Autismus auf dem ersten Arbeitsmarkt

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    • shnoing wrote:

      Gebärdensprache war in der DDR verpönt.
      Kann ich mir eigentlich nicht vorstellen.
      In der DDR habe ich sehr oft Gebärdensprachler in der Öffentlichkeit gesehen. In den letzten 20 Jahren niemanden mehr.

      Wenn die Schule wirklich den Ansatz hätte, auf Lippenlesen und Sprechen aus zu sein, dann hätte sie das doch als Verteidigungsargument genannt.
      Und was ich so über das Lippenlesen gelesen habe, ist eher ernüchternd: Wer gut ist, versteht ca. 30%.

      Mal abgsehen davon wurde die Gebärdensprache ja erst 2002 offiziell anerkannt - wäre dann also auch in der BRD verpönt gewesen.
      _,.-o~^°´`°^~o-.,_Ich ess Blumen...,.-o~^°´`°^~o-.,_

      The post was edited 2 times, last by Garfield ().

    • H. M. Murdock wrote:

      Ich habe auf der Arbeit ja schon Problem zu telefonieren (telefonieren hasse ich eh...) wenn um mich rum in normaler Lautstärke gesprochen wird.
      Das Problem kenne ich selbst auch nur zu gut. Wenn ich in der Küche bin und das Radio läuft, was wirklich nicht laut ist, und auch keine anderen Nebengeräusche da sind, muss ich mir das eine Ohr zuhalten damit ich alles am Telefon mit dem anderen Ohr verstehe, sonst verstehe ich schnell was falsch oder werde abgelenkt. Abgesehen davon finde ich telefonieren eh schwer und mag es auch überhaupt nicht.
    • Mich haben die damals auf eine Förderschule Schwerpunkt emotionale und soziale Entwicklung überwiesen. Eine Schule für schwer erziehbare Kinder...
      Ich habe die ganzen Schulgutachten noch und war zum Teil schockiert.

      Die sahen mich als verhaltensgestört und schwer erziehbar an... Der muss auf die Förderschule!!! Das Jugendamt stand auch vor der Tür. Haben meine Mutter zu Hause besucht und mich gefragt ob alles OK zu Hause ist... Unfassbar wie inkompetent die alle waren... Das waren für mich Jahre des Leidens. Zumindest die ersten Jahre im Integrationskindergarten und in der Grundschule.
    • So inkompetent ist das doch gar nicht (je nachdem in welchem Jahr das war), schließlich trifft die Beschreibung oberflächlich ja zu, und da kommt man auch nicht als allererstes auf Autismus, nur weil ein Kind unsozial und verhaltensgestört ist. Dass man sich die Eltern mal anschaut, ist auch nachvollziehbar, weil sowas auch von einem schlechten Elternhaus kommen kann, dann wäre es fatal, nichts zu unternehmen. Aber offenbar konnten deine Eltern den Verdacht ja entkräften, oder?
      Alles wird galaktisch gut.

      The post was edited 1 time, last by Shenya ().

    • H. M. Murdock wrote:

      Ab einem bestimmten Grad der Behinderung macht es, nach meiner Meinung, keinen Sinn Inklusion auf "Biegen und Brechen" durchzusetzen. Da hat dann keiner was von.
      Es kann auch gerade mal erleichternd sein sich mit Menschen zu umgeben, denen es ähnlich geht wie einem selbst.

      Happy to be wrote:

      Kein Wunder, dass so viel schief geht.
      "Wir wollen dich drin, aber wenn, bedroht das alles, was bisher gedacht wurde und wie damit umgegangen wird, was für uns normal ist - du bist Auslöser für dieses Bedrohungsgefühl, daraus maxhen wir "du bist an dieser Bedrohung Schuld, also bist du nicht normal".
      Hier liegt ja schon im Kern gar kein Inklusives Denken vor, zumindest erkenne ich es nicht.
      Inklusion bedeutet doch nicht, dass Person A in ein vorhandenes System B hineinkommt, in den man ihn "drin" sehen könnte.
      Inklusion bedeutet, dass sich alle miteinander verändern, jeder muss dabei erstmal aus seiner Komfortzone raus, sonst kann es nicht funktionieren.
      Und da dies nicht das ist, was alle Menschen möchten, halte ich Inklusion auch für
      eine Ideologie.

