Möglichkeiten als Erwachsener zur Nutzung einer Autismustherapie

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    • Möglichkeiten als Erwachsener zur Nutzung einer Autismustherapie

      Hallo Forums-Mitglieder
      Bei mir wurde vor einem halben Jahr das Asperger Syndrom diagnostiziert ("Spätdiagnostizierte"). Ich habe über die Eingliederungshilfe daraufhin eine Autismustherapie beantragt. Nach nun 5 Monaten habe ich nun einen Bescheid bekommen, dass ich monatlich über 200 € selber zur Therapie dazu bezahlen muss. Das kann ich gar nicht aufbringen. Meine finanziellen Möglichkeiten sind eingeschränkt, habe kein Eigentum usw.. Meine wöchentliche Arbeitsstundenzahl habe ich reduziert und selbst da weiß ich nicht, wie lange ich das noch leisten kann?
      Bei mir in der Umgebung , wo ich her komme, gibt es keine Psychotherapeutin, die sich mit Autismus auskennt, um evtl. eine Verhaltenstherapie über Krankenkasse erstattet zu bekommen.

      Ich überlege, zu der Entscheidung nun erst einmal Widerspruch einzulegen. Hier im Forum hatte ich gelesen, dass sich zum neuen Jahr etwas ändern soll? Kennt hier jemand vielleicht noch eine andere oder weitere Möglichkeit, eine Autismus-Therapie-Möglichkeit nutzen zu können? Selbst die nächste (für mich zuständige) Autismus-Ambulanz konnte mir da auch nicht weiter helfen.

      Ich merke, je älter ich werde, desto weniger Kraft und Energie steht mir zur Verfügung. Ich habe über die Jahre hin sehr viel kompensiert. Da hat man die ganzen Jahre alleine vor sich hin "gekämpft" und ....wie geht es nun weiter? :m(:
      Ich habe auch das Gefühl, dass sich NRW meiner Meinung nach, in einiger Hinsicht schwer tut?
      Alleine einen "dementsprechenden" Schwerbehinderungsgrad zu bekommen, gestaltet sich schon schwierig.
      Liebe Grüße
    • Hallo, momental lebe ich selber noch in NRW.
      Wenn es in deiner Nähe den EUTB gibt, der kann bei dem Antrag für den Schwerbehindertenausweis helfen!
      Die Seiten vom Versorgungsamt deiner Stadt sollten auch PDFs zum Antrag haben. Die meisten können den Antrag in aller regel selbst ausfüllen. Ich habe das anfang diesen Jahren mit dem EUTB zusammen gemacht, sie haben den Antrag bereits schon da gehabt.

      Zur Autismustherapie kann ich dir sagen das die Krankenkassen diese generell nicht bezahlen. Nur das Arbeitsamt oder das Sozialamt sind dafür zuständig. Sowas sollten dir die Mitarbeiter im Autismus-therapie-zentrum aber sagen. Man muss dafür ebenfalls einen Antrag ausfüllen.
      In meinem Fall wollte ich das machen, aber das Sozialamt hat die Zahlung abgelehnt weil sie meinten, sie bräuchten erst ein Ablehnungsschreiben vom Arbeitsamt. Bei denen haben wir das aber garnicht beantragt und ich bekomme sonst auch keine weiteren Leistungen von denen.
      Ich weiß nicht wie teuer die einzelnen Stunden sind, bislang musste ich noch nichts zahlen aber ich konnte mit der Therapie selbst auch noch nicht anfangen.
      Man sagte mir, nachdem das so kam, das die sich darum kümmern würden, was aber auch schon um die 6 Monate inzwischen her ist und seitdem ist nichts passiert, jedenfalls hat man mir nichts berichtet. Ob ich jemals bei der Therapie anfangen kann weiß ich nicht, inzwischen ist es mir auch egal, ich sehe mich selbst eh nicht als arbeitsfähig für den 1. Arbeitsmarkt weil mir inzwischen die Kraft und Geduld für das normale soziale Miteinander ziemlich geschrumpft sind und ich froh bin meine Ruhe zu haben. Das geht aber nur wenn ich als arbeitsunfähig eingestuft werde (wo ich momentan in einer Testung über das Arbeitsamt bin).
    • Dankeschön für deine Antwort!

      Zur Schwerbehinderung habe ich nur 40 Grad bekommen. Mit Hilfe des VDKs habe ich Widerspruch eingelegt, was wohl auf eine Klage hinausführt.

      Ich weiß, dass die Krankenkasse keine Kosten für eine Autismus-Therapie übernimmt. Leider.
      Mir geht es darum, ob es vielleicht noch andere Möglichkeiten gibt?
    • @Ilsebill

      Da sich die Rechtslage zum 01.01.2020 ändert, würde ich da nochmal einen Antrag stellen. Ich gehe davon aus, dass du die Kosten dann voll übernommen bekommst, sofern du nicht besonders viel verdienst. Wie viel, habe ich in einem anderen Thread dargelegt.

      Ansonsten kann man sich Ergotherapeuten suchen, die auf Autismus spezialisiert sind und sich vom Facharzt (Psychiater/in) eine Verordnung für psychisch-funktionelle Behandlung (Ergotherapie) ausstellen lassen. Wenn die Ergotherapeutin angemessen abrechnet, muss man da glaube ich nur 10% der Kosten selbst tragen.

