Behinderung auf dem Führerscheinantrag angeben?

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    • Behinderung auf dem Führerscheinantrag angeben?

      Heyhey

      Ich bin grade dabei nen Antrag auf Neuerteilung zu stellen. Führerschein ist vor ein paar Jahren entzogen worden, und jetzt gehts halt drum ihn zurück zu bekommen. Dazu muss ich wieder nen Antrag auf Neuerteilung stellen. Da wird auch nach Behinderungen gefragt. Als ich den FS ursprünglich gemacht hatte gab es da weder SBA noch Diagnose. Deshalb hab ich damals natürlich nichts angegeben. Aber ich weiß grad nicht ob ich es jetzt angeben sollte. Ich hab oft gelesen dass die Leute eher dazu raten es zu verschweigen. Ich hab jetzt aber nen SBA mit nem GdB von 50 und ohne Merkzeichen. Sollte ich das jetzt doch angeben, hat die Führerscheinstelle Zugrif auf die Daten vom Versorgungsamt? Und wenn ja, hat das schon mal Jemand angegeben und deswegen Probleme mit der FS-Erteilung gehabt?

      Peace
      Emkay
      Excuse me but I was wrong... :(
    • Wenn du einen Unfall hast und es zu einem Prozess kommt ist das evtl. eine Möglichkeit für deine Versicherung sich vor der Zahlung zu drücken. Bei Personenschaden wird das sehr schnell finanziell problematisch und ist moralisch sowieso inakzeptabel.
    • sebihepp wrote:

      Ich habe es nicht angegeben, da es meine Fahrtüchtigkeit keineswegs beeinträchtigt.

      Edit: Sorry, hab überlesen dass es um einen 2. Antrag geht. Bei mir handelt es sich um den ersten Führerschein

      Erstantrag oder nicht spielt keine Rolle, ist dasselbe Antragsformular. Hattest du denn bei deinem Antrag einen SBA?

      Peace
      Emkay
      Excuse me but I was wrong... :(
    • Hendrik wrote:

      Wenn du einen Unfall hast und es zu einem Prozess kommt ist das evtl. eine Möglichkeit für deine Versicherung sich vor der Zahlung zu drücken. Bei Personenschaden wird das sehr schnell finanziell problematisch und ist moralisch sowieso inakzeptabel.
      @Emkay

      Dem obigen muss ich zustimmen.
      Meine Eltern verdienen als Selbstständige mit Versicherungen und Finanzen Ihr Geld.
      Bei einem Unfall, Personenschaden oder Sachschaden föllig egal, kommt es auf jeden Fall ans Licht (RW).
      Dann kann es passieren, dass obwohl du eventuell garnicht schuld an diesem Unfall bist, du keinen Cent bezahlt bekommst.

      Du musst eine Unbedenklichkeitserklärung für die angegebene Behinderung ausgestellt bekommen. Wenn du den Antrag nicht wahrheitsgemäß ausfüllst, kann das große Konsequenzen haben.

      Bei einer allgemeinen Verkehrskontrolle fällt das mitunter direkt auf, wenn die Beamten auch nur halbwegs ihren Job mit der Abfrage deiner Daten machen.

      Mit einem SBA hat man auch Pflichten, nicht nur Rechte.

      EmsHerr :idea:
      Gruß
      EmsHerr :idea:
    • Emkay wrote:

      Erstantrag oder nicht spielt keine Rolle, ist dasselbe Antragsformular. Hattest du denn bei deinem Antrag einen SBA?

      Einen SBA hatte ich. Aber ich habe das Feld Behinderungen nicht auf dem Formular gehabt. (Oder hab es zusammen mit meiner Familie übersehen)
      Das wird jetzt kompliziert fürchte ich...
    • Der Datenzugriff findet nicht statt, ist aber auch irrelevant. Wenn Polizisten zu einem Unfall kommen, dann landen im Bericht solche Beobachtungen ("reagierte unangemessen o.Ä. auf die Befragung") und selbst wenn nicht engagieren Versicherungen gerne mal Detektive oder rufen ältere Verwandte unter Vorwand an. Kostet Geld, spart aber oft viel mehr.

