BvB-maßnahme?

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    • RegenbogenWusli wrote:

      Das problem dabei ist nur das ich da irgendwehn erwischen kann, auch einen der anderen Leute die sich um unsere Gruppe gekümmert haben und vermutlich garnicht wissen worum es gerade geht. Ich weiß nicht ob das so klug ist weil, was soll ich machen wenn jemand von den anderen leuten sich meldet und nicht die an die es gerichtet ist? Die haben da keine Personen-bezogenen Einzel-emails.
      Du könntest in den Mailbetreff reinschreiben: "Bitte an Frau XY weiterleiten" und dann die eigentliche Mail mit der Anrede "Sehr geehrte Frau XY.." beginnen und sicherheitshalber oberhalb davon auch nochmal etwas abgesetzt schreiben - - - bitte an Frau XY weiterleiten - - -
      So mache ich das manchmal. Dann wissen dort alle, dass das Frau XY bearbeiten soll. Wenn es was Dringendes wäre und sie ist länger nicht da, wäre es dann schlecht, wenn nur sie es bearbeiten soll, aber da du ja sie gezielt erreichen willst, müsste das eigentlich so funktionieren.
      In die Mail würde ich dann kurz reinschreiben, dass du sie so verstanden hattest letzte Woche/diese Woche, dass du eine BvB machen sollst und nur noch mal nachfragen wolltest, ob das sein kann, weil dich das sehr irritiert.
      Wenn es dann jemand anderes doch liest oder bearbeiten will, merkt er, dass er die Antwort lieber Frau XY überlassen soll.
      Aber bei Mail besteht auch immer das Risiko, aneinander vorbeizureden.
      Wenn es dir nicht so dringend ist, wäre es vielleicht wirklich das einfachste die Dame einfach die nächsten Tage mal abzupassen.
    • RegenbogenWusli wrote:

      Auf der Arbeit sagen sie das sie auch Rückenschmerzen haben und nicht einfach sagen können das sie "aua" haben und nicht arbeiten können, sie versuchen es zu banalisieren was mir sehr wiederstrebt,
      Ich glaube, diese Leute dort haben überhaupt keine Ahnung von psychischen Erkrankungen bzw. anderweitigen gravierenden Problemen im Leben. Man muss ja auch unterscheiden können, wo jemand nur rumjammert, weil er gerne jammert und wo jemand wirklich Schmerzen hat und es nicht geht, so zu arbeiten, ohne in ein paar Wochen zusammenzuklappen. Möglicherweise kann man die Körperhaltung auch so trainieren, dass die Schmerzen weggehen, aber wenn du wirklich nach 3 Stunden nicht mehr kannst, dann hast du doch nicht nur ein bisschen Aua im Rücken, sondern du bist massiv überfordert.

      Vielleicht hilft es (dabei klarzumachen, WIE schlecht es dir geht), wenn du da einen Meltdown bekommst oder weinst etc. Bei mir denken die Leute vermutlich auch relativ lange, dass ich "normal" sei, bis das Fass dann übergelaufen ist und ich zusammenbreche bzw. mich nicht mehr kontrollieren kann. Dann tun sie so, als hätten sie ja nicht gewusst, dass es mir so schlecht geht. Selbst dann, wenn man vorher gesagt hat, dass einen etwas sehr belastet. Aber offenbar reicht das nicht aus, damit einem das geglaubt wird. Deshalb würde ich fast dazu raten, als Autist in so einer Maßnahme dann auch mal zu übertreiben, so wie es die anderen offenbar auch oft tun. Denn was sollst du denn noch machen, bis die dir glauben, dass dich das über die Maßen anstrengt und du am Anschlag bist?

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    • RegenbogenWusli wrote:


      Heute habe ich nur wieder zu hören bekommen das ich nicht ständig dies und das mit meiner Krankheit entschuldigen kann und nicht in Selbstmitleid vergehen soll oder so ähnlich.
      8o Wie bitte? 8o
      Ist das krass dort. Die haben ja null Einfühlungsvermögen. Da fehlen mir echt die Worte. Das geht überhaupt nicht. Nicht in so einer Maßnahme. Da geht jemand hin, der sich jahrelang selbst überfordert, weil er krankheitsbedingt möglicherweise nicht so gut auf die eigenen Bedürfnisse achten kann. Tut dort das Richtige, nämlich auf die eigenen Grenzen achten und diese zu kommunizieren und dann kriegt man so was gesagt. Das macht mich wütend. Die haben sie doch nicht mehr alle. :frown:
      Wenn man so entwürdigend mit mir umgehen würde, würde ich sämtliche Gespräche beenden und mit den Leuten nichts mehr zu tun haben wollen, aber als Tipp kann man das auch nicht verwenden.
      Wenn die wirklich so eine Meinung von dir haben, musst du befürchten, dass die diese Meinung auch nach oben weitergeben und wenn du dann keine Krankmeldungen hast etc. dann heißt es am Ende vielleicht, du wärst nur zu faul oder sonst irgendwas an den Haaren herbeigezogenes.
      Ich würde echt nicht mehr auf deren Verständnis hoffen. Ich würde zum Arzt gehen und sagen, dass du nicht mehr kannst. Dann soll er dich erstmal für 2 oder 3 Tage krank schreiben. Es muss ja nicht gleich eine ganze Woche sein. Am Besten zu den Ärzten, die du kennst. Da kann man sicher auch als Notfall einfach in eine Art offene Sprechstunde.


      RegenbogenWusli wrote:

      "Ja ich habe auch Rückenschmerzen und arbeite trotzdem und jammer nicht herum, dann nehme ich halt auch mal eine Schmerztablette"
      Ich sagte ihr das ich nicht jeden tag Schmerzmittel nehmen kann weil ich viele garnicht vertrage und sie auch andere Organe schädigen wenn man die ständig nehmen muss.
      :shake: :thumbdown: Die Leute dort haben nicht gelernt auf sich zu achten. Das wird dann vermutlich noch als Stärke ausgelegt. Das Problem ist, wenn du in solchen Bereichen arbeitest, wirst du viele Leute haben, die nicht reflektiert genug sind und bestimmte Dinge nicht begreifen. Natürlich ist es schädlich, wenn man sich immer nur Tabletten und Medikamente einwirft, damit man weiter funktioniert, ohne an den Ursachen anzusetzen. Vor allem gibt es gegen Autismus keine Tablette, die man mal einfach so einwerfen kann.
      Deine kognitiven Fähigkeiten sind weit über deren Niveau und vermutlich begreifen sie das nicht, sondern wollen dich lieber als Behinderten abstempeln.

      Mit den Leuten brauchst du gar nicht diskutieren. Ich würde das wirklich als Anlass nehmen, dir selbst zu sagen "So. Jetzt achte ich auf meinen Körper. Egal was mir Person XYZ sagt. Wenn mein Körper mir sagt, dass er nicht mehr kann, habe ich das Recht eine Pause einzulegen oder mich krank schreiben zu lassen. Mein Körper ist dafür da, mir zu signalisieren, wann es zu viel ist. Ich lasse mich nicht länger ausbeuten und ich lasse mir auch nicht länger einreden, dass ich Dinge schaffen muss, die andere schaffen." Ich würde das wirklich als Anlass nehmen. Denn von diesen Leuten da kannst du doch nicht wirklich was lernen, solche antiquierten und schädigenden Ansichten, wie die da verbreiten. :shake:

      Die Person dort fühlt sich als Gefangene. Aber du bist kein Gefangener. Wenn die Person das über sich ergehen lassen will, ist das ihr Problem. Du kannst was Besseres! Und wie gesagt: am Besten das gar nicht zur Debatte bringen und auch nicht kritisieren, weil es keinen Sinn hat, mit solchen Leuten zu diskutieren. Am Ende wird es nur gegen dich verwendet. Bleibe am Besten gut bei dir und sorge für dich.


