Kopf macht oft nicht mit, kennt es jemand?

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    • Kopf macht oft nicht mit, kennt es jemand?

      Mir kommt oft vor, dass der Kopf nicht mit macht und ich Probleme habe leichteste Tätigkeiten zu erledigen, da ich die visuelle Reize schlecht verarbeite.
      Dazu kann ich oft z. B nicht verarbeiten, wenn ich Verkehrsnachrichten höre.
      Ich hoere akustisch die Sprache, bekomme aber nicht mit was gesagt wird.
      Muss mich richtig konzentrieren.
      Wenn in Gruppen geredet wird, muss ich auch immer aufpassen, dass ich verstehe, was geredet wird, wobei ich es akustisch immer mitbekomme, weshalb ich annehme, dass es was mit der Verarbeitung zu tun hat.
      Wenn ich was lese, muss ich auch aufpassen dass ich das gelesene verstehe

      Kennt es jemand?
      Wie nennt man es?
      Herzlichen Dank.
      L. G. Daniel :thumbup: :thumbup:

      The post was edited 2 times, last by Daniel1 ().

    • Ja oft führe ich ein Gespräch mit jemandem und muss mich total konzentrieren um mitzubekommen was gesagt wird. Aber ich denke das liegt daran dass ich noch größte Mühe habe da ich versuche mich anzupassen damit ein „normales“ Gespräch mit mir überhaupt möglich ist und auch versuche die Gesichtsausdrücke des Gegenübers zu erkennen.

      Das Problem beim lesen habe ich manchmal auch. Denn ich stelle mir alles bildlich vor und wenn ich kein deutliches Bild vor Augen habe ist es schwerer das Gelesene zu verstehen. Auch liege ich manchmal falsch mit dem was eigentlich gemeint ist.
    • @Gedankenkarussell99,
      interessant, dann bin ich schon nicht der Einzigste.
      Wo siehst du die Ursache?
      Hast du ADS, ADHS als Begleiterkrankung diagnostiziert bekommen?
      Schätzt du, dass es ADS, ADHS ist?
      Bei Autismus Spektrum, sagt man, dass es Probleme mit den executive Funktionen gibt, wo auch die Steuerung der Aufmerksamkeit dazugehört.
      Kann mir vorstellen, dass es auch was mit dem Reizfilter zu tun hat, wenn der Kopf scheinbar nicht mehr will.
      Herzlichen Dank.
      L. G. Daniel :thumbup: :thumbup:

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    • Gedankenkarussell99 wrote:

      Ja oft führe ich ein Gespräch mit jemandem und muss mich total konzentrieren um mitzubekommen was gesagt wird. Aber ich denke das liegt daran dass ich noch größte Mühe habe da ich versuche mich anzupassen damit ein „normales“ Gespräch mit mir überhaupt möglich ist und auch versuche die Gesichtsausdrücke des Gegenübers zu erkennen.
      Ich habe mich gestern mit einer bipolaren Frau unterhalten (bzw. sie sich mit mir), die wohl gerade in einer eher manischen Phase war. Mir ist es total schwergefallen, ihr zu folgen. Nicht, dass sie unverständlich oder wirr gesprochen hätte, sondern weil ich mich nicht auf sie konzentrieren konnte; sie war sehr expressiv im Ausdruck und das in-die-Augen-Sehen ging noch schlechter als sonst, ich nahm ihre Worte auf aber ich habe fast nichts davon wirklich „verstanden“ - es „blieb so gut wie nichts hängen“ außer ein paar Stichworten und das ungefähre Thema. Lag vielleicht auch daran, dass ich eigentlich gar nicht groß mit ihr sprechen wollte. Ich wollte sie eigentlich bloß in die Pause schicken und dann wieder zurück an die Arbeit. Sie war aber sehr mitteilungsbedürftig und redete viel Privates von ihr, was mich auch total aus dem Konzept brachte. Sie machte Witze und lustige Anspielungen, die ich nicht verstand oder auch nicht witzig fand. Sie war nett und es fiel mir total schwer, ihr das auch entsprechend zu spiegeln. Ich kann nicht einmal sagen, ob das, was ich ihr sagte, zu dem gepasst hat, was sie eigentlich gesagt hat.

      Mit der Praktikantin zu sprechen ging dann viel leichter, weil wir auf der selben Uni waren, gemeinsame Themen hatten, und sie mich auch monologisieren ließ.

      Generell fällt es mir oft schwer, zu verstehen, was andere zu mir sagen, weil ich mich enorm konzentrieren muss, zuzuhören. Allerdings glaube ich, dass das eher daran liegt, dass ich die Geräuschkulisse um uns herum ausblenden muss, die ich häufig als sehr präsent wahrnehme (dazu kommt noch der Tinnitus), anstatt meiner Versuche „normal“ zu wirken, weil ich oft eh nicht oder nur sehr sporadisch ins Gesicht sehe, deswegen auch eher weniger auf die Mimik oder so achte. Tatsächlich schaue ich oft einfach in andere Richtungen, lenke aber durch ausufernde Gestikulation ab (so kann ich die Aufmerksamkeit des Gegenübers auf meine Hände und weg von meinem Gesicht lenken).

