Auswandern als Autist

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    • Garfield wrote:

      In der Regel sind das reiche, geizige Egoisten, die am Lautesten danach schreien, sich nicht versichern zu müssen.
      Ich kenne die Leute nicht persönlich. Mir kommt dein Beitrag ein wenig vorurteilsbehaftet vor und emotional motiviert.
      Ich hätte es eher auf Sicht des Grundgesetzes angegangen und die Rechte gegeneinander abgewägt.
      Vermutlich willst du damit sagen, dass du aus solidarischen Gründen dafür bist, dass auch Reiche und Egoisten verpflichtet werden sollen, sich zu versichern. Ich würde sagen, dass es zumindest nachdenkenswert ist, gegen welches Grundrecht man dann die Solidarität abwägt. Das gehört aber vermutlich in den Bereich der ethischen Fragen. Wozu darf der Staat einen als Bürger verpflichten und wie weit geht das Recht auf freie Selbstbestimmung. Mittlerweile haben wir ja sogar eine Impfpflicht in Deutschland. Auch da wird wohl der Gedanke der Solidarität gegen die Selbstbestimmung abgewogen. Vielleicht mag jemand einen Thread dazu eröffnen oder ich mache das.
    • Ally wrote:

      Genau Großbritannien wird leider nicht gelistet, dafür Irland.
      Großbritanninen ist bei workaway als "United Kingdom" gelistet.
      Wenn wir den Kirschbaum spalten, finden wir dort keine Blüte.
      Es ist der Frühling, der die Blüten hervorbringt.

      Ama Samy
    • Ich denke, der Tipp war auch eher gedacht, um das Land vor einer "richtigen" Auswanderung tiefer kennen zu lernen.
      From my youth upwards my spirit walk'd not with the souls of men. (...)
      My joys, my griefs, my passions, and my powers, made me a stranger.
    • Habe einige Workawayerfahrung. Ohne Auto bzw. Führerschein passiert es leicht, dass man vom Land kaum etwas mitbekommt außer halt die unmittelbare Umgebung von wo man arbeitet. Wenn man das verhindern will, macht es Sinn, Workaway in einer der größeren Städte zu machen und nicht auf z. B. einem Hof. Man muss aber immer damit rechnen, dass man aufgrund irgendwelcher autistischer Eigenschaften beim Gastgeber / Arbeitgeber nicht gut ankommt und dann verfrüht rausgeschmissen wird. Und das ist halt blöd, wenn man die Rückfahrt schon gebucht hat und so kurzfristig nichts anderes finden kann, erstrecht, wenn man wie gesagt kein Auto hat.
      I could work hard to be normal, but I prefer to hold myself a higher standard. Ego lex sum.
    • FruchtigBunt wrote:

      @Moi
      Ich vermute, dass es aus dem SGB5 war oder Richtlinien der Kassenärztlichen Vereinigung zu diesem Basistarif der PKV. Es waren jedenfalls offizielle Dokumente, wo drin stand, dass ein Arzt für einen Versicherten aus dem Baistarif in bestimmten Fällen nur den 1,5-fachen Satz abrechnen darf, während er sonst ohne Begründung den 2,5-fachen Satz nehmen darf (das ist Standard) oder mit Begründung (bei schwerem Fall, mehr Aufwand) sogar den 3,5-fachen Satz.
      @FruchtigBunt:
      Den 2,5-fachen bzw. 3,5-fachen Satz darf ein Arzt nur bei Privatpatienten abrechnen, soweit ich weiß. Und bei gesetzlich Versicherten, wenn sie das Kostenerstattungsverfahren gewählt haben - dann aber nicht mehrfach. In dieser Regelung liegt doch der Grund dafür, dass Privatpatienten einem Arzt erheblich mehr Umsatz bringen als Kassenpatienten. Leistungen für Versicherte in einem Basistarif der privaten Krankenkassen werden eben nicht wie bei "normalen" Privatpatienten, sondern wie bei Kassenpatienten vergütet.

      Dass es im Bereich der medizinischen Behandlungen Unterschiede gibt, finde ich falsch. Und es gibt tatsächlich Menschen, denen weniger Leistungen als gesetzlich Versicherten zustehen. Das sind z. B. Asylbewerber in den ersten 15 Monaten.
      „Erst die Selbsterkenntnis und Anerkennung des eigenen Strukturiert- und Gefangen-Seins in den psychobiologischen Gesetzmäßigkeiten der eigenen Persönlichkeit ermöglicht es, die Begrenzungen der anderen zu erkennen und sie zu akzeptieren – und sie nicht als intentionale Angriffe auf die eigene Welt zu deuten, gegen die es sich zu wehren gilt.“
      (Ludger Tebartz-van Elst: Autismus und ADHS. Zwischen Normvariante, Persönlichkeitsstörung und neuropsychiatrischer Krankheit. S. 19.)
    • @FruchtigBunt:
      In Post #35 hast du geschrieben, die Patientin im Basistarif sei weit unter GKV-Niveau versichert. Das ist nicht richtig. Und darauf habe ich mich bezogen.
      „Erst die Selbsterkenntnis und Anerkennung des eigenen Strukturiert- und Gefangen-Seins in den psychobiologischen Gesetzmäßigkeiten der eigenen Persönlichkeit ermöglicht es, die Begrenzungen der anderen zu erkennen und sie zu akzeptieren – und sie nicht als intentionale Angriffe auf die eigene Welt zu deuten, gegen die es sich zu wehren gilt.“
      (Ludger Tebartz-van Elst: Autismus und ADHS. Zwischen Normvariante, Persönlichkeitsstörung und neuropsychiatrischer Krankheit. S. 19.)
    • Happy to be wrote:

      Letztendlich ist immer zu bedenken, egal wohin man geht, man nimmt sich selbst mit.
      Was hier nicht gekonnt ist, wird auch anderswo nicht gekonnt.
      Stimmt. Wer hier am Arbeitsplatz immer wieder Schwierigkeiten mit seinen Kolleg*innen hatte (wegen einer nervigen Besserwisserei z. B., wegen Dauer-Unfreundlichkeit (!) oder weil er in Teams als unzuverlässig galt), der wird im Ausland nicht als derjenige auftauchen, der mit seiner liebevoll-netten Art von allen gemocht wird, der wird nicht auf einmal alleAufgaben superpünktlich erledigen usw.

      Aber: Eine Unterbrechnung von Routinen (neuer Arbeitsplatz, neue Kolleg*innen, neue Aufgaben; aber auch ein anderes sozio-kulturelles Umfeld, eine neue Sprache) birgt immer auch eine Chance auf neue Motivation man kann vielleicht auch sagen: gibt neue Lebenslust. Und das ist doch eine ganze Menge.

      @all: Mich nervt das Durcheinander von Posts zum Thema "Auswandern als Autist" und solchen zur deutschen Krankenversicherung, auch wenn ich mich selbst dazu geäußert habe. Gibt's da nicht ein bisschen Selbstdisziplin?
      "Ein Buch muss Wunden aufreißen, ja sogar welche hervorrufen. Ein Buch muss eine Gefahr sein." (E. M. Cioran)
      In: ders., Ébauches de vertige. Gallimard 2006 (=folio 4100) (trad.: FM)
    • Ljos wrote:

      Nun war es schon immer mein Traum, auszuwandern. Ich liebe die Englische Sprache und vor allem liebe ich die britische Insel.
      Gibt es hier vielleicht den ein oder anderen, der ausgewandert ist?
      Wie sieht das mit Jobsuche, Wohnungssuche etc. aus? Gibt es vielleicht irgendwelche Hilfe, irgendwelche Organisationen, die einem bei sowas helfen können, als Autist?
      In Sachen Hilfe im anderen Land, geeigneter Arbeitsplatz etc.

      Vielen Dank im voraus.
      Hallo,
      ich bin immerhin 10 Jahre lang ausgewandert gewesen, allerdings nach Südamerika, was doch ein Unterschied ist. Zumal in den 90ern , wo Entfernungen noch anders waren wie jetzt. (kein Internet :))

      Ich will dich eher ermutigen - beste Zeit meines Lebens.

      In Groß- Britannien kenne ich mich nicht gut aus, obwohl ich da eine Tante habe. Ich weiß nur : sehr teuer, besonders die Mieten. Kann man sich fast nur ain sozialen Brennpunkten leisten ,und da ist es dann wirklich so, dass man ab Dunkelwerden nicht mehr alleine weg sollte....nun ja.
      Ich glaube auch, Schottland oder Irland sind da entspannter.

      Was hast du beruflich gelernt ?
      "Autismusdiagnose - Potius sero quam numquam.
      ( Lieber spät als nie.) "
      :irony:
    • In Irland gibt es keine großen Städte. Cork z. B. ist die zweitgrößte Stadt aber ist winzig im Vergleich zu manchen deutschen Städten. Dublin ist die einzige etwas größere Stadt.

      Keinesfalls empfehlen kann ich Irland allerdings für Fahrradfahrer oder gar Rollstuhlfahrer, die in den Städten viel unterwegs sind. Aus folgenden Gründen:
      1. Es gibt so gut wie gar keine Fahrradwege. Selbst die, die nur auf die Straße aufgemalt sind, sind extrem rar. In Cork z. B. habe ich nur einen von der Sorte gesehen.
      2. Einige der Straßen haben ein sehr schlechtes, kaputtes Straßenpflaster und / oder viel Splitt / Dreck drauf und / oder sind extrem steil. Manche so extrem, dass sogar Fußgänger dort regelmäßig verunglücken.
      3. Manche Straßen haben nichtmal einen Fußweg. Und damit meine ich nicht nur irgendwelche kaum befahrenen Sackgassen sondern schon Straßen, wo auf der Straße gehen nicht so ganz anheimelnd ist.
      4. Bei den Fußwegen fehlen die Abflachungen bei Straßenübergängen / Kreuzungen. Man kommt also da mit Rollstuhl (oder sonstigem Fahrzeug) nur schwer wieder hoch und knallt auch unschön runter.
      5. Es gibt z. B. in Cork eine Fußgängerbrücke bzw. einen Fußgängerweg / Fahrradweg, der zwei Stadtteile miteinander verbindet. Wer den nicht benutzt (oder aufgrund der Uhrzeit nicht benutzen kann) muss einen sehr großen Umweg fahren. Zu Beginn dieser Brücke / dieses Weges ist jedoch eine Stufe, die so hoch ist, dass selbst ein sportlicher Rollstuhlfahrer mit einem guten Rollstuhl diese unmöglich ohne fremde Hilfe überwinden kann...

      Was man in Irland wirklich empfehlen kann sind die Naturlandschaften (also diese typischen Touristenmagneten wie z. B. Ring of Kerry, wo man z. B. mit nem Tourbus mit Reiseleiter hinkommen kann) und die Universitäten mit ihrem tollen Club- und Sportangebot. Allerdings ist beides sehr teuer, also die Unis (Studiengebühren) und der Touristenkram nebst Anreise.

      Wer viel Fahrrad fährt, dem würde man eher die Niederlande oder Dänemark empfehlen. Dänemark soll ja mit die höchste Lebensqualität haben. Allerdings sind die Lebenserhaltungskosten in Dänemark sehr teuer.

      Mit Englisch kommt man übrigens in den meisten kleinen Ländern (also Niederlande und ganz Nordeuropa wie z. B. Schweden) gut klar. Schwer wird es hingegen, sich in südlichen Ländern wie Spanien mit Englisch durchschlagen zu wollen, da dort längst nicht alle wirklich Englisch sprechen.
      I could work hard to be normal, but I prefer to hold myself a higher standard. Ego lex sum.
    • FruchtigBunt wrote:

      Ich kenne die Leute nicht persönlich. Mir kommt dein Beitrag ein wenig vorurteilsbehaftet vor und emotional motiviert.
      Macht nichts, ich kenne die Leute, das reicht. Aber das hat nichts mehr mit Auswandern zu tun.
      _,.-o~^°´`°^~o-.,_Ich ess Blumen...,.-o~^°´`°^~o-.,_
      Im Übrigen bin ich der Meinung, dass das Teilnehmer-Limit von Privatkonversationen verdoppelt werden sollte.
    • Lex wrote:

      In Irland gibt es keine großen Städte. Cork z. B. ist die zweitgrößte Stadt aber ist winzig im Vergleich zu manchen deutschen Städten. Dublin ist die einzige etwas größere Stadt.
      Klingt sehr schön.

      Lex wrote:

      Keinesfalls empfehlen kann ich Irland allerdings für Fahrradfahrer oder gar Rollstuhlfahrer, die in den Städten viel unterwegs sind. Aus folgenden Gründen:
      1. Es gibt so gut wie gar keine Fahrradwege. Selbst die, die nur auf die Straße aufgemalt sind, sind extrem rar. In Cork z. B. habe ich nur einen von der Sorte gesehen.
      2. Einige der Straßen haben ein sehr schlechtes, kaputtes Straßenpflaster und / oder viel Splitt / Dreck drauf und / oder sind extrem steil. Manche so extrem, dass sogar Fußgänger dort regelmäßig verunglücken.
      Naja ich war in Schottland mit dem Rad unterwegs. Da gibt's es auch sehr steile Straßen ohne Fahrradwege. Das geht ohne Probleme, sofern man sich ans auf der Straße fahren gewöhnen kann. Die einzigen Fahrradwege, die ich in Schottland sah, war entlang der A-road also "Bundesstraße".

      Lex wrote:

      Wer viel Fahrrad fährt, dem würde man eher die Niederlande oder Dänemark empfehlen. Dänemark soll ja mit die höchste Lebensqualität haben. Allerdings sind die Lebenserhaltungskosten in Dänemark sehr teuer.
      Ja schon. Das sind wirklich ideale Fahrrad-Länder.
      Wenn man auf eine Party geht, gibt es immer ein Risiko.
    • Moi wrote:

      @FruchtigBunt:
      In Post #35 hast du geschrieben, die Patientin im Basistarif sei weit unter GKV-Niveau versichert. Das ist nicht richtig. Und darauf habe ich mich bezogen.
      Ich denke, dass es richtig ist, da die Leistungen bei der Abrechnung des 1,5-fachen Satzes unter GKV-Niveau sein dürften. Man müsste hierzu die GOÄ mit dem EBM vergleichen.

      Kannst du mir sagen wo geregelt sein soll, dass Leistungen der in der PKV Basisversicherten nicht nach GOÄ, sondern wie bei Gesetzlichen nach EBM abgerechnet werden? Soweit ich weiß ist das nicht korrekt, da Privatpatienten (auch im Basistarif) nicht nach EBM abgerechnet werden, also NICHT wie gesetzlich Versicherte.

      The post was edited 1 time, last by FruchtigBunt ().

    • @FruchtigBunt:

      Sowohl Leistungen für privat Krankenversicherte als auch für mit dem Basistarif privat Versicherte als auch für gesetzlich Versicherte, wenn sie das Kostenerstattungsverfahren gewählt haben, werden nach GoÄ abgerechnet.

      Ich verstehe nicht, warum du denkst, ich hätte etwas anderes gemeint.

      Moi wrote:

      @FruchtigBunt:
      Den 2,5-fachen bzw. 3,5-fachen Satz darf ein Arzt nur bei Privatpatienten abrechnen, soweit ich weiß. Und bei gesetzlich Versicherten, wenn sie das Kostenerstattungsverfahren gewählt haben - dann aber nicht mehrfach. In dieser Regelung liegt doch der Grund dafür, dass Privatpatienten einem Arzt erheblich mehr Umsatz bringen als Kassenpatienten.
      „Erst die Selbsterkenntnis und Anerkennung des eigenen Strukturiert- und Gefangen-Seins in den psychobiologischen Gesetzmäßigkeiten der eigenen Persönlichkeit ermöglicht es, die Begrenzungen der anderen zu erkennen und sie zu akzeptieren – und sie nicht als intentionale Angriffe auf die eigene Welt zu deuten, gegen die es sich zu wehren gilt.“
      (Ludger Tebartz-van Elst: Autismus und ADHS. Zwischen Normvariante, Persönlichkeitsstörung und neuropsychiatrischer Krankheit. S. 19.)
    • Ich wollte noch einen anderen Aspekt einbringen: Was mir im Ausland oft entgegenkam, war der Sprachunterschied. Zum einen weil ich wegen der Fremdsprache weniger sprach und es daher weniger Missverständnisse gab, zum anderen weil weniger auf einer subtilen sprachlichen Ebene kommuniziert wurde und zum dritten, weil durch die Fremdsprache mehr Toleranz zugestanden wurde, wenn ich mich zum Beispiel weniger diplomatisch ausdrückte.
      Surprised by the joy of life.
    • Surprised wrote:

      Ich wollte noch einen anderen Aspekt einbringen: Was mir im Ausland oft entgegenkam, war der Sprachunterschied. Zum einen weil ich wegen der Fremdsprache weniger sprach und es daher weniger Missverständnisse gab, zum anderen weil weniger auf einer subtilen sprachlichen Ebene kommuniziert wurde und zum dritten, weil durch die Fremdsprache mehr Toleranz zugestanden wurde, wenn ich mich zum Beispiel weniger diplomatisch ausdrückte.
      Das klappt bei mir aber allenfalls bei den Sprachen, die ich gut beherrscht. Also so gut, dass ich in dieser Sprache denken und träumen kann.
      Bei allem, wo ich noch im A1-Niveau hänge, nimmt allein die Findung der Artikulation mehr als 100% der Gehirnkapazität in Anspruch. Da geht sehr oft gar nichts mehr und einfachste Dinge fallen mir nicht mehr ein, obwohl ich schriftlich wahrscheinlich ausdrücken könnte, was ich will.
      _,.-o~^°´`°^~o-.,_Ich ess Blumen...,.-o~^°´`°^~o-.,_
      Im Übrigen bin ich der Meinung, dass das Teilnehmer-Limit von Privatkonversationen verdoppelt werden sollte.
    • Mit dem Sprachen lernen habe ich nicht so große Probleme, obwohl sich schon einmal manches im Land anders anhört. Am besten lernt man die Sprache natürlich wenn man im Land selbst
      lebt. Da ist man ja gezwungen ständig in der Landessprache zu reden.