Autismus im Alter/bei Pflegebedürftigkeit

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    • Ich mir auch. Ich kenne beide Ängste und sehe dazwischen keinen Widerspruch. Im Gegenteil, eigentlich sind das zwei Aspekte der gleichen unschönen Perspektive. Wer auf persönlicher Ebene keine nahestehenden Menschen mehr hat, vermisst nicht nur Nähe und Resonanz, er oder sie kommt auch eher in institutionelle Abhängigkeit. Verbringt eventuell viel länger dort als andere. Ist dort noch schutzloser, weil private Fürsprecher fehlen. Für mich ist das kein Gegensatz , weil Alleinsein und Einsamkeit für mich sehr unterschiedliche Dinge sind. Im Heim ist man quasi nie mehr allein, hat keinen privaten Raum mehr. Dennoch oder auch gerade deswegen kann man dort jedoch sehr einsam sein. Wer hingegen nahestehende Menschen, ein gutes persönliches Netzwerk hat, wird sich wahrscheinlich auch allein nicht einsam fühlen.
      From my youth upwards my spirit walk'd not with the souls of men. (...)
      My joys, my griefs, my passions, and my powers, made me a stranger.
    • Autismus bei Pflegebedürftigkeit hat einige untragbare Aspekte, das ist klar. Aber bis dahin ist i.a. noch viel Zeit, also wie sehe ich 'Autismus im Alter'?

      Als 70 jähriger Autist muss ich sagen, ich sehe Älterwerden optimistischer. Als ich 46-47 war, habe ich zum ersten Mal gespürt, dass meine Zukunft sich langsam erhellt, aus zwei Gründen:

      1-Der Druck des Geldverdienens würde sich in den nächsten 10 Jahren nachlassen, weil ich mein Konzept hatte, wie ich ab etwa 55-57 absolut frei von Arbeit überleben könnte, wenn auch nur nahe am Existenzminimum.

      2-Die nachlassenden hormonellen Ausschüttungen würden mir mit parallel dazu verschwindenden Gedanken u. Aktionen in Bezug auf das andere Geschlecht einen ganz neuen Freiheitsgrad und viel stressfreie Zeit bescheren. (Ich hatte damit naturgemäß exakt die gleichen Probleme wie mit der Arbeitswelt)

      Ich habe diese Vorteile des Älterwerdens also schon vorzeitig gespürt u. habe mich darauf wirklich gefreut und genauso ist es auch gekommen, ab 50 bis jetzt war diese Zeit die glücklichste meines Lebens. Meine wenigen beruflich u. privaten Kontakte zur NT-Welt habe ich im Laufe dieser Zeit sukzessiv u. konsequent über Bord geworfen u. habe mich in meiner minimalistischen Wohnungsumgebung (habe weder Küche noch Kochplatte, Kühlschrank o.ä.) genüßlich auf meine Interessen konzentriert.

      Ja, genau, das ist dann die zwar finanziell sehr bescheidene dafür aber absolut bindungslose Freiheit einer isolierten Existenz, wie ich es schon als Baby sein wollte, weil alles andere schon damals untragbar war.

      Natürlich, für Pflegebedürftigkeit wäre es prima, wenn Autisten Solidargemeinschaftan organisieren könnten. Aber was generell Älterwerden angeht sind Autisten robuster als NT's und leben statistisch auch länger würde ich mal spekulativ 'raten'. Ich denke so, weil Autisten gerade auch im Alter 'nicht so sehr' an unsteuerbaren, zermürbenden u. chaotischen Emotionen zappeln WIE NT's.

      Man muss auch seine Vorteile zu würdigen wissen.

      PS: Ich verfolge dieses Forum seit vielen, vielen Jahren, dieser '´Autismus im Alter...' Thread hat mich zum aktiven Einloggen proviziert. Aber, auf alles reagierend sehr aktiv werde ich hier wahrscheinlich nicht sein.
    • Dazu
      white-unicorn.org/?mod=autist66j
      aus2015 - +4=2019 ./. 66 + 4 = 70

      Autist66 Jahre
      WelcheBarrieren wurden erkannt und beseitigt?
      Mirhat es im Kindergarten nicht gefallen, da war ich ……
      ……...Wielebt es sich im Ruhezustand und wie kann er gehalten werden?
      Inmeinem ganzen Leben ….. Deutschland2015

      Ich bin Autist 56 Jahre
      habeBarrieren erkannt und z.T beseitigt
      Mirhat es im Kindergarten (auch)nicht gefallen, das war genau einen halben Tag der pure Horror, totaleGesichtsblindheit
      also bin ich wieder nach Hause. Barrieren, wer sagt denn zu sowas : Barrieren, wenn es einem wo nicht gefällt? Warum? soll man denn inden Kindergarten müssen? Daheim war es viel schöner…...und wer ist denn schon glücklich in der Schule und gern dort hin...,schön dagegen dann skifahren,mit 13 dann an Autos basteln, was man halt so macht wennman in seiner SI-welt aufwächst.….nachdem vom Physiklehrer (VA) übergeholfenen Abi am Tech.Gymn. ..war. das Studieren an der Uni auch ganz anders als normal ….


      „Inmeinem ganzen Leben hatte ich immer einen oder wenige, dafür um soloyalere Freunde. An sich bin ich ein Einzelgänger und das sehrgern. Auch wenn ich eine (Wahl)Familiehabe, für die ich (versuche)Verantworung übernehme. Es ist wichtig das Leben als Gesamtes zubetrachten. Immer nur Einzelpunkte herausgreifen, das funktioniertnicht. Es geht um das Leben als Ganzes, das anzunehmen führtzu Ausgeglichenheit. Für mich gehören hier wenige, dafür umso passendere, solide Freundschaften dazu. Im Berufsleben war dasnicht mehr ganz so einfach, da kamen dann schon die sozialenAuseinandersetzungen als Geschäfsführer, in den 20 Jahren die ichverschiedene Firmen geleitet hatte“

      kann Vieles aus meinem Leben nicht anders beschreiben

      The post was edited 1 time, last by Tomi Blum ().