      Daniel1 wrote:

      Wenn in Gruppen geredet wird, muss ich auch immer aufpassen, dass ich verstehe, was geredet wird, wobei ich es akustisch immer mitbekomme, weshalb ich annehme, dass es was mit der Verarbeitung zu tun hat.
      Hatten letztes auf der Arbeit das jährliche (Grill-)Fest. Nachdem ich mich letztes Jahr davor drücken konnte, bin ich / musste ich diesmal mal mitgehen. Wir saßen dann als Abteilung an einem Tisch zusammen und haben uns unterhalten (bzw. die anderen - ich weniger). Um uns herum waren überall Menschen und es war recht laut. Anfangs ging es noch, und ich konnte zumindest versuchen, den Leuten zu folgen, die unmittelbar neben oder gegenüber von mir saßen. Wie du sagst, nehme ich zwar wahr, dass was und was gesagt wird, ich höre die Worte aber ich muss mich übelst konzentrieren, wenn ich sie verstehen will. Dabei kann ich Geräusche auch in so einem akustischen „Gewusel“ eigentlich recht gut differenzieren, aber den Sinn dann zu verstehen, braucht sehr viel Konzentration von mir, weswegen ich dann irgendwann aufhöre(n muss), das Gerede vom Hintergrund zu trennen und alles nur noch akustischer „Brei“ wird und ich nichts mehr verstehe.
      Habe dann angefangen, die aufgehängten Luftballons zu zählen und dann zu meinem Chef, der mir direkt gegenüber saß, gesagt, dass es mehr gelbe als blaue Ballons sind. Seine Reaktion fand ich interessant, denn er sagte, dass die wohl billiger in der Produktion sind ^^ (davon, dass bei mir einiges „anders“ ist als bei anderen, bzw. vom Autismus-Verdacht, weiß eigentlich niemand außer einer Kollegin, der ich vertraue; da aber die meisten dort Psychologen sind, glaube ich schon, dass da einiges über mich geredet wird - weiß es aber nicht)

      Ist das bei dir ähnlich? Also so, wie ich es bei mir wahrnehme?

      Daniel1 wrote:

      Wenn ich was lese, muss ich auch aufpassen dass ich das gelesene verstehe

      Gedankenkarussell99 wrote:

      Das Problem beim lesen habe ich manchmal auch. Denn ich stelle mir alles bildlich vor und wenn ich kein deutliches Bild vor Augen habe ist es schwerer das Gelesene zu verstehen. Auch liege ich manchmal falsch mit dem was eigentlich gemeint ist.
      Ich lese sehr ungern Fiktion. Lieber Sachbücher (über Astrophysik, yeah ^^). Wenn ich aber einen Roman lese ist mir aufgefallen, dass ich mir die Protagonisten und Menschen gar nicht wirklich bildlich vorstelle, weil es mich einfach nicht interessiert. Ich überlese sowas einfach, lese aber die Beschreibung der Umgebung aufmerksamer und stelle mir das dann auch eher sehr bildhaft vor.
      Ansonsten hasse ich es, wenn die Sprache nicht konkret ist und Raum (RW) für Spekulationen/Interpretation lässt. Und da ich gedanklich sehr oft abschweife, muss ich auch immer wieder ganze Sätze oder Abschnitte zwei oder dreimal lesen, ehe ich sie verstehe.

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      Cee-Jay wrote:

      habe fast nichts davon wirklich „verstanden“ - es „blieb so gut wie nichts hängen“ außer ein paar Stichworten und das ungefähre Thema. Lag vielleicht auch daran, dass ich eigentlich gar nicht groß mit ihr sprechen wollte.

      Cee-Jay wrote:

      Ich kann nicht einmal sagen, ob das, was ich ihr sagte, zu dem gepasst hat, was sie eigentlich gesagt hat.

      Cee-Jay wrote:

      Generell fällt es mir oft schwer, zu verstehen, was andere zu mir sagen, weil ich mich enorm konzentrieren muss, zuzuhören. Allerdings glaube ich, dass das eher daran liegt, dass ich die Geräuschkulisse um uns herum ausblenden muss, die ich häufig als sehr präsent wahrnehme (dazu kommt noch der Tinnitus), anstatt meiner Versuche „normal“ zu wirken, weil ich oft eh nicht oder nur sehr sporadisch ins Gesicht sehe, deswegen auch eher weniger auf die Mimik oder so achte.