      RegenbogenWusli wrote:

      Sie hatte mir heute morgen auch gesagt das sie nicht weiß was sie in die Bewertung schreiben soll, außer das ich die Arbeit gut mache und unterfordert sei.
      Unfassbar, dass solche Leute die Praktikanten bewerten. Die wird dir noch reinschreiben, dass du voll arbeitsfähig bist und nur simulierst oder Ähnliches. Ich habe keine Ahnung, wie lange dieses Praktikum noch geht (kann mich gerade nicht erinnern), aber ich würde dir wirklich raten, wenn es dir nochmal schlecht geht, dich krank schreiben zu lassen. Die Dame vom Arbeitsamt wird ja anhand dieser lächerlichen Berichte entscheiden und wenn da drin steht, dass du unterfordert bist, wollen die dich vielleicht in eine Ausbildung stecken etc. Deshalb ist es wichtig, dass sie erkennen, wie es dir dort wirklich geht. Wenn sie das nicht anders kapieren, würde ich mich krank melden.


      RegenbogenWusli wrote:

      Das würde auch der Wahrheit entsprechen, aber ob die sich da bewusst ist das sie das auch in den bericht einfließen lassen kann weiß ich nicht. Wenn ich jetzt so einen Bericht schreiben würde, würde mein fazit sein, das ich durchaus gute Eigenschaften besitze, die sich aber nur in ganz bestimmten Rahmen überhaupt einsetzen lassen würden
      Ich stimme dir 100% zu! Ich glaube manchmal, dass deine Umwelt wesentlich minderbegabter ist als du, was das Denken anbelangt und dies möglicherweise auch zu den Problemen beiträgt.
      Ich glaube, dass das Problem wirklich ist, dass dort Leute sitzen, die dich beurteilen sollen, die nicht wirklich eine Ahnung haben. Auch davon nicht, was deren Einschätzung für Folgen für dich haben kann. Deshalb ist es meiner Meinung nach legitim, dann mit Methoden wie dem Krankmelden nachzuhelfen. Wenn du nämlich dann vorschlägst, den Bericht selbst zu schreiben (habe ich schon mal gebracht), kriegst du vermutlich erst Recht Ärger. Deine Sätze oben klingen zumindest dem nach, was du sonst über die Maßnahme schilderst, so, als würde es dir zehnmal besser gelingen, dich selbst und die Situation einzuschätzen, als diese Dame. :shake: Ich glaube, ich höre besser auf, bevor ich mich zu doll aufrege. Aber mich ärgert es gerade, dass du da an so dermaßen dumme Leute geraten bist. Ich sorge mich, dass es zu irgendeiner falschen Entscheidung kommt, wenn du nicht intervenierst.

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    • RegenbogenWusli wrote:

      Ich finde es unmenschlich und beleidigend wenn sie mir sagen das ich irgendwelche Pillen einwerfen soll damit ich volle Züge aushalte oder ertragen kann. Ich empfinde sowas als übergriffig, auch wenn sie sagt das die Arbeitswelt so ist.
      Dann stimmt aber etwas mit der Arbeitswelt nicht und nicht mit mir.
      Der Schluss ist meiner Meinung nach zutreffend. Mit dieser Welt stimmt sehr vieles nicht und mit dieser Arbeitswelt auch nicht. Das darfst du denen aber nicht sagen, die das System verwalten (also Arbeitsagentur, Arbeitgeber etc.), sonst wirst du angegriffen. Du darfst es dir quasi nur denken und musst irgendwie Wege finden, darin oder daneben zu überleben.

      Ich weiß nicht, wieso so viele Menschen es schaffen, sich so zu belügen, aber mir gelingt das schon lange nicht mehr. Ich finde es nur sehr erschreckend, dass selbst in Praktika, wo Leute von Maßnahmenträgern kommen, so eine Mentalität vorherrscht. Aber ich weiß auch, dass es selbst in Werkstätten oft nach Leistungsmentalität geht. Offenbar scheint das in Deutschland nicht aus den Köpfen rauszubringen zu sein.

      Nur zur Rückmeldung: Ich finde, du hast das alles sehr klar erkannt.


      RegenbogenWusli wrote:


      Ich werde nicht mehr in die vollen Züge steigen sondern auf die nächsten warten, so lange bis wieder einer kommt mit dem ich fahren kann, ich will mir das nicht mehr gefallen lassen.
      Wenn die sehen das ich dadurch regelmäßig zuspät komme, werden die sich vielleicht was einfallen lassen.
      :thumbup:
      Ich verstehe nicht, was das dort für ein Laden ist. Dazu gibt es doch extra Fahrdienste. Wenn du den nicht bekommst, wer soll den sonst bekommen? Ich würde das an deiner Stelle jetzt auch so machen. Wenn du dann 10 mal zu spät gekommen bist, weil die Züge zu voll waren, werden sie es hoffentlich kapieren. Ich würde das aber sicherheitshalber auch nochmal per Mail schreiben, sonst heißt es noch, du hättest eine schlechte Arbeitsmoral und würdest deswegen zu spät kommen.

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    • FruchtigBunt wrote:

      Wenn es dir nicht so dringend ist, wäre es vielleicht wirklich das einfachste die Dame einfach die nächsten Tage mal abzupassen.
      Ich verstehe, aber ich kann sie erst nächstes Jahr wieder sehen, dieses Jahr wird das nichts mehr.
      Ich finde deine Idee aber gut so wie du das beschrieben hast, vielleicht sollte ich das so machen. Die lesen das dann eh erst frühestens Montag.


      FruchtigBunt wrote:

      Vielleicht hilft es (dabei klarzumachen, WIE schlecht es dir geht), wenn du da einen Meltdown bekommst oder weinst etc. Bei mir denken die Leute vermutlich auch relativ lange, dass ich "normal" sei, bis das Fass dann übergelaufen ist und ich zusammenbreche bzw. mich nicht mehr kontrollieren kann. Dann tun sie so, als hätten sie ja nicht gewusst, dass es mir so schlecht geht. Selbst dann, wenn man vorher gesagt hat, dass einen etwas sehr belastet. Aber offenbar reicht das nicht aus, damit einem das geglaubt wird. Deshalb würde ich fast dazu raten, als Autist in so einer Maßnahme dann auch mal zu übertreiben, so wie es die anderen offenbar auch oft tun. Denn was sollst du denn noch machen, bis die dir glauben, dass dich das über die Maßen anstrengt und du am Anschlag bist?
      Ja das stimmt leider, das ist das was Capricorn hier auch schon mal sagte, man muss leider oft sehr extrovertiert werden und körperlich mit heulen und was auch immer zeigen das man dies oder das nicht kann bis sie es kapieren, nur durch reden und erklären oder argumentieren reagieren die meist eher abwertend oder so mit "Ja red du mal weiter, ich glaube es erst wenn ich es sehe" was ich echt schlimm finde.


