Autofahren

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    • Garfield wrote:

      ...
      Wie machen die Niederländer das, wenn tagsüber Jemand eine Panne hat? Tempo100 ist zwar nicht viel, aber wenn alle vor mir plötzlich rüberfahren und ich das stehende Auto zu spät sehe oder selbst keine Lücke mehr finde, dann kracht es doch gewaltig.
      es gibt zumindest bei den dafür konzipierten Autobahnen alle Kilometer (ca.) zusätzliche Nothaltebuchten.
      Ich habe allerdings in NL deutlich weniger Pannenfahrzeuge als in D gesehen, vllt gehen die öfter zur Durchsicht?
    • shnoing wrote:

      Ich habe allerdings in NL deutlich weniger Pannenfahrzeuge als in D gesehen, vllt gehen die öfter zur Durchsicht?
      Das Problem ist, dass die deutschen viel langsam auf kurzen Strecken unterwegs sind und nur selten Autobahn fahren, dann aber richtig. Da fährt man selten über 100. Pannen treten gerne mal bei höheren Beanspruchungen auf, oft könnte man da mit weniger Last noch deutlich weiter fahren. Also bleibt der Stadtmensch bei seiner Urlaubsreise auf der Autobahn stehen, weil er mal versucht hat, wie lange die Kiste denn bei Tempo 140 durchhält. In NL wird so schnell gar nicht gefahren, da fährt man nur 120.
      Wird schon ein Wrack ist ein Ort, an dem ein Schatz schlummert. - Alligatoah
    • Die Pannenfahrzeuge in Deutschland sind alles Niederländer. ;)
      Gerade jetzt im Hochsommer habe ich eine extreme Zunahme beobachtet, einige sogar in Flammen aufgehend.

      Nothaltebuchten sind ja schön und gut. Aber bei meiner letzten Panne habe ich versucht, noch so weit wie möglich zu rollen - aber es kam einfach keine Notrufsäule. Ich stand dann da, wo die Rollenergie aufgebraucht war. Beim nächsten Mal würde ich zumindest schon eher bremsen - nämlich an einer Kilometermarkierung. Der Pannendienst konnte mir GPS-Koordinaten nichts anfangen und ich wusste den Kilometerstand der Autobahn nicht.

      65536 wrote:

      Schneller als ca. 150 bin ich aber nicht längere Zeit gefahren, einfach weil der Spritverbrauch irrwitzig wird.
      Meine 2 "schlimmsten" Fahrten waren mit einem 130er Schnitt (incl. Stadtverkehr) mit 8L Diesel auf 100km. Damals war der Preis deutlich unter 1€, da fiel das nichts so ins Gewicht. Und aktuell ist der Preis auch um 1€ herum. Da halten sich die Kosten immer noch in Grenzen. Also zwischen gemächlicher Fahrt mit max. 120 und schneller Fahrt mit 180 hab ich Kosten von 30 bzw. 40€ fürs Tanken. Die 10€ mehr zahl ich gern, wenn ich dafür eine Stunde eher ankomme.
      Wenn man in Europa den Spritpreis verdoppeln oder verdreifachen würde, erübrigt sich das vielleicht mit der Raserei. Und weniger Verkehr ist vielleicht dann auch. Ich hätte nichts dagegen.
      _,.-o~^°´`°^~o-.,_Ich ess Blumen...,.-o~^°´`°^~o-.,_
    • Garfield wrote:

      Ich hätte nichts dagegen.
      Im Moment hätte ich schon was dagegen.
      Damit kann die Bahn auch die Preise deutlich erhöhen. Und die Mieten in den Städten steigen noch mehr.
      Elektroautos könnten noch eine Alternative sein, aber irgendwelche Lobbyisten werden dann sicher auch die Strompreise erhöhen. Oder Strom für E-Autos gesondert besteuern. Oder E-Autos beim Kauf extra besteuern.

      Man kann über Autos lästern wie man will. Aber sie bieten definitiv auch an abgelegenen Orten Mobilität.
    • 65536 wrote:

      Damit kann die Bahn auch die Preise deutlich erhöhen.
      Wenn der Bund - also der Eigentümer der Bahn - diese deutliche Erhöhung hierzulande durchsetzt, dann könnte er die zusätzlichen Einnahmen in die Bahn stecken und diese sogar günstiger machen und nicht ganz so attraktive Strecken besser takten.
      Also den Leuten muss man auf jeden Fall eine Alternative bieten, die nicht teurer ist. Sonst gehen die ja auf die Barrikaden.

      Was teurer wird und gern werden darf, sind die Waren, die unnötigerweise quer durch Deutschland oder gar Europa gekarrt werden. Aber das ist ein anderes Thema...
      _,.-o~^°´`°^~o-.,_Ich ess Blumen...,.-o~^°´`°^~o-.,_
    • Wenn der Bund die Einnahnen in die Bahn steckt, kann er sie am Feierabend in der Fundstelle der Bahn wieder abholen - wenn er Glück hat.
      I could work hard to be normal, but I prefer to hold myself a higher standard. Ego lex sum.
    • Garfield wrote:

      Wenn der Bund - also der Eigentümer der Bahn - diese deutliche Erhöhung hierzulande durchsetzt, dann könnte er die zusätzlichen Einnahmen in die Bahn stecken und diese sogar günstiger machen und nicht ganz so attraktive Strecken besser takten.
      Also den Leuten muss man auf jeden Fall eine Alternative bieten, die nicht teurer ist. Sonst gehen die ja auf die Barrikaden.
      Die Bahn-Preiserhöhung kann ja auch schleichend passieren. So wie beim MVV München. Die Preise vom Jahr 2000 in D-Mark haben wir heute fast in Euro. Fast eine Verdopplung in 20 Jahren. Benzin ist längst nicht so viel teurer geworden, und die Autos sind viel sparsamer geworden. Autos sind tendenziell auch günstiger geworden, gerade weil man heute leichter EU-Reimporte bekommt.

      Und das Problem an besserem Takt auf unattraktiven Strecken ist: Es fahren trotzdem nur wenige Menschen mit jedem einzelnen Zug/Bus. Und öffentliche Verkehrsmittel verbrauchen überraschend viel Energie.
      Vom MVV München gibt's da Zahlen: Ca. 12 kWh pro Passagier und 100km bei U-Bahn und Tram, und 35 kWh (= 3,5 Liter Diesel) pro Fahrgast beim Bus. Zum Vergleich: Mit 12 kWh/100km könnte auch jeder allein mit einem sparsamen E-Auto fahren. Und das beim MVV München, der ja gut genutzt wird. Auch da fahren viele Bahnen und Busse außerhalb von Stoßzeiten ziemlich leer.
      Was hat das jetzt mit Autofahren zu tun? Auf wenig gefragten Stecken kann's deutlich umweltschonender sein, wenn jeder selbst mit dem Auto fährt als wenn man da den ÖPNV besser taktet und mehr Verbindungen anbietet.
      Ich finde es absolut sinnvoll, Autos aus den Städten rauszuhalten. Aber dafür gibt's meiner Meinung nach bessere Methoden, als Spritpreise drastisch zu erhöhen. Zum Beispiel eine City-Maut, die man ja auch wieder in den ÖPNV investieren kann. Und gleichzeitig mehr Park+Ride Parkplätze am Stadtrand.
    • Also mein Gehalt hat sich seit 2000 im Grunde auch verdoppelt.

      Dass die Autos sparsamer geworden sein sollen, kann ich definitiv nicht bestätigen. Auf dem Papier vielleicht bzw. in ganz speziellen Situationen (Niedriglastbetrieb).
      Mein erster Benziner aus den 90ern hatte fast in allen Bereichen um die 7L geschluckt, nur bei Vollgas auf der Autobahn ging es Richtung 8-9L.
      Heute kann man mit einem Benziner in der Innenstadt außerhalb der Stoßzeiten oder auf leeren Landstraßen zwar sparsamer fahren - aber auf der Autobahn hat der Verbrauch eher zugenommen. Da helfen all die Sparmaßnahmen nicht - die Leistung wird gebraucht, um die inzwischen oft 2T schweren Autos mit fußgängerfreundlichen Fronten durch den Fahrtwind zu pressen.

      In Dresden fahren auf wenig genutzten Strecken zu zu manchen Zeiten Taxis auf Abruf, weil die sparsamer sind als Busse und unterm Strich weniger kosten.

      Eine Citymaut finde ich auch gut. Wobei ich auch die PKW-Maut für Autobahnen und Landstraßen befürworten würde.
      _,.-o~^°´`°^~o-.,_Ich ess Blumen...,.-o~^°´`°^~o-.,_
    • Garfield wrote:

      Eine Citymaut finde ich auch gut. Wobei ich auch die PKW-Maut für Autobahnen und Landstraßen befürworten würde.
      Ich nicht, weil das wieder mal diejenigen trifft, die sowieso jeden Cent zweimal umdrehen müssen.
      Damit würde man diejenigen, die sich ihr Auto so gerade eben noch leisten können (und da gibt es so einige) ihrer Mobilität berauben.
      Und weil es ein weiterer Aspekt wäre, die für Deutschland wichtige Automobilindustrie zu töten.
      Ist mir aber (wie mittlerweile so vieles) auch egal.
    • Die Citymaut kann man an bestimmte Uhrzeiten knüpfen. Wer sparen will, kann dann eben erst nach dem Berufsverkehr in die Stadt fahren, oder davor. Analog zur 9Uhr-S-Bahnkarte, die ja auch preiswerter ist.
      Und bei der Autobahn/Fernverkehrsstraßenmaut kann man wie bereits versucht, die Kfz-Steuer reduzieren bzw. abschaffen. Dann können die Extremwenigfahrer sogar noch mehr sparen.

      Die deutsche Automobilindustrie ist ohnehin bereits im Sterbeprozess. Autos für Leute mit wenig Geld bietet sie gar nicht mehr an. Selbst Dacia scheint sich mehr in Richtung der etablierten Marken zu orientieren.

      Ich möchte gern die Gesellschaft dahin bewegen, sich vor jeder Fahrt zu überlegen, welches Verkehrsmittel das Beste wäre - aktuell wird in der Regel ohne Nachdenken das Auto gewählt.
      _,.-o~^°´`°^~o-.,_Ich ess Blumen...,.-o~^°´`°^~o-.,_
    • Garfield wrote:



      Ich möchte gern die Gesellschaft dahin bewegen, sich vor jeder Fahrt zu überlegen, welches Verkehrsmittel das Beste wäre - aktuell wird in der Regel ohne Nachdenken das Auto gewählt.
      Es gibt leider genug Gegenden, in welchen "zwei mal wöchentlich die Postkutsche fährt", wo aber aufgrund der bezahlbaren Mieten Berufspendler wohnen - überwiegend mit Familien.
      Für solche "Gesellschaft" stellt sich die Frage nicht, es gibt schlichtweg keine Alternative zum Auto.

      In solch einer Gegend habe ich selbst mal gewohnt, hier fuhren vier mal täglich Bahnbusse - der erste morgens um sieben, der letzte abends um 8.
      Mit dem Auto brauchte ich 45 Minuten zur Arbeit, mit dem Bus rund 80 bis 100 Minuten, im Winter bei widrigen Wetter- und Straßenverhältnissen fuhr auch mal gar nix.
      Ich musste da wieder wegziehen, weil ich im Winter mit dem Bus einfach zu oft viel zu spät oder gar nicht meine Arbeitsstelle erreicht habe.
      An diesen Zuständen hat sich zum Teil bis heute nichts geändert.
    • Garfield wrote:

      Ich möchte gern die Gesellschaft dahin bewegen, sich vor jeder Fahrt zu überlegen, welches Verkehrsmittel das Beste wäre - aktuell wird in der Regel ohne Nachdenken das Auto gewählt.
      Ja, das nennt man "Freiheit".
      Liegt aber ohnehin (ebenso wie die Autoindustrie) im Sterben.
    • Garfield wrote:

      Dass die Autos sparsamer geworden sein sollen, kann ich definitiv nicht bestätigen. Auf dem Papier vielleicht bzw. in ganz speziellen Situationen (Niedriglastbetrieb).
      Mein erster Benziner aus den 90ern hatte fast in allen Bereichen um die 7L geschluckt, nur bei Vollgas auf der Autobahn ging es Richtung 8-9L.
      Heute kann man mit einem Benziner in der Innenstadt außerhalb der Stoßzeiten oder auf leeren Landstraßen zwar sparsamer fahren - aber auf der Autobahn hat der Verbrauch eher zugenommen. Da helfen all die Sparmaßnahmen nicht - die Leistung wird gebraucht, um die inzwischen oft 2T schweren Autos mit fußgängerfreundlichen Fronten durch den Fahrtwind zu pressen.
      Bei dem Skoda Fabia Combi von meinen Eltern würde ich mich z.B. nicht beschweren. Wenn man auf der Autobahn ca. 120 km/h fährt, braucht er gut 5 Liter auf 100km. Fährt man schneller, steigt der Verbrauch aber deutlich.
      Ein 2 Tonnen SUV würde ich nicht als Maßstab nehmen.

      zaph wrote:

      Und weil es ein weiterer Aspekt wäre, die für Deutschland wichtige Automobilindustrie zu töten.
      Absolut. Wobei Deutschland viele Autos und v.a auch Autoteile für ausländische Hersteller exportiert.
      Schlimmer finde ich, dass Immobilienpreise in Städten wahrscheinlich noch irrwitziger werden, als sie es eh schon sind. Im Grunde wird damit für die meisten Leute alles schlechter. Profitieren würden nur welche, die in einer Gegend mit schlechtem ÖPNV zur Miete wohnen und die kein Auto brauchen, da dürfte die Miete sinken.

      Garfield wrote:

      Ich möchte gern die Gesellschaft dahin bewegen, sich vor jeder Fahrt zu überlegen, welches Verkehrsmittel das Beste wäre - aktuell wird in der Regel ohne Nachdenken das Auto gewählt.
      Das könnte man aber z.B. auch schaffen, indem man den ÖPNV in Gegenden mit wenig Nachfrage kostenlos macht.
      In meiner Ex-Wohngegend wäre ich ganz klar dafür. Da sind fast nur Schüler mit den Bussen gefahren. Zu Nicht-Schulzeiten sind die Busse oft ganz leer gefahren. Kein Wunder, wenn eine 15km Fahrt einfach 4,50€ kostet und nur ca. alle 2 Stunden ein Bus fährt. Wenn man eh ein Auto hat, ist Autofahren günstiger und viel flexibler.
      Wäre die Fahrt kostenlos, dann hätten die Leute auch einen Anreiz, den Bus zu nehmen: Auto ist flexibler, Bus kostet nix.
    • zaph wrote:

      Ja, das nennt man "Freiheit".
      Damit konnte ich noch nie viel anfangen.
      Die Freiheit der Anderen schränkt mich oft viel zu sehr ein.

      Alle Beispiele, wo kaum ÖPNV fährt, wären ja durch die bessere Versorgung dann hinfällig.
      Man könnte auch damit anfangen, die Steuer nach dem Kreis des Erstwohnsitzes zu berechnen. In einer gut erschlossenen Großstadt = sehr viel, aufm Land = nix.

      Ich denke, wenn das autonome Fahren endlich praxisfrei ist, dann kann man auch viel günstigeren ÖPNV anbieten. Der größte Kostenfaktor ist das Personal. Ob der Busfahrer nun ein Gefährt für 100 Personen oder nur für 10 Personen bewegt - der kostet im Jahr trotzdem irgendwas zwischen 50-100k€. Dann kann man auch viele kleine Büsschen herumfahren lassen mit deutlich besserer Taktung. Die könnten ihre Fahrzeiten auch noch so optimieren, dass Anschlüsse besser erreicht werden.
      _,.-o~^°´`°^~o-.,_Ich ess Blumen...,.-o~^°´`°^~o-.,_
    • Coocy wrote:

      Für solche "Gesellschaft" stellt sich die Frage nicht, es gibt schlichtweg keine Alternative zum Auto.

      Coocy wrote:

      wo aber aufgrund der bezahlbaren Mieten Berufspendler wohnen - überwiegend mit Familien

      Vulkan wrote:

      Leider wohnt nicht jeder in einer Gegend, wo es genügend Öffis gibt.
      Ich stamme auch aus so einer Gegend, finde dieses Argument aber schwierig - weil es meiner Beobachtung nach auch schnell zur bequemen Ausrede wird. Ich habe das bspw. in meiner Familie so erlebt: Erst hatten wir ein Auto - damit ist mein Vater zum Dienst gefahren und damit wurden dann abends oder am Wochenende die Einkäufe getätigt. Oder meine Mutter brachte - wenn sie das Auto tagsüber brauchte - meinen Vater zum Dienst (und holte ihn abends wieder ab).
      Als dann ein neues Auto angeschafft wurde, verkauften sie nicht etwa das alte, sondern das hat dann ab dem Punkt meine Mutter permanent zur Verfügung gehabt. Als ich dann Soldat wurde, habe ich mir auch zeitnah mein erstes Auto angeschafft. Und bevor ich dann wieder ein paar Jahre später endgültig von zuhause auszog, standen am Wochenende abends vier Autos bei uns vor der Haustür, denn auch meine nächstältere Schwester hatte mittlerweile ihr erstes.
      Vier Autos - nur in unserer direkten Familie. Im gleichen Ort lebten aber noch andere Verwandte - und da war es genauso.

      Worauf ich damit hinaus will sind zwei Beobachtungen:
      a) Relativ zum durchschnittlichen Einkommen sind Autos seit den 80ern/ 90ern offensichtlich sehr günstig geworden oder bzw. über "Konsumenten-Kredite" zumindest scheinbar günstig gemacht worden. Viele jammern zwar über die laufenden Kosten für ihr Auto (Kredite, Reparaturen, Treibstoff, Versicherung), aber das Auto an sich ist "alternativlos".
      In den 70ern hatten viele Haushalte nicht einmal ein Auto. Als Sozialleistungsbezieher, Auszubildender, Geselle oder in prekären Berufen wäre ein Auto undenkbar gewesen. Hingegen gab es damals meinem Eindruck nach aber bspw. andere Lösungen - bspw. die berühmte Vespa, das Mofa, etc. .

      b) Es greift auch kaum (und wird auch nicht gefördert), schlicht Fahrgemeinschaften zu bilden. Jeder scheint immer "just in time" bspw. an seiner Arbeitsstelle auftauchen zu wollen und ebsenso wieder nach Hause fahren zu wollen. Eine Viertelstunde eher anzukommen oder noch eine halbe Stunde zu warten, bis die Fahrgemeinschaft zurück fährt: Undenkbar.

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      Abseits dieser Gedanken bin ich mir auch nicht so sicher, ob es primär um überhaupt verfügbaren Mietraum geht, weshalb Familien "außerhalb"/ "ländlich" wohnen, aber in der Stadt arbeiten. Das ist wohl eher schlicht eine Budget-Optimierung. Die Wohnung "auf dem Land" plus Kosten für ein, zwei Autos ist günstiger, als eine Wohnung im Einzugsbereich des passenden ÖPNV.
      Noch schwieriger wird IMO die Argumentation, wenn es um den Hausbau/ Wohneigentum geht (nach dem Motto: "Baum pflanzen, Sohn zeugen, Haus bauen"). Wer letztlich einen sechstelligen Betrag stemmen kann, um das zu verwirklichen, kann m.E. nicht unbedingt erwarten, dass ihm der Arbeitsweg subventioniert wird.

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      65536 wrote:

      Ich finde es absolut sinnvoll, Autos aus den Städten rauszuhalten.
      Ja ... und nein! Ich sehe das so: Wir haben ein föderales System. Die Verkehrsinfrastruktur einer Stadt wird überwiegend durch deren Bürger in Form von Steuern finanziert. Also sollten auch die Stadtbürger selbst das erste Zugriffsrecht darauf haben. Und daran hakt es - man denke nur mal an Parkplätze.
      Oder - das ist vielleicht noch symbolischer - an die Debatten über Radwege. Was für ein Aufschrei (hier in meiner Stadt selbst erlebt) durch die Umgemeinden/ -Landkreise, als Radwege mal nicht auf Kosten der Fußwege, sondern der Straßen angelegt werden sollten.
      Nicht das erste Mal: Zuvor wurde es in die Landesregierung getragen, als man hier die Priorität des Winterräumdienstes ändern wollte: Bis dahin waren nämlich - durch den städtischen!!! Winterräumdienst - erst die Zufahrtsstraßen/ -spuren, dann die Ausfahrtsspuren, dann die Hauptverkehrsstraßen, dann die Busspuren und erst zuletzt Radwege, Fußwege, Nebenstraßen geräumt worden. Das hat man geändert, so dass primär die Bedürfnisse der Stadtbewohner im Vordergrund standen.
      Die Ironie bei der ganzen Geschichte (welche sehr wenigen bewusst ist): Ende der 60er/ Anfang der 70er wurde das bisherige System, wonach die Einkommenssteuer am Arbeitsort aufkam, umgestellt zugunsten des Wohnortes. (Das markanteste Beispiel für die Schwierigkeit dieser Reform ist Bremen: Vorher "Geberland", nachher "Nehmerland".
      Also gerade die "Häuslebauer", die ich oben bei @Coocy schon angesprochen habe, sollten sich m.A.n. mal mit moralischen Bewertungen ggü. Einschränkungen der "Freien Fahrt für Freie Bürger" zurückhalten.

      Garfield wrote:

      Die Citymaut kann man an bestimmte Uhrzeiten knüpfen.
      Ich denke, das ist zu kleinteilig. Man müsste wirklich "Park & Ride" rigoros umsetzen. Grundsätzlich darf man nur noch dann in einer Stadt parken, wenn man Bürger ist. Man darf dort halten, um zu be- oder entladen. Oder man bezahlt eben für einen privaten Parkplatz (bspw. Parkhäuser).
      Für alle anderen Fälle gilt: Es gibt gut an den ÖPNV angebundene Parkmöglichkeiten außerhalb der Stadt, wo man für kleines Geld sein Auto abstellen kann, um die "vorletzte Meile" anders zurückzulegen.


      65536 wrote:

      Das könnte man aber z.B. auch schaffen, indem man den ÖPNV in Gegenden mit wenig Nachfrage kostenlos macht.
      Verzeihung, aber der Betrieb des ÖPNV verursacht Kosten (Gehälter, Treibstoff, ...) - die muss irgendwer tragen. Sowas wie "kostenlosen ÖPNV" gibt es nicht. Damit sind wir wieder bei meinem Beispiel oben: Im Grunde müssten dann die Stadtbewohner mit ihren Fahrpreisen querfinanzieren, dass andere gebührenfrei fahren.
      Da ist mir der "kapitalistische" Ansatz lieber: Ich verknappe schlicht die Resource "Parkraum" für Ortsfremde.
      Of course I talk to myself! :nod: Sometimes I need expert advice. :prof:
    • Digital_Michael wrote:

      Als dann ein neues Auto angeschafft wurde, verkauften sie nicht etwa das alte, sondern das hat dann ab dem Punkt meine Mutter permanent zur Verfügung gehabt. Als ich dann Soldat wurde, habe ich mir auch zeitnah mein erstes Auto angeschafft. Und bevor ich dann wieder ein paar Jahre später endgültig von zuhause auszog, standen am Wochenende abends vier Autos bei uns vor der Haustür, denn auch meine nächstältere Schwester hatte mittlerweile ihr erstes.
      Vier Autos - nur in unserer direkten Familie. Im gleichen Ort lebten aber noch andere Verwandte - und da war es genauso.
      Ist in meiner früheren Wohngegend genauso. Fast jeder Volljährige hat ein Auto. Ich wurde schon schief angeschaut, weil ich mit Anfang bis Mitte 20 noch keins hatte.

      Digital_Michael wrote:

      Verzeihung, aber der Betrieb des ÖPNV verursacht Kosten (Gehälter, Treibstoff, ...) - die muss irgendwer tragen. Sowas wie "kostenlosen ÖPNV" gibt es nicht. Damit sind wir wieder bei meinem Beispiel oben: Im Grunde müssten dann die Stadtbewohner mit ihren Fahrpreisen querfinanzieren, dass andere gebührenfrei fahren.
      Da ist mir der "kapitalistische" Ansatz lieber: Ich verknappe schlicht die Resource "Parkraum" für Ortsfremde.
      Die Sache ist halt: An meinem Ex-Wohnort fährt ein Linienbus oft komplett leer.
      Ich sehe das dann aufs Ganze bezogen, und nicht so kapitalistisch: Der Bus fährt eh, um ein Minimum an ÖPNV zu bieten. Und er wird eh mit öffentlichem Geld bezuschusst, sonst würde er sich niemals lohnen. Und der Bus verbraucht kaum mehr Diesel, wenn mehr Leute mitfahren.
      Für die Umwelt ist's also besser, wenn Leute den eh schon vorhandenen Bus nutzen und ihr Auto stehen lassen. Damit er genutzt wird, muss er aber attraktiv sein. Wenn Auto fahren billiger als Bus fahren ist und eh fast jeder ein Auto hat, ist er das nicht.
      Damit das nicht zu "links" wirkt, könnte man natürlich einen symbolischen Fahrpreis verlangen. Ein Fünftel vom aktuellen Fahrpreis oder so.

      Und irgendwie hat die Sichtweise auch was mit meiner Lebenseinstellung zu tun. Ich versuche in den letzten Jahren, positiv zu denken. Und Ideen, die alles für fast alle schlechter machen, finde ich damit fast pauschal schlecht.
      Das Problem, dass Leute für andere zahlen hat man doch überall. Ich zahle GEZ-Gebühren/Pauschalabgabe und nutze praktisch kein Radio und TV. Ich zahle Steuern für die Schulen und werde aller Wahrscheinlichkeit nach keine Kinder bekommen. Und so weiter. Ich finde das auch nicht so schlimm. Vielleicht profitiere ich ja auch mal wirklich vom Solidarsystem.

      Aber halb zurück zum Thema: In vielen Städten wird genau das gemacht. In vielen Gegenden ist Parken nur für Anwohner kostenlos, Fremde dürfen gar nicht parken oder müssen einen Parkschein kaufen. An kleineren Orten finde ich sowas aber blödsinnig.
    • Das Problem beim Verbessern der ÖPNV-Anbindung: Die Preise für das Wohnen dort erhöhen sich teils deutlich. So haben sich in Bauerbach nach Ausbau der S-Bahn die Grundstückkosten innerhalb von nur 15 Jahren verdreifacht (also nicht Immobilien, nur der Baugrund). Die Immobilienwerte und Mietpreise sind auch entsprechend gestiegen.

      Das Problem mit dem Fahrpreis sehe ich auch. Eine Einzelfahrt hier für eine bestimmte Strecke kostet mich 10€. Wie viel das Auto für die 20km Fahrweg braucht, darf jeder selbst rechnen. Dass da niemand gelegentlich von Auto auf ÖPNV umsteigt, wenn er nicht muss, ist klar.

      Ich bin für einen Höchstpreis von 15ct pro km für ÖPNV, damit der konkurrieren kann.
      Wird schon ein Wrack ist ein Ort, an dem ein Schatz schlummert. - Alligatoah
    • hundefreund wrote:

      Das Problem mit dem Fahrpreis sehe ich auch. Eine Einzelfahrt hier für eine bestimmte Strecke kostet mich 10€. Wie viel das Auto für die 20km Fahrweg braucht, darf jeder selbst rechnen. Dass da niemand gelegentlich von Auto auf ÖPNV umsteigt, wenn er nicht muss, ist klar.
      Das ist aber heftig.
      Für eine von mir oft genutzte Strecke zahle ich per ÖPNV 9€ (oder 15€ hin und zurück per Tageskarte) , dauert ungefähr 1:15h
      Mit dem Auto schaffe ich die 40km allerdings in 30-40 Minuten.
      Da nehme ich auch mal den Zug, sofern ich nichts Schweres zu schleppen habe.

      Ansonsten kann man sich ja auch für einen Tag mal eine Tageskarte kaufen und dann viele nötige Erledigungen an eben diesem einen Tag geballt machen. Mit den Parkgebühren komme ich da in der Stadt mit dem Auto immer teurer weg.
      _,.-o~^°´`°^~o-.,_Ich ess Blumen...,.-o~^°´`°^~o-.,_
    • Parvati wrote:

      Ich würde ein zeitabhängiges Tempolimit auf Autobahnen befürworten.
      Tagsüber, bei viel Verkehr, ist es sicherlich sinnvoll.
      Nachts (z. B. von 22:00 bis 06:00) könnte man es vielleicht aufheben.
      Meistens ist ja dann alles frei.
      Das ist aber Käse, weil auch Nachts andere unterwegs sind wie z. B. Rehe. Da möchstest du nicht mit 200+ km/h reinknallen. Das Problem bei "Nachts und Autobahn leer" ist, dass man nicht viel sieht, deine Scheinwerfer schaffen es nicht, genügend Licht zu produzieren, dass du alles gut sehen kannst. Außerdem ist da noch der Reaktions- und Anhalteweg. Wie soll das gehen, wenn man schon wenig sieht und dann kommt was quergelaufen, wie z. B. Rehe oder es stehen auf einmal Kühe auf der Autobahn?

      Garfield wrote:

      hundefreund wrote:

      Wenn, dann muss es genau anders herum sein. Nachts ist zwar frei, aber Nachts (wenn alle schlafen) ist die Lärmbelastung durch den schnellen Verkehr auch deutlich unangenehmer als tagsüber.
      Die meisten Lärm verursachen die LKW und die fahren langsam genug.Und wenn Autobahnen durch Wohngebiete führen, ist nachts oft schon Tempo80.
      Der Lärm von autos wird durch die Reifen verursacht, deswegen machen langsam fahrende LKW's gleich viel Lärm wie schneller fahrende Autos. Der Lärm von Motorrädern wird vom Motor und Getriebe verursacht, weil keine Blechabschirmung darum ist. Manche pimpen dann noch den Sound durch irgendwelche anderen Ausouffe, so'ne Akrapovic macht schon heftig Sound. Aber auch bei Autos ist Sound machen angesagt. Ich habe das schon öfters gehört von meist VW-Geräten, wenn es beim Schalten erstmal ordentlich ploppt. (Was soll die Scheiße?). Bzgl. Lärm bei Motorrädern liegen übrigens die Hersteller BMW und Ducati (gehört zum VW-Konzern) vorne. Wie es bei Harley ist, weiß ich nicht, aber ich denke im Originalzustand haben die wahrscheinlich auch einen Schalldämpfer. Die Japaner sind soweit ich weiß im Originalzustrand rel. leise.

      MonaLisa wrote:

      Ich frage mich wirklich, wie das mit den Tempolimits in anderen Staaten funktioniert. Die Leute dort kommen ja wohl auch irgendwann mal an. Und man fährt anderswo wohl deutlich entspannter als bei uns; Fremde haben oft ein sehr ungutes Gefühl auf deutschen Autobahnen.
      Das ist eine Einstellungssache. Wenn man gewohnt ist, dass bei 130 km/h Schluss ist, dann weiß man wie lange der Ritt von A nach B dauert und auch überlegt man sich, ob das sein muss, denn wenn es lange dauert, wird eher darüber nachgedacht, ob die Fahrt sein muss.

      MonaLisa wrote:

      Natürlich kann ein Tempolimit für Langstreckenpendler zum Problem werden, aber da gibt es noch eine ganze Menge anderer Probleme.
      Die Langstrecke ist das Problem. Muss die Fahrt wirklich sein? Gibt es keine Alternativen, wo man bei ähnlichem Zeitaufwand sich vllt. sinnvoll beschäftigen kann? Dann wird die Langstrecke keine so eine Tortur wie mit dem Auto.

      Garfield wrote:

      Aber Tempo130 wäre für mich noch OK. Mit allen Toleranzen würde ich da trotzdem ca. 149,9km/h fahren und somit nicht viel langsamer sein.
      Was sind das für Toleranzen mit 19,9 km/h zu schnell? Hier in NL wird das so gehandhabt: Wer bei 120 km/h Limit mit 123 km/h fährt, bekommt kein Ticket, weil 3 km/h als Messfehler abgezogen werden. Diese Messfehlertoleranz gibt es bei 130 km/h aber nicht. Wer also 133 km/h fährt ist definitiv 3 km/h zu schnell. Diesen 3 km/h-Rabatt gibt es deswegen nicht, weil man sagt, und das ist der große Unterschied zu DE, dass 130 km/h eine so gefährliche Geschwindigkeit ist, dass man da keine Toleranz mehr duldet.

      hundefreund wrote:

      Zum einen sind die meisten Pendler zu Zeiten unterwegs, an denen die Autobahnen eh verstopft sind. Dazu kommt auch, dass die Pendelzeiten sich in den letzten Jahrzehnten fast nicht erhöht haben, die Entfernungen jedoch deutlich. Das kommt von einer erhöhten Geschwindigkeit, insbesondere auch der Züge. Wenn man nun die Geschwindigkeit der Verkehrsmittel verringert, verringern sich damit auch die Pendelentfernungen.
      Vllt. sollte man die Pendlerpauschale (Finanzamt) abbauen und ersatzlos streichen. Warum soll die Allgemeinheit für die Kosten einiger Berufspendler aufkommen? Warum zahlt nicht der Arbeitgeber diese Kosten, wenn dem was an seinen Mitarbeitern liegt? Das wäre für mich ein richtiger Schritt in die Richtung weniger Berufsverkehr. Viele gurken doch deswegen, weil sie meinen, durch die Gurkerei zur Arbeit (durchaus 100 km pro Strecke) verdienen sie noch Geld.

      65536 wrote:

      Und generell finde ich die Tempolimit-Diskussion etwas übertrieben. Gefühlt fahren eh nicht mal 5-10% der Leute über 150 km/h. Gerade wenn man den Berufsverkehr einrechnet. Ökologisch ist da nicht so viel gewonnen.Ich bin immer noch der Meinung, man könnte die Richtgeschwindigkeit bei 130 km/h lassen und erstmal ein Limit bei 180 oder auch 200 km/h einführen. Evtl. auch nur für bestimmte Strecken, und dann mal sehen, wie sich das auswirkt.
      Der Vorteil wäre, dass man die extremem Raser los wird: Wer >300 km/h fahren will, sollte das besser auf einer Rennstrecke tun, und nicht auf einer öffentlichen Straße. Nachteil könnte sein, dass einige das Limit als Soll-Geschwindigkeit ansehen. Wo sie vorher 160 gefahren sind, fahren sie dann 190 bzw. 210, immer 10 km/h über Limit :d .
      Irgendwo las ich letztens, dass 16% über 150/160 km/h fahren, deine gefühlte Annahme ist also untertrieben. Und wenn man diese Geschwindigkeiten nicht mehr fahren darf, ist ökologisch schon was gewonnen, denn der Spritverbrauch geht bei den Geschwindigkeiten ordentlich nach oben und das nur, um ein paar Minütchen zu sparen.
      Was die extremen Raser angeht, da gab es letztens ein Urteil von so einem Extremraser, der mit seiner Freundin in so einem Auto unterwegs war. Er hat es überlebt, seine Freundin wurde beim Crash aus dem Auto geschleudert und wenn die Karre 300 km/h drauf hatte, ist dieser Abflug sicher tödlich. Man hat festgestellt, dass der Typ mit ca. 300 km/h unterwegs war und dass eine Bodenwelle ausreichte um die Kontrolle über das Auto zu verlieren mit tödlichem Ausgang.
      Lesens hier: www1.wdr.de/nachrichten/ruhrge…portwagen-unfall-100.html

      shnoing wrote:

      Die Niederlande haben (jetzt generell, seit Jahren schon auf den Hauptstrecken) tags Tempo 100 (mit freigegebenem Standstreifen), nachts Tempo 130 (Standstreifen darf nicht befahren werden, außer bei Panne natürlich).Die leben auch noch.
      Wegen Umwelt hat man Mitte März das allgemeine Templimit von 130 km/h tagsüber auf 100 km/h gesenkt. Das war nicht die Regierung, das ist ein Gerichtsbeschluss. Begründung war, dass man was für den Umweltschutz machen muss und da kann es nicht sein, dass eine Autobahn, die teilweise durch/an einem Naturschutzgebiet lang führt, weiterhin mit 130 km/h gebrettert werden kann.
      Großes Geheule oder Proteste gab es nicht, man hat es einfach hingenommen. [Polemik] In DE würde der ADAC die Regierung verklagen und diverse Leute aus dem Verkehrsministerium erschießen oder vergiften. Dann ein Umfrage, die sie selbst ausfüllen, starten und massenweise Demos mit Gratis Grillwürstchen und Backwaren organisieren, damit noch mehr Leute kommen. [/Polemik] Was damit zur der frage führt, wer macht die Verkehrspolitik in DE? Genau, der ADAC, VW und Töchter (Audi, MAN, ...), BMW und Mercedes.

      Garfield wrote:

      shnoing wrote:

      Die Niederlande haben (jetzt generell, seit Jahren schon auf den Hauptstrecken) tags Tempo 100 (mit freigegebenem Standstreifen), nachts Tempo 130 (Standstreifen darf nicht befahren werden, außer bei Panne natürlich).
      Die leben auch noch.
      Das machen die Deutschen natürlich viel komplizierter.Zuerst muss der Standstreifen ausgebaut werden. Auf normale Deutsche Standstreifen kann man selten LKW-Kolonnen schicken, ohne dass der nach wenigen Wochen weggebröselt ist. Zu schmal ist er meist auch.
      Dann wird die komplette so ausgebaute Strecke videoüberwacht und mit Verkehrsleitsystemen versehen. Sobald ein Pannenfahrzeug auf dem Standstreifen ist, wird der Standstrifen auf diesem Abschnitt gesperrt und 120 leuchtet auf.

      Wie machen die Niederländer das, wenn tagsüber Jemand eine Panne hat? Tempo100 ist zwar nicht viel, aber wenn alle vor mir plötzlich rüberfahren und ich das stehende Auto zu spät sehe oder selbst keine Lücke mehr finde, dann kracht es doch gewaltig.
      Die Standstreifen sind hier so breit, dass da LKW's drauf fahren können, sehnse hier:


      Dazu kommt noch, dass solche Strecken video überwacht sind. Die Brücke/das Gestell mit den drei grünen Pfeilen zeigt an, dass alle drei Fahrstreifen genutzt werden können. Wenn es einen Unfall gibt oder jemand bleibt auf der Strecke liegen, dann wird mal eben eine Fahrspur gesperrt, der grüne Pfeil wird ein rotes Kreuz. Sieht so aus:





      Und weil da eben eine Videoüberwachung aktiv ist, ist es nicht ratsam, mal eben ein paar Meter auf einer gesperrten Spur zu fahren auch nicht noch eben reinzufahren, nachdem das rote Kreuz kam. Das wird nämlich 3-stellig teuer. Die Kameras hängen üblicherweise an den Laternen auf dem Mittelstreifen ziemlich weit oben aber die können sehr gut kucken, deswegen nur alle paar hundert Meter eine.
      Und wenn jemand auf einer freigegebenen Fahrspur liegen bleibt, wird eben diese gesperrt oder man schafft es noch auf die Standspur. Glücklicherweise ballert hier keiner mit 160+ km/h rum, so hat man reelle Chancen, die Panne zu überleben.
      Wie man sieht, es ist hier etwas moderner als. Diese Brücken/Gestelle gibt es hier auf diversen Autobahnen und keine Schlaglöcher.

      MonaLisa wrote:

      Jaaaaa, wie verlässlich ist "gefühlt"??? Auch wenn es nur wenige sein sollten - die können trotzdem sehr stören, wenn sie die anderen, die ein moderates Tempo haben, permanent von der Überholspur drängeln, am besten noch mit Lichthupe.
      Das ist dann zwar Nötigung, das interessiert diese Typen aber nicht und wird in Deutschland natürlich auch nicht geahndet, weil nicht kontrolliert wird.
      Das liegt auch daran, dass man nur mit dem Nummernschild nicht weit kommt. Es gilt die Fahrerhaftung oder wie das heißt und nicht die Halterhaftung. Gäbe es wie hier in NL die Halterhaftung, dann reicht das Nummernschild um jemanden ein Ticket aufzudrücken. Der Fz.-Halter bekommt dann das Ticket und muss es vllt. familienintern weiterreichen oder eben Einspruch einlegen, z. B. mit der Begründung, dass man die Nummernschilder geklaut hat (Joy-Riding), aber zu behaupten "ich war es nicht" könnte zu einem verpflichtenden Fahrtenbuch führen. Auf der anderen Seite gibt es dafür hier kein Punktesystem, wie auch?

      MonaLisa wrote:

      Ich finde es vollkommen schwachsinnig, Autos für den normalen Gebrauch zu verkaufen, mit denen man 300 und mehr km/h fahren kann. (Gibt´s die wirklich?? Ich bin da nicht so informiert.) Zumindest in Deutschland völlig abwegig und unpraktikabel. Selbst wenn die Fahrbahn weitgehend frei wäre, fehlte einem bei diesem Tempo jegliche Kontrolle über den Fahrvorgang bzw. jeglicher unvorhergesehener Zwischenfall könnte ganz schnell zum tödlichen Risiko werden.
      Dann nochmal den Link: www1.wdr.de/nachrichten/ruhrge…portwagen-unfall-100.html
      Oder hier mit Bilder: rp-online.de/nrw/panorama/mit-…ichem-unfall_aid-52561195

      Garfield wrote:

      Es gab in den letzten Jahren einen zunehmenden Tourismus allein deswegen. Reiche Leute aus aller Welt mieten sich für einen Tag einen Ferrari, Porsche 911 etc. und rasen damit über die Autobahn.
      Ich hatte so eine Gruppe mal live erlebt. Links, rechts, Standstreifen - egal wo, Hauptsache schnell vorbei und wieder Vollgas.
      Auch die Schweitzer kommen gern mal mit ihren schnellen Autos rüber.
      Diese Leute, so habe ich es mal im TV gesehen, würden sich wohl auch die Strecke buchstäblich frei schießen, wenn es ginge. Die Leute im TV meinten wirklich, dass sie das Recht auf Rasen hätten und haben sich genau so verhalten. Auch mein Ex-Chef hatte damals erstmal sein neues Auto (Audi mit gelben Nummernschild) auf Deutschautobahn ausgefahren, mal sehen, was die Kiste schafft.

      65536 wrote:

      Auch heute bekommt man oft eine Teilschuld, wenn man mit deutlich über 130 km/h in einen Unfall verwickelt wird (und den Unfall überlebt...).
      Genauso könnte man das mit einem Limit auf z.B. 200 km/h auch regeln:
      Bis 130 km/h: Unfallschuld wird "normal" bestimmt
      130-200 km/h: Man bekommt eine Teilschuld, wenn der Unfall bei 130 km/h vermutlich nicht passiert wäre
      Über 200 km/h: Bußgeld/Führerscheinentzug für zu schnelles Fahren nach Bußgeldkatalog
      Wieder deutsche Waschlappigkeit. Nur zum Vergleich, hier wird es so gemacht; unter 50 km/h zu schnell, das Ticket baut die Pullezei. Über 50 km/h zu schnell? Der Fall landet beim Justizministerium und hat dann zur Folge, dass der Führerschein für mind. ein halbes Jahr weg ist, dazu ein drei- oder vierstelliges Bußgeld. Evtl. wird auch das Fahrzeug beschlagnahmt. Es kann auch zum Strafprozess kommen der mit Haft endet.
      Nebenbei, hier wird nicht nach Innerorts und Außerorts unterschieden, sondern nach Gefahrenbereich oder nicht. Im Gefahrenbereich ist Geschwindigkeitsübertretung eine Ecke teurer, ich würde sagen so an die 50%. Gefahrenbereiche sind in erster Linie Tempo-30 Zonen und Baustellen, 20 km/h zu schnell kosten dann ca. 240€ meine ich.

      65536 wrote:

      Wenn man sicher sein kann, dass (fast) niemand über 200 fährt, macht das die Autobahn aus meiner Sicht schon deutlich angenehmer.
      Und es wäre noch angenehmer, wenn die Geschwindigkeitsverhältnisse untereinander annährend gleich wären. LKW 80 km/h, Autos max. 130 km/h = 50 km/h max. Geschwindigkeitsdifferenz. Das spart "Nerven".

      shnoing wrote:

      Ich habe allerdings in NL deutlich weniger Pannenfahrzeuge als in D gesehen, vllt gehen die öfter zur Durchsicht?
      Oder die fahren andere Autos. Die meisten Autos hier sind Franzosen und Japaner. Im Vergleich zu Deutschland findet man hier viel weniger Fauwehs und Audis und lt. Pannenstatistik schneiden die weniger gut ab wie die Japaner.

      hundefreund wrote:

      In NL wird so schnell gar nicht gefahren, da fährt man nur 120.
      Das war mal. Jetzt tagsüber von 6 bis 19 Uhr 100 km/h und außerhalb der Zeit, was früher mal erlaubt war, oft 130 km/h, manche Autobahnen auch noch 120 km/h.

      65536 wrote:

      Benzin ist längst nicht so viel teurer geworden, und die Autos sind viel sparsamer geworden.
      Das stimmt definitiv nicht. Man hat es nicht geschafft, den Spritverbrauch großartig weiter zu senken. Was man geschafft hat, die Leute durch gewiefte = unnatürliche Fahrweise und speziell getunte Autos o zu verarschen, dass das so aussieht, als wäre es weniger. Einer hat mal erzählt, was da alles gemacht wird. Bei so einer Messung hat das Auto schon ab dem ersten Meter Betriebstemperatur erreicht, dann wird die Testfahrt nur bei warmen Wetter gemacht, angefahren wird ganz ganz langsam, es wird nicht gebremst (rollen lassen), alles unötige Gewicht wird vorher aus dem Auto geworfen, Verbandskasten, Ersatzrad, Sitze, ..., sämltliche Spalten im Blech wie Motorhaube zur Karosse, werden zugeklebt, die Scheibenwischer, Antenne und die Außenspiegel werden abmontiert, die Reifen haben einen viel zu hohen Luftdruck (Ballon statt Reifen), dazu sind die Reifen ganz schmal, unterm Auto wird alles zugezimmert, bis eine glatte Oberfläche entsteht usw. So wird man verarscht.

      Garfield wrote:

      Dass die Autos sparsamer geworden sein sollen, kann ich definitiv nicht bestätigen. Auf dem Papier vielleicht bzw. in ganz speziellen Situationen (Niedriglastbetrieb).
      Und andere Scherze. Man muss nur kreativ genug sein.

      Garfield wrote:

      Ich möchte gern die Gesellschaft dahin bewegen, sich vor jeder Fahrt zu überlegen, welches Verkehrsmittel das Beste wäre - aktuell wird in der Regel ohne Nachdenken das Auto gewählt.
      So denkt man hier, es heißt ganz allgemein, es wird zuviel gefahren, egal ob Elektoauto oder Verbrenner.

      65536 wrote:

      Ein 2 Tonnen SUV würde ich nicht als Maßstab nehmen.
      Warum nicht? Ist das Durchschnittsauto so ein Gerät? Der neue Audi Q9 hat hinten Zwillingsachse, der Q10 einen einachsigen Kettenantrieb und der Q11 wird keine Räder mehr haben sondern ein Ketten-PKW sein, der mit 250 km/h über die Autobahn kettet und einen sehr kurzen Bremsweg hat trotz der 3,2 Tonnen Gewicht (= 299 kg max. Zuladung = 3,499 Tonnen) Der Asphalt ist danach zwar aufgefaltet, aber das bezahlt der Steuerzahler.

      Digital_Michael wrote:

      Nicht das erste Mal: Zuvor wurde es in die Landesregierung getragen, als man hier die Priorität des Winterräumdienstes ändern wollte: Bis dahin waren nämlich - durch den städtischen!!! Winterräumdienst - erst die Zufahrtsstraßen/ -spuren, dann die Ausfahrtsspuren, dann die Hauptverkehrsstraßen, dann die Busspuren und erst zuletzt Radwege, Fußwege, Nebenstraßen geräumt worden. Das hat man geändert, so dass primär die Bedürfnisse der Stadtbewohner im Vordergrund standen.
      Wie wäre es, wenn man nach Gefährdung geht? So wird es hier gemacht. Wenn es frieren sollte, fahren am Abend vorher schon Streufahrzeuge und streuen die Radwege und Busspuren, weil Zweiradfahrer bei Glätte am gefährdetsten sind und ein Bussunglück braucht keiner. Danach kann man sich an gefährlichen Stellen um den Rest kümmern oder aus Umwelt- und Kostengründen eben nicht. Wenn's glatt ist, fährt man am besten eh nicht. Bürgersteige werden auch kaum gestreut, privat sowoeso nicht = nix Steupflicht. Da gilt O-Ton Mutty: Kuck wo du lang läufst und heb die Füße hoch!

      Digital_Michael wrote:

      Da ist mir der "kapitalistische" Ansatz lieber: Ich verknappe schlicht die Resource "Parkraum" für Ortsfremde.
      Oder so machen wie in Zürich. Öffentlicher Parkraum? Den muss man suchen. Oder hier in den NL-Städten, da gibt es hier und da einen teuren Parkplatz, den Rest muss man eben laufen, also nix direkt vor'm Laden parken oder bei den Leuten vor der Tür.

      65536 wrote:

      In vielen Städten wird genau das gemacht. In vielen Gegenden ist Parken nur für Anwohner kostenlos, Fremde dürfen gar nicht parken oder müssen einen Parkschein kaufen. An kleineren Orten finde ich sowas aber blödsinnig.
      In den Randgebieten zur City hat man hier es z. B. so gelöst, dass Besucher von irgendwelchen Anwohnern kostenlos parken dürfen. Dazu muss aber der Besuchte = Anwohner das Nummernschild auf einer Webseite eintragen und die Straße. Ein Auto ist gratis. Aber das erfordert, dass man die Digitalisierung in deutschen Kommunen ordentlich pushen müsste. Denn Falschparker werden nicht unbedingt fußläufig gecheckt, sondern es fährt ein Auto durch die Straßen und scannt die Nummernschilder ab, das war's. Wer nicht registriert ist, bekommt ein Ticket wegen Falschparkens (90 € + Verwaltungsgebühr (6-7€ ca.)).
      Die höchste Form des Glücks ist ein Leben mit einem gewissen Grad an Verrücktheit. Erasmus von Rotterdam (1465/1469 - 1536)