      Man schützt sich durch die Ehrlichkeit also selbst. Mal abgesehen davon, dass es moralisch verwerflich ist und man auf die Gemeinschaft scheißt, deren Schutz man mit einem GdB ja einfordert.
    • EmsHerr wrote:

      Bei einem Unfall, Personenschaden oder Sachschaden föllig egal, kommt es auf jeden Fall ans Licht
      Ich glaube nicht, dass es rauskommt, wenn man nichts sagt. Hellsehen können die nicht.

      Hendrik wrote:

      engagieren Versicherungen gerne mal Detektive oder rufen ältere Verwandte unter Vorwand an.
      Hast du das schon mal erlebt? Wegen einem Verkehrsunfall?

      Die allermeisten von uns haben ja seit Jahren einen Führerschein und AS nie angegeben, weil es zum Zeitpunkt der Führerscheinerteilung noch gar nicht bekannt war. Ich fahre 18.000 km im Jahr seit 29 Jahren.
      Alles wird galaktisch gut.
    • Ja mir ging es primär darum wie die Ämter vernetzt sind und ob die das abfragen würden. Habe den Antrag noch mal durchgelesen und festgestellt dass ich das Kleingedruckte übersehen habe. Direkt unter den Feldern steht: "Die vorstehenden Angaben sind freiwillig" - Also nichts mit Angabepflicht.

      Ausserdem find ich so Vorwürfe wie "moralisch verwerflich" oder "auf die Gemeinschaft scheißen" ja schon dezent überzogen und würde mir da doch etwas mehr Bedacht bei der Wortwahl wünschen. Das wäre es vielleicht wenn man eine tatsächlich verkehrsrelevante Behinderung wie Epilepsie verschweigen würde, klar. Aber davon reden wir hier nicht. Ich habe keinerlei Einschränkungen die sich auf meine Fahrtauglichkeit auswirken, und vor der Diagnose war das ja auch kein Problem.


      Aber ich hab meine Antworten die ich brauchte, also danke

      Peace
      Emkay
      Excuse me but I was wrong... :(
    • Wenn man eine Reizverarbeitungsstörung hat kann sich das durchaus auf die Fahrtüchtigkeit auswirken.

      Ich weiß auch nicht, ob das deutschlandweit gleich geregelt ist, aber mir wurde gesagt, wenn ich mit SBA nochmal nen Führerschein machen will muss ich es angeben und sehr wahrscheinlich eine extra Untersuchung machen.
    • @Emkay

      Bei solch sicherheitsrelevanten Behinderungen wie eben regelmäßig auftretende Anfälle - z.B. Epilepsie oder häufige Unterzuckerungen größeren Ausmaßes - gibt es eine amtliche Untersuchung auf Fahrerlaubnistauglichkeit, vorher aber sollte bereits der Hausarzt/Hausärztin bzw. der behandelnde Facharzt aufklären.

      Auch beispielsweise nach einer Augenuntersuchung, bei der die Pupillen weitgetropft werden, oder nach einer Darmspiegelung in Sedierung/Narkose bekommt man ein ärztliches Verbot, Auto zu fahren oder schwere Maschinen zu bedienen (die Kaffeemaschine darf man schon anstellen, auch wenn es nachher ein saustarker Kaffee wird :-p ).

      Eine mehr allgemeine Schwerbehinderung sollte sich nicht im Straßenverkehr auswirken, so dass man selbst und/oder andere gefährdet sein könnten.
      Praktischerweise hat sich deine Befürchtung ja in Luft aufgelöst.... ;)

      Ansonsten:

      Thimor wrote:

      Es findet bei allg. Verkehrskontrollen kein Datenzugriff auf Daten des Versorgungsamtes statt. Das ist nicht erlaubt.
      ...kann ich das nur bestätigen.

      Beispielsweise fragt in NRW oft ein Straßenverkehrsamt die Vers.-Ämter an, ob bei dem oder jemnem Antragsteller, der einen Sonderparkausweis haben möchte, eine entsprechend schwere Beeinträchtigung vorliegt. Die Versorgungsämter antworten separat darauf, im Zuge einer Amtshilfe, aber in diesen Fällen wollen es die Leute, die den Antrag stellen, ja selber. Also von allein fragt die Straßenverkehrsbehörde nicht nach, darf sie auch nicht.

      Na dann viel E :thumbup: rfolg beim Neuantrag
      Wenn Wahlen etwas verändern würden, wären sie verboten :evil:
    • Wenn man eine Reizverarbeitungsstörung hat kann sich das durchaus auf die Fahrtüchtigkeit auswirken.

      Ich weiß auch nicht, ob das deutschlandweit gleich geregelt ist, aber mir wurde gesagt, wenn ich mit SBA nochmal nen Führerschein machen will muss ich es angeben und sehr wahrscheinlich eine extra Untersuchung machen.
    • Thimor wrote:

      Es findet bei allg. Verkehrskontrollen kein Datenzugriff auf Daten des Versorgungsamtes statt. Das ist nicht erlaubt.
      Das ist richtig.

      Bei der Datenabfrage sieht man jedoch ganz klar, dass der Führerschein neu erteilt wurde. Und bei solch einem Umstand fragen die Beamten generell schon einmal näher nach.
      Dann ist deren nächste Frage, wieso der erste Führerschein entzogen wurde.
      Der Grund spielt hier nur eine Nebenrolle, du wirst definitiv in ein längeres Gespräch verwickelt.
      (Ich muss erwähnen... wir sind nicht mehr in den 80ern, zwei im Bekanntenkreis sind Polizisten und diese werden psychologisch nicht schlecht geschult).

      Ich muss später den richtigen Paragraphen raus suchen.

      Eine Person, welche einen SBA beantragt und auch bekommt muss diese Behinderung laut deutschem Gesetz beim Kraftfahrtbundesamt melden.

      Wenn der erste Führerschein Jahre vor einen SBA's gemacht wurde, spielt dies im "ersten Moment" keine Rolle.

      Aaaber, bei einer Neuerteilung wird dies explizit erfragt und dann in diesem Fall ja wissendlich falsch beantwortet.
      Wenn nun die Beamten, aus welchem Grund auch immer, deine Behinderung "registrieren", wirst du vom Kraftfahrtbundesamt per Brief zu einem Termin geladen und darfst dich erst einmal rechtfertigen wieso du dies getan hast.

      Es muss absolut nichts passieren, in der anderen Richtung kann es auch bis zu einem "Idiotentest" führen.

      Diesen ganzen Stress und die Bürokratie, die das nach sich hat würde ich persönlich mir sparen wollen indem ich das ganze richtig angehen würde.

      Und weshalb? Wegen einem SBA, der dir eigentlich als Mensch mit Behinderung das Leben etwas einfacher machen sollte...


      EmsHerr :idea:
      Gruß
      EmsHerr :idea:
    • EmsHerr wrote:

      Eine Person, welche einen SBA beantragt und auch bekommt muss diese Behinderung laut deutschem Gesetz beim Kraftfahrtbundesamt melden.
      Dann müsste ich ja wenn ich den Schwerbehindertenausweis beim Änderungsantrag bekomme, meine Schwerbehinderung dem Kraftfahrtbundesamt melden...??? :?

      Ich habe seit vierzig Jahren meinen Führerschein, ich fahre seit ca. 30 Jahren unfallfrei, vorher hatte ich mal in den ersten 10 Jahren zwei kleine Blechschäden, seitdem gar nichts mehr..... ich habe AS seit meiner Geburt, und plötzlich soll es Zweifel an meiner Fahrtüchtigkeit geben? :nerved:
      Immer wenn mir jemand sagt ich wäre nicht gesellschaftsfähig, werfe ich einen Blick auf die Gesellschaft und bin sehr erleichtert...... :d
    • Hier habe ich einen Bericht zum "Verschweigen" der Behinderung gefunden:
      myhandicap.de/community/forum/…melden_wenn_jawie_und_wo/