      FruchtigBunt wrote:

      Wenn die wirklich so eine Meinung von dir haben, musst du befürchten, dass die diese Meinung auch nach oben weitergeben und wenn du dann keine Krankmeldungen hast etc. dann heißt es am Ende vielleicht, du wärst nur zu faul oder sonst irgendwas an den Haaren herbeigezogenes.
      Ich würde echt nicht mehr auf deren Verständnis hoffen. Ich würde zum Arzt gehen und sagen, dass du nicht mehr kannst. Dann soll er dich erstmal für 2 oder 3 Tage krank schreiben. Es muss ja nicht gleich eine ganze Woche sein. Am Besten zu den Ärzten, die du kennst. Da kann man sicher auch als Notfall einfach in eine Art offene Sprechstunde.
      Ja das macht mir auch angst. Ich denke sogar das ich diese Aussagen denen im Franz-Sales-Haus mitteilen sollte, ich finde auch das sich das nicht gut anhört wenn man sowas gesagt bekommt. Ich mein, die erzählte mir das die meisten die sonst dort in diese Wäscherei geschickt werden meist überfordert sind, nicht lernen können wie man etwas faltet und dann kommt jemand der dafür geeignet ist und es heißt gleich ich sei unterfordert. Ich finde das bescheuert und anmaßend, vorallem nachdem ich die ganze Zeit schon sage das mir die Arbeit selbst sogar spaß macht, ich mich nicht überfordert fühle sondern wohl damit (außer die Schmerzen in diversen Körperteilen bei zu langer Belastung aber das ist ein anderen Thema).
      Ich finde es auch mehr als wiedersprüchlich wenn man mir sagt ich sei unterfordert und dann wieder sagt, ich wäre für den 1. Arbeitsmarkt ungeeignet weil ich mich weigere die Wäsche aus dem Trockner zu holen nachdem ich mir da so sehr einen Stromschlag eingefangen hab das mir der ganze Finger minuten lang weh tat. Sie meinten dann nur das sie das dann machen würden und ich das nicht mehr machen muss, aber die eine sagte halt auch, sowas könnte ich an einem richtigen Arbeitsplatz "nicht bringen".


      FruchtigBunt wrote:

      Deine kognitiven Fähigkeiten sind weit über deren Niveau und vermutlich begreifen sie das nicht, sondern wollen dich lieber als Behinderten abstempeln.
      Naja, in einer gewissen art und weise hab ich ja auch eine art Behinderung, es gibt bestimmte Dinge die ich wegen meinem Wesen nicht kann, aber das sind halt Bereiche die sie als menschen so wie sie sind, nicht begreifen können. Die Leute im Franz-sales-haus selbst also die Betreuer dort, schienen bislang immer Verständniss dafür zu haben. Das Hinfahren dort hin war noch schwerer als das Hinfahren zum Praktikum, und da hat nie einer gemeckert weil ich etwas später kam, was manchmal passierte.


      FruchtigBunt wrote:

      Ich sorge mich, dass es zu irgendeiner falschen Entscheidung kommt, wenn du nicht intervenierst.
      Das will ich natürlich auch nicht. Vermutlich bleibt mir nichts anderes übrig, ich weiß es nicht. Ich weiß auch nicht was ich dem Hausarzt erzählen soll, außer das es so eine Maßnahme ist und das es mir mental schlecht geht wenn man auf diese Weise auf mir "herumhackt", ob der das als Grund für eine Krankschreibung sieht.
      Ich denke ich sollte erstmal den Leuten im Franz-sales-haus eine Email schreiben über diese Vorkommnisse und das erklären.


      FruchtigBunt wrote:

      Ich verstehe nicht, was das dort für ein Laden ist. Dazu gibt es doch extra Fahrdienste. Wenn du den nicht bekommst, wer soll den sonst bekommen? Ich würde das an deiner Stelle jetzt auch so machen. Wenn du dann 10 mal zu spät gekommen bist, weil die Züge zu voll waren, werden sie es hoffentlich kapieren. Ich würde das aber sicherheitshalber auch nochmal per Mail schreiben, sonst heißt es noch, du hättest eine schlechte Arbeitsmoral und würdest deswegen zu spät kommen.
      Das sollten sie eigentlich nicht von mir denken, sie haben mich ja bislang nie so erlebt. ich werde ja oft auch gebremst vonwegen "Mach langsam, setzt dich mal hin und mache eine Pause etc" sie müssen mich manchmal zum Pausemachen zwingen weil ich im Flow oft schlecht vonselbst aufhören kann.
      Ich wollte das mit den Zügen aber in meiner Email auch mit einbringen.
    • @RegenbogenWusli
      Ich finde die Idee mit der Mail gut. Vielleicht haben hier noch andere User Hinweise bzw. es gibt noch andere Einschätzungen dazu. Ich würde die Mail so gestalten, dass du aus deiner Sicht schreibst, dass es dir in der Maßnahme mit dieser Vorarbeiterin sehr schlecht geht, weil du vollkommen erschöpft bist, aber die Vorarbeiterin dich keine Pausen machen lassen will und dich immerzu antreibt. Dann könntest du noch anmerken, dass die Fahrten für dich eine Tortur sind und wegen dieser geplanten BvB anfragen.

      Ich würde auf jeden Fall nicht zu viel Kritik an der Vorarbeiterin üben (auch wenn deren Verhalten meiner Meinung nach genug Anlass zu Kritik gibt), weil ich schon häufiger die Erfahrung machte, dass dann daraus der Schluss gezogen wurde, wenn man sich so wehrt, dass dann etwas dran sein müsse an den Einschätzungen der anderen. Ich verstehe zwar diese Logik nicht, aber ich wurde schon häufiger nicht mehr ernst genommen, wenn ich Personen kritisiert habe, die über mir stehen, auch wenn meine inhaltliche Kritik gerechtfertigt war.
    • FruchtigBunt wrote:

      dass es dir in der Maßnahme mit dieser Vorarbeiterin sehr schlecht geht, weil du vollkommen erschöpft bist, aber die Vorarbeiterin dich keine Pausen machen lassen will und dich immerzu antreibt.
      Ich glaube das hast du etwas falsch verstanden. Es ist auch so viel Infos.
      Die Vorarbeiterin in der Wäscherei treibt mich keineswegs an. Es ist vielmehr so, das ich von mir aus viel arbeite, weil ich mich schwer selbst zügeln kann, ich arbeite viel und bin fleißig, mache viel weg und bin gut, was sie mir auch sagen, sie sagen ja ich sei unterfordert, auch wenn ich nicht schneller bin als sie, ich bin wohl sehr viel besser in dem was ich da mache als die meisten anderen die dort sonst herkommen, ABER auf der anderen seite sagt sie halt das ich mich bremsen soll, das ich Pause machen soll, ich werde quasi gezwungen meine Arbeit zu unterbrechen weil ich es nicht selber kann oder merke. Dann wird gleichzeitig kritisiert das ich Schmerzen habe, angeblich rumjammere und meine Schmerzen oder Probleme mit meinen Krankheiten (Depression und AS) entschuldige und sie sich ja auch nicht anstellt obwohl sie auch Schmerzen hat.
      Das macht so dermaßen wenig Sinn in meinen Augen das ich es nicht verstehe.
    • FruchtigBunt wrote:

      Wenn sie aber gleichzeitig sagt, dass du mehr Pausen machen sollst, finde ich das auch widersprüchlich.
      Ja das ist auch widersprüchlich, es macht so überhaupt keinen Sinn.
      Das was du zuerst vermutet hast, würde ja noch Sinn machen, auch wenn das sowas von unmenschlich ist. Da würde man sagen das der Mensch gehässig ist, also erst lässt er einen kaputt arbeiten und dann tritt er noch zu wenn man nicht mehr kann.
      Nein so ist das hier nicht. Ich glaube es ist hier eher so, die sehen das man arbeitet, dann kann man nicht mehr und sie kapieren nicht warum und hacken deswegen drauf herum.
      Ist zwar nicht gehässig aber genauso sinnlos und bescheuert.
    • Nur mal so als Gedanke: Vielleicht versucht die Frau auch bewusst, Reaktionen von Dir zu provozieren?
      Und dann kommt eine Einschätzung raus: X hat mich nicht laut angeschrien oder versucht zu erwürgen - er ist psychisch belastbar (mal übertrieben ausgedrückt).

