Wie wichtig ist Routine wirklich?

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      Liebe Leute,

      ich war jetzt mehrere Jahre hier nicht aktiv, nachdem ich 2016 einer Fachambulanz eine Negativdiagnose, was Autismus angeht, bekommen habe.
      Stattdessen soll ich multiple Persönlichkeitsstörungen und eine Anpassungsstörung haben.
      Insbesondere hat er das so begründet, dass ich kaum Routinen habe und auch keine klares Spezialinteresse.
      Außerdem seinen meine sozialen Fertigkeiten nicht autistisch, aber ganz ehrlich, die Fragen die er da gestellt hat hatten eher Grundschulniveau. Dennoch habe ich das alles viel später gelernt als üblich. Vieles erst während des Abiturs, als ich immer mit irgendwelchen Sprüchen wie "Wink mit dem Zaunspfahl", wonach er auch gefragt hat, konfrontiert war. Kann man alles googlen und sich merken. Trotzdem war da früher immer dieses typisch bildliche, und ich habe darübe gelacht wie jemand eben mit so einem Pfahl rumwedelt. Oder mit schönen Spritzern ins Fettnäpfchen hüpft.
      Die Diagnostik hatte ich mit Mitte 20.
      Dementsprechend wurde ich dann 2017 tagesklinisch behandelt, und seit dem funktioniert bei mir noch weniger als vorher.
      Ich habe mich nur noch falsch gefühlt.
      Mit dem Autismus konnte ich mich bestens identifizieren, und ich habe so ungalublich viele Symptome davon, dass ich die Diagnose von 2016 wieder und wieder anzweifele.

      Ich könnte hier jetzt noch eine unglaublich lange Geschichte erzählen, aber ich will mal zur eigentlichen Frage kommen, die mich nun schon lange beschäftigt:

      Wie wichtig sind Routinen wirklich für Aspies?
      Kann man ohne funktionierende Routinen, ja, wenn man Routinen sogar langweilig findet, Autist sein?

      Bei mir ist es nämlich so, dass ich von klein auf eine riesige Neugier habe, und am liebsten immer wieder neue Aspekte der Welt kennen lernen will.
      Der Gegenpol davon ist, dass alles neue mich unglaublich stresst und ich Angst davor habe, unbekannte Wege zu beschreiten, umso mehr, wenn es unbekannte soziale Situationen sind, für die ich keine Strategie habe.
      Aus diesem und anderen Gründen bin ich mittlerweile an meinem Studium gescheitert.
      Ich hatte in meiner Kindheit und Jugend definitiv Routinen, welche ich dann aber durch meine vielen Wechsel von Orten und Personen verloren habe.
      Ich wurde außerdem, wohl als Gegenpol zu den oben genannten, stark narzistisch und habe mir jahrelang eingeredet, die ganze Welt kontrollieren zu können. Somit habe ich keine Routinen mehr gebraucht, denn ich habe die ganze Außenwelt ja gar nicht mehr an mein inneres gelassen.
      Dann wurde mir der Narzismus in der Therapie zerstört, und meine ganze Unstrukturiertheit und Unbeholfenheit im Umgang mit der Außenwelt kommt wieder zum Vorschein.
      Ich habe nun also sowohl den schützenden Narzissmus meine Routinen verloren und komme quasi gar nicht mehr klar, auch nicht auf Behörden oder sonstwas, obwohl ich das dringend bräuchte.
      Alles was die Außenwelt von mir will ist der pure Stress.
      Ich hatte noch nie wirklich versucht eine Arbeit zu finden, kann absolut gar nichts mit Autoritäten anfangen, habe Angst vor bohrenden Fragen in Vorstellungsgesprächen, erst recht in soziale Richtung, bin in praktischen Dingen auch langsam, brauche was für meinen Kopf, aber weiß nicht, wie das gehen soll. Ich kann unter Druck nicht klar denken.
      Somit bin ich gerade sehr zurückgezogen, will aber auch keine Therapie mehr, weil diese mehr Schaden gemacht hat, als sie genützt hat.
      Das einzige was wirklich geholfen hatte war die Regelmäßigkeit in der Tagesklinik, aber die Anpassungszwang dort hat mein Ich zerstört.
      Das musste ich mir erst wieder aufbauen, ich bin nämlich schon immer gern anders, wie mein hier vor 4 Jahren vergebener Name auch gut kundtut.

      Nun habt ihr nun doch noch mehr Geschichte, mehr von meiner Theorie, als ursprünglich angedacht war. Aber bei weitem nicht alles. Ich kann auch nicht anders.

      Sollte ich eine zweite Diagnoseversuch wagen, oder denkt ihr, das kann nicht sein, dass so jemand Aspie ist?

      Andersdenker
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      Andersdenker wrote:

      Wie wichtig sind Routinen wirklich für Aspies?
      sehr

      Andersdenker wrote:

      Kann man ohne funktionierende Routinen, ja, wenn man Routinen sogar langweilig findet, Autist sein?
      eigentlich sind die, oder eben die Spezialinteressen, Kernsymptom
      Hohe Zahlen bei der Editierungsanzeige zeigen nicht, dass ich permanent meine Meinung ändern würde. Ich habe nur Probleme Rechtschreib- und Grammatikfehler zu tolerieren und korrigiere diese daher, wenn ich sie sehe.
      Dennoch kann auch ich Tippfehler übersehen. In diesem Fall bitte ich um Nachsicht.
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      Andersdenker wrote:

      Wie wichtig sind Routinen wirklich für Aspies?
      Kann man ohne funktionierende Routinen, ja, wenn man Routinen sogar langweilig findet, Autist sein?
      Was verstehst du denn unter Routinen?
      Ich dachte anfangs auch, ich hab das nicht so, aber man muss wissen, was es wirklich bedeutet.
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      Das Problem ist, dass Komorbiditäten typische Autismus-Symptome verdecken können, das kommt sogar recht häufig vor. Du hast das ja mit dem Narzissmus zB gut beschrieben.

      Ich würde auf jeden Fall noch mal versuchen, dich testen zu lassen. Noch wichtiger ist aber deine eigene Intuition. Arbeite mit der Diagnose bzw. mit dem Modell, das dir am meisten hilft. Wenn du dich als autistisch verstehst und du merkst, dass du besser zurecht kommst bzw voran kommst, wenn du dein Denken und Handeln im Autismus-Kontext deutest, ist es das einzige das Bedeutung hat. Es geht um dich und deine jetzige Situation, dein jetziges Überleben, da ist es fast egal was Diagnostiker oder hysterische Forenmitglieder darüber denken. Wenn du in paar Jahren irgendwann merkst, dass es doch was anderes ist, hat dir das innere Bild des Autismus zumindest bis dahin geholfen.

      Der Kern von Autismus ist im Übrigen vor allem die sensorische Sensibilität und Überlastbarkeit (bzgl. Außen- und Innenwahrnehmung) sowie wahrscheinlich eine analytische Denk- und Handlungsweise. Nur ist das halt viel schwerer untersuchbar als Stereotypien oder Kommunikative Besonderheiten.
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      Neoni wrote:

      Andersdenker wrote:

      Wie wichtig sind Routinen wirklich für Aspies?
      Kann man ohne funktionierende Routinen, ja, wenn man Routinen sogar langweilig findet, Autist sein?
      Was verstehst du denn unter Routinen?Ich dachte anfangs auch, ich hab das nicht so, aber man muss wissen, was es wirklich bedeutet.
      Routinen sind für mich sich regelmäßig wiederholende Abläufe. Dass ich Dinge, jeden Tag zur idealerweise gleichen Zeit auf die gleiche Art mache.

      Aber ich fühle mich unglaublich unstrukturiert und chaotisch und mache das, wonach mir gerade beliebt.

      Auch der andere Thread hier, Strukturierungsprobleme, passt für mich wie die Faust auf Auge (ja, auch sowas verwende ich manchmal, ich habe es ja gelernt. Auch ein Punkt, wo der Arzt meinte, ich kann nicht autistisch sein).

      Wenn man Routinen nicht so starr betrachtet, dann kann ich aber schon das eine oder andere finden.

      Zum Beispiel habe ich den Geschirrspüler immer nach einem Muster eingeräumt (jetzt ist er kaputt.... mein Geschirr stapelt sich zu Berge. Ich hasse abwaschen)
      Das Geschirr wäre im Schrank passend nach Größe sortiert.
      So ist es auch mit meinen Büchern im Regal, sortiert nach Thema und Größe absteigend von links nach rechts.
      Drum rum um das Regal, bin ich jedoch überfordert und es liegt ganz viel Kreuz und quer. Aber so ein ordentliches Regal beruhigt mich irgendwie.
      Wenn ich Stress habe, nehme ich mein Tablet und spiele ein Spiel.
      Neuerdings, nachdem ich das in einem YouTube-Video über einen Aspie gesehen habe, habe ich auch begonnen, Geräusche zu machen, wenn ich Stress habe. So sirenenartig.
      Entspannt mich total, seit dem habe ich keine Panikattacken mehr.
      Ich habe wohl auch immer wiederkehrende Gedankenmuster..
      Reibe meine Hände schnell zusammen, wenn ich mich freue. Das hat der Arzt damals gar nicht ernst genommen.
      Ich denke oft, dass mir die Ärzte die Diagnose nicht geben wollten, weil ich damals durch das Ganze narzisstische überspielen von meine Ängsten und Problemen nicht wie ein so schwerwiegender Fall gewirkt habe, den man mit so einer Diagnose belastet.

      Aber ohne dieses narzisstischer Schutzschild komme ich wie gesagt kein bisschen klar und die Welt überlastet mich..
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      MusicSexNature wrote:

      [..] Noch wichtiger ist aber deine eigene Intuition. Arbeite mit der Diagnose bzw. mit dem Modell, das dir am meisten hilft. Wenn du dich als autistisch verstehst und du merkst, dass du besser zurecht kommst bzw voran kommst [..]

      Der Kern von Autismus ist im Übrigen vor allem die sensorische Sensibilität und Überlastbarkeit (bzgl. Außen- und Innenwahrnehmung) sowie wahrscheinlich eine analytische Denk- und Handlungsweise. Nur ist das halt viel schwerer untersuchbar als Stereotypien oder Kommunikative Besonderheiten.
      Meine Intuition sagt mir seit langem, dass ich Autist sein muss.
      Das Modell Autismus hilft mir sehr, mich selbst so anzunehmen wie ich bin.
      Andererseits ist es leider so, dass ich bedingt dadurch denke „Ich bin Autist, die Menschen verstehen mich sowieso nicht, halten mich für bekloppt und faul, warum soll ich überhaupt erst versuchen, mich auf den belastenden Weg zu machen, eine Arbeit zu finden, wenn ich dann sowieso wieder nur abgelehnt und gestresst werde“

      Ich bin leider äußerst sensibel und schnell überlastet und glücklicherweise höchst analytisch. Bauchgefühl gibt es nicht.

      Aufgrund meines Hanges dazu, die ganze Welt analysieren und verstehen und verbessern zu wollen, habe ich dann Wirtschaftsingenieurwesen studiert.
      Wollte in Richtung Unternehmensberatung.
      Aber es war wohl nur ein Traum, ohne Realitätsbezug auf nazistischen Beinen stehend.
      Wie soll ich mit dem Druck und den Menschen jemals klarkommen?

      Außerdem ist es so, dass ich mir immer eingeredet habe, ich würde die Welt im ganzen verstehen.
      Mittlerweile habe ich über zentrale Kohärenz gelesen.. Und mir ist bewusst geworden, dass mir genau diese fehlt oder sehr gering ausgeprägt ist.
      Ich beschäftige mich mit vielen Details und daraus baue ich dann Stück für Stück ein Gesamtbild zusammen.
      Aber an das Gesamtbild wirklich als Ganzes im selben Moment denken, das geht nicht.


      Noch eine Frage an dich MusicSexNature..
      Dein Name lässt verlauten dass du diese 3 Dinge magst?
      Was den Sex angeht, war der Diagnostiker auch der Meinung, dass das nicht sein kann, dass ich autistisch bin, wenn ich gern Sex habe oder in einer Beziehung war.
      Kuscheln und Sex mag ich sehr aber nur solange ich das alles kontrollieren kann.
      Ich streichle zum Beispiel gern, aber hasse es, gestreichelt zu werden.
      Widerspricht sich das also nicht so sehr mit Autismus?

      Noch ein Hinweis, falls der Herr da ggf. häufiger Diagnosen nicht stellt.. Ich war in Göttingen zur Diagnose.
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      Was Routinen angeht, manchmal bemerkt man sie erst, wenn sie aus irgendeinem Grund nicht mehr ausgeführt werden können. Zum Beispiel die gewohnte Postfiliale macht zu und man bekommt deswegen schon eine kleine Krise, weil man sich umorientieren muss. Ich denke, sowas ist auch eine Routine, dass man an gewohnten Wegen gerne festhält. Oder?

      Was Redewendungen angeht: nur weil man manchmal nicht sofort eine Redewendung versteht, heißt das nicht, dass man nicht selber welche anwendet. Genauso wie bei Ironie. Ich benutze gerne und oft bildliche Sprache, weil ich auch bildlich denke, und das schließt blumige Redewendungen mit ein.
      Alles wird galaktisch gut.
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      Routinen sind für mich wichtig. Wenn nicht alles so abläuft, wie ich es gewohnt bin, dann geht es mir einfach nicht gut. Das geht schon los beim Anziehen. Ich habe da immer meinen
      bestimmten Ablauf, den ich dann auch einhalte.
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      Solche Bedürfnisse, wie immer zum gleichen Laden gehen, kenne ich gar nicht.
      Ich sehe immer gerne andere Orte und Aspekte der Welt, zumindest solange, wie ich erprobte Strategien auf diese übertragen kann.

