicht hört.
      Alles wird galaktisch gut.
    • Mich irritiert der Begriff "Barriere" in diesem Zusammenhang. Barriere meint meines Wissens nach ein Hindernis, was besteht. Wenn einem jemand zu nah kommt, stellt das meiner Meinung nach kein Hindernis im eigentlichen Sinne dar, sondern es ist eine Grenzverletzung für mich. Beides hat jeweils ganz unterschiedliche Energien für mich. Eine Barriere wäre für mich eher ein ungewollt bzw unbeabsichtigt errichtetes Hindernis. Zu nah kommen mag unbeabsichtigt sein, kann aber auch bewusst gemacht werden und es ist kein neutrales Hindernis, das einfach nur existiert, sondern es fühlt sich an, als würde ich gezielt gemeint sein, während eine Barriere für alle ähnlich Betroffenen eine Barriere darstellen würde.
    • Das mit der Barriere verstehe ich auch nicht, ich glaub, da habt ihr ein "schiefes Bild" gewählt (das war jetzt wahrscheinlich auch schief, was ich wählte :m(: )
      Jedenfalls bin ich an diesem Begriff hängen geblieben, weil es für mich keinen Sinn ergibt.
    • Interessant fand ich die Überprüfung der Kategorien "Dauer", "Häufigkeit", "Kontrolle", wobei es da bei mir immer wieder Ausreißer gab. Wenn mich ein fremder Arzt 3 Minuten mit dem Stetoskop anhört, fände ich das viel weniger schlimm, als eine fremde Person, die mich eine Sekunde am Arm tätschelt. Allein wenn ich mir das vorstelle, werde ich wütend. Den Zweck des Stetoskop-Kontaktes kann ich akzeptieren, weil ich nicht wüsste, wie man sonst die Lungen anhört. Das gehört zum fachlichen Kontext.
      Ein Arm tätscheln muss nicht sein und ist eine unerlaubte Grenzüberschreitung für mich.

      Es hat dabei nichts mit Dauer, Vertraut, Häufigkeit zu tun. Eventuell mit Kontrollverlust, wobei ich nicht verstehe, ob ich den Kontrollverlust gegenüber einem Arzt tatsächlich geringer einstufen würde. Ich glaube, bei mir hat es (noch) mit einer anderen Sache zu tun. Ich überlege, was es genau ist. Es ist so etwas wie eine emotionale Botschaft, die dann ankommt und die mich extrem aufbringt. Bei dem Stetoskop - bedienenden Arzt (solange er mich nicht nach privaten Dingen ausfragt) unterbleibt diese komische Botschaft.
      Wenn mich stattdessen ein Fremder am Arm tätschelt, sagt er damit für mich sowas wie "ich will dir nahe sein", "ich finde die Nähe. gut, ob du das auch gut findest, interessiert mich nicht" oder gar noch schlimmer "ich mag dich so, dass ich dir auf die Pelle rücke" oder "du bist so unwichtig, dass ich dich nicht fragen brauche, ob du berührt werden möchtest". Sowas finde ich nicht in Ordnung. Oft will ich mit den Leuten gar nichts zu tun haben, geschweige denn von Ihnen berührt werden (und wenn es auch nur ein abgetippt werden ist).

      Es passt aber trotzdem nicht ganz, denn im Aufzug ist kein emotionaler Kontakt, aber das mag ich auch nicht. Ich glaube aber, dass das nochmal ein anderer Fall ist.

      Wie seht ihr das? An welchem Kriterium (Länge, Häufigkeit, Person, Kontrollverlust etc.) liegt es bei euch, dass euch körperliche Nähe unangenehm ist?

      Ich habe gerade die Idee, dass es für mich dann okay ist, wenn ich Vorteile für mich erkennen kann oder wenn ich mich gleichberechtigt fühle.
      Ich will gesund werden (lapidar ausgedrückt), also lasse ich die Untersuchung über mich ergehen (wenn auch mit sehr unangenehmen Gefühlen).
      Wenn ich mich in einer Partnerschaft gesehen fühle und mit meinen Wünschen nach Nähe achtsam umgegangen wird, mag ich Nähe.
      Wenn mich jemand am Arm tatscht, habe ich davon keinen Vorteil und ich fühle mich dadurch auch nicht mehr gleichberechtigt, sondern unterlegen.

      Zusammenfassend meine Meinung zur Studie: Sehr wichtiges Thema, aber nicht umfassend genug behandelt. Vielleicht kann man hier noch mehr Bereiche als Gründe suchen, die mit in die Studie eingeschlossen werden. Sowas wie "eigener Nutzen" und "Gleichberechtigung gewahrt". Bei anderen gibt es vielleicht noch andere mögliche Erklärungsideen.

      The post was edited 2 times, last by FruchtigBunt ().

    • FruchtigBunt wrote:

      Barriere meint meines Wissens nach ein Hindernis, was besteht. Wenn einem jemand zu nah kommt, stellt das meiner Meinung nach kein Hindernis im eigentlichen Sinne dar, sondern es ist eine Grenzverletzung für mich
      Daraus ergeben sich aber Barrieren, wie öffentliche Verkehrsmittel voller Menschen im Berufsverkehr und der Besuch von Veranstaltungen und das Annehmen von Einladungen in der Gewissheit dort Bemühungen ausgesetzt zu sein.