      Mein Chef lobte letztens ausdrücklich, dass ich immer sofort etwas erledige, was man mir aufträgt. Dass mich liegen gebliebene oder weit weg geschobene Arbeitsaufträge einfach innerlich so stark beschäftigen, dass ich sie lieber sofort erledige, damit ich nachts besser schlafen kann und nicht das ganze Wochenende daran denken muss, weiß er ja nicht. Nur führt das für mich zu immer stärkerer Erschöpfung, wenn das dauerhaft anhält. Zum Glück gibt es immer mal wieder Phasen, wo nicht viel los ist und die nutze ich auch regelmäßig, um eher zu gehen oder gar nicht erst zur Arbeit zu kommen (Gleitzeit). Wenn wirklich mal alle Projekte zur gleichen Zeit in der finalen Phase sind, bin ich echt gespannt, was dabei raus kommt.
      _,.-o~^°´`°^~o-.,_Ich ess Blumen...,.-o~^°´`°^~o-.,_
      Im Übrigen bin ich der Meinung, dass das Teilnehmer-Limit von Privatkonversationen verdoppelt werden sollte.
    • Garfield wrote:

      Nur mal so als Gedanke: Vielleicht versucht die Frau auch bewusst, Reaktionen von Dir zu provozieren?
      Das könnte auch sein. Da kommt man als Autist auch oft schlecht weg, weil der innere Stresspegel steigt und die anderen es oft nicht sehen. Erst wenn man dann explodiert oder implodiert, ist es sichtbar.
    • Hallo @RegenbogenWusli,

      ich versuche einfach mal, das vernünftig zusammenzutragen.

      Ich habe unkonventionell den Weg "Teilhabe am Arbeitsleben" gewählt, als ich noch im Krankengeldbezug und in der Klinik war. Ich bin also zunächst das Arbeitsamt übergangen (unbewusst, einfach weil ich mir einen Weg zum Wiedereinstieg in die Arbeit suchte), habe einen Beratungstermin in der WfBM ausgemacht und mich dort angemeldet und landete nach sehr viel Bürokratie und Hin und Her, weil sich keiner zuständig fühlte, bei einer Ärztin der Agentur für Arbeit, die ein sozialpädagogisches Gutachten erstellen sollte um zu beurteilen ob ich für den 1. Arbeitsmarkt brauchbar bin, oder nicht. Ich bin kein diagnostizierter Aspie, aber kompl. PTBS, Depression, Neurose und eben VA ASS. Zudem steht in meinen Diagnosen aber auch "Cannabis: schädlicher Gebrauch" - was klar von einer Abhängigkeit abzugrenzen ist. (warum die Info, komm ich gleich zu)

      Zu dem Antrag auf Teilhabe gehörte eine Stellungnahme, dort habe ich auf ca. 4 Seiten aufgeführt, warum ich genau diesen Weg wähle, was ich bereits hinter mir habe um überhaupt dort wieder anzusetzen und worauf mein Fokus liegt und warum genau diese Werkstatt für mich geeignet ist. Zudem 4 ausführliche Arztberichte über die stationären Traumatherapieaufenthalte und etliche andere ärztliche Berichte.

      Als ich dann bei der Ärztin saß (ich hatte zu der Zeit noch eine amb. Betreuung, die mich begleitet hat) gab es keinen richtigen Einstieg. Sie krallte sich gleich an der Cannabis-Diagnose fest und meinte, sie könnte mir eine Suchttherapie anbieten und sie hat sich voll drauf festgefahren. Ich hab sie dann gefragt, ob sie sich denn nicht meine Unterlagen durchgesehen hätte und sie antwortete darauf patzig "Wissen Sie, ich hab hier den ganzen Tag Leute sitzen." - Da bin ich dann ausgerastet, hab geschrien, ob sie sich vorstellen könnte, was ich hinter mir habe aber es war dann eh alles vorbei, das war ein Overload vom Feinsten, bin da rausgerannt und hab wie wild einen Container verprügelt und nur noch geschrien, ich konnte nicht mehr - meine amb. Hilfe war auch keine Hilfe. Vorher habe ich noch versucht ruhig und bedacht, auf ihren Bullshit einzugehen und mich zu erklären und die Sekretärin die mit anwesend war, war immer tiefer in ihrem Stuhl versunken und hat ihr Protokoll getippt, aber an inhaltliches erinnere ich mich nicht mehr, weil ich so fertig war... es ging auf jeden Fall nur um die Diagnose. Ich hab dann später mit dieser Sekretärin nochmal telefoniert, weil ich wissen wollte, in welchem Fachbereich die Ärztin tätig ist und es stellte sich heraus, dass sie Anästhesistin ist. Ich war völlig verzweifelt, weil ich mich so hilflos gefühlt habe und ich wusste, dass alles von dieser blöden Tussi abhängt.

      Ich konnte das Ruder nur herumreißen, indem ich nach verzweifelten Tagen im Bett, wo ich schon garnicht mehr aufstehen wollte, in der Werkstatt den Sozialdienst kontaktierte und die dann mit der Ärztin sprachen - die kennen sich, da die ja öfter gemeinsam arbeiten. Die Ärztin rief mich im Nachhinein nochmal an und entschuldigte sich, sagte, sie würde das in meinem Sinne entscheiden und so klappte es dann doch. - Aber mich hat sie nicht ernst genommen.

      Nun bin ich hier in dem BBB der Werkstatt, also das, was du gerne machen würdest.

      Ich rate dir also: Such dir Werkstätten raus, mach dort Termine aus, lass dich beraten und schildere deine Situation, wenn du erfährst, dass die tatsächlich ein BvB und nicht den BBB einer Werkstatt meinen. Hast du Hilfe? Ambulante Betreuung oder sogar einen gesetzlichen Betreuer? Beim Sozialen Dienst in der Werkstatt haben die mich schon ernst genommen und konnten mir gut folgen.

      Hier ist aber auch nicht alles rosig. Ich bin statistisch gesehen 2-3 Mal pro Woche krank, an den anderen Tagen überarbeitet, weil mir die Anwesenheitszeit von 8-15:30 garnicht gut tut. Daran können die aufgrund der Vorgaben des Kostenträgers nichts ändern, aber die sagten mir, ich solle einfach krank machen, wenn es nicht geht. Und ich glaube fast, so sehr mich das auch nervt, denn ich hätte lieber eine offizielle Regelung mit kürzeren Arbeitszeiten, dafür aber tgl. Anwesenheit - auch einfach der Routine wegen - aber solange das nicht gegeben ist, mache ich jetzt krank, wann immer es mich zu viel Überwindung kostet.

      Das mit den öffentlichen Verkehrsmitteln zu Stoßzeiten - ich kenn es zu gut. Ich muss auch öfter einen späteren Bus nehmen, weil ich einfach nicht in dieses Gedränge kann.

      Also... mein Fazit daraus ist, dass ich auf jeden Fall krank mache, sobald ich mich schlecht fühle, auch ganz egal, was mein Arzt sagt. Denn wenn ich das weiter aushalten muss, bring ich mich um. Und so sehen die auch ganz deutlich, dass es mir nicht möglich ist, auch wenn es anders aussieht. Aber ich kann nunmal auch nichts dafür, dass man mich seit meiner Kindheit zum Lächeln zwingt und meine Bedürfnisse nicht beachtet. Dieselbe fröhliche Maske trag ich halt überall, sobald ich aus dem Haus gehe, ganz egal, wie es in mir drin aussieht und ich kann auch einfach nicht anders... es ist leichter für mich, meine Bedürfnisse nicht zu kommunizieren, als sie zu kommunizieren und nicht ernst genommen zu werden. Vielleicht verstehst du das.