      Nichtsdestotrotz ist es so, dass ich in Situationen, in denen ich mich komplett neuen Herausforderungen stellen muss, für die ich keine Strategie habe unglaublich gestresst reagiere.

      Ich bin zum Beispiel noch nie mit einem Flugzeug geflogen, es ist für mich einfach nicht vorstellbar, über einen langen Zeitraum komplett von anderen abhängig zu sein und nicht die Kontrolle über die Situation zu haben.
      Weisungen vom Boden- oder Kabinenpersonal und denen alsbald folge leisten? Stresst mich schon beim daran denken..

      Ich bin mir jedenfalls unglaublich unsicher, was nun dahinter steckt.
      Teilweise wurde gesagt, klingt alles sehr autistisch, teilweise wird auch die Meinung vertreten, ohne Routinen kann man kein Autist sein.

      Oder sind die oben genannten Dinge schon Routinen, die man als autistisch betrachten kann?

      Fakt ist jedenfalls auch, dass diverse Persönlichkeitsstörungen auf mich passen, jedoch erklärt das nicht die körperlichen Symptome, die Intelligenzstruktur und meine Reizüberflutungen.

      Ich bin verwirrt.

      Eine Zweitdiagnose geht sicher auch mit sehr langer Wartezeit einher.
      Ich komme übrigens aus dem ostdeutschen Raum, Niedersachsen liegt auch noch in Reichweite, vielleicht hat ja jemand eine Idee, wo ich mich beraten oder diagnostizieren lassen könnte.
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      Andersdenker wrote:

      Wie wichtig sind Routinen wirklich für Aspies?

      Andersdenker wrote:

      Kann man ohne funktionierende Routinen, ja, wenn man Routinen sogar langweilig findet, Autist sein?
      Kann ich nicht beurteilen. Ich kann nur für mich sprechen, nicht für andere und für mich sind Routinen und feststehende Abläufe mehr als wichtig. Wenn ich das nicht habe habe ich das Gefühle mir wird der Boden unter den Füßen weggezogen und kann sehr impulsiv werden.
      Für mich ist es schon eine Katastrophe wenn ich mein gewohntes Frühstück in einer anderen Bratpfanne machen muss. Dann muss ich wohl nicht erklären wie das dann erst ist wenn es um wirklich wichtige Dinge geht.


      Andersdenker wrote:

      Sollte ich eine zweite Diagnoseversuch wagen, oder denkt ihr, das kann nicht sein, dass so jemand Aspie ist?
      Ich würde es wagen. Mehr als Nein sagen kann ein anderer Diagnostiker auch nicht.
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      @Shenya

      Da muss ich dir wirklich recht geben.
      Ich dachte, dass genau dieser Punkt bei mir absolut nicht zutrifft.
      Ich musste mich selbst erst richtig bewusst von einer "Vogelperspektive" beobachten um festzustellen, dass da doch einiges zu nennen ist.

      Nach einrm Gespräch mit meiner Mutter stellte sich heraus, dass das bei mir schon sehr früh angefangen hat und sie mir sagte, dass selbst Himmel und Hölle mich nicht von meinen Ritualen und Routinen abbringen konnten (RW).


      @Andersdenker
      Im Forum habe ich schon öfter gelesen, dass Göttingen (übertrieben gesagt) nur existiert um jedem den Autismus negativ zu diagnostizieren.

      Wobei ich betonen muss...
      Das wird hier geschrieben. Selbst war ich nicht dort.
      Also, nicht meine persönliche Erfahrung.
      Zu Göttingen gibt es einige Threads im Diagnostik Bereich hier im Forum.

