Autismus auf dem ersten Arbeitsmarkt

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    • Garfield wrote:

      Vermutlich spielt da wohl der Umgang mit gefährlichen Chemikalien eine Rolle, wenn es ums Färben geht.
      Das kann uns ja egal sein, ist eher ein Thema für die Frauen :lol: :lol:

      Aber mal ernsthaft: Meisterkurs heißt ja auch, dass da wenigstens Grundzüge von rechtlichen Grundlagen, Betriebswirtschaft und Buchhaltung vermittelt werden (ich hoffe heute auch noch). Und das macht auch volkswirtschaftlich einen Unterschied aus, weil die Betriebe nicht so schnell pleite gehen. Ich meine, ich hätte kürzlich gelesen (finde ich natürlich nicht wieder), dass die Fluktuation bei den meisterfreien Gewerken sehr stark gestiegen sei, seit der Meisterzwang gefallen ist. Und das geht, wie Du schon geschrieben hast, zu allererst zu Lasten der Kundschaft, und das ist eben nicht irgendeine nebulöse kapitalistisch-böse Elite, sondern jeder einzelne Bürger.
    • HCS wrote:

      Das kann uns ja egal sein, ist eher ein Thema für die Frauen :lol: :lol:
      Das stimmt so nicht, auch ich kann mir die Haare blau machen. Warum nicht? :roll:
      Oder anders, Rezo (YT - Die Zerstörung der CDU oder so) ist eine Frau.

      Ich geh jetzt ersma :yawn:
      Die höchste Form des Glücks ist ein Leben mit einem gewissen Grad an Verrücktheit. Erasmus von Rotterdam (1465/1469 - 1536)
    • Leonora wrote:

      Zodd wrote:

      Gibt es eigentlich auch betreutes studieren oder sind diese paralellstrukturen nur auf Ausbildungen ausgelegt?
      Leider gibt es das bisher nur bezogen auf Ausbildungen und Umschulungen. Was das Thema Studium betrifft, muss man individueller organisieren, über Nachteilsausgleich etc. Es gibt auch die Möglichkeit einer Studienbegleitung oder Studienassistenz, analog zur Schulbegleitung, was aber wohl auch nicht immer so einfach zu beantragen ist.
      Persönlich würde ich gesonderte Hochschulen und Universitäten für Behinderte eher skeptisch sehen. Aber ich fände individuellere Hochschulzugänge und alternative Abschlüsse sinnvoll. Das jetzige Bachelor/Master-System passt nicht für alle, weil es sehr verschult ist und oft sehr auf Gruppenarbeit setzt. Da würden vielfältigere, angepasste Formate das Studium für viele barriereärmer machen.
      Ich habe zunächst ein Studium in Deutschland gemacht und abgebrochen. Das war Ende der 80er. Da gab es in Deutschland noch die "klassischen" Diplom Studiengänge, in meinem Fall Diplom Ing. an FH. Ich habe abgebrochen weil ich mit der unstruktruiretheit ein Problem hatte und mich die ganze Selbstorganisation überfordert hat. Im Anschluss bin ich nach GB an eine Uni gegangen (was mir in Deutschland verwehrt beglieben wäre da ich "nur" ein Fachabitur habe). Dort habe ich dann als Bachelor in einem Doppelstudiengang in einer Feemdsprache als Jahrgangsbester abgeschlossen. Warum? Weil es so schön verschult ist. An dem Tag wo ich anfing kannte ich den Tag an dem ich aufhöre. Die Stundenpläne waren trotz gewisser Wahlmöglichkeiten bei den Fächern so konstruiert das es keine überlappungen gab (so wie vorher an der FH in Deutschland wo ich zwei Vorlesungen aus verschiednen Semestern besuchte, nur um am Ende eine Woche vor den Klausiren zu erfahren dass beide Zeitgleich stattfinden und das vorher nicht bekannt war und ich somit ein Semester in dem Fach "umsonst" verdgeudet hatte).
      Es gab eine unglaublich gute Betreung, jeder Student hatte einen persönlichen Tutor aus den Proffessoren und konnte sich, auch mit privaten Dingen, an Ihn oder Sie wenden. Ab dem 2. Studienjahr gab es zusätzölich noch einen fachlichen Tutor der einen bei rein akademischen Dingen unterstützte. Zusätzlich war ich bei Eintritt automatisch Mitglied der "ausländischen Studenten" der älteren Studenten und es gab spezielle Veranstaltungen für diese, wie z.B. vorbereitungen auf Klausuren für ältere Studenten weil man davon ausging das diese nicht direkt aus dem Lehrbetrieb kamen und aus dem Berufsleben in die Uni eingetreten sind, somit also das Lernen verlernt hatten.