      Ich empfehle dir also: Scheiß egal, was die dort sagen, bleib bei dem, was du brauchst, wenn auch nur still und heimlich für dich selbst - lass dich nicht dazu bringen, an dir zu zweifeln. Ich finde, du weißt ganz genau, was du brauchst und kannst und was nicht. Für mich klingt das so. Und es klingt reflektiert und gesund. Und auch weil da irgendwer nen Doktortitel hat, heißt das noch lange nicht, dass derjenige Recht hat. Mir sagte man damals auch, dass die klar darauf abzielen, mich wieder auf dem 1. Arbeitsmarkt zu integrieren - da fragt halt keiner danach, wie es dir als Individuum damit geht und was du brauchst, da zählt nur noch deren Statistik - dazu hab ich nichts mehr gesagt, denn ich war einfach froh, den Antrag auf Teilhabe durchbekommen zu haben.

      Ich muss hier mal Schluss machen für heute ich lese den Text morgen nochmal und schaue, was ich ergänzen kann. Ich bin sehr durcheinander und traurig gerade, hatte Streit. Ich hasse Streit.

      Edit: Achso ja, mein nächster Plan ist es nun, einen weiteren stationären Traumatherapieintervall in der Klinik zu absolvieren, weil ich ambulant keine Therapeuten gefunden habe, die zu mir passen und wegen der Traumata eh weiter dort hin muss. Und dort werde ich die Therapeutin dann bitten, mir ein ärztliches Attest auszustellen, das aussagt, dass ich nicht mehr, als eine bestimmte Stundenzahl tgl. arbeiten darf. Ich weiß allerdings beim besten Willen nicht, was dann passiert. Ob ich dann dort bleiben darf oder der Kostenträger mich rauswirft. Und ob meine Therapeutin mir das ausstellen kann, weiß ich auch nicht. Aber das ist die einzige Lösung, die mir noch bleibt.
      An Unmögliches verschwendet Hamish keine Gedanken. Vielleicht ist das auch ganz gut, denn wer nur wenige hat, darf keine verschwenden.
      Alice im Wunderland (2010), Hörspiel

      The post was edited 1 time, last by OtherSide ().

    • Garfield wrote:

      Nur mal so als Gedanke: Vielleicht versucht die Frau auch bewusst, Reaktionen von Dir zu provozieren?
      Und dann kommt eine Einschätzung raus: X hat mich nicht laut angeschrien oder versucht zu erwürgen - er ist psychisch belastbar (mal übertrieben ausgedrückt).
      Sowas in der Art habe ich auch schon vermutet, das sie absichtlich versuchen einen irgendwie zu bedrängen um zu sehen wieviel man sich gefallen lässt.
      Meine Mutter meint ich würde zu viel mit denen dort reden. Mir fällt es erlich gesagt schwer, Dinge zu ignorieren wenn man mir etwas direkt sagt. Man bekommt dann meistens auch irgendeine Form von Antwort. Meist reagiere ich nicht dramatisch wenn man mir nur etwas sagt, ich kann durchaus argumentieren, aber meist sind es andere psychisch belastende Dinge die nebenher auf mich einwirken, die mich dann emotional überreagieren lassen und das passiert momentan immer mehr. Ich habe gestern abend denen im Franz-Sales-Haus eine email mit diesen Vorkommnissen geschickt und denen das ganze erklärt, ist ein ziemlich langer Text geworden den ich so nie mündlich hätte rüber bringen können. Die werden das aber erst Montags frühestens lesen und darauf sicher irgendwie reagieren. Es kann sein das nochmal jemand in den betrieb kommt und mich dann zur Rede stellt.
      Jedenfalls rechne ich schon damit.


      Garfield wrote:

      Mein Chef lobte letztens ausdrücklich, dass ich immer sofort etwas erledige, was man mir aufträgt. Dass mich liegen gebliebene oder weit weg geschobene Arbeitsaufträge einfach innerlich so stark beschäftigen, dass ich sie lieber sofort erledige, damit ich nachts besser schlafen kann und nicht das ganze Wochenende daran denken muss, weiß er ja nicht. Nur führt das für mich zu immer stärkerer Erschöpfung, wenn das dauerhaft anhält. Zum Glück gibt es immer mal wieder Phasen, wo nicht viel los ist und die nutze ich auch regelmäßig, um eher zu gehen oder gar nicht erst zur Arbeit zu kommen (Gleitzeit). Wenn wirklich mal alle Projekte zur gleichen Zeit in der finalen Phase sind, bin ich echt gespannt, was dabei raus kommt.
      Das klingt wirklich ziemlich ansträngend. Ich denke sowas ist für belastbare Menschen normal, meine Mutter hat in ihrem Job auch Tage dazwischen wo sehr viel los ist, wo neben den angekündigten terminen auch viele Leute einfach so vorbei kommen und die idR nicht einfach wieder weggeschickt werden, das wäre wohl geschäftsschädigend.
      Aber diese Tage sind selten und nicht normal. Bei uns haben wir eigentlich immer gleich viel zutun, aber an manchen tagen auch mehr aber keiner arbeitet dort mehr und macht Überstunden. Der Rest der liegen bleibt muss dann bis zum nächsten tag warten.


      FruchtigBunt wrote:

      Da kommt man als Autist auch oft schlecht weg, weil der innere Stresspegel steigt und die anderen es oft nicht sehen. Erst wenn man dann explodiert oder implodiert, ist es sichtbar.
      Ja das stimmt, das ist mir in den vergangen Jahren in den ganzen Praktikumsplätzen auch immer wieder passiert. Das sind dann diese Meltdowns. Nur heute kann ich es glaube ich wesentlich besser erkennen und einschätzen, ich spüre jetzt zumindest wenn sich dieser Stress wieder aufbaut. Ich denke dann sehr viel über gesagte Dinge nach, sogar schon morgens bevor ich aufstehen muss, werde ich wach und könnte eigentlich wieder einschlafen aber ich grübel dann nach und das Einschlafen klappt nicht mehr, oder ich bin bei der Arbeit und innernich total traurig und sowas. Das problem ist oft das ich gern sagen will wie ich mich fühle aber das ich dann angst hab das sie es wieder klein reden und ich mich dann nicht traue überhaupt irgendwas zu sagen. Am angang als ich da war, sagte man mir fast jeden Tag ich soll sagen wenn mir was zu viel wird, und wenn ich dann sagte ich kann dies nicht oder das klappt darum und so nicht, kommt dieses Kleingerede und ich soll es nicht mit dem und dem entschuldigen. Ich komme mir dadurch vor als würde man mich verarschen wollen.
    • FruchtigBunt wrote:


      Vielleicht hilft es (dabei klarzumachen, WIE schlecht es dir geht), wenn du da einen Meltdown bekommst oder weinst etc. Bei mir denken die Leute vermutlich auch relativ lange, dass ich "normal" sei, bis das Fass dann übergelaufen ist und ich zusammenbreche bzw. mich nicht mehr kontrollieren kann. Dann tun sie so, als hätten sie ja nicht gewusst, dass es mir so schlecht geht. Selbst dann, wenn man vorher gesagt hat, dass einen etwas sehr belastet. Aber offenbar reicht das nicht aus, damit einem das geglaubt wird. Deshalb würde ich fast dazu raten, als Autist in so einer Maßnahme dann auch mal zu übertreiben, so wie es die anderen offenbar auch oft tun. Denn was sollst du denn noch machen, bis die dir glauben, dass dich das über die Maßen anstrengt und du am Anschlag bist?
      Leider habe ich die Erfahrung gemacht, dass man keinem klarmachen kann WIE schlecht es einem geht. Ich habe alles versucht. Und genau da beginnt die heftige Verzweiflung, das Ewige "Keiner versteht mich." - und es ist soooooooooo frustrierend es immer wieder zu versuchen. Und ich hatte einige "Zusammenbrüche" dort.
      An Unmögliches verschwendet Hamish keine Gedanken. Vielleicht ist das auch ganz gut, denn wer nur wenige hat, darf keine verschwenden.
      Alice im Wunderland (2010), Hörspiel
    • OtherSide wrote:

      Zu dem Antrag auf Teilhabe gehörte eine Stellungnahme, dort habe ich auf ca. 4 Seiten aufgeführt, warum ich genau diesen Weg wähle, was ich bereits hinter mir habe um überhaupt dort wieder anzusetzen und worauf mein Fokus liegt und warum genau diese Werkstatt für mich geeignet ist.
      Das musste ich bei meinem Antrag zur T.a.A. garnicht machen, finde ich seltsam, aber vielleicht hat sich über die Jahre da auch was verändert.



