"ich muss" in "ich will" umwandeln

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    • "ich muss" in "ich will" umwandeln

      Hallo,

      kennt jemand den Trick, wie man von dem Gefühl "ich muss" oder "ich sollte" zu dem Gefühl "ich will" hinkommt?
      Die Wörter kann ich natürlich ersetzen, aber es ändert nichts an dem Gefühl.

      Mein Leben besteht fast nur aus ich muss und ich sollte.

      Ich muss die Wäsche waschen
      ich muss die Küche aufräumen
      ich muss den Geschirrspüler leerräumen
      ich muss *beliebige andere Haushaltstätigkeit einsetzen*
      ich muss noch meine mails beantworten
      ich sollte mal spazieren gehen
      ich muss arbeiten gehen
      ich muss den Stall von meinen Meeris saubermachen
      ich muss die Meeris füttern
      ich sollte mal was anderes als Computerspielen machen
      ich müsste meine Haare waschen
      ich sollte die Zähne putzen
      ich muss mit dem Auto in die Werkstatt
      ich muss einkaufen
      ich muss aufs Klo, mehrmals täglich
      dann noch:
      "ich darf nicht" z.B. zu Termin xy zu spät kommen
      usw usf

      Bei ich will fällt mir wenig ein.
      Ich will hier sitzen bleiben
      ich will schlafen
      ich will nicht aufstehen
      ich will meine Ruhe haben
      vielleicht mal
      ich will fersehen
      ich will lesen oder was essen oder trinken

      Wie ist das bei euch so?
      Alles wird galaktisch gut.
    • Shenya wrote:

      Ich muss die Wäsche waschen
      Ich will mein Lieblings-T-Shirt morgen anziehen, das dummerweise grad in der Wäsche ist :?

      Shenya wrote:

      ich muss die Küche aufräumen
      Ich will was tolles kochen, das geht aber nicht, wenn die Küche so aussieht :shake:

      Shenya wrote:

      ich muss den Geschirrspüler leerräumen
      Ich will meine Lieblingstasse wiederhaben, die ganz unten liegt.

      Shenya wrote:

      ich muss *beliebige andere Haushaltstätigkeit einsetzen*
      Ich will, dass es hier gut aussieht, wenn (hier beliebigen Namen einsetzen) spontan vorbeikommt, damit er/sie mich nicht für einen Messie hält.

      Shenya wrote:

      ich muss noch meine mails beantworten
      Ich will das tolle Gefühl spüren, wenn ich die nervigen Mails endlich alle abgeschickt habe.

      Shenya wrote:

      ich sollte mal spazieren gehen
      Ich will den neuen Erlebnispfad im Wald sehen.

      Shenya wrote:

      ich muss arbeiten gehen
      Ich will den netten Kollegen wieder sehen.

      Shenya wrote:

      ich muss den Stall von meinen Meeris saubermachen
      Ich will, dass meine Meerschweinchen glücklich sind.

      Shenya wrote:

      ich muss die Meeris füttern
      s.o. ;)

      Shenya wrote:

      ich sollte mal was anderes als Computerspielen machen
      Ich will Abwechslung.

      Shenya wrote:

      ich müsste meine Haare waschen
      Ich will, dass meine Haare gut nach dem Kräutershampoo riechen :nod:

      Shenya wrote:

      ich sollte die Zähne putzen
      Ich will saubere Zähne haben.

      Shenya wrote:

      ich muss mit dem Auto in die Werkstatt
      Ich will, dass mein Auto in Ordnung ist und ich nicht demnächst die Öffis nehmen muss, weil es zusammengekracht ist 8o

      Shenya wrote:

      ich muss einkaufen
      Ich will mein Lieblingsessen kochen, dessen Zutaten sich dummerweise grad nicht im Haus, sondern im Supermarkt befinden.

      Shenya wrote:

      ich muss aufs Klo, mehrmals täglich
      Ich will eine leere Blase, weil sich das angenehmer anfühlt.

      Shenya wrote:

      "ich darf nicht" z.B. zu Termin xy zu spät kommen
      Ich will keine negativen Konsequenzen, weil ich Termin xy verpasst habe :shake:

      Shenya wrote:

      Wie ist das bei euch so?
      Ich versuche, wie in den Beispielen ersichtlich, mir bei allem, was ich tun muss, den Vorteil zu suchen, den es mit sich bringt, das Zeug zu erledigen. Meistens funktioniert das ganz gut :)
    • Shenya wrote:

      kennt jemand den Trick, wie man von dem Gefühl "ich muss" oder "ich sollte" zu dem Gefühl "ich will" hinkommt?
      Der Trick ist, die Sätze zu vervollständigen in ein "ich will ... weil" oder "ich will ... damit", und zwar so, dass dir das "weil" oder "damit" ein gutes Gefühl gibt.

      - Ich muss arbeiten gehen -> Ich will arbeiten gehen, damit ich Geld verdiene und mir ein angenehmes Leben ermöglichen kann.
      - Ich sollte spazieren gehen -> Ich will spazieren gehen, weil ich es geniesse, die frische Luft tief in meinen Lungen zu spüren.
      - Ich muss einkaufen -> Ich will einkaufen, weil es ein beruhigendes Gefühl ist, jederzeit alles Nötige vorrätig zu haben.
      - Ich müsste meine Haare waschen -> Ich will meine Haare waschen, weil ich dann sauber und gepflegt aussehe und ich mich in der Öffentlichkeit viel selbstsicherer fühle.
      etc.
    • Du musst absolut gar nichts. Außer sterben irgendwann, da hast Du leider keinen Einfluss drauf. Ansonsten - Du hast die Wahl. Tu es oder lass es. Aber trag die Konsequenzen.

      Du musst nicht mal aufs Klo gehen, wenn Du keine Lust hast. Aber dann eben mit den Folgen leben. Du musst auch nicht aufräumen, Du kannst auch alles so lassen. Du musst Deine Meerschweinchen nicht füttern, dann verhungern die halt. Du bist ein freier Mensch.
      Um ein tadelloses Mitglied einer Schafherde sein zu können, muss man vor allem ein Schaf sein.
      (Albert Einstein)
    • Aspielle wrote:

      Du musst absolut gar nichts. Außer sterben irgendwann, da hast Du leider keinen Einfluss drauf. Ansonsten - Du hast die Wahl. Tu es oder lass es. Aber trag die Konsequenzen.

      Du musst nicht mal aufs Klo gehen, wenn Du keine Lust hast. Aber dann eben mit den Folgen leben. Du musst auch nicht aufräumen, Du kannst auch alles so lassen. Du musst Deine Meerschweinchen nicht füttern, dann verhungern die halt. Du bist ein freier Mensch.
      Ich denke auch in diese Richtung. Man muss, außer irgendwann zu sterben, meiner Meinung nach auch per se erstmal gar nichts. Ich denke, es kommt darauf an, woher dieses "ich muss" kommt und warum man glaubt, zu müssen. Ist einem bewusst, dass man die Wahl hat? Falls es einem bewusst ist, kann man die Wahl auch ausführen oder steht da irgendetwas in Weg? Fällt es einem vielleicht schwer, die Folgen zu antipizieren und ist es deshalb schwierig, zu dem "ich muss" auch mal "Nein" zu sagen? Kommt man damit klar, dass ein Ziel immer auch Einsatz bedeutet? Das finde ich z. B. einen interessanten Punkt. Ist es mir wichtiger, dass ich frische Wäche habe oder dass ich meine Zeit nicht dafür einsetzen muss, die Wäsche zu waschen? Mir fällt schon so eine Abwägung manchmal schwierig. Ich glaube, ich habe bestimmte Abwägungen umgangen, indem ich mir einfach selbst vorschreibe (kommt wohl auch von der Erziehung her), dass ich meine Wäsche regelmäßig wasche, damit man nicht irgendwann vor dem Problem steht, nichts mehr anzuziehen zu haben. Somit habe ich mich da vielleicht doch schon vorab entschieden. Mir wäre es zu anstrengend, solche Dinge jeden Tag neu zu entscheiden, glaube ich. Das heißt aber vermutlich nicht, dass man nicht auch mal Ausnahmen machen dürfte. Wenn ich sehr erschöpft bin und andere wichtige Dinge zu erledigen habe, kann ich die Wäsche auch mal länger im Korb liegen lassen. Aber dann brauche ich mich nicht wundern, wenn ich das schleifen lasse und dann doch zu wenig Wäsche am Ende habe. In dem Moment war mir dann aber wichtiger (oder es war lebensnotwendig), dass ich mich auf etwas anderes als die Wäsche fokussiere..
      Hm. Ich finde es verwirrend, dass man das nicht so pauschal sagen kann.

