Trennung der Welten

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    • Ich hatte mal eine Arbeitsstelle, (mit der Betonung auf hatte), bei der Chef es wünschte, dass die Mitarbeiter nach Feierabend regelmäßig zusammmen einen Trinken gehen.

      Ich fand das ziemlich unpassend und befremdlich. Die Leute, mit denen ich abends ein Bier trinken gehen möchte, suche ich mir doch lieber selber und nach meinen eigenen Kriterien aus (Freunde, Verwandte). Zudem gehe ich sowieso nicht gerne abends einen Trinken.

      Naja, die Arbeitstelle hatte ich nicht lange...
    • Ich hatte letztes Jahr die seltsame Idee alte Freunde aus einem Zeitrahmen von 20 Jahren gemeinsam zu meinem Geburtstag einzuladen.
      Seitdem weiß ich, dass ich für jeden so etwas wie ein angepasstes Kommunikationsmuster habe, welches ich aber nicht schaffe abzulegen und dann komplett in die Überlastung rutsche, weil ich es auch nicht live umgeschaltet bekomme. Nie nie wieder mache ich das, wenn dann feiere ich meinen Geburtstag eben 5x, oder noch besser garnicht.
    • Hutmacher wrote:

      Ich hatte letztes Jahr die seltsame Idee alte Freunde aus einem Zeitrahmen von 20 Jahren gemeinsam zu meinem Geburtstag einzuladen.
      Seitdem weiß ich, dass ich für jeden so etwas wie ein angepasstes Kommunikationsmuster habe, welches ich aber nicht schaffe abzulegen und dann komplett in die Überlastung rutsche, weil ich es auch nicht live umgeschaltet bekomme. Nie nie wieder mache ich das, wenn dann feiere ich meinen Geburtstag eben 5x, oder noch besser garnicht.
      Ich finde schon Geburtstagesfeiern doof. Dann dass Menschen bei mir zuhause sind, wäre doof und dann auch noch aus verschiedenen Kreisen.
      Gut, dass ich nicht so viele Freunde habe und auch eigentlich niemand weiß wann ich Geburtstag habe :d
      Ich kann gut Mitmenschen umgehen
    • @kim @Input das würde ich auch nicht machen.
      Wir haben auf der Arbeit auch immer eine Weihnachtsfeier. Ich empfinde das als absolute Zeitverschwendung und arbeite stattdessen. Ich brauche die Stunden.

      Mein netter Arbeitskollege bringt mir in seinen "Sozialpausen" (ihm sind das auch zu viele Menschen) dann zwischendurch mal nen Punsch :)
      Ich kann gut Mitmenschen umgehen
    • Hutmacher wrote:

      Seitdem weiß ich, dass ich für jeden so etwas wie ein angepasstes Kommunikationsmuster habe, welches ich aber nicht schaffe abzulegen und dann komplett in die Überlastung rutsche, weil ich es auch nicht live umgeschaltet bekomme.
      Ich denke, das ist bei mir der Grund, warum ich Überschneidungen nicht mag. Ich habe verschiedene "Rollen" in verschiedenen sozialen Kontexten, ich verhalte mich unterschiedlich, ich gebe unterschiedliche Dinge von mir preis oder eben nicht. Das ist natürlich nicht so Jekyll-und-Hyde-mäßig ausgeprägt, sondern eher subtil, aber es reicht schon, dass ich innerlich in Konflikte komme, wenn sich die Kreise überschneiden.

      "Abends mit Kollegen einen trinken gehen" würde ich hingegen können, theoretisch. Da verändert sich ja nur das Setting, aber es gibt keine Überlappungen verschiedener Personengruppen. (Dass ich weder Kollegen habe noch trinke noch Kneipen einen entspannenden Aufenthaltsort finde, ist wieder ein anderes Thema.)

      @WelleErdball bitte keine Vollzitate! Du landest sonst schneller im Papierkorb als du tippen kannst... :)
    • WelleErdball wrote:

      Das finde ich nicht ungewöhnlich sondern völlig normal, auch unter "Gesunden", dass man die Beziehungsebenen- und verhältnisse voneinander abgrenzt.
      Ich finde es auch für mich normal, aber ih habe bisher noch nie gehört, dass das jemand sonst so sieht. Aber ich bin da auch nicht besonders representativ, da ich nunmal nicht mit sovielen Menschen in Kontakt stehe.
      Ich kann gut Mitmenschen umgehen
    • Zurück zum Anfang:

      Durkadenz wrote:

      Wie sieht das bei euch aus? Kennt ihr das auch oder findet ihr das auch verrückt?
      Ob das ein bissen verrückt ist, weiß ich nicht. Aber bei mir ist es absolut auch so, dass ich meine (ohnehin nur kleinen) Kreise trenne. Beispiel: Ich hab bestimmte Freunde, wo ich weiß / zu wissen glaube, dass sie mit anderen oder mit Teilen der Fanilie oder mit Kollegen nicht zusammenpassen. Deshalb mag ich keine großen Feten. Ich denke, dass auch so eine Art Harmoniebedürfnis dahintersteht und meine Angst, im Fall von Zoff unter den Gästen die Situation nicht mehr händeln zu können.

      Und natürlich spielt eine Rolle, dass bei Trennung die Gruppen einfach kleiner sind, ich die jeweilige Situation mehr "unter Kontrolle" habe und deshalb entspannter bin.
      "Ein Buch muss Wunden aufreißen, ja sogar welche hervorrufen. Ein Buch muss eine Gefahr sein." (E. M. Cioran)
      In: ders., Ébauches de vertige. Gallimard 2006 (=folio 4100) (trad.: FM)
    • FrankMatz wrote:

      Ich denke, dass auch so eine Art Harmoniebedürfnis dahintersteht und meine Angst, im Fall von Zoff unter den Gästen die Situation nicht mehr händeln zu können.
      Verwirrt es dich denn, wenn Personen aus einem Kreis aufeinmal irgendwo auftauchen, wo sie eigentlich nicht sein sollten?
      Ich kann gut Mitmenschen umgehen
    • Verwirren nicht, aber es nimmt mir so ein Stück Sicherheit. Ich glaub, im weitesten Sinn gehts da auch um die Unterbrechung von Routinen. Ich treff auch nicht so gern Leute auf der Straße, es sei denn, sie sind mir wirklich vertraut.
      "Ein Buch muss Wunden aufreißen, ja sogar welche hervorrufen. Ein Buch muss eine Gefahr sein." (E. M. Cioran)
      In: ders., Ébauches de vertige. Gallimard 2006 (=folio 4100) (trad.: FM)
    • filipendula wrote:

      Ich denke, das ist bei mir der Grund, warum ich Überschneidungen nicht mag. Ich habe verschiedene "Rollen" in verschiedenen sozialen Kontexten, ich verhalte mich unterschiedlich, ich gebe unterschiedliche Dinge von mir preis oder eben nicht. Das ist natürlich nicht so Jekyll-und-Hyde-mäßig ausgeprägt, sondern eher subtil, aber es reicht schon, dass ich innerlich in Konflikte komme, wenn sich die Kreise überschneiden.
      Das Problem habe ich eher bei einzelnen Menschen, also jedem einzelnen gegenüber stehe ich ja anders als anderen, den einen mag ich mehr den anderen weniger, mit dem einen rede ich eher über x, mit dem anderen über y, bei dem einen gibt es Insider, bei dem anderen nicht etc etc. Ob die Leute sich dann mischen ist glaube ich bei mir weniger das Problem, als das es enfach überhaupt mehr als eine Person ist.