      EmsHerr :idea:
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      Neoni wrote:

      Ich dachte anfangs auch, ich hab das nicht so, aber man muss wissen, was es wirklich bedeutet
      So ging es mir auch. Routinen sind ja nicht nur täglich feste Abläufe (habe ich kaum), sie können auch in einer ständigen Wiederholung kurzer Vorgänge bestehehen - es heißt bei den Diagnosekriterien ja nur "repetitive stereotype Verhaltensweisen". Und dazu gehört z.B. auch, wenn man Arbeiten als angenehm empfindet, bei denen man denselben Arbeitsgang wieder und wieder durchführt, z.T. hunderte Male am Tag. Und das muss nicht stumpfe Wiederholung der gleichen Handbewegung sein, bei mir geht es um Mustererkennung, zwar immer der gleiche Arbeitsgang, aber jedesmal ein etwas anderes Ergebnis. Die meisten Kollegen verstehen nicht, wie man es wochenlang durchhalten kann, auf diese Weise Daten zu produzieren - ich mache es schon mal zwischendurch, obwohl es eigentlich gerade nicht nötig wäre, weil es so schön beruhigend ist und die Muster Freude bereiten.

      Andersdenker wrote:

      Ich sehe immer gerne andere Orte und Aspekte der Welt, zumindest solange, wie ich erprobte Strategien auf diese übertragen kann
      Ich war früher auch sonstwo unterwegs, monatelang in Syrien und der Türkei - da ging es genau darum, bewährte Arbeitsweisen auf eine neue Umgebung zu übertragen, das ist kein Widerspruch. Womöglich fallen Dir tatsächlich vorhandene Routinen nur nicht auf, weil Du sie für "normal" hältst. Ansonsten gilt, was schon geschrieben wurde: solltest Du tatsächlich nichts aus diesem Bereich aufweisen, ist ein Kernkriterium für Autismus nicht erfüllt.
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      Es gibt hier einen schönen Thread zu (nonfunktionale) Routinen -> KLICK Bevor ich mich mit dem Thema ASS befasst habe, waren mir eigentlich nur zwei Routinen an mir bewusst. Zum einen meine "Aufstehroutine" inkl. Frühstücken und Zähneputzen und meine sonntägliche Putzroutine (die leider nur gerade so das nötigste abdeckt :nerved: ). Mir sind nach und nach immer mehr Routinen aufgefallen. :m(:

      Erst heute wieder beim Putzen. Ok, der eigentliche Ablauf des Putzens ist an sich schon eine Routine. Aber das ich die Fußmatten immer (!) an ihren ursprünglichen Platz zurücklege, obwohl sie sich in der Farbe und dem Muster kaum unterscheiden, ist mir erst jetzt bewusst geworden. Ich glaube, kaum ein "normaler" würde sich dran stören, wenn die an sich sehr ähnlichen Matten mal anders liegen.
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      Für mich sind Routinen sehr wichtig, was sicherlich aber auch den Zwängen geschuldet ist. Aber bevor diese so schlimm wurden, war Routine für mich sehr wichtig und hat mich extrem aus der Bahn geworfen (Rw) wenn es mal anders kam.
      Wenn du dir unsicher bist wegen dem Ergebnis, dann strebe doch einfach eine "Absicherung" an. Also versuche eine zweite Diagnostik. Ich würde dies tun, alleine schon um Gewissenheit zu haben.
      Grüße aus der Pegasus Galaxie. :)
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      MangoMambo wrote:

      Routinen sind enorm wichtig. Sie aufzubauen kann aber teilweise aufgrund eingeschränkter Exekutiver Funktionen schwer sein.
      In manchen Bereichen fällt es mir schwer, Routinen zu etablieren. Meinen Haushalt betreffend, habe ich nur sehr wenige Routinen, die funktionieren. Das deckt leider nicht den ganzen Haushalt ab. Das war früher aber mal anders und erst durch äußere Einflüsse (psychische Erkrankung), habe ich in diesem Bereich Probleme entwickelt.

      Ansonsten sind Routinen sehr wichtig für mich und mich macht es glücklich und zufrieden, wenn die Dinge genau so ablaufen, wie ich es mir vorstelle. Immer wieder aufs Neue. Werden die Routinen gestört bedeutet das zum einen Stress und es kann auch passieren, dass dadurch angrenzende Abläufe ebenfalls gestört werden und mir z.B. eher Fehler passieren.
      Ist da wer?
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      kim wrote:

      MangoMambo wrote:

      Routinen sind enorm wichtig. Sie aufzubauen kann aber teilweise aufgrund eingeschränkter Exekutiver Funktionen schwer sein.
      In manchen Bereichen fällt es mir schwer, Routinen zu etablieren. Meinen Haushalt betreffend, habe ich nur sehr wenige Routinen, die funktionieren. Das deckt leider nicht den ganzen Haushalt ab. Das war früher aber mal anders und erst durch äußere Einflüsse (psychische Erkrankung), habe ich in diesem Bereich Probleme entwickelt.
      Im Haushalt habe ich auch so gut wie keine Routinen die funktionieren und das obwohl mir Routinen wichtig sind.