Kommunikation in der Therapie

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    • Kommunikation in der Therapie

      Hallo liebe Fories,

      mit meiner Therapeutin klappt die Kommunikation nicht sehr gut. Es ist eine psychoanalytische Therapie. Ich erzähle ihr von meinen Gefühlen und habe das Gefühl, dass sie mich nicht versteht und dass sie, wenn sie von sich aus erzählt, am Thema vorbeiredet und mich "falsch" verstanden hat.
      Heute meinte sie, dass sie mir eine andere Therapieform rät, weil sie das Gefühl hat, dass ich so unterbewusste Probleme habe, dass ich sie nicht äußern kann bzw. mir Probleme "ausdenke". Wir verstehen uns regelmäßig falsch.

      Ich bin auch schon länger unzufrieden, eben weil ich den Eindruck habe, dass sie mich nicht gut versteht. Ist das ein Autismus-Problem, oder bin ich vielleicht wirklich tiefgreifend geschädigt? Und wenn ersteres zutrifft, habt ihr dann Tipps?
    • In der Therapie hatte ich meistens die selben Probleme wie außen. Therapeuten wollten mich deswegen sogar oft erziehen, da sie die Hintergründe nicht verstanden, gleichzeitig nicht in Dialog wollten, da sie studiert haben und Profis seien, ich wiederum nur Vertrauen soll.
      Wenn es nicht klappte wurde ich immer weggeschickt, statt gemeinsam Loesungen zu suchen
      Habe gestern ja wieder ein Beispiel gebracht, welche Themen bei mir im Alltag vorherrschen.
      Siehe.
      Kommunizierte ich in diesem Fall falsch? (häufig vorkommendes Beispiel)

      Wenn Therapeuten sich nicht bewusst sind, wie wenig Informationen, verbal übermittelt werden und nicht im Blick haben, dass der restliche Anteil von Autisten oft nicht verstanden wird, da sie das verbale deswegen ncht so mit dem nonverbale ins Verhältnis bringen koennen, kann es schwierig sein.
      Probleme wie Konzentration, Reizueberflutung etc, kennen die meisten Menschen auch nicht in diesem Ausmaß, wie sie Autisten kennen.
      Da kann es schnell vorkommen, dass Ueberforderung von Seiten des Autisten von anderen Menschen missverstanden wird.

      Ist die Figur, Mr Spock in Raumschiff Enterprise fuer dich tiefgreifend geschädigt?
      Fuer mich hat er nur ein anderes Staerken, Schwaechenprofil.

      L. G. Daniel :thumbup: :thumbup:

      The post was edited 2 times, last by Daniel1 ().

    • In der Therapie habe ich manchmal das Problem, alles auch wirklich richtig zu kommunizieren. Denke, die Therapeutin versteht mich manchmal nicht richtig und wir reden so zu sagen
      an einander vorbei. Auch überlasse ich es sehr häufig ihr das Gespräch aufrecht zu erhalten. Ich denke, es liegt daran, dass ich nicht so gut kommunizieren kann. Ich antworte da lieber
      auf Fragen und gebe dann das Gespräch nach einer kurzen Antwort wieder an mein Gegenüber. Auch habe ich manchmal das Problem mich länger gut zu konzentrieren.
    • Hallo,

      ich hatte zu Beginn meiner depressiven Phase drei probatorische Sitzungen bei einer Psychotherapeutin, die ich dann aber abgebrochen hatte. Die Therapeutin hatte auch bisher keine Erfahrung mit Aspies, wobei an diese Möglichkeit, dass ich so jemand sein könnte, auch niemand gedacht hatte.

      Als ich ihr während meines Aufenthalts in der Klinik telefonisch davon berichtete, dass dieser Verdacht besteht, antwortete sie mir, dass sie sich so etwas auch schon gedacht habe, und sie "kein Mitschwingen" bei mir gespürt hatte.

      Mit dieser Aussage von ihr konnte ich nun überhaupt nichts anfangen, bis ich die mir zugewiesene Oberärztin danach fragte und sie dieses "Mitschwingen" mit dem technischen Begriff "Resonanz" übersetzte. Dass die Therapeutin diesen bildlichen Begriff verwendet hatte, zeigte mir aber, dass sie tatsächlich nicht die richtige für mich war, obwohl sie in der Psychoanalyse wahrscheinlich tatsächlich sehr kompetent ist.

      Wahrscheinlich ist es bei dir ähnlich, ein gegenseitiges und zielführendes Verstehen ist dann praktisch leider nicht möglich.

      Die Therapeutin, bei der ich jetzt bin, hatte noch vor meiner Asperger-Diagnose von sich selbst aus die Therapie von der Analyse auf die des Verhaltens speziell für Aspies umgestellt, was mir zeigt, dass sie die richtige ist. Sie war auch nicht überrascht, dass ich diese Diagnose bekommen habe.
    • Mugwump wrote:

      Es ist eine psychoanalytische Therapie.
      Ich glaube, diese Therapieform ist für Aspies im Allgemeinen nicht so gut geeignet. Sie gibt einem zu wenig Struktur. Jedenfalls nach dem, was ich darüber weiß (nur was ich gelesen habe, keine eigene Erfahrung).