      Das alles hat mir sehr geholfen mich auf das fachliche zu konzentrieren, ich habe mich nie wieder wohler und besser aufgehoben gefühlt in meinem Leben. Und das alles weil es so verschult ist, mir hat es also getaugt.

      Abgesehen davon ist man auch auf spezielle Bedürfnisse von Menschen die anders sind, mit oder ohne Diagnose eingegangen. Eine Kommolitonin, von der ich heute stark vermute das auch sie Autistisch war (inzwischen verstorben) hat fast keine Vorlesung besucht und trotzdem mit einem mittleren Abschluss das Studium beendet. Auch ich hatte damals noch keine Diagnose. Ich bin dann 2 Jahrzehnte später wieder an diese Uni gegangen, diesmal mit Diagnose, um zu promovieren und es hat mich immer wieder beeindruckt wie sehr man sich auf Studenten mit "special needs" einstellen kann. Vielleicht ist das ja speziell für GB, dort ist man dem Thema autismus meiner Meinung nach sowieso viel aufgeschlossener als woanders in der Welt (z.B. da wo ich jetzt lebe, da weiss man warscheinlich nicht mal wie man Autismus buchstabiert).

      Aber vielleicht ist es ja in Deutschland ein bischen besser als hier und wenn auch nicht so deutlich wie in GB nimmt man trotzdem Rücksicht auf Menschen die anders sind.
    • @gizmo
      Danke für diesen interessanten Bericht. Ich war in Deutschland in meinem ersten Studiengang an einer Uni auch an der Organisation gescheitert. Ich empfand es damals als unmöglich und bin auch deswegen regelmäßig nervlich zusammengebrochen, wenn sich Veranstaltungen überschnitten haben, die Hörsäle so überfüllt waren, dass man auf dem Boden sitzen musste und ich z. B. schon ab der Mitte der Hörsales die Schrift auf der Tafel nicht mehr lesen konnte und alles dermaßen unstrukturiert war, dass nicht abzusehen war, wie lange das Studium eigentlich dauern wird.
      An einer deutschen Fachhochschule, an der alles sehr verschult war, bin ich auch sehr gut klargekommen.
      Was du schilderst, klingt aber noch wesentlich besser, nämlich, dass man Menschen, bei denen Probleme absehbar sind, gezielt fördert und nicht (wie meiner Meinung nach in Deutschland üblich) ins Off kickt oder ihnen sogar noch absichtlich Hürden aufstellt. Diesen Eindruck hatte ich immer, selbst an der FH. Alles was Standard war, ging dort gut, aber wehe, es gab mal ein Problem. Da ging die Bereitschaft der Verwaltung und Lehrenden gegen Null. Das erlebe ich immer wieder als sehr traurig in Deutschland, weil ich dadurch ganz schnell das Gefühl bekomme, dass ich minderwertig und nervend bin.

