GdB von 30 bekommen - bringt das überhaupt etwas?

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    • GdB von 30 bekommen - bringt das überhaupt etwas?

      Hallo zusammen,

      auf Anraten meines Psychiaters habe ich im Juli einen Antrag s.o. gestellt.
      Ich bekam einen GdB von 30.
      Mein Psychiater fiel vom Glauben ab.
      Er schätzte mich als deutlich mehr als 50 ein.

      Bringt 30 überhaupt irgendetwas?

      Ich habe die Diagnose seit 2015.
      Arbeite in zwei verschiedenen Jobs, konnte bis vor einiger Zeit viel kompensieren, aber jetzt geht fast nichts mehr.
      Ich bin überfordert, rutschte in eine arge Depression, habe Ängste, fehle viel.
      Mit dem GdB wollten wir bessere Bedingungen bei der Arbeit erreichen, damit ich nicht gekündigt werde und wieder mehr Leistung bringen kann.

      Ich habe Angst, die Arbeit zu verlieren und bin wegen des GdB von 30 einigermaßen niedergeschlagen.

      30 bringt gar nichts, oder?

      Viele Grüße von spring15
    • Du kannst mit dem GDB von 30 eine Gleichstellung erreichen. Den Antrag dafür gibt es bei der Arbeitsagentur. Dieser muss begründet werden. Sollte Dein Job in Gefahr sein, erhältst Du den gleichen Kündigungsschutz wie jemand mit anerkannter Schwerbehinderung.

      Gibt es im Unternehmen eine Schwerbehindertenvertretung? Die können gut helfen.
      Stolzer Papa von Autinaut (HFA) :nod: - und einander irgendwie ähnlich... und doch anders...
    • Hast du Wiederspruch eingelegt? Das bringt häufig noch einiges. Vor allem wenn dein Psychiater so hinter dir steht und ggf. noch ein zweites, aussagekräftigeres Attest schreiben würde.

      Ich bin sehr froh, dass ich mich innerlich damals direkt auf ein Wiederspruchsverfahren eingestellt hatte und es hat mir auch sehr viel gebracht. Ich glaube, teilweise werden die unterlagen garnicht richtig angeschaut oder (aus kostengründen) drauf spekuliert, dass der Antragsteller nicht für sich kämpft (/kämpfen kann).
    • Ich denke auch, dass Du zu allererst mal Widerspruch einlegen solltest. Wenn der Arzt überrascht ist, dass nicht mehr rauskam, lässt das ja darauf schließen, dass das gleiche Amt sonst nicht ganz so kleinlich ist - es wird nicht das erste derartige Gutachten sein, das er geschrieben hat, vermutlich hat er eine gewisse Vorstellung, was welches Amt "rausrückt". Meiner z.B. hat deshalb einen eigentlich zu hohen GdB in das Gutachten geschrieben, weil das Amt nach seiner Erfahrung sehr kleinlich ist, einfach um das auszugleichen.
    • Spring15 wrote:

      Arbeite in zwei verschiedenen Jobs, konnte bis vor einiger Zeit viel kompensieren, aber jetzt geht fast nichts mehr.
      Ich bin überfordert, rutschte in eine arge Depression, habe Ängste, fehle viel.
      Das solltest du genau ausführen in dem Wiederspruch, welche Schwierigkeiten bestehen und dass du für die Bewältigung Unterstützung durch einen Psychiater benötigst.
      Auch ein detailliertes Gutachten des Psychaters kann helfen.

      Wenn die Gefahr einer Kündigung droht, würde ich auch das reinschreiben.

      Dss du dir Erleichterung bei der Arbeit erhoffst (bei einer Schwerbehinderung) halte ich dagegen für problematisch bei der Argumentation, weil das ein bißchen nach "Ich mache mir das Leben leichter" klingt, die tatsächlichen Probleme dagegen sind m.E. aussagekräftig, die Gefahr einer Kündigung wegen Leistungsabfall, die Unterstützung durch einen Psychiater und ein aussagekräftiges Gutachten des behandelnden Arztes.

      Auch die Ängste und Depressionen gehören in den Widerspruch, gibt es dazu eindeutige Diagnosen? Oder eine Behandlung? In dem Punkt ist es m.E. auch sinnvoll, die daraus resultierenden Probe ausführlich zu schildern ... z.B. Abbruch von sozialen Kontakten, Vernachlässigung der eigenen Wohnung ... die Dinge, die aus einer Depression folgen ...

      Vorallem gut vorbereiten den Widerspruch, du hast glaube ich 4 Wochen Zeit den Widerspruch einzulegen. Vielleicht ist es sinnvoll, wenn du weitere Gutachten einholen musst, erstmal formlos den Widerspruch einzulegen, mit dem Hinweis, dass eine Begründung folgt, wie sich das aber dann mit den Fristen bei der Begründung verhält, weiß ich nicht, also Wissenslücken schließen!
      diagn.
    • Spring15 wrote:

      Er schätzte mich als deutlich mehr als 50 ein.
      Ich habe GdB 80 ABER: ich war mein lebtag lang nie richtig schul- oder arbeitsfähig. Ich komme mit 37 Jahren auf gerade 3,5 Arbeitsjahre mit vielen Krankenständen.
      Ich werde seit 18 Jahren psychiatrisch- und psychotherapeutisch in unregelmäßigen Abständen begleitet.
      Ich bin medikamentös austherapiert.
      Ich bin stationär nicht aufnahmefähig.

      Wer 2 Jobs ausüben kann und soweit noch funktioniert der wird es sehr schwer haben einen GdB "deutlich mehr als 50" zu erhalten und zu rechtfertigen.
      Bei uns im Kompetenzzentrum wurde gerade erst ein Kanner Autist (der geistig behindert ist und sich kaum ausdrücken kann)
      von GdB 70 auf 90 hochgestuft, hatte aber jahrelang GdB70.
      Du hast aber natürlich jede Möglichkeit innerhalb der Frist Einspruch einzulegen.

      Spring15 wrote:

      Mit dem GdB wollten wir bessere Bedingungen bei der Arbeit erreichen, damit ich nicht gekündigt werde und wieder mehr Leistung bringen kann.
      Eine Arbeitsstelle wird für einen bestimmten, festgelegten Bereich ausgeschrieben. Stellen die man mit Behinderung antreten kann werden gesondert ausgeschrieben.
      Der besondere Kündigungsschutz gilt für schwerbehinderteMenschen mit einem Grad der Behinderung (GdB) von mindestens 50.
      Wenn du das deinem Arbeitgeber bekannt gibst, muss geprüft werden, ob und wie dasBeschäftigungsverhältnis erhalten werden kann.

      (dazu informiert der VDK).