      Marty123 wrote:

      Auch Menschen mit schwersten Beeinträchtigungen kämen an der Regelschule gut zurecht, wenn es nichts anderes geben würde.
      Wie stellst du Dir die Schulen vor?

      Gerade Menschen mit schwersten Mehrfachbehinderungen benötigen sehr spezielle Hilfsmittel, spezielle Fachkräft, spezielle Räume, Bäder, mitunter medizinsische Pflege etc..
      Zudem werden schon an den vorhandenen Förderschulen mögliche Förderaspekte aussen vor gelassen.

      Hier müsste doch auch das gesamte Schulsystem umstrukturiert werden, inklusive Denken und Empfinden der Gesamtbevölkerung.

      Marty123 wrote:

      Diese Gruppe lebte in einem Wohnheim. Inklusion sieht anders aus.
      Auch hier die Frage, in welchem Umfeld könnten Deiner Ansocht nach Menschen mit schwersten Mehrfachbehinderungen dann leben?
      Alleine mit persönlichen Assistenten?
      In WGs mit persönlichen Assistenten und Mitbewohnern diverser Art?
      Falls ja, wie kommen diese WGs zustande?
      Finden sich Menschen, die mit schwermehrfachbehinderten Menschen in eine Wohngemeinschaft zusammenziehen mögen?
      etc.
      Most great people have attained their greatest success just one step beyond their greatest failure.

      Napoleon Hill
    • Shenya wrote:

      So inkompetent ist das doch gar nicht (je nachdem in welchem Jahr das war), schließlich trifft die Beschreibung oberflächlich ja zu, und da kommt man auch nicht als allererstes auf Autismus, nur weil ein Kind unsozial und verhaltensgestört ist. Dass man sich die Eltern mal anschaut, ist auch nachvollziehbar, weil sowas auch von einem schlechten Elternhaus kommen kann, dann wäre es fatal, nichts zu unternehmen. Aber offenbar konnten deine Eltern den Verdacht ja entkräften, oder?
      Ja.. Ich bin Asperger Autist...

      Ich war seit meinem 4 Lebensjahr auffällig... Seit dem Kindergarten.
    • Anfang der 2000er Jahre war das Asperger-Syndrom in der Psychiatrie noch nicht so bekannt...

      Aber ich entsprach doch allen Kriterien im Sinne des Asperger Autismus...

      Die Diagnose wurde jetzt erst mit 22 gestellt.

      Es wäre aber trotzdem besser gewesen, wenn man es damals richtig und kompetent erkannt hätte...

      Aber meine Mutter war mit mir nie bei einem Spezialisten. Die im SPZ kannten sich mit autistischen Störungsbildern nicht aus... Jedenfalls in dem wo ich als Kleinkind war nicht
    • Wenn es damals schon als Kind diagnostiziert worden wäre, würde ich jetzt einige Probleme und Defizite weniger haben...


      Zum Glück beginne ich bald eine Autismus Therapie. Mir werden dann endlich soziale Kompetenzen beigebracht...
    • Es war wirklich ein langwieriger Prozess...

      Erst die Diagnose aus der Spezialambulanz aus der Uniklinik....

      Dann den Antrag auf ambulante Eingliederungshilfe.

      Die wollten alles wissen... Einnahmen, Vater, Mutter usw...

      Dann die amtsärztliche Untersuchung beim Gesundheitsamt.

      Dann Hilfeplangespräch...

      Jetzt erst die Zusage :yawn: 8o
    • Aber ich denke, dass ich auf jeden Fall 2-3 Jahre Therapie machen werde und brauche...

      Denn ich habe einiges aufzuholen in der Sozialen Interaktion und Kompetenz. Das geht nicht von heute auf morgen.

      Ich werde es niemals intuitiv können, das ist mir bewusst...
      Aber man kann es zum Teil erlernen. Und ich möchte es auch. Ich will die Menschen und ihre Interaktionen verstehen lernen.


      Dr. Vogeley sagte :
      Erweiterung des Verhaltensrepertoire
    • @Niklas22
      Wie hast du das mit den Fahrtkosten beantragt? Hast du ein Auto? Ich hatte im Gesetz nur gelesen, dass die Fahrtkosten für eine Assistenz übernommen würden, nicht aber für einen selbst. Deshalb hatte ich es nicht beantragt.

      Kannst du die Zitierfunktion oder das @ benutzen, damit man benachrichtigt wird, wenn du einem etwas schreibst? Sonst sieht man es allenfalls durch Zufall.