Wie habt ihr als Kinder gespielt?

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    • akfscb8 schrieb:

      Da das auf mich zutrifft, würde mich jetzt mal interessieren, ob das bei euch auch so war und wie ihr als Kinder gespielt habt. Hattet ihr Lieblingsgegenstände, mit denen ihr euch besonders gerne beschäftigt habt? Habt ihr im Kindergarten Spiele mit anderen Kindern (z.B. "Schuhsalat") verweigert? Mochtet ihr Gesellschaftsspiele wie Mensch-ärger-dich nicht, Kartenspiele oder Memory?


      Generell habe ich mir bei der Freizeitbeschäftigung als Kind selbst genügt: Gespielt an sich habe ich relativ wenig, und wenn, dann aus Lego (und nur Lego) Sachen gebaut, vor allem Raumschiffe. Meine Geschwister (vor allem mein kleiner Bruder) wollten da öfter mitmachen, wenn ich mich noch richtig erinnere - das war mir aber nicht recht. Ich habe das dann wohl meist diplomatisch so geregelt, dass ich ihm eine Aufgabe gestellt habe, mit der er sich beschäftigen konnte (und ihm einen Teil meiner Lego gegeben dafür), während ich weiter allein ge-lego-t habe. Das sah dann von außen so aus, als würden wir zusammen spielen, aber prinzipiell haben wir nebeneinander her gebastelt. Fand ich eigentlich ganz angenehm, wenn ich so zurückdenke.
      Ansonsten habe ich immer schon viel gelesen, da braucht man keine anderen für (und ich mag es auch kaum, mit anderen über gelesenes zu diskutieren), und dann so mit 12, 13 mit Modellbau angefangen bis dann mit eeetwa 15 der PC kam.
      Da habe ich dann das erste Mal auch von mir aus mit anderen gespielt auf LANs, allerdings nur auf kleinen, privaten, wo ich jeden kannte.

      Vor den LANs habe ich fast nur auf Anweisung mit anderen Leuten Zeit verbracht. Und auch da gab es Sachen, die ich lieber gemacht habe (z.B. mit jemandem Badminton oder Tennis spielen war okay; Fußball ging dagegen gar nicht), und anderes, wovor ich regelrecht Angst hatte und habe: Theater oder ähnliches "pretend play" mit Menschen, die ich kenne, empfinde ich beinahe als körperlich abstoßend. Nein, ich kann mir auch nicht erklären, wieso. Aber ist mit ein Grund, warum ich relativ viel Energie aufwende, den Fasching zu ignorieren.
    • Als Kind habe ich auch vor allem allein gespielt, aber nicht nur.
      Von meinem ersten Kindergartentag weiß ich dunkel bzw. wurde mir später von meiner Mutter bestätigt, dass ich weinte, in der Ecke saß und allein spielte. Später hat sich das etwas gebessert, aber ich hatte immer nur wenige Freunde, die zudem über meine Eltern mir nahe gelegt wurden.
      In den KITA- Pausen spielte ich manchmal mit einigen Mädchen den Vater bei "Vater-Mutter-Kind", sollte aber immer bloß rumstehen bzw. wusste nicht, was sonst tun. Die anderen Jungs haben lieber am Klettergerüst geturnt oder sich gebalgt.
      Zu Hause (Einzelkind) habe ich auf Malpapier aufgezeichnete oder mit Spielkarten gelegte Straßen auf dem Teppich gebaut, darauf mit Spielzeugautos gefahren.... die auch sprechen konnten. Selbiges galt für Stofftiere. Puppen hatte ich als Junge nicht, wollte ich auch nicht. Reichliche Phantasie war also vorhanden. Erst später habe ich gedanklich an Autoinsassen dabei gedacht, die sich auch schon mal in verschiedenen Dialekten miteninander unterhielten. Ich führte beim Spielen also Selbstgespräche ! Mit so 10 bis 12 Jahren habe ich reale Erlebnisse wie Beinahe-Unfälle nachgespielt, wohl, um sie besser verarbeiten zu können.
      Das Einbeziehen anderer Jungs dabei war schwierig. Diese wollten vermittels der Autos und anderen Spielsachen vor allem mit mir spielen , also auf mir herum, gerade da, wo meine Autos waren oder wie auch immer in nahe soziale und auch körperliche Interaktion (Rumschubsen) treten. Das mochte ich gar nicht, fing an zu schreien und zu weinen.
      Eine arragrierte Schulfreundin gab es in der Grundschule auch... aber nur solange wir dort in einer Klasse waren und ganz brav für den gemeinsamen Schulweg morgens und Kindergeburtstage.
      Was ich auch gemacht habe war Strichlisten führen über gegessene Eissorten, Autotypen, die auf der Urlaubsreise entgegengekommen sind (fanden Eltern ganz gut, ich war ja ruhig) und später die systematische Kategorisierung von Bussen der BVG (ÖPNV in Berlin). Damals hat es leider noch keine excell- Tabellen gegeben und ich kann sie bis heute nicht richtig bedienen !