      Es dreht sich vielleicht wirklich um das "WAS will ich eigentlich?". Und das in jedem einzelnen Moment. Wenn man stattdessen ein "ich muss" dahinsetzt, kann man die schwierige Frage "was will ich eigentlich?" ganz gut umgehen. Vielleicht steckt das auch irgendwie dahinter.

      Das bezieht sich auf mich selbst. Mir kamen diese Gedanken gerade zum Thema. Ich habe nämlich fast mein ganzes Leben nach diesem "ich muss" gelebt. Es ging immer um Anforderungen und Regeln, die ich einhalten sollte und wollte und musste. Jedenfalls glaubte ich lange, dass ich das selbst will oder dass ich es muss. Dass ich bis zum Umfallen arbeiten müsse. Dass ich trotz Ängsten alles durchziehen müsse. Dass ich meine ganzen To-Do-Listen abarbeiten müsse. Es ging immer nur darum, Erwartungen zu erfüllen und mir war überhaupt nicht mehr bewusst, warum ich das tue. Für mich geht es wirklich um ein Bewusst-Werden, was ich eigentlich will, was ich überhaupt zu leisten imstande bin und was ich auch brauche. Ich glaube, dass ich z. B. frische Wäsche brauche, weil das einen wichtigen Beitrag zu meiner Stabilität leistet. Wenn ich frühs schon keine frische Wäsche habe (oder die noch im Keller hängt) fängt es nämlich an, dass Stress bekomme, konfus werde, mir denke "ach, dann brauch ich mich ja erst später anziehen", was dazu führen kann, dass ich sage "ach, dann kann ich ja auch das Duschen bleiben lassen" und am Ende hänge ich hier depressiv herum. Das will ich lieber verhindern.
      Deshalb kann man vielleicht wirklich von einem "ich muss die Wäsche waschen, weil das ein anständiger Mensch tut", zu einem "ich will die Wäsche waschen, weil es mir wichtig ist, dass ich frühs frische Kleidung habe" kommen. Dann würde es sich nicht mehr wie ein "ich muss" anfühlen.

      Ich habe es aber z. B. oft, dass mich der Zustand (Sauberkeit) meiner Wohnung stört und ich die Wohnung sauber haben möchte, aber ich gleichzeitig so wenig Energie habe, dass ich das nicht schaffe. Wie man da dann denken soll, weiß ich nicht wirklich. Mir ist dann die Erholung wichtiger (bzw. ich kann dann kräftemäßig einfach nicht mehr putzen), aber die dreckige Wohnung stört mich trotzdem noch. Das ist dann eine Art von "ich will, aber ich kann nicht." Ich weiß nicht, wie man damit umgehen sollte.

      The post was edited 1 time, last by FruchtigBunt ().

    • Aspielle wrote:

      Du musst absolut gar nichts. Außer sterben irgendwann, da hast Du leider keinen Einfluss drauf. Ansonsten - Du hast die Wahl. Tu es oder lass es. Aber trag die Konsequenzen.
      Das klingt mir zu negativ und unrealistisch. Denn die Konsequenzen zwingen einen ja gerade dazu, all diese Dinge zu tun. Das heißt, es nicht zu tun, wurde bereits abgehandelt und ist nicht möglich.
      Da finde ich Morgensterns Methode besser.
      Ich weiß aber nicht, ob das immer so klappt.
      Alles wird galaktisch gut.
    • Ich kenne auf jeden Fall das Problem und lese hier daher gerne mit.

      Was bei mir besser funktioniert als "Ich will xyz damit nicht abc passiert" ist, konsequent positiv zu formulieren. Denn sonst bin ich eigentlich doch wieder beim Pflichtgefühl, das Wort wollen/müssen macht da keinen Unterschied.
      Also zB statt "Ich will aufräumen damit mein Besuch mich nicht für einen Messie hält" "Ich will aufräumen, weil ich mich in schöner Umgebung viel besser fühle" oder "weil ich meinem Besuch zeigen kann, wie schön ich es hier habe".
      Etwas zu tun, weil es einem selbst dann besser geht und man es sich selbst wert ist, ist für mich oft die beste Motivation. Für jemand anders natürlich auch, aber im starken Unterschied eben zu stumpfem Müssen, ungenauem Pflichtgefühl, oder gar Angst vor Konsequenzen des Nicht-Tuns.
    • Ich sage auch ganz oft "ich muss". 8o Mir wurde das mal gesagt, dass ich das so oft sage, mir selbst wäre das nicht aufgefallen, weil ich das "normal" finde.

      Bei mir liegt dieses Gefühl von "ich muss", vor allem dann vor, wenn ich vom Grunde her schon mehr überlastet bin, als ich eigentlich leisten kann und will.

      Da wäre mein Gedanke, dass man sich die Grundsituation einmal anschauen muss :d kann und darf und überlegen, ob man bestimmte Tätigkeiten nicht auslagern kann oder sich "Hilfsmittel" holen kann.

      Konkrete Beispiele: Anstatt "ich muss kochen", kann man sich auch mal Essen liefern lassen, man kann sich vielleicht eine elektrische Zahnbürste kaufen, wenn man nicht aus dem Haus geht, kann man sich auch mal nicht die Haare waschen, vielleicht eine Putzhilfe leisten oder einfach die to do Liste durchgehen und schauen, was einen wirklich wichtig ist.

      Meine Idee wäre, dass man diese "ich muss" Sachen nochmal untergliedert, also in weniger belastende Teilschritte aufsplittet, wenn man sagt "ich muss aufräumen" könnte man sagen "ich mache heute nur die Küche", die anderen Räume stören mich weniger usw. anstatt "ich muss heute die Wohnung sauber machen". Wenn man dann eine Sache sauber hat, dann kann man ja immer noch sehen, ob man den Rest macht oder nicht.
      ~Die Liebe allein versteht das Geheimnis, andere zu beschenken und dabei selbst reich zu werden.~
    • Shenya wrote:

      Denn die Konsequenzen zwingen einen ja gerade dazu, all diese Dinge zu tun.
      Nein, das tun sie nicht. Die Konsequenzen geschehen einfach. Du möchtest nicht, dass sie passieren, daher tust Du, was Du meinst, tun zu müssen, damit Du die Konsequenzen nicht ertragen musst. Im Ergebnis läuft es auf dasselbe hinaus, es ist der freie Wille.
      Als mein Philosophielehrer mir das damals in der 11. Klasse eröffnete, fand ich das auf den ersten Blick auch nicht wirklich angenehm, da es bedeutet, dass ich für mein Leben vollumfänglich verantwortlich bin. Ja, auch dafür, wenn ich etwas nicht zu tun imstande bin (aus körperlichen Gegebenheiten heraus zum Beispiel). Ich kann nämlich dann immer noch um Hilfe bitten. Oder es lassen.

      Ich gebe Dir recht, dass es netter klingt, wenn man Morgensterns Methode anwendet. Letztlich sind das aber nur zwei Seiten derselben Medaille (RW). Tu es oder tu es nicht, die Entscheidung liegt bei Dir, die Konsequenzen hast Du zu tragen.
      Um ein tadelloses Mitglied einer Schafherde sein zu können, muss man vor allem ein Schaf sein.
      (Albert Einstein)
    • Wüstenblume wrote:

      Ich sage auch ganz oft "ich muss".
      Hier im Saarland ist "Muss!" quasi die Standardantwort auf die Frage "Unn, wie geht's?"
      Man kann dabei noch ein "Jo" voranstellen, also "Jo, muss!" :d

      Wenn in meinem Denken fast nur noch "ich muss" und kaum noch "ich will" vorkommt, ist das für mich ein Zeichen, dass ich in einer depressiven Verstimmung bin und kaum noch Energie da ist.

      The post was edited 1 time, last by Zarathustra: Ergänzung... ().

    • Ich kenne das bei mir, dass ich wenn ich sage "ich muss das nicht!" und weniger Sachen als to do aufschreibe, dass ich mich dann doch in der Situation entscheide, wenn ich schonmal eine Sache angefangen habe, dass ich dann doch mehr mache, als ich eigentlich "muss". Ich hoffe, ihr versteht, was ich meine. :roll:

      Mal als konkretes Beispiel: einmal war mein Auto dreckig und ich hatte schon seit Wochen! als "MUSS" ich "muss das Auto waschen", aber es war schon dunkel und ich musste :d nur tanken.

      Ich bin nur zur Tankstelle gefahren und habe getankt, da war aber noch, obwohl es dunkel war und Sonntag :d , die Waschstraße in Betrieb :o und nur ein Auto war in der Waschstraße, also keine Schlange und da habe ich dann spontan gedacht: so jetzt wäscht du das Auto und da habe ich mich hinterher sehr gefreut, weil das Auto schon sehr dreckig war. :d

      Ich hatte mir Wochen vorher schon Gedanken und Bachschmerzen gemacht, weil der Dreck am Auto immer mehr wurde, da das Auto unter nem Baum stand.
      ~Die Liebe allein versteht das Geheimnis, andere zu beschenken und dabei selbst reich zu werden.~
    • FruchtigBunt wrote:

      Mir ist dann die Erholung wichtiger (bzw. ich kann dann kräftemäßig einfach nicht mehr putzen), aber die dreckige Wohnung stört mich trotzdem noch. Das ist dann eine Art von "ich will, aber ich kann nicht." Ich weiß nicht, wie man damit umgehen sollte.
      Man könnte sich damit arrangieren, dass man nur einen Teil erledigt, sich zwischendurch ausruht, Prioritäten setzt, oder sich einfach Hilfe holt. Wenn man körperlich am Ende ist, die Wohnung aussieht wie ein Schlachtfeld, gibt es eine Entscheidung zu treffen. Du MUSST überhaupt nicht aufräumen, Du kannst es auch so lassen. Wenn Du gern möchtest, dass es sauber ist, frag doch jemanden, der Dir wohlgesonnen ist, ob er Dir helfen könnte, weil es Dir nicht gut geht. Wenn Du niemanden findest, leg Dich eine Stunde hin, mach dann das Nötigste, und immer so weiter. Sich zu etwas zu zwingen, weil man glaubt, es tun zu müssen, hat dann nämlich die Konsequenz, dass sich der Körper rächen wird. Irgendeine Konsequenz gibt es immer.
      Um ein tadelloses Mitglied einer Schafherde sein zu können, muss man vor allem ein Schaf sein.
      (Albert Einstein)
    • Wüstenblume wrote:

      Bei mir liegt dieses Gefühl von "ich muss", vor allem dann vor, wenn ich vom Grunde her schon mehr überlastet bin, als ich eigentlich leisten kann und will.
      Das ist vielleicht ein wichtiger Punkt.
      Ich weiß eigentlich schon lange, dass ich in meinem Leben eine Überdosis "ich muss" oder vielmehr anfangs "du musst" abbekommen habe. Ich wollte z.B. nicht in den Kindergarten, aber ich wurde gezwungen, ich wollte nicht in die Schule, aber ich musste, und so ging das bis heute immer weiter. Das ist nicht lebenswert.
      Wenn es nur um die großen Dinge gehen würde, wär's vielleicht nicht schlimm, aber wenn ich schon bei Kleinigkeiten wie Körperhygiene meine Probleme habe, dann ist das vielleicht schon ein Zeichen dafür, dass das alles so nicht mehr funktioniert.

      Aspielle wrote:

      Nein, das tun sie nicht. Die Konsequenzen geschehen einfach. Du möchtest nicht, dass sie passieren, daher tust Du, was Du meinst, tun zu müssen, damit Du die Konsequenzen nicht ertragen musst. Im Ergebnis läuft es auf dasselbe hinaus, es ist der freie Wille.
      Du zahlst (vielleicht) Steuern, weil du nicht willst, dass der Gerichtsvollzieher ins Haus kommt oder du in den Knast kommst. Aber deswegen zahlst du noch lange nicht gern Steuern.
      Das ist einfach viel zu kurz gedacht, und das Leben verläuft in der Praxis dann doch ein wenig anders als in der Theorie der Philosophen.
      Es gibt äußere Zwänge, wo die Konsequenzen, wenn man sie ignorieren würde, nicht akzeptabel sind, und dennoch führt das nicht dazu, dass man diesen Zwängen dann gern nachkommt, und freiwllig kann man es auch nicht nennen.
      Alles wird galaktisch gut.
    • Shenya wrote:

      Es gibt äußere Zwänge, wo die Konsequenzen, wenn man sie ignorieren würde, nicht akzeptabel sind, und dennoch führt das nicht dazu, dass man diesen Zwängen dann gern nachkommt, und freiwllig kann man es auch nicht nennen.
      Doch, absolut ist das freiwillig. Zwingen kann Dich nichts und niemand, es sei denn, jemand übernähme Deinen Körper und Dein Nervensystem. Dass Du etwas nicht gern tust, heißt nicht, dass Du es unter Zwang tust. Das ist ein großer Unterschied. Du findest es blöd, tust es aber dennoch, weil Du die Entscheidung getroffen hast, nicht ins Gefängnis zu wollen. Das ist Deine freie Entscheidung gewesen. Du könntest Dich auch entscheiden, etwas gegen das bestehende System zu unternehmen, wenn Dir das nicht gefällt. Da Du aber weißt, dass das schwierig ist, und auch keinen großen Sinn darin siehst, lässt Du es bleiben, zahlst brav Steuern und beschwerst Dich, dass Du dazu gezwungen wirst.
      Um ein tadelloses Mitglied einer Schafherde sein zu können, muss man vor allem ein Schaf sein.
      (Albert Einstein)
    • Aspielle wrote:

      Doch, absolut ist das freiwillig. Zwingen kann Dich nichts und niemand, es sei denn, jemand übernähme Deinen Körper und Dein Nervensystem. Dass Du etwas nicht gern tust, heißt nicht, dass Du es unter Zwang tust. Das ist ein großer Unterschied. Du findest es blöd, tust es aber dennoch, weil Du die Entscheidung getroffen hast, nicht ins Gefängnis zu wollen. Das ist Deine freie Entscheidung gewesen. Du könntest Dich auch entscheiden, etwas gegen das bestehende System zu unternehmen, wenn Dir das nicht gefällt. Da Du aber weißt, dass das schwierig ist, und auch keinen großen Sinn darin siehst, lässt Du es bleiben, zahlst brav Steuern und beschwerst Dich, dass Du dazu gezwungen wirst.
      Das ist aus meiner Sicht blanker Hohn und eine gute Begründung für die Tyrannen aller Welt, um jeden als frei zu erklären, der unter ihrem Druck Dinge tut, die er eigentlich nicht tun möchte.
      Alles wird galaktisch gut.
    • Ich kenne das gut, dass ich mich selbst blockiere.
      Ich versuche, sowohl ein "ich muss" als auch ein "ich will" zu vermeiden (weil ich mir das wollen in dem Moment nicht "abnehme"), in dem ich es durch ein "ich werde" ersetze.
      Also ich lass mir keine Wahl: ich werde kochen / aufräumen usw.
      Und bei manchen Dingen lass ich mich dafür auch in Ruh´und tu sie nicht (solange ich mir oder anderen nicht damit schade) - also es gibt Tage, da schaffe ich es nicht (weil sich zum Beispiel der Ablauf geändert hat & weil mich das stresst), mich wieder auszuziehen, wenn ich von draussen kommen - na, dann lauf ich halt mit Schuhen & Mantel & Haube durch die Wohnung...
      Oder ich lass das Haare waschen aus, wenn ich eh niemanden treffe, oder sauge nicht staub, weil....
    • Zum Thema freier Wille und warum dieser eine Illusion ist:


      zum Thema: „ich muss“

      ist bei mir auch ein Riesenproblem, das immer wieder zu Stress führt. Ich versuche es mit kleinschrittig vorgehen, Hilfe holen und teilweise auch bestimmte Dinge einfach aufgeben.
      You’ll stop caring what people think about you when you realize how seldom they do.
    • Ich finde die Formulierungsart von morrow gut.
      Darüber hinaus stimmt auch, dass es Situationen und Zustände gibt, in denen man Hilfe und Unterstützung braucht.
      Dann dazu Dinge wo man fünfe gerade sein lassen lernen kann.

      Ich kenne alles das und bastle mir einen Mix.

      Darf aber noch mehr schauen wie ich denke und rede sowie mir Hilfe beordern.

      Dazu gutes tun, was mir etwas gibt.
      “The mind is like tofu. It tastes like whatever you marinate it in.”

      (Sylvia Boorstein)
    • Shenya wrote:

      Das ist aus meiner Sicht blanker Hohn und eine gute Begründung für die Tyrannen aller Welt, um jeden als frei zu erklären, der unter ihrem Druck Dinge tut, die er eigentlich nicht tun möchte.
      Also wurden alle, die jemals einem Tyrannen gefolgt sind, dazu gezwungen? Eine einzige Person ist in der Lage, tausende, hunderttausende, Millionen Menschen zu etwas zu zwingen, das sie nicht wollen? Denk noch mal drüber nach. Ich bin jetzt raus, ich wollte nicht streiten, ich kann gut damit leben, wenn Du bei Deiner Meinung bleiben möchtest.
      Um ein tadelloses Mitglied einer Schafherde sein zu können, muss man vor allem ein Schaf sein.
      (Albert Einstein)