      OtherSide wrote:

      Die Ärztin rief mich im Nachhinein nochmal an und entschuldigte sich, sagte, sie würde das in meinem Sinne entscheiden und so klappte es dann doch. - Aber mich hat sie nicht ernst genommen.
      Wundern tut mich das nicht, aber schrecklich finde ich es definitiv. Ich war auch bei solch einer Ärztin, das gespräch ist zwar normal verlaufen, ohne Meltdown oder ähnliches aber das was du über sie schilderst ist mir auch nicht passiert. Bei mir kam nur heraus das ich angeblich voll arbeitsfähig sei, aber mit erheblichen Einschränkungen. Die Reha-SB konnte damit nur nichts anfangen und hatte mir deswegen die Dia-am empfohlen.


      OtherSide wrote:

      Ich rate dir also: Such dir Werkstätten raus, mach dort Termine aus, lass dich beraten und schildere deine Situation, wenn du erfährst, dass die tatsächlich ein BvB und nicht den BBB einer Werkstatt meinen. Hast du Hilfe? Ambulante Betreuung oder sogar einen gesetzlichen Betreuer? Beim Sozialen Dienst in der Werkstatt haben die mich schon ernst genommen und konnten mir gut folgen.
      Ich habe denen gestern jedenfalls eine Email geschickt wo ich das mit dem BBB oder BvB angesprochen und extra nochmal erklärt habe weil ich das geklärt haben will.
      Es gibt zumindest hier in Essen ein paar WfbM die Dinge machen die ich mir dauerhaft vorstellen kann zu tun, zB Datenverarbeitung am PC, das wäre auch eine in meiner Nähe wo ich nur mit einem Bus fahren müsste, der auch nicht so voll ist weil mit dem eher weniger Leute fahren. Aber andere Bereiche die es teilweise auch gibt, wären schwerer zu erreichen, ich würde sehr gerne einen Fahrdienst nutzen, denn mit Pünklichkeit was aufstehen und so angeht habe ich garkeine Probleme. Meine Probleme sind nur das hin und zurück mit dem ÖpnV und Merkzeichen die mir das erleichtern könnten habe ich keine bekommen.
      Ich habe auch noch keine Betreuung oder gesetzl. Betreuer, ich habe den SbA erst vor wenigen Wochen erhalten und war froh erstmal diesen Bürokratieaufwand hinter mir zu haben.


      OtherSide wrote:

      Hier ist aber auch nicht alles rosig. Ich bin statistisch gesehen 2-3 Mal pro Woche krank, an den anderen Tagen überarbeitet, weil mir die Anwesenheitszeit von 8-15:30 garnicht gut tut. Daran können die aufgrund der Vorgaben des Kostenträgers nichts ändern, aber die sagten mir, ich solle einfach krank machen, wenn es nicht geht. Und ich glaube fast, so sehr mich das auch nervt, denn ich hätte lieber eine offizielle Regelung mit kürzeren Arbeitszeiten, dafür aber tgl. Anwesenheit - auch einfach der Routine wegen - aber solange das nicht gegeben ist, mache ich jetzt krank, wann immer es mich zu viel Überwindung kostet.
      Ja das klingt idT ansträngend. Ich kann mir das auch nicht vorstellen wenn es körperlich nicht klappt, oder ich mit dem ÖpnV solche probleme habe wie jetzt und mich die Leute da ständig runter machen und auf meinem Problemen die ich halt habe herumreiten wie in dem praktikum wo ich momnentan noch bin.


      OtherSide wrote:

      es ist leichter für mich, meine Bedürfnisse nicht zu kommunizieren, als sie zu kommunizieren und nicht ernst genommen zu werden. Vielleicht verstehst du das.
      Ja das verstehe ich sehr gut. Man verstrickt sich un unwürdige und sinnfreie Diskussionen wenn man darüber reden will, oder man bekommt einen Nervenzusammenbruch und wird für unbrauchbar und kaputt erklärt und kann ganz wegbleiben was auch keine Lösung für sein Problem ist.

      Wie machst du denn dann Krank wenn dein Arzt nichts davon weiß?
      Du musst doch eigentlich zu dem gehen, dich krankschreiben lassen bzw nachweisen das du krank warst, dann schickst du den Wisch zu denen in die Werkstatt, so ist das jedenfalls da wo ich bin.


      OtherSide wrote:

      Ich finde, du weißt ganz genau, was du brauchst und kannst und was nicht. Für mich klingt das so. Und es klingt reflektiert und gesund. Und auch weil da irgendwer nen Doktortitel hat, heißt das noch lange nicht, dass derjenige Recht hat. Mir sagte man damals auch, dass die klar darauf abzielen, mich wieder auf dem 1. Arbeitsmarkt zu integrieren - da fragt halt keiner danach, wie es dir als Individuum damit geht und was du brauchst, da zählt nur noch deren Statistik - dazu hab ich nichts mehr gesagt, denn ich war einfach froh, den Antrag auf Teilhabe durchbekommen zu haben.
      Ja das Gefühl habe ich im Grunde auch, ich habe recht gute Instinkte, aber meist nicht den Mut die von vornherein durchzusetzen.
      Das denen die Statiastik wichtig ist weiß ich, ich glaube man bekommt diese Teilhabedings auch eher wenn man einen GdB hat. Ich hatte vielleicht glück, mir hatte man die auch so genehmigt und ich war damals erst bei dem Antrag für den GdB aber hatte das Verfahren noch offen.
    • Kannst du nicht vielleicht einfach mal bei einer WfbM vorsprechen und dort einen Termin machen. Du könntest dich dann dort einmal genau erkundigen, wie du vorgehen musst, um dort
      angenommen zu werden. Denke, das würde dich schon einmal ein Stück weiterbringen.

      Drücke dir weiterhin die Daumen.
    • RegenbogenWusli wrote:

      Ich mein, die erzählte mir das die meisten die sonst dort in diese Wäscherei geschickt werden meist überfordert sind, nicht lernen können wie man etwas faltet und dann kommt jemand der dafür geeignet ist und es heißt gleich ich sei unterfordert. Ich finde das bescheuert und anmaßend, vorallem nachdem ich die ganze Zeit schon sage das mir die Arbeit selbst sogar spaß macht, ich mich nicht überfordert fühle sondern wohl damit (außer die Schmerzen in diversen Körperteilen bei zu langer Belastung aber das ist ein anderen Thema).
      Ich finde es auch mehr als wiedersprüchlich wenn man mir sagt ich sei unterfordert und dann wieder sagt, ich wäre für den 1. Arbeitsmarkt ungeeignet weil ich mich weigere die Wäsche aus dem Trockner zu holen nachdem ich mir da so sehr einen Stromschlag eingefangen hab das mir der ganze Finger minuten lang weh tat. Sie meinten dann nur das sie das dann machen würden und ich das nicht mehr machen muss, aber die eine sagte halt auch, sowas könnte ich an einem richtigen Arbeitsplatz "nicht bringen".
      Ich bin nicht sicher, wie ich das bewerten soll. Du kannst jedenfalls gut für deine Bedürfnisse einstehen, finde ich.
      Es ist ein zweischneidiges Schwert: viele Autisten, die erst spät eine Diagnose bekommen haben, die sind jahrelang in übervollen Zügen gefahren, haben Arbeiten gemacht, die sie ausgelaugt haben, haben Rückenschmerzen in Kauf genommen und all ihre Energie in die Arbeit gesteckt, weil sie gar nicht wussten, dass das nicht normal ist. Der Nachteil davon ist, dass wenn man es übertreibt, dann irgendwann der Burnout und die Depression kommt. In der Hinsicht ist es besser, wenn man mehr auf seine Bedürfnisse achtet. Allerdings hat auch das einen Nachteil, wenn man es übertreibt. Dann verbaut man sich nämlich die Chance, auch mal etwas zu erreichen, vielleicht in einem Bereich erfolgreich zu sein, den man sich anfangs nicht zugetraut hat. Manchmal ist es tatsächlich sinnvoll, auch mal über seine Grenzen zu gehen. Aber eben nur zeitweise, nicht permanent.

      Möglicherweise könntest du beruflich mehr machen, als du bisher denkst. Aber man muss in jede Tätigkeit auch erst "hineinwachsen". An jedem neuen Ort ist erstmal alles fremd, die Abläufe schwierig. Aber dann wird es nach einer Weile Routine.

      Du könntest versuchen, deutlich zu machen, dass du die Arbeit an sich gut machen kannst, aber das "Drumherum" eben als Belastung dazukommt, weshalb du schneller erschöpft bist. Ich denke, das ist etwas, was für andere schwer verständlich ist, dass die Arbeit nicht nur aus Wäsche zusammenlegen besteht, sondern auch die Anfahrt schon Stress sein kann, die Umgebung (z.B. grelles Licht, Geräusche), und die Gespräche mit Kollegen eben auch nicht nur aufbauend sind, sondern auch Arbeit. Dann ist klar, dass man früher müde ist.


      Nur nebenbei: "ansträngend" ist eins der Wörter, die erst seit der Rechtschreibreform falsch geschrieben werden. Die richtige Schreibweise ist "anstrengend". Ich hoffe, es stört dich nicht, wenn ich darauf hinweise.
      Alles wird galaktisch gut.
    • Um noch mal auf die Aussage zurückzukommen, dass sie Dich für unterfordert hält - das kann ja durchaus der Fall sein.
      Und womöglich wärst Du mit idealen Arbeitsbedingungen sogar eine viel längere Zeit einsatzfähig.

      Nach und vor der normalen Arbeit "arbeite" ich ja in gewissem Sinne auch zu Hause noch mal fast die gleiche Zeit, nur dass ich dafür nicht bezahlt werde und mir selbst dafür ideale Bedingungen schafften kann. Also wenig Reize, keine anderen Menschen, freie Zeiteinteilung, Abwechslung usw.
      Eine Arbeit, die einem Spaß macht und die weder körperlich anstrengend ist noch psychisch belastend, kann man sicherlich auch als Aspie viel länger machen als man denkt.

      Im Büro schaffe ich mir selbst die Abwechslung, in dem ich z.B. fast täglich den Geschirrspüler ausräume, obwohl das ja eigentlich alle mal machen sollen. Aber ich kann dabei den Kopf einfach mal abschalten, mich bewegen und da es in der Arbeitzeit ist, wird es letztendlich auch bezahlt. Früher konnte ich noch lauter Kleinigkeiten im Labor erledigen, die ähnlich abwechslungsreich waren, aber da meinte der Chef irgendwann, das soll ein Werksstudent machen, der kostet nicht so viel.
      _,.-o~^°´`°^~o-.,_Ich ess Blumen...,.-o~^°´`°^~o-.,_
      Im Übrigen bin ich der Meinung, dass das Teilnehmer-Limit von Privatkonversationen verdoppelt werden sollte.
    • Other Side wrote:

      Es ist leichter für mich, meine Bedürfnisse nicht zu kommunizieren, als sie zu kommunizieren und nicht ernst genommen zu werden.
      Das ist auch bei mir ein ganz großer 'Brocken'. Einerseits kommt das vermutlich wegen der ASS, weil ich oft mit meiner Wahrnehmung nicht ernst genommen wurde, und gleichzeitig wurden bei mir meine Bedürfnisse früher überhaupt nicht gespiegelt, so dass es mir auch von daher schwer fällt, mich damit ernst zu nehmen. Wenn ich mich dann dazu durchringe, alles wohlüberlegt durchdenke und dann wird ein Bedürfnis wieder so vom Tisch gewischt, dissoziiere ich entweder oder kriege einen Meltdown. Ich frage mich manchmal, ob dieses Thema "eigene Bedürfnisse erkennen und äußern" nicht viel mehr Raum in der Autismus-Forschung bekommen müsste.
    • Vulkan wrote:

      Kannst du nicht vielleicht einfach mal bei einer WfbM vorsprechen und dort einen Termin machen. Du könntest dich dann dort einmal genau erkundigen, wie du vorgehen musst, um dort
      angenommen zu werden. Denke, das würde dich schon einmal ein Stück weiterbringen.

      Drücke dir weiterhin die Daumen.
      Das kann ich versuchen, ich weiß nur nicht ob das bürokratisch so einfach geht. Von dem was ich gelesen habe und was mir andere erklärt haben, können die einen nicht einfach so aufnehmen, man muss zuerst als arbeitsunfähig gelten, was ich bislang nicht nicht bin, bzw es gibt keinen Wisch der das bestätigt.


      Shenya wrote:

      Möglicherweise könntest du beruflich mehr machen, als du bisher denkst. Aber man muss in jede Tätigkeit auch erst "hineinwachsen". An jedem neuen Ort ist erstmal alles fremd, die Abläufe schwierig. Aber dann wird es nach einer Weile Routine.
      Das habe ich mir am Anfang auch gedacht. Seltsamer Weise kommt es bei mir und Praktikumsplätzen jeglicher art meist komplett anders herum. Ich bin zuerst immer sehr euphorisch und mache alles mit Begeisterung und möchte alles gut und richtig machen, die Leute sehen das und sind nett und manchmal vielleicht sogar überfreundlich, und danach geht es dann immer weiter bergab, aber ich verstand nie warum. Vielleicht sehen die Leute nach und nach was ich alles nicht kann da ich das nicht verstecken kann. Ich bin ja kein spätdiagnostizierter Autist in dem Sinne. Ich habe nie so wirklich funktioniert. Ich habe früher die Busfahrten zur Schule nur deswegen ausgehalten weil meiin damaliger Schulfreund mitkam und mich ablenkte und wir immer ganz vorn im Bus standen. Die anderen Male wo ich regelmäßig fahren musste waren idR zu Uhrzeiten wo ich das aushalten konnte weil da wenige los war. Darum ging das.
      Das mit dem sich die Chancen nicht verbauen wollen kann ich verstehen. Ich bin mir aber ziemlich sicher das mir die Energie für mehr einfach fehlt.
      Probleme hatte ich damals auch schon aber selten fühlte ich mich auch körperlich so müde und kaputt wie heute und damals war die Anforderung schon deutlich höher als jetzt. Damals hab ich normale Praktikas gemacht, über längere Zeiträume, ich hab das damals aber auch schon nur bedingt hinbekommen, weil vieles nicht so klappte wie es sollte, hat man mich für andere Bereiche genutzt die wir sonst nebenher machen sollten. Ich machte die dann alle allein und andere konnten sich auf die Hauptsachen konzentrieren.
      Ich war quasi sowas wie eine Assistenz oder ein "hinterherräumer" wenn man so will, das ist doch kein Job, jedenfalls heute nicht mehr wo man erwartet das Leute mehr machen als eigentlich üblich.