      FruchtigBunt wrote:

      liegt es bei euch, dass euch körperliche Nähe unangenehm ist?
      Zu viele Reize, je mehr je schlimmer. Fremde sind neue Reize, bei Kontrollverlust kann ich mich nicht darauf vorbereiten, je häufiger desto mehr Reize, je länger desto schwerer zu ertragen und je leichter desto mehr Berührungen spüre ich auf der Haut, statt einer großen bei einer festen Berührung.

      The post was edited 1 time, last by MangoMambo ().

    • Gibt es Menschen, die es nicht unangenehm finden, wenn ihnen eine fremde, bisher unbekannte Person über die Wange streichelt?

      Und beim Konzept "ungewollt zu nah kommen" besteht doch auch kein Unterschied zwischen Autisten und Nicht-Autisten - zwar eventuell darin, wie sich dieses "ungewollt zu nah kommen" nun genau definiert, aber nicht darin, dass ein ungewolltes zu-nahe-Kommen irgendwie unangenehm ist. Denn wenn es das nicht wäre, wäre es kein ungewolltes zu-nahe-Kommen.

      Ich verstehe auch die Antwortmöglichkeiten nicht so ganz. Eins und zwei - okay, aber mit drei und vier kann ich nicht viel anfangen, das sind für mich Varianten von zwei.
    • filipendula wrote:

      unangenehm finden, wenn ihnen eine fremde, bisher unbekannte Person über die Wange streichelt?
      Geht ja noch mehr als unangenehm. Ich wüsste nicht, ob ich es in so einer Situation schaffen würde die andere Person nicht wegzustoßen oder zu schlagen damit es aufhört.


      filipendula wrote:

      wie sich dieses "ungewollt zu nah kommen" nun genau definiert
      Ich denke genau darum geht es. Manches ist für nen NT okay, für nen Aspie aber nicht.

      filipendula wrote:

      drei und vier kann ich nicht viel anfangen
      unangenehm - Ich kann es aushalten ohne mich zu beschweren
      ändern - Ich kann entweder etwas sagen oder erstarre komplett bis zu evl. Shutdown
      beenden - Ich setze meinen Körper ein um mich der Situation zu entziehen

      (so habe ich persönlich das interpretiert.
    • Es ist mir unvorstellbar, dass es irgendeinem Menschen nichts oder wenig ausmacht, von Fremden so berührt oder angeguckt zu werden.

      Bei Freunden oder Familie ist es anders, wenngleich auch unterschiedlich.
      Bei manchen Freunden kann ich mehr Nähe mögen und akzeptieren als bei anderen.
      Ich selber halt das eigentlich für normal.
      “The mind is like tofu. It tastes like whatever you marinate it in.”

      (Sylvia Boorstein)
    • Linnea wrote:

      Es ist mir unvorstellbar, dass es irgendeinem Menschen nichts oder wenig ausmacht, von Fremden so berührt oder angeguckt zu werden.
      Es gibt auch Leute die auf Kuschelpartys oder in Swingerclubs gehen (einmal ohne, einmal mit sexueller Komponenten) um dort fremde zu berühren und von fremden berührt zu werden.
    • Shenya wrote:

      Wie ist es bei euch andersrum? Mögt ihr andere Menschen anfassen?
      Zum Beispiel habe ich eine starke Abneigung dagegen, jemand anderem den Rücken einzucremen, selbst wenn es meine Mutter oder Geschwister sind. Oder jemanden von mir selbst aus in den Arm nehmen, da müsste schon viel passieren, dass ich das mache.
      Ich muss mich auch sehr überwinden, jemandem auf die Schulter zu tippen, wenn ich ihn ansprechen will und er mich nicht hört.
      So geht es mir auch. Ich habe nur keine Probleme damit bei direkten Familienmitgliedern. Bei fremden Menschen habe ich dieses Problem auch.
    • filipendula wrote:

      Gibt es Menschen, die es nicht unangenehm finden, wenn ihnen eine fremde, bisher unbekannte Person über die Wange streichelt?
      Wann hat man denn als Erwachsener eine Situation, in der eine fremde, bisher unbekannte Person (ohne mich zu fragen oder auf meinen Wunsch) über die Wange streicheln will?
      "In das Popcorn, das Sie gerade essen, hat wer reingepisst!" (Kentucky Fried Movie)


      "Sind Sie Polizisten?" "Nein, Ma'am. Wir sind Musiker!" (The Blues Brothers)
    • MangoMambo wrote:

      Es gibt auch Leute die auf Kuschelpartys oder in Swingerclubs gehen (einmal ohne, einmal mit sexueller Komponenten) um dort fremde zu berühren und von fremden berührt zu werden.
      stimmt. Puh.
      “The mind is like tofu. It tastes like whatever you marinate it in.”

      (Sylvia Boorstein)