      Eine Psychotherapie über die Krankenkasse könnte man sich auch suchen bei jemandem der sich mit Autismus auskennt.

      Man könnte noch zu Selbsthilfegruppen gehen, die in der Regel kostenlos sind. Andere Angebote für Autisten fallen mir nicht ein. Höchsten Dinge wie ambulant betreutes Wohnen, aber da sehen die Einkommensregelungen vermutlich ähnlich aus wie bei der Autismustherapie.

      Vielleicht wäre es auch möglich, im Rahmen von Studien an einer Behandlung (Gruppentherapie) an einer Autismus-Ambulanz teilzunehmen. Das dürfte dann vermutlich gar nichts kosten.

      Stationäre Angebote gibt es für erwachsene Autisten auch (zumindest Freiburg fällt mir gerade ein), aber da sind die Wartezeiten lang. Ich arbeite selbst Arbeitsbücher zum Thema durch, bis ich weitere Hilfen bekommen. Momentan muss ich die Autismustherapie auch selbst bezahlen, was leider dazu führt, dass ich nur sehr wenige Stunden in Anspruch nehmen kann.
    • Lieben Dank!
      Jepp. Ich habe auch die Hoffnung, dass sich mit dem Widerspruch und der neuen Abrechnungen im neuen Jahr, für mich die Kostebeteiligung positiver auswirken könnte.

      Das Problem ist wohl auch, dass sich in meiner Umgebung die Möglichkeiten und Fachpersonen bezüglich Autismus-Spektrumsstörungen sehr in Grenzen halten bzw gar nicht vorhanden sind . Gerade auch für Erwachsene.
      Gruppentherapie wird in der Autismusambulanz ( 1 Std. Autofahrt entfernt) nicht angeboten.
      Bei einer Selbsthilfegruppe war ich auch schon mal zwischenzeitlich. Da benötige ich wohl auch eine Std. Autofahrt, um dort hinzukommen. Das ist leider nicht immer machbar. :(

      Eine Psychotherapeutin (über Krankenkasse) habe ich. Jedoch nur als Akut-Therapie. Und sie sagt selber, dass sie nicht auf Autismus-Spektrumsstörung spezialisiert ist.
      Gar nicht so leicht alles?!

      Ich bin immer sehr dankbar für Tips und Ratschläge! Auch hier habe ich schon einiges nachlesen können. Viele Infos hätte ich über Google oder so, nie bekommen können!?

      @'FruchtigBunt
      Von stationären Angeboten hatte ich noch nie gehört. Sehr interessant.

      Einen schönen Sonntag noch und viele Grüße!
    • Surprised wrote:

      Ich empfehle ja immer wieder gerne Ergotherapie, v.a. wenn die sich mit ASS auskennen. Habe auch hier Autismus-Therapie was dazu geschrieben.
      Was würdest du denn da konkret für eine Therapieform empfehlen?
      Ich habe mal nach Ergotherapeuten geschaut, aber jeder scheint da sein/ihr eigenes Angebot zu haben und Autismus haben die wenigsten auf ihrer Website erwähnt.
    • Mugwump wrote:

      Was würdest du denn da konkret für eine Therapieform empfehlen?
      Manche Ergotherapeuten schreiben auf ihrer Website, dass sie sich mit ASS auskennen und z.B. mit TEACCH oder anderen Programmen arbeiten. Ansonsten finde ich Ergo einfach gut, weil Probleme da sehr konkret angegangen werden können - wenn die Therapeuten entsprechend ausgerichtet sind. Also soziale Interaktionen durchsprechen oder -spielen, Soziales Kompetenztraining, Alltagsstrukturierung etc. Manche Ergos arbeiten fast wie Psychotherapeuten. Zudem ist der Zugang einfacher: Man braucht einfach nur eine Verordnung für Ergo und dann kann man im Prinzip (mit entsprechenden Folgeverordnungen) über Jahre hinweg Ergo machen.
      Surprised by the joy of life.
    • Ich meine, dass diese Verordnung von einer Fachärztin (Psychiaterin) ausgestellt sein muss. Möglicherweise betrifft das aber auch nur die Genehmigung außerhalb des Regelbedarfs. Vor Inanspruchnahme daher am besten in der Heilmittelrichtlinie nochmal recherchieren. Als gesetzlich Versicherter würde einem das wohl spätestens die Praxis selbst sagen, aber für privat Versicherte könnte es relevanter sein.
    • Die männliche Form ist selbstverständlich mitgemeint. 8-)
      (ist ja sogar im Wort enthalten. Interessant, dass noch nie jemand gefragt hat "und was ist mit einer Psychiaterin?", wenn nur Psychiater genannt wurde). Zum Thema geschlechtergerechte Sprache bitte eigene Debatte (bin durchaus daran interessiert, darüber zu diskutieren).

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    • Boah dieses männlich und weiblich rumgeeier bei der Sprache ist fürchterlich. Fachkraft für Psychatrie und dann ist es neutral. Wegen so nem Irsinn kann man auch mal auf Kampf der Geschlechter verzichten.

      Da blickt später eh keiner mehr durch und der Nachwuchs leidet dann evtl. unter einer schlechteren Note, die dann noch was verbaut.

      Unsere Sprache ist schon kompliziert genug und verschlimmbessern muss nicht sein.

      The post was edited 1 time, last by AspiIT ().