      Shenya wrote:

      Du könntest versuchen, deutlich zu machen, dass du die Arbeit an sich gut machen kannst, aber das "Drumherum" eben als Belastung dazukommt, weshalb du schneller erschöpft bist. Ich denke, das ist etwas, was für andere schwer verständlich ist, dass die Arbeit nicht nur aus Wäsche zusammenlegen besteht, sondern auch die Anfahrt schon Stress sein kann, die Umgebung (z.B. grelles Licht, Geräusche), und die Gespräche mit Kollegen eben auch nicht nur aufbauend sind, sondern auch Arbeit. Dann ist klar, dass man früher müde ist.
      Ich habe es immer wieder mal angesprochen, und die Betreuer scheinen das sehr wohl zu verstehen. Die eine Mitarbeiterin ist auch weitaus empatischer, aber die andere die schon 25 Jahre dort arbeitet ist es nicht. Sie kapiert das nicht und sagt auf diese Argumentation eben genau sie oben angesprochenen Dinge das man das nicht immer entschuldigen soll, das man dagegen was tun kann (Kopfhörer, Tabletten...)
      Die Kopfhörer funktionieren bei mir in vollen Zügen so gut wie garnicht, einfach weil ich nicht die Geräusche so nervig finde sondern die Körper die mir zu nahe kommen.


      Shenya wrote:

      Nur nebenbei: "ansträngend" ist eins der Wörter, die erst seit der Rechtschreibreform falsch geschrieben werden. Die richtige Schreibweise ist "anstrengend". Ich hoffe, es stört dich nicht, wenn ich darauf hinweise.
      Nein das ist schon okay. Danke das du mir das gesagt hast, mir ist das nie aufgefallen. Ich hoffe ich kann mir das einprägen.


      Garfield wrote:

      Um noch mal auf die Aussage zurückzukommen, dass sie Dich für unterfordert hält - das kann ja durchaus der Fall sein.
      Und womöglich wärst Du mit idealen Arbeitsbedingungen sogar eine viel längere Zeit einsatzfähig.

      Nach und vor der normalen Arbeit "arbeite" ich ja in gewissem Sinne auch zu Hause noch mal fast die gleiche Zeit, nur dass ich dafür nicht bezahlt werde und mir selbst dafür ideale Bedingungen schafften kann. Also wenig Reize, keine anderen Menschen, freie Zeiteinteilung, Abwechslung usw.
      Eine Arbeit, die einem Spaß macht und die weder körperlich anstrengend ist noch psychisch belastend, kann man sicherlich auch als Aspie viel länger machen als man denkt.
      Das verstehe ich nicht so ganz. Also den oberen Absatz im Betracht zum unteren ergibt für mich wenig Sinn.
      So wie ich mich verhalte oder wie es mir geht, kommt es mir eher vor als wäre ich überfordert und nicht unterfordert. Das liegt aber nicht an der Arbeit selbst die ich mache sondern an dem drumherum wie Shaneya es schon nannte.
      Ich kann bzw fühle mich seit den letzten Wochen kaum noch im Stande nach der Arbeit irgendwas anderes zu machen. Ich bin müde, wie ausgelaugt und kaputt, ich will mich nur noch hinlegen und schlafen und wenn ich daran denke das ich noch dies oder jenes im Haushalt machen muss, einkaufen gehen oder sonst was hab ich da null Bock drauf was sonst garnicht so ist.
      Ich finde sowas ist nicht normal und alles andere als gesund, vorallem wenn das jeden Tag so ist.
      Der Grund warum ich diese einfache Arbeit nicht so lange durchhalte ist überwiegend weil ich ca 10 jahre nichts anderes gemacht hab als am PC mehrere Stunden jeden Tag in der Woche zu arbeiten, ich habe keinen Sport gemacht. Ich finde das etwas seltsam das mein Körper in meinem Alter da so streikt, ich mein, meine Mutter hat auch jahrzehnte lang die gleiche Arbeit gemacht und nie sport gemacht und sie hatte das erste mal Rückenprobleme mit anfang 50. ich bin aber erst anfang 30 und verstehe nicht warum das bei mir so ist.


      Garfield wrote:

      Im Büro schaffe ich mir selbst die Abwechslung, in dem ich z.B. fast täglich den Geschirrspüler ausräume, obwohl das ja eigentlich alle mal machen sollen. Aber ich kann dabei den Kopf einfach mal abschalten, mich bewegen und da es in der Arbeitzeit ist, wird es letztendlich auch bezahlt. Früher konnte ich noch lauter Kleinigkeiten im Labor erledigen, die ähnlich abwechslungsreich waren, aber da meinte der Chef irgendwann, das soll ein Werksstudent machen, der kostet nicht so viel.
      Ich mache auch nicht immer exakt das gleiche also zB immer die gleichen handtücher auf die gleiche weise falten und sonst garnichts. Ich denke das wäre auch sehr stupide und langweilig.
      Nein, ich erkläre es mal.
      Wir haben nichtmal jeden tag die exakt gleiche Wäsche und das in der selben Reihenfolge sondern jeden tag andere Sachen. Klar widerholt sich mal was aber das passiert über die Wochen sehr verteilt und unterschidlich.
      Wir haben Sachen aus anderen Häusern die auch anders gefalten werden müssen, dann haben wir Sachen aus anderen Abteilungen die ganz anders aussehen und anders gefaltet werden, dann haben wir Sachen aus dem eigenen Haus die in große Wägen mit Namen einsortiert werden müssen und das sind viele Namen. Ich kann mir nie alle merken und vergesse viele hin und wieder auch wieder und muss diese erneut suchen.
      Wir haben sehr viele verschiedene Kleidungsstücke dort und alle werden unterschiedlich behandelt, manche werden auch nass aufgehängt und müssen dann abgenommen werden und manches muss auch zum Bügeln aussortiert werden. Wir haben neben diversen handtüchern auch Möppe, Putzlappen, Unterwäsche jeglicher art, Unterhemden, Schlafanzüge, verschiedenste Pullies, Nachthemden, Socken, Stützstrümpfe, Hosen, Hemden, Shirts, Jacken, Waschlappen und Taschentücher.
      Ich kann nicht alles dort machen, zB weiß ich nicht wann was gewaschen werden muss weil ich die Abläufe nicht erkennen kann, denn oft kommt irgendwer rein der wieder neue Wäsche bringt und die gehen selber auch auf die Zimmer und sammeln Schmutzwäsche ein, es ist ziemlich viel, da blicke ich kaum durch.
      Die schieben mir nur die getrockneten Sachen in einem Wagen durch und ich lege die zusammen und packe die wo ich die Namen weiß selber weg. Bei den anderen suche ich die Namen auch aber ich finde sie oft selber nicht obwohl ich davor stehe. Ich kann leider nicht gescheit arbeiten wenn jemand daneben steht und mit mir redet, dann kann ich mich nicht konzentrieren.


      FruchtigBunt wrote:

      Ich frage mich manchmal, ob dieses Thema "eigene Bedürfnisse erkennen und äußern" nicht viel mehr Raum in der Autismus-Forschung bekommen müsste.
      Ich denke mit dem Thema liegst du sehr richtig. Nicht sprechenden Autisten gewehrt man diese Problematik bereits, so sehr das man sich alle möglichen Techniken ausdenkt ihnen beizubringen wie man sich mitteilen kann damit der andere das versteht und darauf eingeht. Bei sprechenden Autisten ist das bislang nie passiert. Vielleicht weil andere denken "Der kann ja reden, wozu braucht der das schon?" Wie man sieht nutzt es einem garnichts wenn man reden kann aber nicht "reden" kann. Mit "reden" meine ich die weise wie andere Nichtautisten ihre Bedürfnisse rüber bringen und andere das scheinbar erkennen und auch respektieren was jemand will.