      Diese Spezialinteressen - das war es dann ja wohl, nicht nur Spiel- sind heute in den Hintergrund getreten, aber eine Tendenz zur Detailbeobachtung habe ich schon noch. Das ist auch bei Fragen der Selbstbeschau in gesundheitlichen Dingen etc. so. Optimieren will ich da gar nicht unbedingt alles, eher wissen, wie es ist. Die Sichtbarkeit der Struktur verschafft persönliche Sicherheit.
    • Ich hatte im Grunde kein all zu ungewöhnliches Spielverhalten. Ich habe fast alles an Spielen mitgemacht, was sich so ergab. Am liebsten habe ich mit anderen Kindern in der Tat Rollenspiele gemacht, bei denen wir Tiere darstellten. Aber auch sonstige Spiele bis hin zum Bauen von Höhlen aus Zweigen, etc.

      Problematisch wurde es eher, als ich aus dem Spielalter raus war und nun nicht mehr wusste, was ich mit Gleichaltrigen anfangen sollte und sie nicht, was sie mit mir anfangen sollten. Make-Up, Boygroups anhimmeln und Bravo lesen war nicht so meins...
      I could work hard to be normal, but I prefer to hold myself a higher standard. Ego lex sum.
    • Bis zum Grundschulalter habe ich es regelrecht abgelehnt mit anderen zu spielen. Besonders Gruppenspiele waren so gar nicht mein Ding. Damals in den 80ern, und vor allem auf dem Land, waren die 'ErzieherInnen' noch nicht so geschult, wie sie es heute, (auch nur teilweise), sind. Bei mir wurde das oftmals als Böswilligkeit oder zumindest als sogenannte 'Bockigkeit' ausgelegt und deshalb war es nicht selten, dass man mich dazu drängte bzw. regelrecht zwang, mitzumachen. Das Ergebnis waren dann oft heftige Wutanfälle, Schrei- und Heul-Attacken meinerseits. An jenem Punkt war ich dann so dermaßen unkooperativ und unzugänglich, dass man mich in die sogenannte 'Einzelhaft' sperren musste. (RW) Manchmal war es so schlimm, dass entweder meine Mutter oder meine Tagesmutter kommen mussten, um mich abzuholen. Das passierte leider ziemlich oft. Es war für mich sehr schwierig, am eigentlichen Kindergarten-Alltag richtig teilzunehmen, ohne dass es in Schwierigkeiten ausartete.

      Spiele wie 'Mensch ärgere dich nicht' oder 'Memory' spielte ich ziemlich gerne. Aber hauptsächlich mit Erwachsenen. Sofern ich aber dann doch mal daran interessiert war, mit von mir ausgesuchten gleichaltrigen Kindern zu spielen, waren die meist von mir als Spielgefährtin nicht so begeistert. Insgesamt hatte ich vielleicht ein bis zwei wirkliche Spielgefährten, mit denen ich mich verstand. Ansonsten war ich alleine.


      Lex schrieb:

      Make-Up, Boygroups anhimmeln und Bravo lesen war nicht so meins...