      Verhaltenstherapie oder eine tiefenpsychologisch fundierte Therapie ist besser. Eine Verhaltenstherapie ist besonders sinnvoll, wenn es darum geht, wie man im Alltag besser zurechtkommen kann. Eine tiefenpsychologische Therapie ist sinnvoll, wenn man noch aus der Vergangenheit einiges aufarbeiten will. Manche Therapeuten sind auch flexibel und schauen, was jemand gerade braucht.

      Zwecks guter Kommunikation ist es natürlich eine Hilfe, wenn der Therapeut was über AS weiß, ein bisschen Erfahrung hat.
      Alles wird galaktisch gut.
    • Shenya wrote:


      Mugwump wrote:

      Es ist eine psychoanalytische Therapie.
      Ich glaube, diese Therapieform ist für Aspies im Allgemeinen nicht so gut geeignet. Sie gibt einem zu wenig Struktur. Jedenfalls nach dem, was ich darüber weiß (nur was ich gelesen habe, keine eigene Erfahrung).
      Verhaltenstherapie oder eine tiefenpsychologisch fundierte Therapie ist besser. Eine Verhaltenstherapie ist besonders sinnvoll, wenn es darum geht, wie man im Alltag besser zurechtkommen kann. Eine tiefenpsychologische Therapie ist sinnvoll, wenn man noch aus der Vergangenheit einiges aufarbeiten will. Manche Therapeuten sind auch flexibel und schauen, was jemand gerade braucht.

      Zwecks guter Kommunikation ist es natürlich eine Hilfe, wenn der Therapeut was über AS weiß, ein bisschen Erfahrung hat.
      Danke Shenya, da ich mir jetzt eine neue Therapeut*in suche, ist das gut zu wissen. Meine jetzige hat mir auch wegen meines Strukturbedürfnisses eine Verhaltenstherapie empfohlen.

      Ich denke den Autismusverdacht werde ich in den Probestunden aber nicht ansprechen, nur die Kommunikationsschwierigkeiten.
    • Mugwump wrote:

      Shenya wrote:

      Mugwump wrote:

      Es ist eine psychoanalytische Therapie.
      Ich glaube, diese Therapieform ist für Aspies im Allgemeinen nicht so gut geeignet. Sie gibt einem zu wenig Struktur. Jedenfalls nach dem, was ich darüber weiß (nur was ich gelesen habe, keine eigene Erfahrung).Verhaltenstherapie oder eine tiefenpsychologisch fundierte Therapie ist besser. Eine Verhaltenstherapie ist besonders sinnvoll, wenn es darum geht, wie man im Alltag besser zurechtkommen kann. Eine tiefenpsychologische Therapie ist sinnvoll, wenn man noch aus der Vergangenheit einiges aufarbeiten will. Manche Therapeuten sind auch flexibel und schauen, was jemand gerade braucht.

      Zwecks guter Kommunikation ist es natürlich eine Hilfe, wenn der Therapeut was über AS weiß, ein bisschen Erfahrung hat.
      Danke Shenya, da ich mir jetzt eine neue Therapeut*in suche, ist das gut zu wissen. Meine jetzige hat mir auch wegen meines Strukturbedürfnisses eine Verhaltenstherapie empfohlen.
      Ich denke den Autismusverdacht werde ich in den Probestunden aber nicht ansprechen, nur die Kommunikationsschwierigkeiten.
      Persönlich, schänke ich bei einer neuen ambulanten Therapie, gleich reinen Wein ein.
      Als ich zur letzten Therapeutin ging, gab es schon einen diagnosizierten Autismus Spektrum Verdacht.
      Obwohl sie mich trotzdem nahm, beendete sie dieses Jahr die Therapie, da ich eben autistische Themen habe, welche sie so auslegt, dass ich mich nicht auf die Therapie einlassen könne.
      Mir scheint es so, dass gewisse Behandlungsmethoden bei Autisten nicht anspringen, weswegen die Therapeuten Mi Autisten anders umgehen muessen.
      Deswegen wuerde ich zukünftig sofort abklären, ob der Therapeut dafuer bereit ist.
      Bei mir wurde scheinbar das 015 Programm ab gespult, wobei sie sich trotz diagnosizierten Asperger Syndrom, seit Ende letztes Jahres, wunderte, dass ich nicht voran komme.
      Statt das Programm anzupassen und einen Dialog zu suchen, beendete sie die Therapie

      L. G. Daniel :thumbup: :thumbup:

      The post was edited 1 time, last by Daniel1 ().

