LTO3 - nur Hokuspokus oder steckt mehr dahinter?

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    • LTO3 - nur Hokuspokus oder steckt mehr dahinter?

      Hallo,

      ich habe über meine Autismuscoachin von LTO3 gehört. Das sei unter ADHSlern eine Art Geheimtipp und wirke, zumindest teilweise, angeblich auch bei Autisten.
      Da ich ziemlich unter meinem Aspie leide, hat das natürlich mein Interesse geweckt. Habs vorher aber noch nie gehört.

      Erstmal bin ich sehr skeptisch bei "Wundermitteln" und bekloppt bin ich ja auch nicht. 90 Kapseln (reicht 1 Monat) kosten heute EUR 36.50. Ich finde, das ist viel und sollte es eben doch nur ein Fake sein, möchte ich mein Geld solchen Gaunern nicht gönnen. Und der Produktname "LTO3" klingt für mich höchst verdächtig nach so einem neumodischen Hype-Fake.

      Mich hat jedoch überrascht, dass meine Autismuscoachin von augenscheinlichen Erfolgen in ihrem Umfeld berichtet hat. Hmm, okay, das öffnet ein "Fenster", näher hinzusehen. Wenn man LTO3 googelt, findet man einiges an (positiven) Erfahrungsberichten, vor allem von ADHSlern. Was sind die Inhaltsstoffe? L-Theanin (eine Aminosäure), Sementis (Fischeierextrakt vom Lachs) und Helmkraut (Scutellaria lateriflora). Auch das klingt für mich nach Hokuspokus.

      Egal - wie ihr euch denken könnt, bin ich verzweifelt genug, um es trotzdem zu probieren. Hab mir ne Monatspackung bestellt und nehme es nun seit etwa 2 - 3 Wochen. Heute stelle ich fest, dass ich mich spürbar besser fühle als es die vergangenen Monate der Fall war. Ich bin vor allem mental fitter, leistungsfähiger und belastbarer. Ausserdem hatte ich grosse Probleme mit Appetitlosigkeit. Das hat sich wesentlich gebessert und scheint auch weiterhin aufwärts zu gehen.

      Nun - ob diese Verbesserungen am LTO3 liegen? Ich behaupte erstmal NEIN, schonmal grundsätzlich aus Trotz :lol: für mich ist das erstmal nicht plausibel. Dass ich fitter bin, kann auch damit zu tun habe, dass ich wieder vernünftiger esse. Oder mein Körper hat sich auf den Wintermodus eingestellt. Oder es ist Zufall oder sonstwas.

      Nüchtern betrachtet besteht bisher aber auch kein Anlass, das Präparat grundsätzlich in Frage zu stellen und Nebenwirkungen spüre ich auch keine. Ich muss letztlich einräumen, dass die Möglichkeit besteht, dass mein besseres Befinden einen Zusammenhang mit dem LTO3 haben könnte. Deshalb nehme ich es erstmal weiter und beobachte weiter.

      Hat sonst irgend jemand Erfahrungen mit oder Erkenntnisse zu LTO3?

      Ich sehe mich veranlasst, darauf hinzuweisen, dass ich bewusst auf Links verzichtet habe; weder bin ich in irgendeiner Weise mit dem Hersteller verbunden noch möchte ich dessen Ruf schädigen. Es geht mir einzig darum, sachlich rauszufinden, ob da was dran ist. Sollte sich herausstellen, dass alles nur Geschäftemacherei ist, wäre das halt eine weitere, nicht ganz unerwartete Enttäuschung...
      LG, der 1974er

      PS. die meisten Fettnäpfchen sind unsichtbar; bitte gib mir Bescheid, wenn ich eins getroffen habe :roll:
    • Mit Aminosäuren Einnahme habe ich gute Erfahrungen gemacht.
      Ich nehme schon länger L-Carnitin L-Tarat ein. Das ist sehr günstig und wirkt sich bei mir positiv aus.

      LTO3, naja, die Frage ist, warum könnte es wirken, falls es das tut: Weil dir die Aminosäure gut tut? Weil Helmkraut eine Arzneimittel Pflanze mit beruhigender Wirkung ist? Oder weil im Rogen Vitamin D und gesunde Fettsäuren stecken?

      Alles in allem bekommst du die Inhaltsstoffe einzeln deutlich günstiger und ich verstehe nicht, warum man sie zusammen presst. :?

      Generell kann ich den Vortrag von Dr Frye jedem Empfehlen der sich für das Thema Autismus und Stoffwechsel interessiert und Englisch versteht:
    • HCS wrote:

      Es gibt eine Bewertung bei Stiftung Warentest, muss man sich aber freischalten lassen (EUR 3,50)
      Und zu welchem Ergebnis ist die Stiftung Warentest gekommen? Hast du es gelesen? Falls ja, wenn du das so ganz kurz zusammenfasst, würdest du ja keine Urheberrechtsverletzung begehen. ;)

      Einen älteren, anklickbaren Artikel (von 2013) habe ich nachträglich noch gefunden:

      Stiftung Warentest wrote:

      „So kauen die Schlauen“, „Klug­stoff für Kinder“, „Gehirn­proteine“ – die Anbieter von Kapseln, Pastillen und Tabletten werben voll­mundig damit, dass diese dem kindlichen Gehirn gut tun.
      In DOG We Trust.

      The post was edited 1 time, last by martienne ().

    • MangoMambo wrote:

      Mit Aminosäuren Einnahme habe ich gute Erfahrungen gemacht.
      Ich nehme schon länger L-Carnitin L-Tarat ein. Das ist sehr günstig und wirkt sich bei mir positiv aus.
      Nimmst du das mit oder ohne ärztlichen Rat ein?
      Was verbindest du genau mit positiven Auswirkungen? :)

      @1974 nein, ich habe mit LTO3 keine Erfahrungen und höre davon auch gerade zum ersten Mal :D
      Was ich brauch' ist ein Pinguin mit Übergewicht, der für mich das Eis bricht, denn ich kann das nicht! ~Jennifer Rostock
    • martienne wrote:

      Einen älteren, anklickbaren Artikel (von 2013) habe ich nachträglich noch gefunden
      Der sich aber nur auf Mittel mit Omega-3/6-Fettsäuren bezieht.

      Ich bin bei sowas ja generell skeptisch - wenn es sogar rezeptfrei zu kriegen ist, warum empfehlen es dann die Spezialambulanzen nicht? Also eher Scharlatanerie, aber sicher bin ich mir da erst, wenn der Hersteller entweder offensichtlich unrealistische Heilungsversprechen macht - das Zeug also gegen Schnupfen, Autismus und Krebs hilft - oder eben eine Wirkung jenseits des Placebo-Effekts nicht nachweisbar ist.
    • Ich habe ein bisschen gegooglet und fast nur unseriöses Zeugs gefunden. Wenn ich schon die Große Werbeglocke "Ohne Chemie" lese, ist mir klar, dass das an Leute verkauft werden soll, die keine Ahnung haben, wie überhaupt irgendwas funktioniert. Dazu noch Versprechungen von "keinerlei Nebenwirkungen", obwohl Dopamin- und Serotoninwerte im Hirn angeblich verändert werden sollen.

      Das Einzige, was ich aus wissenschaftlicher Sicht gefunden habe, ist das hier: ncbi.nlm.nih.gov/pmc/articles/PMC4968854/

      Zusammenfassung: Menschen mit ADHS haben z.T. geringere Omega-3-Fettsäuren im Körper. Eine Erhöhung ebendieser kann sich - bei geringen Nebenwirkungen - positiv auf die ADHS-Problematik, vor allem wohl Konzentration - auswirken...
      "in truth, only atoms and the void" Sean Carroll (paraphrased Demokritos)
    • @_lisa_ mit ärztlicher Empfehlung, aber auf eigene Idee. Ich hatte zuerst ein Präparat mit verschiedenen Aminosäuren für Sportler, da meine Ernährung zeitweise etwas einseitig war gesundheitlich bedingt. Und dann lass ich etwas zum Thema L-Carnitin und Zellstoffwechsel und habe meine Ärztin danach gefragt. Sie empfahl mir das zu probieren und meinte es kann helfen, muss es aber nicht. Ich war noch skeptisch, habe mir dann aber gesagt schlechter wird's damit nicht, also probierst du's.

      Meine Erfahrung damit ist: ich habe mehr Energie verteilt über den Tag Körperlich. Sportlich läuft es damit auch besser. Ich habe es inzwischen mehrmals abgesetzt über einige Jahre. Und für mich macht das tatsächlich einen Unterschied. Vielleicht nehme ich ja sonst nicht genug davon auf oder brauche einfach mehr davon. Energietechnisch hilft es mir persönlich wirklich sehr und ist nicht teuer, deshalb nehme ich es weiter.

      Ich meine später Mal etwas zum Thema Autismus und L-Carnitin gelesen zu haben. Vielleicht finde ich das ja noch mal.
    • HCS wrote:

      martienne wrote:

      Einen älteren, anklickbaren Artikel (von 2013) habe ich nachträglich noch gefunden
      Der sich aber nur auf Mittel mit Omega-3/6-Fettsäuren bezieht.
      Schon klar, dass es da nicht um das genannte Produkt LTO3 geht, sondern um anderes (angebliches) "Hirnfutter" mit Omega-Fettsäuren, zumeist in Kombination mit diversen Vitaminen, aber wohl ohne dieses L-Theanin.


      HCS wrote:

      Ich bin bei sowas ja generell skeptisch
      Die Skepsis ist sicher berechtigt. :) Von Nahrungsergänzungsmitteln würde ich allenfalls einen ganz schwachen Effekt erwarten, sofern eine gesundheitliche Störung, welcher Art auch immer diese sein mag, nicht auf drastische Mangelernährung zurückzuführen ist.
      In DOG We Trust.
    • HCS wrote:

      Ich bin bei sowas ja generell skeptisch - wenn es sogar rezeptfrei zu kriegen ist, warum empfehlen es dann die Spezialambulanzen nicht?
      Also ich denke auch, dass die bewährten Supertipps (gerade in AS-Kreisen) längst angekommen wären und allseits bekannt wären.

      Wenn ich so etwas wie LTO3 lese dann denke ich mir: Das geht seit über zehn Jahren so. Ständig sollen irgendwelche Substanzen so vielversprechend sein. Nikotin(!) galt mal als etwas, was ASS lindern soll. SSRIs wurden empfohlen, einige Zeit darauf wurde davon abgeraten. Benzodiazepine galten als Mittel wahrscheinlicher paradoxer Reaktionen. Jahre später galten sie eine Weile als Hoffnung (was mich damals nicht verwunderte, da die Schwerpunkte damals bei der Sensorik und möglicher Epilepsie lagen, wo die Benzodiazepine vermutlich auch unschlagbar wären). Memantin. Risperidon. Oxytocin. Schleifendiuretikum, Brokkoli, Clonidin & Co. Mein Eindruck ist, dass das alles Dinge waren, die ich um 2007 selbst erlebt habe: Experimental. Versuchsweise. Ich wüsste bis heute kein Präparat was einen festen Platz gefunden hat.
      In letters of gold on a snow white kite I will write "I love you"
      And send it soaring high above you for all to read
    • Hyperakusis wrote:

      Also ich denke auch, dass die bewährten Supertipps (gerade in AS-Kreisen) längst angekommen wären und allseits bekannt wären.
      Wenn man mal im englischsprachigen Raum liest, findet man da einiges mehr an Empfehlungen, auch bzgl. möglicher Verbindungen zwischen Autismus und bestimmten Mängeln. Zu manchem gibt es inzwischen Metastudien, klar sind das nur Indizien und man muss dem nicht nachgehen. Habe auch ein wenig rumprobiert mit ärztlicher Begleitung und habe inzwischen 2 Präparate, die einen festen Platz haben in der Richtung: 1. retardiertes hoch dosiertes Vitamin C und 2. L-Carnitin. Einiges hat gar nicht gewirkt oder anders als erhofft, aber die beiden finde ich hilfreich für mich. Sonst habe ich noch einige Mängel und Aufnahmeprobleme trotz kontrollierter Ernährung und nehme da jeweils verschrieben etwas ein, daher sehe ich das in einer anderen Kategorie und eher als Medikament als irgendwas zum Probieren, und lasse das regelmäßig per Bluttest überprüfen, ob die Dosis stimmt.
      Da kann man dann mit dem Arzt sprechen und das testen lassen und wenn der Arzt ja sagt und man es sich leisten kann oder es übernommen wird kann man es versuchen.

      Aber LTO3 sehe ich nach alles, was ich lese auch sehr skeptisch. Da denke ich ein Tee aus Helmkraut und wenn das bei der Ernährung ein schwacher Punkt ist, dann noch Omega 3 hat vermutlich den gleichen Effekt, wenn nicht mehr.

      Ein wenig Baldrian und ein gutes Lachsfilet schaffen das aber auch.

      https://www.calendula-kraeutergarten.de/kraeuterlexikon/helmkraut.html wrote:

      Schon vor Jahrhunderten wurde in Nordamerika das Helmkraut (Scutellaria lateriflora) als beruhigende und krampflösende Heilpflanze verwendet, mit einer ähnlichen Wirkung wie dem in Europa bekannten Baldrian.
    • Wenn etwas wirkt, dann tut es das auch in einer randomisierten, doppelverblindeten Studie. Wenn eine solche Studie möglich ist, dann macht ein Hersteller das auch, weil nachgewiesene Wirksamkeit immer noch für die höchste Nachfrage sorgt.

      Dazu kommt, dass die aktuelle Studienlage zu Nahrungsergänzungsmitteln eher darauf hindeutet, dass man das Zeug in dieser ungebundenen Form kaum aufnimmt und unverändert ausscheidet. Ich glaube bei Magnesium ist das schon länger erforscht, und eine Banane gibt dem Körper viel mehr verarbeitbares Mg als jedes Präparat.
    • Ich denke damit NEM Wirken braucht es erstmal irgendwo einen Mangel/ein Problem. Entweder durch einen erhöhten Bedarf oder eine zu geringe Aufnahme aus der Nahrung oder zu wenig Gehalt davon in der Nahrung.

      Anders sieht es bei sowas wie Baldrian oder Kaffee aus, die nachweislich beruhigend bzw. anregend wirken.
    • MangoMambo wrote:

      Wenn man mal im englischsprachigen Raum liest, findet man da einiges mehr an Empfehlungen, auch bzgl. möglicher Verbindungen zwischen Autismus und bestimmten Mängeln.
      Die Amis glauben ja auch alles. Die nehmen auch MMS zum Beispiel, oder zwingen ihre Kinder zu irgendwelchen absurden Diäten. Ich bin froh, dass das in Dtl. nicht so verbreitet ist.
      Alles wird galaktisch gut.
    • Ich habe schon öfter von einem Zusammenhang mit Verdauungsproblemen und Autismus gelesen. Wenn da was dran ist, finde ich es nur logisch, dass eventuell auch die Aufnahme mancher Stoffe gestört ist, also dann passende Ergänzung (oder bei Unverträglichkeiten entsprechend auch Umstellen) der Ernährung positive Effekte für die allgemeine Gesundheit hat.
      Aber - natürlich bräuchte es Studien dazu, eine vage Vermutung hilft da kaum weiter, ebenso wenig einzelne Berichte.

      Danke für diesen Thread, ich habe mich über L-Carnitin belesen und viel gelernt. Gerade da ich mich überwiegend vegetarisch ernähre war das für mich sehr interessant. Ich habe nach der Erwähnung hier diese Seite gefunden: Vitalstoff-Lexikon: L-Carnitin auf der mMn sehr viel gut erklärt wird und die durch viele Quellenangaben seriös scheint.
    • @Shenya es gibt einen Unterschied zwischen gefährlicher Esoterik und tatsächlicher Forschung mit Studien und der Erforschung möglicher Wirkmechanismen von Ärzten. Davon sprach ich. Zur körperlichen Auswirkung von Autismus wird im Englischsprachigen Raum deutlich mehr geforscht.

      @Morrow je nach Studie wurden Zusammenhänge zwischen Autismus und Verdauungsstörungen festgestellt. Bei 30-60% der Studienteilnehmer. Das dieser Zusammenhang besteht ist zumindest in den USA allgemein anerkannt.
    • MangoMambo wrote:



      @Morrow je nach Studie wurden Zusammenhänge zwischen Autismus und Verdauungsstörungen festgestellt. Bei 30-60% der Studienteilnehmer. Das dieser Zusammenhang besteht ist zumindest in den USA allgemein anerkannt.
      Da auch Angst, Depression, Stress und aktuell heftige Belastungen zu diesen Problemen führen können
      Asperger dem häufiiger ausgesetzt sind

      ist ja relativ klar, warum sich ein Zusammenhang zwschen Asperger und Darmbeschwerden ergibt.

      Interessant wäre, mal zu untersuchen, inwieweit sich hier die Lebensbedingungen von Aspies mit und ohne Beschwerden unterschieden.
      "AS? Sie wirken gar nicht so" -"Danke für die Bestätigung und Anerkennung all der geleisteten Arbeit, die dahinter steckt :) ".
    • Es wird da tatsächlich aktuell von den Wissenschaftlern eine Ursache im Stoffwechsel für die Verdauungsprobleme vermutet. Keine psychosomatische Ursache.(!)

      Oben habe ich schon den Vortrag von Dr Frye verlinkt. Er geht dort auch etwas drauf ein auf mögliche Ursachen. U.a. auf Unterschiede in den Mitochondrialen Funktionen, die ihm aufgefallen sind und sowohl eine Erklärung für die Zusammenhänge mit Epilepsie, als auch Aufnahmestörungen und Verdauungsstörungen bieten könnten.

      Ein sehr spannendes Thema zu dem in den USA aktuell geforscht wird.