      Meins auch zunächst lange nicht. Das mit ben Boygroups verstehe ich bis heute nicht. :m(: Aber ich war sehr interessiert an Musik, (ich würde mich als sehr musikalisch bezeichnen), und hatte sogar meine Lieblings-Bands, (damals Nirvana, Queen und Guns'n'Roses). Später dann fing ich sogar damit an, hier und da etwas Make-Up zu benutzen. Das hatte aber auch seine eher spezielleren Gründe...
    • Hallo,

      ich habe in meiner Kindheit die meiste Zeit im Sandkasten gespielt und Kassetten gehört. Außerdem habe ich ziemlich viel Geschichten geschrieben und gemalt. Brettspiele mochte ich nie so besonders, da sehe ich keinen Sinn drin, nur Mensch-Ärgere-Dich-Nicht und Stadt Name Land spiele ich richtig gerne - heute sogar noch manchmal. Ansonsten mal Uno oder Maumau bzw. Rummicup und Romme. Aber dazu musste man mich erst mal überreden - jetzt spiele ich es inzwischen recht gern. Ich habe gern alleine gespielt. Playmobil und Puppen gehörten dazu - wobei ich mich beim Playmobil NIE an die Spielidee gehalten habe - bei mir war die Ritterburg ein Wohnhaus für die Familie und dort gab es auch ein Karussell. Ich habe auch immer die gleiche Szene gespielt wenn ich mir das recht überlege. :) Aber wenn ich "gespielt" habe, egal was, war ich so gut wie nicht mehr erreichbar für die Außenwelt. Mit Freunden habe ich nicht so viel am Hut gehabt.

      Liebe Grüße
      Sandgirl
    • In meiner Ausbildung wurde mir beigebracht, dass wenn ein Kind völlig versunken und vertieft in sein Spiel ist, dies im Grunde der anzustrebende Idealzustand ist und man sich sehr freuen kann, wenn dies der Fall ist, da das Kind dann in der Zeit besonders gut etwas lernt durch das Spiel und glücklich ist, etc.
      I could work hard to be normal, but I prefer to hold myself a higher standard. Ego lex sum.
    • Guten Morgen,

      was ich von mir, unabhängig des gespielten, seht deutlich weiß ist, dass ich prinzipiell zu erst "Ordnung schaffen" musste, bevor ich anfing zu spielen. Erst musste alles perfekt zugeordnet sein und seine Richtigkeit haben.

      Zum Beispiel habe ich auch schon mal eine Woche damit verbracht, alle meine Legosteine nach Größe, Farbe und Form zu sortieren, nur um danach etwas bauen zu können. Aber, das Sortieren selbst hat mir auch Spaß gemacht.

      Und das sind auch so Macken, die bis heute bei mir so geblieben sind. ;)
      Lieben Gruß, WindDove.
      Mein Blog: www.aspiesein.wordpress.com
    • Ich kann mich nicht erinnern, jemals mit anderen Kindern gespielt zu haben. Mit mir alleine habe ich schon gespielt, aber dann vor allem Lego, so weit ich mich erinnern kann. Bestimmt nicht mit Stofftieren, Puppen o.ä.
      "Ich würde nie einem Club beitreten, der bereit wäre, jemanden wie mich als Mitglied aufzunehmen" (Groucho Marx) “Sich zu akzeptieren als den, der man ist, ohne etwas anderes sein zu wollen - das ist Freiheit“ (Ramesh Balsekar)
    • An die Zeit im Kindergarten kann ich mich kaum erinnern. Nur an eine Sache: Wir sollten aus buntem Papier Kugeln formen, auf Papier aufkleben und so unser eigenes Gesicht darstellen. Die Tatsache, dass man aus solchen Kügelchen so etwas kreieren kann, hat mich damals total fasziniert.

      Nach der Kindergartenzeit war ich zwar auch oft mit anderen Kindern zusammen, aber sie waren eigentlich immer mehr Mittel zum Zweck. Manche Spiele gingen einfach besser, wenn mehr Kinder dabei waren. Womit ich allerdings gar nichts anfangen konnte, waren Rollenspiele wie Vater, Mutter, Kind. Ich fand das total langweilig, ich wusste nicht, was ich da machen sollte und habe den Sinn auch nicht nachvollziehen können. Bei Indianer und Cowboy-Spielen hätte ich gar keine anderen Kinder gebraucht, denn ich wollte eh nur als Indianer allein im Dickicht rumkriechen, Anschleichen üben sozusagen.

      Ansonsten habe ich sehr viel Lego gespielt, stundenlang. Ich habe allerdings immer nur die verschiedensten Häuser gebaut und wichtig war mir dabei, immer alle Legosteine dafür zu verbauen. Gespielt habe ich mit den Bauwerken danach aber nicht, nur immer wieder neu gebaut.
      Auch mit den Spielzeugautos meines Bruders habe ich nie richtig gespielt, sondern immer nur sortiert, nach Farben, Modellen, Größen usw.
      Ich hatte auch Barbiepuppen, die ich aber nur immer wieder an- und ausgezogen habe, niemals habe ich je irgendwelche Spiele damit gespielt. Auch hier habe ich die Kleidung gern sortiert. Ansonsten fand ich Puppen furchtbar.

      Eine meiner liebsten Beschäftigungen war das Lesen, exzessiv. Nachdem ich meine eigenen Bücher mehrmals durchgelesen hatte, habe ich mich über die Bücher meiner Eltern hergemacht. Nicht dass mich die inhaltlich interessiert hätten, aber es waren Bücher und deshalb musste ich sie lesen. Nachdem ich auch die durch hatte, war das einzige, was wir noch hatten, das Lexikon. Also habe ich auch das gelesen und das fand ich auch richtig klasse. Ich habe stundenlang über den Flaggen der Nationen gebrütet, mir immer wieder Beschreibungen zu früheren Erfindungen durchgelesen und den historischen Zeitstrahl studiert.

      Rückblickend habe ich immer gern allein gespielt, habe nie jemanden zum Spielen gebraucht und mir war auch nie langweilig. Und das ist bis heute auch so geblieben. Heute sind es vor allem Computerspiele, dich mich fesseln. Und vor allem Spiele wie Die Sims, in denen ich Häuser bauen kann bis zum Umfallen. :d
      - Allein unter Menschen -

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    • Hallo,
      Ich habe gern Puzzles gemacht und dabei immer die gleichen Kassetten gehört. Das hat mich entspannt. Ich habe mir gern aus Wolle eine Spinnennetz im Zimmer gemacht. Irgendwo angeknotet und los ging es. Durch den ganzen Raum. Bis man nicht mehr aufrecht irgendwo gehen oder stehen konnte. Das hab ich geliebt. Ich hab auch Höhlen gebaut und mein liebstes essen dort mitgenommen. Zum Beispiel Nüsse oder Mandarinen. Es gab eine bestimmte Ordnung , wie diese Sachen zu essen waren.
      Hm, was hab ich noch gerne gespielt? Im Sandkasten könnte ich stundenlang riesige Burgen und vor allem Tunnel graben. Meist mit den bloßen Händen. Ich war immer sehr schmutzig am Abend aber dann habe ich mich sehr wohl gefühlt. Es gibt ein Lied wo sowas vorkommt.
      Mein Cousin und ich ( mein Haupt- Spielkamerad) kletterten auch sehr gern auf diverse kletterbäume und hüpften in laubhaufen. Wasser war überhaupt mein liebstes Element und ist es bis heute geblieben. Rutschen ist das größte Vergnügen.
      Wenn es sehr geregnet hat, gingen wir trotzdem zum Spielplatz und bauten Flüsse und ganze Wasserkanäle. Das war toll!
      Er ist vier Jahre jünger. Mit gleichaltrigen klappte es nicht so gut. Sie waren mir zu fordernd und ich verstand sie oft nicht.

      Rollenspiele...schwierig. Wenn dann immer die gleichen. Ich war froh, wenn sie immer gleich blieben. Dann war das orientieren einfacher.
      Ich hatte in der Grundschule einen großen brontosaurus. Mit einem anderen Kind würde ich mal von reiner Erzieherin bei Spielen beobachtet. Sie bemängelte das Spiel.
      Ich wusste nicht recht, was der Saurier sagen könnte. Also sagte er nichts, solange sie in der Nähe war.
      Am liebsten hätte ich sowieso meine Autos. Die parkten im Parkhaus, fuhren im Lift rauf und runter und das war gut so.
      Und die redeten nicht.
      Saurier ja auch nicht.
      Sticker sammeln war damals ganz groß. Auch ich bekam eines Tages ein Album von Mama und fing an zu sammeln. Die Filzsticker zusammen, die Glitzer zusammen und alle Tiere nach Art getrennt.
      Das hat mir halt gegeben denn ich tat so als würde ich dazugehören.
      In der Pause auf dem Schulhof spielte ich gern das von mir erfundene Treppen springen. Das war im Nachhinein gesehen etwas gefährlich. Naja. Als Kind denkt man nicht so darüber nach.
      In der Grundschule war noch soweit alles spielen erlaubt.
      Im gYnasium hieß es einmal: was, du spielst noch?
      Das gab mir zu denken. Ich sprach dann nicht mehr über meine Nachmittage.


      LG, Veronika.
      Man sieht nur mit dem Herzen gut.
      Das Wesentliche ist für die Augen unsichtbar.


      Antoine de Saint-Exupéry
    • Wie spannend. Ich finde mich in sehr vielen Beschreibungen wieder.
      Meine Mutter nannte die Art meines Spiels "analytisches Spielen". Ich habe mit wahnsinniger Geduld Dinge geordnet, gezählt, sortiert. Ich mochte sehr gern Nachspurübungen wie z.B. Schreiblernhefte. Ich habe Lexika gemalt, in denen ich verschiedene Alltagsgegenstände katalogisierte.
      Würfelspiele mochte ich gern, bei Brettspielen oder Kartenspielen hatte/habe ich das Problem, dass ich mich sehr ärgere, wenn ich verliere und dann beginne, unfair zu sein. :m(:
      Scrabble bildet eine Ausnahme, das könnte ich bis in die Unendlichkeit spielen und Patiencen mag ich. Als Kind habe ich gern Rommeekarten genommen und damit Geschichten gelegt oder sie sortiert und beobachtet/analysiert, wie die Reihenfolge sich durch das Mischen verändert.
      Ich habe auch gern Perlen und KNöpfe gefädelt und gezeichnet. Auch Ausmalen mochte ich sehr gern, meine Mutter fand es allerdings irgendwann zu auffällig, dass ich so viel ausmalte und so sollte ich das lassen.
      Und sonst habe ich schon immer zu den Gernlesern gezählt. Neben meinem Kinderhort war die Bibliothek, und dort verbrachte ich sehr viel Zeit. Ich las so ziemlich alles, was mir in die Finger kam. EIne besondere Vorliebe hatte/habe ich für vergleichende Sachbücher. (z.b. verschiedenste Vogelarten und ihre Daten im Vergleich, Länder der Erde mit ihren Fakten). Damit konnte ich mich Tagelang beschäftigen.
    • Ich habe viel mit Lego gespielt. Sehr oft habe ich aus den rechteckigen Grundplatten "Schiffe" gebaut und deren Schwimmverhalten in der Badewanne untersucht. :d
      Fischertechnik hat mich auch sehr begeistert, vor allem konnte man mit den Elektromotoren tolle Sachen machen.
      Ich hatte auch eine elektrische Eisenbahn und lag oft stundenlang unter der Aufbauplatte um die Weichensteuerungen zu verschalten. Je mehr Kabel, desto besser! :)
      Was mir noch einfällt ist, dass ich im Vorschulalter (und auch noch im Grundschulalter) wahnsinnig oft und gerne von unserer Couch die Sitz- und Rückenkissen herausgenommen habe und mir daraus eine kleine "Bude" oder "Höhle" zusammenbaute, in die ich mich zurückzog. :roll:
    • Ich habe als Kind meist nur getan, als ob ich spielte - damit ich in Ruhe das tun konnte, was ich eigentlich wollte: einfach nur dasitzen. Frei nach Loriot: Nichts tun. Schauen. Denken (soweit in dem Alter möglich). Nebenher was immer in meiner Nähe war, sortieren. Nach Farbe, Größe, Form. Ich hatte unglaublich viel Spielzeug, wenn ich so im Nachhinein daran denke.

      Sobald ich lesen konnte, habe ich gelesen. Ganztägig.
      Ich hatte eine Großtante, bei der ich oft nachmittags war (in der Grundschulzeit). Sie hat mir einen bunten Teller mit belegten Broten gemacht, den ich in Ruhe sortieren und essen konnte und mich sonst komplett in Ruhe gelassen. Ich habe dort alles gelesen, was ich finden konnte, von der "Frau im Spielgel" bis zur 4-bändigen Enzyklopädia Historica.

      Ich habe für ein Kind extrem wenig geredet (mir schien es umgekehrt, als redeten sie alle extrem viel). Und schon gar nicht mit anderen Kindern.
      Leider fand meine Kindheit in den frühen 70ern statt, in denen man alles immer zusammen machen musste. Allein lassen war meist nicht. Ich wurde zwangssozialisiert, nachdem man meiner Mutter sagte, das Kind muss unter die Leute. Pfadfindergruppe, Turnkurse, Kinderchor, Spieleabende und als Krönung: Internat. Meine Kindheit endete mit 12 Jahren.
      Das gibt's heute grad wieder. Man nennt es jetzt Inklusion.
      Viele Grüße
      Aspasia

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      Liebe, was Du tust. Tu, was Du liebst.
    • Aspasia schrieb:

      Ich habe als Kind meist nur getan, als ob ich spielte - damit ich in Ruhe das tun konnte, was ich eigentlich wollte: einfach nur dasitzen. Frei nach Loriot: Nichts tun. Schauen. Denken (soweit in dem Alter möglich). Nebenher was immer in meiner Nähe war, sortieren. Nach Farbe, Größe, Form. Ich hatte unglaublich viel Spielzeug, wenn ich so im Nachhinein daran denke.

      Sobald ich lesen konnte, habe ich gelesen. Ganztaegig.

      Ich habe für ein Kind extrem wenig geredet (mir schien es umgekehrt, als redeten sie alle extrem viel). Und schon gar nicht mit anderen Kindern.
      Leider fand meine Kindheit in den frühen 70ern statt, in denen man alles immer zusammen machen musste. Allein lassen war meist nicht. Ich wurde zwangssozialisiert, nachdem man meiner Mutter sagte, das Kind muss unter die Leute. Pfadfindergruppe, Turnkurse, Kinderchor, Spieleabende und als Krönung: Internat. Meine Kindheit endete mit 12 Jahren.
      Das gibt's heute grad wieder. Man nennt es jetzt Inklusion.
      Das kommt mir alles SEHR bekannt vor ... Nur, dass ich zu den ganzen Gruppen und Vereinen, wo ich dann spaeter angemeldet wurde, nie hingegangen bin, haette mich voellig ueberfordert, die Schule war schlimm genug.

      Bei "Inklusion" habe ich schon lange den Verdacht, dass es sich dabei um eine Mogelpackung handelt, wo es in erster Linie darum geht, Geld zu sparen.
      "Ich würde nie einem Club beitreten, der bereit wäre, jemanden wie mich als Mitglied aufzunehmen" (Groucho Marx) “Sich zu akzeptieren als den, der man ist, ohne etwas anderes sein zu wollen - das ist Freiheit“ (Ramesh Balsekar)
    • Ich habe immer gern mit anderen gespielt, aber auch alleine. Mit anderen, da kam es immer sehr drauf an, wie viele es waren und was gespielt wurde. Je schneller oder chaotischer die Spiele wurden, desto länger brauchte ich, um die Regeln zu durchschauen. Ich brauchte sehr sehr lange, bis ich "Jungs fangen die Mädchen" (bzw umgekehrt) in der Grundschule verstand und mitspielen konnte. Ich muss immer alles erstmal im Kopf einmal durchgehen, bevor ich es umsetzen kann, das geht mir bis heute so mit sozialen Dingen. Ich war ein typisches Mädchen, das Barbiesachen mochte, aber ich spielte auch viel mit Playmobil oder Lego. Ich erinnere mich aber auch, dass ich gerade bei Lego immer großen Spaß am Bauen hatte (wir hatten keine fertigen Spielzeuge wie heute, sondern Platten in verschiedenen Größen, Steine in verschiedenen Größen und ein paar Püppchen) - und wenn mein "Haus" dann fertig war, und das Spiel losgehen sollte, spielte ich ein paar Minuten, bevor ich (meiner Schwester, der Freundin) sagte, ihre Figuren müssen jetzt gehen (der Besuch ist zu Ende), weil meine Figuren umziehen - und dann riss ich alles ab und baute neu. Bei den Barbies hatte ich auch mehr Spaß am Kofferpacken oder Hauseinrichten als "Freundin besuchen". Bei sämtlichen Spielen, wo soziales geübt wurde, hatte ich Schwierigkeiten. Als ich 14 oder 15 war, bereitete ich mit ein paar anderen Mädchen und einer Erwachsenen eine Ferienwoche der Kirchengemeinde vor. Es ging ums Thema "Streiten". Wir stellten dutzende "Streithähne" aus Gips her (bei meinen Eltern in der Garage, einen Nachmittag lang), bastelten, schrieben Listen usw und das machte mir alles Spaß, aber als die Kinder dann da waren und wir sie betreuten, bekam ich riesige Schwierigkeiten. Ich erinnere mich, dass ich mich mit einer der anderen Betreuerinnen "streiten" sollte (bis der Streithahn dazwischen ging, eine Betreuerin in einem Kostüm). Ich konnte nicht. Ich war absolut nicht dazu in der Lage, ich verstand zwar, um was es ging, aber vor mir war ein absoluter blinder Fleck. Ich wurde panisch, bekam fast einen Meltdown und am Ende sprang ein anderes Mädchen ein. Ich konnte mir damals überhaupt nicht erklären, was los war, aber den Rest der Woche beschränkte ich mich auf ungefährlichere Dinge als spontanes Streit-Theater. Den Zusammehang begriff ich erst vor ein paar Tagen, als mir zufällig ein Hefter mit Unterlagen von damals in die Hände fiel und ich mich erinnerte.
      Ich liebte es immer, meine Zeichnungen zu sortieren oder überhaupt "Büro" zu spielen und endlos Dinge zu systematisieren. Ich erfand Geheimschriften und Zeichensysteme und alle sagten immer, dass ich mal in die Verwaltung gehe (knapp daneben. Mein Talent liegt eindeutig im dokumentarischen Bereich).
      Oder mit den Kegeln von Spielesammlungen endlose choreographien auszuarbeiten, wie kommt man elegant über das Halma-Brett, sowas eben. Oder ich malte komplizierte Stadtpläne und dachte mir dann Schulwege aus. Ich hatte eine beste Freundin vom Kindergarten bis zur Abschlussprüfung (sie Abi, ich Ausbildung), mit der ich jahrelang glücklich spielte, überwiegend die verschiednesten Brettspiele (oder ähnliches) ,Geheimschriften ausdenken, Sherlock Holmes nachspielen oder sowas, da hatte ich Glück, dass wir gleich dachten. Was für ein Glück ich gehabt hatte, merkte ich erst, als ich nach dem Kontaktabbruch versuchte, neue Freunde zu finden und immer wieder an soziale Unterschiede stieß - vorallem im Erfahrungsschatz und in den Interessen.
    • Meiner noch frühesten Erinnerungen zufolge hab ich mich sehr häufig(min 95%) mit Lego bzw. Legotechnik beschäftigt.
      Interessiert haben mich Abtriebe mittels Zahnräder und Gummibändern, bzw. Flugkörper und Kryptex Modelle. Generell erfuhren meine Kreationen über längere Zeitabschnitte diverse Optimierungen.
      Später ab 8-9 Softwareentwicklung bzw. Spiele am Amiga. In Schule hatte ich meistens einen oder keinen Freund - falls vorhanden, dessen Charaktereigenschaften so ziemlich invers zu meinen waren.
    • Ich habe mit Lego und Playmobil und anderen "Männchen" gespielt. Ich habe damit allerdings immer die mehr oder weniger gleiche Geschichte durchgespielt. Oft Familiensachen, aber auch Abenteuer. Da ich viel Draußen gespielt habe und wir am Stadtrand, gleich am Wald gewohnt haben, habe ich oft im Wald, am Bach und an irgendwelchen Tümpeln mit meinen "Männchen" gespielt.

      Dabei habe ich auch immer viel mit mir selbst geredet, mache ich heute noch, wenn ich allein bin.

      Manchmal habe ich auch mit anderen Kindern gespielt, aber je älter wir wurden, desto mehr verschob sich die Interessenlage. Während die anderen in ihre Pubertät kam, blieb ich Kind, da ich nicht erwachsen werden wollte, denn die Vorstellung eine Frau zu werden, wurde mir irgendwann bewusst und das wollte ich nicht (bin FzM transsexuell).

      Lg Alex
    • Aspasia schrieb:

      Ich habe als Kind meist nur getan, als ob ich spielte - damit ich in Ruhe das tun konnte, was ich eigentlich wollte: einfach nur dasitzen. Frei nach Loriot: Nichts tun. Schauen. Denken (soweit in dem Alter möglich). Nebenher was immer in meiner Nähe war, sortieren. Nach Farbe, Größe, Form. Ich hatte unglaublich viel Spielzeug, wenn ich so im Nachhinein daran denke.
      :d Ich auch. Ich wünschte mir vieles, aber eigentlich nur, um es zu sammeln, aufzureihen etc. Ich versuchte dann auch, "sozial" damit zu spielen, aber zumeist nur, weil das erwartet wurde. Interessanterweise dachte ich mir allerdings dennoch früh Geschichten aus - inspiriert durch Filme und Bücher. Und ja, nichts tun bzw. einfach nachdenken. Oft zog ich mich dazu auf die Toilette zurück.

      Aspasia schrieb:

      Ich habe dort alles gelesen, was ich finden konnte, von der "Frau im Spielgel" bis zur 4-bändigen Enzyklopädia Historica.
      Ich war auch früh eine Vielleserin, und dabei wenig selektiv. ;)

      Aspasia schrieb:

      Ich habe für ein Kind extrem wenig geredet (mir schien es umgekehrt, als redeten sie alle extrem viel). Und schon gar nicht mit anderen Kindern.
      Leider fand meine Kindheit in den frühen 70ern statt, in denen man alles immer zusammen machen musste. Allein lassen war meist nicht. Ich wurde zwangssozialisiert, nachdem man meiner Mutter sagte, das Kind muss unter die Leute. Pfadfindergruppe, Turnkurse, Kinderchor, Spieleabende und als Krönung: Internat. Meine Kindheit endete mit 12 Jahren.
      Das gibt's heute grad wieder. Man nennt es jetzt Inklusion.

      :d :nod: Wenn mich etwas interessierte, war ich schon eine "Quasselstrippe". Allerdings hauptsächlich mit Erwachsenen, mit Gleichaltrigen konnte ich wenig anfangen. Ich wurde als Kind auch stark "gemanagt" und "bespaßt". Meine Mutter stellte durch Einladungen, gemeinsame Unternehmungen etc. immer sicher, dass ich "Freunde" hatte. Ich war ebenfalls im Kinder- und später Jugendchor, im Ballettunterricht (konnte ich überhaupt nicht), in diversen Musik- und Theatergruppen, bei Kinderferienprogrammen, auf Freizeiten etc. pp. Echte Freundschaften schloss ich da nie, ich lernte nur, irgendwie "durchzukommen" und nach außen nicht aufzufallen. Musste mich aber besonders im Teeniealter sehr anstrengen, keine offensichtliche Außenseiterin zu sein. Freizeiten endeten zwei- oder dreimal damit, dass ich am Ende niemanden mehr hatte. Interessanterweise machte ich als junge Erwachsene bei längeren Fahrten und Wochenseminaren teilweise noch die gleiche Erfahrung - wurde plötzlich mit den typischen Situationen konfrontiert, die ich schon aus dem Kindergarten kannte. :roll:
      From my youth upwards my spirit walk'd not with the souls of men. (...)
      My joys, my griefs, my passions, and my powers, made me a stranger.
    • Ich kann mich erinnern, dass der Übergang vom Winter zum Frühjahr eine tolle Zeit war. Denn da wurden die ganzen Taschen- und Wandkalender weggegeben, die bis Silvester nicht verkauft wurden. Ich habe sie also alle gesammelt, um mir dann ausführlich eine fiktive Jahresplanung auszudenken. Dann füllte ich die Kalender zb so: Montags und Mittwochs Rad fahren von 15-17 Uhr. Dienstag und Donnerstag Schwimmen von 11-13 Uhr. Das konnte ich den ganzen Tag machen. Leider hat meine Erzieherin nicht verstanden, dass mich das irgendwie beruhigt hat und mir die Kalender dann abgenommen, um mich nach Draußen zu den anderen zu schicken.

      Als ich noch jünger war, war ich von Obdachlosen fasziniert, die ich am Bahnhof gesehen hatte. Zuhause habe ich mir dann meine Tasche gepackt und sie mit ausrangierten Kleidungsstücken, meinem Kleingeld und einem Stück Brot gefüllt, um sie dann unter meinem Bett zu verstecken. Leider hat auch dies meine Mutter gefunden und die Sachen immer wieder ausgepackt.
      Wenn ihr mir rechtzeitig vorher bescheid sagt, kann ich auch spontan sein...