      Cee-Jay wrote:

      Anfangs ging es noch, und ich konnte zumindest versuchen, den Leuten zu folgen, die unmittelbar neben oder gegenüber von mir saßen. Wie du sagst, nehme ich zwar wahr, dass was und was gesagt wird, ich höre die Worte aber ich muss mich übelst konzentrieren, wenn ich sie verstehen will. Dabei kann ich Geräusche auch in so einem akustischen „Gewusel“ eigentlich recht gut differenzieren, aber den Sinn dann zu verstehen, braucht sehr viel Konzentration von mir, weswegen ich dann irgendwann aufhöre(n muss), das Gerede vom Hintergrund zu trennen und alles nur noch akustischer „Brei“ wird und ich nichts mehr verstehe.
      Das kann ich alles genau so unterschreiben (RW).
      Ich habe da genau die gleichen Probleme was das Zuhören und das Verarbeiten von Informationen betrifft.

      Bei mir funktioniert es ab 2 Gesprächspartner nicht mehr gut. Wenn ich also mit 2 weiteren zusammen sitze und dann drum herum auch noch eine gewisse Geräuschkulisse ist, schaffe ich es nicht mehr richtig zu verarbeiten was gesagt wird bzw es kostet so viel Energie, dass ich selber nach kurzer Zeit nichts mehr zur Unterhaltung beitragen kann und nach einiger Zeit nur noch versuche nicht komplett im Overload oder gar im Shutdown zu landen, weil nach und nach nicht mehr genug Energie da ist, um das Drum herum zu ignorieren und von dem Wichtigen, was ich mitbekommen möchte / muss zu trennen.
      Es wird dann alles zu diesem "Einheitsbrei" an Geräusche.
      Allerdings reagiere ich auch auf visuelle Reize sehr empfindlich. Helles Licht, viele Farben von vielen unterschiedlichen Gegenständen oder Personen (Kleidung, Haare), Bewegungen etc lenken mich in einer Kommunikation ab und werden sehr intensiv wahrgenommen, weshalb ich mich auch da wieder konzentrieren muss dies bewusst auszublenden, neben den Umgenbungsgeräuschen und ggf Gerüche.

      Je nach Geräuschkulisse drum herum, funktioniert allerdings auch keine Unterhaltung mit nur einer Person. Durch die Stadt vom Bus zur Bibliothek laufen, als Beispiel, und dabei eine Unterhaltung führen funtktioniert nicht. Ich bekomme die Informationen nicht verarbeitet, da drum herum viel zu viele Geräusche, Bewegungen, Gerüche etc. sind. In solchen Situationen kann es dann sein, dass man mir etwas 3x sagen muss, bis ich es wirklich verstanden habe. Antworten funktioniert dann auch so gut wie nie. Ich greife da auch gerne auf Zeichensprache oder auf Gesten als Antwort zurück.

      Ins Gesicht schaue ich bei Gesprächen auch nur selten. Und im Grunde nie in die Augen. Die Informationen von Mimik und bei manchen Menschen auch das Gefuchtel der Gestik ist mir viel zu viel. Je weniger Mimik und Gestik ein Mensch benutzt, um so angenehmer empfinde ich die Kommunikation und um so leichter fällt es mir dem Gesagten auch richtig zu folgen, vorausgesetzt es ist drum herum nicht viel los und ich bin nicht durch irgendwelche eigenen Gedakengänge abgelenkt.
      Wenn ich selbst noch andere Dinge im Kopf habe, über die ich gerade nachdenke oder über die ich nachdachte, bevor das Gespräch zustande kam oder auch wenn mir noch etwas zu einem Thema einfällt, was mir schwer fällt in Worte zu fassen, kommt es vor, dass ich zwar höre das etwas gesagt wird, allerdings nicht weiß was gesagt wurde.

      Auch wenn Fremde mich ansprechen, mir so gar nicht nach verbaler Kommunikation ist oder ich mit dem was gesagt wurde überfordert bin (da reicht es aus, wenn ich nicht mit dem rechnete, was eine Person sagte oder eine Person mir irgednwelche emotionalen Dinge mitteilt und ich nicht weiß wie ich darauf reagieren soll), fällt es mir unglaublich schwer Gesagtes auch richtig zu verarbeiten und um etwas Passendes zu antworten. Wobei das Antworten mir sehr häufig ein großes Problem darstellt. Zumindest in verbaler Kommunikation.

      Bei Büchern ist es anders. Ich lese sehr viel und fast ausschließlich Fiktion. Überlese aber sämtliche emotionalen und zwischenmenschlichen Dinge und lese die Bücher fast nur auf reiner Sachebene, was aber vollkommen ausreicht um für mich spannend, witzig und interessant zu sein und um mir Freude zu breiten beim Lesen. Stelle mir aber auch alles immer bildlich vor. Auch in Gesprächen mit anderen produziert mein Kopf dazu Bilder. Je schwieriger es mir fällt dazu Bilder zu erstellen, um so schwieriger fällt es mir auch dem Gesagtem zu folgen.