      Wenn ich wüsste, ich komme in eine Studienatsmophäre, in der man Benachteiligten wirklich helfen würde, würde ich vermutlich sehr aufblühen. Denn fachlich war ich ja auch immer sehr gut. Schön zu wissen, dass es wenigstens in anderen Ländern so etwas gibt. Studieren werde ich wohl nicht mehr, aber es ist trotzdem nachträglich ein bisschen wie eine Genugtuung, zu wissen, dass in anderen Teilen der Welt Beeinträchtigte wirkliche Unterstützung bekommen und nicht nur diese "wir machen auf dem Papier Inklusion". Denn mehr ist das in Deutschland meiner Meinung nach oft nicht. Vor zwei Jahren war ich nochmal bei zwei Schwerbehindertenbeauftragten, weil ich die Aufnahme eines neuen Studiums in Betracht zog.Ichhatte mir viel erhofft davon, aber die knickten beide im Prinzip vor ihrer eigenen Organisation ein und überließen mir die organisatorische Abklärung (z. B. "ja, Prüfungserleichterungen bzw. Ausgleiche gibt es schon, aber dann müssen sie halt mit dem Professor XY rede, der die Lehrveranstaltung macht. Da kann ich Ihnen nicht weiterhelfen".) Ich war total überfordert damit. Ich habe keine Nerven, mich mit jedem Lehrenden herumzuzackern, ob ich Prüfungserleichterungen bekomme. Die Organisation stand einfach nicht wirklich hinter mir, hatte ich den Eindruck. Ich war nur etwas, was es zu verwalten galt.
    • @FruchtigBunt Als ich vor ein paar Jahren zum promovieren noch mal an meiner "alten" Uni war, diesmal mit Diagnose habe ich mitbekommen das alle die Prüfungserleichterungen benötigen diese ohne mit der Wimper zu zucken auch bekamen. Als Doktorand habe ich mir ein paar Pfund an der Uni dazuverdient Prüfungen zu überwachen, und dort waren immer ein paar die eine halbe Stunde mehr Zeit bekamen.
      Da brauchte auch niemand jeden Professor extra fragen. Einmal bewilligt war es für alle Prüfungen während des ganzen Stuidiums gültig. Als Doktorand habe ich ja selber keine Prüfungen mehr schreiben müssen, insofern war es für mich nicht relevant. Mir wurde aber gesagt das wenn ich etwas bräuchte man mich unterstützen würde.
    • gizmo wrote:

      Das war Ende der 80er. Da gab es in Deutschland noch die "klassischen" Diplom Studiengänge, in meinem Fall Diplom Ing. an FH. Ich habe abgebrochen weil ich mit der unstruktruiretheit ein Problem hatte und mich die ganze Selbstorganisation überfordert hat.
      Da scheint sich inzwischen wohl viel geändert zu haben. Selbst in den 90ern war es bei mir an der FH schon so wie von Dir in GB beschrieben. Schulartige Stundenpläne, feste Prüfungstermine am Ende jedes Semesters und die Wahlfächer lagen so, dass sie den restlichen Stundenplan nicht durcheinander gebracht haben. Ich habe trotzdem das Ende etwas herausgezögert, einfach um genug Zeit für die Diplomarbeit zu haben.
      An der Uni hatte ich mich zwar mal eingeschrieben, aber nachdem ich am ersten Tag den Papierkram in der Hand hatte und all die undurchsichtigen Pläne und nicht vorhandenen Strukturen sah, war mein nächster Besuch dann ein halbes Jahr später, um mich wieder abzumelden.
      _,.-o~^°´`°^~o-.,_Ich ess Blumen...,.-o~^°´`°^~o-.,_
      Im Übrigen bin ich der Meinung, dass das Teilnehmer-Limit von Privatkonversationen verdoppelt werden sollte.
    • gizmo wrote:

      Da brauchte auch niemand jeden Professor extra fragen. Einmal bewilligt war es für alle Prüfungen während des ganzen Stuidiums gültig. Als Doktorand habe ich ja selber keine Prüfungen mehr schreiben müssen, insofern war es für mich nicht relevant. Mir wurde aber gesagt das wenn ich etwas bräuchte man mich unterstützen würde.
      Auf mich macht das den Eindruck, als würde man dort gerne Leuten entgegenkommen. In Deutschland finde ich die Atmosphäre so, als würde da direkt jemand kommen und sich ungerecht behandelt fühlen und einem dann an den Kopf werfen, wieso man eigentlich diese Erleichterung will und ich habe wirklich den Eindruck, dass Leute, die sowas benötigen, hier eher herablassend und wie Bittsteller behandelt werden. Aber ich denke, dass das für Deutschland typisch ist: Es werden Ränge und Hierarchien gebildet und die 'Unteren' lässt man auch ganz gerne mal spüren, dass sie unten sind und nicht woanders. :| Ich weiß, dass das ziemlich pessismistisch klingt, aber so erlebe ich es.
    • Garfield wrote:

      An der Uni hatte ich mich zwar mal eingeschrieben, aber nachdem ich am ersten Tag den Papierkram in der Hand hatte und all die undurchsichtigen Pläne und nicht vorhandenen Strukturen sah, war mein nächster Besuch dann ein halbes Jahr später, um mich wieder abzumelden.
      Das war vermutlich eine kluge Entscheidung. Ich habe es drei Jahre lang durchgehalten und damit Lebenszeit vergeudet. Und danach habe ich noch mehrere Jahre gebraucht, um diesen Misserfolg zu verarbeiten. Ich hatte immer das Gefühl, dass ich vollkommen versagt hatte, weil ich mit diesen Strukturen nicht klar kam, während wiederum wesentlich unintelligentere Leute sich einen Spaß draus machten und diese ganzen Sachen und ihren Abschluss während irgendwelcher Parties und Treffen mit anderen Leuten einfach so mitnahmen. Ich war schon kurz vorm Nervenzusammenbruch, wenn ich zu spät zu einer Vorlesung kam, weil die Stundenpläne schlecht abgestimmt waren und habe mich z. B. mit der Verwaltung an der Uni angelegt und die Leute dort beleidigt, weil das alles ein wirklich übliches Chaos war. Natürlich wurde es dadurch nicht besser.
      Mittlweile denke ich, dass sich viele Unis in Deutschland wirklich schämen sollten, wie sie organisiert sind und wie schlecht sie mit den Studierenden umgehen.

      Als ich vor zwei Jahren mit wegen einem neuen Studium umschaute, las ich z. B. auch wieder auf den Homepages, wie an einer Uni Wahlveranstaltungen vergeben werden. Da gab es dann wieder nur eine bestimmte Anzahl und man muss sich um diese Plätze schlagen bzw. es gibt keine Garantie, dass man die Wahlveranstaltungen belegen kann, die man wollte. Ich studiere aber nicht irgendwas, das mich interessiert und kann dann nicht die Fachrichtung einschlagen, die ich will, weil die Wahlkurse belegt sind. :x Außerdem hatte ich keine Lust wieder auf diesen STress, sich nachts um 00:01 irgendwo einzuloggen und darum zu bangen, dass man in irgendwelche Kurse reinkommt. Ich weiß nicht, wie NT das verkraften, aber mich stresst sowas so sehr, dass ich einen sehr großen Widerwillen habe, mir das nochmal anzutun.
      Für mich ist es dann auch immer sehr skurril, an eine hochrennommierte Uni zu gehen, die angeblich die Elite der Welt ausbildet, aber es dann noch nicht mal hinbekommt, ein funktionierendes Stundenplansystem oder Mailprogramm etc. aufzustellen.
    • FruchtigBunt wrote:

      mit der Verwaltung an der Uni angelegt und die Leute dort beleidigt, weil das alles ein wirklich übliches Chaos war.
      Und was bringt es dann, die Leute dort zu beleidigen?

      Der Stundenplan an einer Uni ist sehr komplex, wegen den vielen Wahlmöglichkeiten, den teils relativ großen Entfernungen und der Verfügbarkeit der Dozenten. Dass man nicht zu allen Vorstellungen kommen kann, ist da vorhersehbar. Und das man deshalb dann mal zu spät kommt ist schon fast „normal“. Bei den meisten Dozenten reicht es, denen gegenüber mal zu erwähnen, dass man vorher über den ganzen Campus muss, dann wissen die, warum man zu spät kommt. Die kennen das Problem ja auch und sehen das meist relativ gelassen - die sind teilweise froh, dass man überhaupt kommt. Oder auch nicht (ich bin ein mal dann netterweise gegangen, war als einziger anwesend - dann kann der Dozent leider auch nichts anderes tun als selbst gehen :d )


      FruchtigBunt wrote:

      es gibt keine Garantie, dass man die Wahlveranstaltungen belegen kann, die man wollte.

      Ja, so ist das nun mal. Es gibt oft Bewerbungsverfahren oder andere Auswahlverfahren. Auch ich habe nicht immer die Wahlveranstaltung bekommen, die ich ursprünglich wollte. Aber es hat sich immer etwas passendes gefunden und die Dozenten sind sehr flexibel, wenn sie wissen, dass man gewissenhaft mit studiert und gute Aussichten auf den Abschluss hat. Da kann man das dann schon so absprechen, dass man auf jeden Fall etwas bekommt, mit dem man seinen Studienplan einhalten kann. Und das das Thema einem nicht immer perfekt gefällt bereitet schon mal auf das spätere Arbeitsleben vor. Wer wegen so etwas Stress hat, wird es im Job nicht lange durch halten.
      Wird schon Diese Signatur ist in Ihrem Land nicht verfügbar, da sie urheberrechtlich geschütztes Material enthält.
    • @FruchtigBunt Das war in der auch mein Empfinden, dass man in Deutschland als Student sich irgendwie als "unwichtig" behandelt gefühlt hat. Das liegt aber so weit ich es beurteilen kann am System. Proffessoren sind soweit ich weiss verbeantet und damit quasi unkündbar. Dazu kommt dass in Deutschland jeder der eine Zuganagsberechtigung hat auch einen Studienplatz einklagen kann, was in meinem Jahrgang zu überfüllten Fachhochschulen und Unis geführt hat. Der Lehrbetrieb war aber nicht auf die Massen ausgelegt, und die einzige Art die überzahl an Studenten los zu werden ist bockelharte Klausuren zu schreiben und sie nach 3x durchfallen raus schmeissen zu können. Soweit mir bekannt liegt bzw. lag die Abbrecherquote bei weit über 50%.

      In GB war die Situation anders (war, denn hat sich inzwischen geändert). Dort war ein Studiengang auf sagen wir mal 100 Teilnehmer ausgelegt und dann haben sie auch nur 100 genommen. Es gibt, anders als in Deutschland in GB nicht das Recht studieren zu dürfen. Das heisst die Hürde war durch den Eingangsfilter zu kommen.

      Hatte die Uni aber einmal einen als Studenten akzeptiert, würde es ein schlechtes Image der Uni bedeuten wenn Leute abbrechen. So hat man viel getan um die Studenten dann auch durch zu bekommen. Und das hat man an der Einstellung der Proffessoren auch gemerkt. Das waren riesiege Unterschiede. Die Abbrecherquote an meiner Uni lag bei ca. 1.5%

      Ich hatte mir Ende des 2. Studienjahres den Unterschenkel gebrochen. Mein personal Tutor hat mich vom 160 km weit entfernten Flughafen morgens um 5 abgeholt, mir in der Zwischenzeit einen Platz im Studentenwohnheim organisiert, meine ursprünglich geplante unterkunft, die sich im Dachgeschoss eines privaten vermieters befand mit Hilfe einer Komomlitonin ausgeräumt und in seiner Garage untergebracht, und hat mich praktisch täglich besucht und Einkäufe gemacht und mich in den Pub abends abgeholt und wieder zurück gefahren.

      Für Deutschland fast undenkbar.
    • gizmo wrote:

      Hatte die Uni aber einmal einen als Studenten akzeptiert, würde es ein schlechtes Image der Uni bedeuten wenn Leute abbrechen. So hat man viel getan um die Studenten dann auch durch zu bekommen. Und das hat man an der Einstellung der Proffessoren auch gemerkt.
      Ja, das ist verständlich. Schade, dass sich das geändert hat.

      In Deutschland kam es mir eher so vor, wenn man sich beschwert hat, dass es dann hieß, dass man Student sei und sich nicht zu beklagen habe. Öfters kam dann auch der dumme Spruch "Lehrjahre sind keine Herrenjahre". So von wegen, dass man mit denen, die unten in der Kette stehen eben alles machen kann und die einfach nur so lange warten müssen, bis sie weiter oben stehen und dann selbst nach unten treten können. Ich finde das ein armseliges Gesellschaftskonzept, aber dem begegne ich in Deutschland immer wieder.
    • FruchtigBunt wrote:

      Schade, dass sich das geändert hat.
      Ob sich das geändert hat kann ich nicht beurteilen. Was sich geändert hat ist, das die Unis jetzt anders finanziert werden und zwar nach anzahl Studenten. Früher hatten sie fixe Budgets, heute gilt je mehr Studenten je mehr Finanzen, was dazu geführt hat das auch in GB die Studiengänge immer voller werden. Inwieweit das die Qualität und Abbrecherquote beeinflusst weiss ich nicht aber ich vermute das sie immer noch deutlich unter der in Deutschland liegt weil sich am Prinzip das es ein schlechtes licht auf die Uni wirft wenn zu viele Abbrechen nichts geändert hat.
    • gizmo wrote:

      Dazu kommt dass in Deutschland jeder der eine Zuganagsberechtigung hat auch einen Studienplatz einklagen kann, was in meinem Jahrgang zu überfüllten Fachhochschulen und Unis geführt hat.
      Das liest sich ja so, als ob eine Klage automatisch einen Platz garantiert. So ist das natürlich nicht.
      Nur wenn Fehler bei der Auswahl gemacht wurden, wird der Klage auch statt gegeben.
      Und normalerweise führt das auch nur dazu, dass man dann eben weiter vorn auf der Warteliste landet.
      Wenn es nach mir geht, würde eine abgelehnte Klage sogar zu einem Hinterrutschen auf der Warteliste führen - auch in anderen Bereichen, wo zu viel geklagt wird. Wer unnötig die Gerichte beschäftigt, soll den Gegenwind gefälligst auch irgendwie spüren.
      _,.-o~^°´`°^~o-.,_Ich ess Blumen...,.-o~^°´`°^~o-.,_
      Im Übrigen bin ich der Meinung, dass das Teilnehmer-Limit von Privatkonversationen verdoppelt werden sollte.
    • Das stimmt so nicht. Es reicht schon, wenn man irgendwelche Argumente dafür aufbringen kann, dass die betreffende Universität angeblich mehr Plätze für Studenten aufbringen könnte als sie es wirklich tat. Oder so. Komplizierte Geschichte das. An meiner Uni haben wir jedenfalls immer nen ganzen Schwung Einkläger hinterherbekommen. Und das obwohl die Veranstaltungen bzw. die dafür vorgesehenen Räume dadurch aus allen Nähten platzten und auch zusätzliche Kurse eingerichtet werden mussten usw.

      Übrigens haben Leute mit offizieller Schwerbehinderungseinstufung auch schon im ersten Durchgang erhöhte Chancen auf einen Studienplatz.
      I could work hard to be normal, but I prefer to hold myself a higher standard. Ego lex sum.
    • An der Uni, wo ich mich mal versucht habe, wurden bewusst am Anfang 150 Studenten zugelassen, obwohl die Räumlichkeiten eher für 100 ausgelegt waren. Die 50 zuviel waren dann meist nach den Prüfungen ausgesiebt.
      Ob dann einige wenige sich zusätzlich noch eingeklagt haben, fiel da nicht weiter auf. Und vielleicht war das auch die Strategie der Uni: Sehet her, wir sind bereits hoffnungslos überlastet!
      Aber wenn sich 1000 Leute auf 100 Plätze klagen wollen, dann wird mit Sicherheit die Mehrheit abgewiesen.
      _,.-o~^°´`°^~o-.,_Ich ess Blumen...,.-o~^°´`°^~o-.,_
      Im Übrigen bin ich der Meinung, dass das Teilnehmer-Limit von Privatkonversationen verdoppelt werden sollte.
    • FruchtigBunt wrote:

      Das war vermutlich eine kluge Entscheidung. Ich habe es drei Jahre lang durchgehalten und damit Lebenszeit vergeudet. Und danach habe ich noch mehrere Jahre gebraucht, um diesen Misserfolg zu verarbeiten.
      Hmm an dem Punkt stehe ich gerade. (Nur, dass ich das Aushalten und Verarbeiten mehr oder weniger gleichzeitig seit 2 Jahren mache und seitdem versuche zu wechseln...)

      FruchtigBunt wrote:

      Ich hatte immer das Gefühl, dass ich vollkommen versagt hatte, weil ich mit diesen Strukturen nicht klar kam, während wiederum wesentlich unintelligentere Leute sich einen Spaß draus machten und diese ganzen Sachen und ihren Abschluss während irgendwelcher Parties und Treffen mit anderen Leuten einfach so mitnahmen.
      Ja, darüber wundere ich mich auch und dieses Gefühl versagt zu haben, kenne ich auch nur zu gut... :(

      FruchtigBunt wrote:

      Ich war schon kurz vorm Nervenzusammenbruch, wenn ich zu spät zu einer Vorlesung kam,
      Das bin ich eigentlich während des Semesters fast pausenlos...
      Wenn man auf eine Party geht, gibt es immer ein Risiko.
    • Garfield wrote:

      Das liest sich ja so, als ob eine Klage automatisch einen Platz garantiert. So ist das natürlich nicht.
      Ok ich kenne mich nur rudimentär in Deutschland aus. Mein Kenntnisstand ist, das man sich in jedem Falle einklagen kann, nur nicht unbedingt auf den Wunschstudiengang oder ein durch numerus clausus beschränkten Zugang, aber der Zugang zur Hochschule durch das im Grundgesetz verbriefte Recht auf bildung begründet ist.

      Aber wie schon gesagt ich kenne mich nicht so gut aus daher ist es gut möglich das meine aussage nicht korrekt ist. Zumindest für GB ist mir kein Fall bekannt in dem sich jemand in eine Uni eingeklagt hat, weil es dort dieses Recht nicht gibt.
    • Klagen kann man immer, Erfolg hat man nur bei nachgewiesenen Verstössen
      _,.-o~^°´`°^~o-.,_Ich ess Blumen...,.-o~^°´`°^~o-.,_
      Im Übrigen bin ich der Meinung, dass das Teilnehmer-Limit von Privatkonversationen verdoppelt werden sollte.
    • Ok, dann bin ich wohl auf dem Hollzweg. Ich hatte bis dato angenommen das einem das im Grundgesetz verbriefte Recht auf Bildung auch den Zugang zu Hochschulen ermöglicht, wenn man die nötigen Vorraussetzungen, also Abitur oder Fachabitur vorweisen kann.

      Dann ist es mir alledings ein Rätsel warum die Hochschulen so überfüllt sind. Wenn eine Uni einen Studiengang für 100 Teilnehmer auslegt, warum soll sie dann 800 akzeptieren? Damit ist doch vorprogrammiert das mit dem vorhandenen Personal das nicht mehr zu bewältigen ist. Da wäre es doch sinnvoll bei 100 einen Schlusstrich zu ziehen und zu sagen mehr kommen nicht rein und dann aber dafür zu sorgen dass diese bestmöglich betreut sind und den Abschluss auch schaffen. Ich verstehe den Sinn nicht.