Auswandern als Autist

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    • Auswandern als Autist

      Hallo!

      Das Ende meiner Ausbildung naht. Ich weiß eigentlich schon recht sicher, dass ich wahrscheinlich (aufgrund meiner autistischen Züge) nicht übernommen werde.
      Es ist sehr schwierig für mich an der Arbeit ohne Anpassungen an meine Situation. Ich bin dadurch schnell mit meiner Energie am Ende und habe Burnout ähnliche Symptome nach mehreren Wochen Arbeit...

      Die endgültige Diagnose bekomme ich am 30.12. mitgeteilt. Bisher weist aber alles darauf hin, dass ich sie erhalten werde.

      Nun war es schon immer mein Traum, auszuwandern. Ich liebe die Englische Sprache und vor allem liebe ich die britische Insel. :roll:
      Gibt es hier vielleicht den ein oder anderen, der ausgewandert ist?
      Wie sieht das mit Jobsuche, Wohnungssuche etc. aus? Gibt es vielleicht irgendwelche Hilfe, irgendwelche Organisationen, die einem bei sowas helfen können, als Autist?
      In Sachen Hilfe im anderen Land, geeigneter Arbeitsplatz etc.

      Vielen Dank im voraus. :)
    • Denkst Du, es wird im Ausland besser?
      Zusätzlich zu den Problemen, die man hier schon hat, kommt ja dort noch Einiges dazu.
      Die Sozialsysteme sind meines Wissens in GB sehr viel schlechter bis gar nicht vorhanden. So wie eigentlich in fast allen Ländern um uns herum.

      Ich hab irgendwo noch in Erinnung, dass @Unbewohnte Insel mal im Ausland war. Kann aber auch täuschen.

      Ich persönlich würde den Schritt nur wagen, wenn ich genug Geld dafür hätte, um nicht von einem Job leben zu müssen.
      _,.-o~^°´`°^~o-.,_Ich ess Blumen...,.-o~^°´`°^~o-.,_
    • Es geht mir nicht darum, dass es vielleicht besser wird - sondern ich möchte einfach was anderes sehen.
      Ich denke, dass mir sowas einfach sehr gut dabei helfen kann, mehr Selbstbewusstsein zu bekommen.

      Ich habe eine britische Freundin, ebenfalls Autistin. Sie berichtet, dass es, genau wie hier in DE, erst mal schwierig ist, überhaupt an Hilfe zu kommen. Das ist aber in jedem Land so.
      Die NHS in Großbritannien fährt ja ein relativ ähnliches System wie wir hier in DE. Etwas verschieden ist es natürlich trotz alledem. Aber es gibt dort auch Systeme wie das PIP für behinderte, wie hier den GdB.

      Geld dafür werde ich wohl nie haben, um nicht von einem Job leben zu müssen. Aber ich würde es einfach gerne machen, wenigstens für eine gewisse Zeit.
      Ich glaube, dass es mir sehr viel bringen kann. Trotzdem würde ich gerne wissen, ob es da Möglichkeiten gibt, sowas gut zu planen, wie man am Besten an Jobs kommt, etc.

      Ich kann mich mit Deutschland einfach nicht identifizieren.
    • @Ljos
      Ich würde bei psychichen Problemen bzw. Instabilität davon abraten, ins Ausland zu gehen, um dort eine "Besserung" zu erwarten bzw. würde das nur tun, wenn ich ganz sicher wäre, dass das keine Kurzschlussreaktion ist bzw. eine Flucht aufgrund der eigenen Probleme, mit denen man im eigenen Land noch nicht umgehen kann.
    • Ich würde es auch ein wenig vom Job abhängig machen, ob und wohin ich gehen würde.

      Ich habe bereits im Ausland gelebt. Trotz etwas schlechterem Gesundheitssystem gab es dort ein wesentlich besseres System für Menschen mit Behinderungen.