    • Mugwump wrote:

      Shenya wrote:

      Mugwump wrote:

      Es ist eine psychoanalytische Therapie.
      Ich glaube, diese Therapieform ist für Aspies im Allgemeinen nicht so gut geeignet. Sie gibt einem zu wenig Struktur. Jedenfalls nach dem, was ich darüber weiß (nur was ich gelesen habe, keine eigene Erfahrung).Verhaltenstherapie oder eine tiefenpsychologisch fundierte Therapie ist besser. Eine Verhaltenstherapie ist besonders sinnvoll, wenn es darum geht, wie man im Alltag besser zurechtkommen kann. Eine tiefenpsychologische Therapie ist sinnvoll, wenn man noch aus der Vergangenheit einiges aufarbeiten will. Manche Therapeuten sind auch flexibel und schauen, was jemand gerade braucht.

      Zwecks guter Kommunikation ist es natürlich eine Hilfe, wenn der Therapeut was über AS weiß, ein bisschen Erfahrung hat.
      Danke Shenya, da ich mir jetzt eine neue Therapeut*in suche, ist das gut zu wissen. Meine jetzige hat mir auch wegen meines Strukturbedürfnisses eine Verhaltenstherapie empfohlen.
      Ich denke den Autismusverdacht werde ich in den Probestunden aber nicht ansprechen, nur die Kommunikationsschwierigkeiten.
      Ich denke, du solltest den AS-Verdacht thematisieren, damit dein Gegenüber dein Verhalten einschätzen kann.
      "In das Popcorn, das Sie gerade essen, hat wer reingepisst!" (Kentucky Fried Movie)


      "Sind Sie Polizisten?" "Nein, Ma'am. Wir sind Musiker!" (The Blues Brothers)
    • Mugwump wrote:

      Ich bin auch schon länger unzufrieden, eben weil ich den Eindruck habe, dass sie mich nicht gut versteht. Ist das ein Autismus-Problem, oder bin ich vielleicht wirklich tiefgreifend geschädigt? Und wenn ersteres zutrifft, habt ihr dann Tipps?
      Das klingt schon ein wenig nach typischen Schwierigkeiten von Autisten in einer psychoanalytischen Therapie. Ich habe es ähnlich erlebt, bin allerdings über die probatorischen Sitzungen (bei mehreren Therapeuten) nie hinausgekommen, aber das hat mir gereicht, um für mich Psychoanalyse grundsätzlich und generell ausschließen zu können. Zu unstrukturiert, zu wenig evidenzbasiert, zu diffus in Gefühlswelten wabernd, zu wenig Verständnis meiner Grundproblematiken, stattdessen Vorwürfe, dass ich so bin, wie ich bin und so kommuniziere, wie ich es tue. In der Verhaltenstherapie fühle ich mich besser aufgehoben und diese speziellen "Kommunikationsprobleme", die von den Analytikern immer so negativ herausgestellt wurden, sind mit einem Mal weg. Na sowas! Liegt es vielleicht doch nicht nur an mir?! ;)

      Andere, autismusbedingte Kommunikationsprobleme habe ich natürlich immer noch, aber mit denen können wir auf der Meta-Ebene arbeiten und sie stellen bei der Verhaltenstherapie nicht das gesamte Therapiekonzept in Frage, sondern sind einfach ein Symptom, das fachgerecht behandelt wird. Wobei man natürlich auch da das Glück haben muss, eine fähige Person zu finden. Immerhin sollte es bei einem Verfahrenswechsel keine Schwierigkeiten mit der Kostenübernahme durch die gesetzliche Krankenkasse geben...
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      Die tiefenpsychologische Therapie zielt darauf ab, nach möglichen Ursachen in der Kindheit zu suchen.

      Eine Psychoanalyse ist keine Therapie, sondern eine Bestandsaufnahme.

      Die Verhaltenstherapie zielt darauf ab, aktuelles Verhalten, das selbst- bzw. fremdschädigend ist, durch neue Verhaltensweisen zu ersetzen bzw. Umzuleiten. Dazu kommt noch das erlernen neuer Verhaltensweisen, sofern noch nicht genügend vorhanden.
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      Ja ich bin zwar noch nicht in Therapie wegen Autismus aber wegen etwas anderem. Mein Therapeut versteht mich auch oft falsch aber vielleicht liegt das an meiner Ausdrucksweise und finde es sowieso schwierig zu reden und manchmal verstehe ich nicht was von mir gefragt ist.
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      Ich bin immer noch total durch den Wind. Ich weiß einfach nicht, wie ich meine Probleme zum Ausdruck bringen soll. Ich habe geredet und geredet, obwohl mir das unglaublich schwer fiel und dann meinte sie doch, dass man an den sozialen Ängsten arbeiten müsste und irgendwie hat sie ja recht, aber ich fühle mich auch verdammt unverstanden! x( Habe auch immer das Gefühl, mich unglaublich verstellen zu müssen, damit andere Leute mich verstehen, aber selbst dann tun sie es ja anscheinend nicht :cry: