BvB-maßnahme?

    This site uses cookies. By continuing to browse this site, you are agreeing to our Cookie Policy.

    • RegenbogenWusli wrote:

      So wie ich mich verhalte oder wie es mir geht, kommt es mir eher vor als wäre ich überfordert und nicht unterfordert. Das liegt aber nicht an der Arbeit selbst die ich mache sondern an dem drumherum wie Shaneya es schon nannte.
      Ja eben - es sind die äußeren Umstände, die Dich so überfordern. Aber doch bestimmt nicht die Arbeit an sich. Das bekommt man mit Übung, Notizen und der nötigen Zeit sicherlich irgendwann hin. Etwas, was womöglich die meisten bisherigen Praktikanten wirklich nicht schaffen.
      Wenn aber die Ablenkungen, Reize etc. so stark sind, dass Du gar nicht die Chance hast, Dir etwas zu merken oder aufzuschreiben, dann muss man das erstmal abstellen. Ansonsten ist doch gar keine diagnosegerechte Beurteilung Deiner eigentlichen Fähigkeiten möglich.
      Wenn ich einen entspannten Arbeitstag hatte, dann kann ich danach auch noch Einkaufen oder zum Sport gehen und mach noch was im Haushalt. Wenn der Tag anstrengend war, dann mach ich nichts mehr.

      RegenbogenWusli wrote:

      ich habe keinen Sport gemacht.
      Das kannst Du ja ändern. Gerade wenn man von Null kommt, stellen sich da auch schnell Besserungen ein - wenn man die richtigen Übungen in der richtigen Dosis macht.
      Da Dein Körper keinen Sport mehr gewöhnt ist, erscheinen ihm selbst einfachste Bewegungen als ungewohnt und die beteiligten Muskeln sind schnell erschöpft - und wenn das der Fall ist, dann müssen die Gelenke notgedrungen die Aufgabe mit übernehmen - und die sind gar nicht dafür ausgelegt, die Lasten abzufedern.
      Ich sitze inzwischen auch viel zu viel. Tageswanderungen würde ich gar nicht mehr schaffen, Joggen geht auch nur ca. 2km. Aber wenn ich mal wieder eine Phase habe, wo ich laufen gehe, dann sind das schnell wieder 3, 4 oder 5km, die möglich sind. Bis zum Marathon werde ich es wohl nie schaffen, aber vielleicht 10km.
      _,.-o~^°´`°^~o-.,_Ich ess Blumen...,.-o~^°´`°^~o-.,_
      Im Übrigen bin ich der Meinung, dass das Teilnehmer-Limit von Privatkonversationen verdoppelt werden sollte.
    • @RegenbogenWusli - da hab ich mich umständlich ausgedrückt :D mein Arzt weiß das natürlich, weil er mich ja krankschreibt, aber ich denke, dass er mich oftmals für einen Simulanten hält, weil er nie nachfragt oder auf das was ich sage eingeht, sondern nur die Krankmeldung rausrückt. ^^
      An Unmögliches verschwendet Hamish keine Gedanken. Vielleicht ist das auch ganz gut, denn wer nur wenige hat, darf keine verschwenden.
      Alice im Wunderland (2010), Hörspiel
    • Garfield wrote:

      Ja eben - es sind die äußeren Umstände, die Dich so überfordern. Aber doch bestimmt nicht die Arbeit an sich. Das bekommt man mit Übung, Notizen und der nötigen Zeit sicherlich irgendwann hin. Etwas, was womöglich die meisten bisherigen Praktikanten wirklich nicht schaffen.
      Ja, darum verstehe ich nicht wie du dann von Unterforderung sprechen kannst.
      Das Praktkum hat ja eigentlich gut angefangen, ich kam gut mit und arbeite gut dort, weil ich Fähigkeiten mitbringe die das ermöglichen.
      Jemand der unterfordert wäre stelle ich mir anders vor, zB das er sich neue Aufgaben sucht oder gelangweilt ist und Blödsinn anstellt was ich aber nicht tue.


      Garfield wrote:

      Das kannst Du ja ändern. Gerade wenn man von Null kommt, stellen sich da auch schnell Besserungen ein - wenn man die richtigen Übungen in der richtigen Dosis macht.
      Da Dein Körper keinen Sport mehr gewöhnt ist, erscheinen ihm selbst einfachste Bewegungen als ungewohnt und die beteiligten Muskeln sind schnell erschöpft - und wenn das der Fall ist, dann müssen die Gelenke notgedrungen die Aufgabe mit übernehmen - und die sind gar nicht dafür ausgelegt, die Lasten abzufedern.
      Ich verstehe nur nicht warum bei meiner Mutter das nicht so ist, ihre Arbeit besteht auch überwiegend aus rumstehen und nur die gleichen Handbewegungen, sie geht höchstens mal hin und her und ist auf dem Weg zur Arbeit und zurück halt am laufen, was aber nicht weit ist.
      Am Montag sind wir auch stundenlang nur am laufen in der Stadt, das ist zwar gehen und nicht joggen oder sowas aber immerhin eine ausdauernde Bewegung, das geht für mich besser als stehen. Ich vermute das mir das Falten auch deswegen für mehr als 4 Stunden pro Tag schwer fällt, man steht überwiegend nur an einer Stelle herum. Das hin und her laufen um Wäsche zu den Wägen zu bringen und diese einzusortieren mache ich gerne weil es den Körper entlastet. Aber die meinten da neulich noch das ich nicht ständig hin und her laufen brauche. Mir fällt es aber leichter so, auch wenn ich mich dann mehr bewege, weil ich mir schwer die Klamotten merken kann welche wehm gehören, viele sehen ja gleich aus, und einmal gefaltet liegt es auf dem Tisch rum und versperrt mir teilweise die Fläche und stört beim Falten. Da räume ich es lieber gleich weg, besonders wenn ich den Namen eh weiß wo es hingehört. Ich muss ja nichtmal weit gehen, die Wägen stehen ja auf der anderen Seite des Raumes.


      OtherSide wrote:

      weil er mich ja krankschreibt, aber ich denke, dass er mich oftmals für einen Simulanten hält, weil er nie nachfragt oder auf das was ich sage eingeht, sondern nur die Krankmeldung rausrückt. ^^
      Das würde ich garnicht von ihm denken. Warum sollte er jemanden krank schreiben, wenn er meint das du simulierst?
      Ich will nicht sagen das er sich nicht seine Gedanken macht, aber er weiß vermutlich auch das manche Menschen mehr nervlich verpacken können als andere. Ich vermute besonders wenn jemand bereits in einer WfbM arbeitet oder einen GdB und andere Diagnosen hat, kann er sich denken das man so seinen "Lebenslauf" an Belastungen besitzt.
    • @RegenbogenWusli
      Ich finde den einen Satz von dir einen wertvollen Hinweis, nämlich dass dich nicht vorwiegend die Geräusche stören, sondern die Körper der anderen Menschen. Meinst du damit, dass dir diese Personen körperlich zu nah sind und es sich angenehmer anfühlen würde, wenn der räumliche Abstand größer wäre oder würde dich schon deren bloße Existenz im Raum stören? Je nachdem könnte man eventuell Abhilfe schaffen.

      Im ersten Fall könnte man einen Schritt wegtreten oder wenn jemand häufiger sehr nah kommt sowas sagen wie "entschuldigen Sie, es ist nicht böse gemeint, aber würden Sie bitte etwas mehr Abstand einhalten" (falls jemand das für ungeschickt hält, bitte sagen).

      Wenn du generell Probleme mit der Anwesenheit anderer Menschen hast, kann ich von mir aus sagen, dass das besser werden kann. Ich habe mich früher in Anwesenheit anderer Menschen (egal wo) immer so gefühlt, als hätte ich keine Schale oder als würde alles in mein Energiefeld eindringen. Irgendwann ist es passiert, dass ich eine Art energetische Grenze errichten konnte und obwohl jemand zwei Meter neben mir steht, kann ich mich irgendwie in mir einrichten und die Person bleibt außerhalb von mir. So als würde sie die Barriere meiner Haut nicht durchdringen. Früher ging immer die fremde Energie durch diese 'Hautgrenze' hindurch. Ich kann dazu das Buch von Herrn Sellin (weiß den Vornamen gerade nicht. Ich glaube Ralf oder Rolf) empfehlen. Das heißt "heute kränkt mich niemand mehr". Bitte nochmal fragen, falls der Titel falsch sein sollte, dann suche ich es raus.
      Diese Art der Abgrenzung hilft mir, mich draußen etwas wohler zu fühlen. Vielleicht würde dir das auch helfen?

      Den Absatz zum Thema "Bedürfnisse ausdrücken" bringt es meiner Meinung nach auf den Punkt. Vor allem die Ansätze bei frühkindlichen Autisten. Da frage ich mich wirklich noch mehr: Wieso wird hochfunktionalen Autisten nicht beigebracht, wie man Bedürfnisse äußern kann (so eine Art soziales Kompetenztraining), aber ganz wichtig: Um Bedürfnisse ausdrücken zu können, muss man wissen, was man fühlt, weil Gefühle die Bedürfnisse anzeigen. Das Fühlen bzw Thema "Gefühle wahrnehmen" müsste davor kommen. Dafür wäre es wiederum hilfreich, aus dem Kopf in den Körper zu kommen, da sich Gefühle bei dem Ansarz nicht denken lassen. Das ist mein Plan, um Bedürfnisse besser ausdrücken zu können. Ich mache damit Fortschritte, aber bräuchte viel mehr Unterstützung und Übungen bzw Anleitung dafür.
    • Garfield wrote:


      Wenn aber die Ablenkungen, Reize etc. so stark sind, dass Du gar nicht die Chance hast, Dir etwas zu merken oder aufzuschreiben, dann muss man das erstmal abstellen. Ansonsten ist doch gar keine diagnosegerechte Beurteilung Deiner eigentlichen Fähigkeiten möglich.
      Aber es sollen doch nicht nur die "eigentlichen Fähigkeiten" bewertet werden (die werden in der Regel bei Autisten oft 'normal' sein), sondern gerade die Probleme "drumherum" müssen meiner Ansicht nach unbedingt in eine Beurteilung mit einbezogen werden, weil es doch gerade diese Probleme sind, die einem das Arbeiten und das Leben oft zur Hölle machen.

      Die Umwelt kann man nur bedingt anpassen (selbst in so einer Maßnahme reagiert das Umfeld ja nicht optimal und das Problem wird vermutlich in einer Werkstatt, Inklusionsbetrieb etc weiterbestehen, weil da auch Menschen auf den Plan treten werden) und sich selbst kann man vermutlich auch nur bedingt ändern. Das geht aber nicht während man 8 Stunden am Tag arbeitet (meine Meinung), sondern dazu bedarf es Therapien oder eigener Übungen. So schnell bzw einfach mal geht das meiner Meinung nach nicht. Deshalb sollte die Arbeitsdiagnostik alle aktuell vorhandenen Probleme mit einbeziehen und nicht nur das Fachliche an sich. Ich denke aber, dass das bei der Beurteilung Standard sein sollte.
    • @RegenbogenWusli
      Ich vermute, dass deine Mutter durch die Arbeit im Friseursalon seit Jahren kontinuierlich in Bewegung ist. Man denkt es vermutlich nicht, aber ich glaube, selbst in einem kleinen Salon legt man pro Tag einiges an Kilometern zurück, weil die Leute doch oft hin- und herlaufen müssen, auch wenn es immer nur kurze Strecken sind.

      Es könnte ja auch sein, dass die Muskulatur, Knochen etc. bei euch unterschiedlich veranlagt sind, also einer hat da etwas anfälligere Gewebe, der andere nicht.

      PC-Arbeit (sitzen, auf Bildschirm schauen) ist einer der Hauptauslöser für Rückenprobleme. Das macht deine Mutter nicht mit der PC-Arbeit, oder? Ich denke auch, dass es generell sehr förderlich ist, sich zu bewegen. Es wirkt Depressionen entgegen und die Körperfunktionen in allen möglichen Bereichen werden verbessert. Falls Übergewicht bestehen sollte, würde ich vorher gezielt schauen, auf was man achten muss, um die Gelenke zu schonen.

      Vielleicht könntest du die Rückenprobleme so etwas in den Griff bekommen, aber der Rücken meldet sich auch oft, wenn man seine körperlichen und psychischen Grenzen übergeht, d. h. durch Sport wären ja vermutlich nicht plötzlich 8h Arbeit in der Wäscherei möglich, aber das kann ich von außen nicht wissen. Durch Bewegung bekommt man aber meistens mehr Lebensqualität.
    • FruchtigBunt wrote:

      Meinst du damit, dass dir diese Personen körperlich zu nah sind und es sich angenehmer anfühlen würde, wenn der räumliche Abstand größer wäre oder würde dich schon deren bloße Existenz im Raum stören? Je nachdem könnte man eventuell Abhilfe schaffen.
      Ich meine damit den Abstand.
      In Zügen gibt es ja diese Bereiche wo die Türen sind. Wenn da schon Leute stehen ist mir das zu viel. Ich stehe da lieber allein, sonst ist es mir zu eng. Leider kommt das selten vor das der Zug dementsprechend leer ist.
      Wenn ich wo sitzen kann geht es mir besser, aber da bevorzuge ich auch die Bereiche wo keine auf einem 4rer Platz sitzen. Jetzt kann ich schlecht erwarten das es immer einen gibt wo niemand sitzt. Wenn ich einmal sitze, kann ich es auch ertragen wenn sich ein anderer dazu setzt. Wenn es mehr als einer oder zwei sind (kommt stark auf die Leute an ob die laut sind, riechen etc) halte ich es auch mit nur einem nicht aus, und ich muss weggehen.
      Die Leute schauen dann immer so komisch als hätte ich ihnen was getahn.
      Ich würde am liebsten im 1. Klasse Bereich fahren, da sitzt so gut wie nie jemand, aber das wird durch Externe Hilfen im finanziellen Sinne kaum möglich sein.
      Merkzeichen dafür bekommen nur bestimmte Leute zu denen ich nicht zähle und ich bin auch noch keine 60 so das ich das Bärenticket kaufen könnte. Meine Mutter könnte das kaufen aber man kann das nicht auf andere übertragen und mir ständig 4er-zusatztickets zu kaufen, das wird auf die Dauer zu teuer, ich brauche da ja sicherlich 2 stück pro Woche, das wäre pro Woche um die 30€.
      Taxifahren ist auch keine Lösung, da bezahle ich ja schon 15€ für eine Fahrt.


      FruchtigBunt wrote:

      Im ersten Fall könnte man einen Schritt wegtreten oder wenn jemand häufiger sehr nah kommt sowas sagen wie "entschuldigen Sie, es ist nicht böse gemeint, aber würden Sie bitte etwas mehr Abstand einhalten" (falls jemand das für ungeschickt hält, bitte sagen).
      Ich denke das würde nicht ungeschickt sein aber zu verwirrenden Diskussionen führen oder Leute fühlen sich beleidigt und angegriffen (dafür kann es viele Gründe geben die sie auf sich beziehen ohne das man Gründe nennt) oder sie halten einen für arrogant und kommen einem mit blöden Sprüchen.


      FruchtigBunt wrote:

      Um Bedürfnisse ausdrücken zu können, muss man wissen, was man fühlt, weil Gefühle die Bedürfnisse anzeigen. Das Fühlen bzw Thema "Gefühle wahrnehmen" müsste davor kommen. Dafür wäre es wiederum hilfreich, aus dem Kopf in den Körper zu kommen, da sich Gefühle bei dem Ansarz nicht denken lassen. Das ist mein Plan, um Bedürfnisse besser ausdrücken zu können. Ich mache damit Fortschritte, aber bräuchte viel mehr Unterstützung und Übungen bzw Anleitung dafür.
      Du spielst auf das Thema an, das viele Autisten ihre Gefühle nicht einschätzen können, richtig?
      Ich habe davon schon öfter gelesen, aber ich selber finde mich darin nicht so wirklich wieder.
      Ich habe eher Probleme damit diese richtig zu erklären oder zu beschreiben.
      Ich kann deutlich erkennen wenn es mir nicht gut geht oder wenn ich das Gefühl habe das etwas nicht so läuft wie es laufen sollte weil es sich falsch anfühlt.
      Nur das anderen zu erklären scheint mir oft nicht gut zu gelingen weil wie schon gesagt, andere das nicht ernst zu nehmen scheinen, egal wie genau und begründet es erklärt wird.
      Ich kann schlecht sagen wie es anderen Autisten da geht.
    • FruchtigBunt wrote:

      Aber es sollen doch nicht nur die "eigentlichen Fähigkeiten" bewertet werden (die werden in der Regel bei Autisten oft 'normal' sein), sondern gerade die Probleme "drumherum" müssen meiner Ansicht nach unbedingt in eine Beurteilung mit einbezogen werden, weil es doch gerade diese Probleme sind, die einem das Arbeiten und das Leben oft zur Hölle machen.
      Das ist klar. Diese Defizite sollten natürlich genannt werden, sofern sie nicht schon bekannt sind.
      Ich bin davon ausgegangen, dass man darum weiß - so wie man bei einem Rollstuhlfahrer auch nicht erst überprüft, wie gut er stehen kann.
      Damit hat man aber letztendlich nur die Einschränkungen - für den Arbeitsmarkt sind aber vor allem die Stärken wichtig. Also die Fähigkeiten, wegen denen man einen Mensch als Arbeitnehmer haben möchte und ihm dann entsprechende Möglichkeiten bietet, wo er sie mit seinen Einschränkungen auch umsetzen kann. Gerade im Hinblick auf die zeichnerischen Fähigkeiten gibt es da bestimmt besser geeignete Tätigkeiten als Wäsche falten. Und das kann man vor allem auch allein und in Ruhe machen, liefert irgendwann ein Ergebnis.

      RegenbogenWusli wrote:

      Taxifahren ist auch keine Lösung, da bezahle ich ja schon 15€ für eine Fahrt.
      Wie weit ist denn die Strecke? Käme nicht vielleicht ein Fahrrad in Frage, ggf. elektrisch unterstützt?
      Ich habe hier alle Möglichkeiten (S-Bahn, Bus, Tram, U-Bahn, Auto, Fahrrad), um zur Arbeit zu gelangen. Aber am wohlsten fühle ich mich immer auf dem Fahrrad - außer bei Regen oder Schnee/Eis.
      _,.-o~^°´`°^~o-.,_Ich ess Blumen...,.-o~^°´`°^~o-.,_
      Im Übrigen bin ich der Meinung, dass das Teilnehmer-Limit von Privatkonversationen verdoppelt werden sollte.
    • FruchtigBunt wrote:

      Deshalb sollte die Arbeitsdiagnostik alle aktuell vorhandenen Probleme mit einbeziehen und nicht nur das Fachliche an sich. Ich denke aber, dass das bei der Beurteilung Standard sein sollte.
      Das sollte es definitiv.
      Aber wie du schon sagtest, es ist gut möglich das sie das dort in diesem Praktikum austesten. Ich kann es mir anders schwer vorstellen das sie normalerweise nett sind und dann so unlogisch wiedersprüchliches Verhalten zeigen, das ergibt keinen Sinn.
      Die Idee, zu versuchen wo meine Belastungsprobleme liegen und diese sehen zu wollen, würde deren verhalten ja erklären.


      FruchtigBunt wrote:

      Ich vermute, dass deine Mutter durch die Arbeit im Friseursalon seit Jahren kontinuierlich in Bewegung ist. Man denkt es vermutlich nicht, aber ich glaube, selbst in einem kleinen Salon legt man pro Tag einiges an Kilometern zurück, weil die Leute doch oft hin- und herlaufen müssen, auch wenn es immer nur kurze Strecken sind.
      Ja das stimmt, ich hatte sowas auch schon vermutet, bislang habe ich nur noch nie einen Arzt so über sowas reden hören. Ihre Arbeit ist körperlich ja schon irgendwie einseitig, denn sie hat definitiv auch Rückenprobleme aber die fingen eben sehr viel später erst an. Bei ihr ist es aber mehr der Nacken, wegen der Bewegungen mit den Händen und Armen.


      FruchtigBunt wrote:

      Es könnte ja auch sein, dass die Muskulatur, Knochen etc. bei euch unterschiedlich veranlagt sind, also einer hat da etwas anfälligere Gewebe, der andere nicht.
      An soetwas habe ich auch schon gedacht.


      FruchtigBunt wrote:

      PC-Arbeit (sitzen, auf Bildschirm schauen) ist einer der Hauptauslöser für Rückenprobleme. Das macht deine Mutter nicht mit der PC-Arbeit, oder? Ich denke auch, dass es generell sehr förderlich ist, sich zu bewegen. Es wirkt Depressionen entgegen und die Körperfunktionen in allen möglichen Bereichen werden verbessert. Falls Übergewicht bestehen sollte, würde ich vorher gezielt schauen, auf was man achten muss, um die Gelenke zu schonen.
      Ja das stimmt, deswegen habe ich in den jahren wo ich keine Arbeit habe auch bemüht immer mal was anderes zu machen, viel im Haushalt, einkaufen gehen, und eben jede Woche an zwei Tagen viel laufen in der Stadt und so, und wenn das Wetter gut war bin ich mit meiner Mutter immer mit dem Tretroller ins nächste Dort gefahen was auch so 15km sind.
      Übergewicht habe ich wenig, vielleicht 5kg oder so. Ich sehe jedenfalls nicht nach zu dick aus XD
      Ich fühle mich auch nicht so.


      FruchtigBunt wrote:

      Vielleicht könntest du die Rückenprobleme so etwas in den Griff bekommen, aber der Rücken meldet sich auch oft, wenn man seine körperlichen und psychischen Grenzen übergeht, d. h. durch Sport wären ja vermutlich nicht plötzlich 8h Arbeit in der Wäscherei möglich, aber das kann ich von außen nicht wissen. Durch Bewegung bekommt man aber meistens mehr Lebensqualität.
      Ja, das Problem war igendwie das das mit dem Rücken nur angefangen hatte weil ichr mal eine Erkältung hatte wo ich ständig stark husten musste und dadurch dann plötzlich der Rücken extrem stark weh tat, das zog bis runter zum linken Knie.
      Das ging aber dann durch Übungen und Salben wieder weg.
      Ab da hatte ich manchmal an schlechten Tagen mit Stress tatsächlich mal mehr Rückenschmerzen aber nie mehr so stark wie wo es zum ersten mal war. So stark ist es jetzt auch nicht aber es ist halt jeden Tag mal mehr mal weniger seitdem ich da im stehen arbeiten muss.
      Ich mache inzwischen auch wieder die Übungen und benutze wieder die Salbe in der Hoffnung das es besser wird, aber ich denke auch das der psychische Stress den ich da momentan habe nicht förderlich ist. Diese Woche ist auch wieder der Nachbar am Wochenende dagewesen wo es dann Freitag und Samstag nachts laut war. Zum Glück war es dann spät ab 2uhr oder so ruhig und ich konnte im Wohnzimmer schlafen. ich würde auch unten in dem Abstellraum im Haus schlafen aber im Winter ist es da zu kalt, das habe ich vor 3 Wochen mal versucht aber es kaum ausgehalten. Ich bin irgendwann so gegen 6 fast schon unterkühlt aufgewacht und wieder hoch gegangen. Um die Uhrzeit ist es bei uns auch wieder ruhig. Wenn die über meinem Zimmer nachts da herumturnen machen die das selten bis nach 5uhr morgens.
      Ich hoffe das sie nächstes Wochenende nicht da sind, an den Weihnachtsfeiertagen sind die bestimmt wieder hier -.-
      Ich finde das so scheiße das ich nirgendwo hin kann um vor denen zu flüchten, ich habe ja keine Freunde oder sonstwas wo ich mal eben übernachten kann und meine Ruhe habe.
      Diese ganze Woche bis auf der Montag waren einfach nur zum kotzen.
      Andere haben zu dieser Zeit Stress wegen Weihnachten und so, das ist bei mir garnicht so, aber dafür geht mir alles andere auf die Nerven.
      Am Dienstag hörte ich im Radio das meine Lieblingssängerin verstorben ist (gut sie war krank und 61 aber toll ist sowas nicht) und dann am nächsten Tag war der Zug wieder so unerträglich, sogar der auf der Rückfahrt was so gut wie nie vorkommt, und am Donnerstag kam die Betreuerin um das geld zu bringen und verwirrt mich mit dem blöden BvB-gedönse und die andere Mitarbeiterin meint sie kann den WDR4-sender nicht mehr hören (dabei war der nur seit Montag an, davor hab ich mir Wochen lang dieses WDR-2-gejaule angetan ohne rumzujammern wie ich die Musik da hasse und dieses "Wir sind der Westen" mich auf die Palme bringt, von der Amazonreklame ganz zu schweigen, und man sagte mir dann das mit den 4 Stunden anstatt 3 ab Januar. Das war für mich schon genug um mit einem sogenannten "Hals" nachhause zu fahren. ich dachte schon, ja der Tag war so scheiße da kann der Freitag kaum schlimmer werden, aber besser war er dann auch nicht, durfte mir wieder die ganze Zeit den Mist anhören den man mir immer erzählt wenn man mich fragt warum ich denn dies und das nicht so mache wie andere etc blah.
      Dann Wochenende, Freitag-abend laute Musik, bin schon völlig erschöpft und metal ermüdet am Samstag aufgestanden und es schüttete aus Eimern als wir zum einkaufen gefahren sind, zu diesem Center im Mühlheim Hbf, wo meine Mutter neuerdings immer einkaufen will. Aber die vielen leute dort sind so schwer auszuhalten, es ist so ätzend da.
      Ich war nur froh als wir wieder zuhause waren. Dann Samstag abens wieder laute Musik bis kurz nach 12, ich konnte den Film kaum genießen deswegen. Meine Mutter schlief ganz seelenruhig auf dem Sofa, ich hab keine Ahnung wie sie das immer macht.
      Sie meint sie nimmt das garnicht so wahr, sie kann das auch hören aber scheint sie ausblenden zu können.
      Heute abend wird es da oben wohl ruhig sein, weil der morgen arbeiten muss.
      Heute will meine Mutter wieder Plätzchen backen, eigentlich habe ich da garkeine Lust drauf was ungewöhnlich ist. Später muss ich dann wieder baden und dann Flammkuchen backen.
      Normalerweise mache ich solche Dinge gerne aber wenn es mir so geht wie jetzt, fehlt mir irgendwie der innerliche Antrieb, als wäre die ganze Freude weg.
      Morgen muss ich dann wieder früh aufstehen und mir diesen Mist antun.
      Ich vermute das es das ist was mir die Freude auch nimmt.
      Neulich als ich da bei dem gespräch war bei dem betreuer und er meinte er würde in den Bericht sicher nicht sowas wie "Ja der Herr so und so ist voll arbeitsfähig und belastbar" reinschreiben weil es für mich auch keinen Sinn ergibt und gesundheitlich nicht in meinem Interesse läge, ist mir ein sogenannter Stein vom Herzen gefallen, ich fühlte mich gleich viel leichter und besser. Das ist aber in dem praktikum durch das verhalten der Leute dort alles wieder kaputt gemacht worden.
    • Musik von anderen kann ich auch nicht gut aushalten, weder wenn ich sie von Nachbarn höre, noch wenn jemand im Zimmer ein Radio laufen hat, wo bescheuerte Musik läuft. Ich liebe Musik, aber nur solche, die mir gefällt. Andere kann ich schwer tolerieren.
      Geräuschbelästigung von Nachbarn ist eine schlimme Sache. Ich trage dann halt Ohrstöpsel oder Kopfhörer, weil ich sonst irgendwann einen Herzinfarkt kriegen würde.


      RegenbogenWusli wrote:

      Ich kann deutlich erkennen wenn es mir nicht gut geht oder wenn ich das Gefühl habe das etwas nicht so läuft wie es laufen sollte weil es sich falsch anfühlt.
      Nur das anderen zu erklären scheint mir oft nicht gut zu gelingen weil wie schon gesagt, andere das nicht ernst zu nehmen scheinen, egal wie genau und begründet es erklärt wird.
      Ich kann schlecht sagen wie es anderen Autisten da geht.
      Ist bei mir ähnlich, ich spüre Gefühle meistens stark. Manchmal wundere ich mich, weil ein Gefühl stärker ist als ich es erwarten würde. Aber das Hauptproblem ist das Zeigen und Erklären.
      Vielleicht könnte es helfen, wenn du einige Dinge schriftlich mitteilen würdest. Zum Beispiel deine Schilderung dieser beschissenen Woche fand ich sehr gut verständlich. Es zeigt, wie viel Stressfaktoren jemand mit Autismus im ganzen Alltag hat. Dann noch die Arbeit dazu, und es ist schnell zu viel.
      Alles wird galaktisch gut.
    • Garfield wrote:

      Das ist klar. Diese Defizite sollten natürlich genannt werden, sofern sie nicht schon bekannt sind.
      Ich hatte das Gefühl das man denen schon irgendwie gesagt hat wo meine Probleme liegen, man hat das grob umschrieben und ich habe mir denen ja auch darüber gesprochen.
      Zuerst hieß es da immer ich soll dann sagen wenn was zu viel ist etc, aber nach einer weile wurde halt angefangen immer auf dem wenn ich was dazu sagte herumgehackt wie schon beschrieben.


      Garfield wrote:

      Gerade im Hinblick auf die zeichnerischen Fähigkeiten gibt es da bestimmt besser geeignete Tätigkeiten als Wäsche falten. Und das kann man vor allem auch allein und in Ruhe machen, liefert irgendwann ein Ergebnis.
      Ja das denke ich auch, nur leider hab es in der Dia-am Phase keine Möglichkeit dazu. Die haben so gut wie keine Werkstätten die sich mit Kunst beschäftigen und die arbeiten auch nicht mit richtigen Firmen zusammen die irgendwas in richtung Kunst machen.
      Die haben mehr Produktionen und eben Service, Vertrieb und sowas, entweder wo man wie am Fließband irgendwas tun muss (da kann ich ggf noch bedingt arbeiten je nachdem was für ein Arbeitsplatz das wäre also wie laut, wie sehen die Arbeitsplätze aus, kann man da im sitzen arbeiten oder muss man stehen etc) oder wo man Kundenkontakt hat und das kann ich ja überhaupt nicht. Einen haben sie zB in ein Hotel gesteckt als Servicekraft weil er das unbedingt machen will, obwohl er keine Kritik verträgt und ständig Leute beleidigt und auch Meltdowns bekommt.
      Er will dort aber unbedingt arbeiten.


      Garfield wrote:

      Wie weit ist denn die Strecke? Käme nicht vielleicht ein Fahrrad in Frage, ggf. elektrisch unterstützt?
      Ich habe hier alle Möglichkeiten (S-Bahn, Bus, Tram, U-Bahn, Auto, Fahrrad), um zur Arbeit zu gelangen. Aber am wohlsten fühle ich mich immer auf dem Fahrrad - außer bei Regen oder Schnee/Eis.
      Gemessen hab ich die Strecke nie aber mit eigenen Mitteln kann man die kaum bewältigen. Also mit dem Auto braucht man gut 30 Minuten wenn man nicht in einen morgentlichen Stau gerät.
      Mit dem Zug bin ich ca 30-35minuten Unterwegs wegen der Aufenthalte und so.
      Mit dem Fahrrad kann ich nicht fahren, ich besitze keines und konnte nie besonders gut radfahren, zu unsicher, auf Straße wäre für mich lebensgefährlich.
      Bus fährt da nicht hin bzw man muss mehrere Busse nehmen und umsteigen was dann gut eine Stunde dauert bis man da ist, Tram gibt es aber das dauert auch mindestens genauso lang und ist immer zu voll, noch voller als mit der s-bahn. Auto hab ich keines, hab auch keinen Führerschein oder sowas. ich habe auch (noch) keinen ambulanten betreuer der mich fahren könnte, den müsste ich vermutlich selber bezahlen was ich nicht kann. Ich wüsste auch nicht das diese Betreuer einen täglich zur Arbeit fahren.
      Ich habe einen Tretroller aber das würde noch länger dauern als mit dem Fahrrad und ich wohne in einer art Loch, es ist ziemlich bergig hier. Egal in welche Richtung mal fährt, erst muss man einen Berg rauf.
    • Shenya wrote:

      Musik von anderen kann ich auch nicht gut aushalten, weder wenn ich sie von Nachbarn höre, noch wenn jemand im Zimmer ein Radio laufen hat, wo bescheuerte Musik läuft. Ich liebe Musik, aber nur solche, die mir gefällt. Andere kann ich schwer tolerieren.
      Geräuschbelästigung von Nachbarn ist eine schlimme Sache. Ich trage dann halt Ohrstöpsel oder Kopfhörer, weil ich sonst irgendwann einen Herzinfarkt kriegen würde.
      Ja so geht es mir auch.
      Ich habe es mit Ohrstöpseln versucht, diese weichen Foam-dinger aber die fallen mir nach einer weile immer wieder vonselbst aus den Ohren.
      Kopfhöhrer kann ich auch nur für maximal 2 Stunden tragen, danach tun sie weh, und die Musik ist oft ziemlich lange an da oben.
      Manchmal wenn ich am PC male, höre ich dabei musik, aber in letzter Zeit fehlt mir selbst dafür die Motivation.


      Shenya wrote:

      Vielleicht könnte es helfen, wenn du einige Dinge schriftlich mitteilen würdest. Zum Beispiel deine Schilderung dieser beschissenen Woche fand ich sehr gut verständlich. Es zeigt, wie viel Stressfaktoren jemand mit Autismus im ganzen Alltag hat. Dann noch die Arbeit dazu, und es ist schnell zu viel.
      Ja an sowas habe ich auch schon gedacht. Ich habe deswegen schon Freitag abend den Betreuern eine recht lange email geschickt wo ich das alles nochmal erklärt habe, auch das ich zum Arzt gehe wenn es diese Woche wieder vorkommt mit diesen Vorwürfen.
      Ich habe auch nach dem BvB-dings gefragt weil ich das geklärt haben will.
      Ich weiß nicht ob man mir schriftlich antwortet oder ob man gleich zu mir auf die Arbeit kommt und mich dort zur Rede stellen will. Ich habe in der email direkt zu anfang geschrieben das ich die Emailform gewählt habe weil mir das so leichter fällt und ich kaum bis garnicht sowas am telefon erklären kann und in einem richtigen Gespräch eine Liste brauchen würde um das alles so zu erklären.
    • RegenbogenWusli wrote:

      Ich habe es mit Ohrstöpseln versucht, diese weichen Foam-dinger aber die fallen mir nach einer weile immer wieder vonselbst aus den Ohren.
      Vielleicht hilft dir diese Anleitung weiter:

      Bei mir sitzen die Dinger immer bombenfest, ich kann damit schlafen, rumlaufen, baden und auch sonst alles machen.
      Bei Kopfhörern finde ich In-Ear-Kopfhörer mit Silikonaufsatz am besten. Die kann ich auch stundenlang tragen, ohne dass was wehtut.

      RegenbogenWusli wrote:

      Ich habe deswegen schon Freitag abend den Betreuern eine recht lange email geschickt wo ich das alles nochmal erklärt habe, auch das ich zum Arzt gehe wenn es diese Woche wieder vorkommt mit diesen Vorwürfen.
      Das finde ich gut. Schriftlich kann man oft alles viel besser erklären.
      Wenn ich Mails schreibe, muss ich nur immer aufpassen, dass ich ab und zu freundliche Floskeln reinflicke. Es passiert sonst regelmäßig, dass Mails, die ich ganz sachlich geschrieben und gemeint habe, aggressiv wirken. Wahrscheinlich, weil es nicht üblich ist, direkt ein Problem zu beschreiben, sondern eben immer diese erklärenden Floskeln zu benutzen, also man muss schreiben, dass man es nicht böse meint und darf nicht voraussetzen, dass der Empfänger von selbst weiß, dass es nicht böse gemeint ist.
      Andererseits, wenn man verärgert oder verzweifelt ist, dann darf das auch rüberkommen. Insofern wäre es in deinem Fall sowieso egal, Hauptsache, sie merken, wie es dir geht.
      Alles wird galaktisch gut.
    • RegenbogenWusli wrote:

      Ich habe es mit Ohrstöpseln versucht, diese weichen Foam-dinger aber die fallen mir nach einer weile immer wieder vonselbst aus den Ohren.
      Dann waren sie nicht richtig drin.
      _,.-o~^°´`°^~o-.,_Ich ess Blumen...,.-o~^°´`°^~o-.,_
      Im Übrigen bin ich der Meinung, dass das Teilnehmer-Limit von Privatkonversationen verdoppelt werden sollte.
    • RegenbogenWusli wrote:

      FruchtigBunt wrote:

      Im ersten Fall könnte man einen Schritt wegtreten oder wenn jemand häufiger sehr nah kommt sowas sagen wie "entschuldigen Sie, es ist nicht böse gemeint, aber würden Sie bitte etwas mehr Abstand einhalten" (falls jemand das für ungeschickt hält, bitte sagen).
      Ich denke das würde nicht ungeschickt sein aber zu verwirrenden Diskussionen führen oder Leute fühlen sich beleidigt und angegriffen (dafür kann es viele Gründe geben die sie auf sich beziehen ohne das man Gründe nennt) oder sie halten einen für arrogant und kommen einem mit blöden Sprüchen.
      Das könnte gut sein, dass die Leute erstmal irritiert drauf reagieren würden, aber im Prinzip verzichtest du ja dann darauf, deine Bedürfnisse zu äußern, weil es dadurch noch komplizierter werden könnte.

      RegenbogenWusli wrote:

      Ich kann deutlich erkennen wenn es mir nicht gut geht oder wenn ich das Gefühl habe das etwas nicht so läuft wie es laufen sollte weil es sich falsch anfühlt.
      Nur das anderen zu erklären scheint mir oft nicht gut zu gelingen weil wie schon gesagt, andere das nicht ernst zu nehmen scheinen, egal wie genau und begründet es erklärt wird.
      Ich könnte mir vorstellen, wenn man wiederholt die Erfahrung gemacht hat, dass andere nicht auf die eigenen Gefühle und Bedürfnisse eingehen, dass man dann selbst Angst vor Kontakten bzw. Konflikten bekommt, weil man ja vorher schon fürchtet, dass es wieder darauf hinauslaufen wird, dass man sich selbst rechtfertigen muss bzw. andere einen angreifen. So läuft das bei mir sehr oft.
      Somit würde es dann wirklich darum gehen, trotz vieler ablehnender Erfahrungen sich wieder zu trauen, die eigenen Bedürfnisse anzusprechen. Ich vermute, dass zumindest bei mir die ablehnenden Erfahrungen auch daher stammen, dass ich oft sehr forsch meine Bedürfnisse vortrage. Daran könnte man eventuell arbeiten. Aber bei dir scheint es ja so zu sein, dass du die Bedürfnisse nicht zu fordernd vorträgst und trotzdem wird nicht gut auf dich eingangen.
    • Garfield wrote:

      für den Arbeitsmarkt sind aber vor allem die Stärken wichtig. Also die Fähigkeiten, wegen denen man einen Mensch als Arbeitnehmer haben möchte und ihm dann entsprechende Möglichkeiten bietet, wo er sie mit seinen Einschränkungen auch umsetzen kann.
      Ich glaube, dass aus Sicht des Arbeitnehmers und des Arbeitgebers auch die Schwächen des Arbeitnehmers ganz wichtig sind. Ich habe beispielsweise sehr viele überdurchschnittlich ausgeprägte Fähigkeiten. Ich habe auch fast immer auf Anhieb die Jobs bekommen, auf die ich mich beworben habe, weil ich sehr gute (Arbeits)zeugnisse vorzuweisen hatte und durch das Studium gut qualifiziert bin.
      Aber trotzdem reicht es für mich nicht, in Bezug auf den Arbeitsmarkt die Stärken zu betrachten. Meiner Meinung nach muss ich aufhören, nur die Stärken zu betrachten, weil ich eben nicht nur der Mensch bin mit sehr hohen Fähigkeiten, sondern die ganzen sozialen und anderen Probleme mit dazukommen. Und die sind für den Arbeitsmarkt spätestens dann interessant, wenn der Arbeitnehmer ein halbes Jahr in der Firma arbeitet und dann langsam auffällt, dass er/sie "komisch" ist bzw. sich nicht ins Team einfügt bzw. gemobbt wird etc. Da werden dann früher oder später wieder die Probleme anfangen. :| Da kann man noch so viele Stärken und Fähigkeiten haben, finde ich.
    • RegenbogenWusli wrote:

      Neulich als ich da bei dem gespräch war bei dem betreuer und er meinte er würde in den Bericht sicher nicht sowas wie "Ja der Herr so und so ist voll arbeitsfähig und belastbar" reinschreiben weil es für mich auch keinen Sinn ergibt und gesundheitlich nicht in meinem Interesse läge, ist mir ein sogenannter Stein vom Herzen gefallen, ich fühlte mich gleich viel leichter und besser. Das ist aber in dem praktikum durch das verhalten der Leute dort alles wieder kaputt gemacht worden.
      Das klingt doch ganz gut, also zumindest danach, als könnte dich dieser Betreuer besser einschätzen als die eine Dame, die dich bei deinem jetzigen Praktikum beurteilen soll. :thumbup: Ich weiß nicht genau, ob der Betreuer dann auch die Mail liest oder du sie nur an die Betreuerin gerichtet hast, aber vielleicht kannst du ja den Kontakt zu dem Betreuer irgendwie herstellen, wenn du diesem vertrauen kannst.

      The post was edited 1 time, last by FruchtigBunt ().

    • FruchtigBunt wrote:

      Daran könnte man eventuell arbeiten. Aber bei dir scheint es ja so zu sein, dass du die Bedürfnisse nicht zu fordernd vorträgst und trotzdem wird nicht gut auf dich eingangen.
      Ja das Gefühl habe ich manchmal, aber vielleicht wollen Menschen so oder so nicht helfen. Da wäre dann der Satz "Man kann es nie jemandem recht machen" angebracht sein.

      Das mit den Ohrstöpseln muss ich nochmal ausprobieren. Ich habe mir extra originale Oropax gekauft wo auch eine Anleitung dabei ist die ich auch befolgt habe. Vielleicht mache ich irgendwas mit den Ohrmuskeln das es wieder herausgedrückt wird, keine Ahnung. Ich habe recht stark trainierte Muskeln die an den Ohren liegen.

      Bei den Stöpselkopfhörern bin ich etwas skeptisch, ich höre immer wieder das die nicht gut für das Gehöhr sind. Mit meinen jetzigen Kopfhörern höre ich nie so extrem laut, das brauche ich auch nicht weil sie viel von außen abschirmen. Das können die Stöpsel nie so gut, man muss die Musik lauter machen.


      FruchtigBunt wrote:

      Aber trotzdem reicht es für mich nicht, in Bezug auf den Arbeitsmarkt die Stärken zu betrachten. Meiner Meinung nach muss ich aufhören, nur die Stärken zu betrachten, weil ich eben nicht nur der Mensch bin mit sehr hohen Fähigkeiten, sondern die ganzen sozialen und anderen Probleme mit dazukommen. Und die sind für den Arbeitsmarkt spätestens dann interessant, wenn der Arbeitnehmer ein halbes Jahr in der Firma arbeitet und dann langsam auffällt, dass er/sie "komisch" ist bzw. sich nicht ins Team einfügt bzw. gemobbt wird etc. Da werden dann früher oder später wieder die Probleme anfangen. Da kann man noch so viele Stärken und Fähigkeiten haben, finde ich.
      Das ist etwas was mir an mir selbst auch aufgefallen ist.
      Bei manchen Jobs wo ich die Praktikums früher bekommen habe, wurde ich oft auch genommen, (ich hatte zwar Hilfe dabei weil jemand mit mir gefahren ist, die Termine für mich gemacht hat etc) ich denke das lag an meinem Schulabschluss, auch wenn mathe und englisch schlecht waren, viele denken man muss recht intelligent sein wenn man Fachabitur geschafft hat.
      Meist fragen die einen auch immer warum man dort hin will und was man sich erhofft und wo die eigenen Stärken sind. Über die Schwächen fragt keiner, jedenfalls hab ich das noch nie erlebt.
      Das gibt mir jetzt das Gefühl das garnicht damit gerechnet wird das sowas wie Schwächen überhaupt vorhanden sein könnten. Vielleicht wird da eher nachgefragt wenn man weiß das da ein Mensch mit Behinderung kommt und kein "normaler".
      Das ergibt wenig Sinn jemanden einzustellen und zu glauben das er keine Schwächen hat. Wenn man diese kennt, erlebt man auch keine bösen Überaschungen, es sollte dies zumindest veringern oder man kann vorab schon klären ob das was werden kann oder nicht.
      Ich vermute das war früher aber immer ein problem, die haben nicht damit gerechnet das ich Probleme habe/mit bringe. Ich habe es selber nicht gewusst weil ich nicht wusste was auf mich zukommt, ich war naiv und habe es mir einfach vorgestellt und dachte auch man zeigt mir was ich tun soll und ich mache es nach oder mache es halt und gut ist, aber so leicht war das nicht.


      FruchtigBunt wrote:

      Das klingt doch ganz gut, also zumindest danach, als könnte dich dieser Betreuer besser einschätzen als die eine Dame, die dich bei deinem jetzigen Praktikum beurteilen soll. Ich weiß nicht genau, ob der Betreuer dann auch die Mail liest oder du sie nur an die Betreuerin gerichtet hast, aber vielleicht kannst du ja den Kontakt zu dem Betreuer irgendwie herstellen, wenn du diesem vertrauen kannst.
      Ja die Frau mit der ich geredet habe ist wohl sowas wie eine Psychologin dort, die betreut die Leute auch irgendwie mit. Die haben da mehrere Leute die mit uns die verschiedenen Aufgaben gemacht haben. Zwei Sozialpädagogen oder sowas und zwei Psychologen.
      Die Frau die mich so behandelt ist keine davon, die ist selbst jemand der normal in der Wäscherei des Altenheims arbeitet. Die muss mich aber eben auch bewerten wie ich da gearbeitet habe. Und nur weil ich nicht überfordert bin und mit der Arbeit selbst klar komme, scheint sie zu denken das die Arbeit mich unterfordern würde.
      Das stört mich weil ich es selbst nicht so empfinde. Wäre ich unterfordert würde ich ständig sagen wie langweilig mir ist, schneller fertig sein als alle anderen und ständig nach neuen Aufgaben fragen, was ich aber garnicht mache.
      Das macht mir natürlich Bauchschmerzen (RW) weil ich jetzt befürchten muss, das wenn sie mich so bewertet, sich das für mich am ende negativ und zu einem unerwünschten Ergebnis führenden gesammten Einschätzung kommen würde, was ich ja nicht will, denn die Bewertung von ihr, müssen die Betreuer sich auch anschauen und berücksichtigen.
      Vielleicht sind sie auch absichtlich so zu mir dort, damit sichtbar wird das ich psychisch sowie körperlich unbelastbar bin und sie dann Gründe haben für eine schlechte Bewertung aber das man mich erst in solche Situationen zwingen muss finde ich unmenschlich.
      Die email habe ich übringens an den Betreuer geschickt.
      Ich dachte erst das die email eine generelle Adresse an diese Dia-am Abteilung war, das war sie aber garnicht, sie war von dem Betreuer wo ich das gespräch hatte.
      Scheinbar haben dort doch alle ihre eigenen Emailadressen.
    • RegenbogenWusli wrote:

      Mit meinen jetzigen Kopfhörern höre ich nie so extrem laut, das brauche ich auch nicht weil sie viel von außen abschirmen. Das können die Stöpsel nie so gut, man muss die Musik lauter machen.
      Ich finde, die schirmen sogar ganz gut ab, wenn man solche nimmt in dieser Art:
      amazon.de/Sony-MDR-EX110LPB-ge…fRID=A5795RGES3GSTS4Y61ZW

      Ob die jetzt besonders schlecht für die Ohren sind? Ich habe die Musik nicht extrem laut, aber beim Einkaufen natürlich lauter als zu Hause.
      Mit Noise-Cancelling wäre es noch besser. Mir reicht es momentan noch so, mit normalen Kopfhörern.
      Alles wird galaktisch gut.
    • Shenya wrote:

      Ob die jetzt besonders schlecht für die Ohren sind? Ich habe die Musik nicht extrem laut, aber beim Einkaufen natürlich lauter als zu Hause.
      So wie ich das verstanden habe sind diese art von Kopfhörer anders als die großen, die die Ohren komplett bedecken. (solche habe ich)
      Dadurch gelangen andere Geräusche mit ins Ohr oder die Töne klingen auch anders (so ist zumindest mein Empfinden, man hat nicht das Gefühl das man in einem Raum ist wo die Musik tatsächlich läuft) wodurch man sie lauter stellt als andere Kopfhörer. Ich nehme an man merkt nicht das es lauter ist weil man versucht damit die anderen äußeren Geräusche zu übertönen.
      Die großen Kopfhöher schirmen wohl besser ab, aber da ist halt der nachteil das sie irgendwann drücken.
      Ich habe nur von merheren Ärzten schon gehört bzw sie haben das selber ausgesagt, das die kleinen nicht gut sind wenn man seine Hörfunktion behalten will.
      Ich habe als Jugendlicher ein paar Jahre solche Billigkopfhöhrer gekauft die nur so ein Schaumposter hatten aber zum aufsetzen waren nachdem mir die kleinen Stöpsel nie was brachten, ich musste da die Musik aber auch immer voll aufdrehen damit ich die Musik richtig hören konnte, aber nach einer weile bekam ich leichten Tinitus. Auf einem Ohr ging der leider nie ganz weg, ich höre ihn heute immernoch aber nur wenn alles ganz leise ist.
      Ich habe mir dann irgendwann als mir das aufgefallen ist, was gut 2 Jahre später war, dann die ersten dickeren Kopfhörer gekauft und wegen deren Konstruktion musste ich meine Geräte nie so laut machen, die empfohlene Lautstärke reicht für mich vollkommen aus um die Musik gut hören zu können.
      Ich kann auch noch leicht Außengeräusche hören, aber wenn diese nicht laut sind, stören die mich nicht. Der Tinitus hat sich seither auch nie verschlimmert.