      Rund um den Umzug war es zwar mega stressig und die Vorbereitungen haben mich einige Nerven gekostet, aber am Ende war es eine traumhafte Zeit und ich würde immer wieder zurück gehen. Das Leben war tatsächlich für mich unkomplizierter, was an einfacheren Behördensystemen lag. Auch die Charaktere der Menschen kam mir sehr entgegen.
    • Ljos wrote:

      Ich habe eine britische Freundin, ebenfalls Autistin. Sie berichtet, dass es, genau wie hier in DE, erst mal schwierig ist, überhaupt an Hilfe zu kommen. Das ist aber in jedem Land so.
      Die NHS in Großbritannien fährt ja ein relativ ähnliches System wie wir hier in DE. Etwas verschieden ist es natürlich trotz alledem. Aber es gibt dort auch Systeme wie das PIP für behinderte, wie hier den GdB.
      Wir sind schon seit vielen Jahren regelmäßig mit unserem inzwischen erwachsenen Sohn in Großbritannien zu Besuch, haben auch immer mal mit dem Gedanken gespielt auszuwandern, es aber irgendwie nie gewagt, weil immer etwas dazwischen kam.
      Wir haben uns dort durchweg immer sehr viel wohler gefühlt als in Deutschland, vielleicht auch weil uns die britische etwas zurückhaltendere Art etwas mehr entgegen kommt.
      Ich hatte immer das Gefühl, dass man dort mit Autismus offener und unkomplizierter umgeht, als hier. Die Schulen integrieren autistische Kinder dort schon länger als bei uns im Regelsystem. Es gibt weniger Sonderschulen und man hat die Behindertenwerkstätten dort komplett abgeschafft.
      Es ist natürlich auch dort manches schlechter und es wird einem nichts geschenkt, aber der Umgang mit Behinderungen an sich ist dort traditionell selbstverständlicher als bei uns.
      Durch den Brexit, wenn er wirklich kommt, kann manches schwieriger werden. Wenn ich jung wäre, würde ich an deiner Stelle diesen Schritt versuchen. Zurück kommen kann man immer.
    • Garfield wrote:

      Ich hab irgendwo noch in Erinnung, dass @Unbewohnte Insel mal im Ausland war. Kann aber auch täuschen.
      Ich bin jetzt im Ausland (Deutschland), was ziemlich beängstigend ist obwohl man mir sagt dass niemand auf der Straße landen muss hier.

      Garfield wrote:

      Die Sozialsysteme sind meines Wissens in GB sehr viel schlechter bis gar nicht vorhanden. So wie eigentlich in fast allen Ländern um uns herum.
      Ein ehemaliger guter Freund von mir in England mit dem ich gerade wieder Kontakt aufgenommen habe über das Internet, hat mir erzählt dass er inzwischen als Aspergerautist diagnostiziert worden ist und dass er dadurch viele Hilfen bekommen hat vom Staat die er sonst nicht bekommen hätte. Er lebt jetzt "vom Staat" in einem betreuten Wohnheim für Leute über 55. Die Sozialsysteme dort sind meinem Eindruck nach ziemlich heruntergekommen inzwischen wegen der neoliberalistischen Ideologie der Tories aber rein theoretisch gibt es einen Wohlfahrtsstaat. Auch ich habe die Wahl zwischen Deutschland und England und hätte Angst dorthin auszuwandern weil ich denke dass es ziemlich leicht ist dort durch das soziale Sicherheitsnetz zu rutschen. Früher gab es keinen Hunger in England aber jetzt gehen viele Kinder hungrig in die Schule, was wie etwas aus dem neunzehnten Jahrhundert klingt. Aber hier gibt es auch Tafel. Die NHS (das Gesundheitswesen) soll ziemlich unter Druck stehen wegen Geldmangel (wiederum die Tories).

      Garfield wrote:

      So wie eigentlich in fast allen Ländern um uns herum.
      In Skandinavien sind die Sozialsysteme gut.
    • Ich denke, dass sich in Großbritannien in den letzten Jahren vieles verschlechtert und die Armut zugenommen hat. Gerade beim NHS wurde wohl sehr viel gestrichen (vielleicht ein Hauptgrund, weshalb vor allem viele ältere Menschen für den Brexit gestimmt haben, denn es wurde versprochen, Geld, das nicht mehr an die EU gehen würde, dort reinzustecken). Grundsätzlich ist die Einstellung Menschen mit Behinderungen und Autisten gegenüber aber aufgeschlossener und progressiver als in Deutschland. Auch für Themen wie Dyspraxie gibt es mehr Bewusstsein und Möglichkeiten zur Diagnostik. Und das Ausbildungs- und Arbeitssystem ist flexibler. Deutschland hat starrere Altersgrenzen und ist durch das duale Ausbildungssystem unflexibel, was spätere Neuorientierungen betrifft. Durch den Zwang zu Foto und Geburtsdatum kann man in Deutschland im Lebenslauf auch weniger "zaubern", ohne zum Lügner zu werden.

      Natürlich ist Deutschland ebenfalls ein Sozialstaat, aber in vieler Hinsicht strukturell konservativer und paternalistischer als viele andere westliche Sozialstaaten. Das fällt nur auf den ersten Blick kaum auf, weil die Fassade modern ist.

      Ich habe ja auch ein paar Jahre in Großbritannien gelebt und studiert, und tatsächlich fühlte ich mich dort vor allem im Kontext der Uni "normaler" und kommunikativer und fand auch leichter Anschluss. Langfristig jedoch konnte ich mich nicht etablieren, da standen die Kommunikationsprobleme dann doch wieder im Vordergrund. Heute denke ich, ich hätte sehr davon profitiert, wenn ich die Diagnose dort schon im Studium gehabt oder die finanziellen Mittel gehabt hätte, mir mit dem Wissen um die Diagnose noch ein weiteres Studium leisten zu können. Das Angebot an Studienfächern ist vielfältiger und individueller kombinierbar. Aber es ist eben auch alles recht teuer, wie auch die Lebenshaltungskosten insgesamt.
      From my youth upwards my spirit walk'd not with the souls of men. (...)
      My joys, my griefs, my passions, and my powers, made me a stranger.
    • Ljos wrote:


      Das Ende meiner Ausbildung naht. Ich weiß eigentlich schon recht sicher,
      dass ich wahrscheinlich (aufgrund meiner autistischen Züge) nicht
      übernommen werde.


      Nun war es schon immer mein Traum, auszuwandern. Ich liebe die Englische Sprache und vor allem liebe ich die britische Insel. :roll: Gibt es hier vielleicht den ein oder anderen, der ausgewandert ist?
      Wie sieht das mit Jobsuche, Wohnungssuche etc. aus? Gibt es vielleicht irgendwelche Hilfe, irgendwelche Organisationen, die einem bei sowas helfen können, als Autist?
      In Sachen Hilfe im anderen Land, geeigneter Arbeitsplatz etc.
      Wow. Du gehst da rein, wo die anderen rausrennen (war das nicht mal das Motto der Feuerwehr?). Will sagen, Deine Idee, nach England (ich gehe davon aus, es ist England, und nicht die andere britische Insel und auch keiner der anderen Staaten der zerfallenden Union) zu gehen ist mutig. Gerade bei einer Regierung, die gerade auf dem Ticket "Einwanderung in die Sozialsysteme unterbinden" fährt (Theresa May hat sich ja seinerzeit führ ihr "hostile environment" feiern lassen).

      Abgesehen davon ist es natürlich zuerst einmal einfacher als Aspie im Ausland; Du kriegst schließlich als Deutsche einen Framdheitsbonus, und das Fehlen sozialer Netzwerke ist für einen Fremden ja auch völlig normal. Und wenn jede Veränderung für Dich grausam ist, hast Du bei massiven Veränderungen wie einem Umzug ins Ausland natürlich schon einen Erfahrungsbonus. Nur hält der Bonus auch nicht unbegrenzt; nach 6 Monaten bis zwei Jahren, abhängig von der kulturellen Entfernung, merken die auch, das was mit Dir nicht stimmt. Hast Du eine Möglichkeit bis dahin unersetzbar zu werden?

      Was Organisationen angeht, die Dir helfen ... außerhalb von Academia fällt mir leider spontan nichts ein. Willst Du drüben von Deiner Ausbildung leben (als was bist Du ausgebildet? Die entsprechende Handwerks- oder Gewerbekammer könnte Kontakte haben) oder hast Du andere Pläne? Falls Du von Deiner Ausbildung leben willst, welche Skills hast Du als nicht übernommene Deutsche, die der gemeine Engländer nicht hat?
    • Wenn du mal für eine gewisse Zeit andere Luft schnuppern willst, dann würde ich dir die Auswanderung empfehlen. Man kann ja immer seinen Horizont erweitern.
      Und mal eine Arbeitsstelle im Ausland gehabt zu haben, macht sich im Lebenslauf auch gut. Du solltest dir nur vorher alles ganz genau überlegen.
    • Vielleicht ist auch erst einmal ein Praktikum für z.B. 6 Monate eine Idee?
      Nach Ausbildung / Studium / etc. macht sich sowas wie schon erwähnt, gut im Lebenslauf.
      Außerdem braucht man dafür noch nicht gleich komplett auswandern, sondern kann das Land erst einmal testen und Kontakte knüpfen.
      _,.-o~^°´`°^~o-.,_Ich ess Blumen...,.-o~^°´`°^~o-.,_
    • Ich muss jetzt bald doch auswandern, ohne job und wohnung, so hals über Kopf, ich kann ja in den viel fälltigsten Jobs arbeiten,
      nur jetzt ist die Frage in welches Land, ich kann nur deutsch
    • Xonesh wrote:

      Ich muss jetzt bald doch auswandern, ohne job und wohnung, so hals über Kopf, ich kann ja in den viel fälltigsten Jobs arbeiten,
      nur jetzt ist die Frage in welches Land, ich kann nur deutsch
      Hmm das wird dann wohl eher nix. Ohne Job im Zielland wird dir kein Land der Welt eine Aufenthaltserlaubnis in die Hand drücken. Kanada zb hat eine Liste mit Jobs die sie Gerade benötigen. Hinzukommt dass die meisten Länder verlangen dass du eine gewisse Zeit ohne den Staat überleben kannst, also ausreichende Rücklagen hast.
      Ohne Fremdsprachenkenntnisse wird das sowieso nix. Da bliebe nur Österreich übrig.
      Wenn man auf eine Party geht, gibt es immer ein Risiko.

      Pass ma op mien Djung, we sün de Boag. We weert all din Karakteristiggen bi uns totrekken. Weerstand is twechlot!

      The post was edited 1 time, last by flori1994 ().

    • Gut ich wollte ja nur wissen ob es eine alternative gibt,

      Arbeiten kann ich ja, und in meinem gelernten Beruf Feinwerkmechaniker sowie so,

      Ich habe zwar Pflegegrad3 das bedeutet aber nur das ich Morgens 1 Stunde Pflege und am Abend 1 Stunde Pflege brauche, die kann ich vom Lohn selbst bezahlen

      The post was edited 1 time, last by Xonesh: Wuste noch nicht was ich ergänzend hinzufügen soll, bevor man mich kritisiert ().

    • Lars77 wrote:

      flori1994 wrote:

      Ohne Fremdsprachenkenntnisse wird das sowieso nix. Da bliebe nur Österreich übrig.
      Namibia :) . Obwohl natürlich auch da die Zeit vorbei ist, als man mit hunderttausend Euro (jaja, damals noch Mark) als weißer Retter auftrumpfen konnte.
      Selbst da ist man nur mit Deutsch aufgeschmissen. (RW) Ist ja schon 100 Jahre her, dass da Deutsch sowas wie eine Amtssprache war. (Davon abgesehen, dass auch da wieder einem Einwanderungshürden im Weg stehen.) Ohne Englisch, Spanisch oder irgendeine asiatische Sprache ist Auswandern extrem schwer bis nahezu unmöglich. In Namibia zb ist deutsch zwar eine anerkannte Minderheitensprache, aber Englisch und Afrikaans sind deutlich wichtiger. Ok, Afrikaans ist recht ähnlich zum Deutschen, da es eine Abwandlung des Niederländischen ist. Insofern dürfte es relativ leicht sein es zu verstehen und zu lernen. (Ähnlich, wenn man versucht Niederländisch zu lernen.)
      Wenn man auf eine Party geht, gibt es immer ein Risiko.

      Pass ma op mien Djung, we sün de Boag. We weert all din Karakteristiggen bi uns totrekken. Weerstand is twechlot!
    • Ljos wrote:

      Nun war es schon immer mein Traum, auszuwandern. Ich liebe die Englische Sprache und vor allem liebe ich die britische Insel.
      Gibt es hier vielleicht den ein oder anderen, der ausgewandert ist?
      Wie sieht das mit Jobsuche, Wohnungssuche etc. aus? Gibt es vielleicht irgendwelche Hilfe, irgendwelche Organisationen, die einem bei sowas helfen können, als Autist?
      Wenn man Asperger hat gibt es The National Autistic Society. Sie sind da für Leute mit Autismus.

      Jobsuche ist leichter als hier denke ich weil der Arbeitsmarkt wesentlich flexibler ist, besonders im weniger qualifizierten Bereich. Wenn man etwas kann kucken sie nicht so genau auf die Qualifikationen. Ich hatte damals einen Job mit Sprachen (Informationen sammeln und übersetzen) ohne irgendwelche Abschlüsse in dem Bereich überhaupt, einfach weil ich die Sprachkenntnisse hatte die nötig waren um die Aufgaben zu erfüllen. Hier wäre das wahrscheinlich nicht möglich gewesen.

      Die Wohnungssuche ist ein Desaster dort. Seit mindestens sechzig Jahren besteht ein Mangel an bezahlbarem Wohnraum für Singles. Wenn man Einzelperson ist und einen normalen Lohn hat kann man sich im Normalfall keine eigene Wohnung leisten sondern muss in einer WG leben um die Miete überhaupt bezahlen zu können. Allerdings kenne ich mich nur mit dem Süden aus in der Hinsicht. Es kann sein dass am Rande des Landes im Westen und im Norden an der Küste es billiger ist, aber dort gibt es weniger Arbeit. Falls man bereit ist im "service sector" im niedriglohn Bereich zu arbeiten gibt es Jobs auch dort wo sonst nicht viel los ist. Falls man irgendwo spannend leben möchte wie London sind die Mieten horrend auch für ein Zimmer in einer WG.


      flori1994 wrote:

      Ohne Englisch, Spanisch oder irgendeine asiatische Sprache ist Auswandern extrem schwer bis nahezu unmöglich.
      Englisch (oder jede andere Sprache) kann man ganz schnell lernen wenn man es (das Lernen) als Hauptaufgabe angeht (acht Stunden pro Tag zum Beispiel).

      The post was edited 2 times, last by Unbewohnte Insel ().

    • Vielen Dank für eure Antworten!
      Das hilft mir doch schon etwas weiter.

      Ich habe mich bei meinem Besuch in London mit meiner Abiturklasse damals vor 3 Jahren unglaublich wohl gefühlt - und ja, die Briten gehen mit dem Thema augenscheinlich viel offener um, als hier in DE. Es gibt einiges, was mich hier in DE stört, was sich aber wahrscheinlich nicht durch auswandern ändern wird, denn diese Probleme bestehen einfach überall.

      Ich möchte nicht vor meinen Problemen weglaufen. Nur denke ich, dass ich hier in DE durchaus schlechte Karten habe mit einer Diagnose in meinem Beruf überhaupt eine Stelle zu bekommen, die auf die Bedürfnisse eingehen kann, die ich benötige. Denn leider besteht der Beruf des Mediengestalters aus vielen unvorhersehbaren last minute Änderungen und Stress, weil ein Kunde anruft und jetzt sofort bis in einer Stunde etwas ganz dringend benötigt, weil z.B. Druckunterlagenschluss ist.
      Und Zeitdruck gibt es eben auch - und damit komme ich überhaupt nicht klar. Wir haben klare Limits, was in wie viel Zeit fertig sein muss - und ich bin leider sehr langsam. Das wird mir auch immer wieder vorgehalten.
      Zusätzlich werde ich ständig aus der Arbeit rausgerissen, weil Kunden anrufen und ich die Anrufe entgegennehmen muss. Oder mir werden Anrufe bei Kunden aufgezwungen, um Rückfragen zu stellen "damit ich meine Angst vorm Telefonieren verliere". Was mir aber nunmal nicht hilft... Es gibt noch vieles mehr.

      Ich weiß, dass das wahrscheinlich im Ausland auch nicht wesentlich besser sein wird. Wahrscheinlich muss ich nach der Ausbildung irgendwie eine Umschulung machen - ich weiß es nicht.
      Ich bin fließend in Englisch, weil die Englische Sprache schon immer mit zu meinen Interessen gezählt hat.

      Wenn Ausland, dann definitiv ins Englische Ausland. Ich fühle mich unter Briten wesentlich wohler, als unter Deutschen. Ich kann aber nicht erklären, woher das kommt.