      Das hier erklärt es ganz gut:

      https://www.diabetes-und-recht.de/fuehrerschein-machen-diabetes-erkrankung-angeben/ wrote:

      Grundsätzlich ist es so, dass der Bürger im behördlichen Verfahren zu einer wahrheitsgemäßen Auskunft verpflichtet ist. Wird der Bescheid einer Behörde (hier: Erteilung der Fahrerlaubnis) auf falsche Tatsachen gestützt, dann kann dieser u.U. rückgängig gemacht werden – mit fatalen Folgen für den Betroffenen.
      Ich empfehle daher, eine entsprechende Frage wahrheitsgemäß zu beantworten. Wenn aus medizinischer Sicht keine Bedenken bestehen, dann muss die Fahrerlaubnis auch erteilt werden.
      Ob die Behörde berechtigt ist, eine solche Frage überhaupt zu stellen, ist nicht unumstritten; ich halte die Frage aber für zulässig.
      Denn gem. § 10 Abs. 1 Fahrerlaubnisverordnung müssen Bewerber um eine Fahrerlaubnis die „hierfür notwendigen körperlichen und geistigen Anforderungen“ erfüllen. Diese Anforderungen sind insbesondere nicht erfüllt, wenn eine Krankheit vorliegt, aufgrund derer die Eignung zum Führen von Kraftfahrzeugen ausgeschlossen wird.
      Da mich beispielsweise Geräusche, Lichter etc. im Straßenverkehr beeinträchtigen können bzw. meine Reizverarbeitung durch den Autismus gestört ist, kann dieser auch meine Fahrtauglichkeit beeinträchtigen. Wenn ich dies auf dem Antrag nicht angebe und etwas passiert, dann kann die Erteilung der Fahrerlaubnis als ungültig erklärt werden. Dann hätte ich einen Unfall ohne gültigen Führerschein gebaut und wäre eben auch Schuld. Meine Leistungsansprüche der Kassen wären eingeschränkt etc.
    • Ich habe die Diagnosen AS und ADS.
      Nach vielen Jahren unfallfreiem Fahren sowie mehren 'Beinaheunfällen', welche nur deshalb nicht passiert sind, weil die anderen Autofahrer gut reagiert haben, hatte ich beschlossen, ein Verkehrsrisiko zu sein. Habe 2015 das aktive Autofahren nach einem letzten bedenklichen Vorfall eingestellt, mein Auto spontan verkauft und bin auf den ÖPNV umgestiegen.
      Ich vermisse nichts, weil nun auch viele Jahre Angst endlich ein Ende gefunden haben - es ist für mich wie eine Befreiung.
    • @MangoMambo

      Danke.
      Genau das meinte ich.

      Wenn man es ganz genau nimmt...
      Den Führerschein macht man in der Regel mit 18 Jahren.
      Wir sind uns alle einig , dass AS eine Entwicklungsstörung ist, welche man nicht im Laufe seines Lebens erwirbt, sondern seit der Geburt besteht.

      Was war nun zuerst da?

      Natürlich muss man was die Fahrtauglichkeit einer Person im Spektrum angeht differenzieren und jede einzelne Person wiederum einzeln "bewerten".

      Ich habe zwar keine Epilepsie (auf jeden Fall mir nicht bekannt), doch wenn ich nachts mit meinem Auto unterwegs bin und sich zwei Fahrzeuge mit Sirenen und Blaulicht nähern, reicht das für einen Overload qualitativer Güte.
      Was ich mir vor meinem "Verdacht" auf AS auch nie erklären konnte.
      Nun fahre ich wenn es dunkel ist wirklich nur in Notfällen.
      Es bleibt mir nichts als mich damit zu arrangieren bis geklärt ist was los ist.

      Ich möchte damit wirklich keinem etwas "ausreden" oder "verbieten".

      EmsHerr :idea:
      Gruß
      EmsHerr :idea: