"ich muss" in "ich will" umwandeln

    This site uses cookies. By continuing to browse this site, you are agreeing to our Cookie Policy.

    • Es gibt eine alte moralische Rechtfertigung der Sklaverei, dass ein Sklave deshalb zu Recht ein Sklave ist, weil er ja die Freiheit hätte, sich das Leben zu nehmen. In die gleiche Richtung argumentiert auch die positive Psychologie, wenn sie völlige Freiheit behauptet. Ähnlich wie die radikale Psychosomatik und verwandte ins Esoterische gehende Ansätze, die einen grundsätzlich für selbstverantwortlich für Krankheiten etc. halten, finde ich das problematisch bis zynisch.
      From my youth upwards my spirit walk'd not with the souls of men. (...)
      My joys, my griefs, my passions, and my powers, made me a stranger.

      The post was edited 1 time, last by Leonora ().

    • Aspielle wrote:

      Eine einzige Person ist in der Lage, tausende, hunderttausende, Millionen Menschen zu etwas zu zwingen, das sie nicht wollen?
      Ja, längst nicht alle hatten die freie Wahl. Die freie Wahl hatten nur wenige. Wie sieht die Wahlmöglichkeit aus, wenn es heißt, "mach xy oder ich bringe deine Kinder um"?

      Mir ist das Prinzip der Eigenverantwortung ansonsten durchaus bewusst. Ich besitze seit jeher viel Verantwortungsbewusstsein. Aber das hilft mir an dieser Stelle nicht weiter.
      Alles wird galaktisch gut.
    • Ich verstehe nicht ganz, was das jetzt noch damit zu tun hat, ob Du Deine Meerschweinchen fütterst, @Shenya ?

      Und Du solltest gemerkt haben, was ich meinte. Ein Tyrann kommt nur deshalb an die Macht, weil er Unterstützer hat. Da haben dann viele dumme Menschen viele dumme Entscheidungen getroffen. Was durchaus auch was mit freiem Willen zu tun hat. Denn viele kluge Menschen haben sich entschlossen, nichts dagegen zu unternehmen. Was mich daran zweifeln lässt, ob sie wirklich klug sind.

      Was das Beispiel mit dem Sklaven angeht: Es geht nicht um die Bewertung. Es geht mir einzig um die Entscheidungsfreiheit. Ich habe nicht verlangt (und das hat auch kein Philosoph jemals) dass die Wahl eine angenehme sein soll. Warum man selbst verantwortlich für Krankheiten sein sollte, erschließt sich mir jedoch nicht. Diese halte ich, sofern man seine Hände nicht absichtlich in einen Behälter voller Bazillen getaucht hat, für zufällig erworben, kann jedem mal passieren, nur wie man damit umgeht, bleibt jedem selbst überlassen. Man kann zum Arzt gehen oder auch nicht.


      Shenya wrote:

      Ich besitze seit jeher viel Verantwortungsbewusstsein. Aber das hilft mir an dieser Stelle nicht weiter.
      Dann verstehe ich Dein Problem nicht. Dann füttere halt Deine Meerschweinchen, wasche die Wäsche, räum auf oder mach was auch immer du denkst notwendig ist erledigt zu werden. Sollte dann doch kein Problem sein. Sollte das Problem darin liegen, dass Du Dich aufgrund von Depressionen nicht aufraffen kannst, rate ich Dir, einen Arzt oder Psychiater aufzusuchen. Das ist absolut ernst und aufrichtig gemeint, das kann ein ernstes Problem darstellen, das die Lebensqualität enorm beeinträchtigt.
      Um ein tadelloses Mitglied einer Schafherde sein zu können, muss man vor allem ein Schaf sein.
      (Albert Einstein)
    • @Shenya , für mich klingt das nach ziemlich viel Stress, du arbeitest ja auch und dann gibt es diese innere , neudeutsch "To do Liste" .
      Seit ich berentet bin, gibt es nur wenig, was ich muss. Ich tu die meiste Zeit nur, was mir Freude macht . Und ich merke , vieles will ich auch.
      Heute habe ich den Kühlschrank geputzt, weil ich keine Bakterien drin haben möchte, die Bäder , Zimmerpflanzen gegossen (mache ich einmal die Woche), ein Messer geschliffen ( war stumpf), gekocht und Obstsalat gemacht ( ich koche eigentlich gerne ) , weiße Kochwäsche gewaschen, einen neuen Teppich für das Bad oben zurechtgeschnitten, mich selbst getapt, geduscht und Haare getönt , alte Cremes und Kosmetik aussortiert , den Hof gefegt und gemerkt, Hausarbeit hat auch was Meditatives , wenn einem keiner reinquatscht.

      Könntest du aus deinem Leben irgendwo Stress rausnehmen, damit du nicht das Gefühl hast, das "Muss" erschlägt dich ?
      Die Dinge, die du willst, haben aus meiner Sicht alle mit Ausruhen zu tun. Könntest du dir eine Auszeit nehmen ? Kur oder Reha ? Urlaub ?
      "Autismusdiagnose - Potius sero quam numquam.
      ( Lieber spät als nie.) "
      :irony:

      The post was edited 2 times, last by Rhianonn ().

    • Shenya wrote:

      Wüstenblume wrote:

      Bei mir liegt dieses Gefühl von "ich muss", vor allem dann vor, wenn ich vom Grunde her schon mehr überlastet bin, als ich eigentlich leisten kann und will.
      Das ist vielleicht ein wichtiger Punkt.Ich weiß eigentlich schon lange, dass ich in meinem Leben eine Überdosis "ich muss" oder vielmehr anfangs "du musst" abbekommen habe. Ich wollte z.B. nicht in den Kindergarten, aber ich wurde gezwungen, ich wollte nicht in die Schule, aber ich musste, und so ging das bis heute immer weiter. Das ist nicht lebenswert.
      Wenn es nur um die großen Dinge gehen würde, wär's vielleicht nicht schlimm, aber wenn ich schon bei Kleinigkeiten wie Körperhygiene meine Probleme habe, dann ist das vielleicht schon ein Zeichen dafür, dass das alles so nicht mehr funktioniert.
      Ich hatte mich mal ein bisschen mit dem "ich muss" beschäftigt, da ich ja auch ein "ich muss" Sager bin.

      Ich wusste früher nicht, dass dieses "ich muss", aus Konditionierungen und Prägungen der Gesellschaft, der Bezugspersonen in der Kindheit und dem sozialen Umfeld kommt und nicht die eigenen Entscheidungen sind, sondern sogenannte "Glaubenssätze". :roll:

      Darüber hatte ich bisher noch nicht viel gehört gehabt. Das fand ich erstmal strange :d , dass man das, was man meint tun zu müssen, selbst nicht "in den Kopf gepflanzt hat".(RW) Das Konzept finde ich interessant.

      Ich denke, dass es irgendwann auch zu viel ist, was man "tun muss" oder glaubt tun zu müssen. Das ist dann auch egal, ob man eine Sache verschieben kann oder nicht. Wenn einmal bildlich das Faß voll ist, dann muss man erstmal etwas vom Faß abschöpfen, also Spannung und Stress aus der Situation herausnehmen, bevor man sich in Ruhe diese tieferen Verknüfungen vornehmen kann.

      Ich bin der Meinung, dass der Körper auch eine Art "Köperintelligenz" besitzt (das klingt so esoterisch :d ), also der Körper somatisiert oder auf sich aufmerksam macht, wenn man sich zu sehr zu stark überlastet, dass ist vor allem der Fall, wenn man alleine für alles verantwortlich ist und bsp. Arbeit und Haushalt oder Kindererziehung noch machen MUSS.

      Ich finde das die Körperhygiene nicht funktioniert, dann nicht ungewöhnlich, weil man, wenn man so belastet ist, auch die Verbindung zu seinem Körper sehr stark verliert.

      Ich würde zum Arzt gehen und überlegen, ob man sich nicht für eine Weile für die psychische Gesundheit aus dem "Hamsterrad" an to dos herausziehen kann.
      ~Die Liebe allein versteht das Geheimnis, andere zu beschenken und dabei selbst reich zu werden.~
    • @Rhianonn
      Ich werde noch zu den anderen Inhalten antworten, bin aber sehr erstaunt, wie viele Dinge du an einem Tag schaffst. Machst du jeden Tag so viele Dinge bzw ging da über dein Energielevel oder war es angemessen? Ich habe heute 'nur' geduscht, gefrühstückt, zwei Sachen bei Ebay reingestellt, wovon eine erfreulicherweise zehn Minuten später verkauft war. Eine Briefmarke gekauft und Brief eingeworfen, etwas umgetauscht, durch den Wald und Park gelaufen, spontan eine Art Flohmarkt besucht und dort etwas gekauft und einige Sachen zu Essen eingekauft. Davor noch etwas Einfaches gekocht.
      Mir kommt das zu wenig vor. Ich bin körperlich erschöpft, aber fühle mich nicht zufrieden. Der Kopf sagt "du musst heute noch irgendetwas Sinnvolles tun".
      Rückblickend habe ich doch auch einiges gemacht, aber fast nichts von Wert. Ich frage mich, warum ich nicht mehr Dinge tue, die mich wirklich erfüllen.
      Immerhin habe ich eine Aufgabe auf der To-Do-Liste weggelassen und der Flohmarkt war wirklich schön. Ich hätte gerne mehr schöne Dinge getan heute. :| Warum fällt das so schwer? Dieses "du musst" ist anstrengend, aber ist bei mir ein Selbstläufer. Das "ich kann" ist für mich brutal harte Arbeit, erstmal dorthin zu kommen.
    • Hallo @FruchtigBunt, ich bin heute 5.30 aufgestanden und war so um 13.00 durch damit. Außerdem war alles bei zu mir zuhause, das ist dann gut zu schaffen.
      Wenn ich aus dem Haus gehen will "muss" , dann sieht die Sache anders aus, dann bin ich so nervös , dass ich eine Menge Vorlauf und Nachruhezeit brauche. Ich habe draußen ja ziemliche Ängste, und Rausgehen ist für mich eine Überwindung.
      Also was Du gemacht hast - zum Briefkasten, in den Wald und Park , Flohmarkt und Einkaufen, das würde ich nicht schaffen, weil alle außerhäusigen Aktivitäten sehr anstrengend sind.
      Morgen ist ein Aspietreffen bei mir in der Gegend, und ich bin jetzt schon nervös deswegen. :( ,
      "Autismusdiagnose - Potius sero quam numquam.
      ( Lieber spät als nie.) "
      :irony:
    • Das Problem habe ich auch häufiger, besonders bei den Dingen, die bei anderen unter "unbedingt notwendig" laufen, die bei mir eher hinten über fallen - kochen, aufräumen, putzen sind so Dinger. Mir hilft es, mir die Konsequenzen bzw. Folgen vor Augen zu führen, wenn ich es umsetze - ich habe was geiles zu essen, falle nicht ständig über Sachen und finde vieles schneller wieder und in einer geputzten Wohnung fühle ich mich besser.

      ---

      Zarathustra wrote:

      Hier im Saarland ist "Muss!" quasi die Standardantwort auf die Frage "Unn, wie geht's?"Man kann dabei noch ein "Jo" voranstellen, also "Jo, muss!" :d
      Kennen wir in Niedersachsen auch, im Zweifelsfall "Muss ja, ne". Den Link zu Großstadtgeflüster spare ich euch mal :D
      Bei (Rück-) Fragen oder Bezugnahme bitte zitieren oder mit @ anschreiben, sonst übersehe ich das. —— Searching Kim from PLZ 38...
    • Rhianonn wrote:

      Könntest du aus deinem Leben irgendwo Stress rausnehmen, damit du nicht das Gefühl hast, das "Muss" erschlägt dich ?
      Die Dinge, die du willst, haben aus meiner Sicht alle mit Ausruhen zu tun. Könntest du dir eine Auszeit nehmen ? Kur oder Reha ? Urlaub ?
      Eigentlich müsste ich das tun. Aber Kur oder Reha wären auch erstmal Stress, ich bin nicht sicher, ob das in der Gesamtbilanz Erholung wäre. Mit fremder Umgebung komme ich nicht gut klar.
      Urlaub werde ich im Dezember nehmen, so um Weihnachten herum, aber erfahrungsgemäß bin ich kurz nach dem Urlaub wieder im gleichen Zustand.
      Krank zu Hause bleiben habe ich im Frühjahr gemacht, vier Wochen. Das war schon gut, aber lange angehalten hat es auch nicht. Mein Problem ist, dass bei solchen Krankheitszeiten niemand die volle Vertretung macht. Was an Post kommt, wird bearbeitet, aber die Gesprächstermine bleiben liegen, bis ich wieder da bin, was dann erstmal doppeltes Pensum Stress bedeutet, weil diese Gesprächstermine viel schlimmer sind als die Postbearbeitung.
      Da müsste ich schon ganz lange wegbleiben, und das traue ich mich noch nicht so. Da könnte das ins Spiel kommen, was Wüstenblume schreibt, so Konditionierungen, in dem Fall dass man nicht einfach z.B. 6 Monate zu Hause bleibt und die Kollegen die ganze Arbeit machen lässt, wenn man noch irgendwie kriechen kann (hätte meine Mutter so gesagt). Dazu kommt, dass meine Kollegin, die mich vertreten müsste, selbst überlastet ist, und ihr eigenes Zeug kaum schafft.

      Ich habe schon Stress rausgenommen, weil ich weniger arbeite seit 2018, nur noch 3 Tage, aber es wird nicht besser.

      Wüstenblume wrote:

      Ich denke, dass es irgendwann auch zu viel ist, was man "tun muss" oder glaubt tun zu müssen. Das ist dann auch egal, ob man eine Sache verschieben kann oder nicht. Wenn einmal bildlich das Faß voll ist, dann muss man erstmal etwas vom Faß abschöpfen, also Spannung und Stress aus der Situation herausnehmen, bevor man sich in Ruhe diese tieferen Verknüfungen vornehmen kann.
      Ja, das Fass ist übervoll.
      Alles wird galaktisch gut.
    • "Ich will ..." Da habe ich früher in meinem sozialen Umfeld des öfteren den Spruch "Kinder mit Willen bekommen was auf die Brillen." zu hören bekommen. Deswegen nutze ich lieber die Worte "Ich möchte ..." - klingt auch irgendwie netter.

      Shenya wrote:

      Die Wörter kann ich natürlich ersetzen, aber es ändert nichts an dem Gefühl.
      Ich denke schon das Wörter auch einen Einfluss auf unsere Gefühle haben, die "Informationen" in unserem Gehirn sind immer mit anderen "Informationen" verknüpft. Die Worte "Sonne und Meer." rufen andere Gefühle hervor als "Regen am Tümpel."
      "Ich werde den lieben Meerschweinchen ein wenig von dem leckeren Futter geben." wird die Aufgabe schon sehr viel angenehmer machen.

      Shenya wrote:

      ich muss den Stall von meinen Meeris saubermachen
      ich muss die Meeris füttern
      Ich finde es immer unfair gegenüber den anderen Lebewesen so über sie zu sprechen/denken. Du hast dich irgendwann dazu entschieden die Verantwortung für die Tiere zu übernehmen und hattest damals die intellektuellen Fähigkeiten um abschätzen zu können welche Arbeit in Zukunft auf dich zukommt. Übernehme diese bitte mit den gebührenden Respekt für die Tiere.

      Um eher unangenehme Aufgaben zu erledigen hilft es mir sie zu ritualisieren. Für meine Mahlzeiten habe ich z.B. einen festen Wochenplan, die Abläufe beim zubereiten und abspülen wiederholen sich immer wieder, ich muss kaum noch dabei nachdenken.
      Je weiter man rechts sitzt, desto linker erscheint die Mitte.

      The post was edited 1 time, last by Kyamidos ().

    • Wenn die Arbeit schon zu viel Stress ist, dann sind alle anderen Verpflichtungen wie Haushalt etc. natürlich noch ein zusätzliches Problem. Ich habe mir eine Arbeit gesucht, die so gut zu mir passt, dass ich sie meistens nicht als Stress empfinde und ich arbeite Vollzeit. Trotzdem habe ich das Problem, das ich meinen sonstigen Verpflichtungen eher schlecht nachkomme. Ich kann auch keinen Unterschied feststellen, ob ich mir nun sage "ich muss putzen" oder "ich möchte putzen, weil ich mich dann wohler fühle". Bisher sind solche Versuche fehl geschlagen. Ich glaube eher, dass das Problem bei der Handlungssteuerung liegt, irgendwelche Fehlverknüpfungen oder fehlende Verknüpfungen für bestimmte Handlungen im Gehirn.
      Ist da wer?

      Bums Bums Corona brauch ich nicht Hopsassa!
    • Rhianonn wrote:

      Hallo @FruchtigBunt, ich bin heute 5.30 aufgestanden und war so um 13.00 durch damit. Außerdem war alles bei zu mir zuhause, das ist dann gut zu schaffen.
      Wenn ich aus dem Haus gehen will "muss" , dann sieht die Sache anders aus, dann bin ich so nervös , dass ich eine Menge Vorlauf und Nachruhezeit brauche. Ich habe draußen ja ziemliche Ängste, und Rausgehen ist für mich eine Überwindung.
      Also was Du gemacht hast - zum Briefkasten, in den Wald und Park , Flohmarkt und Einkaufen, das würde ich nicht schaffen, weil alle außerhäusigen Aktivitäten sehr anstrengend sind.
      Morgen ist ein Aspietreffen bei mir in der Gegend, und ich bin jetzt schon nervös deswegen. :( ,
      Ah okay. Danke für die Erläuterungen. Vielleicht hilft es gegenseitig etwas, wenn man merkt, dass die Sachen, die man selbst hinbekommt, gar nicht so selbstverständlich sind. Das was ich schaffe, kann ich selbst offenbar nicht so gut würdigen.
      Ich habe beispielsweise im Haus alles mögliche nicht erledigt. Ich habe drei Briefe, die ich bearbeiten muss, wovon ich einen noch nicht mal aufgemacht hab, aus Angst. Ich müsste eine Mail schreiben und mehrere andere Dinge erledigen, die relativ dringend sind, unter anderem den Antrags fürs Sozialamt ausfüllen :( Das schaffe ich aber momentan alles nicht, weil ich mich bei diesen Dingen so verzettele. Rausgehen ist da momentan einfacher, weil ich dann erstmal 'nur' herumlaufen muss zum Geschäft XY und das erledigen muss, was auf meiner Liste steht.
      Es ist bei mir aber auch manchmal umgedreht, dann schaffe ich es kaum, nach draußen zu gehen und erledige den Schreibkram. Ich frage mich gerade, an was das liegt, aber ich glaube, es liegt daran, dass ich drinnen sehr viele Sachen parallel zu machen habe und wenn das vorkommt, mache ich meist gar nichts mehr, obwohl ich es schon ans Kanban-Board geschrieben habe, aber da guck ich einfach nicht mehr drauf. :shake: :thumbdown:

      Immerhin habe ich heute die Mail geöffnet, diei vo Stromversorger kam und natürlich war eine Stromerhöhung drin. Nun habe ich die letzte Stunde nach günstigeren Stromanbietern gesucht.
    • Kyamidos wrote:

      Du hast dich irgendwann dazu entschieden die Verantwortung für die Tiere zu übernehmen und hattest damals die intellektuellen Fähigkeiten um abschätzen zu können welche Arbeit in Zukunft auf dich zukommt.
      Das war vor 21 Jahren, und in der Zeit habe ich sie immer gut versorgt. Ich war 8 Jahre Pflegestelle für Meerschweinchen. Im Moment hab ich nur noch zwei. (der Stall ist gleich groß, egal ob zwei oder fünf drin sind, füttern muss man auch gleich oft, lediglich Durchchecken und Tierarztbesuche reduzieren sich mit weniger Tieren)
      Du musst dir keine Sorgen machen. Die Meerschweinchen stehen ganz oben auf der Prio-Liste. Vorher würde ich mich versiffen lassen, bevor bei denen auch nur eine einzige Mahlzeit ausfällt.


      kim wrote:

      Ich kann auch keinen Unterschied feststellen, ob ich mir nun sage "ich muss putzen" oder "ich möchte putzen, weil ich mich dann wohler fühle". Bisher sind solche Versuche fehl geschlagen.
      Ich merke auch keinen Unterschied. Mein Hirn ist ja nicht blöd, es merkt, wenn ich es verscheißern will... :roll:
      Der unmittelbare Nachteil (aufstehen, unangenehme Arbeit machen) wiegt immer schwerer als ein eventuell in der Zukunft liegender Vorteil. Da helfen auch alle Ratgeber aus dem Internet nicht viel.
      Das einzige was wahrscheinlich helfen würde, wäre insgesamt mehr Energie zu haben. Oder halt noch der ultimative Trick 17.

      kim wrote:

      Ich glaube eher, dass das Problem bei der Handlungssteuerung liegt, irgendwelche Fehlverknüpfungen oder fehlende Verknüpfungen für bestimmte Handlungen im Gehirn.
      Das ist wahrscheinlich ein zusätzliches Problem. Jede Arbeit anzufangen, ist mehr Aufwand als für normale Menschen, glaube ich.
      Alles wird galaktisch gut.
    • Also wenn man es nur sagt und nicht meint, dann funktioniert es natürlich nicht. Wenn man unfähig ist, das Ergebnis der Arbeit zu genießen (zB Meerschweinchen beobachten wie sie glücklich futtern), zB wegen Depressionen, dann bringt es auch nichts sich das vorher schön zu reden.
      Aber ich denke genau diese Dankbarkeit für das Ergebnis (ob saubere Wohnung, leckeres Essen oder oder) muss irgendwie da sein damit diese Strategie eine Chance hat.

      Ansonsten muss man halt echt analysieren wo das Problem liegt; denn dann ist nicht das "Müssen"-Denken die Ursache dass einem Sachen schwer fallen, sondern nur eine Folge daraus.
      Bei mir wurde zB eine Schilddrüsenunterfunktion festgestellt, seitdem die behandelt wird geht einiges viel leichter von der Hand (umso ernüchternder dann, als es nicht die erhoffte Wunderheilung brachte).

      Ich denke ansonsten helfen klassische Sachen wie bessere (zB visuell ansprechende) kleinschrittige Planung - nicht gegen das Müssen, aber um die Hürde niedriger zu legen, eine Aufgabe anzufangen.
    • Wird aus einem "Muss" ein "Wollen" nur weil man "Ich will" sagt?
      Das frag ich mich manchmal, auch wenn ich schon verstehe, dass man Dinge aus einem anderen Blickwinkel betrachtet und sie ggf. auch leichter werden, wenn man statt "ich muss" "ich will" sagt.
      Nur: Will man es wirklich?...und was ist, wenn man es eigentlich nicht will? Lässt man es dann sein, auch wenn da etwas ist, was einem sagt, dass man es tun sollte? ...und was wird aus dem "Ich....", wenn man es trotzdem tut, obwohl man es nicht will (als versuchte Alternative zum "Müssen")?
      Bin da zweifelnd.
    • Zarathustra wrote:

      Hier im Saarland ist "Muss!" quasi die Standardantwort auf die Frage "Unn, wie geht's?"

      ...und wenn man dann mal weiter zieht schön "hau rein" sagen :nod: .


      Leonora wrote:

      Ähnlich wie die radikale Psychosomatik und verwandte ins Esoterische gehende Ansätze, die einen grundsätzlich für selbstverantwortlich für Krankheiten etc. halten, finde ich problematisch bis zynisch.

      Was auch immer mir wiederfährt hat eine Ursache, wie auch immer ich darauf reagiere hat eine Wirkung denke ich.
      Mit beidem kann ich mich auseinandersetzen,
      Verantwortung für das übernehmen, wozu ich einen Bezug finde.
      So gesehen finde ich das dann nicht zynisch.

      Morrow wrote:

      Ansonsten muss man halt echt analysieren wo das Problem liegt; denn dann ist nicht das "Müssen"-Denken die Ursache dass einem Sachen schwer fallen, sondern nur eine Folge daraus.
      Die Ursachen liegen öfter erstmal verborgen, oder hinter dem Offensichtlichen steckt noch etwas anderes (einfaches Beispiel: Auch wenn man einen fremdverursachten Unfall hat, kann etwas im eigenen Leben dazu beigetragen haben, dass es dazu kam)
      Für Analyse und ggfls. Veränderung des status quo gibt es dann diverse Möglichkeiten.
      Wenn wir den Kirschbaum spalten, finden wir dort keine Blüte.
      Es ist der Frühling, der die Blüten hervorbringt.

      Ama Samy
    • @Darlina Ich glaube, herauszufinden, was man wirklich will, bzw akzeptiert als "Muss" (weil man sich gegen die Alternativen entscheidet) ist entscheidend.
      Was einen nämlich wirklich lähmt ist ein gefühltes "Muss", gepaart mit "Kann/will/darf nicht".
      ZB im Urlaub: "Ich müsste was für die Uni tun, zumindest ein bisschen (erst die Arbeit, dann das Vergnügen)" gepaart mit "Im Urlaub darf/soll man nicht arbeiten" - da ist man dann wirklich völlig blockiert.

      Jedenfalls muss (haha; eher: sollte) man entschlossen sein, etwas zu tun - oder damit klar kommen, wenn man es sonst lässt.
    • Shenya wrote:

      Du musst dir keine Sorgen machen. Die Meerschweinchen stehen ganz oben auf der Prio-Liste.
      Das freut mich zu lesen.

      Und ich lese in deinen Worten noch etwas. Ich lese dort kein "Ich muss ..." - im Gegenteil!

      Es ist eindeutig "Ich möchte/will mich um meine Meerschweinchen kümmern." Du hast schon das richtige Gefühl, jetzt fehlt noch der Schritt dieses auch bewußt zu denken.

      Soweit erst mal. Sorry, ich schaffe es im Moment mal wieder nicht die vielen Gedanken in meinem Kopf in ganzen Sätzen zu formulieren. Später vielleicht mehr.
      Je weiter man rechts sitzt, desto linker erscheint die Mitte.
    • Shenya wrote:

      Wie ist das bei euch so?
      Ich hatte immer zuwenig Kraft, und ich habe "ich sollte" verworfen. Wenigstens in seiner nicht-müssen-Zeit (die Zeit, wo man mal nichts muss), darf man doch machen, was man möchte, und sollte es auch, es gibt ein bisschen Kraft zurück. Also zb dein "ich sollte weniger Computerspiele spielen": man sagt sich das selber, aber eigentlich ist es ja völlig egal, wenn es einen entspannt, und es in der Freizeit ist, dann darf man es machen. Ich nutze sowas auch, um die "Muss" zu schaffen: also ich schaffe ein Muss, darf dann zur Erholung spielen/lesen/fernsehen, dann wieder ein Muss, dann wieder Pause usw...
      "Man sollte wenig Computerspielen", "man sollte spazieren gehen", das ist kein zwingendes Muss, und das wäre das erste, wo man sich selbst Druck nehmen kann.