Zweitdiagnose – wie machen?

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    • Zweitdiagnose – wie machen?

      Hallo. Ich muss noch mal mit demselben Thema kommen, weil ich total verwirrt bin. Ich hatte schon mal vor einiger Zeit angefragt aber der Thread wurde so schnell so wild und kontrovers... also bitte im Vorfeld: ich brauch keine Meinungen, die mein Bedürfnis nach einer neuen Diagnose infrage stellen. Das finde ich total unangebracht und extrem störend. Sorry, dass ich das noch mal sagen musste.

      Also zur Hauptfrage: ich habe vor etwa einem Jahr einen Diagnosetermin bei der Ambulanz Aachen gehabt. Urteil: kein Autismus, weil ich mich für Menschen interessiere. Der Professor, der mich untersuchte (Grözinger) nahm sich kaum 5 Minuten Zeit. Seine Helferin erledigte den Rest (etwa 15 Min. Interview).
      Über die Ambulanz Aachen ist ja einiges bekannt geworden, in diesem Forum.

      Jedenfalls hat mich das alles extrem zurückgeworfen und gestresst. Jetzt möchte ich gerne den zweiten Anlauf in Köln oder Ddorf probieren. Weiß aber nicht, wie genau vorzugehen ist. Hole ich mir einfach wieder eine Überweisung von der Psychiatrin und starte noch einmal? Geht das überhaupt oder ist die Diagnose erst einmal gültig und ich kann nur privat eine neue Untersuchung veranlassen? Müßte ich gar klagen? Ich habe wirklich keine Ahnung. sorry, wenn einige dieser Fragen schon einmal beantwortet wurden. Ich war vom ersten Thread echt super-gestresst und konnte den Inhalt nicht wirklich verarbeiten. Möchte auch nicht mehr so gerne noch mal zu diesem Thread zurückgehen.
      For mash get SMASH!
    • Man hat ja freie Arztwahl, ich glaube ich würde einfach in Köln nachfragen wie das bei einer zweiten Diagnostik gehandhabt wird.

      Dort hast du halt danach auch Möglichkeiten bezüglich Therapie (GATE) und kannst an Studien teilnehmen (immer recht nett und unterhaltsam, finde ich).
      You’ll stop caring what people think about you when you realize how seldom they do.
    • Ich würde eine neue Überweisung besorgen und einfach hingehen. Am Besten über einen anderen überweisenden Hausarzt oder Facharzt. Das sollte problemlos machbar sein. Eine Diagnose ist grds. zwar erst einmal gültig. Z. B. "Bein amputiert". Das ist eine offensichtliche Diagnose, die sich nicht mehr ändern wird und die auch nahezu keine Gefahr birgt sich später als Falsch-Positiv-Diagnose herauszustellen.

      Anders Autismus, zunächst liegt gar keine Diagnose vor, sondern ein Ausschluss. Insofern kann gar keine Diagnose feststehen oder gültig sein. Weiterhin ist Autismus eine "Einschätzungsdiagnose" und kann ggf, sowohl Falsch-Positiv aber auch Falsch-Negativ sein.

      Es ist also ohne Weiteres möglich ein zweites Diagnostikverfahren im Rahmen einer GKV-Versicherung zu durchlaufen. PKV wird sicher schwieriger. Ich würde, soweit möglich, ggü. allen Beteiligten hinsichtlich der ersten Diagnostik schweigen und nur auf Nachfrage antworten. Deswegen auch die Überwisung von einem anderen Arzt.
    • Nowhere Mat wrote:

      Urteil: kein Autismus, weil ich mich für Menschen interessiere. Der Professor, der mich untersuchte (Grözinger) nahm sich kaum 5 Minuten Zeit. Seine Helferin erledigte den Rest (etwa 15 Min. Interview).
      Das nenne ich eine katastrophale Diagnostik. Schade, dass du diese Erfahrung machen musstest. Ich würde mich auch nicht so abfertigen lassen wollen, daher finde ich es gut, dass du dir eine Zweitmeinung einholen wirst. Hoffentlich wirst du dann bessere Erfahrungen machen.
    • Danke für alle Antworten. Also ich habe heute einen Termin bei der Psychiaterin gemacht, um eine neue Überweisung zu erhalten.
      Zur Auswahl steht dann Köln oder Düsseldorf. Beim letzten Gespräch schien Köln etwas umstrittener als Düsseldorf. Anscheinend gab's in Köln auch einige Leute, die sich falsch beurteilt fühlten (gibt's immer aber die Menge macht's, denke ich). Was denkt ihr denn dazu?
      For mash get SMASH!
    • @NowhereMat
      Ich würde auch einfach eine Überweisung von einer Psychiaterin/Psychiater holen. Je nachdem, wie aufgeschlossen deine Psychiaterin einer zweiten Diagnostik gegenüber ist, sollte das Ergebnis in Hinblick auf die Überweisung ausfallen. Der Überweisungsschein sollte keine verdeckte Kritik enthalten, sonst erfolgt die Diagnostik vielleicht voreingenommen und ich würde auch nichts von der bisherigen Diagnostik bei der erneuten Diagnostik erwähnen.

      Ich wollte mal wegen einer körperlichen Sache (ich glaube, es war wegen einer Allergie) eine Überweisung zum Facharzt. Den Arzt musste ich um die Überweisung anbetteln und dann schrieb er einfach drauf "Abklärung auf Wunsch der Patientin". Wenn sowas auf der Überweisung steht, ist die Gefahr groß, dass man nicht ernst genommen wird als Patient. Bei einer üblichen Überweisung sollte es aber keine Probleme geben. Wenn du keine zweite Überweisung von der bisherigen Psychiaterin bekommst, würde ich überlegen, dazu einen Facharzt/ärztin aufzusuchen, bei dem es wahrscheinlich ist, dass du nicht erst um einen Überweisungsschein kämpfen musst.

      Ich wünsche dir Zuversicht für die anstehenden Termine und dass du dich gut von dieser unhaltbaren Behandlung in Aachen erholst. :thumbup:
    • Ich würde mich, es gibt ja überall Wartelisten, auf beide sowohl Köln als auch Düsseldorf setzen lassen. Später kannst du dann immer noch entscheiden, wo du hingehen möchtest.
      Bei manchen Ambulanzen braucht man eine Überweisung, bei anderen reicht die Versichertenkarte. Die entsprechende Info wirst du sicher bei deinem Anruf oder auf deine Mail
      bekommen.

      Von der Diagnose aus Aachen würde ich nichts erwähnen, wie ja auch hier schon jemand geschrieben hat.

      Ich drücke dir die Daumen, dass die Wartezeit nicht all zu lange ist.
    • Nowhere Mat wrote:

      Danke für alle Antworten. Also ich habe heute einen Termin bei der Psychiaterin gemacht, um eine neue Überweisung zu erhalten.
      In Köln wirst Du eine aktuell gültige Überweisung vom Psychiater zum Zeitpunkt des Erstgesprächs brauchen.

      Ich hatte mir schon für das erste Telefonat mit der Kölner Ambulanz eine Überweisung besorgt, weil ich es so verstanden hatte diese Voraussetzung ist, um überhaupt auf die Warteliste zu kommen. Diese erste Überweisung wollten die dort aber nicht haben. Das heißt, dass ich die Fragebögen aus Köln, nach denen vorab gescheckt wird, ob man für das Erstgespräch in Frage kommt, auch ohne Überweisung zugeschickt bekommen habe.
    • So wie es bisher beschrieben wurde ist das korrekt. Ohne Überweisung eines Psychiaters geht nichts.

      Ich habe ähnliches erlebt wie du und habe mich für eine zweite Diagnostik in Köln angemeldet. Nach bereits 8 Monaten hatte ich dort meinen ersten Termin. Trotz der weiten Anfahrt habe ich mich dazu entschlossen, weil ich Vertrauen in die dortigen Erfahrungen setze. Ich habe mich beim Erstgespräch jedenfalls ganz gut verstanden gefühlt. Zumindest hat man sich viel Zeit genommen. Den Eindruck hatte ich in Dresden vorher zwar auch, doch dort lief alles mehr nach Abarbeiten eines Schemas und es wurde nicht wirklich hinterfragt. Da hatte ich in Köln einen anderen Eindruck. Zudem hat mir sehr geholfen, daß zum Termin auch meine Frau anwesend war, die ebenfalls befragt wurde. Ich warte jetzt auf meinen zweiten Termin und hoffe auf eine fundierte Diagnose.
    • @Nowhere Mat
      Eine Überweisung brauchst du erst für das Quartal, in dem das diagnostische Erstgespräch stattfindet. Bis du diesen Termin bekommst, dauert es aber noch. Du musst, bevor du die Spezialambulanz erstmalig kontaktierst, lediglich bei einem niedergelassenen Psychiater vorstellig werden, der dir dann später die Überweisung für das entsprechende Quartal gibt.
    • Nowhere Mat wrote:

      Anscheinend gab's in Köln auch einige Leute, die sich falsch beurteilt fühlten (gibt's immer aber die Menge macht's, denke ich). Was denkt ihr denn dazu?
      Falsch beurteilt fühlen sich erfahrungsgemäß diejenigen, die die erhoffte Diagnose nicht gekriegt haben.
      Das gilt aber nicht nur für Köln.
    • zaph wrote:

      Falsch beurteilt fühlen sich erfahrungsgemäß diejenigen, die die erhoffte Diagnose nicht gekriegt haben.

      Okay, ich bin raus.Was ist eine "erhoffte Diagnose?". Ja, ich weiß, ich hab da neulich von gehört, dass die Wirtschaftswunderzeit Hochstapler hatte, während die Zeit des Abschwungs eher Leidensstapler hat. Also Leute, die sich keinen reichen Onkel in Amerika sondern eine jüdische Großmutter erschwindeln. Oder halt keine Weltreise sondern eine Diagnose. Aber verstehen kann ich es trotzdem nicht so recht. Bin wahrscheinlich zu privilegiert dafür.